27.05.2020

TaxiBerlin als DonkeyMan


The Holy Donkey

Ein jeder hat sein Steckenpferd, seine Macke, sein Faible oder ist ganz und gar Fan von irgendwas oder irgendwem, und so auch ich. Obwohl ursprünglich als CowBoy geboren, bin ich seit vielen Jahren ein DonkeyMan, auf deutsch ein EselNarr. Das hat viele Gründe, von denen ich einige in diesem Beitrag aufzählen möchte. Der Esel ist ein völlig verkanntes Tier, denn der Esel ist alles andere als dumm. In Orwells "Farm der Tiere" ist der Esel Benjamin, abgesehen von den Schweinen, die an der Macht sind und wo die Obersau Napoleon heißt, das klügste Tier, das sogar lesen kann. Das ist kein Zufall, denn Orwell war ein Pedant, der mit Sicherheit zuvor gut über den Esel recherchiert hat. Neulich hatte ich das große Vergnügen mich mit einem richtigen Gaucho aus Argentinien, ganz genau war er ein professioneller Pferde-Polo-Lehrer, über den Esel zu unterhalten, und er bestätigte mir das, was ich bereits wusste: Der Esel ist klüger als das Pferd, das alles macht, wie ein Hund, was der Mensch will. Der Esel hat Charakter, und ich hatte selbst schon mal einen, also eine Eselin, und kann das bestätigen. Wenn ich mit ihr unterwegs war, wurde ich immer wieder gefragt, ob mein Esel hören würde. Meine Antwort: Aber dann wär's doch kein Esel, wenn er hören würde! Auch meine Eselin hatte, wie alle Esel, ihren eigenen Kopf, aber nicht, um mich zu ärgern, obwohl ich mir da manchmal gar nicht so sicher war, sondern vor allem, um sich selbst sicher zu fühlen. Denn wird ein Esel bedroht, dann bleibt er einfach stehen. Der Esel ist kein Fluchttier, was viele nicht verstehen. Es ist einfach so, denn auch für den Esel gilt: Angst ist ein schlechter Ratgeber. Reale Angst muss der Esel seit einiger Zeit vor dem Chinesen haben, wobei auch wiederum nicht vor allen Chinesen, das wäre "des Guten zuviel", einfach weil es zu viele von ihnen gibt. Unter ihnen sind aber einige, die dem Esel nichts Gutes wollen, die den Esel im großen Stil abschlachten, das reinste Gemetzel, insbesondere in Afrika, um an einen bestimmten Stoff heranzukommen, den der Esel unter seiner Haut haben und der die menschliche Potenz steigern soll. Ist dieser Stoff entnommen, bleibt der Rest vom Esel meist einfach liegen. Kein schöner Anblick, wie du dir denken kannst. Als ich neulich noch einem Fahrgast davon erzählte, meinte der spontan und ohne groß darüber nachzudenken, dass gerade die Chinesen das mit der Potenz doch gar nicht nötig hätten. Dem Esel selbst wird eine große Potenz nachgesagt, was der eigentliche Grund für die chinesischen KillerKommandos sein dürfte. In Bulgarien, wo ich mich besonders gut auskenne, gab es in den Achtzigern 340.000 Esel, heute sind es keine 10.000 mehr. Die meisten von ihnen sind alt und/oder kastriert, so dass von ihnen keine Nachkommen zu erwarten sind. Nicht nur die Bienen sind vom Aussterben bedroht, sondern auch der Esel. Viele haben noch nie einen Esel gesehen, insbesondere Menschen, die in einer Stadt wohnen. Dabei kann eine Wanderung oder auch nur ein Spaziergang mit einem Esel wahre Wunder bewirken. Wer das mal machen will, was ich nur jedem empfehlen kann, muss nur zu Claudias EselFarm nach Dernburg in der Nähe von Halberstadt eine halbe Stunde hinter Magdeburg fahren. Ich war im Januar dort und habe bei der Gelegenheit Claudia kennengelernt, die auch ein EselNarr ist, in dem Fall wohl eine EselNärrin. Claudia kümmert sich auch um alte und kranke Esel, die keiner mehr haben will, und in der derzeitigen Krise kannst auch du dich etwas um Claudia kümmern und bei der Gelegenheit auch etwas für dein Gemüt tun, indem du dir einen von Claudias Eseln ausleihst und mit ihm eine kleine oder besser noch eine große Runde drehst. Ein solcher Spaziergang kann wie gesagt wahre Wunder bewirken und manchmal sogar dem Leben eine komplett neue Richtung geben, was auch insbesondere in Zeiten der Krise wichtig und mit Geld praktisch gar nicht zu bezahlen ist.

PS: In Orwells "Farm der Tiere" schuftet sich das Pferd Boxer zu Tode, was dem Esel Benjamin nicht passieren könnte.

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26.05.2020

Der Rechte Reflex


Heute: Ein Forschungsauftrag

Bevor ich zum Rechten Reflex komme, rasch etwas zur Geschichte, also zum Pawlowschen Reflex und zur Klassischen Konditionierung. Iwan Petrowitsch Pawlow, ein russischer Mediziner und Physiologe, der 1904 für seine Arbeiten den Nobelpreis erhielt, fand folgendes heraus: Gibt man einem Hund Futter und lässt zeitgleich eine Glock erklingen, dann beginnt dem Hund schon nach einigen solcher Futtergaben bereits beim bekannten Glockenton der Speichel zu fließen. Man nennt diesen Vorgang die Klassische Konditionierung. Übertragen auf heute sieht es so aus: Du brauchst den Leuten nur erzählen, dass irgendetwas, völlig egal was, Rechts sei, und schon sind sie dagegen. Manch einem soll auch dabei bereits der Speichel fließen, aber das ist die absolute Ausnahme. Das ist die Klassische Konditionierung heute, sozusagen als Rechter Reflex. Der Rechte Reflex hat den Vorteil, dass man sich mit dem, worum es eigentlich geht, gar nicht mehr beschäftigen muss, weil das ja Rechts ist, das man nur entsorgen kann, und das möglichst schnell, bevor man sich beschmutzt oder gar, das ist heute ganz wichtig: sich infiziert. Beim Hund ist es nun so, dass der irgendwann mitbekommt, dass die Glocke nicht automatisch die Futtergabe bedeutet, wenn man das Futter einfach weglässt. Wie lange dieser Prozess der Entwöhnung, also der Rückbildung des Pawlowschen Reflexes beim Hund dauert, und ob er sich überhaupt zu hundert Prozent wieder zurückbilden lässt, ist bisher nicht bekannt. Genau dieses Wissen wäre heute aber wichtig, um sich zumindest ungefähr ausrechnen zu können, was da auf uns zukommt und ob überhaupt eine Hoffnung auf Besserung besteht. Deswegen empfehle ich hiermit, diesen fehlenden Part des Pawlowschen Reflexes doch einmal zu erforschen. Ob dann gleich wieder der Nobelpreis drin ist, das weiß natürlich auch ich nicht, weswegen ich vorschlage, es einfach der Sache wegen zu machen.

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Irgendwas mit Tieren


Im Berliner Tiergarten
früher Tiergarten / heute Neue Mitte

Meine letzte Information war, dass die Berliner Reiterstaffel aus Kostengründen aufgelöst wurde. Mein Spaziergang am Samstag, in dem Fall mit dem Fahrrad, belehrte mich eines besseren. Auch deswegen kann ich Spazieren gehen nur auf's wärmste empfehlen. Das Bild entstand übrigens in der Nähe des Schloss Bellevue, dem Sitz unseres Bundespräsidenten, und hat mit den Veranstaltungen gegen die Corona-Einschränkungen nichts zu tun. So wie es aussieht, hat es mit den Einschränkungen auch bald ein Ende. Thüringen geht mit gutem Beispiel voran und Sachsen wird wohl folgen. Natürlich wird auch weiterhin vor der zweiten Welle gewarnt werden, vermutlich noch intensiver als bisher, davon ist auszugehen. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird man auch Infizierte finden, wobei egal ist, wie lange sie schon infiziert sind und ob sie überhaupt Symptome zeigen. Das ist völlig egal: Infiziert ist infiziert! Wahrscheinlich spielt es bald auch keine Rolle mehr, womit derjenige infiziert ist. Und wenn auch das nicht mehr hilft, kann man die Fridays for Future Kids wieder ausgraben, die dann ihrerseits wieder für einen Klima-Notstand sorgen. Ich persönlich fände diese Abwechslung besser. Vielleicht lässt sich noch etwas drittes finden, aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Also neben Corona-Panik und Klima-Hysterie! Gibt es da nicht irgendwas mit Pferden, womit man Angst machen kann?

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25.05.2020

Zur Guten Nacht


Bulgarische Nietzsche Ausgabe auf Deutsch

Einer meiner Brieffreunde, mit denen ich gerade in regem Austausch stehe, ist aus Bulgarien. Ausgerechnet dieser bulgarische Brieffreund machte mich heute auf zwei Nietzsche Zitate aus seiner Bulgarischen Ausgabe auf Deutsch aufmerksam, die ich bisher nicht kannte, und die ich unbedingt loswerden will, bevor ich gleich ins Bett muss. Das erste soll aus der "Fröhlichen Wissenschaft" sein und so gehen:

"Ich fürchte, die Tiere betrachten den Menschen als ein Wesen ihresgleichen, das auf gefährlich Weise den gesunden Tierverstand verloren hat - als das wahnwitzige Tier, als das lachende Tier, als das weinende Tier, als das unglückselige Tier."

Das zweite, sozusagen die Fortsetzung des ersten Zitats, soll laut dem Freund in Bulgarien "Von der Menschenklugheit" sein und so lauten:

"Und wer unter den Menschen nicht verschmachten will, muss lernen, aus allen Gläsern zu trinken; und wer unter den Menschen rein bleiben will, der muss verstehen, sich auch mit schmutzigem Wasser zu waschen."

Solche Sachen sagt man sich in Bulgarien zur Guten Nacht - Halleluja!

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Samstagsshoppingtip


Seidelstraße 41 in Tegel
früher Reinickendorf / heute Reinickendorf

Wer sich Samstag neuerdings nicht mehr nach Mitte zum Shoppen traut, für den habe ich etwas. Dass die Justizvollzugsanstalt (JVA) Tegel (Ja, genau die von Franz Biberkopf aus "Berlin Alexanderplatz" - die erste Verfilmung des Romans von Alfred Döblin von Anfang der dreißiger Jahre mit Heinrich George, dem Vater von Götz George, in der Hauptrolle ist aktuell in meinem Bauchladen im Angebot!) einen eigenen Shop hat, das wusste ich bis gestern auch nicht. Wenn man nur Nachts Taxi fährt, kann das schon mal ein einem vorbei gehen. Zum Glück ist seit einiger Schluss mit dem Nachts Taxifahren. An dem Sonderverkauf der Anstaltsbetriebe der JVA Tegel werde ich aber trotzdem nicht teilnehmen können. Klar, Zeit habe ich genug, daran liegt es nicht. Nur zum Einkaufen, da fehlen mir aktuell die Mittel. Trotzdem möchte ich auch auf diesen Sonderverkauf hinweisen und nicht immer nur auf meinen eigenen Bauchladen - Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Wer sich am Samstag auf den Weg nach Tegel zum JVA Shop machen sollte, muss mir unbedingt Bescheid geben, worum es sich bei den "Produkten der Anstaltsbetriebe" genau handelt, die es dort zu kaufen gibt. Es interessiert mich persönlich!

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Rechts-freie Räume oder Rechtsfreie Räume ?


Volksbühne auf dem Rosa-Luxemburg-Platz
früher Mitte / heute Neue Mitte

Auch als Taxifahrer, der aktuell bei "Kurzarbeit Null" ist, bin ich auf den Straßen und Plätzen Berlins unterwegs, meistens mit dem Fahrrad. Das kann ich auch nur jedem empfehlen, der so wie ich erfahren möchte, was in seiner Stadt los ist, wie sie sich verändert und in welche Richtung. Eine bemerkenswerte Neuerung gab es letzten und vermutlich auch schon vorletzten Samstag auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte. Dort, wo zuvor zur gleichen Zeit die Corona-kritische Hygiene-Demo stattfand, gibt es nun eine Veranstaltung der Antifa, wohl besser "Antifa", die die Hygien-Demo, die jetzt an einem anderen Ort stattfindet, als "Gegen-Demo" bezeichnet. Ein bisschen Orwellsches Neusprech darf auch hier nicht fehlen. Dass die Gegen-Demo der "Antifa" ohne das Eingreifen (nicht ohne die Anwesenheit!) der Polizei stattfindet, liegt daran, dass sie kaum Zulauf hat, so dass ein Verstoss gegen den Mindestabstand rein praktisch so gut wie ausgeschlossen ist. Die wenigen Teilnehmer (vielleicht fünfzig) hatten umso größere Spruchbänder dabei, die sie zum Teil mit Gaffa-Band an dem Gebäude der Volksbühne befestigt hatten. Auf einem von ihnen fordert die "Antifa" die Schaffung "Rechts-freier Räume". Mit "Rechts-freien Räumen" meint die "Antifa": "Kein Raum der AfD!" - Rechts, der ein oder andere erinnert sich noch, war bis vor kurzem eine politische Position, die man nicht gut finden musste, die aber erlaubt war. Rechts meinte im Normalfall konservativ, nicht aber automatisch Rechts-aussen, Rechts-extrem oder Rechts-populistisch. Was die AfD angeht, so vertraten die CSU und auch die CDU viele Positionen, die heute die AfD vertritt, beispielsweise auch Angela Merkel. Wenn die "Antifa" nun "Rechts-freie Räume schaffen!" und dabei "Kein Raum der AfD!" zulassen will, darf die Frage erlaubt sein, wo sie war, als CSU und CDU dieselben Positionen vertraten. Ausserdem muss die Frage erlaubt sein, wo jetzt der Unterschied ist zu anderen "Befreiten Zonen" und wohin mit den Menschen, die sich heute in dieser Zone befinden, die das anders sehen. Was genau soll mit Menschen passieren, die beispielsweise Mitglied der AfD sind oder diese gewählt haben, im Schnitt jeder fünfte Wahlberechtigte. Möglicherweise ist es aber auch hier so, dass der Text auf dem Spruchband klüger ist als sein Autor. Vielleicht sollen gar keine "Rechts-freien Räume" sondern "Rechtsfreie Räume" geschaffen werden, so wie der Staat sie bereits seit Jahren schafft. Ein gutes Beispiel dafür ist immer noch Uber, Der Große Paupersierer aus Amerika. Uber ist offiziell erlaubt unter dem Deckmantel des Mietwagenservice in Wild-West-Manier auf unseren Straßen und Plätzen unterwegs zu sein. Geht es nach geltenden Recht, Stichwort: Rückkehrpflicht von Mietwagen nach jedem Auftrag zum Betriebssitz, ist Uber bis zum heutigen Tag ganz klar illegal. Dass geltendes Recht nicht durchgesetzt wird bzw. werden kann, liegt daran, dass die zuständige Berliner Behörde in den letzten Jahren personell so ausgedünnt und finanziell so trockengelegt wurde, dass man ohne zu übertreiben von rechtsfreien Räumen reden kann, die wie gesagt hier von staatlicher Seite schon seit Jahren praktisch geschaffen wurden, und die jetzt vermutlich auch von der "Antifa" gefordert werden.

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24.05.2020

Vorschlag für das Unwort des Jahres 2020: Verschörungstheorie




Hans-Joachim Maaz, Psychotherapeut und Bestsellerautor aus Halle an der Saale, saß mir nicht nur als Fahrgast in meinem Taxi hier in Berlin, sondern ist darüber hinaus auch der Therapeut meines Vertrauens. Hier spricht Dr. Maaz auf dem Hallenser Marktplatz am gestrigen Samstag. Staatlicherseits scheint man in Halle weniger aggressiv vorzugehen als anderswo, so ist beispielsweise kein aggressives Gebell von Polizei-Hunden wie gestern zum wiederholten Mal in Berlin zu hören. Eine Geräuschkulisse, die man sonst nur vom anderen Ende der Welt kennt und von der innerdeutschen Grenze kannte. Dr. Maaz fasst seinen Protest in seinen eigenen Worten so zusammen: "Wenn heutige Kritik automatisch Verschwörungstheorie ist, dann bin ich stolz, ein Verschwörungstheoretiker zu sein!", und schlägt für das Unwort des Jahres 2020 Verschwörungstheorie vor.

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"Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen." - Voltaire




In letzter Zeit wurde ich öfters nach meiner Haltung gefragt, genau genommen war es immer dieselbe Person, die mich danach gefragt hat. Meine Antwort war immer dieselbe, und zwar folgender Satz von Voltaire: "Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie sagen dürfen." Warum dieser einfache Satz mehrfach nicht als Haltung durchging, kann ich nicht sagen. Möglicherweise lag es daran, dass die Haltung des Fragenden eine andere war und mit hoher Wahrscheinlichkeit immer noch ist. Angesichts dieser aktuellen Bilder von der gestrigen Festnahme eines Mannes, den ich nicht kenne und dessen Meinung ich auch nicht unbedingt teile, der diese aber, meiner Meinung nach, trotzdem sagen können darf, erlaube ich mir eine Gegenfrage an die bereits erwähnte Person, die mich so oft nach meiner Haltung gefragt hat: Was soll passieren mit all den Menschen, die eine andere Meinung haben? Sollen sie alle festgenommen werden? Und wenn ja: Wohin sollen sie dann gebracht werden? Wie ist jetzt deine Haltung dazu?

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"CORONA 2020 - ICH WAR DABEI"


Abwehr stärken und Synergien nutzen!

Keine Ahnung, warum nicht ich auf diese geniale Merchandising-Idee mit den "Corona 2020 - Ich war dabei" T-Shirts gekommen bin. Dabei bin auch ich ein Fan von Corona, daran liegt es nicht. Zugegeben, am Anfang haben Corona und ich etwas gefremdelt. Aber das ist ganz normal, wenn man sich nicht kennt, dann hat man erstmal Angst und geht sich aus dem Weg oder versucht es zumindest. Aber dann, als klar war, dass Corona nur ein weiterer von unzähligen Mitbewohnern ist, mit denen wir uns den Blauen Planeten teilen müssen, und der sogar noch älter ist als wir Menschen, spätestens seitdem sollte es um ein friedliches Miteinander gehen. Mit meinen Darmbaktieren mache ich es schließlich auch nicht anders. Denn die brauche ich, zumindest einige von ihnen. Und mit Corona ist es, wie es aussieht, schon genauso gekommen. Corona braucht nicht nur uns, sondern wir brauchen auch Corona, wenn auch bisher nur fürs Merchandising.

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"People Are Crazy And Times Are Strange"




"People Are Crazy And Times Are Strange" ist aus obigem Song "Things Have Changed" von Bob Dylan, der heute Geburtstag hat, und weswegen ich heute nur noch Bob Dylan hören werde, nachdem ich bis eben Mozart gehört habe. Vorher geht es aber erstmal zum Flohmarkt auf dem Boxhagener Platz im Friedrichshainer Kiez, der heute endlich wieder stattfinden soll, wie mir einer von den Typen neulich erzählte, als ich ihn auf der Straße traf, die in der Simon-Dach-Straße Bücher verkaufen. Später an Tag geht es dann noch nach Spandau, um meine Sieben Bände Mozart gegen eine Mischbatterie mit Boiler für mein Gulag-Ressort einzutauschen. Ein schönes Tages-Programm für diesen sonnigen Tag, am dem es ab sofort nur noch die Musik vom Meister zu hören geben wird. - Happy Birthday Bob!

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Tausche Mozart gegen Mischbatterie


Mozart gegen Mischbatterie mit Boiler

Gut zwei Monate bin ich nun schon bei "Kurzarbeit Null", so der Fachbegriff für Menschen wie mich, die was ihren Beruf angeht komplett aus dem Verkehr gezogen worden und nur staatliche Almosen erhalten, weswegen viele Kollegen bereits dabei sind, unzählige Formulare auszufüllen und diverse Nachweise zu besorgen, um diese Almosen mit weiteren Almosen aufzustocken. Das konnte ich mir bisher dadurch ersparen, dass ich meinen kleinen Bauchladen, den ich bisher immer in meinem Taxi dabei hatte, einfach online gestellt habe. Du findest ihn im Internet bei Booklooker unter "TaxiBerlins BauchLaden" gefüllt mit Büchern, Filmen und Musik, von denen ich bisher wie gesagt immer eine Auswahl in meinem Bauchladen, einem kleinen roten Kinderkoffer, bei mir im Taxi dabei hatte. Ein Kollege fragte mich neulich, ob ich den BauchLaden als Geschäftsmodell und anstelle von dem ganzen zusätzlichen Almosen-Beantragungs-Terror empfehlen kann. Das kann ich leider nicht. So ein BauchLaden macht viel Arbeit, es gilt allerdings hier die Bauernregel, dass "Kleinvieh" nicht nur Arbeit sondern auch "Mist" macht. Ich betreibe meinen BauchLaden an erster Stelle aus Spass an der Freude. Ich freue mich einfach, wenn Menschen in meinem BauchLaden Bücher finden, die sie gerne lesen möchten, nach denen sie vielleicht schon einige Zeit gesucht haben, und die sie auch bezahlen können. Dieses "Kleinvieh", das wie gesagt auch "Mist" macht (also Kohle einbringt), bewahrt mich vor dem ganzen depressiv machenden Blödsinn, der das Ausfüllen von Formularen und das Besorgen von Nachweisen darstellt. Jetzt sieht es allerdings so aus, als würde das Geschäft an seine monetären Grenzen stoßen. Der Grund dafür ist, dass nicht nur ich keine Arbeit mehr habe und auf Almosen angewiesen bin, sondern auch noch viele andere Menschen. Letztendlich ist aber auch das kein Weltuntergang. In einem solchen Fall geht man einfach zum guten alten Tauschhandel über. Der Tauschhandel ist nämlich nicht neu, sondern den Tauschhandel gab es schon immer, so lange es Menschen gibt. Aktuell bin ich gerade dabei, obige Sieben Bändige Ausgabe von Mozarts Briefen und Aufzeichnungen gegen eine Mischbatterie und einen Boiler für ein Bad zu tauschen. Der Tausch soll heute Nachmittag in Spandau stattfinden. Die Mischbatterie und den Boiler brauche ich für Meinen Kleinen Gulag, den ich neulich in Gulag-Ressort umbenannt habe, und wo ich endlich ein Bad haben möchte, damit ich und auch meine Gäste nicht länger mit einem Spaten in den Wald gehen müssen zum Sch..... . Onkel Donald aus Amerika hat sich auch schon mit einem Scheck an dem Ausbau beteiligt. Und wenn du irgendwann keinen Bock mehr auf Almosen beantragen haben solltest und lieber etwas vernünftiges machen möchtest, dann kannst du dich gerne für mein Gulag-Ressort bewerben. Mein Angebot sieht kurz zusammengefasst so aus: sechs Stunden Arbeit an frischer Luft und bei einem fantastischen "one million dollar view" Ausblick bei freier Kost und Logie, allerdings ohne Internet. Deswegen ruf mich bei Fragen zu meinem Gulag-Ressort auch bitte nicht an, sondern schreib mir eine e-mail an: taxi.berlin(ät)gmx.de. Was nun den Tauschhandel angeht, da fällt mir gerade noch ein, über den habe ich auch ein Buch in meinem BauchLaden, den du wie gesagt im Internet bei Booklooker unter TaxiBerlins BauchLaden findest. Schau vorbei, es lohnt sich!

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23.05.2020

Post vom Pesidente


auf Spanisch

Seit Corona schreibe ich noch mehr e-mails und auch wieder richtige Briefe. Einer meiner neuen Brieffreunde ist Onkel Donald aus Amerika, ich hatte hier schon mal darüber geschrieben. Heute hatte ich nun eine Antwort vom Onkel Donald im Kasten, die war auf Spanisch, was wohl daran liegt, dass der Don kein Deutsch kann. Jedenfalls hatte ich ihm Deutsch geschrieben und angefragt, warum man ihn, also den Onkel Donald, niemals mit Schutzmaske sehen würde? Obwohl, neulich, da hat er eine getragen, da war mein Brief mit meiner Frage aber schon an ihn unterwegs. Heute nun die Antwort aus Amerika, das ging fix, allerdings auf Spanisch, wie gesagt. Da ich kein Spanisch spreche, kann ich nur erahnen, was Onkel Don mir schreibt. Wenn ich es richtig verstehe, antwortet er auf meinen Brief mit einer Gegenfrage, oder eher Bitte: Wenn ich ein Bild hätte, auf dem Angela Merkel eine Maske trägt, dann würde er das gerne habe. Ich habe auch schon nachgeschaut, konnte aber partout kein Foto von Angela Merkel mit Schutzmaske finden. Also, wenn du eins hast, ein Bild oder was auch immer, auf dem unsere Bundeskanzlerin eine Schutzmaske trägt, dann lass es mir zukommen, damit ich es Onkel Donald nach Amerika schicken kann. Der wollte sich wieder erkenntlich zeigen, so wie letztens, du weißt schon!

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Weil das Grundgesetz heute Geburtstag hat


Pantoffeln tragen und abwarten

Heute hat unser Grundgesetz Geburtstag, um genau zu sein, wird es heute 71 Jahre alt. Als es am 23. Mai 1949 verschiedet wurde, war es eigentlich als Provisorium gedacht, was es bis heute ist. Das erfährt der interessierte Leser des Grundgesetzes aus Artikel 146, der über "Die Geltungsdauer des Grundgesetzes", und dort liest sich das so: "Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist." - Das erklärt, warum die vielen, die dann aufstehen wollten, wenn das Grundgesetz in Gefahr ist, bis heute lieber in der Deckung oder gar im Tiefschlaf bleiben. Sie warten auf eine Verfassung.

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Über Wahrheit und Kunst und ihre Förderung




Neulich sendete mir eine befreundete Dokumentarfilmerin obiges Video mit der Frage zu, ob mir die darin enthaltenen, sich widersprechenden Aussagen von Angela Merkel bekannt wären. Da ich diese Frage kurz und knapp mit Ja beantworten konnte, blieb Zeit für eine Gegenfrage meinerseits, und zwar ob sie beabsichtige, die sich widersprechenden Aussagen der Bundeskanzlerin in ihren Film über die Entwicklung in unserem Land in den letzten Jahren einzubauen, an dem sie, wie ich weiß, seit einiger Zeit arbeitet. Daraufhin schrieb sie mir ehrlicherweise, wie das heutzutage nicht mehr unbedingt selbstverständlich ist, dass sie das nicht kann, weil es dann mit der Förderung von Öffentlich/Rechtlich, die jetzt bereits ungewiss ist, garantiert nichts werden würde, und ohne Förderung könne sie den Film nicht machen, von irgendetwas müsse sie schließlich auch leben. Das ist richtig, und auch: "Wessen Brot ich ess', dessen Lied ich sing'." Das schrieb ich der befreundeten Filmemacherin aber nicht, sondern ich antwortet ihr "nur" mutmachend mit dem bekannten Ingeborg Bachmann Zitat: "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar." Da es sich beim Dokumentarfilm, wenn er gut gemacht ist, auch um eine Kunst handelt, schickte ich ihr auch noch diesen Satz von Friedrich Nietzsche: "Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen." Gestern fand ich nun noch ein Zitat von Arthur Schopenhauer, dem Lehrer von Friedrich Nietzsche, das ich unbedingt noch hinzufügen möchte, deswegen überhaupt dieser Beitrag: "Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welcher ihrer nicht begehren: vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, dass selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiss sein kann."

Video SendVid
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22.05.2020

Von Schweden und Serbien lernen, heißt ...


Mainzer Straße
früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Früher hieß es, dass von der Sowjetunion lernen, siegen lernen heißt. Das scheint auf den ersten Blick nicht geklappt zu haben, denn die Sowjetunion gibt es nicht mehr. Aber was heißt das schon? Schließlich gibt es die DDR auch nicht mehr. Und haben wir nicht trotzdem viel vom Genossen Gorbatschow lernen können, beispielsweise Glasnost, also die "Gläsernheit", und die Perestroika, die Umgestaltung? Ich denke schon! Und nun ist es wieder so, dass wir von anderen Ländern lernen können. Ganz aktuell von Serbien, das heute seine Grenzen für alle Ausländer öffnet, ohne dass diese einen Corona-Test vorweisen oder sich in Quarantäne begeben müssen. Als halber Bulgare sind die Serben auch meine Nachbarn, und wie das manchmal so ist mit den Nachbarn: Mann kennt sie erstmal nicht, und in der Krise zeigen sie plötzlich, was in ihnen steckt. Mit Freunden ist es ganz ähnlich: Die wahren Freunde erkennt man immer erst, wenn die Sonne mal nicht scheint. Das Problem haben die Schweden, also im Winter, da ist es bei ihnen nicht ganz so hell wie bei uns, was aber nicht heißt, dass die Schweden nicht auch hell sein können. In Corona-Zeiten gehören die Schweden ganz offensichtlich zu den hellsten in Europa, wenn nicht gar weltweit. Ihr so genannter Sonderweg, für den bisher der Deutsche bekannt war und es immer noch ist, den Irrsinn eines landesweiten Lockdowns nicht mitzumachen, sondern auf Aufklärung anstelle von Angstmachen und Eigenverantwortung der Bürger zu setzen, zeitigt bereits erste Erfolge. Aktuell hat etwa jeder fünfte in Stockholm Antikörper gegen das Corona-Virus. Der ein oder andere erinnert sich, dass das ganz am Anfang, also nach der Verharmlosung des Virus, auch die Strategie unserer Bundesregierung war. Eine Durchseuchung (so der Fachbegriff) der Bevölkerung mit dem Virus, weil dieses bei ca. 70% Durchseuchung aufhört, auf andere Menschen überzugehen. Diese Zahl stimmt auch heute noch. Was angeblich nicht mehr stimmt oder zumindest umstritten sein soll, ist, dass Antikörper plötzlich nicht mehr schützen sollen, selbst vor demselben Virus nicht. Warum dann eine Impfung helfen soll, die genau solche Antikörper produziert, das ist im Moment das große Geheimnis. Mit Sicherheit finden sich dafür bald die passend gemachten Antworten. Ist die Erde vielleicht doch eine Scheibe? Oder gibt es Schweden und Serbien eventuell gar nicht? - Wer nichts weiß, muss alles glauben!

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"Profiteure der Angst"



Die Kommunisten hatten uns gewarnt: Der Kapitalismus braucht dumme Konsumenten! Dass es noch viel schlimmen kommen könnte, das haben sie nicht ahnen können. (Man kann die Kommunisten da durchaus in Schutz nehmen.) Insbesondere nicht, dass es so kommen könnte, dass schon der, der heute, so wie sie es ihrerzeit getan haben, nur fragt: Cui bono? - Wem zum Nutzen?, bereits zum Verschwörungstheoretiker oder auch Corona-Leugner und damit zum Staatsfeind erklärt wird. Das hätten sich selbst die bösen bösen Kommunisten nicht träumen lassen. Ich bin voller Hoffnung, dass die ganze Geschichte bald zu Ende geht, und dass es demnächst einen ganz ähnlichen Film geben wird wie obigen, möglicherweise auch wieder von ARTE, der darüber aufklärt, wer von der Angst, die seit Wochen verbreitet wird, profitiert oder es auch nur versucht hat.

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"Im Guten Glauben" am Ufer der Spree


Am ehemaligen Osthafen an der Stralauer Allee
früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

"Im Guten Glauben" ist im Original von Andreas Paul Weber und aus den fünfziger Jahren. Aktuell wird es gerade von Felix Gephart an eine Wand in der Stralauer Allee gesprüht. Diese Wand befindet sich genau genommen direkt am Ufer der Spree und ganz in der Nähe der Elsenbrücke im Friedrichshain. Felix Gephart ist ein deutscher Straßenkünstler aus Bochum, der seinen Master of Art in New York gemacht hat, und der auch schon das Buch "Wicked New York" mit seinen Bildern herausgebracht hat, in dem er die Geschichte der "Gangs of New York" richtig erzählt. So sagte er es mir gestern Abend, als ich ihn in meiner Funktion als Straßendoktor auf einem meiner obligatorischen Kiez-Spaziergänge auf dem Gelände des ehemaligen Osthafens traf. Zuerst sprachen wir natürlich über den Mann mit der Spritze auf seinem aktuellen Bild oben, der gar kein Mann ist, sondern ein auf seinen Hinterbeinen stehender Esel im weißen Kittel, der eine große Spritze in seinen Vorderhufen hält. Dabei steht er auf Büchern und scheint durch seine Brille am Betrachter vorbei in die Ferne zu blicken, während um ihn herum menschliche Skelette einen Totentanz aufführen. Was nun den Esel im Besonderen angeht, so erlaube ich mir als ehemaliger Cowboy und jetziger Donkeyman hinzuzufügen, dass der Esel gar nicht so dumm ist, wie die meisten Menschen denken - ganz im Gegenteil. Das Bild "Im Guten Glauben", im Original wie gesagt Andreas Paul Weber, das gerade von Felix Gephart an eine Wand auf dem Gelände des ehemaligen Osthafens gesprüht wird, ist noch nicht ganz fertig. Die menschlichen Skelette, die um den Esel mit der Spritze ihren Totentanz aufführen, müssen noch "herausgesprüht" werden. Du kannst also, und solltest es auch, dem Straßenkünstler bei seiner Arbeit über die Schulter schauen und dich bei der Gelegenheit auch mit ihm unterhalten, wie ich es gestern Abend getan habe, denn Felix Gephart hat einiges gesehen von der Welt. Beispielsweise New York, wo er mehrere Jahre gelebt hat und auch viel Taxi gefahren ist, weswegen er sich auch mit Taxifahrern auskennt. Lass dir bei der Gelegenheit unbedingt die Geschichte mit dem New Yorker Taxifahrer erzählen, der alles weiß (wie ich das mit dem Esel), wie das bei Taxifahrern oft der Fall ist, damit du weißt, wie du ihn beim nächsten Mal wählen kannst.

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21.05.2020

Die Maske - Eine Geste der Unterwerfung?


und auch keine Schutzmasken

Gestern habe ich gehört, dass man die Maskenpflicht auch als Geste der Unterwerfung auffassen kann, und seither geht mit dieser Satz nicht aus dem Kopf. Dass er mir nicht aus dem Kopf geht, führt nun dazu, dass ich mich aktuell frage, warum er mir nicht aus dem Kopf geht. Liegt es daran, dass der Satz eine Wahrheit oder zumindest eine Teilwahrheit enthält? Oder liegt es daran, dass ich mich frage, ob man einen solchen Satz überhaupt noch denken, geschweige denn aussprechen darf? Denn der Satz an sich könnte durchaus bereits eine Verschwörungstheorie darstellen, mit all seinen Konsequenzen. Oder eben auch nur eine "Verschwörungstheorie". Aber wer weiß das schon so genau? Wäre es da nicht besser, es gäbe ein eigenes Ministerium für Verschwörungstheorien. Irgendwo gab es doch auch schon mal ein Wahrheitsministerium, oder? In welchem Land war das jetzt gleich noch mal? Oder hatte ich davon nur in einem Buch gelesen? Und worum ging es jetzt überhaupt? Ach so, um die Frage, ob man die Maskenpflicht auch als Geste der Unterwerfung auffassen kann. Das würde ja bedeuten, dass es zu dieser Pflicht eine zweite Meinung gibt, wie es zu allen Dingen immer mindestens zwei Meinungen gibt. Gut, in der DDR war das natürlich nicht so, obwohl es auch da die Meinungsfreiheit gab. Jeder konnte seine Meinung frei sagen, ob er danach noch frei wahr, das stand auf einem anderen Blatt. Was nun die Maskenpflicht angeht, so kann ich dir da zwar auch nicht sagen, ob sie bereits eine Geste der Unterwerfung darstellt oder nicht. Was ich aber sagen kann, ist, dass ich in den letzten beiden Tagen, wo ich viel ohne Maske unterwegs war, sowohl auf den Straße und Plätzen, als aber auch in diversen Shopping-Malls und in kleinen Geschäften, ich nicht ein einziges Mal darauf angesprochen wurde, und ich auch meine vorbereitete Bescheinigungen nicht einmal vorzeigen musste, weswegen nunmehr auch ich ganz optimistisch in die Zukunft blicke.

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Die aktuelle Diversifikation


Für alle, die demnächst ein neues Gesicht brauchen
Revaler Str. / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

An dem ein oder anderen geht diese Diversifikation gerade dabei, deswegen möchte ich sie kurz beschreiben. Dass sie an vielen vorbeigeht, liegt am Lockdown oder was von ihm übrig geblieben ist. Diese aktuelle Diversifikation betrifft im ersten Moment "nur" die Sprache, in der Regel aber auch das Denken, so weit diese Funktion noch aktiviert ist. Die aktuelle Diversifikation besteht darin, dass auf dem Dorf alle Andersdenkenden neuerdings als "Nazi" bezeichnet werden. Praktisch ist es bereits so (wenn man in der Stadt wohnt, weiß man das nicht), dass auf dem Dorf "Nazi" das Wort "Nachbar" ersetzt hat. Auf dem Dorf spricht heute keiner mehr von Nachbar Sowieso, sondern von dem Nazi Sowieso, wobei es streng genommen "Nazi Sowieso" heißen müsste, aber selbst auf dem Dorf fehlt heute für die Anführungszeichen schon die Zeit. Wie soll es da erst in der Stadt aussehen?, fragst du dich nicht ganz zu Unrecht. In der Stadt ist es nun so, dass der Andersdenkende der Verschwörungstheoretiker ist, und das ausnahmslos. Warum man da jetzt auf ein so langes und vor allem auch schwer auszusprechendes Wort verfallen ist, das müssen zukünftige Sprachwissenschaftler, wenn nicht gar Hygieniker klären. Auch hier gilt, ganz genauso wie auf dem Dorf, dass die Anführungszeichen, die eigentlich angezeigt wären, weil um zu wissen, ob ein mutmaßlicher "Verschwörungstheoretiker" auch wirklich ein Verschwörungstheoretiker ist, es eben nicht ausreicht, den "Verschwörungstheoretiker" einfach nur in eine Schublade mit der Aufschrift Verschwörungstheoretiker zu legen. (Zumindest war das zu meiner Zeit so, als mir mein Professor eine Hausarbeit beispielsweise über ein Buch, dass ich nicht gelesen hatte, weswegen ich die Hausarbeit aus Sekundärliteratur praktisch abschreiben musste, wenn überhaupt, völlig zu Recht um beide Ohren gehauen hätte!) Was vielleicht nicht ganz nachzuvollziehen ist, aber mir immerhin doch verständlich weil menschlich erscheint, ist der Umstand, dass in den Städten die Anführungszeichen alleine deswegen weggelassen werden, weil das Wort Verschwörungstheoretiker an sich schon so lang und vor allem um einiges länger als der Nazi auf den Dörfern ist. Warum man in den Städten überhaupt vom Nazi (möglicherweise um sich vom blöden Dorf abzugrenzen?) zum Verschwörungstheoretiker übergegangen ist, könnte als zusätzliche Spaltung aufgefasst werden, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das selbst bereits wieder eine Verschwörungstheorie oder nur eine "Verschwörungstheorie" ist.

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"Für die Grippe, danach"


Der "Hoffnungsautomat"
Boxhagener Ecke Neue Bahnhofstraße
früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Gerade geträumt, es gibt etwas Neues, das war so neu, dass es noch keiner kannte, geschweige denn, dass es jemand verstanden hätte. Selbst die Erklärer, oder vielleicht besser: Verkäufer, taten sich schwer. Die einen versuchten es mit dem Rauchen, und dass es für Raucher ja auch an vielen öffentlichen, orangenen Mülleimern der Berliner Stadtreinigung (BSR) ein kleines Reservoir mit der Aufschrift "Für die Kippe, danach" gibt. Andere versuchten es wiederum mit der "Pille danach" zu erklären. Das Resultat war bei beiden das gleiche: Kein Mensch verstand, worum es geht. Mir ging es da nicht anders, weswegen mir dieser Beitrag alles andere als leicht fällt. Ich will ja auch nichts Verkehrtes schreiben. Aber wenn ich richtig geträumt habe, ging es um eine neue Grippe-Impfung, allerdings nach der Grippe. Viele fragten sich in meinem Traum, genauso wie du jetzt wahrscheinlich auch, warum nach einer Grippe-Welle geimpft werden sollte. Das wurde so erklärt, dass man das (noch) nicht verstehen würde, weil man das mit der Grippe schon nicht verstanden habe. Und das mit der Grippe konnte wiederum nicht verstanden werden, weil die praktisch schon vorbei war. Ein Teufelskreis, dieser Traum.

Foto&Text TaxiBerlin

20.05.2020

"Gib GATES keine Chance"


Allerdings mit "Zeitfenster"

"Gib GATES keine Chance" ist zwar aktuell neu, dann aber doch von "Gib AIDS keine Chance" der Achtziger abgekupfert. So weit - So klar. Aber ist "Gib GATES keine Chance" auch eine Verschwörungstheorie, wie gerne behauptet wird, oder nur eine "Verschwörungstheorie"? Hier lohnt ein Blick in einen Beitrag bei "Heise" bzw. "Telepolis", die (zumindest bisher) nicht durch Verschwörungstheorien aufgefallen sind. Dort erfährt der geneigte Leser in dem Artikel mit dem Titel "Über Impfstoffe zur digitalen Identität?" von Eric Wagner bereits am 1. Mai, was da evtl. auf uns zukommt und was auch schon an Gelder geflossen sind. So hat beispielsweise der Spiegel 2,5 Millionen und die Zeit immerhin 300.000 US-Dollar von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung (BMGF) erhalten. Darüber hinaus wurde das Robert-Koch-Institut (RKI) und die Charité, der Arbeitgeber von Professor Drosten, mit Spenden von mehreren hunderttausend US-Dollar bedacht.

Warum? Der ein oder andere hat es immer noch nicht mitbekommen: Bill Gates möchte 7 Milliarden Menschen impfen, natürlich nur zu ihrem Besten, das ist klar, denn eine Rückkehr zur Normalität ist nach Meinung des Impf-Papstes, der uns seinerzeit nur mit seinem Betriebssystem gequält hat, ohne Impfung ausgeschlossen. Ausserdem plant Bill Gates eine digitale Identität, auch bekannt als "ID2020" (nicht verwechseln mit "Agenda2010", das war Gerhard Schröder mit seiner Hartz-4-Armut-für-Alle). Ziel der "ID2020" ist auch nicht Armut für alle, den Job hat bereits Gerhard Schröder erledigt, sondern "eine personalisierte, portable, biometrisch verbundene digitale Identität, die auf Lebenszeit besteht." Auch hier ist natürlich Eile geboten, genauso wie bei der Impfung. Für die "ID2020" gibt es, warum auch immer, nur ein Zeitfenster von drei bis fünf Jahren. Denn "eine nicht-digitale Lösung des Identitätsproblems könne zum Ausschluss von Personen sowie zu Identitätsdiebstahl und Genozid (!) führen."

Das verstehst du nicht? Mach dir keine Sorgen, ich auch nicht! Es gibt zwei Möglichkeiten, so denke ich: Entweder sind wir beide zu blöd, oder wir sind bereits Verschwörungstheoretiker - vermutlich aber nur "Verschwörungstheoretiker".

Foto&Text TaxiBerlin

Mein Leben ohne Schutzmaske (Fortsetzung)


Ausfüllen und immer zusammen bei dir führen
(am besten in einer Folie zum Schutz)

Als Straßendoktor kommt mir einiges zu Ohren, so dass ich oftmals mehr weiß, als jemand, der nur in seinem Büro abhängt oder jetzt zu hause rumsitzt. Mein Leben ohne Schutzmaske bekommt gerade eine neue Wendung, und du darfst dabei sein. Wie ich soeben erfahren habe, gibt es, wie immer und überall und so auch beim Tragen der Schutzmaske Ausnahmen. Du kannst diese selbst hier im Internet bei der Kassenärztlichen Vereinigung nachlesen. Der wichtigste Satz ist dort: "Ein ärztliches Attest ist nach dieser Rechtsverordnung nicht vorgeschrieben." Auch du kannst dir also den Gang zum Arzt, der sich möglicherweise das Ausstellen eines Attestes noch entlohnen lässt, sparen und dir einfach selbst eine Bestätigung ausstellen, dass es dir unzumutbar ist, eine "nicht-medizinische Alltagsmaske oder eine Mund-Nasen-Bedeckung" zu tragen. Ich empfehle sich dazu auch die Seite der Kassenärztlichen Vereinigung auszudrucken, und dort den Satz "Ein ärztliches Attest ist nach dieser Rechtsverordnung nicht vorgeschrieben." zu unterstreichen, damit man ihn sofort findet, und beides zusammen in einer Folie zum Schutz immer bei dir zu tragen.

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Bürgerkrieg begonnen


Auf dem Weg zur Anti-Corona-Demo
(Teilnahme auf eigene Gefahr)

2. August 1914, Weltkrieg begonnen, war im Schwimmbad - so kommentierte der Schriftsteller Franz Kafka sinngemäß den Ausbruch des Ersten Weltkriegs in sein Tagebuch. Der mögliche Beginn des Bürgerkrieges in unserem Land, der am Samstag den 16. Mai begann, dürfte vor diesem Blogeintrag in noch keinem Tagebuch festgehalten worden sein. Am 16. Mai wurde ein 54-jähriger Mann und seine 38 und 45 Jahre alten Begleiter in Stuttgart (ausgerechnet in Stuttgart!) auf dem Weg zur Anti-Corona-Demo auf dem Cannstatter Wasen angegriffen. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Tötung, denn der Mann schwebt bis heute in Lebensgefahr. Auch die beiden Begleiter wurden verletzt. Die Angreifer werden im linken Spektrum vermutet. Der Bürgerkrieg hierzulande hat möglicherweise bereits begonnen, und niemand will etwas gehört, gesehen oder bemerkt haben.

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19.05.2020

Das Ding mit der BILD-Zeitung



BILD vom 27.04.2020

Der ein oder andere hat es bereits mitbekommen: Bei BILD werden seit einiger Zeit ganz neue Töne angeschlagen, beispielsweise dieser hier: "Es gibt keine Herdenimmunität dagegen, historisch katastrophal falsch zu liegen." Das sagt nicht irgendjemand bei BILD über die so genannte Corona-Krise, sondern der BILD-Chef Julian Reichelt höchstpersönlich, und zwar bereits vor gut drei Wochen. Würde nun nicht ausgerechnet BILD diesen Satz aussprechen, kaum einer hätte ihm widersprochen. Aber wenn BILD es sagt, dann muss es natürlich verkehrt sein. Auch das so weit klar. Dass BILD heute dieses Problem hat, daran hat BILD selbst beigetragen, denn "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht ..." - Ganz anders und gleichzeitig auch wiederum ganz ähnlich verhält es sich mit meiner Seite. Niemand würde bei "Unwahren Geschichten ..." auf die Idee kommen, ausgerechnet dort "Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit" zu suchen, oder? - Eine Frage bleibt: Woher kommen diese neuen Töne bei BILD? Vor nicht allzu langer Zeit hat sich eine bekannte amerikanische Heuschrecke bei BILD eingekauft, das ist bekannt. Warum sich eine amerikanische Heuschrecke ausgerechnet in das wenig profitable Zeitungsgeschäft in Deutschland einkauft, ist nicht bekannt. Da muss sich ein jeder selbst einen Reim drauf machen. Was nun den Satz "Es gibt keine Herdenimmunität dagegen, historisch katastrophal falsch zu liegen." angeht, mit dem halte (Haltung!) ich es wie mit dem Wetterbericht: Der könnte stimmen, selbst wenn er in der BILD-Zeitung steht.

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"Arm, aber sexy" heute


Rathaus Friedrichshain in der Frankfurter Allee 35/37
früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Es gibt Leute, denen geht es gerade so gut wie nie zuvor, weswegen sie auch optimistisch in die Zukunft schauen wie Mark Zuckerberg von Facebook in meinem Traum trotz seiner Verhaftung, um genau zu sein: wegen ihr. Dieser Personenkreis dürfte gerade zu einer immer kleiner werdenden Minderheit werden, wie Mark Zuckerberg selbst schon immer einer sehr kleinen Minderheit angehört hat. Vielen geht es auch im reichsten Land Europas, wenn nicht gar der Welt, jetzt schon gar nicht gut und bald werden wohl noch mehr dazu kommen. Gut, so schlecht, dass sie sich wie eben beobachtet direkt vor dem Rathaus in der Frankfurter Allee 35/37 auf den Bürgersteig legen, geht es derzeit nur wenigen. Hoffen wir, dass das auch so bleibt.

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Sanfte Oligarchen


Wenn Träume wahr werden

Geträumt, dass Guerillas bei den Big Five, also bei Facebook, Amazon, Microsoft, Google und Macintosh, den Sanften Oligarchen und größten Profiteure der derzeitigen Krise eindringen. Wie ihnen das gelungen ist, bleibt das Geheimnis des Traums. Die Big Five sollen jedenfalls enteignet werden, ihre Sachen packen und irgendwo hingebracht werden. Wohin genau, blieb unklar, jedenfalls nicht auf ihre keimfreien Jachten, so viel ist klar. Dann sah ich Facebook Mark Zuckerberg in seinem Schlafzimmer, wie er gerade einen Frottee-Schlafanzug in seinen Rollkoffer legte. Dazu hatte er fünf Minuten - immerhin. Mark war gar nicht überrascht. Das überraschte mich nun wiederum. Das war der Moment, wo ich eingriff. Das geht, man kann in seine Träume eingreifen. Zugegeben, das ist nicht einfach. Das ist, wenn du so willst, die höhere Schule des Träumens. Jedenfalls fragte ich Mark, warum er nicht überrascht sei. Mark Zuckerberg meinte daraufhin, dass damit zu rechnen war, weil bei ihm doch auch alles nur zusammengeklaut wäre, genauso wie bei den russischen Oligarchen, seine großen Vorbilder. Denn die mussten noch selbst klauen gehen, richtig Leute bedrohen, ihnen körperliche Schmerzen zufügen oder ganz und gar aus dem Weg zu schaffen. Selbst die Idee, Menschen zusammenzubringen, ist geklaut oder zumindest nicht neu. Solange es Menschen gibt, kamen sie zusammen. Ihm, also Mark, geben die Leute dagegen ganz freiwillig, was er braucht, und womit er reich geworden ist. Das ist auf die Dauer auch total langweilig und völlig unbefriedigend, einfach nur irgendwelche Daten weiterzugeben oder wegen ihm auch zu verkaufen. Mark hoffte zum Schluss noch, dass sein Leben jetzt endlich einen Sinn bekommt. Er war wegen der Festnahme erleichtert und blickte optimistisch in die Zukunft.

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18.05.2020

Das Psychogramm eines Mitläufers




Viele fragen sich, woher die vielen Mitläufer kommen, die es übrigens nicht nur in der DDR gab. Genau genommen ist es so, dass es heute weit mehr Mitläufer gibt als früher im Osten. Du triffst sie zum Beispiel in den zahlreichen Shopping-Höllen, von denen jeden Tag eine neue öffnet, um der wachsenden Schar der Mitläufer her zu werden. Am Samstag war es beispielsweise auf dem Alexanderplatz, wo es eine Vielzahl von Shopping-Höllen gibt, so: Der Alexanderplatz war praktisch komplett von der Polizei gesperrt, niemand ist mehr auf dem Alexanderplatz gekommen. Eine Ausnahme gab es: Wenn du gesagt hast, so wie ich, dass du bei "Primark" shoppen willst, durftest du auf den Alexanderplatz. Aber keine Sorge, ich war natürlich nicht bei "Primark", denn "Primark" ist für mich vielleicht nicht gleich die Hölle, so doch zumindest die Vor-Hölle. Fest steht auf jeden Fall: Solange du konsumierst, geht es dir gut, bist du ruhig gestellt, ist die Welt in Ordnung, das wichtigste im Leben eines Mitläufers. Dass es mit dem Massen-Konsumieren bald vorbei sein wird, ist das aktuelle Problem des Mitläufers. Bald wird der Mitläufer nicht mehr in die Shopping-Höllen laufen können, einfach weil er gar nicht mehr das Geld dafür hat. Bevor der Mitläufer bald woanders mitlaufen wird, rasch noch einen Blick zurück in die Vergangenheit, sozusagen in die Geburtsstätte des Mitläufers. Die Geburtsstätten des Mitläufers, und ich beziehe mich da ausdrücklich mit ein, das sind unsere Schulen, unsere Kitas und vor allen auch unsere Krippen. Du glaubst mir nicht? Dann lausche den beiden hochkarätigen Experten in obigem Video!

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17.05.2020

Die richtige Haltung


findest auch du auf der Straße

Meine Ausdauer wurde belohnt, endlich bin ich fündig geworden, und zwar in Sachen Haltung. Der Hintergrund ist zum einen der, dass speziell im Taxi eine gute Sitzhaltung das A und O ist, will man lange als Taxifahrer arbeiten. Hinzu kommt, dass ein jeder heute Haltung zeigen soll, aber niemand wirklich weiß, was die richtige Haltung ist. Gefunden habe die richtige Haltung einmal mehr auf der Straße, wo auch du sie finden kannst. Im Moment liegen viele Dinge auf der Straße und natürlich auch auf dem Bürgersteig herum. Die meisten Sachen fässt du aber besser gar nicht erst an. Jetzt nicht wegen Corona, sondern weil sie einfach nicht für dich bestimmt sind. Dafür musst du einen Blick entwickeln, sonst befleckst du dich nur unnötig und verlierst darüber hinaus viel Zeit. Normalerweise findest du die besten Sachen am Monatsende oder am Monatsanfang auf der Straße.

Aber wir leben nicht in normalen Zeiten, in Berlin schon mal gar nicht. Hier kannst du praktisch zu jeder Tages- und auch Nachzeit raus auf die Straße gehen, und du findest immer irgendetwas, manchmal sogar das, was du gerade suchst. Letzte Woche zum Beispiel, da habe ich Unterteller für meine Pflanzen gesucht, die ich gerade mit frischer Erde versehen umgetopft hatte. Ob du es glaubst oder nicht, ich habe die Unterteller direkt vor meiner Haustür gefunden. Und gleich an der nächsten Ecke habe ich heute das Buch gefunden, von dem ich dir erzählen möchte. Es ist von Samy Molcho und heißt "Körpersprache" und ist angeblich sogar "Das Standardwerk zum Thema Körpersprache", was uns aber an der Stelle nicht weiter interessieren soll. Lass uns mal zusammen reinschauen in das im Januar 1996 erstmals bei Goldmann erschienene Taschenbuch. Schon auf Seite 87 geht es um die Haltung, wo wir folgendes dazu erfahren:

Objektiv steht man gerade, wenn sich das Knochengerüst des Körpers ohne Muskelanstrengung im Gleichgewicht befindet. Der Kopf ruht waagrecht im Nacken und der Blick ist geradeaus gerichtet. Die Schultern hängen gerade, Hände und Arme locker entlang des Körpers. Kopf, Hals und Wirbelsäule sind in eine gerade Linie gebracht, der Brustkorb hängt ohne Druck oder Zug in der Wirbelsäule. Das Becken unterstützt in gerader Position die darauf ruhenden Körperteile, die Beine schaffen in Beckenbreite die Verbindung zur Erde, tragen das Gewicht des gesamten Körpers, das gleichmäßig zwischen Ferse und Ballen verteilt ist. Wir haben das ganze Skelett in eine vertikale Linie gebracht, und durch den Zug der Schwerkraft stabilisiert sich der Körper; es ist, als sei er wie an einer Kette von oben gehalten. Die Energie strömt gleichmäßig durch die Muskeln den Körper hinauf und hinunter und schafft eine elastische Beziehung zur Erde und Raum. Solange dies geschieht, begegnen wir der Welt harmonisch.

Natürlich ist das nicht immer der Fall, genau genommen ist es sogar die Ausnahme, denn Samy Molcho schreibt weiter:

Objektiv stehen nämlich nur wenige Menschen wirklich gerade. Was sie subjektiv als gerade Haltung empfinden, ist bei den meisten Menschen eine nach vorne hängende Haltung, die die Wirbelsäule mit einiger Muskelanstrengung belastet. Wenn ich diese Stellung zu einer objektiv geraden Haltung korrigiere und den Oberkörper zurücknehme, so haben die meisten das Gefühl, gleich auf den Rücken - oder umgekehrt: auf die Nase - zu fallen.

Dann kommt schon die Zusammenfassung, und die liest sich so:

Das ist wieder ein Beispiel dafür, dass jeder als richtig interpretiert, was er gewöhnt ist: Der Mann wird behaupten, er stehe objektiv gerade, obwohl das nicht der Fall ist und nur subjektiv so empfunden wird. Objektiv belastet dieser Mensch seine Körperenergie nämlich beträchtlich und ständig, weil jede Abweichung von der objektiv geraden Haltung einen erheblichen Energieaufwand erfordert. Um das Gleichgewicht herzustellen und den Körper aufrecht zu halten, müssen wir diese Belastungsunterschiede kompensieren. Wenn beispielsweise der Brustkorb nach hinten zieht, so geht der Bauch automatisch nach vorn.

Dann folgen vier Abbildungen, von denen zwei so interessant sind, dass ich sie am liebsten abfotografiert hätte, damit du sie dir direkt ansehen kannst. Das habe ich aber ganz bewusst nicht gemacht, denn mit etwas Glück findest du das Buch bald selbst auf der Straße, und dann wäre es doch Schade, auch um den Autor und vor allem um den Fotografen der Bilder, wenn ich dir schon alles zur Haltung, in dem Fall zur falschen, verraten hätte. Deswegen hier nur der Begleittext, und da beginne ich mit dem zum ersten der beiden Bilder:

Die eingesunkene Brust ist Ausdruck der Inaktivität.

Das war's schon, jetzt noch der Text zum letzten Foto. Dessen Beschreibung ist nicht nur so genau, dass sich ein jeder die falsche Haltung bildlich vorstellen kann, zumindest geht es mir so, sondern sie hat es darüber hinaus auch in sich, insbesondere das Ende:

Ein Kopfmensch. Der vorgeschobene Kopf behauptet: Ich kann alles besser erklären! Brust und Hände sind zurückgehalten und signalisieren: Machen soll das freilich ein anderer!

Zitate Samy Molcho
Foto&Text TaxiBerlin

Unglücklich der Mensch, der Feinde braucht


Karl-Liebknecht Ecke Spandauer Straße
früher Mitte / heute Neue Mitte

Ich bin mir nicht sicher, ob das "DDR-Museum" gegenüber vom Berliner Dom gestern geöffnet hatte, vermutlich aber nicht. Dafür gab es Geschichtsunterricht umsonst und unter freiem Himmel und ganz praktisch am traditionellen Ort, also genau dort, wo bereits am 7. Oktober '89 sich friedlich versammelnde Menschen "Gorbi", der sich zu diesem Zeitpunkt im jetzt nicht mehr vorhandenen "Palast der Republik" aufhielt, um Hilfe anriefen. Genau an dieser Stelle trafen auch gestern massive Polizeikräfte auf sich friedlich versammelnde Bürger. Die knapp tausend Menschen kamen, das war gestern anders als damals, von der Siegessäule auf dem Großen Stern, hatten also bereits gut vier Kilometer hinter sich, und zwar um genau zu sein die Straße des 17. Juni, das Brandenburger Tor mit dem Pariser Platz, Unter den Linden und die Karl-Liebknecht-Straße, wo sie Ecke Spandauer Straße von der Polizei gestoppt wurden. Die Polizei wollte vor allem verhindern, dass der lange Zug bis zum Alexanderplatz vorstieß, denn der war zu dem Zeitpunkt bereits gut gefüllt. Das ganze natürlich nur wegen der Hygiene, das ist klar, auch wenn diese die gut vier Kilometer zuvor keine Rolle gespielt hatte. Warum ein Mann, der der Polizei fragend zurief: "Wir sind friedlich, was seid ihr?" von der "Halt die Schnauze!" zur Antwort bekam, konnte nicht geklärt werden. Immerhin hat der Mann keins auf die Schnauze bekommen. Dass die Demonstrierenden am Weitergehen gehindert wurden, hat möglicherweise aber wirklich Schlimmeres verhindert, denn auf der anderen Straßenseite wartete bereits "Antifa" und "Linke", zwar ohne eine Agenda, dafür aber den "Feind" gegenüber fest im Blick. Auch das ein großer Unterschied zu früher, wo es keine "Antifa" und auch keine "Linken" gab, die die Volkspolizei unterstützt hätte. Der größte Unterschied scheint mir aber zu sein, dass es heute keinen "Gorbi" sprich Gorbatschow gibt, den man um Hilfe bitten könnte. Und auch die Richtung, in die es gehen soll, scheint nicht mehr klar zu sein. Es ist zu befürchten, dass wir in unserem Land gerade dabei sind, die Richtung zu verlieren, wenn wir sie nicht schon verloren haben. Um eine gemeinsame Richtung ganz ohne Hilfe von aussen zu finden, denn diese wird diesmal nicht kommen, müsste man sich an einen Tisch setzen, miteinander reden, und nicht nur übereinander! Vielleicht müssen wir ganz neu beginnen und wieder lernen, den anderen ausreden zu lassen, und das, das mein Vorschlag, was der andere gesagt hat, mit eigenen Worten wiederzugeben, ohne dabei den Sinn des gesagten zu entstellen. Eine ganz hohe Kunst! Vor allem sollten wir endlich aufhören uns gegenseitig zu bekriegen. Denn wer ständig einen Feind braucht, gegen den er in den Krieg ziehen kann, sollte sich selbst einmal fragen, was mit ihm nicht stimmt. Brechts "Unglücklich das Land, das Helden nötig hat." erlaube ich mir umzuformulieren in: Unglücklich der Mensch, der Feinde braucht.

Foto&Text TaxiBerlin

Stalinismus? - Nein Danke!


Gestern Nachmittag auf dem Alexanderplatz

Anders als bei der Frage, was zuerst da war, das Huhn oder das Ei, ist dies bei den Samstags-Demos klar: Zuerst war die Hygiene-Demo da, und erst danach die Gegen-Demos der "Linken" und jetzt auch der "Antifa". Dass letztere die Hygiene-Demo, also die, die zuerst da war, gestern als die "Gegen-Demo" bezeichneten, hätte, wäre die Lage nicht so ernst, leicht als eine Szene aus einem Film von Monty Python (der ein oder andere erinnert sich: Volksfront von Judäa vs. Judäische Volksfront) durchgehen können. Da ich nicht Monty Python sondern Taxifahrer bin, fasse ich "Linke" und "Antifa" in "Linke" zusammen, und da musste ich beobachten, dass die "Linken" selbst in der Regel keine Agenda haben. "Linke" wissen momentan meist nur, wogegen sie sind. Ihre Gegner, die sie bekämpfen müssen (Wohl dem, der keinen Gegner braucht, und der nicht immerzu in den Krieg ziehen muss!), sind "Verschwörungstheoretiker", "Spinner", "Wirrköpfe" und "Aluhüte". Apropos "Aluhüte": Wer noch nie einen "Aluhut" mit eigenen Augen gesehen hat, sollte unbedingt zu einer Hygiene-Demo gehen, alleine deswegen lohnt sich das Kommen, denn dort gibt es den ein oder anderen Teilnehmer, der einen solchen auf hat. Es gibt sie also wirklich, die "Aluhüte"! - Nicht zu vergessen natürlich die "Nazis", der vielleicht wichtigste Gegner der "Linken". Wer ein "Nazi" und darüber hinaus ein "Verschwörungstheoretiker", ein "Spinner", ein "Wirrkopf" oder "Aluhut" ist, das bestimmen "Linke" praktischerweise gleich selbst. Es gibt aber auch Ausnahmen bei den "Linken", wie zum Beispiel obiger Vertreter (Foto), der eine eigene Agende hat. Erst einmal ist aber auch er gegen etwas, und zwar gegen die "Querfront" (War "Quer" zu sein nicht bis eben noch ganz toll und total super?); darüber hinaus gibt er aber auch noch vor zu wissen, wofür er steht: "Rotfront statt Querfront". Über die "Querfront" könnte man sich jetzt wie gesagt streiten, wozu aber keine Zeit ist, und man redet sowieso lieber übereinander statt miteinander. Die "Rotfront" ist immerhin einmal klar, zumindest für den, der sich auch nur ein klein wenig mit unserer Geschichte auskennt. Denn "Rotfront" war der Gruß des Rotfrontkämpferbundes. Der Grüßende musste dabei seinen rechten Unterarm ruckartig, also zackig, bis auf Kopfhöhe anheben und mit seiner Hand eine geballte Faust formen, deren Handrücken vom Betrachter abgewandt, sprich nach hinten gerichtet, war. Der Rotfrontkämpferbund war ein paramilitärischer Kampfverband der Kommunistischen Partei Deutschlands in der Weimarer Republik. In der Tradition der Rotfrontkämpfer standen nach dem Zweiten Weltkrieg die Kampfgruppen der DDR, auch Kampfgruppen der Arbeiterklasse oder Betriebskampfgruppen genannt, die unter anderem beim Mauerbau mithalfen und direkt in den Stalinismus führten. Keine Ahnung, ob der junge Mann mit dem Plakat "Rotfront statt Querfront" das weiß. Und was wäre schlimmer: Dass er es weiß, oder dass er es nicht weiß? Im Zweifel für den "Angeklagten", sprich: er weiß es nicht. Dann gilt: Wer nichts weiß, muss alles glauben.

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16.05.2020

Der Schwedische Weg ist kein "Sonderweg", sondern einfach nur ein anderer Weg




Zu allem gibt es immer mindestens zwei Meinungen oder eben auch Wege. Der Schwedische Weg ist deswegen kein "Sonderweg", sondern einfach nur ein anderer Weg. In Schweden setzt man auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. In Deutschland ist das angeblich nicht möglich. Oder vielleicht schlichtweg nur Ausdruck eines anderes Menschenbildes? In Schweden jedenfalls legt man Wert darauf, die Bürger nicht zu bevormunden. Hierzulande verordnet man den Menschen lieber einen Maulkorb, Verzeihung Schutzmaske. Auch in dieser insgesamt ganz ordentlichen ARTE-Dokumentation darf die Angst natürlich nicht fehlen. In diesem Fall ist es die Angst davor, dass die Krankenhausbetten nicht ausreichen würden. Da empfehle ich, sich sein eigenes Bild zu machen, am besten direkt vor der eigenen Haustür. Beispielsweise in dem neuerrichteten Krankenhaus auf dem Berliner Messegelände. Dort wurde für 31 Millionen Euro eine Halle leerer Betten errichtet, das sagt zumindest BILD. Du findest die Fehlinvestition in der Halle 26, am besten erreichst du sie über die Charlottenburger Jafféstraße unweit des S-Bahnhofs Messe-Süd.

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Mein Leben ohne Schutzmaske


So sehen sie aus: "Meine Instrumente"

Wie ich bereits hier und auch hier schrieb, habe ich immer noch keine Schutzmaske. Nach nun knapp drei Wochen der Pflicht eine solche zu tragen, kann ich sagen, ein Leben ohne Schutzmaske ist möglich. Als erstes braucht man einen Zollstock. Auf dem muss nicht unbedingt "Berlin" draufstehen, wie auf meinem, den ich vor vier Wochen auf dem Alexanderplatz geschenkt bekam. Der Zollstock muss an erster Stelle voll funktionsfähig sein, damit du immer und überall den vorgeschriebenen Mindestabstand überprüfen kannst. Das ist wichtig, denn die Leute heute müssen alles und jedem glauben, weil sie praktisch selbst gar nichts mehr wissen und demzufolge das, was sie nicht wissen, auch nicht überprüfen können. Neben dem Zollstock führe ich auch immer eine kleine Spraydose mit mir, wie beispielsweise Asthmatiker sie benutzen. Meine Spraydose habe ich irgendwann einmal auf der Straße gefunden. Wofür bzw. wogegen sie genau hilft, das weiß ich nicht. Das ist auch unerheblich, solange du sie nicht nutzt. Zur Spraydose empfiehlt es sich, ein ärztliches Attest immer bei sich zu führen. Das fehlt mir, weil ich die Spraydose wie gesagt gefunden habe und ich auch kein Asthmatiker bin. Ich gehe aber davon aus, dass ein selbstgeschriebener Attest ausreicht, weil er von den Leuten, die beispielsweise bei Aldi die Tür machen, sowieso nicht gelesen werden kann. Du musst unten nur einen großen Stempel drauf machen, beispielsweise aus dem Stempel-Set deiner Kinder. Der Stempel ist unbedingt wichtiger als der Text. Spontan würde ich ein Smiley oder irgendein anderes möglichst positives Emoji als Motiv empfehlen, das kommt immer gut an. Dann, und das ist vielleicht das allerwichtigste, brauchst du einen Tuch. Im Taxi habe ich immer ein Tuch um den Hals getragen, um dem Taxifahren einen intellektuellen Touch zu geben. Für mich ist ein Tuch um den Hals also nichts Neues, für viele Menschen ist es das aber. Denke einfach daran, dass ein Tuch um den Hals nicht nur gut aussieht, sondern auch von jedem Heilpraktiker empfohlen wird. Warum? Weshalb? Wieso? - Das soll jetzt nicht interessieren! Es stimmt auf jeden Fall, und ein paar Sachen musst du mir auch einfach mal glauben. Mein Tuch ist von "Armani", die genaue Bezeichnung ist "AX - Armani Exchange" und in Indien hergestellt. Ich habe es irgendwann einmal auf der Straße, genauer auf dem Flohmarkt gefunden, wie ich alle wichtigen Dinge in meinem Leben auf der Straße gefunden habe und immer noch finde, auch weil ich mir als Taxifahrer ein neues Tuch von "Armani" natürlich überhaupt nicht leisten kann. Das Tuch um den Hals, das bei mir von "Armani" in Indien produziert und aus Leinen ist, brauchst du, damit du dir ein Zipfel von ihm zur Not vor die Nase und auch vor den Mund halten kannst. Das reicht auch ganz offiziell aus als Schutzmasken-Ersatz, ist also ganz legal, und ist darüber hinaus eine gute Vorbereitung auf die vielen Ersatz-Produkte, die uns in ganz naher Zukunft ins Haus stehen, weil wir uns die Originale einfach nicht mehr leisten können, höchsten noch vom Flohmarkt. Was bei meinem Original "AX - Armani Exchange" Tuch nicht optimal ist, das ist die Farbe. Wenn du es einrichten kannst, dann besorge dir ein farblich auffälligeres Tuch. Ich wurde neulich nämlich schon am Eingang zur Post angeschnauzt, ich solle mein Tuch richtig umbinden. Man kann das machen, muss es aber nicht. Ich habe es in dem Fall nicht gemacht, sondern den Post-Blockwart, mein Tuch noch fester auf Nase und Mund pressend, einfach ignoriert. Das geht auch.

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Der Angtsmacher




Zu den aktuellen Angstmachern, auch wenn er zugegeben nicht der größte ist, zählt auch unser Präsident Frank-Walter Steinmeier. Der hat zwar praktisch nichts zu melden, muss nur hin und wieder das ein oder andere Gesetz unterschreiben und darüber hinaus vor allem grüßen können, weswegen er in der Vergangenheit auch gerne als "Grußonkel" bezeichnet wurde. Keine Ahnung, ob das jetzt noch angezeigt ist, oder ob man das überhaupt noch darf. Sicher dagegen ist, dass auch unser Präsident die Gefahr, die durch das Corona-Virus ausgeht, nicht wirklich ernst nimmt, wenn er sich sogleich, wie in obigem Film zu sehen, nachdem die Kamera aus ist, sich seiner Schutzmaske entledigt. Gut, mit "nur" 64 Jahren gehört Frank-Walter Steinmeier nicht unbedingt zur Risikogruppe. Aber hat er nicht neulich erst seiner Frau eine Niere gespendet? Es kann natürlich auch sein, dass Frank-Walter Steinmeier "nur" denkt, das Corona-Virus könne ihm nichts anhaben, weil er Präsident ist. Wie ich bereits hier schrieb, habe ich selbst noch nicht mal 'ne Schutzmaske, weswegen ich der letzte bin, der sich über das Verhalten unseres Präsidenten aufregt. Das Video wurde mir von einem befreundeten Filmemacher zugespielt, der es wohl für wichtig hielt. Für mich bestätigt es nur das, was ich bereits wusste. Wenn du jetzt wissen willst, wie auch du ohne Schutzmaske durchs Leben gehen kannst, dann bleibe dran, warte auf den nächsten Beitrag und bleib vor allen Dingen gesund!

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Text TaxiBerlin

Das Allerneuste aus TaxiBerlins Bauchladen


Ganz neu im Angebot

In meinem Bauchladen habe ich nicht nur Bücher zum Lesen im Angebot, sondern auch Bücher für Notizen, sprich Notizbücher. Der letzte Treffer, den ich da mit meinem Bauchladen gelandet habe, waren Notizbücher mit der Aufschrift "Dinge, die ich nicht laut aussprechen kann", die sich extrem gut verkauft haben. Offensichtlich gab und gibt es, so weit ich das beurteilen kann, bis heute einen ganz großen Bedarf an Möglichkeiten und auch Orten, einfach auch mal Sachen auszusprechen ("Sagen, was Sache ist!") oder eben auch nur aufzuschreiben. Nun habe ich ein neues Notizbuch in meinem Bauchladen im Angebot, das nicht nur farblich ganz toll gestaltet ist, sondern darüber hinaus den schönen und vor allem aktuellen Titel "Logbuch der Angst" trägt. Obwohl ich zusammen mit meinem Bauchladen, den ich immer in meinem Taxi dabei hatte, jetzt schon seit einiger Zeit weg von der Straße und bei "Kurzarbeit Null", so der Fachbegriff, angekommen bin, geht der Verkauf aus ihm weiter, und zwar von zu hause aus. Jetzt muss ein jeder selber sehen, wo er bleibt. Manch ein Kollege stellt sich beim Sozialamt an, andere machen aus ihrem Privatauto ein Schwarztaxi (was nicht wirklich neu ist, auch das hatten wir schon mal), und ich verkaufe halt Sachen aus meinem Bauchladen. Wenn jeder an sich denkt, ist eben auch an alle gedacht. Und wenn du jetzt auch an mich denken würdest und ein Buch oder auch "nur" mein nagelneues "Logbuch der Angst" Notizbuch bestellen würdest, dann bräuchtest du dich auch nicht mehr so sehr um Menschen am anderen Ende der Welt zu sorgen, was auch richtig und gut ist, aber eben auch wohlfeil, weil es vor allem dazu dient, dass an erster Stelle du selbst dich besser fühlst, und es vor allem nichts kostet. Mein nagelneues Notizbuch "Logbuch der Angst" kostet 9,99 €. Ich weiß, das ist nicht gerade ein Schnäppchen, aber es ist eben nicht aus China, selbst der Fotograf des Covers nicht, der ist zur Hälfte aus Bulgarien - immerhin. Aber ich habe keine Sorge, dass ich meine neuen Notizbücher nicht loswerden würde. Das Gute setzt sich am Ende immer durch. Und wenn ich mit dem "Logbuch der Angst" den Nerv der Zeit getroffen haben sollte, wovon auszugehen ist, oder ich mit meinen neuen Notizbüchern ganz und gar wieder einmal einen neuen Trend setzen sollte, was nicht auszuschließen ist, dann verkauft sich mein "Logbuch der Angst" praktisch von selbst. Deswegen solltest du, wenn du ein Exemplar haben möchtest, nicht lange zögern, denn auch in meinem Bauchladen gilt: "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!". Ruf mich bitte nicht an, sondern sende noch heute deine Bestellung für dein ganz persönliches "Logbuch der Angst" per e-mail an: taxi.berlin(ät)gmx.de

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15.05.2020

Demokratie? - Find ick jut!


Boxhagener Ecke Kynaststraße
früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Die Demokratie lebt vom Wiederspruch, denn ein jeder darf in einer Demokratie seine Meinung haben, beispielsweise auch Mitarbeiter von Ministerien. In dem speziellen und auch aktuellen Fall geht es um einen Mitarbeiter des Ministeriums für Inneres, Bauen und Heimat (auch bekannt als Innenministerium) in der Straße Alt Moabit unweit des Hauptbahnhofes. Genau genommen handelt es sich um einen gewesenen, also ehemaligen Mitarbeiter, denn dieser Mitarbeiter ist unmittelbar nach seiner Meinungsäußerung mit einem "Dienstverbot" (früher wohl "Berufsverbot") belegt worden, darüber hinaus hat das Ministerium ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet, bei dem es möglicherweise nur darum geht, dass der ehemalige Mitarbeiter unerlaubterweise Briefpapier mit dem Briefkopf vom Ministerium zum Aufschreiben seiner privaten Meinung verwendet hat. Das geht natürlich gar nicht, dass man seine private Meinung mit einem fremden Briefkopf versieht. Das ist ungefähr so, als würde ich die Quittungen meiner Taxifirma dafür verwenden, auf ihren Rückseiten meine Gedanken zu notieren. Zum Glück weiß mein Chef das (noch) nicht, wer weiß, was dann passieren würde. Bevor auch da jetzt irgendetwas eingeleitet wird, rasch noch zu den privaten Gedanken des gewesenen Mitarbeiters unseres Innenministeriums, die ihm offensichtlich so wichtig waren, dass er sowohl ein Dienstverbot riskierte, als auch mit einem Disziplinarverfahren belegt zu werden. Also, die private Meinung dieses ehemaligen, sprich gewesenen Mitarbeiters des Bundesinnenministeriums, auch bekannt als Ministerium für Inneres, Bauen und Heimat, das von Horst Seehofer geleitet wird, lautet kurz zusammengefasst wohl so: "Ein Vorwurf könnte lauten: Der Staat hat sich in der Coronakrise als einer der größten Fake-News-Produzenten erwiesen." Darüber hinaus so: "Die beobachteten Wirkungen und Auswirkungen von Covid-19 lassen keine ausreichende Evidenz dafür erkennen, dass es sich - bezogen auf die gesundheitlichen Auswirkungen auf die Gesamtgesellschaft - um mehr als einen Fehlalarm handelt." Und auch so: "Der Kollateralschaden ist inzwischen höher als der erkennbare Nutzen." - Stell dir vor, was mit dem Mitarbeiter (jetzt ehemaliger Mitarbeiter) passiert wäre, wäre er in einem Ministerium in Nordkorea beschäftigt gewesen - gar nicht auszudenken! Zum Glück leben wir hierzulande in einer Demokratie.

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Warum ich auch den Spiegel nicht mehr lese


Seit Claas Relotius lese ich den Spiegel nicht mehr, höchstens mal im Wartezimmer beim Arzt. Später habe ich dann selbst den "Claas Relotius Preis" ausgelobt. Dieser aktuelle Artikel bei Spiegel Online hat das Potential auf den Preis. Es geht noch einmal um den Angriff auf das Fernsehteam vom ZDF am 1. Mai in Mitte, ich hatte an dieser Stelle darüber geschrieben. In dem Beitrag wird der Überfall völlig zu Recht von einem Mitarbeiter des Senders als "heimtückischer Überfall von kriminellem Pack" bezeichnet, Berlin sei an diesem Tag "das Epizentrum des selbstgefälligen Irrsinns", es handele sich um "debiles Rowdytum" und einen "Anschlag um die Pressefreiheit." Nachdem noch festgestellt wurde, dass diese brutale Tat für bundesweites Aufsehen sorgte und dementsprechend scharf verurteilt wurde, geht es sogleich zum nächsten Angriff auf einen Medienvertreter am 6. Mai vor dem Reichstag über. Dort hat ein 46-jähriger Mann einem Mitarbeiter, der ein Mikrofon hielt, warum auch immer, spontan in den Arsch getreten. Am 1. Mai hatten sich bis zu 25 Personen vorher verabredet, sie kamen in Autos und auch auf Fahrrädern zum Tatort und schlugen u.a. mit Metallstangen brutal auf fünf bzw. sechs Personen ein, die danach allesamt ins Krankenhaus mussten. Da vor dem Reichstag nun auch "Wir sind das Volk" gerufen wurde, weiß der Leser mittlerweile, dass es sich wohl um "Rechte" gehandelt haben muss. Es muss also nicht extra erwähnt werden. Dass die Täter des brutalen Angriffs am 1. Mai nach jetzigem Erkenntnistand dem "Linken" Spektrum zuzuordnen sind, das erfährt der Leser einmal mehr nicht aus dem Artikel. Ganz im Gegenteil, weswegen der Beitrag sicherlich einiges Potential auf den von mir ausgelobten "Claas Relotius Preis" hat, aber auch hier scheint es besser zu sein, die Füße still zu halten, da kommt bestimmt bald noch besseres.

Text TaxiBerlin