18.06.2022

Bericht aus Berlin (20) - "Kopf Gefängnis"

In Bulgarien als "Corona Gefängnis" bekannt

Seit Tagen fahre ich durch die Stadt und das interessanteste an ihr scheinen mir die Graffitis zu sein, wie beispielsweise dieses hier an einem Altkleider-Container in der Kurfürstenstraße im Stadtbezirk Tiergarten, jetzt Neue Mitte. Zum Gefängnis fiel mir sogleich ein, was eine junge Frau mir auf einem Protest in der bulgarischen Hauptstadt Sofia gesagt hat. Sie sprach neben bulgarisch auch englisch und deutsch und hatte viele Jahre in Deutschland und auch in Irland gelebt, bevor sie letztes Jahr nach Bulgarien zurückgekehrt ist. Der Grund war das "Corona Gefängnis", wie sie es nannte, in das sich sowohl Deutschland als auch Irland verwandelt hat. Gerade scheinen die Insassen Ausgang zu haben. Manche überlegen aber bereits, wohin sie sich im Herbst absetzen können, wenn es dann wieder mit Corona losgehen wird. Immer mehr lassen sich bei mir beraten, auch hier in Berlin. Das letzte Beratungsgespräch habe ich gestern geführt. Noch während des Gespräches habe ich meinen Bürgermeister in Bulgarien angerufen, da er am besten weiß, welche Immobilien zum Verkauf stehen. Dazu muss man wissen, dass man in den Schluchten des Balkans nicht zur Miete sondern in Eigentum wohnt. Mein Bürgermeister hat einmal mehr das bestätigt, worüber ich auch schon mehrfach geschrieben hatten, und zwar dass viele leer stehende Häuser nicht verkauft werden können, weil die Papiere nicht in Ordnung sind, in der Regel weil sich die Erben nicht einig darüber sind, was damit geschehen soll. Natürlich kann man auch über eine Agentur kaufen, dann dürften die Papiere in Ordnung sein, aber man bezahlt dann auch um einiges mehr. Ich empfehle jedem, der aus seinem "Kopf Gefängnis" ausbrechen will, das in Bulgarien etwas direkter "Corona Gefängnis" genannt wird, lieber Zeit mitzubringen und sich selbst umzuschauen. Das ist mit Sicherheit auch besser, als in irgendeinem Berliner Café abzuhängen, als gäbe es keinen Virus und keinen Krieg, oder auch "nur" Graffitis auf Altkleider-Container zu sprayen. Auch wenn es nicht leicht ist, etwas in Bulgarien zu finden, so ist es nicht unmöglich. Ich bin bald wieder zurück und werde Beratungsgespräche dann auch vor Ort anbieten.

Gerade ist Ausgang angesagt

Fotos&Text TaxiBerlin

 

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