09.07.2020

Das Panikdämische Zeitalter

Die Spritze
Symbol des Panikdämisches Zeitalters

Der Coronismus ist wie alle Ismen ein Muss und damit Alternativlos – zumindest offiziell. (Natürlich gibt es auch zum Coronismus Alternativen, das sagt der gesunde Menschenverstand, der aber, wenn man es sich als Mitläufer nicht unnötig schwer machten will, besser ausgeschaltet bleibt.) Inhaltlich und formell ist der Coronismus den Ideologien zuzuordnen und nicht den Religionen, weswegen der Coronismus es wie alle Ideologien schwer haben wird, sich langfristig zu behaupten. Da der Coronismus sich auf naturwissenschaftliche (im engeren Sinne biologische) Erkenntnisse beruft, steht er dem Darwinismus nahe. Ein wenig Glauben gehört auch zum Coronismus (wie bei allen Ideologien) dazu. Beim Coronismus ist es der Glaube an das Corona-Virus, das weder du noch ich jemals gesehen haben, weswegen uns am Anfang vom Coronismus auch permanent Bilder von Corona gezeigt werden mussten. Wäre der Coronismus ein utopischer Roman, würde das Bild von Corona die gleiche Bedeutung haben wie das Bild vom Großen Bruder in Orwells „1984“. Wie alle Ideologien so hat auch der Coronismus einen Denkfehler. Der Denkfehler des Coronismus ist die Annahme, man könne sich bald gegen Corona impfen lassen und dann würde alles Gut werden. Aids und Tollwut – um nur zwei zu nennen: Viruserkranken, gegen die kein Impfstoff existiert. Der Nobelpreis für denjenigen, der einen Impfstoff gegen Aids oder Tollwut findet, wartet noch auf seine Vergabe. Aber vielleicht bekommt Bill Gates ihn demnächst. Heutzutage ist alles möglich. Wahrscheinlich kauft Bill Gates sich den Nobelpreis. Apropos Kaufen: Kaufen und Konsumieren sind die Mantras des Kapitalismus. Jeder, der nicht kauft und nicht konsumiert oder nicht mehr kaufen und nicht mehr konsumieren kann, ist ein überflüssiger Mensch und kann somit weg. Der Kapitalismus ist in dieser Frage sehr effizient und auch sehr genau. In diesem Punkt beißen sich allerdings Kapitalismus und Coronismus, dem es offiziell um Konsumverzicht geht. Wie dieser Widerspruch gelöst werden kann (grundsätzlich kann er wohl nicht aufgelöst werden), kann im Moment nur vermutet werden. Es ist anzunehmen, dass wir mit der Panikdämie (Panikdämie deswegen, weil in der Vergangenheit bei ähnlichen Zahlen an Infizierten, Erkrankten und auch Verstorbenen, wobei früher nur an dem Erreger Verstorbene Eingang in die Statistik fanden, dies kaum eine Meldung wert war), die seit Corona verbreitet wird (und das weltweit), in ein neues Zeitalter eingetreten sind, und zwar ins Panikdämische Zeitalter. (Die islamistischen Terroristen wurde auch irgendwie langweilig. Hinzu kommt, dass der Islam seit einiger Zeit zu uns gehört.) Das Panikdämische Zeitalter zeichnet sich dadurch aus, so weit das bisher absehbar ist, dass ständig und in immer kürzeren Abständen Erreger auftauchen, die älter sind als wir Menschen, und mit denen wir dementsprechend lange zusammen leben (viel länger als beispielsweise mit dem Islam), gegen die jetzt vorgegangen werden muss. Damit verbunden ist eine Berichterstattung, die uns in Echtzeit (praktisch sekündlich) mittels der neuesten Erkenntnisse bezüglich den allerneuesten Bedrohungen in Panik (Erreger sorgen für Erregung!) versetzt, und (das wichtigste!) uns bei Strafe dazu auffordert, sofort die neueste App, die neueste Maske, die neueste Schutzkleidung, das neueste Medikament und die neueste Impfung zu kaufen (wer nicht kauft, wird ausgegrenzt und final ausgemerzt!). Nur der Mitläufer (genauer: der Mitkäufer!) hat eine Chance. Das Endziel, auf das der Coronismus hinausläuft: Eine Art Panikdämischer Turbokapitalismus. Nicht das Ende der Geschichte, und auch nicht das Ende der Zeit, aber irgendwie dann doch des Guten zu Viel.
Foto&Text TaxiBerlin

-->

06.07.2020

Der Coronismus


Corona wirkt

Der Coronismus, also die Zeit, in der wir leben, löst den Krieg gegen Terror ab. Beide zeichnet aus, dass es kein eigentliches Ziel gibt, sondern nur einen Gegner, den es zu bekämpfen gilt. Wohl dem, der einen Feind hat, denn sein Leben hat Struktur, selbst wenn der Feind nur eingebildet ist oder eingeredet wird. Der Glauben macht nicht nur selig, sonst würde er nicht geglaubt werden, sondern verspricht darüber hinaus meist irgendein Paradies, zumindest war das bisher so. Selbst der Real Existierende Sozialismus hatte das Kommunistische Paradies als Ziel. Dieses Ziel fehlt dem Coronismus. Darüber hinaus war der Sozialismus ganz offiziell eine Diktatur, und zwar die Diktatur des Proletariats. Der Coronismus ist auch eine Diktatur, und zwar eine Corona-Diktatur, allerdings nur inoffiziell. Die Corona-Diktatur lässt sich am ehesten mit einem permanenten Ausnahmezustand vergleichen. Das ist jetzt auch nicht wirklich neu. Der Chinese (immer wieder der Chinese!) nannte seinen Ausnahmezustand damals beispielsweise und wiederum ganz offiziell Permanente Revolution. Die Coronisten sagen, es gäbe kein zurück zur Normalität. Auch das gab es schon mal und zwar in der DDR, dort hieß es: Vorwärts immer – Rückwärts nimmer! Die Coronisten sprechen von einer neuen Normalität, die es geben wird, wobei bis heute niemand genau sagen kann, wie diese aussehen soll. Irgendetwas soll sich verändern, vor allem in Sachen Konsum. Und in der Tat lassen sich bei einigen bereits Veränderungen im Konsumverhalten feststellen, und zwar in der Form, dass sie den Euro zweimal umdrehen, bevor sie ihn ausgeben, woran auch die aktuelle Senkung der Mehrwertsteuer nichts ändern wird. Denn der Konsumverzicht ist schlichtweg der fortschreitenden Verarmung breiter Massen der Bevölkerung geschuldet, die schon vor langer Zeit begann und welche aktuell durch Corona nur noch einmal beschleunigt wird – nichts anderes. Corona ist nur ein willkommener Grund, die wahren Ursachen der massenhaften Verarmung zu verschleiern. Würde es Corona nicht geben, man hätte es erfinden müssen. Die meisten machen beim Konsumieren weiter wie gehabt, nur dass sie jetzt dabei eine Maske tragen, in der Hoffnung, dass man sie bei ihrem neuen/alten Treiben nicht erkennt. Es ist ein bisschen wie Karneval in Venedig, nur dass da der Spuk nach ein paar Tagen vorbei ist. Die Corona-Maskerade ist zum Dauerzustand geworden, obwohl eine Maske gegen Corona nicht hilft, da man gegen einen Virus bekanntermaßen nichts machen kann. (Was man tun kann und auch sollte, kommt bei der ganzen Panikmache, das ist keine Überraschung, leider immer viel zu kurz. Man kann seine Abwehrkräfte stärken, sich ab und zu mal die Hände waschen, seinen gesunden Menschenverstand benutzen und sich bestmöglich und umfassend informieren, also nicht nur wie üblich bei Öffentlich/Rechtlich, Spiegel, Süddeutsche, Zeit & Co, denn nur der nichts weiß, muss alles glauben.) Mit Corona ist es ein klein wenig wie mit den Terroristen. Gegen die kann man angeblich auch nichts tun. Gut, dem ein oder anderen schickt man eine Drohne. Das ist praktisch: kein Prozess, kein Urteil – der Mann, der am Joystick das tödliche Fluggerät steuerte, bekommt eine Prämie, einen höheren Dienstgrad und/oder einen Tag Sonderurlaub. Er hat nur seine Pflicht getan. Einem wirklichen Terroristen, wie beispielsweise Bin Laden, wurde nie ein Prozess gemacht. Das wird sich mit Corona nicht ändern. Der Unterschied zwischen Bin Laden und Corona ist, dass Corona noch niemand gesehen hat, und schon gar kein totes Corona. Dagegen waren Terroristen noch richtig Old School, denn die konnte man sehen, lebendig oder tot. Setzt man den Terrorismus und den Coronismus in den Kontext der jüngere Menschheitsgeschichte, dann kann man sagen, dass der Kampf gegen den Terror der Aufbau des Sozialismus war, und der Coronismus mit seiner Neuen Normalität der Kommunismus mit seinem Neuen Menschen ist, nur ohne irgendein Paradiesversprechen.


Foto&Text TaxiBerlin

01.07.2020

Gulag für Gast-Arbeiter aus Deutsches-Land



Da Urlaub im Ausland dieses Jahr ausfällt, und viele sich das Inland nicht leisten können, bleibt den meisten nichts anderes übrig, als zu Hause zu bleiben. Das muss nicht sein! Wozu gibt es Meinen Kleinen Gulag, den ich neulich erst in Gulag-Ressort umbenannt habe?! Da mein Gulag-Ressort Corona-frei ist, gehen die Gutscheine für ihn weg wie geschnitten Brot. Um genau zu sein, ist es so, dass ich mir die Leute aussuchen kann, die bei mir einziehen. Ich will mich nicht beklagen, aber es ist wirklich schwer geworden, die richtigen Leute für einen Gulag zu finden. Angefangen damit, dass viele gar mehr nicht wissen, was ein Gulag ist. Wer nicht weiß, was ein Gulag ist, hat bei mir keine Chance. Ich bin sonst ein sehr liberaler, wenn nicht gar libertärer Gulag-Manager, aber irgendwo ist auch bei mir eine Grenze oder wegen mir auch Ober-Grenze. Das mag sich auf den ersten Blick arrogant anhören, aber das bin ich gar nicht, denn ich meine es nur gut, und irgendwo muss ich auch einen Ausgleich zum Taxifahren haben.

Beim Taxifahren, wer schon mal Taxi gefahren ist, weiß das, ist es so, dass der Taxifahrer immer dahin fahren muss, wo der Fahrgast hin will. Die vielleicht größte Gemeinheit beim Taxifahren, insbesondere wenn man bedenkt, dass der erfahrene Taxifahrer oftmals besser weiß, wo der Fahrgast eigentlich hingehört. Dass ich festlege, wer in Meinen Kleinen Gulag, den ich wie gesagt neulich in Gulag-Ressort umbenannt habe, einziehen darf und wer nicht, ist aber keine Rache für diese große Gemeinheit beim Taxifahren, wie du jetzt eventuell denkst, sondern an erster Stelle Teil des Bildungsauftrages, wie die gesamte Gulag-Idee ein einziger großer Bildungsauftrag ist. Man kann zwar das Gute nicht erzwingen, man muss sich aber auch nicht jede Dummheit gefallen lassen. Deswegen ist die Vorauswahl so wichtig. Bist du erst mal in den Gulag eingezogen, kannst du dort machen, was du willst.

In Meinem Kleinen Gulag, der jetzt Gulag-Ressort heißt, halte ich es genauso wie in meinem Taxi und gehe sogar noch einen Schritt weiter. Durftest du bei mir im Taxi bereits alles sagen, sogar die Wahrheit, darfst du bei mir im Taxi darüber hinaus alles machen. Um genau zu sein, kommst du an einen Ort, wo du allen deine Macken mal so richtig freien Lauf lassen kannst. Das kleine Land auf dem Balkan am Rande unseres schönen Kontinents, wo sich Mein Kleiner Gulag befindet, der jetzt Gulag-Ressort heißt, ist nämlich auch als „Land der Freaks“ bekannt, wo jeder von hause aus macht, was er will, und auch du aus deiner kleinen Lebens-Box mal für einen Moment rauskommen kannst, das auch noch völlig ungestraft. Das ist jetzt keine Übertreibung, das ist die Wahrheit, und das Taxi ist der Ort, wo ich gelernt habe, damit umzugehen.

Es stimmt wirklich: In meinem Gulag macht jeder, was er will, oder was er eben am besten kann. Mein Kleiner Gulag, der jetzt Gulag-Ressort heißt, ist also eher eine kleine Kommune, wo ich als aufgeklärter Diktator niemandem etwas vorschreibe. Allerdings hole ich dich auch nirgendwo ab, und ich bringe dich auch nicht da hin, wo du gerne hingebracht werden möchtest. Das ist der Unterschied zum Taxi, das wie gesagt meine Schule war. Der Gulag ist dagegen das richtige Leben und wahrscheinlich das, was uns allen demnächst bevorsteht. Fast bin ich geneigt zu sagen: Der Gulag ist das Kommende, aber ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Nimm die Idee mit dem Gulag einfach als Alternative zum Urlaub zu Hause, wo du schon viel zu lange rumhängst. Der Gulag ist aber nicht nur eine Alternative zum Urlaub zu hause und eine Möglichkeit, dich auf das Kommende vorzubereiten, sondern der Gulag ist an erster Stelle die Chance auf einen anderes Leben. Wie lange willst du, um nur ein Beispiel zu machen, noch mit diesem Maulkorb, der dich angeblich schützen soll, dir aber nur das Aussprechen von unbequemen Wahrheiten verbietet, herumlaufen? Im Gulag brauchst du jedenfalls keine Maske, und nicht nur, weil die Luft frisch und sauber ist!

Falls du nun neugierig geworden bist auf Meinen Kleinen Gulag, der seit einiger Zeit Gulag-Ressort heißt, hier noch einmal mein aktuelles Angebot: Sechs Stunden selbstbestimmte Arbeit am Tag an frischer und vor allem sauberer Luft bei von „Pflanzenschutzmitteln“ verschonter Kost und einfacher Unterkunft. Hinzu kommt der einmalige Ausblick auf die echten Twin Peaks des Balkans (nicht dieser San Francisco Fake!) ohne unnötige Ablenkung durch Internet und Smartphone. Überleg es dir, aber überleg nicht zu lange! Bei Interesse ruf mich bitte nicht an, sondern schreib mir eine e-mail. Mein Bürgermeister gibt mir Bescheid, wenn Post in meiner Mailbox ist. Mein Bürgermeister weiß alles, auch über Meinen Kleinen Gulag, der jetzt wie gesagt Gulag-Ressort heißt. Es ist also alles in Ordnung mit ihm, falls du Bedenken haben solltest. Immerhin ist es Europa (du bist doch auch Europäer, oder?) wenn auch sehr am Rande. Um genau zu sein, ist es so, dass mein Bürgermeister und mit ihm alle im Dorf verbliebenen Seelen sich über jedes neue Gesicht freuen, denn die Gesichter werden hier immer rarer. Leider, oder vielleicht soll ich besser zum Glück sagen, sind die meisten Seelen hier so alt und vor allem so arm, dass nicht auch sie sich noch auf den Weg ins Gelobte Deutsche Land machen können, da nutzen auch keine offenen Grenzen und schon gar keine Europäische „Gemeinschaft“.

Dass das auch so bleibt, dafür kannst du was Gutes tun auch im Sinne von Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer man Tut es!“, und dich als Gastarbeiter für Meinen Kleinen Gulag bewerben, der jetzt wie gesagt Gulag-Ressort heißt. Das offizielle Label lautet: „Gulag-Ressort für Gast-Arbeiter aus Deutsches-Land!“ - Bevor ich es vergesse: Mein Bürgermeister hat auch ein Kneipchen, das von allen liebevoll nur „Bartsheto“, also „Das Barchen“ genannt wird, wo du alle noch im Örtchen verbliebenen Seelen kennenlernen und dich bei jeder einzelnen persönlich bedanken kannst. Für die meisten meiner Besucher war der Besuch in des Bürgermeisters „Bartsheto“ ein, wenn nicht gar DER Höhepunkt vom Gulag-Ressort, das früher einmal Mein Kleiner Gulag hieß.

Text TaxiBerlin

29.06.2020

Sex in Zeiten von Corona


Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte ich Einwilligungserklärungen bei mir im Taxi an Bord. Genau genommen waren sie fester Bestandteil des Basisprogramms meines kleinen Bauchladens für meine Fahrgäste. Die Einwilligungserklärung betraf den einvernehmlichen Sex, den meine Fahrgäste noch haben wollten. Die Erklärung war wichtig, damit später keiner von beiden sagen konnte, der andere hätte ihn vergewaltigt, wobei, um ganz genau zu sein, eigentlich immer nur die Frau behaupten kann, sie wäre vergewaltigt worden und nicht umgedreht. Dass der Mann vergewaltigt wird, das mag der Gesetzgeber so sehen, die Natur sieht diesen Fall nicht vor, aber das nur nebenbei. Wenn ich heute noch Taxifahren würde, so hätte ich mir „aufgrund der aktuellen Situation“ schon wieder was Neues einfallen lassen, und zwar die „Selbstanzeige“, denn heute wird nicht mehr geraucht nach dem Sex, sondern sich selbst angezeigt. Oder um es mit anderen Worten zu sagen: „Erst  ficken – dann melden!“ Ob ich von diesen vorgefertigten Selbstanzeigen viele losgeworden wäre, das kann ich mir nicht vorstellen, jetzt, wo ich darüber schreibe. Ich meine, die meisten Menschen in unserem schönen Land hatten bereits vor Corona keinen Sex mehr. Für die ist das also nichts wirklich Neues, keinen Sex mehr zu haben. Mit dem Sex ist es wie mit der Arbeit: Viele haben keine und einige wenige zu viel. In der Sex-Branche nennt man die, die zu viel Sex haben, auch Sex-Arbeiterinnen. So weit ich mich erinnere, hat Angela Merkel auch ihnen ihre Arbeit höchstpersönlich verboten. An die genaue Formulierung kann ich mich nicht mehr erinnern, aber unsere Große Führerin hat das Wort „Bordelle“ in einer offiziellen Erklärung wirklich in den Mund genommen, und zwar deswegen, weil diese zu schließen seien. Das muss irgendwann Mitte März gewesen sein. Und offiziell geschlossen sind sie bis heute, zumindest so weit ich informiert bin. Dabei wären die Sex-Arbeiterinnen die ersten gewesen, denen man für ihren Job einen Orden als Systemrelevante Tätigkeit an die ihre blanke Brust hätte heften müssen. Das ist leider nicht passiert, wie überhaupt die Ehrung systemrelevanter Berufe, der rbb hatte ihnen seinerzeit im "Viren-Talk" eine eigene Serie gewidmet, komplett eingeschlafen ist. Dabei verrichteten die Sex-Arbeiten nicht einfach nur EINE systemrelevante Tätigkeit, sondern ihr Job war und ist möglicherweise der systemrelevanteste überhaupt. Das ist jetzt keine Übertreibung, ganz im Gegenteil. Die Menschen sind seit Monaten eingeschlossen, dürfe ihre Liebsten nicht mehr sehen und darüber hinaus keinen Sex mehr mit anderen haben. Was soll ihnen noch schlimmeres passieren? Gut, die meisten Menschen hatten vor Corona auch schon keinen Sex mehr. Das ist leider auch die Wahrheit. Aber in Krisenzeiten rücken die Menschen üblicherweise zusammen, und genau das dürfen sie jetzt nicht mehr. Und das macht mir große Sorge, weswegen ich seit einiger Zeit überlege, ob es kontaktlosen Sex gibt, und falls ja, wie dieser aussehen könnte. Als erstes kam mir die Idee, Sex nur noch von hinten zu gestatten. Früher, also als Kinder, sagten wir immer, dass es von hinten kein Kindergeld gäbe, aber was wussten wir denn?! Das mit dem Sex von hinten scheint mir erst einmal der richtige Weg, oder besser: die richtige Richtung zu sein. Irgendwo hatte ich gelesen, dass bei einem Naturvolk alte, hässliche Frauen mit ganz jungen Männern Sex haben, weil sie es so anstellen würden, dass die Männer ihr Gesicht nicht sehen. Dabei hilft auch die Maske. Mit Maske sehen Menschen irgendwie alle gleich aus. Eine hässliche Frau mit Maske habe ich noch nicht gesehen und ist mir demzufolge auch noch nicht unter gekommen. Fassen wir zusammen: Von hinten und mit Maske ist Sex, wer ihn haben möchte, möglich und auch sicher. Klar, hundertprozentig sicher ist von hinten und mit Maske nicht. Ich sage jetzt aber nicht, dass im Leben nichts sicher sei, sondern denke weiter ernsthaft darüber nach, wie Sex in Zeiten von Corona sicherer gemacht werden kann. Und da komme ich auf das so genannte Ganzkörperkondom. Ein jeder und auch eine jede hat schon von ihm, dem Ganzkörperkondom gehört, aber noch niemand hat ein solches gehen, oder? Jetzt ist die Zeit gekommen, eines zu entwickeln, um den Sex nicht komplett der Pornoindustrie zu überlassen. Das ist meine Meinung, oder wenn du so willst, meine Haltung! Ob die jetzt richtig oder falsch ist, das kann ich dir nicht sagen. Das herauszufinden, überlasse ich anderen. Ich bin mit der Entwicklung und dem Ausprobieren des Ganzkörperkondoms voll und ganz beschäftigt. Denn ich plane ein fulminantes Come-Back ins Taxi mit dem ersten Ganzkörperkondom überhaupt als Angebot in meinem Bauchladen. Bestellungen werden bereits entgegen genommen. Die ersten hundert Besteller bekommen einen Rabatt von Sex Prozent!

Text TaxiBerlin

-->

28.06.2020

Oscar Wilde über Bill Gates



So wie Friedrich Nietzsche schon über Facebook bescheid wusste, so kannte Oscar Wilde bereits Bill Gates, und das obwohl es weder zu Nietzsches Zeiten Facebook gegeben hätte, noch dass Bill Gates und Oscar Wilde Zeitgenossen gewesen wären. Und trotzdem hat Oscar Wilde bereits über Philanthropen wie Bill Gates und auch über die Philanthropie geschrieben, so wie sich Friedrich Nietzsche schon zu Facebook geäußert hat. Da die meisten zwar zu wissen glauben, was Facebook ist, die wenigsten aber sagen können, was genau die Philanthropie und ihre Anhänger, die Philanthropen sind, möchte ich mit der Begriffsklärung beginnen. Dabei fange ich damit an, dass Oscar Wilde schwul war, was die meisten noch wissen. (Nietzsche war es möglicherweise auch, aber das ist ein anderes Thema.) Schwul sein, ich weiß, kann heute jeder. Aber zu Oscar Wildes Zeiten (und auch zu Nietzsches) war das noch anders. Da war ein Schwuler ein Päderast. Das ist jetzt von mir nicht bös gemeint (damals war es das schon), das war einfach so. Bei den alten Griechen war die Päderastie, also die Knabenliebe, hoch im Kurs, im Prinzip so wie heute, nur intelligenter. Zu Oscar Wildes Zeiten war, wie gesagt, schwul sein schwierig – außer man hatte Geld. Wenn man schwul war und Geld hatte, war man kein Päderast mehr, sondern Gay. Und so, oder so ähnlich, ist es mit dem Philanthropen. Im Prinzip sind die meisten Menschen heute Philanthropen, ohne es zu wissen natürlich. Da sie aber fast alle kein Geld haben, sind sie keine wirklichen Philanthropen, sondern einfach nur Gutmenschen. Gutmensch kann heute jeder sein. Als Gutmensch kann man sich immer gut fühlen, man ist schließlich auf der richtigen Seite, aber vor allem hat man einen Feind, den Bösmenschen, ohne den es weder den Gutmenschen, noch den Philanthropen geben würde. Einen Feind zu haben, wird von vielen unterschätzt. Der Feind ist aber wichtig, denn er gibt dem Leben des Gutmenschen Struktur. Wehe dem Gutmenschen, der keinen Feind hat! Für den Philanthropen ist der Feind auch wichtig, aber nicht ganz so wichtig wie für den Gutmenschen, denn der Philanthrop hat, im Gegensatz zum Gutmenschen, wie gesagt Geld, und mit dem kauft er sich zur Not einen Feind. Dem Philanthropen dient das Gutmenschentum aber nicht dazu, Geld auszugeben, sondern Geld zu machen. Das ist noch ganz wichtig zu wissen! Ansonsten gilt das, was bereits Oscar Wilde über Philanthropen, also über Gutmenschen mit Geld wie Bill Gates, gesagt hat: „Philanthropen verlieren jedes Gefühl für Menschlichkeit. Das ist ihr hervorstechender Charakterzug.“ Und er fügte hinzu: „Die Philanthropie, scheint mir, ist einfach die Zukunft solcher Leute geworden, die ihre Mitmenschen zu belästigen wünschen.“

Foto&Text TaxiBerlin

-->

25.06.2020

Meine Freundin Corona


Ein Leben auf der Straße

Egal ob Mensch oder Tier: Wer einmal auf der Straße angekommen ist, kommt nur schwer wieder von ihr los. Nach ihm wird nicht gesucht, und er wird auch nicht gefunden. Danke Corona, dass du mich von der Straße geholt hast. Corona meint es gut mit mir. Ich denke, du bist meine kleine Freundin. Wir sollten bei Gelegenheit mal was zusammen trinken. Vielleicht sobald es deine Zeit erlaubt. Ich habe seit einiger Zeit genug davon: I'm ready when you are!

Foto&Text TaxiBerlin

TaxiBerlins Luxus-Folge-Problem



Seitdem ich nicht mehr mit dem Taxi auf den Berliner Straßen und Plätzen unterwegs bin, also seit fast vier Monaten, habe ich endlich wieder Zeit für mich. Zugegeben, Zeit für mich hatte ich eigentlich schon immer. Das ist (oder sollte ich bereits sagen: war?) ein großer Vorteil vom Taxifahren, dass man immer auch Zeit für sich hat, und auch ein Grund (vielleicht der wichtigste), warum ich nie ein Uber (genauer einen Mietwagen, der für den Großen Pauperisierer aus Amerika fährt) fahren würde. Woran es gefehlt hat, war das Geld, meine Ideen zu realisieren. Eine meiner genialsten Ideen (wenn nicht gar die genialste) ist die eines Esel-Taxis. Dass ich ausgerechnet in der "Corona-Krise" an dieser Idee arbeiten würde, hätte ich mir nicht träumen lassen, vor allem deswegen, weil es seither auch mit mir finanziell den Bach runter geht. Trotzdem habe ich mich meiner alten Idee erinnert, und seit einiger Zeit arbeite ich an ihr, aktuell an den Folge-Problemen. Jede Idee, selbst die genialste, bringt immer auch Probleme mit sich, an die man vorher nicht gedacht hat. Mein aktuelles Problem ist ein solches Folge- und auch Luxus-Problem.

Lange habe ich überlegt, ob ich darüber schreiben soll, auch weil ich keinen unnötigen Neid wecken will. Dass ich mich entschlossen habe, mein Luxus-Folge-Problem öffentlich zu machen, hat damit zu tun, dass die Wahrheit irgendwie auch raus muss, weil sie sowieso immer ans Licht kommt. Wenn du sie nicht von mir erfährst, erfährst du es irgendwann von jemand anderem. Und dann ist es doch besser, du erfährst alles gleich von mir. Mein Luxus-Folge-Problem besteht darin, dass mein Esel ein Gold-Esel ist. Gold-Esel gibt es nicht nur im Märchen - Gold-Esel gibt es wirklich! Der Gold-Esel ist ein Esel, für alle die, die das Märchen nicht kennen, der nicht einfach nur scheißt (der Fachbegriff ist "äpfeln", aber das nur nebenbei), sondern der richtiges Gold scheißt. Und da ich den Gold-Esel jetzt schon einige Zeit habe, weiß ich schon gar nicht mehr wohin mit dem ganzen Gold. Gerade habe ich noch meine Toilette vergoldet (Fotos), aber so langsam gehen mir die Ideen aus, was ich noch vergolden sollte.

Deswegen dieser Beitrag: Falls du eine Ideen haben solltest, was ich noch vergolden könnte, dann melde dich umgehend bei mir. Es ist Gefahr in Verzug - das ist keine Übertreibung! Aber ruf mich bitte (wie gehabt) nicht an, sondern schreib mir 'ne e-mail. Danke!

Fotos&Text TaxiBerlin

24.06.2020

Morgen 19 Uhr: "Hier spricht TaxiBerlin # 45"!


Morgen um 19 Uhr ist es so weit, da ist TaxiBerlin wieder auf Sendung. In der 45. Ausgabe von "Hier spricht TaxiBerlin" werde ich mich mit dem Therapeuten meines Vertrauens, Dr. Hans-Joachim Maaz aus Halle an der Saale, der mir auch schon mal in Berlin im Taxi saß, über sein Neuestes im März bei C.H.Beck erschienenes Buch "Das gespaltene Land" unterhalten. "Das gespaltene Land" hat nicht nur das Potenzial zu einem weiteren Bestseller nach "Der Gefühlsstau", "Die narzisstische Gesellschaft" und "Das falsche Leben", sondern ist darüber hinaus das Buch zur aktuellen Lage, nicht nur in unserem Land. Diese bezeichnet Maaz als "Panikdemie", und er fordert darüber hinaus, das Wort "Verschwörungstheorie" zum Unwort das Jahres zu küren. Seinen dringendsten Appell richtet Maaz, der aktuell auch regelmäßig Samstag auf dem Markt in Halle/Saale spricht, an die Medien unseres Landes: "Schämt Euch, Ihr Journalisten, für diese verlogene und falsche Berichterstattung!" Dem ist meinerseits nichts hinzuzufügen, ausser vielleicht, dass die angesprochenen Damen und Herren auch gerne ab 19 Uhr in das Interview mit Hans-Joachim Maaz reinhören können, um zu wissen, wie Journalismus heute geht. Zu empfangen ist "Hier spricht TaxiBerlin # 45" auf Pi-Radio, in Berlin ist das die 88.4, in Potsdam bereits die 90.7, und auch weltweit wird es unter piradio.de als Live-Stream (rechts oben) ausgestrahlt. Wage nicht, es zu verpassen, denn wer nicht hören will, muss Nachhören!

Text TaxiBerlin

17.06.2020

"I Contain Multitudes"




This friday the new Bob Dylan Album "Rough And Rowdy Ways" comes out. I'm not going to Balian Bali like Bob. I'm going to the Balkan but you can follow me close. The true is: I'll lose my mind if you don't come with me. I'm one in a trillion and a dictator in the same time. I'll move from a city to the land of crime. I drive slow cars and I eat fast food. I contain multitudes. All the young people looking so good, I'm a man of contradiction and not always in a good mood. I contain multitudes. I'm an old mule, I'll show you my heart. But not all of it, only the hateful part. Even I sleep with many other in the same bed, I still have you in my head. I'll praise the lord, will go down on my knee. I'll play for you Mozart's sonatas, till the end they are the key.

Video BobDylan
Text TaxiBerlin

16.06.2020

Niemals werde ich mit oder für Uber fahren!


Heute Fahrrad, morgen Taxi

Mit dem Taxigewerbe, vermutlich nicht nur in Berlin, sieht es aus wie mit obigem Fahrrad, was natürlich nicht mein Fahrrad ist, denn mit dem bin ich nahezu täglich auf den Straßen und Plätzen unserer schönen Stadt unterwegs, wenn ich nicht zu Fuß gehe. Zu Fuß zu gehen ist das Optimale, wo man am meisten sieht, mehr als beim Fahrrad fahren und auch mehr als beim Taxifahren. Das weiß ich, obwohl ich bereits seit mehr als drei Monaten kein Taxi mehr fahre. Und so wie es im Moment aussieht, werde ich wohl auch kein Taxi mehr fahren, zumindest nicht bei meiner bisherigen Firma. Mein früherer Chef, der vor einigen Jahren meinem aktuellen Chef nicht nur alle seine Fahrzeuge, sondern auch alle seine Fahrer vermacht hat, hat damals über ihn (natürlich nur mir gegenüber - das ist klar!) gesagt, dass dieser, also mein aktueller Chef, genauso "bescheuert" sei wie er selbst. Das hört sich erstmal ungewöhnlich an, beweist aber nur, dass das, was in meinem Taxi gilt, auch im gesamte Taxigewerbe seine Gültigkeit hat: Jeder darf alles sagen - sogar die Wahrheit. Was nun meinen aktuellen Chef angeht, so habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu ihm. Ganz ehrlich gesagt, das muss aber unter uns bleiben, glaube ich, dass mein jetziger Chef (genauso wie sein Vorgänger) ein heimlicher Fan von mir ist. Naja, jedenfalls reden wir ganz offen und ehrlich miteinander, und wenn ich ihm erzählen würde, was sein Vorgänger über ihn gesagt hat, würde er sich wahrscheinlich darüber sehr amüsieren und auch freuen. So ist das im Taxigewerbe: Alles nur Verrückte! Gestern habe ich nun mit meinem aktuellen Chef telefoniert. Ich telefoniere sonst nicht gern, aber mit meinem Chef mache ich eine Ausnahme, denn wir haben, wie gesagt, ein sehr gutes Verhältnis. Ausserdem versteht mein Chef Spass, und welcher Chef versteht schon Spass?! In dem Gespräch gestern teilte mir mein Chef mit, dass ich mich mit dem Taxifahren beeilen müsste, damit ich wirklich der sein kann, der zumindest in seiner Taxi-Firma das Licht ausmacht. Darüber hinaus wies mich mein Chef darauf hin, dass gleichzeitig immer mehr Fahrzeuge für Uber angemeldet werden (die offizielle Bezeichnung für diese Schweinerei ist "Mietwagen-Service", richtiger wäre aber "Limousinen-Service"). Nun bin ich an der Reihe, Spass zu verstehen und Humor zu beweisen. Andererseits soll man sich auch nicht zu früh freuen, denn wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am Besten. Was ich mit Sicherheit jetzt schon mit einem lachenden und auch mit einem weinenden Auge sagen kann, ist, dass ich niemals für Uber fahren werde. Für Uber zu fahren ist unter meinem Niveau. Und mit dem halte ich es wie Marcel Reich-Ranicki, der bekannte Literaturkritiker, der Anfang Juni 100 Jahre alt geworden wäre. Marcel Reich-Ranicki meinte, dass er sich niemals unter seinem Niveau amüsieren würde. Und genauso käme ich mir vor, würde ich mich auch nur in ein Uber reinsetzen. Ich meide Uber-Fahrzeuge, wo und wann immer ich kann, auch mit dem Fahrrad und selbst als Fußgänger mache ich einen großen Bogen um diese Amateure der Personenbeförderung. Keine tausend Pferde und auch keine Billionen würden mich je in ein Uber kriegen - so viel Pferde gibt es gar nicht und auch nicht so viele Billionen! Was nun das Licht im Taxi angeht, dass ich ausmachen wollte, da bin ich mir allerdings nicht mehr ganz so sicher. So weit ich das als jemand einschätzen kann, der 1/4 Jahr weg ist von der Straße, gibt es so einige Kollegen, die genauso wie ich sagen: Niemals werde ich für Uber fahren!

Foto&Text TaxiBerlin

15.06.2020

"Schämt Euch, Ihr Journalisten, für diese verlogene und falsche Berichterstattung!"



Auf dem Markt von Halle (Saale) am 6. Juni 2020

Hans-Joachim Maaz, der Therapeut meines Vertrauens, der mir auch schon mal im Taxi saß, und der mir vor kurzem dieses Interview zu seinem neuesten Buch "Das gespaltene Land" und zur aktuellen Lage im Land, hat erneut seinen Protest gegen genau diese zum Ausdruck gebracht. Sein ganz persönliches Motto, das auf ein Pappschild geschrieben war und von einer Kollegin gehalten wurde, lautet: "Angst frisst Demokratie." Maaz erklärt, was Angst mit uns macht, und wie sie von den Herrschenden als Machtinstrument missbraucht wird. Deswegen fordert Maaz einen Corona-Untersuchungsausschuss und vorab schon mal den Rücktritt von Merkel & Co. Darüber hinaus diagnostiziert Hans-Joachim Maaz jedem: "der den offiziellen Informationen kritiklos glaubt, und jeder, der überzeugt ist, dass eine Gesichtsmaske hilfreich sei und schützen würde, und jeder, der im Impfen eine Rettung erhofft, und jeder, der Kritik diffamiert, braucht Hilfe." Speziell über die Maske sagt Maaz: "Eine Maske, die nicht zwingend notwendig ist, ist dann nur noch ein Symbol der Unterwerfung." An seinen Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt Reiner Haseloff richtet Maaz folgenden Appell: "Beenden Sie den schädigenden Spuk einer Maskenpflicht, sofort!" Zum Schluss fordert Maaz folgendes von unseren Journalisten: "Beendet endlich die Diffamierung des Protestes! Besinnt Euch auf die ethische Verpflichtung eures Berufes zu einer realitätsgerechten Berichterstattung!" Als alter weißer und vielleicht auch ein bisschen weiser Mann erlaubt sich Maaz hinzuzufügen: "Schämt Euch, Ihr Journalisten, für diese verlogene und falsche Berichterstattung!"

Video GerdMiethe
Text TaxiBerlin

14.06.2020

Ohne Bösmensch kein Gutmensch


Grünberger Straße
früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Wenn ich nicht durch meinen Kiez, meinem zu hause, laufe, lese ich viel. Gerade ist es die "Dialektik der Ordnung" von Zygmunt Bauman. Bauman, der in Leeds lehrte und leider schon verstorben ist, geht darin dem Zusammenhang zwischen der Moderne und dem Holocaust auf den Grund und kommt dort zu folgendem Schluss: "Der Holocaust wurde inmitten der modernen, rationalen Gesellschaft konzipiert und durchgeführt, in einer hochentwickelten Zivilisation und im Umfeld außergewöhnlicher kultureller Leistungen; er muss daher als Problem der Gesellschaft, Zivilisation und Kultur betrachtet werden." Bauman verwendet in seinem Buch u.a. folgendes wahres Beispiel: Nach einer Flugzeugentführung lassen sich signifikant viele Geiseln von ihrem Partner scheiden, mit dem sie zusammen Opfer der Entführer waren. Der Grund ist, so Bauman, dass die Partner während der Geiselnahme Seiten von sich gezeigt haben, die der andere bisher nicht von ihm kannte, oder mit anderen Worten: aus dem liebevollen Ehemann wurde plötzlich ein böser Patriarch und/oder aus seiner liebenden Ehefrau eine anstrengende Matronin. Eine simple Wahrheit, dass kein Mensch ausschließlich und überall nur gut sein kann. Mir ist zumindest bisher kein solcher Mensch begegnet, weswegen ich auch nur jedem empfehlen kann, der noch an den Gutmenschen glaubt, sich selbst zu befragen, ob er einen solchen guten Menschen wirklich kennt, oder ob es sich dabei um einen Wunsch und/oder Illusion von ihm handelt. Den sogenannten Gutmenschen zeichnet, so meine Erfahrung, also nicht aus, dass er immer und ausschließlich gut wäre, das nicht. Was den Gutmenschen "auszeichnet", ist, dass er das Böse vorzugsweise beim anderen sucht, bei sich selbst aber gerne übersieht bzw. nicht wahrhaben möchte. Und so entstehen dann solche Slogans wie auf obigem Foto, die darüber hinaus auch einfache Antworten zu geben scheinen. (Stell dir vor, dort würde nicht Polizei sondern "Muslim = Mörder" stehen - würdest du das dann auch gut und richtig finden?) Menschen mit einfachen Antworten sind, und das sollte nun wirklich endlich einmal bei jedem gekommen sein, auch weil es in der jüngsten Vergangenheit oft genug wiederholt wurde, in aller Regel Populisten und Rattenfänger. Wer Populisten und Rattenfängern hinterher läuft, ist kein Gutmensch, kann keiner sein, sondern ist nur ein Mitläufer, aber eben einer, der Populisten und Rattenfängern aufgesessen ist. Und solche Mitläufer werden schnell zu Tätern. Also das, was ich bereits andeutete: In jedem Gutmensch steckt immer auch ein Bösmensch. Wer dies nicht weiß oder nicht wahrhaben will, läuft Gefahr, nicht zu bemerken, wenn aus ihm, dem vermeintlichen Gutmenschen, hier und heute ein echter und wahrer Bösmensch wird.

Foto&Text TaxiBerlin

13.06.2020

Kuhfladen verbrennen mit TaxiBerlin


Die Sache mit dem Kuhfladen verbrennen, ich hatte hier darüber geschrieben, hat mir keine Ruhe gelassen. Hinzu kommt, dass ich Zeit habe ohne Ende seit ich auf "Kurzarbeit Null" bin. Gut, Zeit hatte ich in meinem Taxi, als ich noch mit ihm auf den Berliner Straßen und Plätzen unterwegs war, auch ausreichend. Berücksichtigt man aber, dass der Bedarf an Bildung nicht nur allgemein, sondern insbesondere auch bei mir gestiegen ist, kann es eigentlich nie genug Zeit geben. Was nun den Kuhfladen angeht, so bin ich als geborener Cowboy vorgebildet, und das zahlt sich jetzt aus. Thomas Hirt (hier), der nette Kollege aus der Schweiz, kann dafür die Praxis des Kuhfladen verbrennen besser erklären und natürlich auch gleich zeigen. Ich überlege jetzt, auch bald Kuhfladen in meinem Bauchladen im Taxi anzubieten. Da das Kuhfladen Feuerritual, mit dem man u.a. auch Allergien behandeln kann, Agnihotra heißt, überlege ich aktuell, wie ich das Wort am besten in meinen kleinen Taxi-Bauchladen einbaue. "Agnihotra & Bücher" vielleicht? Oder besser "Getrocknete Kuhscheiße und Heiße Bücher"? Wer noch anderen Ideen hat, kann sich gerne bei mir melden! Ruf mich aber bitte nicht an, sondern schreib 'ne e-mail an taxi.berlin(ät)gmx.de. Danke im Voraus, auch für's Verständnis!

Text TaxiBerlin

Alles wie immer, nur schlimmer ...


Maulkorb-Modell: Knast-Maske

Wenn ich nicht gerade mit dem Fahrrad unterwegs bin, meine letzte Taxischicht liegt nun auch schon wieder drei Monate zurück, gehe ich viel zu Fuß durch Berlin, vor allem durch meinen Kiez, also wo ich zu hause bin. Immer mehr Menschen haben heutzutage kein zu hause mehr. Das ist jetzt nicht neu, das gab es auch schon vor Corona, und vielleicht ist es dir auch schon aufgefallen. Solche Leuchte reden dann gerne von "my base" anstelle von mein zu hause. Ich muss dann immer an "base camp", also Basislager denken, beispielsweise bei einer Mount Everest Besteigung. Und möglicherweise ist das Leben dieser Leute auch eine Mount Everest Besteigung. Wahrscheinlicher ist aber, dass sie alles machen, was man ihnen sagt. Sagt man ihnen, bieg links ab, dann biegen sie links ab, und sagt man ihnen, geh nach Asien, dann gehen sie halt nach Asien. Warum jetzt alle plötzlich wieder in Berlin sind, wie ich in den letzten Tagen bei meinen Spaziergängen durch meinen Kiez feststellen musste, das überlege ich gerade selber noch. Vielleicht hat den Leuten einfach noch keiner gesagt, wo sie diesmal hinzugehen haben und sind deswegen einfach wieder nach Berlin gekommen, wie das viele Leute auch schon vor Corona gemacht haben, die mit sich nichts anzufangen wussten. Leute, die mit sich nichts anzufangen wissen, kommen nach Berlin oder lassen sich ein Tattoo stechen oder machen beides. Daran wird sich wohl auch nach Corona nichts ändern. Das ist zumindest meine Prognose. Ich schreibe das, damit es auch mal ausgesprochen ist, und weil viele Leute immer noch glauben, dass der Mensch nach Corona ein anderer wäre. Das glaube ich nicht. Und Corona beweist das ja auch. Diesmal sagt man den Leuten nicht, geh nach Asien oder biege links ab, sondern trage einen Maulkorb, und sie tragen ihn. Die, die ihnen den Maulkorb verpasst haben, tragen selbst keinen, allen voran Frau Merkel. Möglicherweise hat sich sich vom Maulkorb befreien lassen, so wie ich auch, aber nichts genaues weiß man nicht. Naja, jedenfalls komme ich mir immer mehr vor wie in einem Stück von Orwell. Der hat zwar, so weit ich weiß, keine Stücke geschrieben, aber wenn er eins geschrieben hätte, würde dort der Maulkorb vorkommen - unbedingt! Der Maulkorb ist praktisch der einzige Unterschied zu früher. Dieselben Leute wie früher sitzen auch heute einfach, also ohne Sinn und Verstand, aber vor allem weil sie gerade keiner nach Asien geschickt oder links abbiegen lassen hat, in den Cafés und Restaurants bei mir im Kiez herum, diesmal nur brav mit Maulkorb. Das ist der einzige Unterschied. In ihrem Kopf sind sie alle gleich geblieben, vielleicht sind sie nur noch etwas folgsamer als früher. Das ist absolut möglich und auch höchst wahrscheinlich.

Foto&Text TaxiBerlin

12.06.2020

TaxiBerlin enttarnt Heuchelei und Doppelmoral




Wahrheiten kann man praktisch überall finden, insbesondere dort, wo man sich nicht vermutet, in dem Fall bei Bild. Ich weiß, die meisten Menschen ticken so: Bild gleich blöd. Aber nur weil die Mehrheit so denkt, ist es nicht automatisch richtig. Zumindest soviel sollte man aus der Geschichte gelernt haben. Ich empfehle, sich sein eigenes Bild zu machen. Deswegen war ich in den vergangenen Wochen regelmäßig Samstag auf dem Alex. Wenn auch du das gemacht hast, wird dir folgendes aufgefallen sein: In den Wochen zuvor war der Alexanderplatz mehr oder weniger komplett abgeriegelt, nur zum Shoppen durfte man ihn betreten. Was gestern die Leute waren, die zum Shoppen kamen, sind heute die "Menschen mit einem klaren Bekenntnis gegen Rassismus" wie Regierungssprecher Seibert es formuliert. Dagegen ist nichts einzuwenden, nur soviel, dass auch für sie die gleichen Regeln gelten, wie sie beispielsweise für Menschen gelten, die in den Wochen zuvor mit einem klaren Bekenntnis zu unserem Grundgesetz auf die Straße gingen. Da dem nicht so ist bzw. war, handelt es sich offensichtlich um Heuchelei und Doppelmoral.

Video Bild
Text TaxiBerlin