11.06.2021

Leben in Zeiten von Corona - Heute: Vom Arbeitsuchenden zum Arbeitgebenden

 

Arbeit mit Ausblick

Vom Arbeitsuchenden zum Arbeitgebenden ist es manchmal nur ein kleiner Schritt. Auch wenn sich meine eigene Arbeitssuche auf dem Balkans bisher recht überschaubar gestaltet, gibt es in Bulgarien, wie der Volksmund zu Recht sagt, Arbeit genug für das gesamte chinesische Volk. Vielleicht bist auch du so wie ich gerade auf Arbeitssuche, oder du suchst aufgrund deiner nunmehr bescheideneren finanziellen Mittel eine andere Art Urlaub. In beiden Fällen bist du bei mir richtig und in guten Händen. Du bist also fündig geworden! Jetzt musst du dich nur noch auf den Weg machen, und zwar nach Sofia. Von Berlin aus fliegt sowohl Bulgaria als auch Ryan Air für wenig Geld in die bulgarische Hauptstadt. Von dort aus sind es dann keine 100 Kilometer mehr bis zu deinem Urlaubsort in 600 Meter Höhe und mit einem tollen Ausblick auf die knapp 2000 Meter hohen bulgarischen Twin Peaks (Foto). Bei mir musst du nichts bezahlen, nur etwas Arbeiten. Da ich selbst auf Arbeitssuche bin, kann ich dir leider nichts bezahlen, dafür biete ich freie Kost und Unterkunft an und, vielleicht das wichtigste, sinnvolle Tätigkeiten bei einem tollen Ausblick und sauberer Landluft. Dieses Jahr machen wir Holz, denn der Winter mit seinem Schnee und Eis hat einige Bäume abknicken lassen. Die machen wir klein, damit wir es im Winter warm haben. Wer lieber drinnen arbeitet, kann dort die Wände weißen und zuvor etwas spachteln. Kochen, putzen und sauber machen wir auch selber. Ein kluger Kopf meinte einmal, dass der ein Sklave sei, der länger als acht Sunden am Tag arbeiten muss. Vom Sklavendasein bist du hier weit entfernt, denn bei mir wird nur sechs Stunden am Tag gearbeitet. Den Rest des Tages hast du frei. Du kannst lesen, es gibt eine kleine Bibliothek, schreiben oder Musik hören. Du kannst auch kleine Wanderungen beispielsweise zu einem nahegelegenen Kloster unternehmen oder einfach nur runter ins Dorf gehen, wo es nicht nur zwei Kneipen, sondern auch eine Mineralquelle und ein Mineralfreibad gibt. Der Nachbarort ist einer der ältesten Kurorte Bulgariens mit prächtigen, jetzt leider verfallenden Gebäuden wie in Bad Homburg. Über unser Dörfchen, in dem du deinen Urlaub verbringen kannst, wird ohne zu übertreiben gesagt, er wäre der Kurort vom Kurort. Falls du jetzt neugierig geworden bist, dann kontaktiere mich, damit ich dir die Details nennen und alle deine Fragen beantworten kann. Ich freue mich auf deine e-mail an: taxi.berlin(ät)gmx.de

Angebot&Bild TaxiBerlin


07.06.2021

Leben in Zeiten von Corona - Heute: TaxiBerlin auf Arbeitssuche in Bulgarien

 

Geschenk meines Bürgermeister für den Gastarbeiter aus Deutschland

Zwei Wochen bin ich nun schon auf dem Balkan, und noch immer gestaltet sich meine Arbeitssuche hier recht übersichtlich. Aber nicht nur das. Ehrlich gesagt überlege ich gerade, wenn ich gefragt werde, einen anderen Grund als die Suche nach Arbeit für meinen Aufenthalt in den Schluchten des Balkans zu nennen, nachdem mir Eingeborene nicht nur schon den Vogel gezeigt, sondern mich regelrecht für verrückt erklärt haben, nachdem ich ihnen wahrheitsgemäß geantwortet hatte. Ich habe auch schon zwei Alternativantworten ausprobiert. So kommt die Suche nach Eseln immer sehr gut an. Meist will man mir sogleich einen oder mehrere Esel aufschwatzen, allerdings welche auf zwei Beinen. Esel mit vier Beinen sind selbst in Bulgarien schwer zu kriegen. Mein Bürgermeister hat irgendwo obiges Grautier samt Blümchen für mich aufgetrieben. Er hat dafür weder Kosten noch Mühen gescheut, denn ich soll am 11. Juli seinen „Bruder Boiko“ wählen, damit er, also mein Bürgermeister, weiter Kohle von ihm bekommt, um im Dorf überhaupt etwas machen zu können. Beispielsweise die Wasserleitung den Berg runter reparieren lassen, denn die hat so viele Löcher, dass kaum noch Wasser unten im Dorf ankommt. Ein Dorf ohne Wasser, das ist nicht schön, in Bulgarien aber kein Einzelfall. Über mein Dilemma: Wählen oder kein Wasser, werde ich demnächst ausführlicher berichten. Jetzt zurück zu dem, was ich auf Balkans wirklich suche, nachdem ich das mit der Arbeit und auch die Suche nach Eseln mit vier Füßen vergessen kann. Und da hilft mir das Buch weiter, das ich gerade lese. Es handelt von dem Mazedonier „Alexis Sorbas“, und geschrieben hat des der Grieche Nikos Kazantzakis. Dazu muss man wissen, dass sich Griechen und Bulgarien bis heute um Mazedonien streiten. Auch deswegen ist es schwer, diesen Mazedonier zu finden. Eine Mazedonierin zu finden, ist dagegen viel leichter. Ich hab mal eine mit dem Namen Stasislava auf der Straße getroffen, einfach so, aber ich komme vom Thema ab. Einen Sorbas zu finden, und das wünsche ich jedem, dass er seinen Sorbas samt Bubulina findet, das ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Da aber in Bulgarien nichts unmöglich ist, kann ein jeder hier alles und jeden finden, selbst einen Sorbas. Mein Sorbas hat zusammen mit seiner Bubulina viele Jahre in Libyen gelebt, bevor sie jetzt in meine Dienste traten. Mein Sorbas kann praktisch alles, er weiß auch alles und ist mit allen Wassern gewaschen. Mein Sorbas hat es zum Beispiel fertig gebracht, in Libyen Schnaps zu brennen, und diesen an den muslimischen Mann zu bringen. Nachdem er sein (also mein) Tagwerk vollbracht hat, setzt er sich in die Sonne und sagt „Hamdurle“ (das hat er in Libyen gelernt und heißt so viel wie „Paradies“), während uns seine Bubulina das Essen serviert. So ein Typ ist mein Sorbas! Geht es nach dem Buch von Kazantzakis, gibt es im Dorf noch eine Witwe, und die wäre dann für mich. Komischerweise habe ich meinen Bürgermeister noch nie nach der Witwe gefragt. Das ist wieder typisch: An das wichtigste, also an mich selbst, denke ich mal wieder zum Schluss. Mit der Witwe ist es dann so, dass wenn sie mich ruft, und ich nicht zu ihr gehe, dass ich dann später nicht ins Paradies komme. Denn das ist das einzige, was Gott nicht verzeiht: Wenn eine Frau ruft, und der Mann geht nicht hin. Das meint zumindest mein Sorbas hier, der eigentlich Wasko heißt, und der mich mit „Jawohl, mein Führer!“ anredet, und den ich dann immer mit „Wasko for ever!“ zurück grüße.        Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.

Wasko, icke mit dem Grautier vom Bürgermeister, Bubulina

Fotos&Text TaxiBerlin

06.06.2021

Leben in Zeiten von Corona - Heute: Vom Leben und der Ordnung in der Tonne

 

Dimiter Blagoew Straße
Sofia / Bulgarien

Dass jemand in einer Tonne lebt, das gab es schon mal, und zwar bei den alten Griechen. Die Tonne war damals ein Weinfass und der Mensch, der darin lebte, hieß wenn ich mich recht erinnere Diogenes. Keine Ahnung, ob Diogenes sich seine Schuhe auszog, bevor er seine Tonne betrat. Beim Bulgaren herrscht jedenfalls Ordnung, selbst beim Leben in der Tonne. Nicht umsonst werden die Bulgaren als die Preußen des Balkans bezeichnet. Überhaupt gibt es auf dem Balkan viel weniger Obdachlose. Selbst in Sofia, der Hauptstadt eines anderen Landes unseres schönen Kontinents, obwohl sich dieses kleine Land sehr am Rande befindet. Am Rande bedeutet aber nicht automatisch ohne Ordnung und Regeln. So ist es nicht. Es gibt sie nicht nur, sondern sie werden auch befolgt, wenngleich nicht von allen, das ist leider auch wahr. Die meisten befolgen sie, weil es eine Frage der Ehre ist, und nicht weil sie an sie glauben würden. So ist es nicht, also wie bei uns. Der Deutsche muss immer an etwas glauben, und wenn es das dümmste ist was es so gibt, unter dem macht er es nicht. Ist er einmal von etwas überzeugt, dann wird es allerdings sehr schwer, praktisch unmöglich, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, weil er das, was er einmal glaubt, dann nicht mehr in Frage stellt. Hier ist der Deutsche ganz genau, und genau das macht ihn zum vielleicht gefährlichsten Wiederholungstäter weltweit und überhaupt. Wie die Ehre und das Befolgen von Regeln zusammenhängen, ist schwer zu erklären, insbesondere jemandem, der keine Ehre hat. Was ich noch erklären kann, ist die Ordnung, die beim Bulgaren in den eigenen vier Wänden herrscht, und von der ich immer wieder aufs Neue fasziniert bin, wobei fasziniert nicht das richtige Wort ist. Ich bin regelrecht inspiriert, bei mir selbst Ordnung zu schaffen. Deswegen bin ich eigentlich auch hier, was das Arbeitsamt in Berlin aber nicht wissen darf. Für die Agentur für Arbeit bin ich offiziell auf Arbeitssuche in Bulgarien. Doch zurück zu obiger Tonne in den Straßen von Sofia. Selbstverständlich habe ich einen Blick in die Tonne geworfen, dessen Bewohner seine Schuhe vielleicht nicht in Reih und Glied, aber doch ordentlich vor seiner Wohnung abgestellt hat. Der Deutsche würde vermutlich daran vorbei gehen, weil ihm die Schuhe nicht ordentlich genug abgestellt sind. Aber da, wo die Schuhe stehen, ist noch öffentlicher Raum. Etwas, was auch hier immer mehr verschwindet. Die Tonne selbst ist Privat, sie gehört dem Menschen, der darin wohnt. Du kennst doch den Slogan: Den Wohnungen denen, die darin wohnen, oder? Und weil das Innere der Tonne privat und in Bulgarien ist, herrscht dort die größte Ordnung, die du dir vorstellen kannst. Auch in Sachen Ordnung ist beim Bulgaren alles umgedreht: Oberflächlich und nach außen hin sieht alles wie ein großes Chaos aus, aber im Inneren herrscht Ordnung. Jedenfalls mehr als bei uns, wo es im Inneren vieler Menschen eine große Unordnung und ein großen Durcheinander gibt.   Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.

Foto&Text TaxiBerlin

05.06.2021

Leben in Zeiten von Corona - Heute: Serotonin in Sofia

 

Vorm "Volks-Kultur-Palast" (NDK)

Live i easy in Sofia, der Hauptstadt eines kleinen Landes am Rande unseres schönen Kontinents. Wenn die Menschen nicht auf die Straße gehen und gegen die Mafia demonstrieren, gehen sie ins Theater und sehen sich „Serotonin“ von Michel Houellebecq im Kulturpalast an.

Foto&Text TaxiBerlin


02.06.2021

Leben in Zeiten von Corona - Heute: Im Taxi mit Sascha Lobo

 

Der falsche Prophet – Der mit der Spritze

Um es gleich am Anfang zu sagen: Sascha Lobo saß mir nicht im Taxi. Als „cooler“ Mensch von heute fährt Sascha Logo vermutlich auch Uber und kein Taxi. Aber wenn Sascha Lobo Taxi fahren sollte, und ich noch Taxi fahren würde, hätte ich ihn selbstverständlich befördert. Ich hätte ihn aber nicht nur befördert, weil das Taxi eine Beförderungspflicht hat, im Gegensatz zur Schönen Neuen Uber-Welt, sondern auch um ihm meine Meinung zu seiner letzten Spiegel-Kolumne zu sagen. Das Taxi ist einer der wenigen Orte, an dem man noch seine Meinung sagen kann. Dazu später mehr.

Sascha Lobo, wer ihn nicht kennt, ist „Strategieberater mit den Schwerpunkten Internet und digitale Technologie“, der sich neuerdings auch mit Viren auskennt, also eine Art Bill Gates – allerdings für Arme. Das Markenzeichen von Sascha Lobo ist sein roter Hahnenkamm. Wegen seiner aufwändigen Frisur muss er viel Zeit vor dem Spiegel verbringen, wogegen nichts einzuwenden ist, im Gegenteil, denn dort richtet er weniger Schaden an als im Spiegel. Wegen der vielen Zeit, die er vorm Spiegel verbringen muss, kommt Sascha Lobo gar mehr zum Nachdenken. Es gilt auch hier die Faustregel: Je aufwändiger die Verpackung, umso inhaltloser die Person. Ein Umstand, der leider immer öfter als „cool“ durchgeht, wobei „cool“ nichts anderes als kalt bedeutet, also tot.

Trotzdem darf Sascha Lobo eine Kolumne für den Spiegel schreiben, was andererseits keine Überraschung ist, denn auch der Spiegel ist tot. Sascha Lobo schreibt dort über eine „Kalte Impfpflicht“, die er befürwortet. Den Kalten Krieg muss Sascha Lobo irgendwie verschlafen haben. Mit der „Kalten Impfpflicht“ verhält es sich nämlich ähnlich wie mit dem Kalten Krieg: Er kann ganz schnell zu einem heißen werden. Aber gut, so lange er kalt, also praktisch tot ist wie der Autor und der Spiegel, kann das natürlich nicht passieren. Sascha Lobo schreibt in seiner Kolumne, dass es zur Impfung durchaus unterschiedliche Meinungen gibt, aber ein Impfzwang sei nun mal „wissenschaftlicher Konsens“. Das stundenlange Sitzen vorm Spiegel hält Sascha Lobo nicht nur vom eigenen Denken ab, sondern auch vom Gang ins Internet, und das als „Strategieberater mit den Schwerpunkten Internet und digitale Technologie“. Bloß nicht mit anderen Meinungen belasten!

In Bulgarien, einem kleinen, anderen Land unseres schönen Kontinents, in dem ich mangels Kundschaft in meinem Berliner Taxi gerade nach Arbeit suche, lassen sich auch Menschen impfen, genauso wie sie irgendwas im Gesicht tragen, wenngleich nicht überall, und vor allem keine Staubmaske wie bei uns. In dem Dorf, wo ich täglich nach Arbeit grabe, trägt niemand eine Maske, das machen nur Menschen in der Stadt, und dort auch nur im Supermarkt. Sollte man sie einmal vergessen haben aufzusetzen, wird man freundlich darauf hingewiesen und nicht angeschnauzt und beleidigt, wie das in Deutschland an der Tagesordnung ist. Diese „coole“ oder besser tote, weil völlig emphatielose Art ist in Bulgarien unbekannt. Und trotzdem ist sie es, die mir selbst in knapp zweitausend Kilometer Entfernung immer noch Angst macht: Diese typisch deutsche „Genauigkeit“ und Rechthaberei bei gleichzeitiger völliger Unwissenheit, die sich allerdings als Allwissenheit geriert, obwohl sie eigentlich nur die totale Ignoranz des anderen und seiner Meinung ist – mit einem Wort: Menschenverachtung.

Die in Bulgarien (noch) vorhandene Empathie drückt sich vor allem darin aus, dass man den anderen samt seiner Meinung so sein lässt, wie er ist. Darüber hinaus darf jeder sagen, was er denkt, beispielsweise auch im öffentlich/rechtlichen Radio. Bei dem hier allseits beliebten Talk-Radio kann nicht nur jeder anrufen, sondern er kommt auch zu Wort, jede Meinung wird Wert geschätzt, niemand wird vom Moderator von oben herab belehrt, dass seine Haltung die verkehrte sei. In Bulgarien ein Unding und etwas, was es auch einmal in Berlin gab, und zwar Anfang der Neunziger beim „Sprechfunk“ von und mit Jürgen Kuttner. Der aktuelle Versuch eines „Sprechfunk“ Remakes hat damit nichts am Hut. Dieses Wissen von früher und die wiederholte Erfahrung in Bulgarien, dass es auch anders geht, hat mich schon frühzeitig zu meinem Motto in meinem Taxi inspiriert, in dem man zwar nicht telefonieren, dafür aber alles sagen durfte, sogar die Wahrheit.

Sascha Lobo, der Mann mit dem roten Hahnenkamm, der besser vorm als im Spiegel aufgehoben wäre, hätte ich, wäre er mir ins Taxi gestiegen, folgendes mit auf dem Weg gegeben. Du bist für eine „Kalte Impfpflicht“? Dann geh ins Krankenhaus und sprich mit den Schwestern und Pflegern, denn unter ihnen gibt es sehr viele, die sich nicht impfen lassen wollen. Ich gehöre als gelernter Krankenpfleger dazu. Solltest du danach immer noch fürs Zwangsimpfen sein, dann lass dir von den Kolleginnen und Kollegen die Stricke und Knebel fürs Fixieren zeigen. Das ist jetzt kein Quatsch! Ich selbst habe schon einmal mitgeholfen, einen Menschen gegen seinen Willen eine Spritze zu verpassen. Es ist nichts, worauf ich Stolz bin – ganz im Gegenteil.

Wer eine Zwangsimpfung fordert, und nichts anderes tut Sascha Lobo, der muss nicht erklären, dass er nicht „mit übergroßen Furor“ gegen die Nachteile der Ungeimpften kämpfen wird, „denn sie werden Nachteile haben“, das weiß selbst ein Sascha Lobo. Eine solche Aussage ist vielleicht "cool", aber auch wohlfeil. Überhaupt geht es doch um etwas ganz anderes, lieber Sascha Lobo. Wer wie du Zwangsimpfungen gutheißt, der muss auch bereit sein bis zum Äußersten zu gehen. Die folgende Frage richtet sich nicht nur an Sascha Lobo, sondern an jeden einzelnen: Wie weit bist du persönlich bereit zu gehen? Wenn du nicht bereit bist, bis zum Äußersten zu gehen, das sind denke ich die wenigsten, dann solltest du zumindest schweigen, wenn du schon keinen Respekt und kein Mitgefühl mit Andersdenkenden hast, armer Sascha Lobo!

Video BobDylan
Text TaxiBerlin




26.05.2021

Leben in Zeiten von Corona - Heute: Mein altes Leben im neuen

 


Mein altes Leben als Taxifahrer war vielleicht nicht ideal, aber doch irgendwie besser als das "neue Normal". In meinem alten Leben bin ich viele Jahre Nachtfahrer gewesen. Da Nachtfahrer zufällig das Thema der morgigen Ausgabe von "Hier spricht TaxiBerlin" ist, wird mich Kollegin Sonja in ihrer Sendung in meinem neuen Leben in den Schluchten des Balkans anrufen, um sich mit mir über mein altes Leben als Nachtfahrer in Berlin unterhalten. Du kannst dabei sein, du musst dazu nur um 19 Uhr dein Radio einschalten oder ins Internet gehen. In Berlin ist die 57. Ausgabe von "Hier spricht TaxiBerlin" auf Pi-Radio unter 88.4 MHz zu hören, in Potsdam unter 90.7 MHz und als Livestream auch weltweit. Verpasse es nicht, denn sonst weißt du nicht, wie das Leben früher war. In meinem alten Leben war nicht alles schlecht, wie auch obiges Video beweist. Was es damit auf sich hat, wird in der morgigen Sendung in einer einfachen Sprache erklärt. Wage nicht es zu verpassen!  Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.

Video YouTube
Text TaxiBerlin

23.05.2021

Leben in Zeiten von Corona - Heute: Good Bye Berlin, Hallo Bulgaria

Göhrener Straße
früher Prenzlauer Berg / heute Pankow

Heute startet sie nun, meine Arbeitssuche im Europäischen Ausland. Gestern war ich deswegen noch einmal in Mitte. Dort sah ich viele junge Menschen, diesmal mit anderen, ganz neuen Augen. Noch nie kamen sie mir so unverbunden vor, mit Berlin, mit anderen, aber vor allem mit sich selbst. Es waren durchaus schöne Menschen darunter, aber sie schauten alle gleich aus - "irgendwie individuell". Und nein, die meisten trugen keinen Jogginganzug, schließlich war ich in Mitte und nicht in Neukölln. Trotzdem trifft wohl auch auf die Menschen in Mitte zu, was Karl Lagerfeld über Menschen im Jogginganzug gesagt hat, und zwar dass sie die Kontrolle über ihr Leben verloren haben, vielleicht sogar noch mehr als die Menschen in Neukölln. Ich verlasse heute Mitte und Neukölln, und darüber freue ich mich, denn ich kann diese Menschen nicht mehr sehen. In Bulgarien gibt es keine schönen Menschen. Die sind alle in Mitte. Trotzdem fühle ich mich wohler dort. Ich habe jetzt auch herausgefunden, wo ich mich vor Ort melden muss, was mir das Amt hier nicht sagen konnte. Ein Bulgarische Journalistin konnte mir Ort, Straße, Nummer, Telefon und Etage, in dem sich das Office befindet, sofort nennen. Auch die Journalistin ist keine schöne Frau, dafür weiß sie aber im Gegensatz zu hiesigen Journalisten Bescheid. Sie konnte mir sogar sagen, dass dort vier Frauen in einem Raum arbeiten. Und auf die freue ich mich, auf diese vier Frauen, die in einem Raum arbeiten. Sicherlich sind auch sie keine Schönheiten, denn sonst wären auch sie in Mitte. Mit Sicherheit haben sie aber (noch) nicht die Kontrolle über ihr Leben verloren.                Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.

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22.05.2021

Leben in Zeiten von Corona - Heute: Bill Gates heißt nicht das Problem, aber Bill Gates hat jetzt ein Problem

 

Heinrichplatz / Oranien- Ecke Mariannenstraße
früher Kreuzberg / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Nachdem das Problem nicht Bill Gates heißt, sondern Kapitalismus, tut es gut zu hören, dass Bill Gates jetzt zumindest ein Problem hat. Das Problem von Bill Gates fing klein an, wie alles einmal klein begann, wurde dann aber rasch immer größer und ist heute praktisch wie der süße Brei, der nicht aufhören will zu fließen, und Bill Gates hängt in dem süßen Brei fest, den er selbst angerührt hat. Jedenfalls bleibt jetzt wieder genug Zeit, sich dem System zu widmen, denn so heißt das Problem, zumindest am Kreuzberger Heinrichplatz, wo gestern schon wieder ohne Maske Bier getrunken, mit Maske geht das schlecht, und der Kapitalismus, in dem Fall die Getränkeindustrie, angekurbelt werden dufte. Aber was ist nun das System? Und wo wohnt es? Ich meine, wenn man ein Problem angehen will, dann muss man doch wissen, wo man es findet, oder? Vor allem, wenn Kapitalisten wie Bill Gates mit dem System Kapitalismus nichts zu tun haben, genauso wenig wie Sozialisten etwas mit dem System Sozialismus zu tun hatten, von den Kommunisten gar nicht erst zu reden. Immerhin will man mit dem Bier in der Hand und in der Sonne sitzend vom Heinrichplatz in Kreuzberg aus die Pharmaindustrie vergesellschaften. Aber warum ausgerechnet die Pharmaindustrie? Ist die Pharmaindustrie jetzt das System? Und was sagt der Bill dazu? Hat man ihn gefragt? OK, jetzt ist zum Fragen der verkehrte Zeitpunkt, denn Bill hat ein Problem, und zwar ein großes, das mit jedem Tag größer wird. Da wartet man am besten noch etwas, bis der Bill den Kopf wieder frei hat für die Frage, ob er zur Abwechslung mal vergesellschaftet werden will. Ich persönlich bin schon sehr gespannt auf Bills Antwort, denn als Philanthrop und Menschenfreund hat er sicherlich nichts gegen Vergesellschaftung. Im Gegenteil, ich rechne fest damit, dass er erleichtert sein wird zu hören, dass man ihm die Last oder vielleicht besser den Zwang ständig Gutes tun zu müssen von seinen jetzt durch den Abgang Melindas schmaler gewordenen Schultern nehmen will. Wie viele Menschenleben auf unserem Planeten man mit dem Geld des viertreichsten Kapitalisten der Welt retten kann, das hat komischerweise noch niemand ausgerechnet. Auf dem Kreuzberger Heinrichplatz lässt man es mit dem Bier in der Hand in der Sonne sitzend ruhig angehen. Beim Menschenleben retten kommt's auf einen Tag mehr oder weniger nicht an. Beim Klima wäre das schon anders. Möglicherweise will der Bill beim Pharmaindustrie vergesellschaften auch ein Wort mitzureden, wo er doch sieben Milliarden Menschen impfen will, oder sollte ich schon sagen: wollte?                           Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.

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21.05.2021

Leben in Zeiten von Corona - Heute: "Wenn's der Wahrheitsfindung dient" - mein neues Mantra


Stasi Museum, Eingang Ruschestraße
früher Lichtenberg / heute Lichtenberg

"Wenn's der Wahrheitsfindung dient" ist mein neuestes Mantra.  Ich sage es immer zu mir, wenn ich mir die Maske aufsetze, genauer: aufsetzen muss, um dem Maskenmob zu entkommen, aus dem mittlerweile ein richtiger Lynchmob geworden ist, ich habe hier darüber geschrieben. Offiziell habe ich eine Maskenbefreiung. Aber seit selbst meine Hausärztin, die sie ausgestellt hat, nicht weiß, ob diese noch gilt oder nicht, gehe ich besser auf Nummer sicher und setze mir eine Maske auf. Durch sie bekomme ich zwar keine Luft, dafür schützt sie mich aber sicher vor Staub und Schmutz. Es fliegt viel Staub und Schmutz rum heutzutage, insbesondere in den Köpfen vieler Menschen. Da meine Hausärztin auch nicht weiß, wie eine Maskenbefreiung auszusehen hat, die heute gilt, kann sie mir auch keine neue Maskenbefreiung ausstellen. In diesem Punkt ist sie konsequent. Aber was steckt dahinter? Hat jemand sie unter Druck gesetzt? Warum plötzlich diese Unwissenheit? Werden wir irgendwann die Wahrheit erfahren? Und hilft dabei mein neues Mantra? - "Wenn's der Wahrheitsfindung dient" ist übrigens nicht von mir, sondern vom Teufel. Also vom Teufel, Fritz, um genau zu sein. Fritz Teufel, wer ihn nicht kennt, war vor gut 50 Jahren Teil der Studentenbewegung in unserer Stadt. Ja, du liest richtig: Es gab einmal so etwas wie eine Studentenbewegung, die größte Jugendbewegung seinerzeit. Die größte Jugendbewegung heute ist der Islamische Staat (IS), aber das nur nebenbei. Fritz Teufel stand also damals als Teil der größten Jugendbewegung seiner Zeit vor Gericht, weil er einen Stein auf einen Polizisten geworfen haben soll. Dort, also vor Gericht, wurde er im November '67 vom Richter zum Aufstehen aufgefordert. Dazu muss man wissen, dass es zu Fritz Teufels Zeiten noch keinen Maskenzwang gab. Fritz Teufel konnte also nicht dazu aufgefordert werden, seine Maske aufzusetzen. (Was der Teufel, Fritz wohl dazu gesagt hätte?) So konnte der Richter ihn nur zum Aufstehen auffordern. Immerhin dieser Aufforderung kam Fritz Teufel damals nach, und zwar mit seinem bekannten Satz auf den Lippen, der heute mein Mantra ist:                              "Wenn's der Wahrheitsfindung dient"

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Leben in Zeiten von Corona - Heute: Die Zweiklassengesellschaft - Die Zukunft, die bereits begonnen hat



von Univ-Doz. DDr. Raphael Maria Bonelli
Neurowissenschaftler, Psychiater und Psychotherapeut

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20.05.2021

Leben in Zeiten von Corona - Heute: Die Einschläge kommen näher

 


Warum der Österreichische Noch-Kanzler Kurz ausgerechnet im "Schweizerhaus" das große Aufsperren nach Corona feiert, erschließt sich mir nicht ganz. Ob das der Grund ist, dass dabei einmal mehr und lauthals sein Rücktritt gefordert wird, weiß ich auch nicht. Was mir die Bilder sagen, ist, dass die Einschläge näher kommen. Von Kurz zu Merkel muss weg ist es praktisch nur ein Wort, wenn ich mich nicht verzählt habe.         Also spricht TaxiBerlin, kannste glauben.

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Leben in Zeiten von Corona - Heute: Das Blut der Erde

 


Ich war ja gestern bereits kurz in der Schweiz, und heute kehre ich dorthin zurück, nach Zürich in das Jahr 2014 zum letzten Konzert von Udo Jürgens und seinem "Griechischen Wein", dem Blut der Erde. In dem Song ist von Männern mit brauen Augen und schwarzem Haar die Rede. Keine Ahnung, ob man das heute noch sagen darf, oder ob da die Sprach-Scharia schon aktiv wird. Die Sprach-Scharia ist manchmal nicht auf dem Posten und auch nicht immer auf dem neuesten Stand, denn die Sprach-Scharia trinkt jetzt immer öfter etwas zu viel, jetzt nicht Wein, sondern eher Bier. (Einzelne sogar direkt beim Impfen, eigentlich ein "NoGo!", aber das weiß die Sprach-Scharia natürlich nicht, wie denn auch?) Doch zurück zu den braunen Augen und den schwarzen Haaren. Neulich, als die Orthodoxen ihr Ostern feierten, habe ich dort sogar Schwarzäugige mit Pechschwarzen Haaren gesehen, und das jede Menge. Das auszusprechen ist mit Sicherheit verboten, alleine daran zu denken, ist schon ein Gedanken-Verbrechen. Das ist die Wahrheit. Da hilft auch kein "Griechischer Wein". Deswegen aber nicht dieser Beitrag. Diesen Beitrag schreibe ich, um darauf aufmerksam zu machen, dass es durchaus lohnenswert sein kann, ein Lied, das man von früher kennt aber lange nicht gehört hat, sich noch einmal ganz bewusst anzuhören. Oft ist es wie beim "Ersten Mal" (selbst wenn es das letzte Mal war), und manchmal sogar noch besser.            Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.

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Leben in Zeiten von Corona - Heute: Das Narrenschiff - Der erste Bestseller

 


Spätestens seit Corona fühle ich mich wie auf einem Narrenschiff. Aber eigentlich waren die Menschen schon davor "crazy" und die Zeiten "strange". (Ein aktuelles Beispiel: Ein Fake Doktor Titel ist auf Bundesebene verwerflich, auf Landesebene aber voll OK. Damit, dass die Person, eine Frau, jetzt zurücktritt, "hält sie Wort" ... ) - "Das Narrenschiff" ist aber älter als du und ich. "Das Narrenschiff" gab es schon im Mittelalter. Geschrieben hat es Sebastian Brant, der am 10. Mai vor 500 Jahren gestorben ist. Damals war es der erste Bestseller, und das ganze 300 Jahre lang. Mann, und auch Frau, kann von Sebastian Brants "Narrenschiff" also auch etwas darüber lernen, wie man ein Bestseller schreibt. "Das Narrenschiff" beginnt mit dem Büchernarr, der sich mit Büchern umgibt, die er nicht gelesen hat. Dieses Phänomen gab es schon damals, also vor 500 Jahren, obwohl der Buchdruck gerade erst erfunden war. Eine Sache gab es damals (noch) nicht, und das ist Gender. Es wird höchste Zeit, dass das Narrenschiff gegendert wird, was auf englisch "doing gender" heißt. Denn im "Narrenschiff" ist ausschließlich von Narren die Rede, und nicht von Närrinnen. Ich hoffe, jemand oder gerne auch jemandin stürzt sich sogleich auf diese, meine Nebelkerze und macht sich frisch ans Werk. Möglicherweise gibt's dafür sogar einen Doktortitel, zumindest für Berlin. Mein Straßendoktortitel gilt, besser: galt, denn die Ortskundeprüfung für Taxifahrer wird demnächst wegfallen, ja auch nur in Berlin.         Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.

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19.05.2021

Leben in Zeiten von Corona - Heute: Die Hetzjagd

 

Mit Hetzjagden ist es wie mit Treibjagden. Sie sind immer inszeniert. Und sie können von jedem veranstaltet werden. Es muss nur einer mit der Kamera dabei sein, aber das ist heutzutage kein Problem. Das ist nicht nur in Sachsen so, sondern auch in der Schweiz. Dass dort eine junge Frau mit einer Israelfahne gejagt wird, ist purer Zufall. Das Böse ist immer und überall.   Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.

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Leben in Zeiten von Corona - Heute: Vom Masken- zum Lynchmob

Wer ohne unterwegs ist, braucht Nerven wie Superman

Nicht nur das Virus ist mutiert, sondern auch der Maskenmob. Im Unterschied zum Virus, bei der die Mutation zwar ansteckender aber harmloser ist, ist aus dem harmlosen Maskenmob ein gefährlicher Lynchmob geworden. Wer es nicht glaubt, der möge selbst einmal versuchen ohne Maske einkaufen zu gehen. Möglicherweise reicht es auch schon, einfach mal ohne Maske nur rauszugehen. Trotz Maskenbefreiung habe ich aufgrund unangenehmer Erfahrungen das Einkaufen ohne Maske aufgegeben. Ich gehe praktisch gar nicht mehr einkaufen. Dabei spare ich nicht nur Geld, was ich nicht mehr habe, sondern habe darüber hinaus noch jede Menge Zeit zum Nachdenken. Also noch mehr Zeit, als ich bereits in meinem Taxi zum Nachdenken hatte. Und da fiel mir ein, dass ich schon bei den Kommunisten im real existierenden Sozialismus von der Maske befreit war. Dazu muss man wissen, dass ich gedient habe, es handelte sich also um eine Gasmaskenbefreiung. Der Grundwehrdienst von 18 Monaten bei der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR ist nichts, worauf ich Stolz bin - ganz im Gegenteil. Obwohl, manch einem orientierungslosen jungen Heranwachsenden würde ein solcher Dienst sicherlich gut tun. Mit Sicherheit wäre er heute bei Hetzjagden auf Maskenbefreite weniger engagiert. Dann wüsste er, dass es selbst im real existierenden Sozialismus Maskenbefreiungen gab, die, im Gegensatz zu heute, sogar gegolten haben. Dass ein Maskenbefreiter dazu gezwungen wurde, eine Maske aufzusetzen, das haben selbst die Kommunisten nicht fertiggebracht.       Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.

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