17.08.2019

DAS LETZTE FOTO


So sieht es aus

Ein Baum, ein Esel, drei Müllsäcke, keine Menschen! - so könnte es aussehen, das letzte Foto. Jetzt nicht von mir, sondern überhaupt.

Foto&Text TaxiBerlin

16.08.2019

TAXIBERLIN RETTET DIE WELT (FORTSETZUNG)


Und wie!

Zwei Müllsäcke sind rasch gefüllt am Rande unseres schönen Kontinents, insbesondere in der noch schöneren Natur, wo sich der meiste Müll befindet. Wegen dem bin hier und segele nicht um die halbe Welt, wie unser aller Greta, die scheinbar Unvermeidbare. Am Rande Europas kennt sie übrigens keiner, was aber nicht daran liegt, dass man hier keine Mädchen mit Zöpfen mögen würde. Dass keiner Greta kennt, liegt ganz einfach daran, dass man sie noch nie tanzen gesehen hat. Und das ist doch gerade das wichtigste in einer Krise, dass man auch dann noch tanzt (wegen mir auch auf dem Müll), wenn einem alles um die Ohren fliegt. Zumindest sieht man das hier so.

Foto&Text TaxiBerlin

WIE TAXIBERLIN DIE WELT RETTET


Alles klar?

Während Greta um die Welt segelt, um die Welt zu retten, ziehe ich mit zwei Esel los und sammle Müll ein. Müll ist so mit das einzige, was es am Rande Europas reichlich gibt. Nicht nur für die hiesige Bevölkerung, die, wenn sie nicht auswandert, einen gewissen Hang zur Selbstzerstörung hat. Woran das genau liegt, das habe auch ich noch nicht herausgefunden. Das Müll sammeln hilft auf jeden Fall ungemein dabei, die Gedanken zu sortieren. Und wenn jemand Klarheit in eigener Sache sucht, so kann er gerne vorbei kommen. Müll gibt es wie gesagt genug. Nur mit den Eseln wird es langsam eng.

Foto&Text TaxiBerlin

13.08.2019

TAXIBERLIN ALS TIERARZT IM EINSATZ


Zwei für die Arche

Nachdem ich viele Jahre als rollender Therapeut auf den Straßen und Plätzen unterwegs war, muss ich mir nunmehr eingestehen, dass mein Einsatz ganz umsonst war. Der Mensch, allen voran das Party-Volk, ist ein verlorener Fall, und das mit dem Klima ist nur vorgeschoben. Was man noch tun kann und auch sollte, ist ein paar Tiere retten. Meine Empfehlung: Mach es wie Noah und nimm von jedem ein Paar!

Foto&Text TaxiBerlin

09.08.2019

WIE HERR STALIN UND ICH DAS KLIMA RETTEN


"Komplex Stalin" mit Mauer und eigener Stromerzeugung

Vor einiger Zeit hat mein Nachbar seinen Gulag von "Grill Stalin" in "Komplex Stalin" umbenannt. Mir empfahl Herr Stalin "Meinen kleinen Gulag" besser "Gulag-Ressort" zu nennen. Das habe ich getan, und seitdem kann ich mich vor Anfragen nicht retten. Die halbe Welt will plötzlich in mein "Gulag-Ressort" einziehen, was wohl auch daran liegt, dass mein Nachbar aktuell eine Mauer um seinen Komplex hat bauen lassen. Mit anderen Worten: Herr Stalin kann sich seine Gäste aussuchen, die bei ihm einziehen. Aber es wird noch besser! Seine Gäste produzieren in dem eigens zu diesem Zweck vom Herrn Stalin entworfenem "Human Hamsterrad" nicht nur genug Strom für seinen Komplex. Herr Stalin hat soviel Strom, dass er die ganze Region damit versorgen kann, die zugegeben ziemlich ausgestorben ist. Im Prinzip gibt es dort neben dem Herrn Stalin mit seinem Komplex nur noch mich und mein Ressort. Aber das ist jetzt nicht das Thema. Meinem Nachbarn Herrn Stalin geht es um Größeres, und so auch mir. Denn ich bin gerade dabei, mir auch so ein "Human Hamsterrad" für meine Gäste zuzulegen. Das Klima zu retten kann richtig Spaß machen.

01.08.2019

AUTOFIKTION BEIM AUTODOKTOR


Im klimatisierten Warteraum vom Autodoktor

Der Autoarzt im fernen Bulgarien kennt mich schon, ich bin sozusagen ein Stammkunde. Um genau zu sein nicht ich, sondern das Auto. Mit dem Taxi ist so weit alles OK, nur hatte ich in Berlin vergessen den Ölwechsel machen zu lassen. Das wird gerade nachgeholt, während ich im klimatisierten Warteraum mit Internet von meinem Autoarzt darüber bei einer Tasse Kaffee und einem Glas Soda berichten kann.

Foto&Text TaxiBerlin

29.07.2019

VOM "FORENSIKER DER GESELLSCHAFT"


Meine Reise in "Meinen kleinen Gulag", den ich neulich in "Gulag-Ressort" umbenannt habe, begann alles andere als vielversprechend. In ganz Bayern war, warum auch immer, keine einzige Weißwurst aufzutreiben, nicht einmal eine vergammelte. Nicht nur mit Berlin, nein, auch mit Bayern geht es bergab! Am Abend dann das Highlight in Österreich, wo sonst?! Der Österreicher hat seinen Staatspreis für Europäische Literatur, an dem immerhin 25.000 Ocken dranhängen, vergeben. Aber nicht an irgendjemand, sondern an den "Forensiker der Gesellschaft". So nannte Kulturminister Alexander Schallenberg am Samstag den französischen Autor Michel Houellebecq. Der frisch gebackene "Forensiker der Gesellschaft" zitierte in seiner Dankesrede den österreichischen Autor Thomas Bernhard, der in einem Text seinen Freund Paul, den Neffen des österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein sagen lässt: "Einen Preis anzunehmen ist schon eine Perversität, einen Staatspreis anzunehmen aber die größte."

Es stimmt wirklich: Von Österreich lernen, heißt siegen lernen!

Text TaxiBerlin

27.07.2019

ALSO SPRACH DER KOLLEGE NIETZSCHE


Kollege Nietzsche auf den Punkt Buchrücken gebracht

Kollege Nietzsche, der heute wahrscheinlich Flaschensammler wäre, ist seinerzeit auch Taxi gefahren, was die wenigsten wissen. Es war die Zeit der Pferdedroschken, Kollege Nietzsche hatte es mit Pferden - das ist bekannt. Völlig unbekannt ist, dass er sogar zwei Bücher übers Taxifahren geschrieben hat. Das eine heißt "Der Mensch mit sich alleine", das Alleinsein gehört neben dem Warten zu unseren Kernkompetenzen, das andere ist "Der Mensch im Verkehr", wo wir Taxifahrer die meiste Zeit verbringen. Zumindest war es bisher so, das ändert sich gerade. Vor allem Nachts greifen immer mehr Party People zum Feind aller ehrlichen Taxifahrer aus Amerika. Mir war das Party Volk schon zuvor ein Dorn im Auge, weil es für unnötige Unruhe sorgt, vor der bereits die Heilige Schrift in ihren Psalmen warnte:

Sie gehen daher wie ein Schatten und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es bekommt. (39/6)

Doch zurück zu Kollege Nietzsche, zu dessen Zeit es noch kein Party Volk gab, weswegen er sich über die (US)-Amerikaner beklagte, deren Unruhe uns in die nächste Barbarei treiben wird. Hier "Die moderne Unruhe" aus "Menschliches, Allzumenschliches", in dem sich Kollege Nietzsche auch zu den nicht mehr vorhandenen Jahreszeiten äußert, was Party People etwas Barock erscheinen mag, aber Party People lesen hier nicht, einfach weil sie gar nicht die Ruhe dafür haben:

Nach dem Westen zu wird die moderne Bewegtheit immer größer, so dass den Amerikanern die Bewohner Europas insgesamt sich als ruheliebende und genießende Wesen darstellen, während diese doch selbst wie Bienen und Wespen durcheinanderfliegen. Diese Bewegtheit wird so groß, dass die höhere Kultur ihre Früchte nicht mehr zeitigen kann; es ist, als ob die Jahreszeiten zu rasch aufeinanderfolgen. Aus Mangel an Ruhe läuft unsere Zivilisation in eine neue Barbarei aus.                            ("Die moderne Unruhe")

Foto&Text TaxiBerlin

26.07.2019

VON ÖSTERREICH LERNEN HEIßT SIEGEN LERNEN


Berliner Taxi irgendwo in Österreich

Obwohl TaxiBerlin auf seinem Weg in die Schluchten des Balkans noch nicht mal bis Österreich gekommen ist, wurde in unserem schönen Nachbarland Uber, der Feind aller ehrlichen Taxifahrer, verboten, vermutlich aus vorauseilendem Gehorsam. TaxiBerlin ist ein großer Fan von Österreich, wo nicht nur das Essen besser ist als in Berlin, der Hauptstadt des schlechten Essens und der schlechten Straßen. Nein, in Österreich erscheinen auch anspruchsvolle Bücher, für die sich hierzulande kein Verlag findet. Als Herausgeber zweier Bücher weiß ich, wovon ich rede. Dass wir nun in Sachen fairer Wettbewerb (also mit nachvollziehbaren und nicht gewürfelte Abrechnungen, wie bei Uber, deren Fahrzeuge ohne Wegstreckenzähler von Profis ohne Plan gesteuert werden) von Österreich lernen können, mag den ein oder anderen jetzt vielleicht verwundern. Für mich ist es spätestens seit meinen Erfahrungen als Herausgeber keine Überraschung mehr.

Foto&Text TaxiBerlin

19.07.2019

TAXIBERLIN ALS GLOBAL PLAYER


* ab September wieder

Gestern hat mich jemand einen Global Player genannt. Es war aber kein Fahrgast, sondern jemand, mit dem ich ein Hobby teile, genau genommen eine Sucht, und zwar die Büchersucht. (Die Büchersucht ist eine relativ neue Sucht, und ich bin Patient Nummer Eins - ich hatte das hier erwähnt.) Mein Leidensgenosse und ich treffen uns nun schon einige Zeit an den üblichen Tatorten. Offensichtlich haben wir denselben Suchtrhythmus. Gestern kamen wir bei einer vom älteren Genossen spendierten Tasse Kaffee ins Gespräch, an dessen Ende er mich einen Global Player nannte. Global Player ist natürlich total übertrieben, zumindest was das Taxifahren angeht. Taxifahren tue ich nur in Berlin. Aber Taxifahren tue ich nicht nur, damit mir beim Arbeiten möglichst wenige Leute auf die Eier gehen können, sondern vor allem, damit ich auch mal nicht Taxifahren muss. Und diese Zeit beginnt, wie alle Jahre wieder, heute. Global Player stimmt insoweit, als dass ich später am Tag noch ins Land, wo die Zitronen blühn reisen werde, wenn auch nur übers verlängerte Wochenende. Ende nächster Woche geht es dann ins Land der Freaks am Rande unseren schönen Kontinents. Was das Land der Freaks angeht, da erreichte mich gestern zu später Stunde noch eine Nachricht aus dem Norden unseres Landes, und zwar von jemandem, der sich das gerne mal ansehen würde. Da ist der Kollege aus dem Norden nicht der einzige. Es gibt so einige, die gerne mal in Meinen kleinen Gulag, den ich neulich in Gulag-Ressort umbenannt habe, einziehen möchten. Aber auch für mein Gulag-Ressort gelten strenge Auswahlkriterien, da kann nicht jeder einziehen. Unabhängig davon kann ich sagen, dass ich selbst nur dorthin reise, wo ich Leute persönlich kenne. Reisen als Konsum, wie all die, die uns Tag für Tag in Berlin heimsuchen, lehne ich nicht nur ab, nein, ich würde es sogar verbieten, wenn ich was zu sagen hätte, alleine schon des Klimas wegen. Ich schreibe das alles, damit auch der einzige Leser meines Blogs weiß, warum ich mich in nächster Zeit rar mache auf meiner Seite. Da ich bis Mitte oder gar Ende September nicht in Berlin sein werde, gibt es am 25.Juli und am 22.August im Radio auch "nur" Wiederholungen älterer Sendungen von Hier spricht TaxiBerlin, die es allesamt hier zum Nachhören gibt.

PS: Mehr Taxi * - nicht vom Baumarkt sondern von TaxiBerlin - gibt es ab September wieder. Einer muss schließlich das Licht ausmachen.

Foto&Text TaxiBerlin

18.07.2019

WOLLT IHR DEN TOTALEN KOMMERZ ?


An der Taxihalte am Checkpoint Charly

Politiker sollen heute keine gute Politik mehr machen und zwar für eine Mehrheit, sie sollen liefern - meist für eine Minderheit. Im Stau steht man nicht einfach nur, sondern er kostet auch noch, zum Glück meistens nur ein paar Minuten. Denn Zeit ist einfach nur Zeit. Man kann sie nutzen, beispielsweise um ein Buch zu lesen, oder eben nicht. Zeit ist aber kein Geld und war es noch nie. Zeit ist Geld ist nur ein dummer Spruch. Berlin - alles ist möglich war einmal richtig. Das ist lange her. Mit einem guten Spruch ist es spätestens dann vorbei, wenn man ihn als Magnet für den Kühlschrank kaufen kann.

Foto&Text TaxiBerlin

17.07.2019

GREIFSWALDER ECKE HASTUNICHJESEHN


Gestern Abend

Die folgende Geschichte ist eine wahre Begebenheit. Sie trug sich gestern Abend um 22:30 Uhr im Prenzlauer Berg zu. Meine Fahrgäste wollten in eine schmale Seitenstraße zwischen Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße. Der Wagen der Polizei mit Blaulicht stand in der Mitte der Straße, so dass niemand vorbeikam. Hinter dem Polizeiauto kurz vor der Greifswalder stand ein Wagen ohne Licht. Mein Fahrziel befand sich knapp 100 Meter oberhalb des Polizeieinsatzes. Nachdem meine Fahrgäste ausgestiegen waren, aber bevor ich wenden konnte, kam die Polizistin rasch die 100 Meter zu mir hochgelaufen, und es entspann sich folgender Dialog:

Polizistin: Guten Abend! Sagen Sie, was ist das für einen Wagen, den Sie fahren? Ist das auch ein Toyota Hybrid?

TaxiBerlin: Warum?

Polizistin: Weil ein Kollege von Ihnen nicht weiß, wie er in seinem Wagen das Licht eingeschaltet kriegt.

TaxiBerlin: Ein Kollege?

Polizistin: Ja, nein, ein Uber-Fahrer. Ach, Sie sind gar kein Uber?!?

TaxiBerlin: Nein, aber ich weiß, dass Uber-Fahrer laut Eigenwerbung allesamt Profis sind, und als solcher sollte er wissen, wo der Lichtschalter ist. Ansonsten müssen sie ihm die Lizenz entziehen!

Polizistin: Sie haben Recht, und ich verstehe Sie da sehr gut ...

TaxiBerlin: Na, dann müssen Sie's ja nur noch machen!

Danach wendete ich, und die Polizistin (auch so ein Profi!) ging zurück zu ihrem Einsatzort. Vielleicht steht sie dort jetzt noch.

Foto&Text TaxiBerlin

16.07.2019

ACHTUNG, SIE WERDEN VERFOLGT !


Großer Pruder & Schwesta (GPS) sieht dich

Gestern war die Stadt wie ausgestorben. Keine Ahnung, wo die wieder alle waren. Vor allem gab es keine Besucher, weder auf der Straße, noch im Taxi. Es war so schlimm, dass ich mich schon fragte, ob die vielleicht alle beherzigt haben, was ich ihnen hier empfohlen hatte. Wahrscheinlich war es auch einfach nur zu kalt, so dass alle lieber zu hause geblieben sind, also in ihren Hotels und/oder dem Berliner Wohnungsmarkt entzogenen airbnb-Unterkünften meine ich. Selbst Mieträder und auch E-Roller, mit denen die Infantilisierung der Gesellschaft nun auch den Straßenverkehr erreicht hat, gab es genug verwaiste am Wegesrand. Ein Grund übrigens, warum die keiner klaut oder zumindest umschubst, ist, dass sie alle "GPS Verfolgt" sind. Der Anbieter dieses Unfugs weiß also immer, wo die sind, außer wenn sie, so wie gestern, im Hotel oder in ihren dem Berliner vorenthaltenen airbnb-Unterkünften sind. Dann weiß es nur der Mobilfunkanbieter.

Foto&Text TaxiBerlin

15.07.2019

BE WHO YOU ARE AND NOT WHERE IT MATTERS


Flughafen Tegel (TXL) / Ortsteil Tegel
früher Reinickendorf / heute Reinickendorf

Die Menschen sind heute so verdreht, man muss praktisch alles, was sie sagen oder auch schreiben, vom Kopf auf die Füße stellen. Ein Beispiel: Alle regen sich auf, dass wir keinen Flughafen bauen und vor allem keinen Flughafen eröffnen können. Dabei sind Flugreisen neben Kreuzfahrten das reinste Gift für das Klima, und das Klima wollen doch alle retten, oder? Ich freue mich jeden Tag auf's Neue und empfinde es als großes Glück, dass es den Flughafen Tegel noch gibt, denn seine Provinzialität schützt uns vor noch schlimmeren, und zwar der totalen Heimsuchung von noch mehr Menschen, die immer dort sein müssen, wo es matters, es sich also lohnt. Sei, wo es sich lohnt, ist von Leuten wie Trump, die immer dort sind, wo sie ein Geschäft (t)wittern. Die Frage muss dementsprechend sein: Für wen lohnt es sich? Für einen Businessman wie Trump? Oder für den Berliner? Wohl kaum für letzteren, denn der hat die Schnauze voll von Leuten, die immer nur dort sein wollen, wo andere ihnen sagen, dass sie sein müssen, damit diese anderen ihr Business mit ihnen machen können. Richtig muss es lauten: Sei, wer du bist! (Und nicht: Sei, wo es sich lohnt!) Noch richtiger: Werde, wer du bist! Denn wer weiß schon, wer er selber ist? Oder, um es mit Georg Büchner zu sagen: "Jeder Mensch ist ein Abgrund; es schwindelt einem, wenn man hinabsieht."

Foto&Text TaxiBerlin

14.07.2019

UND WAS IST MIT SEX ?


Wilhelm Reich 

Zu meinen Dienstleistungen gehört neben meinem Bauchladen und der Beförderung von A nach B auch die mobile Lebensberatung. Diese wird seit einiger Zeit immer öfter in Anspruch genommen. Der Bedarf an Lebensberatung ist in den letzten Jahren enorm gestiegen, was vor allem daran liegt, dass die Menschen die einfachsten Dinge in ihrem Leben nicht mehr geregelt bekommen. Das ist zumindest meine Beobachtung. Gestern Abend zum Beispiel erzählte mir eine junge Frau bei mir im Taxi, wie sehr ihr Partner und sie sich ein Kind wünschen würden. Und zwar so sehr, dass sie als nächstes eine Kinderwunschklinik aufsuchen werden. Als ich meine Fahrgästin daraufhin nach ihrem Sexualleben fragte, stellte sich heraus, dass ihr Partner und sie ein solches nicht haben. Dass es so ganz ohne Sex schwer sei mit dem Kinder kriegen, davon hätte auch sie schon gehört. Trotzdem war Sex für sie keine Option. Denn dabei würde ihr Partner in sie eindringen, und das sei schließlich Körperverletzung.

Foto&Text TaxiBerlin