31.05.2020

FeindBild TaxiFahrer


Flughafen Tegel (TXL)
früher Reinickendorf / heute Reinickendorf

Bevor der Flughafen in Tegel gleich zumacht, hat man dort noch mal richtig Geld investiert, und zwar in obige Schilder. Von weitem dachte ich, das Wandern sei dort verboten. Der krumme Krückstock entpuppte sich bei näherer Betrachtung als Mittelstrahl-Urin, so der medizinische Fachbegriff. Warum nur dem Taxifahrer das Urinieren verboten sein soll, kann nur mit einer klaren Diskriminierung dieser besonderen Berufsgruppe erklärt werden. Stell dir vor, es gäbe dort Schilder, dass Bulgaren den Verzehr von Knoblauch oder Zigeunern das Klauen verbietet. Was gäbe es da für ein Geschrei, und zwar völlig zu Recht. Aber mit Taxifahrern kann man es offensichtlich machen. Egal ob Uriniren, der Verzehr von Knoblauch oder Diebstahl - Noch gilt: Gleiches Recht für alle! Oder habe ich etwas verpasst?

Foto&Text TaxiBerlin

30.05.2020

Showdown am Schalter


Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel

Als ich das Sexspielzeug zur Post bringen wollte, erwartete mich dort am Eingang obiges Schild. Da ich keinen Maulkorb Maske vertrage, trage ich nicht nur keine, sondern besitze auch keine. Kaum in der Post, wurde ich sogleich darauf angesprochen, besser: angeschnauzt, obwohl ich noch gar nicht dran war. Von ferne, ich stand noch nicht am Schalter, dort befand sich der Kunde vor mir, sagte ich kurz bescheid, dass ich eine Masken-Befreiung habe. Dann war ich auch schon dran, und der Mitarbeiter rief sogleich seinen Chef. Dazu muss man wissen, dass die vor einigen Monaten neu eröffnete Postfiliale komplett in der Hand von Menschen mit Migrationshintergrund ist, wogegen nichts zu sagen ist, schließlich habe ich selbst nicht nur einen davon, sondern diverse. In der Vergangenheit waren mir die Mitarbeiter wiederholt dadurch aufgefallen, dass sie ganz genau waren und alles mit dem Messschieber nachmaßen. Und das macht mich immer stutzig, wenn Menschen mit Migrationshintergrund, wie gesagt, ich habe selbst diverse davon, plötzlich genauer sein wollen wie der Deutsche. Dann stimmt meist etwas nicht. In dem Fall sollte das aber bei mir sein, denn ich hatte mir meine Bescheinigung, dass ich keine Maske vertrage, selbst ausgestellt. Das darf man, das sagt sogar die Kassenärztliche Vereinigung, ich hatte hier bereits darüber geschrieben. Das von der Kassenärztlichen Vereinigung könne sich jeder ausdrucken, meinte der Chef von der Filiale zu mir. Das ist richtig, bestätigte ich ihm und erlaubte mir hinzuzufügen, dass das für manch einen auch ganz hilfreich sei, um über Ausnahmen von der Maskenpflicht Bescheid zu wissen. Ich könne ohne Maske nichts bei ihm abgeben, und wenn ich nicht sogleich seine Filiale verlasse, würde er mir Haus- also Filialverbot erteilen. Auf welcher rechtlichen Grundlage, das konnte er mir natürlich nicht sagen, weil die gibt es nämlich gar nicht, und das hatte er gerade von mir, also aus meinem Ausdruck der Kassenärztlichen Vereinigung erfahren, den er sich die Zeit genommen hatte durchzulesen. In der Zeit hätte er locker mich und den Mann hinter mir abfertigen können. Dass sein Mitarbeiter hinter seinem Plastikschutz auch keine Maske trug, wurde damit begründet, dass ihm das nicht zuzumuten sein. Und genauso geht es mir, mir ist das Tragen einer Maske auch nicht zuzumuten, sagte ich ihm, und deswegen bat ich ihn erneut, endlich meinen Maxibrief anzunehmen, in dem sich wie gesagt das eine von den beiden Sexspielzeugen befand, was ich ihm aber nicht sagte. Wer weiß, was dann noch alles passiert wäre. So wiederholte der Filial-Chef "nur" sein Hausverbot gegen mich. Auf welcher rechtlichen Grundlage er mir ein solches erteilen wolle, das konnte er mir natürlich immer noch nicht sagen, das war klar. Nun war es an mir, das Feld zu räumen. Bevor ich ging, teilte ich allen Mitarbeitern und Kunden mit, dass ich diese Filiale nie wieder betreten werden. Gut, das war jetzt ein wenig übertrieben. Aber manchmal mag ich's eben dramatisch. Wie es aussieht, kann ich demnächst nicht nur wieder in die Filiale, sondern muss es auch. Denn die Post entschuldigt sich bei mir per Brief (unten), dass ich in ihrer Filiale "nicht korrekt beraten" wurde. Deswegen muss ich noch mal hin, aber nicht um korrekt "beraten" zu werden, sondern einfach nur korrekt behandelt zu werden, ganz genauso wie ich meine Fahrgäste bei mir im Taxi korrekt behandele.

Fotos&Text TaxiBerlin

TaxiBerlin als SexPerte



Auch wenn gerade wirklich viel auf den Straßen und Plätzen Berlins herumliegt, habe ich diese beiden SexSpielzeuge dort bereits vor einigen Monaten gefunden. Keine Ahnung, wer sie auf einen von diesen Stromverteilerkästen gestellt hatte. Beide Spielzeuge waren original verpackt, und jemand hatte für beide zusammen knapp fünfzig Euro bezahlt gehabt, oder auch nicht. Eine Zeitlang hatte ich die beiden Teile bei mir im Taxi in meinem BauchLaden dabei, aber irgendwie hat es sich nie ergeben, dass ich sie anbieten konnte, was auch daran lag, dass ich einfach nicht mehr die Nächte durchmache im Taxi, oder besser: durchgemacht habe. Naja, jedenfalls lagen die beiden Teile jetzt schon seit einiger Zeit bei mir rum, bis ich vor einigen Tagen auf die Idee kam, sie doch einfach im Internet anzubieten. Es dauerte auch nicht lange, da meldete sich der erste Spinner, der sich für das Teil unten interessierte, was man sich in den Allerwertesten steckt. Spinner deswegen, weil er offensichtlich an erster Stelle menschlichen Kontakt suchte, und zwar zu der weiblichen Person, deren Namen ich angab, um das Ding besser verkaufen zu können, die aber gar nicht existiert. Nachdem ich den ersten Patienten verarztet hatte mit der schlechten Nachricht, dass ich nur das Teil loswerden will und keinen Bedarf an Körperkontakt habe, tauchte sogleich der zweite Verwirrte auf, der das Teil für seine Ex kaufen wollte, weswegen ich vorschlug, dass sich die Ex am besten selbst bei mir meldet, wozu es aber nie kam. Dann war ein Moment Ruhe, und dann meldete sich auch schon der Käufer, bei dem das Teil unten heute angekommen ist. Ich habe es vorgestern zur Post gebracht, wo es am Schalter zum Showdown kam, über den ich gleich noch berichten werden. Erstmal wollte ich nur loswerden, dass nur noch die beiden Gewichte oben mit jeweils fünfzig Gramm im Angebot sind, falls jemand von euch nicht weiß, was er Pfingsten über machen soll. Die offizielle Bezeichnung sind "Gezahnte Nippel-Clips" mit abnehmbaren Gummischutzhüllen für Softies, so wie mich. Die Dinger sind wie gesagt original verpackt, der Neupreis war 19,95€, und ich gebe mich mit neun Euro zufrieden. Denn auch ich muss sehen, wo ich bleibe, denke aber auch an dich vorbei. Das Ding unten, da war der Neupreis 46,95€, ging für neunzehn Euro raus. Der Käufer hat sich wie gesagt gerade gemeldet, um mir mitzuteilen, dass er vollauf zufrieden damit und auch mir ist. Und darum geht es doch im Taxi und auch im Leben: Um die Kundenzufriedenheit!

PS: Einer Freundin, der ich davon erzählte, meinte nur: Berlin - Sodom und Gomorrha! Dabei war der Käufer aus Westdeutschland.

Fotos&Text TaxiBerlin

"Grassierende Erkläreritis"


Markgrafendamm am Ostkreuz
früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

"Erkläreritis" kennst du nicht? Ich auch nicht! Aber mach dir nichts draus, es steht nur bei Spiegel Kultur, ist also nicht wirklich wichtig. Das einstige Nachrichtenmagazin aus Hamburg schreibt aber nicht nur von einer einfachen "Erkläreritis", sondern von einer "grassierenden Erkläreritis". Beim Spiegel muss es immer etwas mehr sein, nicht nur in Zeiten von Corona. Hat sich Claas Relotius, "Journalist des Jahres 2014", immerhin noch Geschichten einfallen lassen, als er noch für den Spiegel schrieb, wird der Leser heute von Erklärungen und möglichen Hintergründen verschont, eine logische Weiterentwicklung eines Journalismus a la Relotius. Oliver Keaver, so der Name des Werbefachmanns bei Spiegel Kultur, der den Leser mit weiteren Erklärungen nicht belästigen möchte, denn die sind nur "grassierende Erkläreritis", und auch mit etwaigen Hintergründen nicht, schreibt, wie sollte es anders sein, über "Das Tagebuch eines Uber-Fahrers", und da stören Fakten nur. Der Autor, der arme Tropf, ist aber nur ein nützlicher Idiot des Neoliberalismus von vielen. Höchstwahrscheinlich klopft irgendwann demnächst, vielleicht morgen schon, ein anderes Uber an seine Tür, um seinen Job, seine "Arbeit" zu übernehmen. Mit etwas Glück reicht es dann noch zum Uber-Fahrer für den Autor.

Foto&Text TaxiBerlin

29.05.2020

Hier spricht TaxiBerlin mit Hans-Joachim Maaz




Heute hatte ich die Gelegenheit mit einem der bekanntesten Therapeuten unseres Landes, Dr. Hans-Joachim Maaz, der mir hier in Berlin auch schon mal als Fahrgast im Taxi saß, über sein neuestes Buch "Das gespaltene Land", das im März bei C.H. Beck erschienen ist, zu sprechen.

Hans-Joachim Maaz hat am vergangen Samstag, den 23. Mai, auf dem Marktplatz in Halle an der Saale eine mutige Ansprache gehalten, in der er vorschlug, das Wort "Verschwörungstheorie" zum Unwort des Jahres 2020 zu küren. Ich bin jetzt schon gespannt, ob dieser Vorschlag Berücksichtigung findet.

Wer mehr über die Gründe für die Spaltung in unserem Land erfahren möchte, warum "Ostdeutsche wie Scouts in der deutschen Krise" sind, und warum man "den sich formierenden Protest als Avantgarde notwendiger gesellschaftlicher Veränderung einordnen" könnte, dem sei das neue Buch "Das gespaltene Land" von Hans-Joachim Maaz empfohlen.

Wer darüber hinaus erfahren möchte, wie er sich selbst in das aktuelle Geschehen einbringen kann, und was er dabei berücksichtigen sollte, der hört sich einfach obiges Interview an.

PS: Hier spricht TaxiBerlin mit Hans-Joachim Maaz über sein Buch "Das falsche Leben".


Interview TaxiBerlin

28.05.2020

Hier spricht TaxiBerlin # 44 zum Nachhören




Konnte ich mich gerade noch Dank Vorproduktion auch mal selbst im Radio hören, kann man uns hier bereits nachhören. Wer nicht live hören will, muss bekanntlich nachhören. Thema ist die Krise im Taxi, und wie sie sich auswirkt auf uns Taxifahrer und Taxiunternehmer. Das Interview mit dem Therapeuten meines Vertrauens Dr. Hans-Joachim Maaz über sein neues Buch "Das gespaltene Land" und seinen Vorschlag, das Wort Verschwörungstheorie zum Unwort des Jahres 2020 zu erklären, werde ich vielleicht schon morgen hier auf meiner Seite veröffentlichen, bevor es in meiner nächsten Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin" am 25. Juni um 19 Uhr auch bei Pi-Radio zu hören sein wird. Zum Schluss noch der Hinweis auf meinen Bauchladen: Nach 25 Jahren "on the road" habe ich es endlich geschafft, von der Straße wegzukommen. Dass das auch so bleibt, das unterstützt du mit jedem Buch, jeder CD und auch jeder DVD, die du kaufst. Danke!

Audio HearThis
Text TaxiBerlin

Hier spricht TaxiBerlin aus dem Corona-Bunker



Freundlichst zur Verfügung gestellt von Robert Zimmermann

Das Sendestudio in der Lottumstraße im Prenzlauer Berg ist wegen Corona geschlossen, deswegen habe ich mich bereits vorgestern auch für dich in den Corona-Bunker begeben, um unter keimfreien Bedingungen die heutige Sendung vorzuproduzieren. Der Corona-Bunker war zwar innen keimfrei, seine dicken Wände verhinderten aber eine Kontaktaufnahme zur Aussenwelt, so dass wir das geplante Gespräch mit dem Therapeuten meines Vertrauens Dr. Hans-Joachim Maaz über sein neuestes Buch "Das gespaltene Land" und über seinen Vorschlag, das Wort Verschwörungstheorie zum Unwort des Jahres 2020 zu küren, nachreichen müssen. Ich werde heute also "nur" über die aktuelle Krise TaxiGewebe sprechen, wozu mich Kollegen und Unternehmer nur wenigen Stunden zuvor mit den aktuellsten Informationen versorgt haben, wofür ich mich bei ihnen ganz herzlich bedanken möchte. Mein Dank gilt auch dem Radio-Kollegen Robert Zimmermann aus dem fernen Amerika, der so freundlich war, mir vorab drei Titel von seiner im Juni erscheinenden neuen Scheibe exklusiv für meine Sendung aus dem Corona-Bunker zur Verfügung zu stellen. Die 44. Ausgabe von "Hier spricht TaxiBerlin" beginnt in ziemlich genau einer Stunde, ganz genau um 19 Uhr auf Pi-Radio, und ist in Berlin unter 88.4, in Potsdam unter 90.7 und weltweit im Internet unter www.piradio.de als Live-Stream zu empfangen. Verpasse es nicht, denn wer nicht hören will, muss nachören!

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Text TaxiBerlin

27.05.2020

TaxiBerlin als DonkeyMan


Ein jeder hat sein Steckenpferd, seine Macke, sein Faible oder ist ganz und gar Fan von irgendwas oder irgendwem, und so auch ich. Obwohl ursprünglich als CowBoy geboren, bin ich seit vielen Jahren ein DonkeyMan, auf deutsch ein EselNarr. Das hat viele Gründe, von denen ich einige in diesem Beitrag aufzählen möchte. Der Esel ist ein völlig verkanntes Tier, denn der Esel ist alles andere als dumm. In Orwells "Farm der Tiere" ist der Esel Benjamin, abgesehen von den Schweinen, die an der Macht sind und wo die Obersau Napoleon heißt, das klügste Tier, das sogar lesen kann. Das ist kein Zufall, denn Orwell war ein Pedant, der mit Sicherheit zuvor gut über den Esel recherchiert hat. Neulich hatte ich das große Vergnügen mich mit einem richtigen Gaucho aus Argentinien, ganz genau war er ein professioneller Pferde-Polo-Lehrer, über den Esel zu unterhalten, und er bestätigte mir das, was ich bereits wusste: Der Esel ist klüger als das Pferd, das alles macht, wie ein Hund, was der Mensch will. Der Esel hat Charakter, und ich hatte selbst schon mal einen, also eine Eselin, und kann das bestätigen. Wenn ich mit ihr unterwegs war, wurde ich immer wieder gefragt, ob mein Esel hören würde. Meine Antwort: Aber dann wär's doch kein Esel, wenn er hören würde! Auch meine Eselin hatte, wie alle Esel, ihren eigenen Kopf, aber nicht, um mich zu ärgern, obwohl ich mir da manchmal gar nicht so sicher war, sondern vor allem, um sich selbst sicher zu fühlen. Denn wird ein Esel bedroht, dann bleibt er einfach stehen. Der Esel ist kein Fluchttier, was viele nicht verstehen. Es ist einfach so, denn auch für den Esel gilt: Angst ist ein schlechter Ratgeber. Reale Angst muss der Esel seit einiger Zeit vor dem Chinesen haben, wobei auch wiederum nicht vor allen Chinesen, das wäre "des Guten zuviel", einfach weil es zu viele von ihnen gibt. Unter ihnen sind aber einige, die dem Esel nichts Gutes wollen, die den Esel im großen Stil abschlachten, das reinste Gemetzel, insbesondere in Afrika, um an einen bestimmten Stoff heranzukommen, den der Esel unter seiner Haut haben und der die menschliche Potenz steigern soll. Ist dieser Stoff entnommen, bleibt der Rest vom Esel meist einfach liegen. Kein schöner Anblick, wie du dir denken kannst. Als ich neulich noch einem Fahrgast davon erzählte, meinte der spontan und ohne groß darüber nachzudenken, dass gerade die Chinesen das mit der Potenz doch gar nicht nötig hätten. Dem Esel selbst wird eine große Potenz nachgesagt, was der eigentliche Grund für die chinesischen KillerKommandos sein dürfte. In Bulgarien, wo ich mich besonders gut auskenne, gab es in den Achtzigern 340.000 Esel, heute sind es keine 10.000 mehr. Die meisten von ihnen sind alt und/oder kastriert, so dass von ihnen keine Nachkommen zu erwarten sind. Nicht nur die Bienen sind vom Aussterben bedroht, sondern auch der Esel. Viele haben noch nie einen Esel gesehen, insbesondere Menschen, die in einer Stadt wohnen. Dabei kann eine Wanderung oder auch nur ein Spaziergang mit einem Esel wahre Wunder bewirken. Wer das mal machen will, was ich nur jedem empfehlen kann, muss nur zu Claudias EselFarm nach Dernburg in der Nähe von Halberstadt eine halbe Stunde hinter Magdeburg fahren. Ich war im Januar dort und habe bei der Gelegenheit Claudia kennengelernt, die auch ein EselNarr ist, in dem Fall wohl eine EselNärrin. Claudia kümmert sich auch um alte und kranke Esel, die keiner mehr haben will, und in der derzeitigen Krise kannst auch du dich etwas um Claudia kümmern und bei der Gelegenheit auch etwas für dein Gemüt tun, indem du dir einen von Claudias Eseln ausleihst und mit ihm eine kleine oder besser noch eine große Runde drehst. Ein solcher Spaziergang kann wie gesagt wahre Wunder bewirken und manchmal sogar dem Leben eine komplett neue Richtung geben, was auch insbesondere in Zeiten der Krise wichtig und mit Geld praktisch gar nicht zu bezahlen ist.

PS: In Orwells "Farm der Tiere" schuftet sich das Pferd Boxer zu Tode, was dem Esel Benjamin nicht passieren könnte.

Foto&Text TaxiBerlin

26.05.2020

Der Rechte Reflex


Heute: Ein Forschungsauftrag

Bevor ich zum Rechten Reflex komme, rasch etwas zur Geschichte, also zum Pawlowschen Reflex und zur Klassischen Konditionierung. Iwan Petrowitsch Pawlow, ein russischer Mediziner und Physiologe, der 1904 für seine Arbeiten den Nobelpreis erhielt, fand folgendes heraus: Gibt man einem Hund Futter und lässt zeitgleich eine Glock erklingen, dann beginnt dem Hund schon nach einigen solcher Futtergaben bereits beim bekannten Glockenton der Speichel zu fließen. Man nennt diesen Vorgang die Klassische Konditionierung. Übertragen auf heute sieht es so aus: Du brauchst den Leuten nur erzählen, dass irgendetwas, völlig egal was, Rechts sei, und schon sind sie dagegen. Manch einem soll auch dabei bereits der Speichel fließen, aber das ist die absolute Ausnahme. Das ist die Klassische Konditionierung heute, sozusagen als Rechter Reflex. Der Rechte Reflex hat den Vorteil, dass man sich mit dem, worum es eigentlich geht, gar nicht mehr beschäftigen muss, weil das ja Rechts ist, das man nur entsorgen kann, und das möglichst schnell, bevor man sich beschmutzt oder gar, das ist heute ganz wichtig: sich infiziert. Beim Hund ist es nun so, dass der irgendwann mitbekommt, dass die Glocke nicht automatisch die Futtergabe bedeutet, wenn man das Futter einfach weglässt. Wie lange dieser Prozess der Entwöhnung, also der Rückbildung des Pawlowschen Reflexes beim Hund dauert, und ob er sich überhaupt zu hundert Prozent wieder zurückbilden lässt, ist bisher nicht bekannt. Genau dieses Wissen wäre heute aber wichtig, um sich zumindest ungefähr ausrechnen zu können, was da auf uns zukommt und ob überhaupt eine Hoffnung auf Besserung besteht. Deswegen empfehle ich hiermit, diesen fehlenden Part des Pawlowschen Reflexes doch einmal zu erforschen. Ob dann gleich wieder der Nobelpreis drin ist, das weiß natürlich auch ich nicht, weswegen ich vorschlage, es einfach der Sache wegen zu machen.

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Irgendwas mit Tieren


Im Berliner Tiergarten
früher Tiergarten / heute Neue Mitte

Meine letzte Information war, dass die Berliner Reiterstaffel aus Kostengründen aufgelöst wurde. Mein Spaziergang am Samstag, in dem Fall mit dem Fahrrad, belehrte mich eines besseren. Auch deswegen kann ich Spazieren gehen nur auf's wärmste empfehlen. Das Bild entstand übrigens in der Nähe des Schloss Bellevue, dem Sitz unseres Bundespräsidenten, und hat mit den Veranstaltungen gegen die Corona-Einschränkungen nichts zu tun. So wie es aussieht, hat es mit den Einschränkungen auch bald ein Ende. Thüringen geht mit gutem Beispiel voran und Sachsen wird wohl folgen. Natürlich wird auch weiterhin vor der zweiten Welle gewarnt werden, vermutlich noch intensiver als bisher, davon ist auszugehen. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird man auch Infizierte finden, wobei egal ist, wie lange sie schon infiziert sind und ob sie überhaupt Symptome zeigen. Das ist völlig egal: Infiziert ist infiziert! Wahrscheinlich spielt es bald auch keine Rolle mehr, womit derjenige infiziert ist. Und wenn auch das nicht mehr hilft, kann man die Fridays for Future Kids wieder ausgraben, die dann ihrerseits wieder für einen Klima-Notstand sorgen. Ich persönlich fände diese Abwechslung besser. Vielleicht lässt sich noch etwas drittes finden, aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Also neben Corona-Panik und Klima-Hysterie! Gibt es da nicht irgendwas mit Pferden, womit man Angst machen kann?

Foto&Text TaxiBerlin

25.05.2020

Zur Guten Nacht


Bulgarische Nietzsche Ausgabe auf Deutsch

Einer meiner Brieffreunde, mit denen ich gerade in regem Austausch stehe, ist aus Bulgarien. Ausgerechnet dieser bulgarische Brieffreund machte mich heute auf zwei Nietzsche Zitate aus seiner Bulgarischen Ausgabe auf Deutsch aufmerksam, die ich bisher nicht kannte, und die ich unbedingt loswerden will, bevor ich gleich ins Bett muss. Das erste soll aus der "Fröhlichen Wissenschaft" sein und so gehen:

"Ich fürchte, die Tiere betrachten den Menschen als ein Wesen ihresgleichen, das auf gefährlich Weise den gesunden Tierverstand verloren hat - als das wahnwitzige Tier, als das lachende Tier, als das weinende Tier, als das unglückselige Tier."

Das zweite, sozusagen die Fortsetzung des ersten Zitats, soll laut dem Freund in Bulgarien "Von der Menschenklugheit" sein und so lauten:

"Und wer unter den Menschen nicht verschmachten will, muss lernen, aus allen Gläsern zu trinken; und wer unter den Menschen rein bleiben will, der muss verstehen, sich auch mit schmutzigem Wasser zu waschen."

Solche Sachen sagt man sich in Bulgarien zur Guten Nacht - Halleluja!

Foto&Text TaxiBerlin

Samstagsshoppingtip


Seidelstraße 41 in Tegel
früher Reinickendorf / heute Reinickendorf

Wer sich Samstag neuerdings nicht mehr nach Mitte zum Shoppen traut, für den habe ich etwas. Dass die Justizvollzugsanstalt (JVA) Tegel (Ja, genau die von Franz Biberkopf aus "Berlin Alexanderplatz" - die erste Verfilmung des Romans von Alfred Döblin von Anfang der dreißiger Jahre mit Heinrich George, dem Vater von Götz George, in der Hauptrolle ist aktuell in meinem Bauchladen im Angebot!) einen eigenen Shop hat, das wusste ich bis gestern auch nicht. Wenn man nur Nachts Taxi fährt, kann das schon mal ein einem vorbei gehen. Zum Glück ist seit einiger Schluss mit dem Nachts Taxifahren. An dem Sonderverkauf der Anstaltsbetriebe der JVA Tegel werde ich aber trotzdem nicht teilnehmen können. Klar, Zeit habe ich genug, daran liegt es nicht. Nur zum Einkaufen, da fehlen mir aktuell die Mittel. Trotzdem möchte ich auch auf diesen Sonderverkauf hinweisen und nicht immer nur auf meinen eigenen Bauchladen - Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Wer sich am Samstag auf den Weg nach Tegel zum JVA Shop machen sollte, muss mir unbedingt Bescheid geben, worum es sich bei den "Produkten der Anstaltsbetriebe" genau handelt, die es dort zu kaufen gibt. Es interessiert mich persönlich!

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Rechts-freie Räume oder Rechtsfreie Räume ?


Volksbühne auf dem Rosa-Luxemburg-Platz
früher Mitte / heute Neue Mitte

Auch als Taxifahrer, der aktuell bei "Kurzarbeit Null" ist, bin ich auf den Straßen und Plätzen Berlins unterwegs, meistens mit dem Fahrrad. Das kann ich auch nur jedem empfehlen, der so wie ich erfahren möchte, was in seiner Stadt los ist, wie sie sich verändert und in welche Richtung. Eine bemerkenswerte Neuerung gab es letzten und vermutlich auch schon vorletzten Samstag auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte. Dort, wo zuvor zur gleichen Zeit die Corona-kritische Hygiene-Demo stattfand, gibt es nun eine Veranstaltung der Antifa, wohl besser "Antifa", die die Hygien-Demo, die jetzt an einem anderen Ort stattfindet, als "Gegen-Demo" bezeichnet. Ein bisschen Orwellsches Neusprech darf auch hier nicht fehlen. Dass die Gegen-Demo der "Antifa" ohne das Eingreifen (nicht ohne die Anwesenheit!) der Polizei stattfindet, liegt daran, dass sie kaum Zulauf hat, so dass ein Verstoss gegen den Mindestabstand rein praktisch so gut wie ausgeschlossen ist. Die wenigen Teilnehmer (vielleicht fünfzig) hatten umso größere Spruchbänder dabei, die sie zum Teil mit Gaffa-Band an dem Gebäude der Volksbühne befestigt hatten. Auf einem von ihnen fordert die "Antifa" die Schaffung "Rechts-freier Räume". Mit "Rechts-freien Räumen" meint die "Antifa": "Kein Raum der AfD!" - Rechts, der ein oder andere erinnert sich noch, war bis vor kurzem eine politische Position, die man nicht gut finden musste, die aber erlaubt war. Rechts meinte im Normalfall konservativ, nicht aber automatisch Rechts-aussen, Rechts-extrem oder Rechts-populistisch. Was die AfD angeht, so vertraten die CSU und auch die CDU viele Positionen, die heute die AfD vertritt, beispielsweise auch Angela Merkel. Wenn die "Antifa" nun "Rechts-freie Räume schaffen!" und dabei "Kein Raum der AfD!" zulassen will, darf die Frage erlaubt sein, wo sie war, als CSU und CDU dieselben Positionen vertraten. Ausserdem muss die Frage erlaubt sein, wo jetzt der Unterschied ist zu anderen "Befreiten Zonen" und wohin mit den Menschen, die sich heute in dieser Zone befinden, die das anders sehen. Was genau soll mit Menschen passieren, die beispielsweise Mitglied der AfD sind oder diese gewählt haben, im Schnitt jeder fünfte Wahlberechtigte. Möglicherweise ist es aber auch hier so, dass der Text auf dem Spruchband klüger ist als sein Autor. Vielleicht sollen gar keine "Rechts-freien Räume" sondern "Rechtsfreie Räume" geschaffen werden, so wie der Staat sie bereits seit Jahren schafft. Ein gutes Beispiel dafür ist immer noch Uber, Der Große Paupersierer aus Amerika. Uber ist offiziell erlaubt unter dem Deckmantel des Mietwagenservice in Wild-West-Manier auf unseren Straßen und Plätzen unterwegs zu sein. Geht es nach geltenden Recht, Stichwort: Rückkehrpflicht von Mietwagen nach jedem Auftrag zum Betriebssitz, ist Uber bis zum heutigen Tag ganz klar illegal. Dass geltendes Recht nicht durchgesetzt wird bzw. werden kann, liegt daran, dass die zuständige Berliner Behörde in den letzten Jahren personell so ausgedünnt und finanziell so trockengelegt wurde, dass man ohne zu übertreiben von rechtsfreien Räumen reden kann, die wie gesagt hier von staatlicher Seite schon seit Jahren praktisch geschaffen wurden, und die jetzt vermutlich auch von der "Antifa" gefordert werden.

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24.05.2020

Vorschlag für das Unwort des Jahres 2020: Verschörungstheorie




Hans-Joachim Maaz, Psychotherapeut und Bestsellerautor aus Halle an der Saale, saß mir nicht nur als Fahrgast in meinem Taxi hier in Berlin, sondern ist darüber hinaus auch der Therapeut meines Vertrauens. Hier spricht Dr. Maaz auf dem Hallenser Marktplatz am gestrigen Samstag. Staatlicherseits scheint man in Halle weniger aggressiv vorzugehen als anderswo, so ist beispielsweise kein aggressives Gebell von Polizei-Hunden wie gestern zum wiederholten Mal in Berlin zu hören. Eine Geräuschkulisse, die man sonst nur vom anderen Ende der Welt kennt und von der innerdeutschen Grenze kannte. Dr. Maaz fasst seinen Protest in seinen eigenen Worten so zusammen: "Wenn heutige Kritik automatisch Verschwörungstheorie ist, dann bin ich stolz, ein Verschwörungstheoretiker zu sein!", und schlägt für das Unwort des Jahres 2020 Verschwörungstheorie vor.

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"Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen." - Voltaire




In letzter Zeit wurde ich öfters nach meiner Haltung gefragt, genau genommen war es immer dieselbe Person, die mich danach gefragt hat. Meine Antwort war immer dieselbe, und zwar folgender Satz von Voltaire: "Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie sagen dürfen." Warum dieser einfache Satz mehrfach nicht als Haltung durchging, kann ich nicht sagen. Möglicherweise lag es daran, dass die Haltung des Fragenden eine andere war und mit hoher Wahrscheinlichkeit immer noch ist. Angesichts dieser aktuellen Bilder von der gestrigen Festnahme eines Mannes, den ich nicht kenne und dessen Meinung ich auch nicht unbedingt teile, der diese aber, meiner Meinung nach, trotzdem sagen können darf, erlaube ich mir eine Gegenfrage an die bereits erwähnte Person, die mich so oft nach meiner Haltung gefragt hat: Was soll passieren mit all den Menschen, die eine andere Meinung haben? Sollen sie alle festgenommen werden? Und wenn ja: Wohin sollen sie dann gebracht werden? Wie ist jetzt deine Haltung dazu?

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"CORONA 2020 - ICH WAR DABEI"


Abwehr stärken und Synergien nutzen!

Keine Ahnung, warum nicht ich auf diese geniale Merchandising-Idee mit den "Corona 2020 - Ich war dabei" T-Shirts gekommen bin. Dabei bin auch ich ein Fan von Corona, daran liegt es nicht. Zugegeben, am Anfang haben Corona und ich etwas gefremdelt. Aber das ist ganz normal, wenn man sich nicht kennt, dann hat man erstmal Angst und geht sich aus dem Weg oder versucht es zumindest. Aber dann, als klar war, dass Corona nur ein weiterer von unzähligen Mitbewohnern ist, mit denen wir uns den Blauen Planeten teilen müssen, und der sogar noch älter ist als wir Menschen, spätestens seitdem sollte es um ein friedliches Miteinander gehen. Mit meinen Darmbaktieren mache ich es schließlich auch nicht anders. Denn die brauche ich, zumindest einige von ihnen. Und mit Corona ist es, wie es aussieht, schon genauso gekommen. Corona braucht nicht nur uns, sondern wir brauchen auch Corona, wenn auch bisher nur fürs Merchandising.

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"People Are Crazy And Times Are Strange"




"People Are Crazy And Times Are Strange" ist aus obigem Song "Things Have Changed" von Bob Dylan, der heute Geburtstag hat, und weswegen ich heute nur noch Bob Dylan hören werde, nachdem ich bis eben Mozart gehört habe. Vorher geht es aber erstmal zum Flohmarkt auf dem Boxhagener Platz im Friedrichshainer Kiez, der heute endlich wieder stattfinden soll, wie mir einer von den Typen neulich erzählte, als ich ihn auf der Straße traf, die in der Simon-Dach-Straße Bücher verkaufen. Später an Tag geht es dann noch nach Spandau, um meine Sieben Bände Mozart gegen eine Mischbatterie mit Boiler für mein Gulag-Ressort einzutauschen. Ein schönes Tages-Programm für diesen sonnigen Tag, am dem es ab sofort nur noch die Musik vom Meister zu hören geben wird. - Happy Birthday Bob!

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Text TaxiBerlin

Tausche Mozart gegen Mischbatterie


Mozart gegen Mischbatterie mit Boiler

Gut zwei Monate bin ich nun schon bei "Kurzarbeit Null", so der Fachbegriff für Menschen wie mich, die was ihren Beruf angeht komplett aus dem Verkehr gezogen worden und nur staatliche Almosen erhalten, weswegen viele Kollegen bereits dabei sind, unzählige Formulare auszufüllen und diverse Nachweise zu besorgen, um diese Almosen mit weiteren Almosen aufzustocken. Das konnte ich mir bisher dadurch ersparen, dass ich meinen kleinen Bauchladen, den ich bisher immer in meinem Taxi dabei hatte, einfach online gestellt habe. Du findest ihn im Internet bei Booklooker unter "TaxiBerlins BauchLaden" gefüllt mit Büchern, Filmen und Musik, von denen ich bisher wie gesagt immer eine Auswahl in meinem Bauchladen, einem kleinen roten Kinderkoffer, bei mir im Taxi dabei hatte. Ein Kollege fragte mich neulich, ob ich den BauchLaden als Geschäftsmodell und anstelle von dem ganzen zusätzlichen Almosen-Beantragungs-Terror empfehlen kann. Das kann ich leider nicht. So ein BauchLaden macht viel Arbeit, es gilt allerdings hier die Bauernregel, dass "Kleinvieh" nicht nur Arbeit sondern auch "Mist" macht. Ich betreibe meinen BauchLaden an erster Stelle aus Spass an der Freude. Ich freue mich einfach, wenn Menschen in meinem BauchLaden Bücher finden, die sie gerne lesen möchten, nach denen sie vielleicht schon einige Zeit gesucht haben, und die sie auch bezahlen können. Dieses "Kleinvieh", das wie gesagt auch "Mist" macht (also Kohle einbringt), bewahrt mich vor dem ganzen depressiv machenden Blödsinn, der das Ausfüllen von Formularen und das Besorgen von Nachweisen darstellt. Jetzt sieht es allerdings so aus, als würde das Geschäft an seine monetären Grenzen stoßen. Der Grund dafür ist, dass nicht nur ich keine Arbeit mehr habe und auf Almosen angewiesen bin, sondern auch noch viele andere Menschen. Letztendlich ist aber auch das kein Weltuntergang. In einem solchen Fall geht man einfach zum guten alten Tauschhandel über. Der Tauschhandel ist nämlich nicht neu, sondern den Tauschhandel gab es schon immer, so lange es Menschen gibt. Aktuell bin ich gerade dabei, obige Sieben Bändige Ausgabe von Mozarts Briefen und Aufzeichnungen gegen eine Mischbatterie und einen Boiler für ein Bad zu tauschen. Der Tausch soll heute Nachmittag in Spandau stattfinden. Die Mischbatterie und den Boiler brauche ich für Meinen Kleinen Gulag, den ich neulich in Gulag-Ressort umbenannt habe, und wo ich endlich ein Bad haben möchte, damit ich und auch meine Gäste nicht länger mit einem Spaten in den Wald gehen müssen zum Sch..... . Onkel Donald aus Amerika hat sich auch schon mit einem Scheck an dem Ausbau beteiligt. Und wenn du irgendwann keinen Bock mehr auf Almosen beantragen haben solltest und lieber etwas vernünftiges machen möchtest, dann kannst du dich gerne für mein Gulag-Ressort bewerben. Mein Angebot sieht kurz zusammengefasst so aus: sechs Stunden Arbeit an frischer Luft und bei einem fantastischen "one million dollar view" Ausblick bei freier Kost und Logie, allerdings ohne Internet. Deswegen ruf mich bei Fragen zu meinem Gulag-Ressort auch bitte nicht an, sondern schreib mir eine e-mail an: taxi.berlin(ät)gmx.de. Was nun den Tauschhandel angeht, da fällt mir gerade noch ein, über den habe ich auch ein Buch in meinem BauchLaden, den du wie gesagt im Internet bei Booklooker unter TaxiBerlins BauchLaden findest. Schau vorbei, es lohnt sich!

Foto&Text TaxiBerlin

23.05.2020

Post vom Pesidente


auf Spanisch

Seit Corona schreibe ich noch mehr e-mails und auch wieder richtige Briefe. Einer meiner neuen Brieffreunde ist Onkel Donald aus Amerika, ich hatte hier schon mal darüber geschrieben. Heute hatte ich nun eine Antwort vom Onkel Donald im Kasten, die war auf Spanisch, was wohl daran liegt, dass der Don kein Deutsch kann. Jedenfalls hatte ich ihm Deutsch geschrieben und angefragt, warum man ihn, also den Onkel Donald, niemals mit Schutzmaske sehen würde? Obwohl, neulich, da hat er eine getragen, da war mein Brief mit meiner Frage aber schon an ihn unterwegs. Heute nun die Antwort aus Amerika, das ging fix, allerdings auf Spanisch, wie gesagt. Da ich kein Spanisch spreche, kann ich nur erahnen, was Onkel Don mir schreibt. Wenn ich es richtig verstehe, antwortet er auf meinen Brief mit einer Gegenfrage, oder eher Bitte: Wenn ich ein Bild hätte, auf dem Angela Merkel eine Maske trägt, dann würde er das gerne habe. Ich habe auch schon nachgeschaut, konnte aber partout kein Foto von Angela Merkel mit Schutzmaske finden. Also, wenn du eins hast, ein Bild oder was auch immer, auf dem unsere Bundeskanzlerin eine Schutzmaske trägt, dann lass es mir zukommen, damit ich es Onkel Donald nach Amerika schicken kann. Der wollte sich wieder erkenntlich zeigen, so wie letztens, du weißt schon!

Foto&Text TaxiBerlin

Weil das Grundgesetz heute Geburtstag hat


Pantoffeln tragen und abwarten

Heute hat unser Grundgesetz Geburtstag, um genau zu sein, wird es heute 71 Jahre alt. Als es am 23. Mai 1949 verschiedet wurde, war es eigentlich als Provisorium gedacht, was es bis heute ist. Das erfährt der interessierte Leser des Grundgesetzes aus Artikel 146, der über "Die Geltungsdauer des Grundgesetzes", und dort liest sich das so: "Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist." - Das erklärt, warum die vielen, die dann aufstehen wollten, wenn das Grundgesetz in Gefahr ist, bis heute lieber in der Deckung oder gar im Tiefschlaf bleiben. Sie warten auf eine Verfassung.

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Über Wahrheit und Kunst und ihre Förderung




Neulich sendete mir eine befreundete Dokumentarfilmerin obiges Video mit der Frage zu, ob mir die darin enthaltenen, sich widersprechenden Aussagen von Angela Merkel bekannt wären. Da ich diese Frage kurz und knapp mit Ja beantworten konnte, blieb Zeit für eine Gegenfrage meinerseits, und zwar ob sie beabsichtige, die sich widersprechenden Aussagen der Bundeskanzlerin in ihren Film über die Entwicklung in unserem Land in den letzten Jahren einzubauen, an dem sie, wie ich weiß, seit einiger Zeit arbeitet. Daraufhin schrieb sie mir ehrlicherweise, wie das heutzutage nicht mehr unbedingt selbstverständlich ist, dass sie das nicht kann, weil es dann mit der Förderung von Öffentlich/Rechtlich, die jetzt bereits ungewiss ist, garantiert nichts werden würde, und ohne Förderung könne sie den Film nicht machen, von irgendetwas müsse sie schließlich auch leben. Das ist richtig, und auch: "Wessen Brot ich ess', dessen Lied ich sing'." Das schrieb ich der befreundeten Filmemacherin aber nicht, sondern ich antwortet ihr "nur" mutmachend mit dem bekannten Ingeborg Bachmann Zitat: "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar." Da es sich beim Dokumentarfilm, wenn er gut gemacht ist, auch um eine Kunst handelt, schickte ich ihr auch noch diesen Satz von Friedrich Nietzsche: "Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen." Gestern fand ich nun noch ein Zitat von Arthur Schopenhauer, dem Lehrer von Friedrich Nietzsche, das ich unbedingt noch hinzufügen möchte, deswegen überhaupt dieser Beitrag: "Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welcher ihrer nicht begehren: vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, dass selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiss sein kann."

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22.05.2020

Von Schweden und Serbien lernen, heißt ...


Mainzer Straße
früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Früher hieß es, dass von der Sowjetunion lernen, siegen lernen heißt. Das scheint auf den ersten Blick nicht geklappt zu haben, denn die Sowjetunion gibt es nicht mehr. Aber was heißt das schon? Schließlich gibt es die DDR auch nicht mehr. Und haben wir nicht trotzdem viel vom Genossen Gorbatschow lernen können, beispielsweise Glasnost, also die "Gläsernheit", und die Perestroika, die Umgestaltung? Ich denke schon! Und nun ist es wieder so, dass wir von anderen Ländern lernen können. Ganz aktuell von Serbien, das heute seine Grenzen für alle Ausländer öffnet, ohne dass diese einen Corona-Test vorweisen oder sich in Quarantäne begeben müssen. Als halber Bulgare sind die Serben auch meine Nachbarn, und wie das manchmal so ist mit den Nachbarn: Mann kennt sie erstmal nicht, und in der Krise zeigen sie plötzlich, was in ihnen steckt. Mit Freunden ist es ganz ähnlich: Die wahren Freunde erkennt man immer erst, wenn die Sonne mal nicht scheint. Das Problem haben die Schweden, also im Winter, da ist es bei ihnen nicht ganz so hell wie bei uns, was aber nicht heißt, dass die Schweden nicht auch hell sein können. In Corona-Zeiten gehören die Schweden ganz offensichtlich zu den hellsten in Europa, wenn nicht gar weltweit. Ihr so genannter Sonderweg, für den bisher der Deutsche bekannt war und es immer noch ist, den Irrsinn eines landesweiten Lockdowns nicht mitzumachen, sondern auf Aufklärung anstelle von Angstmachen und Eigenverantwortung der Bürger zu setzen, zeitigt bereits erste Erfolge. Aktuell hat etwa jeder fünfte in Stockholm Antikörper gegen das Corona-Virus. Der ein oder andere erinnert sich, dass das ganz am Anfang, also nach der Verharmlosung des Virus, auch die Strategie unserer Bundesregierung war. Eine Durchseuchung (so der Fachbegriff) der Bevölkerung mit dem Virus, weil dieses bei ca. 70% Durchseuchung aufhört, auf andere Menschen überzugehen. Diese Zahl stimmt auch heute noch. Was angeblich nicht mehr stimmt oder zumindest umstritten sein soll, ist, dass Antikörper plötzlich nicht mehr schützen sollen, selbst vor demselben Virus nicht. Warum dann eine Impfung helfen soll, die genau solche Antikörper produziert, das ist im Moment das große Geheimnis. Mit Sicherheit finden sich dafür bald die passend gemachten Antworten. Ist die Erde vielleicht doch eine Scheibe? Oder gibt es Schweden und Serbien eventuell gar nicht? - Wer nichts weiß, muss alles glauben!

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"Profiteure der Angst"



Die Kommunisten hatten uns gewarnt: Der Kapitalismus braucht dumme Konsumenten! Dass es noch viel schlimmen kommen könnte, das haben sie nicht ahnen können. (Man kann die Kommunisten da durchaus in Schutz nehmen.) Insbesondere nicht, dass es so kommen könnte, dass schon der, der heute, so wie sie es ihrerzeit getan haben, nur fragt: Cui bono? - Wem zum Nutzen?, bereits zum Verschwörungstheoretiker oder auch Corona-Leugner und damit zum Staatsfeind erklärt wird. Das hätten sich selbst die bösen bösen Kommunisten nicht träumen lassen. Ich bin voller Hoffnung, dass die ganze Geschichte bald zu Ende geht, und dass es demnächst einen ganz ähnlichen Film geben wird wie obigen, möglicherweise auch wieder von ARTE, der darüber aufklärt, wer von der Angst, die seit Wochen verbreitet wird, profitiert oder es auch nur versucht hat.

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"Im Guten Glauben" am Ufer der Spree


Am ehemaligen Osthafen an der Stralauer Allee
früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

"Im Guten Glauben" ist im Original von Andreas Paul Weber und aus den fünfziger Jahren. Aktuell wird es gerade von Felix Gephart an eine Wand in der Stralauer Allee gesprüht. Diese Wand befindet sich genau genommen direkt am Ufer der Spree und ganz in der Nähe der Elsenbrücke im Friedrichshain. Felix Gephart ist ein deutscher Straßenkünstler aus Bochum, der seinen Master of Art in New York gemacht hat, und der auch schon das Buch "Wicked New York" mit seinen Bildern herausgebracht hat, in dem er die Geschichte der "Gangs of New York" richtig erzählt. So sagte er es mir gestern Abend, als ich ihn in meiner Funktion als Straßendoktor auf einem meiner obligatorischen Kiez-Spaziergänge auf dem Gelände des ehemaligen Osthafens traf. Zuerst sprachen wir natürlich über den Mann mit der Spritze auf seinem aktuellen Bild oben, der gar kein Mann ist, sondern ein auf seinen Hinterbeinen stehender Esel im weißen Kittel, der eine große Spritze in seinen Vorderhufen hält. Dabei steht er auf Büchern und scheint durch seine Brille am Betrachter vorbei in die Ferne zu blicken, während um ihn herum menschliche Skelette einen Totentanz aufführen. Was nun den Esel im Besonderen angeht, so erlaube ich mir als ehemaliger Cowboy und jetziger Donkeyman hinzuzufügen, dass der Esel gar nicht so dumm ist, wie die meisten Menschen denken - ganz im Gegenteil. Das Bild "Im Guten Glauben", im Original wie gesagt Andreas Paul Weber, das gerade von Felix Gephart an eine Wand auf dem Gelände des ehemaligen Osthafens gesprüht wird, ist noch nicht ganz fertig. Die menschlichen Skelette, die um den Esel mit der Spritze ihren Totentanz aufführen, müssen noch "herausgesprüht" werden. Du kannst also, und solltest es auch, dem Straßenkünstler bei seiner Arbeit über die Schulter schauen und dich bei der Gelegenheit auch mit ihm unterhalten, wie ich es gestern Abend getan habe, denn Felix Gephart hat einiges gesehen von der Welt. Beispielsweise New York, wo er mehrere Jahre gelebt hat und auch viel Taxi gefahren ist, weswegen er sich auch mit Taxifahrern auskennt. Lass dir bei der Gelegenheit unbedingt die Geschichte mit dem New Yorker Taxifahrer erzählen, der alles weiß (wie ich das mit dem Esel), wie das bei Taxifahrern oft der Fall ist, damit du weißt, wie du ihn beim nächsten Mal wählen kannst.

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21.05.2020

Die Maske - Eine Geste der Unterwerfung?


und auch keine Schutzmasken

Gestern habe ich gehört, dass man die Maskenpflicht auch als Geste der Unterwerfung auffassen kann, und seither geht mit dieser Satz nicht aus dem Kopf. Dass er mir nicht aus dem Kopf geht, führt nun dazu, dass ich mich aktuell frage, warum er mir nicht aus dem Kopf geht. Liegt es daran, dass der Satz eine Wahrheit oder zumindest eine Teilwahrheit enthält? Oder liegt es daran, dass ich mich frage, ob man einen solchen Satz überhaupt noch denken, geschweige denn aussprechen darf? Denn der Satz an sich könnte durchaus bereits eine Verschwörungstheorie darstellen, mit all seinen Konsequenzen. Oder eben auch nur eine "Verschwörungstheorie". Aber wer weiß das schon so genau? Wäre es da nicht besser, es gäbe ein eigenes Ministerium für Verschwörungstheorien. Irgendwo gab es doch auch schon mal ein Wahrheitsministerium, oder? In welchem Land war das jetzt gleich noch mal? Oder hatte ich davon nur in einem Buch gelesen? Und worum ging es jetzt überhaupt? Ach so, um die Frage, ob man die Maskenpflicht auch als Geste der Unterwerfung auffassen kann. Das würde ja bedeuten, dass es zu dieser Pflicht eine zweite Meinung gibt, wie es zu allen Dingen immer mindestens zwei Meinungen gibt. Gut, in der DDR war das natürlich nicht so, obwohl es auch da die Meinungsfreiheit gab. Jeder konnte seine Meinung frei sagen, ob er danach noch frei wahr, das stand auf einem anderen Blatt. Was nun die Maskenpflicht angeht, so kann ich dir da zwar auch nicht sagen, ob sie bereits eine Geste der Unterwerfung darstellt oder nicht. Was ich aber sagen kann, ist, dass ich in den letzten beiden Tagen, wo ich viel ohne Maske unterwegs war, sowohl auf den Straße und Plätzen, als aber auch in diversen Shopping-Malls und in kleinen Geschäften, ich nicht ein einziges Mal darauf angesprochen wurde, und ich auch meine vorbereitete Bescheinigungen nicht einmal vorzeigen musste, weswegen nunmehr auch ich ganz optimistisch in die Zukunft blicke.

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Die aktuelle Diversifikation


Für alle, die demnächst ein neues Gesicht brauchen
Revaler Str. / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

An dem ein oder anderen geht diese Diversifikation gerade dabei, deswegen möchte ich sie kurz beschreiben. Dass sie an vielen vorbeigeht, liegt am Lockdown oder was von ihm übrig geblieben ist. Diese aktuelle Diversifikation betrifft im ersten Moment "nur" die Sprache, in der Regel aber auch das Denken, so weit diese Funktion noch aktiviert ist. Die aktuelle Diversifikation besteht darin, dass auf dem Dorf alle Andersdenkenden neuerdings als "Nazi" bezeichnet werden. Praktisch ist es bereits so (wenn man in der Stadt wohnt, weiß man das nicht), dass auf dem Dorf "Nazi" das Wort "Nachbar" ersetzt hat. Auf dem Dorf spricht heute keiner mehr von Nachbar Sowieso, sondern von dem Nazi Sowieso, wobei es streng genommen "Nazi Sowieso" heißen müsste, aber selbst auf dem Dorf fehlt heute für die Anführungszeichen schon die Zeit. Wie soll es da erst in der Stadt aussehen?, fragst du dich nicht ganz zu Unrecht. In der Stadt ist es nun so, dass der Andersdenkende der Verschwörungstheoretiker ist, und das ausnahmslos. Warum man da jetzt auf ein so langes und vor allem auch schwer auszusprechendes Wort verfallen ist, das müssen zukünftige Sprachwissenschaftler, wenn nicht gar Hygieniker klären. Auch hier gilt, ganz genauso wie auf dem Dorf, dass die Anführungszeichen, die eigentlich angezeigt wären, weil um zu wissen, ob ein mutmaßlicher "Verschwörungstheoretiker" auch wirklich ein Verschwörungstheoretiker ist, es eben nicht ausreicht, den "Verschwörungstheoretiker" einfach nur in eine Schublade mit der Aufschrift Verschwörungstheoretiker zu legen. (Zumindest war das zu meiner Zeit so, als mir mein Professor eine Hausarbeit beispielsweise über ein Buch, dass ich nicht gelesen hatte, weswegen ich die Hausarbeit aus Sekundärliteratur praktisch abschreiben musste, wenn überhaupt, völlig zu Recht um beide Ohren gehauen hätte!) Was vielleicht nicht ganz nachzuvollziehen ist, aber mir immerhin doch verständlich weil menschlich erscheint, ist der Umstand, dass in den Städten die Anführungszeichen alleine deswegen weggelassen werden, weil das Wort Verschwörungstheoretiker an sich schon so lang und vor allem um einiges länger als der Nazi auf den Dörfern ist. Warum man in den Städten überhaupt vom Nazi (möglicherweise um sich vom blöden Dorf abzugrenzen?) zum Verschwörungstheoretiker übergegangen ist, könnte als zusätzliche Spaltung aufgefasst werden, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das selbst bereits wieder eine Verschwörungstheorie oder nur eine "Verschwörungstheorie" ist.

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"Für die Grippe, danach"


Der "Hoffnungsautomat"
Boxhagener Ecke Neue Bahnhofstraße
früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Gerade geträumt, es gibt etwas Neues, das war so neu, dass es noch keiner kannte, geschweige denn, dass es jemand verstanden hätte. Selbst die Erklärer, oder vielleicht besser: Verkäufer, taten sich schwer. Die einen versuchten es mit dem Rauchen, und dass es für Raucher ja auch an vielen öffentlichen, orangenen Mülleimern der Berliner Stadtreinigung (BSR) ein kleines Reservoir mit der Aufschrift "Für die Kippe, danach" gibt. Andere versuchten es wiederum mit der "Pille danach" zu erklären. Das Resultat war bei beiden das gleiche: Kein Mensch verstand, worum es geht. Mir ging es da nicht anders, weswegen mir dieser Beitrag alles andere als leicht fällt. Ich will ja auch nichts Verkehrtes schreiben. Aber wenn ich richtig geträumt habe, ging es um eine neue Grippe-Impfung, allerdings nach der Grippe. Viele fragten sich in meinem Traum, genauso wie du jetzt wahrscheinlich auch, warum nach einer Grippe-Welle geimpft werden sollte. Das wurde so erklärt, dass man das (noch) nicht verstehen würde, weil man das mit der Grippe schon nicht verstanden habe. Und das mit der Grippe konnte wiederum nicht verstanden werden, weil die praktisch schon vorbei war. Ein Teufelskreis, dieser Traum.

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20.05.2020

"Gib GATES keine Chance"


Allerdings mit "Zeitfenster"

"Gib GATES keine Chance" ist zwar aktuell neu, dann aber doch von "Gib AIDS keine Chance" der Achtziger abgekupfert. So weit - So klar. Aber ist "Gib GATES keine Chance" auch eine Verschwörungstheorie, wie gerne behauptet wird, oder nur eine "Verschwörungstheorie"? Hier lohnt ein Blick in einen Beitrag bei "Heise" bzw. "Telepolis", die (zumindest bisher) nicht durch Verschwörungstheorien aufgefallen sind. Dort erfährt der geneigte Leser in dem Artikel mit dem Titel "Über Impfstoffe zur digitalen Identität?" von Eric Wagner bereits am 1. Mai, was da evtl. auf uns zukommt und was auch schon an Gelder geflossen sind. So hat beispielsweise der Spiegel 2,5 Millionen und die Zeit immerhin 300.000 US-Dollar von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung (BMGF) erhalten. Darüber hinaus wurde das Robert-Koch-Institut (RKI) und die Charité, der Arbeitgeber von Professor Drosten, mit Spenden von mehreren hunderttausend US-Dollar bedacht.

Warum? Der ein oder andere hat es immer noch nicht mitbekommen: Bill Gates möchte 7 Milliarden Menschen impfen, natürlich nur zu ihrem Besten, das ist klar, denn eine Rückkehr zur Normalität ist nach Meinung des Impf-Papstes, der uns seinerzeit nur mit seinem Betriebssystem gequält hat, ohne Impfung ausgeschlossen. Ausserdem plant Bill Gates eine digitale Identität, auch bekannt als "ID2020" (nicht verwechseln mit "Agenda2010", das war Gerhard Schröder mit seiner Hartz-4-Armut-für-Alle). Ziel der "ID2020" ist auch nicht Armut für alle, den Job hat bereits Gerhard Schröder erledigt, sondern "eine personalisierte, portable, biometrisch verbundene digitale Identität, die auf Lebenszeit besteht." Auch hier ist natürlich Eile geboten, genauso wie bei der Impfung. Für die "ID2020" gibt es, warum auch immer, nur ein Zeitfenster von drei bis fünf Jahren. Denn "eine nicht-digitale Lösung des Identitätsproblems könne zum Ausschluss von Personen sowie zu Identitätsdiebstahl und Genozid (!) führen."

Das verstehst du nicht? Mach dir keine Sorgen, ich auch nicht! Es gibt zwei Möglichkeiten, so denke ich: Entweder sind wir beide zu blöd, oder wir sind bereits Verschwörungstheoretiker - vermutlich aber nur "Verschwörungstheoretiker".

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Mein Leben ohne Schutzmaske (Fortsetzung)


Ausfüllen und immer zusammen bei dir führen
(am besten in einer Folie zum Schutz)

Als Straßendoktor kommt mir einiges zu Ohren, so dass ich oftmals mehr weiß, als jemand, der nur in seinem Büro abhängt oder jetzt zu hause rumsitzt. Mein Leben ohne Schutzmaske bekommt gerade eine neue Wendung, und du darfst dabei sein. Wie ich soeben erfahren habe, gibt es, wie immer und überall und so auch beim Tragen der Schutzmaske Ausnahmen. Du kannst diese selbst hier im Internet bei der Kassenärztlichen Vereinigung nachlesen. Der wichtigste Satz ist dort: "Ein ärztliches Attest ist nach dieser Rechtsverordnung nicht vorgeschrieben." Auch du kannst dir also den Gang zum Arzt, der sich möglicherweise das Ausstellen eines Attestes noch entlohnen lässt, sparen und dir einfach selbst eine Bestätigung ausstellen, dass es dir unzumutbar ist, eine "nicht-medizinische Alltagsmaske oder eine Mund-Nasen-Bedeckung" zu tragen. Ich empfehle sich dazu auch die Seite der Kassenärztlichen Vereinigung auszudrucken, und dort den Satz "Ein ärztliches Attest ist nach dieser Rechtsverordnung nicht vorgeschrieben." zu unterstreichen, damit man ihn sofort findet, und beides zusammen in einer Folie zum Schutz immer bei dir zu tragen.

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Bürgerkrieg begonnen


Auf dem Weg zur Anti-Corona-Demo
(Teilnahme auf eigene Gefahr)

2. August 1914, Weltkrieg begonnen, war im Schwimmbad - so kommentierte der Schriftsteller Franz Kafka sinngemäß den Ausbruch des Ersten Weltkriegs in sein Tagebuch. Der mögliche Beginn des Bürgerkrieges in unserem Land, der am Samstag den 16. Mai begann, dürfte vor diesem Blogeintrag in noch keinem Tagebuch festgehalten worden sein. Am 16. Mai wurde ein 54-jähriger Mann und seine 38 und 45 Jahre alten Begleiter in Stuttgart (ausgerechnet in Stuttgart!) auf dem Weg zur Anti-Corona-Demo auf dem Cannstatter Wasen angegriffen. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Tötung, denn der Mann schwebt bis heute in Lebensgefahr. Auch die beiden Begleiter wurden verletzt. Die Angreifer werden im linken Spektrum vermutet. Der Bürgerkrieg hierzulande hat möglicherweise bereits begonnen, und niemand will etwas gehört, gesehen oder bemerkt haben.

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19.05.2020

Das Ding mit der BILD-Zeitung



BILD vom 27.04.2020

Der ein oder andere hat es bereits mitbekommen: Bei BILD werden seit einiger Zeit ganz neue Töne angeschlagen, beispielsweise dieser hier: "Es gibt keine Herdenimmunität dagegen, historisch katastrophal falsch zu liegen." Das sagt nicht irgendjemand bei BILD über die so genannte Corona-Krise, sondern der BILD-Chef Julian Reichelt höchstpersönlich, und zwar bereits vor gut drei Wochen. Würde nun nicht ausgerechnet BILD diesen Satz aussprechen, kaum einer hätte ihm widersprochen. Aber wenn BILD es sagt, dann muss es natürlich verkehrt sein. Auch das so weit klar. Dass BILD heute dieses Problem hat, daran hat BILD selbst beigetragen, denn "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht ..." - Ganz anders und gleichzeitig auch wiederum ganz ähnlich verhält es sich mit meiner Seite. Niemand würde bei "Unwahren Geschichten ..." auf die Idee kommen, ausgerechnet dort "Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit" zu suchen, oder? - Eine Frage bleibt: Woher kommen diese neuen Töne bei BILD? Vor nicht allzu langer Zeit hat sich eine bekannte amerikanische Heuschrecke bei BILD eingekauft, das ist bekannt. Warum sich eine amerikanische Heuschrecke ausgerechnet in das wenig profitable Zeitungsgeschäft in Deutschland einkauft, ist nicht bekannt. Da muss sich ein jeder selbst einen Reim drauf machen. Was nun den Satz "Es gibt keine Herdenimmunität dagegen, historisch katastrophal falsch zu liegen." angeht, mit dem halte (Haltung!) ich es wie mit dem Wetterbericht: Der könnte stimmen, selbst wenn er in der BILD-Zeitung steht.

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"Arm, aber sexy" heute


Rathaus Friedrichshain in der Frankfurter Allee 35/37
früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Es gibt Leute, denen geht es gerade so gut wie nie zuvor, weswegen sie auch optimistisch in die Zukunft schauen wie Mark Zuckerberg von Facebook in meinem Traum trotz seiner Verhaftung, um genau zu sein: wegen ihr. Dieser Personenkreis dürfte gerade zu einer immer kleiner werdenden Minderheit werden, wie Mark Zuckerberg selbst schon immer einer sehr kleinen Minderheit angehört hat. Vielen geht es auch im reichsten Land Europas, wenn nicht gar der Welt, jetzt schon gar nicht gut und bald werden wohl noch mehr dazu kommen. Gut, so schlecht, dass sie sich wie eben beobachtet direkt vor dem Rathaus in der Frankfurter Allee 35/37 auf den Bürgersteig legen, geht es derzeit nur wenigen. Hoffen wir, dass das auch so bleibt.

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Sanfte Oligarchen


Wenn Träume wahr werden

Geträumt, dass Guerillas bei den Big Five, also bei Facebook, Amazon, Microsoft, Google und Macintosh, den Sanften Oligarchen und größten Profiteure der derzeitigen Krise eindringen. Wie ihnen das gelungen ist, bleibt das Geheimnis des Traums. Die Big Five sollen jedenfalls enteignet werden, ihre Sachen packen und irgendwo hingebracht werden. Wohin genau, blieb unklar, jedenfalls nicht auf ihre keimfreien Jachten, so viel ist klar. Dann sah ich Facebook Mark Zuckerberg in seinem Schlafzimmer, wie er gerade einen Frottee-Schlafanzug in seinen Rollkoffer legte. Dazu hatte er fünf Minuten - immerhin. Mark war gar nicht überrascht. Das überraschte mich nun wiederum. Das war der Moment, wo ich eingriff. Das geht, man kann in seine Träume eingreifen. Zugegeben, das ist nicht einfach. Das ist, wenn du so willst, die höhere Schule des Träumens. Jedenfalls fragte ich Mark, warum er nicht überrascht sei. Mark Zuckerberg meinte daraufhin, dass damit zu rechnen war, weil bei ihm doch auch alles nur zusammengeklaut wäre, genauso wie bei den russischen Oligarchen, seine großen Vorbilder. Denn die mussten noch selbst klauen gehen, richtig Leute bedrohen, ihnen körperliche Schmerzen zufügen oder ganz und gar aus dem Weg zu schaffen. Selbst die Idee, Menschen zusammenzubringen, ist geklaut oder zumindest nicht neu. Solange es Menschen gibt, kamen sie zusammen. Ihm, also Mark, geben die Leute dagegen ganz freiwillig, was er braucht, und womit er reich geworden ist. Das ist auf die Dauer auch total langweilig und völlig unbefriedigend, einfach nur irgendwelche Daten weiterzugeben oder wegen ihm auch zu verkaufen. Mark hoffte zum Schluss noch, dass sein Leben jetzt endlich einen Sinn bekommt. Er war wegen der Festnahme erleichtert und blickte optimistisch in die Zukunft.

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18.05.2020

Das Psychogramm eines Mitläufers




Viele fragen sich, woher die vielen Mitläufer kommen, die es übrigens nicht nur in der DDR gab. Genau genommen ist es so, dass es heute weit mehr Mitläufer gibt als früher im Osten. Du triffst sie zum Beispiel in den zahlreichen Shopping-Höllen, von denen jeden Tag eine neue öffnet, um der wachsenden Schar der Mitläufer her zu werden. Am Samstag war es beispielsweise auf dem Alexanderplatz, wo es eine Vielzahl von Shopping-Höllen gibt, so: Der Alexanderplatz war praktisch komplett von der Polizei gesperrt, niemand ist mehr auf dem Alexanderplatz gekommen. Eine Ausnahme gab es: Wenn du gesagt hast, so wie ich, dass du bei "Primark" shoppen willst, durftest du auf den Alexanderplatz. Aber keine Sorge, ich war natürlich nicht bei "Primark", denn "Primark" ist für mich vielleicht nicht gleich die Hölle, so doch zumindest die Vor-Hölle. Fest steht auf jeden Fall: Solange du konsumierst, geht es dir gut, bist du ruhig gestellt, ist die Welt in Ordnung, das wichtigste im Leben eines Mitläufers. Dass es mit dem Massen-Konsumieren bald vorbei sein wird, ist das aktuelle Problem des Mitläufers. Bald wird der Mitläufer nicht mehr in die Shopping-Höllen laufen können, einfach weil er gar nicht mehr das Geld dafür hat. Bevor der Mitläufer bald woanders mitlaufen wird, rasch noch einen Blick zurück in die Vergangenheit, sozusagen in die Geburtsstätte des Mitläufers. Die Geburtsstätten des Mitläufers, und ich beziehe mich da ausdrücklich mit ein, das sind unsere Schulen, unsere Kitas und vor allen auch unsere Krippen. Du glaubst mir nicht? Dann lausche den beiden hochkarätigen Experten in obigem Video!

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17.05.2020

Die richtige Haltung


findest auch du auf der Straße

Meine Ausdauer wurde belohnt, endlich bin ich fündig geworden, und zwar in Sachen Haltung. Der Hintergrund ist zum einen der, dass speziell im Taxi eine gute Sitzhaltung das A und O ist, will man lange als Taxifahrer arbeiten. Hinzu kommt, dass ein jeder heute Haltung zeigen soll, aber niemand wirklich weiß, was die richtige Haltung ist. Gefunden habe die richtige Haltung einmal mehr auf der Straße, wo auch du sie finden kannst. Im Moment liegen viele Dinge auf der Straße und natürlich auch auf dem Bürgersteig herum. Die meisten Sachen fässt du aber besser gar nicht erst an. Jetzt nicht wegen Corona, sondern weil sie einfach nicht für dich bestimmt sind. Dafür musst du einen Blick entwickeln, sonst befleckst du dich nur unnötig und verlierst darüber hinaus viel Zeit. Normalerweise findest du die besten Sachen am Monatsende oder am Monatsanfang auf der Straße.

Aber wir leben nicht in normalen Zeiten, in Berlin schon mal gar nicht. Hier kannst du praktisch zu jeder Tages- und auch Nachzeit raus auf die Straße gehen, und du findest immer irgendetwas, manchmal sogar das, was du gerade suchst. Letzte Woche zum Beispiel, da habe ich Unterteller für meine Pflanzen gesucht, die ich gerade mit frischer Erde versehen umgetopft hatte. Ob du es glaubst oder nicht, ich habe die Unterteller direkt vor meiner Haustür gefunden. Und gleich an der nächsten Ecke habe ich heute das Buch gefunden, von dem ich dir erzählen möchte. Es ist von Samy Molcho und heißt "Körpersprache" und ist angeblich sogar "Das Standardwerk zum Thema Körpersprache", was uns aber an der Stelle nicht weiter interessieren soll. Lass uns mal zusammen reinschauen in das im Januar 1996 erstmals bei Goldmann erschienene Taschenbuch. Schon auf Seite 87 geht es um die Haltung, wo wir folgendes dazu erfahren:

Objektiv steht man gerade, wenn sich das Knochengerüst des Körpers ohne Muskelanstrengung im Gleichgewicht befindet. Der Kopf ruht waagrecht im Nacken und der Blick ist geradeaus gerichtet. Die Schultern hängen gerade, Hände und Arme locker entlang des Körpers. Kopf, Hals und Wirbelsäule sind in eine gerade Linie gebracht, der Brustkorb hängt ohne Druck oder Zug in der Wirbelsäule. Das Becken unterstützt in gerader Position die darauf ruhenden Körperteile, die Beine schaffen in Beckenbreite die Verbindung zur Erde, tragen das Gewicht des gesamten Körpers, das gleichmäßig zwischen Ferse und Ballen verteilt ist. Wir haben das ganze Skelett in eine vertikale Linie gebracht, und durch den Zug der Schwerkraft stabilisiert sich der Körper; es ist, als sei er wie an einer Kette von oben gehalten. Die Energie strömt gleichmäßig durch die Muskeln den Körper hinauf und hinunter und schafft eine elastische Beziehung zur Erde und Raum. Solange dies geschieht, begegnen wir der Welt harmonisch.

Natürlich ist das nicht immer der Fall, genau genommen ist es sogar die Ausnahme, denn Samy Molcho schreibt weiter:

Objektiv stehen nämlich nur wenige Menschen wirklich gerade. Was sie subjektiv als gerade Haltung empfinden, ist bei den meisten Menschen eine nach vorne hängende Haltung, die die Wirbelsäule mit einiger Muskelanstrengung belastet. Wenn ich diese Stellung zu einer objektiv geraden Haltung korrigiere und den Oberkörper zurücknehme, so haben die meisten das Gefühl, gleich auf den Rücken - oder umgekehrt: auf die Nase - zu fallen.

Dann kommt schon die Zusammenfassung, und die liest sich so:

Das ist wieder ein Beispiel dafür, dass jeder als richtig interpretiert, was er gewöhnt ist: Der Mann wird behaupten, er stehe objektiv gerade, obwohl das nicht der Fall ist und nur subjektiv so empfunden wird. Objektiv belastet dieser Mensch seine Körperenergie nämlich beträchtlich und ständig, weil jede Abweichung von der objektiv geraden Haltung einen erheblichen Energieaufwand erfordert. Um das Gleichgewicht herzustellen und den Körper aufrecht zu halten, müssen wir diese Belastungsunterschiede kompensieren. Wenn beispielsweise der Brustkorb nach hinten zieht, so geht der Bauch automatisch nach vorn.

Dann folgen vier Abbildungen, von denen zwei so interessant sind, dass ich sie am liebsten abfotografiert hätte, damit du sie dir direkt ansehen kannst. Das habe ich aber ganz bewusst nicht gemacht, denn mit etwas Glück findest du das Buch bald selbst auf der Straße, und dann wäre es doch Schade, auch um den Autor und vor allem um den Fotografen der Bilder, wenn ich dir schon alles zur Haltung, in dem Fall zur falschen, verraten hätte. Deswegen hier nur der Begleittext, und da beginne ich mit dem zum ersten der beiden Bilder:

Die eingesunkene Brust ist Ausdruck der Inaktivität.

Das war's schon, jetzt noch der Text zum letzten Foto. Dessen Beschreibung ist nicht nur so genau, dass sich ein jeder die falsche Haltung bildlich vorstellen kann, zumindest geht es mir so, sondern sie hat es darüber hinaus auch in sich, insbesondere das Ende:

Ein Kopfmensch. Der vorgeschobene Kopf behauptet: Ich kann alles besser erklären! Brust und Hände sind zurückgehalten und signalisieren: Machen soll das freilich ein anderer!

Zitate Samy Molcho
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