22.10.2018

BETROFFENE/R GESUCHT - ABER VORSICHT!


Die für Taxiangelegenheiten zuständige Behörde in Kreuzberg hat, nachdem sie monatelang in Sachen Uber&Co untergetaucht war, in einer aktuellen e-mail darauf hingewiesen, dass ein konkreter Tatvorwurf mit Tatzeit und Tatort und ein namentlich benannter Zeuge nicht ausreiche, um gegen den flächendeckenden Verstoss gegen die Rückkehrpflicht der für Uber&Co fahrenden Mietwagen vorzugehen. Neben dem konkreten Tatvorwurf mit Tatzeit und Tatort und einem namentlich benannten Zeugen ist auch mindestens ein Betroffener zwingend notwendig. (Eine Zeugin und eine Betroffene gehen mit Sicherheit auch, auch wenn die Behörde dies nicht explizit in ihrer e-mail geschrieben hat.) Also: Wenn irgendjemand von der feindlichen Übernahme des Taxigewerbes durch Uber&Co betroffen ist, dann möchte er oder sie dies bitte den Beamten in Kreuzberg mitteilen, damit sie aktiv werden können. Ob nur "sich betroffen fühlen" ebenfalls ausreicht, darüber kann man im Moment nur spekulieren. Da "sich betroffen fühlen" sich aber dem "sich Sorgen machen" sehr verwandt anhört, besteht durchaus die Gefahr, dass sich der oder die "Sich betroffen Fühlende" bald in der Gesellschaft der "Besorgten Bürger" wiederfindet, und wer will das schon!?!

Text TaxiBerlin

21.10.2018

DIE ARROGANZ DER GRÜNEN




Dass ich in letzter Zeit immer mal wieder über Politik schreibe, liegt daran, dass bei mir im Taxi der CD-Player nicht funktioniert, was als Ausdruck des Zustandes des Gewerbes allgemein zu verstehen ist, so denke ich. Ich bin also "gezwungen" zu lesen oder Radio zu hören, und gerade dort kommt mir immer öfters unerhörtes oder zumindest merkwürdiges zu Ohren, was ich mir nach der Schicht noch einmal bei YouTube anschaue. Dafür ist YouTube wirklich mal gut, aber das nur nebenbei. Jeder hat es mitbekommen, dass die Grünen spätestens seit der letzten Wahl beim Wähler angesagt sind, auch wenn den größten Zuwachs an Wählerstimmen eine andere Partei eingefahren hat, aber auch das nur nebenbei. Warum die Grünen allerdings gerade so angesagt sind, das erschließt sich mir nicht. Ich meine: Was haben denn ausgerechnet die Grünen in der jetzigen Situation zu bieten? Gut, sie kennen sich mit Krieg führen ganz gut aus, aber das können andere dann doch besser. Wo sie auf jeden Fall führend sind, das ist bei der Arroganz, mit der sie auftreten, wohl auch bedingt durch den Aufschwung, der ihnen gerade zuteil wird. Alleine WIE Frau Dr. Rottmann mit dem Petenten (so heißt das wirklich!) Henryk M. Broder neulich im Petitions-Ausschuss sprach, entlarvt die ganze Arroganz der Grünen, und dabei geht es noch nicht um Inhalte!

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Text TaxiBerlin

20.10.2018

ARABER IN BERLIN UND IN ISTANBUL


Arabische Großfamilien in Berlin und Diplomaten in Istanbul aus Saudi Arabien scheinen eines gemeinsam zu haben: Sie kommen rasch aber vor allem brutal zur Sache. In Istanbul ging es einem Journalisten an den Kragen, in Berlin "nur" einer einhundert Kilogramm schweren Goldmünze. Ganz aktuell vermutlich auch einem Geldtransporter, was wir aber erst in einem Jahr wissen dürfen. Das ist nichts Neues. Neu ist auch nicht, dass einmal mehr das Opfer Schuld sein soll, in diesem Fall der arabische Journalist, denn "Er wollte es brutal."

Text TaxiBerlin

IM TAXI MIT DEM TALIBAN


 Es geht auch ohne Bart!

Heute beklagten sich Fahrgäste aus Frankreich bei mir darüber, dass sie in Berlin nur Taxifahrern mit komischen Bärten begegnet wären, die kein deutsch sprächen, von französisch gar nicht zu reden. Da ich mir selbst Taxifahren nicht leisten kann, konnte ich dazu nichts sagen. Ich persönlich finde Bärte völlig überbewertet, aber was bedeutet das schon. Uber-Fahrer haben keine Bärte, so viel steht zumindest fest. Ob sie darüber hinaus auch der deutschen Sprache mächtig sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Immerhin stand heute ein Uber-Fahrer an der roten Ampel neben mir, der keinen Bart hatte und sich auch noch ganz nett mit seinen Fahrgästen unterhalten hat. Ich will meine Beobachtung nicht überbewerten, aber manchmal kann man sogar von seinem schlimmsten Feind noch etwas lernen.

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Text TaxiBerlin

19.10.2018

"UNTEILBAR" NACHTRAG




"... nicht friedlich ... Kampf ansagen ... Schweine wie Merkel und ... aus dem Amt jagen ..." (Antifa "Nordeast") - da ist wohl einiges los gewesen auf der großen Demo mit dem schönen Namen "Unteilbar", wie ich gerade erfahren habe. Ich war zum Glück "nur" mit dem Taxi unterwegs. Irgendwie muss ich geahnt haben, dass etwas dran sein könnte am Nietzsche-Wort: "Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas seltenes, aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel."

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Text TaxiBerlin

16.10.2018

"AUF BERLIN HABE ICH VERZICHTEN MÜSSEN"




"Auf Berlin habe ich verzichten müssen"  - so Thomas Bernhard in seinen "Städtebeschimpfungen". Diese Lücke füllt TaxiBerlin in seiner nächsten Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin". In nur zwei Wochen nach meiner Auszeit von den Berliner Straßen und Plätzen hat sich schon so einiges angesammelt bei mir. Ganz genau war es so, dass ich bereits in meiner ersten Schicht nach gut zwei Monaten Abstinenz geflucht habe, und das sogar sehr. Ich muss dazu sagen, dass meine erste Schicht am Tag des Erdogans-Besuch war. Das Datum war gut gewählt, um mal richtig die Sau rauszulassen im Taxi. Erdogan ist zwar gleich weiter gereist, aber was seitdem nach Berlin kommt (beispielsweise zum Lichterfest letzte Woche), nervt nicht weniger. (Hoffentlich reisen die auch alle nach Köln weiter!) Aber es sind nicht nur die vielen Leute, die nerven, sondern auch ihre Fahrzeuge und die vielen Baustellen, bei denen man den Eindruck hat, wird eine geschlossen, schießen mindestens drei neue aus dem Boden, an denen dann wieder nicht gearbeitet wird. Am meiste nerven aber zweifellos die Menschen, um genau zu sein die Leute. Wie genau, das erfährst du am Donnerstag, den 18.10.18, ab 19 Uhr auf Pi-Radio. In Berlin im Radio unter 88.4, in Potsdam ist es bereits die 90.7 und weltweit als Live-Stream im Internet unter www.piradio.de

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Text TaxiBerlin

13.10.2018

DAS QUIZ BEI TAXIBERLIN


Da heute mal wieder halb Berlin mittels Demonstration mit dem schönen Namen "Unteilbar" (bisher kannte ich nur "Unteilbares Deutschland", aber man lernt eben nie aus) lahm gelegt wird, bleibt Zeit für das Quiz bei TaxiBerlin, bei dem es wie gehabt eine Berliner "Kurzstrecke" zu gewinnen gibt. Wer als erster (respektive erste) weiß, von wem folgendes Zitat ist, dem (oder auch der) winkt sie:

"Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes, aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel."

Quiz TaxiBerlin

ALLES I.O.


Nachricht für mich

So sieht es aus, wenn alles i.O. ist. Ich kenne Torsten, den Verfasser obiger Zeilen, nicht persönlich, und habe trotzdem den allerhöchsten Respekt vor seinen rhetorischen Fähigkeiten, aber auch ein ganz klein wenig Angst, denn ich frage mich: Ist Torsten möglicherweise Populist - oder wirklich nur ein ahnungsloser Tagfahrer?

Foto&Text TaxiBerlin

12.10.2018

BUND DER KOPFTUCHMÄDCHEN



Erdogan-Besuch Nachlese

Heute habe ich mich mal wieder gefragt, woran das liegen könnte, dass noch nie ein Kopftuchmädchen bei mir im Taxi saß, was auch nicht gut für meine Frauenquote ist. Bisher dachte ich, das läge am Islam, dass der vielleicht was dagegen habe, dass die mit fremden Männern mitfahren. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher, ob es nicht einfach an der Luft liegt, die wir im Taxi miteinander teilen müssten. Ich habe keine Ahnung, wie alt das Mädel im Video ist. Wie ein Groupie im Teenageralter, die ihrem Idol hinterher reist, sieht sie mir nicht aus, aber was weiß ich denn. Wahrscheinlich dürfte sie das auch gar nicht, wenn das Idol nicht Erdogan heißen würde. Ich hoffe, sie und ihre Kolleginnen vom Bund der Kopftuchmädchen sind nicht kollabiert, nachdem sie dieselbe Luft wie Erdogan eingeatmet haben.

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Text TaxiBerlin

11.10.2018

NOCH EINMAL ÜBER DIE ACHTSAMKEIT


Mein aktuelles Angebot

Bei der erwähnten Achtsamkeit geht es, das hatte ich vergessen, an erster Stelle um mich. So gesehen ist Achtsamkeit etwas egoistisches, wenn nicht gar egozentrisches. Da Achtsamkeit immer mit Empathie verbunden ist, hat sie aber nichts mit dem alltäglichen Egoismus und mit der damit verbundenen Empathielosigkeit am Hut. So habe ich durchaus Verständnis dafür, wenn Leute telefonieren müssen, selbst wenn es, wie nur allzu oft, "nothing about nothing" ist. Das stimmt wirklich. Nur eben nicht in meinem Taxi. Das ist mein Wohnzimmer und mein Büro in einem, wo ich mich konzentrieren muss, und zwar auf's Fahren, denn Taxifahren ist eine Kunst, wovon mich, also vom Kunst machen, dummes Gequatsche nur ablenkt. Es ist also auch und vor allem im Wohle meiner Fahrgäste, dass sie mal Urlaub vom Handy machen. Immerhin nur ein Kurzurlaub, der 10 maximal 15 oder 20 Minuten andauert. Dafür dürfen sie in dieser Zeit auch alles sagen - sogar die Wahrheit. Ich denke, das ist ein faires Angebot.

Foto&Text TaxiBerlin

ÜBER DIE ACHTSAMKEIT


Selbst der Sperrmüll sieht Scheiße aus

In meiner alljährlichen Auszeit vom Taxifahren beschäftige ich mich viel mit Achtsamkeit, vor allem für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, aber auch für die kleinen Dinge, und insbesondere natürlich für meine Mitmenschen. Da bei jedem Menschen andere Dinge im Leben wichtig sind, kann ich darüber nichts schreiben, außer dass das jeder für sich selbst herausfinden muss. Unabhängig davon kann ich eine solche Auszeit vom Alltag aber jedem empfehlen. Sie sollte mindestens 40 Tage dauern und auf jeden Fall an einem Ort ohne Internet sein. Dem Großstädter aus Berlin beispielsweise empfehle ich das Dorf. Überhaupt, das wichtigste im Leben ist der Wechsel.

Meine Auszeit dauerte dieses Jahr sieben Wochen, also 49 Tage. Hinzu kam eine Woche für die An- und Abreise. Seit zwei Wochen bin ich nun zurück. Ich kann durchaus sagen, dass ich angekommen bin in Berlin. Ich bin auch schon sieben Schichten gefahren. Auch da war wieder die erwähnte Achtsamkeit gefragt. Allerdings betraf sie, und das ist der Unterschied zur Auszeit, meist Dinge, die nicht wichtig sind. Das hängt viel mit den Leuten hier in Berlin zusammen, aber nicht nur. Auch der Verkehr und die vielen Baustellen spielen eine Rolle. Im Vordergrund stehen zweifellos die Menschen. Lange habe ich nicht so viele hoffnungslose und verzweifelte Menschen gesehen.

Ich muss aufpassen, mich nicht von so viel Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung runterziehen oder gar anstecken zu lassen. Achtsamkeit, die die wirklich wichtigen Dinge im Leben betrifft.

Foto&Text TaxiBerlin

10.10.2018

INS KONZERT NUR NOCH ZU ELVIS




Da mein CD-Player im Taxi seit einiger Zeit nicht funktioniert, höre ich dort oft Radio. Das ist manchmal nicht so einfach, was daran liegt, weil die meisten Sender praktisch unhörbar sind. Zum Glück gibt es den Berliner Rundfunk 91.4, der so ein richtiger Rentner-Sender ist. Gut, das dumme Gequatsche der Moderatoren und Moderatorinnen nervt natürlich auch hier, keine Frage. Aber mit der Musik von früher ist es auszuhalten. Am Wochenende gab es die aus den Achtzigern zu hören, und zwischendurch gibt es auch immer mal wieder noch ältere Titel wie "I Got You Babe" von Sonny and Cher aus den Sechzigern, zweifellos der besten Zeit für Musik. Das sah auch mein Fahrgast so, der darüber hinaus noch anmerkte, dass Cher eine ziemlich arme Sau war, weil Sonny sie regelmäßig verprügelt hat.

So kamen wir über die Musik zu allen armen Schweinen, sie es da so gibt oder gab. Beispielsweise Amy Winehouse (nicht verwechseln mit Harvey Weinstein, obwohl das auch eine arme Sau ist), und auch "Rocky", der zwar keine Musik gemacht hat, aber irgendwie auch Künstler war. Wie wir dann auf Prince kamen, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Ich glaube, es lag daran, dass es demnächst ein Konzert mit Musik von ihm im Tempodrom gibt, was mir mein Fahrgast empfahl. Den Prince fand mein Fahrgast auf jeden Fall aus welchen Gründen auch immer "rattenscharf", womit ich meinerseits nun gar nichts anfangen konnte, weil "rattenscharf" bin ich ja selber, auch und gerade im Taxi. In einem Punkt waren mein Fahrgast und ich uns aber immerhin einig: Ins Konzert gehen wir nur noch zu Elvis!

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Text TaxiBerlin

09.10.2018

"VON GAULAND LERNEN?"


Alexander Gauland zählt zumindest für die Medienhure zu den Bösen. Für den unvermeidlichen Jakob Augstein scheint der Fall nicht so klar zu sein. Immerhin hat seine aktuelle Kolumne den Titel "Von Gauland lernen?". Es geht dabei um einen Artikel von Alexander Gauland in der FAZ. Jakob Augstein bescheinigt seinem Autor, also Alexander Gauland, dass er "einen klugen Text über die deutsche - und die westliche - Misere geschrieben" hat. Jakob Augstein geht aber noch einen Schritt weiter, er zitiert in seiner Kolumne darüber hinaus Alexander Gauland, und zwar mit dem Satz: "Der Regen, der in ihren Heimatländern fällt, macht sie nicht nass." Gemünzt ist der Satz auf die so genannten Globalisten, über die Alexander Gauland, so Jakob Augstein: "mit einer eigenartigen Poesie schreibt, aus der gar nicht Verachtung oder Unverständnis spricht, sondern beinahe eine traurige Sehnsucht." Jakob Augstein bescheinigt Alexander Gauland: "man muss ihm zugestehen, dass er die Schwerkräfte richtig beschrieben hat, die an den westlichen Gesellschaften zerren." Das ist interessant und wird den ein oder anderen überraschen, dass ein Vertreter der Partei, die alle hassen sollen, etwas richtig beschreibt. Alexander Gauland zieht selbstverständlich, geht es nach Jakob Augstein, die falschen Schlüsse: "Natürlich irrt er kolossal." Das ist nicht nur klar, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Von Böse sprach Jakob Augstein übrigens in seiner Kolumne nicht, aber immerhin von "fies".

Text TaxiBerlin

08.10.2018

IM TAXI MIT EINER MEDIENHURE


Invalidenstraße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Es konnte nichts werden mit ihm, das war von Anfang an klar, denn er erlaubte sich, über mein japanisches Auto abzulästern, bevor er überhaupt drin saß. Er kam gerade mit dem Flieger aus Malle, wo er ausnahmsweise mal Privatfernsehen gesehen habe, was gar nicht geht. Normalerweise schaut er nur Öffentlich/Rechtlich, für die er als Freiberufler arbeite. Er sei, das gebe er zu, eine richtige Medienhure. Für Geld mache er jeden beschissenen Job, aber eben nur für Öffentlich/Rechtlich, denn die zahlen gut und bei denen ist die Welt noch in Ordnung. Da ist die Welt einfach, denn es gibt die Guten und die Bösen. Was die Bösen zu sagen haben, muss man sich nicht anhören, denn dass die böse sind, ist klar, das haben schließlich die Guten gesagt. Die Guten, das sind in seinem Fall wie gesagt Öffentlich/Rechtlich, und das solle ich, ginge es nach ihm, auch als Fahrziel auf die Quittung schreiben. Da die Fahrt vom Malle-Flieger aber zu ihm nach hause und nicht in den Sender ging, ging das natürlich nicht. Deswegen gehöre ich bei ihm, der bekennenden Medienhure, auch zu den Bösen, aber damit kann ich leben.

Text TaxiBerlin

06.10.2018

IM TAXI MIT EINEM JUDEN


Nun fahre ich schon so lange Taxi, und noch nie saß mir ein jüdischer Mitbürger im Taxi. Es ist mir auch kein Kollege jüdischen Glaubens bekannt. Aber bekanntlich ist irgendwann immer das erste Mal, und neulich war es nun soweit. Eigentlich fahre er nur sehr selten Taxi, und dann gebe er sich auch nicht als Jude zu erkennen. Warum er sich ausgerechnet mir, einem deutschen Muttersprachler mit kurzem Haar, anvertraute, kann ich nicht sagen. Möglicherweise hängt es damit zusammen, dass man in meinem Taxi alles sagen darf, sogar die Wahrheit, ohne dass diese gleich bewertet oder kommentiert wird. Mein Wahlspruch ist der eines früheren Freundes: Wer zu früh urteilt, verliert die Welt. Seine Welt hat mein Fahrgast auf jeden Fall verloren, wie er sagt, zumindest gibt er sie auf. Er geht demnächst, und das war wohl auch ein Grund, warum er sich mir anvertraute, obwohl er hier geboren sei, nach Israel. In Berlin fühle er sich schon lange nicht mehr sicher. Angst habe er aber nicht vor rechten Schlägern, sondern vor arabischen Jugendlichen. Angst habe ich zwar (noch) keine, aber wohl fühle ich mich in meiner Stadt auch nicht mehr. Nur, wo soll ich hingehen, überlege ich immer noch.

Text TaxiBerlin