27.05.2020

TaxiBerlin als DonkeyMan


The Holy Donkey

Ein jeder hat sein Steckenpferd, seine Macke, sein Faible oder ist ganz und gar Fan von irgendwas oder irgendwem, und so auch ich. Obwohl ursprünglich als CowBoy geboren, bin ich seit vielen Jahren ein DonkeyMan, auf deutsch ein EselNarr. Das hat viele Gründe, von denen ich einige in diesem Beitrag aufzählen möchte. Der Esel ist ein völlig verkanntes Tier, denn der Esel ist alles andere als dumm. In Orwells "Farm der Tiere" ist der Esel Benjamin, abgesehen von den Schweinen, die an der Macht sind und wo die Obersau Napoleon heißt, das klügste Tier, das sogar lesen kann. Das ist kein Zufall, denn Orwell war ein Pedant, der mit Sicherheit zuvor gut über den Esel recherchiert hat. Neulich hatte ich das große Vergnügen mich mit einem richtigen Gaucho aus Argentinien, ganz genau war er ein professioneller Pferde-Polo-Lehrer, über den Esel zu unterhalten, und er bestätigte mir das, was ich bereits wusste: Der Esel ist klüger als das Pferd, das alles macht, wie ein Hund, was der Mensch will. Der Esel hat Charakter, und ich hatte selbst schon mal einen, also eine Eselin, und kann das bestätigen. Wenn ich mit ihr unterwegs war, wurde ich immer wieder gefragt, ob mein Esel hören würde. Meine Antwort: Aber dann wär's doch kein Esel, wenn er hören würde! Auch meine Eselin hatte, wie alle Esel, ihren eigenen Kopf, aber nicht, um mich zu ärgern, obwohl ich mir da manchmal gar nicht so sicher war, sondern vor allem, um sich selbst sicher zu fühlen. Denn wird ein Esel bedroht, dann bleibt er einfach stehen. Der Esel ist kein Fluchttier, was viele nicht verstehen. Es ist einfach so, denn auch für den Esel gilt: Angst ist ein schlechter Ratgeber. Reale Angst muss der Esel seit einiger Zeit vor dem Chinesen haben, wobei auch wiederum nicht vor allen Chinesen, das wäre "des Guten zuviel", einfach weil es zu viele von ihnen gibt. Unter ihnen sind aber einige, die dem Esel nichts Gutes wollen, die den Esel im großen Stil abschlachten, das reinste Gemetzel, insbesondere in Afrika, um an einen bestimmten Stoff heranzukommen, den der Esel unter seiner Haut haben und der die menschliche Potenz steigern soll. Ist dieser Stoff entnommen, bleibt der Rest vom Esel meist einfach liegen. Kein schöner Anblick, wie du dir denken kannst. Als ich neulich noch einem Fahrgast davon erzählte, meinte der spontan und ohne groß darüber nachzudenken, dass gerade die Chinesen das mit der Potenz doch gar nicht nötig hätten. Dem Esel selbst wird eine große Potenz nachgesagt, was der eigentliche Grund für die chinesischen KillerKommandos sein dürfte. In Bulgarien, wo ich mich besonders gut auskenne, gab es in den Achtzigern 340.000 Esel, heute sind es keine 10.000 mehr. Die meisten von ihnen sind alt und/oder kastriert, so dass von ihnen keine Nachkommen zu erwarten sind. Nicht nur die Bienen sind vom Aussterben bedroht, sondern auch der Esel. Viele haben noch nie einen Esel gesehen, insbesondere Menschen, die in einer Stadt wohnen. Dabei kann eine Wanderung oder auch nur ein Spaziergang mit einem Esel wahre Wunder bewirken. Wer das mal machen will, was ich nur jedem empfehlen kann, muss nur zu Claudias EselFarm nach Dernburg in der Nähe von Halberstadt eine halbe Stunde hinter Magdeburg fahren. Ich war im Januar dort und habe bei der Gelegenheit Claudia kennengelernt, die auch ein EselNarr ist, in dem Fall wohl eine EselNärrin. Claudia kümmert sich auch um alte und kranke Esel, die keiner mehr haben will, und in der derzeitigen Krise kannst auch du dich etwas um Claudia kümmern und bei der Gelegenheit auch etwas für dein Gemüt tun, indem du dir einen von Claudias Eseln ausleihst und mit ihm eine kleine oder besser noch eine große Runde drehst. Ein solcher Spaziergang kann wie gesagt wahre Wunder bewirken und manchmal sogar dem Leben eine komplett neue Richtung geben, was auch insbesondere in Zeiten der Krise wichtig und mit Geld praktisch gar nicht zu bezahlen ist.

PS: In Orwells "Farm der Tiere" schuftet sich das Pferd Boxer zu Tode, was dem Esel Benjamin nicht passieren könnte.

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26.05.2020

Der Rechte Reflex


Heute: Ein Forschungsauftrag

Bevor ich zum Rechten Reflex komme, rasch etwas zur Geschichte, also zum Pawlowschen Reflex und zur Klassischen Konditionierung. Iwan Petrowitsch Pawlow, ein russischer Mediziner und Physiologe, der 1904 für seine Arbeiten den Nobelpreis erhielt, fand folgendes heraus: Gibt man einem Hund Futter und lässt zeitgleich eine Glock erklingen, dann beginnt dem Hund schon nach einigen solcher Futtergaben bereits beim bekannten Glockenton der Speichel zu fließen. Man nennt diesen Vorgang die Klassische Konditionierung. Übertragen auf heute sieht es so aus: Du brauchst den Leuten nur erzählen, dass irgendetwas, völlig egal was, Rechts sei, und schon sind sie dagegen. Manch einem soll auch dabei bereits der Speichel fließen, aber das ist die absolute Ausnahme. Das ist die Klassische Konditionierung heute, sozusagen als Rechter Reflex. Der Rechte Reflex hat den Vorteil, dass man sich mit dem, worum es eigentlich geht, gar nicht mehr beschäftigen muss, weil das ja Rechts ist, das man nur entsorgen kann, und das möglichst schnell, bevor man sich beschmutzt oder gar, das ist heute ganz wichtig: sich infiziert. Beim Hund ist es nun so, dass der irgendwann mitbekommt, dass die Glocke nicht automatisch die Futtergabe bedeutet, wenn man das Futter einfach weglässt. Wie lange dieser Prozess der Entwöhnung, also der Rückbildung des Pawlowschen Reflexes beim Hund dauert, und ob er sich überhaupt zu hundert Prozent wieder zurückbilden lässt, ist bisher nicht bekannt. Genau dieses Wissen wäre heute aber wichtig, um sich zumindest ungefähr ausrechnen zu können, was da auf uns zukommt und ob überhaupt eine Hoffnung auf Besserung besteht. Deswegen empfehle ich hiermit, diesen fehlenden Part des Pawlowschen Reflexes doch einmal zu erforschen. Ob dann gleich wieder der Nobelpreis drin ist, das weiß natürlich auch ich nicht, weswegen ich vorschlage, es einfach der Sache wegen zu machen.

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Irgendwas mit Tieren


Im Berliner Tiergarten
früher Tiergarten / heute Neue Mitte

Meine letzte Information war, dass die Berliner Reiterstaffel aus Kostengründen aufgelöst wurde. Mein Spaziergang am Samstag, in dem Fall mit dem Fahrrad, belehrte mich eines besseren. Auch deswegen kann ich Spazieren gehen nur auf's wärmste empfehlen. Das Bild entstand übrigens in der Nähe des Schloss Bellevue, dem Sitz unseres Bundespräsidenten, und hat mit den Veranstaltungen gegen die Corona-Einschränkungen nichts zu tun. So wie es aussieht, hat es mit den Einschränkungen auch bald ein Ende. Thüringen geht mit gutem Beispiel voran und Sachsen wird wohl folgen. Natürlich wird auch weiterhin vor der zweiten Welle gewarnt werden, vermutlich noch intensiver als bisher, davon ist auszugehen. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird man auch Infizierte finden, wobei egal ist, wie lange sie schon infiziert sind und ob sie überhaupt Symptome zeigen. Das ist völlig egal: Infiziert ist infiziert! Wahrscheinlich spielt es bald auch keine Rolle mehr, womit derjenige infiziert ist. Und wenn auch das nicht mehr hilft, kann man die Fridays for Future Kids wieder ausgraben, die dann ihrerseits wieder für einen Klima-Notstand sorgen. Ich persönlich fände diese Abwechslung besser. Vielleicht lässt sich noch etwas drittes finden, aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Also neben Corona-Panik und Klima-Hysterie! Gibt es da nicht irgendwas mit Pferden, womit man Angst machen kann?

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25.05.2020

Zur Guten Nacht


Bulgarische Nietzsche Ausgabe auf Deutsch

Einer meiner Brieffreunde, mit denen ich gerade in regem Austausch stehe, ist aus Bulgarien. Ausgerechnet dieser bulgarische Brieffreund machte mich heute auf zwei Nietzsche Zitate aus seiner Bulgarischen Ausgabe auf Deutsch aufmerksam, die ich bisher nicht kannte, und die ich unbedingt loswerden will, bevor ich gleich ins Bett muss. Das erste soll aus der "Fröhlichen Wissenschaft" sein und so gehen:

"Ich fürchte, die Tiere betrachten den Menschen als ein Wesen ihresgleichen, das auf gefährlich Weise den gesunden Tierverstand verloren hat - als das wahnwitzige Tier, als das lachende Tier, als das weinende Tier, als das unglückselige Tier."

Das zweite, sozusagen die Fortsetzung des ersten Zitats, soll laut dem Freund in Bulgarien "Von der Menschenklugheit" sein und so lauten:

"Und wer unter den Menschen nicht verschmachten will, muss lernen, aus allen Gläsern zu trinken; und wer unter den Menschen rein bleiben will, der muss verstehen, sich auch mit schmutzigem Wasser zu waschen."

Solche Sachen sagt man sich in Bulgarien zur Guten Nacht - Halleluja!

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Samstagsshoppingtip


Seidelstraße 41 in Tegel
früher Reinickendorf / heute Reinickendorf

Wer sich Samstag neuerdings nicht mehr nach Mitte zum Shoppen traut, für den habe ich etwas. Dass die Justizvollzugsanstalt (JVA) Tegel (Ja, genau die von Franz Biberkopf aus "Berlin Alexanderplatz" - die erste Verfilmung des Romans von Alfred Döblin von Anfang der dreißiger Jahre mit Heinrich George, dem Vater von Götz George, in der Hauptrolle ist aktuell in meinem Bauchladen im Angebot!) einen eigenen Shop hat, das wusste ich bis gestern auch nicht. Wenn man nur Nachts Taxi fährt, kann das schon mal ein einem vorbei gehen. Zum Glück ist seit einiger Schluss mit dem Nachts Taxifahren. An dem Sonderverkauf der Anstaltsbetriebe der JVA Tegel werde ich aber trotzdem nicht teilnehmen können. Klar, Zeit habe ich genug, daran liegt es nicht. Nur zum Einkaufen, da fehlen mir aktuell die Mittel. Trotzdem möchte ich auch auf diesen Sonderverkauf hinweisen und nicht immer nur auf meinen eigenen Bauchladen - Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Wer sich am Samstag auf den Weg nach Tegel zum JVA Shop machen sollte, muss mir unbedingt Bescheid geben, worum es sich bei den "Produkten der Anstaltsbetriebe" genau handelt, die es dort zu kaufen gibt. Es interessiert mich persönlich!

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Rechts-freie Räume oder Rechtsfreie Räume ?


Volksbühne auf dem Rosa-Luxemburg-Platz
früher Mitte / heute Neue Mitte

Auch als Taxifahrer, der aktuell bei "Kurzarbeit Null" ist, bin ich auf den Straßen und Plätzen Berlins unterwegs, meistens mit dem Fahrrad. Das kann ich auch nur jedem empfehlen, der so wie ich erfahren möchte, was in seiner Stadt los ist, wie sie sich verändert und in welche Richtung. Eine bemerkenswerte Neuerung gab es letzten und vermutlich auch schon vorletzten Samstag auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte. Dort, wo zuvor zur gleichen Zeit die Corona-kritische Hygiene-Demo stattfand, gibt es nun eine Veranstaltung der Antifa, wohl besser "Antifa", die die Hygien-Demo, die jetzt an einem anderen Ort stattfindet, als "Gegen-Demo" bezeichnet. Ein bisschen Orwellsches Neusprech darf auch hier nicht fehlen. Dass die Gegen-Demo der "Antifa" ohne das Eingreifen (nicht ohne die Anwesenheit!) der Polizei stattfindet, liegt daran, dass sie kaum Zulauf hat, so dass ein Verstoss gegen den Mindestabstand rein praktisch so gut wie ausgeschlossen ist. Die wenigen Teilnehmer (vielleicht fünfzig) hatten umso größere Spruchbänder dabei, die sie zum Teil mit Gaffa-Band an dem Gebäude der Volksbühne befestigt hatten. Auf einem von ihnen fordert die "Antifa" die Schaffung "Rechts-freier Räume". Mit "Rechts-freien Räumen" meint die "Antifa": "Kein Raum der AfD!" - Rechts, der ein oder andere erinnert sich noch, war bis vor kurzem eine politische Position, die man nicht gut finden musste, die aber erlaubt war. Rechts meinte im Normalfall konservativ, nicht aber automatisch Rechts-aussen, Rechts-extrem oder Rechts-populistisch. Was die AfD angeht, so vertraten die CSU und auch die CDU viele Positionen, die heute die AfD vertritt, beispielsweise auch Angela Merkel. Wenn die "Antifa" nun "Rechts-freie Räume schaffen!" und dabei "Kein Raum der AfD!" zulassen will, darf die Frage erlaubt sein, wo sie war, als CSU und CDU dieselben Positionen vertraten. Ausserdem muss die Frage erlaubt sein, wo jetzt der Unterschied ist zu anderen "Befreiten Zonen" und wohin mit den Menschen, die sich heute in dieser Zone befinden, die das anders sehen. Was genau soll mit Menschen passieren, die beispielsweise Mitglied der AfD sind oder diese gewählt haben, im Schnitt jeder fünfte Wahlberechtigte. Möglicherweise ist es aber auch hier so, dass der Text auf dem Spruchband klüger ist als sein Autor. Vielleicht sollen gar keine "Rechts-freien Räume" sondern "Rechtsfreie Räume" geschaffen werden, so wie der Staat sie bereits seit Jahren schafft. Ein gutes Beispiel dafür ist immer noch Uber, Der Große Paupersierer aus Amerika. Uber ist offiziell erlaubt unter dem Deckmantel des Mietwagenservice in Wild-West-Manier auf unseren Straßen und Plätzen unterwegs zu sein. Geht es nach geltenden Recht, Stichwort: Rückkehrpflicht von Mietwagen nach jedem Auftrag zum Betriebssitz, ist Uber bis zum heutigen Tag ganz klar illegal. Dass geltendes Recht nicht durchgesetzt wird bzw. werden kann, liegt daran, dass die zuständige Berliner Behörde in den letzten Jahren personell so ausgedünnt und finanziell so trockengelegt wurde, dass man ohne zu übertreiben von rechtsfreien Räumen reden kann, die wie gesagt hier von staatlicher Seite schon seit Jahren praktisch geschaffen wurden, und die jetzt vermutlich auch von der "Antifa" gefordert werden.

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24.05.2020

Vorschlag für das Unwort des Jahres 2020: Verschörungstheorie




Hans-Joachim Maaz, Psychotherapeut und Bestsellerautor aus Halle an der Saale, saß mir nicht nur als Fahrgast in meinem Taxi hier in Berlin, sondern ist darüber hinaus auch der Therapeut meines Vertrauens. Hier spricht Dr. Maaz auf dem Hallenser Marktplatz am gestrigen Samstag. Staatlicherseits scheint man in Halle weniger aggressiv vorzugehen als anderswo, so ist beispielsweise kein aggressives Gebell von Polizei-Hunden wie gestern zum wiederholten Mal in Berlin zu hören. Eine Geräuschkulisse, die man sonst nur vom anderen Ende der Welt kennt und von der innerdeutschen Grenze kannte. Dr. Maaz fasst seinen Protest in seinen eigenen Worten so zusammen: "Wenn heutige Kritik automatisch Verschwörungstheorie ist, dann bin ich stolz, ein Verschwörungstheoretiker zu sein!", und schlägt für das Unwort des Jahres 2020 Verschwörungstheorie vor.

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"Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen." - Voltaire




In letzter Zeit wurde ich öfters nach meiner Haltung gefragt, genau genommen war es immer dieselbe Person, die mich danach gefragt hat. Meine Antwort war immer dieselbe, und zwar folgender Satz von Voltaire: "Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie sagen dürfen." Warum dieser einfache Satz mehrfach nicht als Haltung durchging, kann ich nicht sagen. Möglicherweise lag es daran, dass die Haltung des Fragenden eine andere war und mit hoher Wahrscheinlichkeit immer noch ist. Angesichts dieser aktuellen Bilder von der gestrigen Festnahme eines Mannes, den ich nicht kenne und dessen Meinung ich auch nicht unbedingt teile, der diese aber, meiner Meinung nach, trotzdem sagen können darf, erlaube ich mir eine Gegenfrage an die bereits erwähnte Person, die mich so oft nach meiner Haltung gefragt hat: Was soll passieren mit all den Menschen, die eine andere Meinung haben? Sollen sie alle festgenommen werden? Und wenn ja: Wohin sollen sie dann gebracht werden? Wie ist jetzt deine Haltung dazu?

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"CORONA 2020 - ICH WAR DABEI"


Abwehr stärken und Synergien nutzen!

Keine Ahnung, warum nicht ich auf diese geniale Merchandising-Idee mit den "Corona 2020 - Ich war dabei" T-Shirts gekommen bin. Dabei bin auch ich ein Fan von Corona, daran liegt es nicht. Zugegeben, am Anfang haben Corona und ich etwas gefremdelt. Aber das ist ganz normal, wenn man sich nicht kennt, dann hat man erstmal Angst und geht sich aus dem Weg oder versucht es zumindest. Aber dann, als klar war, dass Corona nur ein weiterer von unzähligen Mitbewohnern ist, mit denen wir uns den Blauen Planeten teilen müssen, und der sogar noch älter ist als wir Menschen, spätestens seitdem sollte es um ein friedliches Miteinander gehen. Mit meinen Darmbaktieren mache ich es schließlich auch nicht anders. Denn die brauche ich, zumindest einige von ihnen. Und mit Corona ist es, wie es aussieht, schon genauso gekommen. Corona braucht nicht nur uns, sondern wir brauchen auch Corona, wenn auch bisher nur fürs Merchandising.

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"People Are Crazy And Times Are Strange"




"People Are Crazy And Times Are Strange" ist aus obigem Song "Things Have Changed" von Bob Dylan, der heute Geburtstag hat, und weswegen ich heute nur noch Bob Dylan hören werde, nachdem ich bis eben Mozart gehört habe. Vorher geht es aber erstmal zum Flohmarkt auf dem Boxhagener Platz im Friedrichshainer Kiez, der heute endlich wieder stattfinden soll, wie mir einer von den Typen neulich erzählte, als ich ihn auf der Straße traf, die in der Simon-Dach-Straße Bücher verkaufen. Später an Tag geht es dann noch nach Spandau, um meine Sieben Bände Mozart gegen eine Mischbatterie mit Boiler für mein Gulag-Ressort einzutauschen. Ein schönes Tages-Programm für diesen sonnigen Tag, am dem es ab sofort nur noch die Musik vom Meister zu hören geben wird. - Happy Birthday Bob!

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Tausche Mozart gegen Mischbatterie


Mozart gegen Mischbatterie mit Boiler

Gut zwei Monate bin ich nun schon bei "Kurzarbeit Null", so der Fachbegriff für Menschen wie mich, die was ihren Beruf angeht komplett aus dem Verkehr gezogen worden und nur staatliche Almosen erhalten, weswegen viele Kollegen bereits dabei sind, unzählige Formulare auszufüllen und diverse Nachweise zu besorgen, um diese Almosen mit weiteren Almosen aufzustocken. Das konnte ich mir bisher dadurch ersparen, dass ich meinen kleinen Bauchladen, den ich bisher immer in meinem Taxi dabei hatte, einfach online gestellt habe. Du findest ihn im Internet bei Booklooker unter "TaxiBerlins BauchLaden" gefüllt mit Büchern, Filmen und Musik, von denen ich bisher wie gesagt immer eine Auswahl in meinem Bauchladen, einem kleinen roten Kinderkoffer, bei mir im Taxi dabei hatte. Ein Kollege fragte mich neulich, ob ich den BauchLaden als Geschäftsmodell und anstelle von dem ganzen zusätzlichen Almosen-Beantragungs-Terror empfehlen kann. Das kann ich leider nicht. So ein BauchLaden macht viel Arbeit, es gilt allerdings hier die Bauernregel, dass "Kleinvieh" nicht nur Arbeit sondern auch "Mist" macht. Ich betreibe meinen BauchLaden an erster Stelle aus Spass an der Freude. Ich freue mich einfach, wenn Menschen in meinem BauchLaden Bücher finden, die sie gerne lesen möchten, nach denen sie vielleicht schon einige Zeit gesucht haben, und die sie auch bezahlen können. Dieses "Kleinvieh", das wie gesagt auch "Mist" macht (also Kohle einbringt), bewahrt mich vor dem ganzen depressiv machenden Blödsinn, der das Ausfüllen von Formularen und das Besorgen von Nachweisen darstellt. Jetzt sieht es allerdings so aus, als würde das Geschäft an seine monetären Grenzen stoßen. Der Grund dafür ist, dass nicht nur ich keine Arbeit mehr habe und auf Almosen angewiesen bin, sondern auch noch viele andere Menschen. Letztendlich ist aber auch das kein Weltuntergang. In einem solchen Fall geht man einfach zum guten alten Tauschhandel über. Der Tauschhandel ist nämlich nicht neu, sondern den Tauschhandel gab es schon immer, so lange es Menschen gibt. Aktuell bin ich gerade dabei, obige Sieben Bändige Ausgabe von Mozarts Briefen und Aufzeichnungen gegen eine Mischbatterie und einen Boiler für ein Bad zu tauschen. Der Tausch soll heute Nachmittag in Spandau stattfinden. Die Mischbatterie und den Boiler brauche ich für Meinen Kleinen Gulag, den ich neulich in Gulag-Ressort umbenannt habe, und wo ich endlich ein Bad haben möchte, damit ich und auch meine Gäste nicht länger mit einem Spaten in den Wald gehen müssen zum Sch..... . Onkel Donald aus Amerika hat sich auch schon mit einem Scheck an dem Ausbau beteiligt. Und wenn du irgendwann keinen Bock mehr auf Almosen beantragen haben solltest und lieber etwas vernünftiges machen möchtest, dann kannst du dich gerne für mein Gulag-Ressort bewerben. Mein Angebot sieht kurz zusammengefasst so aus: sechs Stunden Arbeit an frischer Luft und bei einem fantastischen "one million dollar view" Ausblick bei freier Kost und Logie, allerdings ohne Internet. Deswegen ruf mich bei Fragen zu meinem Gulag-Ressort auch bitte nicht an, sondern schreib mir eine e-mail an: taxi.berlin(ät)gmx.de. Was nun den Tauschhandel angeht, da fällt mir gerade noch ein, über den habe ich auch ein Buch in meinem BauchLaden, den du wie gesagt im Internet bei Booklooker unter TaxiBerlins BauchLaden findest. Schau vorbei, es lohnt sich!

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23.05.2020

Post vom Pesidente


auf Spanisch

Seit Corona schreibe ich noch mehr e-mails und auch wieder richtige Briefe. Einer meiner neuen Brieffreunde ist Onkel Donald aus Amerika, ich hatte hier schon mal darüber geschrieben. Heute hatte ich nun eine Antwort vom Onkel Donald im Kasten, die war auf Spanisch, was wohl daran liegt, dass der Don kein Deutsch kann. Jedenfalls hatte ich ihm Deutsch geschrieben und angefragt, warum man ihn, also den Onkel Donald, niemals mit Schutzmaske sehen würde? Obwohl, neulich, da hat er eine getragen, da war mein Brief mit meiner Frage aber schon an ihn unterwegs. Heute nun die Antwort aus Amerika, das ging fix, allerdings auf Spanisch, wie gesagt. Da ich kein Spanisch spreche, kann ich nur erahnen, was Onkel Don mir schreibt. Wenn ich es richtig verstehe, antwortet er auf meinen Brief mit einer Gegenfrage, oder eher Bitte: Wenn ich ein Bild hätte, auf dem Angela Merkel eine Maske trägt, dann würde er das gerne habe. Ich habe auch schon nachgeschaut, konnte aber partout kein Foto von Angela Merkel mit Schutzmaske finden. Also, wenn du eins hast, ein Bild oder was auch immer, auf dem unsere Bundeskanzlerin eine Schutzmaske trägt, dann lass es mir zukommen, damit ich es Onkel Donald nach Amerika schicken kann. Der wollte sich wieder erkenntlich zeigen, so wie letztens, du weißt schon!

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Weil das Grundgesetz heute Geburtstag hat


Pantoffeln tragen und abwarten

Heute hat unser Grundgesetz Geburtstag, um genau zu sein, wird es heute 71 Jahre alt. Als es am 23. Mai 1949 verschiedet wurde, war es eigentlich als Provisorium gedacht, was es bis heute ist. Das erfährt der interessierte Leser des Grundgesetzes aus Artikel 146, der über "Die Geltungsdauer des Grundgesetzes", und dort liest sich das so: "Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist." - Das erklärt, warum die vielen, die dann aufstehen wollten, wenn das Grundgesetz in Gefahr ist, bis heute lieber in der Deckung oder gar im Tiefschlaf bleiben. Sie warten auf eine Verfassung.

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Über Wahrheit und Kunst und ihre Förderung




Neulich sendete mir eine befreundete Dokumentarfilmerin obiges Video mit der Frage zu, ob mir die darin enthaltenen, sich widersprechenden Aussagen von Angela Merkel bekannt wären. Da ich diese Frage kurz und knapp mit Ja beantworten konnte, blieb Zeit für eine Gegenfrage meinerseits, und zwar ob sie beabsichtige, die sich widersprechenden Aussagen der Bundeskanzlerin in ihren Film über die Entwicklung in unserem Land in den letzten Jahren einzubauen, an dem sie, wie ich weiß, seit einiger Zeit arbeitet. Daraufhin schrieb sie mir ehrlicherweise, wie das heutzutage nicht mehr unbedingt selbstverständlich ist, dass sie das nicht kann, weil es dann mit der Förderung von Öffentlich/Rechtlich, die jetzt bereits ungewiss ist, garantiert nichts werden würde, und ohne Förderung könne sie den Film nicht machen, von irgendetwas müsse sie schließlich auch leben. Das ist richtig, und auch: "Wessen Brot ich ess', dessen Lied ich sing'." Das schrieb ich der befreundeten Filmemacherin aber nicht, sondern ich antwortet ihr "nur" mutmachend mit dem bekannten Ingeborg Bachmann Zitat: "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar." Da es sich beim Dokumentarfilm, wenn er gut gemacht ist, auch um eine Kunst handelt, schickte ich ihr auch noch diesen Satz von Friedrich Nietzsche: "Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen." Gestern fand ich nun noch ein Zitat von Arthur Schopenhauer, dem Lehrer von Friedrich Nietzsche, das ich unbedingt noch hinzufügen möchte, deswegen überhaupt dieser Beitrag: "Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welcher ihrer nicht begehren: vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, dass selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiss sein kann."

Video SendVid
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22.05.2020

Von Schweden und Serbien lernen, heißt ...


Mainzer Straße
früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Früher hieß es, dass von der Sowjetunion lernen, siegen lernen heißt. Das scheint auf den ersten Blick nicht geklappt zu haben, denn die Sowjetunion gibt es nicht mehr. Aber was heißt das schon? Schließlich gibt es die DDR auch nicht mehr. Und haben wir nicht trotzdem viel vom Genossen Gorbatschow lernen können, beispielsweise Glasnost, also die "Gläsernheit", und die Perestroika, die Umgestaltung? Ich denke schon! Und nun ist es wieder so, dass wir von anderen Ländern lernen können. Ganz aktuell von Serbien, das heute seine Grenzen für alle Ausländer öffnet, ohne dass diese einen Corona-Test vorweisen oder sich in Quarantäne begeben müssen. Als halber Bulgare sind die Serben auch meine Nachbarn, und wie das manchmal so ist mit den Nachbarn: Mann kennt sie erstmal nicht, und in der Krise zeigen sie plötzlich, was in ihnen steckt. Mit Freunden ist es ganz ähnlich: Die wahren Freunde erkennt man immer erst, wenn die Sonne mal nicht scheint. Das Problem haben die Schweden, also im Winter, da ist es bei ihnen nicht ganz so hell wie bei uns, was aber nicht heißt, dass die Schweden nicht auch hell sein können. In Corona-Zeiten gehören die Schweden ganz offensichtlich zu den hellsten in Europa, wenn nicht gar weltweit. Ihr so genannter Sonderweg, für den bisher der Deutsche bekannt war und es immer noch ist, den Irrsinn eines landesweiten Lockdowns nicht mitzumachen, sondern auf Aufklärung anstelle von Angstmachen und Eigenverantwortung der Bürger zu setzen, zeitigt bereits erste Erfolge. Aktuell hat etwa jeder fünfte in Stockholm Antikörper gegen das Corona-Virus. Der ein oder andere erinnert sich, dass das ganz am Anfang, also nach der Verharmlosung des Virus, auch die Strategie unserer Bundesregierung war. Eine Durchseuchung (so der Fachbegriff) der Bevölkerung mit dem Virus, weil dieses bei ca. 70% Durchseuchung aufhört, auf andere Menschen überzugehen. Diese Zahl stimmt auch heute noch. Was angeblich nicht mehr stimmt oder zumindest umstritten sein soll, ist, dass Antikörper plötzlich nicht mehr schützen sollen, selbst vor demselben Virus nicht. Warum dann eine Impfung helfen soll, die genau solche Antikörper produziert, das ist im Moment das große Geheimnis. Mit Sicherheit finden sich dafür bald die passend gemachten Antworten. Ist die Erde vielleicht doch eine Scheibe? Oder gibt es Schweden und Serbien eventuell gar nicht? - Wer nichts weiß, muss alles glauben!

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