30.04.2020

"Die moderne Unruhe"


Die neue Barbarei

In seinem Essay Die moderne Unruhe schreibt der Kollege Nietzsche, dass die moderne Bewegtheit in Richtung Westen immer größer wird, so dass den Amerikanern die Europäer schon wie ruheliebende und genießende Wesen vorkämen, obwohl diese selbst bereits emsig wie Bienen und Ameisen seien. Diese allzu große Bewegtheit würde so groß werden, dass die Kultur ihre Früchte nicht mehr hervorbringen könne. Am Ende des Römischen Reiches konnten beispielsweise Lateinlehrer kein Latein mehr, genauso wie Deutschlehrer heute kaum noch Deutsch können. Es ist so, als wenn die Jahreszeiten zu rasch aufeinander folgen würden, dass es praktisch keinen Frühling und auch keinen Herbst mehr gibt, wie wir es seit Jahren erleben. Aus diesem Mangel an Ruhe läuft unsere Zivilisation in eine neue Barbarei aus, die bereits bei mir im Kiez (Foto) angekommen ist. Zu keiner Zeit haben Ruhelose, beispielsweise die, nirgendwo mehr wirklich ankommen, die nur noch auf ihr Smartphone schauen, mehr gegolten als jetzt oder bis vor kurzem noch. Dem Ruhelosen ist der Müßiggänger ein Dorn im Auge, den er bekämpfen muss, und wenn nur mittels der Behauptung, dass dieser selbst an seinen prekären Verhältnissen Schuld sei, was natürlich nicht stimmt. Deswegen ist es so wichtig, das beschauliche Element zu stärken, damit Menschen wieder Zeit haben, sich die Dinge auch wirklich genau anzusehen und sich selbständig ein Urteil zu bilden. Damit nicht weiterhin gilt:
Sag mir deine Meinung, und ich sage dir, wer für dich denkt.

Foto&Text TaxiBerlin

29.04.2020

"Leave no one behind"


An der Rummelsburger Bucht
früher Lichtenberg / heue Hohenschönhausen-Lichtenberg

"Leave no one behind" heißt, man soll niemanden zurücklassen. Viele denken da sogleich an die Flüchtlingslager in Griechenland und an's Mittelmeer. Niemand muss sich aber in Gefahr begeben, wenn er Gutes tun will. Lager von Menschen ohne Dach über den Kopf gibt es auch in Berlin, beispielsweise obiges an der Rummelsburger Bucht, ganz genau zwischen der Hauptstraße und dem Paula-Ufer. Das Bild ist schon etwas älter, die Wagen-, Bretterbuden- und Zeltburg ist mittlerweile platt gemacht worden. Die Leute, meistens Obdachlose aus Osteuropa wie Mitko Mitew aus Bulgarien, sind aber noch da. Sie sind sozusagen nur um die Ecke gezogen. Ich weiß das, weil ich da regelmäßig lang laufe, um mein Wohlstandsbäuchlein los zu werden. Keine Angst, du bist also nicht alleine, auch ich tue nur mir selbst etwas Gutes. Heute habe ich aber gesehen, dass die Menschen dort Frühjahrsbeete anlegen. Sie bereiten sich also auf einen längeren Aufenthalt vor und könnten für ihren Garten Samen und Pflanzen gut gebrauchen. So viel kann ich mit Sicherheit sagen. Und wenn du jetzt im Hier und Heute Gutes tun willst, dann verrate ich dir gerne die genaue Anschrift der Armen. Es muss allerdings auch gewarnt sein: Sich um Arme zu kümmern ist weder besonders cool, noch verspricht es irgendeine Publicity. Nur, damit mir später keine Klagen kommen.

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"Nein, wir kehren nicht zur Normalität zurück. Und das sei auch gut so."


Cui bono? - Es interessiert mich persönlich!

"Nein, wir kehren nicht zur Normalität zurück. Und das sei auch gut so." Diese Aussage stammt von der 28-jährigen Zukunftsforscherin Aileen Moeck. Wer kennt sie nicht? Vermutlich nur ich, oder? Aileen Moeck berät Unternehmen und Staaten in der Zukunftsgestaltung - "also in der Frage, wie man Zukunft denken und beeinflussen kann." Leider erfährt der geneigte Leser nicht, wer die Zukunftsforscherin berät und vor allem, wer ihre Forschung finanziert. Gleich am Anfang des Interviews erfahren wir dafür immerhin folgendes von der Zukunftsforscherin Aileen Moeck: "Zuerst braucht es die Erkenntnis, dass diese Krise überwunden wird." Du lachst, aber so ist das mit Zukunftsforschern und auch Zukunftsforscherinnen: Mit der Gegenwart kennen sie sich nicht aus. Sonst würden sie ja Gegenwartsforscher sein, so wie du und ich, die wir uns jeden Tag aufs Neue durch die Angst- und Panikmache schlagen müssen, an der sich nun auch Zukunftsforscher und auch Zukunftsforscherinnen beteiligen. Auch deswegen, liebe Zukunftsforscherin Aileen Moeck, kann auch ich dir den Gegenwarts-Check nur empfehlen. Bevor du dich mit der Zukunft beschäftigst, schau dir die Realität an. Die Krise, die du am Leben zu erhalten versuchst, warum auch immer, ist vorbei. Daran ändert auch die seit gestern in Berlin nun auch im Einzelhandel vorgeschrieben Maske nichts, die kein geringerer als der Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery bereits letzten Donnerstag als "lächerlich" befunden hat. Du bis zu spät, vermutlich nicht das erste mal in deinem Leben und möglicherweise der Grund, warum du Zukunftsforscherin geworden bist. Jedenfalls hast du jetzt genug Zeit mal einen Moment in dich zu gehen und dich einmal zu fragen: Wie kommst du darauf, eine so genannte Krise, die, wenn es sie überhaupt in der Form gegeben hat, die aber auf jeden Fall Geschichte ist, zumindest hierzulande, wiederzubeatmen? Du bist weder eine Virulogin noch eine Humanmedizinerin, noch nicht einmal Tierärztin. Du bist Zukunftsforscherin. Also, Schuster bleib bei deinen Leisten, beschäftige dich mit der Zukunft und überlass die Gegenwart denen, die sich mit ihr auskennen. Und die möchten zur Normalität zurückkehren. Warum auch nicht? Du glaubst mir nicht? Dann mach eine Umfrage! Du gehörst einer sehr kleinen Minderheit an, die nicht nur behauptet, dass wir nicht zur Normalität zurückkehren wollen, sondern dass das darüber hinaus auch gut so sei. Ich empfehle dir ausserdem, dich auch einmal zu fragen, wieso du als Vertreterin einer vernachlässigbaren Minderheit so viel Platz bekommst, um deine kruden Theorien zu verbreiten. Die genaue Frage, die du dir stellen solltest, lautet: Cui bono? Das heißt auf Deutsch, falls du es mit dem Lateinischen nicht so haben solltest: Wem zum Nutzen?

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28.04.2020

"Angst war noch nie ein guter Ratgeber"


Kino "Babylon" am Rosa-Luxemburg-Platz
früher Mitte, heute Neue Mitte

"Angst war noch nie ein guter Ratgeber", galt leider nur bis gestern oder besser vorgestern. Seither haben Angstmacher Konjunktur. Wo sind eigentlich alle die abgeblieben, die gestern noch über jene, die Ängste und Sorgen hatten, gespottet haben? Vermutlich zählen sie jetzt zu den größten Panikmachern. Nur noch mal zur Chronologie der Ereignisse: Erst taucht dieses arme Kind auf, die kein Kind mehr sein darf, denn die Eltern und deren Agentur wollen nur ihr bestes, also das beste für die Eltern. Das Kind heißt Greta und ihr Motto ist: "Ich will, dass ihr in Panik geratet!". Genau das, was ihre Eltern ihr angetan haben, wollte Greta nun uns antun. Das ist immer so mit Kindern. Und deswegen sage ich auch immer: Gebt gut auf eure Kinder acht, kümmert euch um sie, habt eine gute Beziehung zu ihnen; Kinder sind die schwächsten (nicht Frauen!), sie sind am gefährdetsten. Denn sie geben immer das weiter, was ihnen selbst angetan wurde. In der Regel sind die Leidtragenden wieder die eigenen Kinder. Manchmal sind es aber auch alle. Angela Merkel hat keine Kinder, weswegen sie auch alles an alle weiter geben muss, beispielsweise das hier: "Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen." Hier klingt sie schon wie Greta, nur etwas erwachsener. Also ich halte mich an "Angst war noch nie ein guter Ratgeber." Das hat Merkel zwar schon vor fünf Jahren gesagt, aber es ist kein Geheimnis, dass erwachsene Menschen im Alter wieder zu Kindern werden. Genau das passiert gerade mit Merkel. Sie hat sich vor unser aller Augen in die Ängste ihrer Kindheit zurück gezittert. Das ist die Wahrheit. Deswegen muss man mit ihr auch wie ein Kind sprechen. Beispielsweise so: Schau mal, meine liebe Angela, ich habe keine Angst, weil Angst ein schlechter Ratgeber ist - hast du selbst gesagt! Ich gerate auch nicht in Panik, an einer Tracking-App besteht bei mir kein Bedarf und bitte zähle auch beim Impfen nicht auf mich. Und nun hör endlich auf mit deinen Kindereien, erwachsenen Menschen Angst zu machen, sie in Panik zu versetzen oder gar einzusperren.

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Wenn die Postfrau zweimal klingelt


Der aushäusige Berliner

Ich habe zu meiner Postfrau ein gutes Verhältnis, wie zu fast allen Frauen. Natürlich gibt es da auch Ausnahmen, aber die meisten Frauen mögen mich. Das ist keine Übertreibung. Meine Postfrau zum Beispiel, die mag eigentlich sonst niemanden, aber mich mag sie, mich findet sie gut. Und das, obwohl ich ihr immer viel Arbeit mache, denn sie muss mir regelmäßig Bücher zustellen. Die nehmen viel Platz in ihren unzähligen übervollen Taschen weg, die an ihrem Fahrrad befestigt sind, und die sie mehrmals während nur einer Schicht auffüllen muss. Dann muss sie meist immer noch bei mir klingeln, weil kaum ein Buch in meinen Briefkasten passt. Danach muss sie warten, dass ich runter komme. Das mache ich, und vielleicht mag sie mich deswegen. Macht ja heute kaum noch jemand, sich auch mal in die Lage des anderen hineinversetzen. Auf jeden Fall bringt sie mir meine Bücher nicht an die Haustür, wozu sie wohl verpflichtet wäre. Mir ist das egal. Ich habe ein gutes Verhältnis zu meiner Postfrau und so soll es auch bleiben. Rechte, Regeln und Pflichten kümmern mich da nicht allzu sehr. Gestern nun hatte meine Postfrau wieder zwei Bücher für mich dabei. Sie klingelte bei mir, daraufhin ging ich runter und holte sie mir bei ihr ab. So weit, so normal. Nun fragte sie mich aber, wo ich Samstag gewesen wäre. In dem Moment wusste ich weder, wo ich Samstag war, noch was ich ihr sage. Ist auch egal. Jedenfalls wird mir jetzt erst klar, warum meine Postfrau diese Frage gestellt hat. Offensichtlich sind die allermeisten Menschen jetzt und insbesondere Samstag zu hause. Meine Postfrau wollte aber gar nicht wissen, wo ich Samstag gewesen bin. Sie wollte mir nur mitteilen, dass sie das eine von den zwei Büchern bereits am Samstag für mich dabei hatte, und es nun noch mal für mich eingepackt hat, weil sie mich am Samstag nicht zu hause angetroffen hatte. Es besteht also (noch) keine Gefahr, wenn die Postfrau zweimal bei mir klingelt.

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27.04.2020

Akute Astbruchgefahr


Auch mit Schutzmaske

Im Spiegel erklärt gerade ein Psychologe seinen geneigten Lesern den Unterschied zwischen Meinungsfreiheit und Handlungsfreiheit. Es geht dabei, wie sollte es anders sein, natürlich um Corona. Der Artikel kurz zusammengefasst: Ich darf zwar denken, dass die Maske sinnlos ist und mich nicht schützt, tragen muss ich sie aber trotzdem.

Traurig, wofür sich Psychologen heutzutage hergeben. Da es sich, so weit es überhaupt ein relevantes Thema ist, dabei eher um eine juristische Fragestellung handelt, ist zu vermuten, dass sämtliche Juristen - "Corona-Krise" hin oder her - dem Spiegel abgesagt haben, nun auch noch über diesen allerletzten Blödsinn zu schreiben.

Blöder geht's nicht, könnte man zumindest denken. Aber was die Maskenpflicht für den Supermarkt und die Öffentlichen ist, das ist die "Akute Astbruchgefahr" für den Wald. "Akut" ist "OK", aber "Astbruchgefahr" kennt kein Mensch. Was er kennt: "Ich lach mir'n Ast!" - Aber Vorsicht! Warum? Na wegen der Astbruchgefahr!

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Vierzig Jahre Verblödung


Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde "Auferstehung", auch bekannt als "Kirche ohne Dach", Friedenstraße 83, früher Friedrichshain, heute Friedrichshain-Kreuzberg.

In letzter Zeit muss ich öfters an "Hundert Jahre Einsamkeit" von Gabriel Garcia Marquez denken, das ich vor vielen Jahren mal gelesen habe. In dem Buch müssen, wenn ich mich recht erinnere, die Wörter aufgeschrieben werde, damit man sie nicht vergisst, aber vor allem, was sie bedeuten. Was der kolumbianische Autor und Literatur-Nobelpreisträger seinen Lesern über die Bedeutung der Wörter sagen wollte, hatte zuvor der Chinese Konfuzius so zusammengefasst:

Wenn die Worte nicht stimmen, dann ist das Gesagte nicht das Gemeinte. Wenn das, was gesagt wird, nicht stimmt, dann stimmen die Werke nicht. Gedeihen die Werke nicht, so verderben Sitten und Künste. Darum achte man darauf, dass die Worte stimmen. Das ist das Wichtigste von allem.

Wozu man in Kolumbien noch hundert Jahre brauchte, dazu benötigte der Neoliberalismus neuerer Prägung, also der, der mit Reagan in den USA und mit Thatcher in Großbritannien ziemlich genau 1980 begann, nur vierzig Jahre. Die völlige Verblödung immer breiterer Massen ist nunmehr im Jahre 2020 fast vollständig, wie beispielsweise auch obiger Ausspruch: "Die Erde ist systemrelevant" beweist.

Dass er ausgerechnet an einer evangelischen Kirche hängt, macht die Sache nicht besser. Eher im Gegenteil. Die Wahrheit ist, dass unserer Erde das System ziemlich egal ist. Auch hier dürfte genau das Gegenteil zutreffen. Denn die Erde braucht unsere System nicht, genauso wenig wie sie uns Menschen braucht. Die Erde käme ganz gut ohne uns und auch ohne das System klar. Beide sind für unsere Erde alles andere als alternativlos. Auch hier gilt das Gegenteil.

Es ist auf die Dauer sehr anstrengend, nahezu alles, was gesagt und geschrieben wird, vom Kopf auf die Füße zu stellen. Unser Gehirn muss bereits sämtliche Informationen unserer Augen vom Kopf auf die Füße stellen. Also warum es zusätzlich unnütz belasten? Hab etwas Empathie mit deinem Denkapparat! Und denke an Konfuzius!

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26.04.2020

Die Lockdown-Simulation ist eine Abstimmung mit den Füßen - Also sprach TaxiBerlin


Fragen sich immer mehr Menschen, nicht nur in Berlin

"Warum heute wieder zu Hause bleiben?", das fragen sich in Berlin immer mehr Menschen. Ich war heute draußen, so wie ich gestern draußen war, ebenso vorgestern und auch vorvorgestern. Ich kann sagen, dass die allermeisten Menschen es mir gleichtun. Da es derzeit keine Touristen in Berlin gibt, können es also nur Menschen von hier sein. Polizei und Ordnungsamt waren auch unterwegs, aber auch sie machten nur einen Spaziergang, ohne sich um Mindestabstand oder Maskenpflicht zu kümmern. Auch dann nicht, wenn mehr als zwei Personen zusammen saßen. Eine Schutzmaske trugen auch sie nicht, genauso wie alle anderen. Wäre interessant gewesen zu erfahren, wie eine Umfrage ausgesehen hätte, wer von den vielen Menschen, die unterwegs waren, sich eine Tracking-App installieren oder sich impfen lassen würde. Der Umstand, dass so viele Menschen während des Lockdowns raus gehen bzw. draußen sind, ist die Antwort. Ein Lockdown ist laut Cambridge Dictionary "a situation in which people are not allowed to enter or to leave a building or area freely because of an emergency." Die derzeitige Lockdown-Simulation der Berliner ist das, was wir früher eine Abstimmung mit den Füßen nannten.

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Geträumt


Die bleierne blinde Zeit

Geträumt, ich bin zum Kindergeburtstag eingeladen, wir spielen Blinde Kuh, aber andersrum. Allen werden die Augen verbunden, nur mir nicht, keiner sieht, außer mir, aber alle sind hinter mir her, und ich kann nicht weg, weil der Kindergeburtstag eine Geschlossene Gesellschaft ist. Die Tür ist abgeschlossen, der Schlüssel nicht auffindbar, wie denn auch?, sind ja alle blind. - Naja, fast alle.

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25.04.2020

Der Bärliner Allein zu Haus


Es geht ihm gut

Der Bärliner ist unter sich in diesen Tagen, und das ist auch gut so. Niemand vermisst den Bloody Tourist und auch nicht die Party People, ich am allerwenigsten. Es ist aber nicht so, dass der Bärliner nur zu Hause rumhängt - ganz und gar nicht. Der Berliner treibt sich vorzugsweise in seinen Parkanlagen, am Wasser und auch in seinen Wäldern herum. Nicht nur, weil das Wetter dazu einlädt - das auch, Aber vor allem, weil es so gut wie keine Polizei gibt. Es herrscht, aber sag es bitte nicht weiter, gerade ein klein wenig Anarchie in Berlin. Mich erinnert die derzeitige Situation sehr an die frühen Neunziger, als insbesondere in Ost-Berlin die Staatsmacht aus dem Stadtbild praktisch verschwunden war, und ein jeder tun und lassen konnte, was er wollte, weswegen diese Zeit bis heute als "Alles ist möglich" in den Köpfen vieler Menschen weiter lebt. Wie gesagt, praktisch ist es heute ganz genauso. Mit einer Ausnahme: Heute Nachmittag zum Rosa-Luxemburg-Platz zu gehen, davon ist dringend abzuraten. Aber nicht etwa, weil sich dort die Polizei trifft, insbesondere junge Beamte und auch Beamtinnen sind dort an diesem Tag immer unterwegs. (Wo sollen sie auch sonst hin? Party machen geht ja gerade nicht!) Sondern vor allem, weil selbsternannte Linke (wohl eher "Linke") letzte Woche dazu aufgerufen haben, die Versammlung friedlicher Menschen auf dem Rosa-Luxemburg-Platz zu stören. Dazu muss man wissen, dass die Veranstaltung offiziell nicht erlaubt ist. Wenn "Linke" ein nicht erlaubtes Zusammentreffen stören wollen, dann heißt das wohl, dass sie der Polizei, besser aber ihrer Polizei, unter die Arme greifen möchten. Auch das hatten wir schon mal in Berlin, und zwar in besagten frühen Neunzigern. Damals riefen "Linke", damals noch Linke, auf zu: "Hilf deiner Polizei, Schlag dich selbst!" - Das ist lange her. Aber wie gesagt, auch heute geht's uns gut in Berlin, ganz ohne Bloody Tourists und auch ohne Party People, wenn nur diese Linken, Verzeihung "Linken", nicht wären. Die Polizei macht "nur" ihren Job, aber vor allem: Mit ihr kann man reden!

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24.04.2020

Rostock Corona-Frei


Fahrt nach Rostock

In Rostock ist der Corona-Spuk zumindest vorerst vorbei, bereits gestern erklärte Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen Rostock für Corona-Frei. Rostock, wer noch nichts von dieser kreisfreien Groß-, Universitäts- und Hansestadt an der Ostsee gehört, ist im letzten Jahr 500 Jahre alt geworden, knapp 210.000 Menschen leben dort, und keiner von ihnen hat das Corona-Virus. Wer von Berlin aus mal nach Rostock möchte, weil er vielleicht wissen will, wie sich ein Leben ohne die allgegenwärtige Corona-Angst und Panikmache anfühlt, muss irgendwie auf den Berliner Ring, auch als A10 bekannt, und dort Richtung Hamburg, also die A24 kommen, um dann bei Wittstock an der Dosse auf die Autobahn A19 nach Rostock abzubiegen. Vor einigen Jahren hatte ich auch schon mal eine Fahrgast nach Rostock, genau genommen war es Warnemünde, also direkt zur Ostsee ging die Fahrt damals. Ist wirklich wunderschön dort, vor allem jetzt, wenn keine Touristen da sind. Ich kann es jedem nur empfehlen. Und wie gesagt, einmal nicht an Corona denken - alleine deswegen lohnt die Anreise.

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Hab' Mut, Du bist nicht alleine



Gestern wollte eine Leserin meines Blogs wissen, wo ich mich überall in Sachen Corona informieren würde. Mit diesem Beitrag habe ich ihr geantwortet, wofür sie sich heute bedankt und mich gleichzeitig um weitere Informationsquellen gebeten hat, denn sie selber habe berufsbedingt keine Zeit dafür. Das ist auch in Corona-Zeiten kein Einzelfall. Menschen, die noch Arbeit haben, haben oftmals so viel davon, dass sie auch bedingt durch die damit verbundene ständige Erreichbarkeit, zu nichts anderem mehr kommen. Nicht nur der Reichtum, auch die Arbeit ist sehr ungleich verteilt hierzulande.

Deswegen möchte ich der Bitte meiner Leserin erneut entsprechen und kann in dem Zusammenhang nur wiederholen: Versuche jedem Menschen zuzuhören und seinen Blick auf die Welt zu verstehen. Das ist zugegeben, nicht immer einfach. Aber wer hat gesagt, dass alles immer einfach sei? (Dass dies nicht so ist, beweist beispielsweise die viele Arbeit, die man dir aufbürdet.) Ich versuche dies sowohl in meinem Taxi, wo du zwar nicht telefonieren, dafür aber alles sagen darfst - sogar die Wahrheit; als auch in meinem Privatleben.

Beispielsweise höre ich einem Ken Jebsen zu, was nicht heißt, dass ich mit allem übereinstimme, was er sagt. Dass man dies heutzutage hierzulande immer wieder betonen muss, halte ich bereits für ein Symptom. Denn es ist doch selbstverständlich, dass man niemals in allem mit einer anderen Person übereinstimmt. Deswegen handelt es sich doch bei dem anderen um eine andere Person, mit anderen Lebenserfahrungen, anderem Wissen und anderen Ansichten.

Warum sollte ich einer anderen Person nicht mehr zuhören dürfen, wie dies zum Teil bereits gefordert wird. Was ist der Grund dafür? Und sagt diese Forderung nicht mehr über die aus, die sie stellen, als über die, denen man nicht mehr zuhören soll? Ich persönlich empfinde diese Forderung als Beleidigung meines Denkapparates. Alleine deswegen halte ich mich nicht an sie. Hier will jemand besser wissen, was gut bzw. schlecht für mich ist - was für eine Anmaßung!

Letztens habe ich mit Menschen gesprochen, die diese Forderung aufstellen. Ja, auch mit diesen Menschen unterhalte ich mich. Sie meinten irgendwann, dass die Sache doch um einiges "komplexer" sei, als mir möglich wäre zu verstehen. Ich musste sogleich an "Mars" von Fritz Zorn denken, wo der Ich-Erzähler Krebs bekommt und am Ende daran stirbt, weil es in seiner Familie ganz ähnliche Tabus gegeben hat, über die nicht gesprochen werden durfte. In dem Fall hieß das Wort nicht "komplex" sondern "schwierig", meinte aber dasselbe.

Du bist zu blöd die Sache zu verstehen, deswegen überlass das Denken besser uns, tu einfach was wir dir sagen, dann wird alles gut. Wem das gefällt, der soll es so machen. Aber er soll bitte sehr auch akzeptieren, dass nicht nur ich, sondern viele Menschen hierzulande einen anderen Weg gehen. (Ich kann das auch nur jedem empfehlen, alleine der eigenen Gesundheit wegen. Die Krankheitsgeschichte des Ich-Erzähler in Fritz Zorns "Mars" halte ich für absolut glaubwürdig.)

Beispielsweise Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi in obigem Video. Sucharit Bhakdi ist vor vielen Jahren aus Thailand in unser Land gekommen, nicht des schönen Wetters wegen (wie mein Vater auch, er war Allgemeinmediziner, aber das nur nebenbei), sondern weil er unsere Demokratie so gut findet fand. Prof. Bhakdi ist Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie und war bis zu seiner Pensionierung 2012 Leiter des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene in Mainz. Was du von dem, was Prof. Dr. med Sucharit Bhakdi als Humanmediziner mit langer Berufserfahrung über die "Corona-Krise" sagt, zu halten hast, das kann dir, meine verehrte Leserin, niemand vorschreiben, und ich am allerwenigsten. Dazu möge jeder und auch jede sich seine eigene Meinung bilden.

Vier Sachen waren für mich in dem Interview wichtig. Als erstes seien die zahlreichen Kollateralschäden der "Corona-Krise" genannt, die sich mit jedem Tag mehr und mehr abzeichnen. Als zweites der Hinweis, dass die meisten Menschen, die heute an Herzinfarkt, Arteriosklerose und Krebs, wie erwähnter Ich-Erzähler, oftmals ganz alleine ohne ihre Liebsten und ihre nächsten Angehörigen, sterben; sterben, weil sie in aller Regel in den letzten 40 Jahren zu viel geraucht, zu viel gegessen und getrunken, sich zu wenig bewegt und/oder tiefere, schmerzliche Wahrheiten gemieden haben, weil sie daran glaubten, dass diese zu "schwierig" für sie seien, was heute zu "komplex" ist. Das dritte, was mich aufhorchen lies, war die Aussage von Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi, dass dem Robert-Koch-Institut möglicherweise die Mittel fehlen, eine eigene Corona-Studie zu machen. Ob dem wirklich so ist, dass weiß auch ich nicht. Immerhin scheint es so zu sein, dass das RKI keine eigene Studie gemacht hat. Zum Schluss sei noch das "präsidiale" Auftreten von Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi in früheren Videos erwähnt, was kritisiert wurde, und was wohl bedeutet, dass es am Inhalt selbst nichts auszusetzen gab.

Es ist noch gar nicht allzu lange her, da gab es in diesem Land zu jedem Thema mindestens zwei Meinungen, wie es in der Wissenschaft bis heute, so hoffe ich, üblich ist: These und Antithese oder Pro und Contra. Dies scheint in sehr vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens heute anders zu sein, mit der Betonung auf scheint. Wenn du beginnst, dich mit anderen auszutauschen, was ich dir nur empfehlen kann, wirst du feststellen, dass du nicht alleine bist. Auch heute gibt es viele Menschen, die ganz unterschiedliche Meinungen haben.

Hatte ich dich, meine liebe Leserin, gestern noch gewarnt, dass das schlimmste erst noch kommt, so möchte ich dir heute Mut machen in dieser Frage. Sprich auch du offen und ehrlich mit anderen, die dir im besten Fall genauso zuhören, wie du ihnen zugehört hast, und du wirst feststellen, dass du alles andere als alleine bist. Im Gegenteil.

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23.04.2020

Neulich auf dem Rosa-Luxemburg-Platz




Natürlich möchtest auch du wissen, was sich da für Verrückte und Schreihälse seit Wochen jeden Samstag auf dem Rosa-Luxemburg-Platz treffen. Genau genommen treffen sie sich gar nicht auf dem Rosa-Luxemburg-Platz, weil der ist immer zur selben Zeit von der Berliner Polizei gesperrt, sondern auf den umliegenden Straßen, also genau dort, wo ich bis vor wenigen Wochen mit meinem Taxi zu hause war. Hier treiben jetzt junge Menschen ihr Unwesen, die mit provokativem Auftreten die Staatsgewalt herausfordern. Die nimmt das zum Glück gelassen und reagiert mit Ansagen auch in englischer Sprache, obwohl sich derzeit kaum ein englisch sprechender Tourist nach Berlin verirren dürfte. Berlin ist eben doch immer noch anders.

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Die Schwindelambulanz




Heute morgen meldete sich eine Leserin meines Blogs bei mir, weil sie wissen wollte, wo ich mich in Sachen Corona informieren würde. Sie habe berufsbedingt keine Zeit dafür, weswegen sie das, was von offizieller Seite dazu täglich verkündet wird, als das gegebene und damit einzig Wahre hinnehmen müsse. Würde sie tiefer in die Materie Corona einsteigen wollen, würde sie ihrem Broterwerb nicht mehr ausreichend nachkommen können und möglicherweise irgendwann auf der Straße landen, wie bereits Mitko Mitew aus Bulgarien.

Um ehrlich zu sein, tue ich mich sehr schwer, auf diese Frage zu antworten. Zum einen, weil wir doch alle erwachsene Menschen sind. Jeder sollte doch bitte sehr selber in Lage sein, sich ein eigenes Bild zu machen. Zum anderen möchte ich auch niemanden von irgendwas überzeugen. Eine jede möge sich seine eigene Meinung bilden, die Meinungen sind genauso wie die Gedanken bekanntlich frei.

Andererseits muss ich aber auch sagen, dass ich insbesondere in letzter Zeit immer mehr zur Kenntnis nehmen musste, dass scheinbar intelligente Menschen, die darüber hinaus auch genug Zeit hätten, im Gegensatz zu meiner Leserin, die diese wie sie schreibt nicht hat, sich umfänglich zu informieren, bestimmte Informationsquellen von vornherein ausschließen, weil diese zuvor in eine ganz bestimmte Schublade gesteckt worden sind. Ich halte es diesbezüglich wie in meinem Taxi, wo jeder alles sagen darf - sogar die Wahrheit.

Bestimmte Meinungen von vornherein und darüber hinaus kategorisch auszuschließen, heißt auch immer, sich selbst zu beschneiden, bestimmte eigene Gedanken nicht wahrhaben zu wollen. Und da ist es so, dass die, die immer wieder betonen, wie offen sie doch seien, die geschlossensten sind, weswegen sie ihre Offenheit auch immer betonen müssen. Das ist zumindest meine Beobachtung.

Was ich auch seit geraumer Zeit beobachte, ist, dass erwachsene Menschen sich immer mehr zu kleinen Kindern entwickeln, die, will man mit ihnen in Kontakt treten, auch erst einmal wie kleine Kinder behandeln muss. Ich will ein Beispiel machen, damit es klarer wird. Nimm jemandem, der gewohnt ist, nach Navi zu fahren, das ihm sagt, wann er nach links oder rechts abzubiegen hat, sein Navigationsgerät weg, und versuche ihm anhand von Himmelsrichtungen die Strecke zu erklären. Ich habe es gemacht, man braucht viel Zeit, am besten man fährt mit, hat aber dann wieder das Problem zurückzukommen.

Was ich damit sagen will, ist, dass ich sehr skeptisch bin, Menschen, die es offensichtlich gewohnt sind, dass ihnen die Welt erklärt wird, sozusagen als Fertiggericht vorgesetzt wird, denen das eigene Denken praktisch abtrainiert wurde, zurück zu selbständigem Nachdenken zu bewegen. Der Weg hin zum betreuten Denken ist schnell gegangen, der Weg zurück dagegen ist sehr aufwendig und auch sehr steinig.

Trotzdem möchte ich es versuchen, auch weil ich heute wie gesagt von einer Leserin meines Blogs direkt angefragt wurde: Als erstes bemühe ich mein eigenes Denken und schaue in meiner eigenen Bibliothek nach. Das ist deswegen wichtig, weil heute oftmals die einfachsten Begriffe nicht mehr klar sind. Eigentlich, und das meine ich ernst, bräuchte wir alle erstmal ein Wörterbuch, um sicher zu gehen, dass das, worüber wir sprechen, überhaupt dasselbe ist.

Als nächstes informiere ich mich bei Öffentlich/Rechtlich, beim Spiegel, der Zeit und wegen mir noch bei der Süddeutschen, um zu wissen, was alle oder zumindest viele auch wissen. Die meisten wissen praktisch nicht mehr oder nur wenig mehr oder glauben dem nicht, weil man ihnen vorher gesagt hat, dass alles andere nicht stimmt. Es ist das gleiche wie beim Navi. Wenn das sagt, fahr links, dann fahren die allermeisten links, selbst wenn dort ein Fluss ist.

Irgendwann schaue ich bei YouTube vorbei und gucke, was Experten, also richtige Humanmediziner und keine Veterinärmediziner wie beispielsweise Herr Wieler vom Robert-Koch-Institut, die nach Möglichkeit selbst auch im Moment noch praktizieren oder zumindest bis vor nicht allzu langer Zeit praktiziert haben, zum Thema aus ihrer täglichen Praxis zu berichten haben. Das ist der Praxis-Test, und der ist ganz wichtig, um herauszufinden, ob die Theorie mit der Praxis übereinstimmt. Die beste Theorie taugt nichts, wenn die Realität eine andere ist. Das ist wie beim Stadtplan: Der kann noch so schön aussehen, auch farblich sehr schön; aber bildet er die Gegebenheiten nicht möglichst wahrheitsgetreu ab, kannst du ihn vergessen.

Und da bin ich irgendwann auf die Schwindelambulanz von Dr. Bodo Schiffmann in Sinsheim gestoßen. Als erstes dachte ich, das sei ein Schwindel, aber nein, die Schwindelambulanz gibt es wirklich, und Herr Dr. Bodo Schiffmann ist auch kein Schwindler, sondern ein auch in diesen nicht ganz leichten Tagen praktizierender Hals-Nasen-Ohrenarzt in Baden-Württemberg, der, auch das kann jeder, der es wissen will, nachlesen, von seinen Patienten sehr geschätzt wird.

Wie du siehst, höre ich sogar einem Schwaben zu. Und genau das kann ich auch dir, meine anfragende Leserin, nur empfehlen. Höre möglichst vielen Menschen zu, auch einem Schwindel-Experten. Wahrheiten finden sich nur allzu oft dort, wo man sie nicht gesucht und somit auch nicht erwartet hat. Man darf sie nur nicht übersehen.

Zum Schluss lass alles gehörte und gesehene sacken, urteile nicht zu schnell, denn wer zu früh urteilt, der verliert bekanntlich die Welt. Vertraue unbedingt auch deinem Instinkt, auch wenn auch dieser dir abtrainiert wurde. Schau im Notfall auch noch ganz woanders vorbei, zum Beispiel in Schweden, und mache dir danach dein eigenes Bild.

Dann, das muss leider auch gleich dazu gesagt sein, wenn du dir eine eigene Meinung gebildet hast, beginnen allerdings in den allermeisten Fällen erst die eigentlichen, also die richtigen Probleme. Und zwar deswegen, weil auch du wahrscheinlich dann rasch feststellen wirst, dass ein normaler Austausch von verschiedenen Meinung praktisch unmöglich geworden ist hierzulande. Das ist leider auch wahr.

Video SchwindelAmbulanz
Text TaxiBerlin

Jetzt wird's lächerlich


Wer's bunt haben will, muss tiefer in die Tasche greifen

Mit dem Mundschutz ist es, das schrieb ich bereits an dieser Stelle, wie mit dem Broiler in der DDR. Der Broiler, wer ihn nicht kennt, war das ostdeutsche Brathähnchen. Der Broiler war immer dann gut, wenn es ihn gab, gab es ihn nicht, und das war die Regel, war Hühnchenfleisch total schädlich. Mit dem Mundschutz ist es, wie gesagt, ganz genauso. Einen kleinen Unterschied scheint es zu geben. In der DDR war man, was das Hühnerfleisch angeht, immer irgendwie gewillt den Plan zu erfüllen und nach Möglichkeit überzuerfüllen, weil dann gab es auch eine Prämie. Mit den Schutzmasken heute ist das offensichtlich anders. Selbst ein Vierteljahr nach Beginn der "Corona-Krise" sind ausser selbstgenähten Masken, die man allerdings nicht über Kleinanzeigen im Internet verkaufen darf, und auch ein Späti (Foto) darf sie eigentlich nicht anbieten, ganz offiziell genehmigte Masken immer noch Mangelware, oder um ganz genau zu sein: praktisch nicht zu haben. Dass sie trotzdem gerade zur Pflicht in bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens erklärt werden, nachdem zuvor monatelang über den Sinn und Unsinn von Masken für nicht Infizierte gestritten wurde, ist ungefähr so, als wenn man in der DDR den Verzehr von Hühnerfleisch vorgeschrieben hätte, ohne dass es überhaupt welches gab. Das haben nicht einmal die Kommunisten hinbekommen, aber gut, was haben die über den Kapitalismus gewusst. Obwohl, wenn ich's mir recht überlege, verstanden sie von dem ziemlich viel. Beispielsweise, und daran erinnere ich mich gerade in letzter Zeit immer öfter, dass der Kapitalismus vor allem eines braucht: dumme Konsumenten. Was die Masken angeht, mit denen andere Länder ihre Leute rasch und unbürokratisch versorgen konnten, obwohl sie viel ärmer sind als die Bundesrepublik, da hält kein geringerer als der Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery die Pflicht sie zu tragen ganz aktuell für, ich zitiere: "lächerlich"!

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22.04.2020

Wie es nach dem Corona-Crash weiter geht


Wo ein Bulgare ist, da ist Bulgarien

Viele Menschen sind bereits jetzt komplett am Arsch (also nicht gesundheitlich, gesundheitlich sind die allermeisten OK) und manche fragen sich schon, was nach dem Corona-Crash kommt. Wie genau es weiter geht, dass weiß natürlich auch ich nicht. Im Prinzip könnte man morgen schon den Laden wieder hoch fahren (der Corona-Spuk ist von der Sache her vorbei), spätestens am Tag der Arbeit, was aber nicht passieren wird. Wie es für viele weiter gehen könnte, zeigt uns Mitko Mitew aus Bulgarien, der sich, wie man sieht, in Berlin, um genau zu sein in Moabit, häuslich eingerichtet hat. Frisch aus der Charité entlassen, aber da man bei ihm kein Corona gefunden hat, sondern nur einen mehrfachen Rippenbruch, konnte man ihn dort nicht gebrauchen. Die Betten werden frei gehalten für Corona-Patienten. Ein solcher hätte Nicolae Bahan sein können, den man extra zur Spargelernte eingeflogen hatte. Bei dem Rumänen hat man zwar das Corona-Virus gefunden, gestorben ist er aber an einem Herzinfarkt, weswegen er auch nicht in die Corona-Statistik eingeht, zumindest wenn es nach Julia Klöckner geht. Wer an Corona stirbt und wer nicht, bestimmt hierzulande nicht der Arzt und auch nicht der Tierarzt, sondern die Landwirtschaftsministerin höchstpersönlich.

Mitko Mitew aus Bulgarien ist das egal. Auch wenn man ihn in der Charité als Patient nicht gebrauchen konnte, lässt er nichts auf die deutschen Ärzte kommen. Die hätten ihn so intensiv untersucht (der Arztbrief umfasst fünf Seiten), wie er in seiner Heimat noch nie untersucht worden war und aller Voraussicht auch nicht wird, denn der Bulgare bleibt in Berlin, natürlich nur Corona-bedingt, das ist klar. Aber nicht nur das. Mitko Mitew aus Bulgarien ist sich sicher, dass nach den Corona-Crash ein Bulgare den Laden hier übernehmen wird. Ein Bulgare kann alles. Ein Beispiel, damit es klarer wird: Fällt hierzulande im Supermarkt der Strom aus, können die Kunden nach hause gehen. In Bulgarien geht der Verkauf da erst richtig los. Nicht nur, weil der Bulgare seine Preise kennt, sondern weil er die darüber hinaus auch zusammen rechnen kann, und zwar ganz alleine und im Kopf. Ein Bulgare weiß auch alles. Beispielsweise, dass sein immer mitgeführter Knoblauch zehnmal besser ist, als ein in irgendeiner indischen Giftküche zusammengebrautes Antibiotikum. Aber das beste ist: Der Bulgare braucht keine Landwirtschaftsministerin, die ihm sagt, woran jemand gestorben ist. Auch das weiß er besser.

Woran der Bulgare noch arbeiten muss und auch will, das ist seine Sprachkompetenz. Deswegen bat mich Mitko Mitew auch, ihm mit Hilfe des Computer einen kleinen Sprachführer zu erstellen. Er hatte auch schon ganz konkrete Vorstellungen, wie dieser auszusehen hat: linke Seite bulgarisch - rechte Seite deutsch. "Bitte" und "Danke" kann er schon, das könne ich mir also sparen. Ansonsten alles was man wissen muss, das sollte schon auf dem Zettel stehen. Ich fand die Bitte von Mitko Mitew nach einem eigenen Sprachführer absolut verständlich, um nicht zu sagen geradezu genial. Gerne hätte ich seiner Bitte entsprochen, und eigentlich habe ich es ihm auch schon zugesagt. Später ist mir dann aber eingefallen, dass ich in nächster Zeit nicht nach Moabit kommen werde. Deswegen dieser Beitrag. Falls jemand von euch dort vorbei kommt, ob er dem Mitko Mitew nicht einen kleinen Sprachführer vorbereiten könnte, am besten am Computer, so wie Mitko Mitew es gesagt hat. Man muss sich auch keine Sorgen machen, der Bulgare ist Corona-frei, das hat die Charité höchstpersönlich herausgefunden. Der Arztbrief kann jederzeit bei Mitko Mitew eingesehen werden, den trägt der Bulgare immer bei sich. So viel deutsche Ordnung muss schon sein. Immerhin könnte er derjenige sein, der den Laden hier nach Corona übernehmen wird.

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Der gute Rat eines guten Freundes



Gerade rief mich ein guter Freund an, um mir einen guten Rat zu geben. Ich solle nicht weiter solche Sachen schreiben, damit ich nicht in eine bestimmte Ecke gestellt werde, aus der ich nicht mehr heraus komme. Dass man aus einer bestimmten Ecke nur sehr schwer wieder heraus kommt, das stimmt. In diesem Punkt musste ich dem guten Freund Recht geben. Was das in eine bestimmte Ecke hinein stellen angeht, da ist es allerdings so, dass man darauf gar keinen Einfluss hat. Hier widersprach mir mein Freund nun auf das heftigste. Ich bräuchte bloß über bestimmte Dinge nicht schreiben, dann könne mich auch niemand in eine bestimmte Ecke hinein stellen. An dieser Logik ist durchaus etwas dran. Viele Menschen praktizieren sie, sie scheint also zu funktionieren, allerdings eher schlecht als recht.

Denn letztendlich ist es so, und war es schon immer, dass man nicht wirklich beeinflussen kann, in welche Ecke man von anderen gestellt wird. Das würde bedeuten, man könnte bestimmen, was ein anderer Mensch zu tun und zu lassen und auch zu denken hat. Was nun das Denken an sich angeht, da erinnerte mich mein Freund daran, dass die Gedanken frei seien. Das stimmt. Der Freund meinte aber damit, dass man ja alles denken könne, ohne alles sagen zu müssen. Auch das ist wahr. Aber wenn man ständig daran denken muss, was man gerade noch sagen darf, damit andere einen nicht in eine bestimmte Ecke stellen, was man letztendlich nicht wirklich beeinflussen kann, weil jeder Mensch tun und lassen kann, was er will, wann kommt man dann überhaupt noch dazu, seine Gedanken frei sein zu lassen? Das konnte mir mein Freund auch nicht sagen. Am besten sei es wohl, so sein gut gemeinter Rat, man hätte erst gar nicht solche Gedanken.

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21.04.2020

Angela Merkel auf dem Rosa-Luxemburg-Platz



Endlich tut sich etwas in unserem Land. Hatte ich mich heute morgen noch über die Wortneuschöpfung "Öffnungsdiskussionsorgien" unserer Kanzlerin beklagt, sieht die Welt jetzt schon wieder ganz anders aus. Man soll sich eben auch nicht zu früh beklagen. Angela Merkel gab gerade bekannt: "Es sei selbstverständlich, dass es eine öffentliche und breite Diskussion darüber gebe, wie man wieder hinein in mehr gesellschaftliches Leben komme." Nachdem im Laufe des Tages die Information nun auch bis ins Kanzleramt darüber vorgedrungen ist, dass eine solche öffentliche und breite Diskussion bereits seit einigen Wochen jeden Samstag um 15:30 Uhr auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte stattfindet, hat Angela Merkel nicht nur alle ihre Termine abgesagt, um am Samstag zum Rosa-Luxemburg-Platz zu kommen, sondern darüber hinaus auch eine Einladung an alle samt Foto (oben) gepostet. Ein kleines Problem gibt es im Moment noch. Die Antifa hat angekündigt (Foto unten), der Polizei unter die Arme zu greifen und die Demo am Samstag zu stören. Die Bundeskanzlerin hat versprochen sich auch darum zu kümmern. Alles wird also - wie gehabt - gut.

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TaxiBerlin erfüllt den Bildungsauftrag - Heute: "Robert-Koch-Platz" und "Robert-Koch-Straße"




Aus aktuellem Anlass beginne ich den uns Taxifahrern als Lenker eines öffentlichen Verkehrsmittels mit Beförderungspflicht kürzlich vom Berliner Senat offiziell übergebenen Bildungsauftrag zu erfüllen, indem ich sowohl über den "Robert-Koch-Platz" in Mitte als auch über die "Robert-Koch-Straße" in Kaulsdorf aufkläre. Ich lese dazu alles, was du wissen musst, aus dem "Alten Testament" ("Kauperts"), dem "Neuen Testament" ("Lexikon Berliner Straßennamen") und den "Apokryphen" ("Berlin Autofahrer-Atlas", auch bekannt als "Schriftrollen von Qumran") vor. Vorher erkläre ich den Mindestabstand, wieso er wichtig ist und wie du ihn überprüfen kannst. Verpasse es nicht!

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ANGST STATT AUFKLÄRUNG


Das Buch der Stunde

"Öffnungsdiskussionsorgien" ist die neueste Wortschöpfung unserer Bundeskanzlerin, die damit meint, dass es keine lange Diskussionen darüber geben soll, wann der de facto Ausnahmezustand beendet wird. Geht es nach Angela Merkel, soll es am besten gar keine Diskussionen geben, obwohl gerade in der jetzigen Situation, in der immer offensichtlicher wird, dass es mehr als nur eine Meinung gibt, eine solche Diskussion notwendig wäre. Unter den Diskussionswilligen sind auch jede Menge Fachleute aus dem Bereich Humanmedizin, im Gegensatz zu Herrn Wieler vom Robert-Koch-Institut (RKI), der als Veterinärmediziner vermutlich noch nie einen Menschen, zugegeben das klügste Haustier, behandelt oder gar obduziert hat, die zur Aufklärung beitragen können und auch wollen, wenn dies politisch gewollt wäre. Angela Merkel verfolgt offensichtlich ein anderes Ziel, das sie so formuliert: "Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen", mit anderen Worten: Angst statt Aufklärung. Was es mit diesem Phänomen auf sich hat, darüber klärt, wenn gewünscht, das aktuelle Buch "Angst und Macht" von Rainer Mausfeld, Professor an der Universität Kiel, mit dem Untertitel "Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien" auf. Das Buch trägt den Aufkleber "Spiegel Bestseller", ist damit also nicht nur als "gut und wertvoll" befunden, sondern darüber hinaus auch "politisch korrekt", auch wenn nicht sicher ist, dass man es beim Spiegel gelesen und auch verstanden hat, aber vielleicht steht es gerade genau deswegen auf der Liste. - Heutzutage ist alles möglich.

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20.04.2020

TaxiBerlin spricht über "Mein letztes Wort"




Heute stelle ich das erste Buch aus meinem Bauchladen vor. Es ist "Mein letztes Wort" von Conny Böttger & Peter Cardorff, erschienen 2003 bei Schwarzkopf & Schwarzkopf hier in Berlin. Eigentlich das grundverkehrte Buch, um eine Serie über Bücher zu beginnen, ich weiß. Aber ich bin nun mal so ein Typ, der immer von hinten anfängt, um sich dann langsam aber sicher zum Anfang durchzuarbeiten. Und ist es denn nicht gerade auch so, dass die ganze Welt Kopf steht? In dem Buch geht es, wie der Name es bereits vermuten lässt, um Grabsteine und deren Inschriften. Insgesamt enthält das Buch 677 Fotos aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, von denen ich dir drei vorstellen möchte.
Wer Interesse an dem Buch hat, ruft mich bitte nicht an, sondern schreibt eine e-mail an: taxi.berlin(ät)gmx.de

Mehr über den Kollegen Giorgio, der wegen der aktuellen Situation, insbesondere der Sterbenden, die Grenze zur Barbarei überschritten sieht, erfährst du hier.

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19.04.2020

HIGH NOON IM PRENZLAUER BERG


"Dein Freund und Helfer" - wirklich!

Keine Sorge, hier werden keine vermeintlichen Straftäter verhaftet, sondern Käufer korrekt bedient. Diese sind zahlreich vorhanden, sind allesamt friedlich, kommen sich aber regelmäßig unerlaubt nahe. Auf dem Rosa-Luxemburg-Platz ist das eine Straftat, zumindest Samstags. Ganz anders auf dem Kollwitzplatz, zur selben Zeit. Auch hier ist Polizei anwesend, allerdings recht wohlwollend, "dein Freund und Helfer", wie der Volksmund sagt. Warum einen knappen Kilometer weiter südlich die Rechtslage eine andere ist, das konnte mir der ausgesprochen nette Polizist aber auch nicht erklären. Im Prinzip ist es diese Uber-Geschichte, du erinnerst dich. Was für Taxis gilt, gilt nicht automatisch auch für Uber, genauso wie das, was im Prenzlauer Berg erlaubt ist, nicht automatisch auch in Mitte erlaubt sein muss.

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18.04.2020

TAXIBERLIN ALS VORSICHTIGER VERSCHWÖRER


Wirklich?

Man hat es nicht leicht in diesen Tagen als Verschwörer. Ob man es je leicht hatte als Verschwörer, das weiß ich nicht, aber heutzutage muss man auf jeden Fall sehr vorsichtig sein. Ich will ein Beispiel machen, damit es klarer wird. Gestern (oder war es bereits vorgestern?) erfuhr ich, dass der böse Onkel Donald aus Amerika der Weltgesundheitsorganisation WHO kein Geld mehr geben will. Das ist natürlich schlimm, ganz schlimm ist das. Und trotzdem, ich weiß gar nicht warum, erregte und empörte mich diese Nachricht nicht.

Anstatt mich zu erregen oder zu empören, passierte etwas ganz merkwürdiges mit mir. Ich meine, man kann nicht vorsichtig genug sein heutzutage, wegen dem Corona-Virus meine ich, aber irgendwie glaubte ich mich an etwas zu erinnern. Ich glaubte es nicht nur, nein ich erinnerte mich nun wirklich, und zwar an einen Bericht über dieselbe Weltgesundheitsorganisation WHO, und dieser Bericht hatte den schönen Titel "Was gesund ist, bestimmt Bill Gates". Ich weiß, das ist ganz ungewöhnlich heutzutage, dass man sich an Dinge erinnert, die bereits drei Jahre zurück liegen. Aber immerhin hatte Deutschlandfunk Kultur seinerzeit darüber berichtet, und dann geht das mit der Erinnerung wohl in Ordnung, so hoffe ich zumindest.

Mit der Weltgesundheitsorganisation WHO war es bereits damals so, dass sie zu 80 Prozent von Spenden abhängig war. Und da einer der größten Geldgeber Bill Gates ist, kam es zu diesem Titel von dem Beitrag. Wenn der böse Onkel Donald heute sagt, dass er der Weltgesundheitsorganisation WHO kein Geld mehr gibt, dann kann das, was da jetzt an Geld fehlt, kein allzu großer Betrag sein, also rein rechnerisch und natürlich nur für die WHO meine ich. Für dich wäre es natürlich viel Geld, und für mich selbstverständlich auch.

Was für ein Glück, dachte ich als nächstes, dass es so gute Menschen wie Bill Gates gibt, die der Weltgesundheitsorganisation Geld geben, völlig uneigennützig, versteht sich. Deswegen hat Bill Gates zusammen mit seiner Frau Melinda auch eine Stiftung, damit er Gutes tun kann. Einfach Steuern bezahlen, das kann jeder. Und was jeder kann, das ist nichts Besonderes. Ob einfach Steuern zu bezahlen überhaupt Gut ist, da hat jeder seine ganz eigene Meinung zu. Auf jeden Fall geht es Besser, das ist sicher, wie Bill Gates beweist.

(Böse Zungen behaupten allerdings, was der böse Donald an Geld nicht hat, das hat der gute Bill nicht an Steuern gezahlt.)

Neulich durfte Bill Gates nun in den Tagesthemen auftreten. In dem knapp zehn Minuten langen Interview war zu erfahren, dass Bill Gates sieben (7!) Milliarden Menschen impfen will. Donnerwetter, dachte ich mir, der Mann ist nicht nur Gut, der ist sogar richtig Gut. Zu dieser Meldung passte, dass Angela Merkel praktisch im selben Moment sagte, dass es eine Rückkehr zur Normalität nur mit einer Impfung geben würde. Für einen Moment schien es, als würde Angela Merkel mit Bill Gates zusammenarbeiten oder gar für ihn arbeiten.

Das ist natürlich Quatsch, denn Angela Merkel hat nicht gesagt, dass es unbedingt der Impfstoff von Bill Gates sein muss, mit dem wir zur Normalität zurückkehren werden. Da gibt es bestimmt Konkurrenz, was so einen Impfstoff angeht, oder? Obwohl, wenn Bill Gates bereits sieben (7!) Milliarden Menschen impfen will, bleiben dann überhaupt noch Menschen für einen anderen Anbieter übrig? Und ist Bill Gates mit so viel Gutem tun nicht vielleicht sogar etwas überfordert?

Just in dem Moment, als ich mir genau diese Fragen stellte, sagte einer, dem man bereits den Stempel "Verschwörer" verpasst hatte, zu mir, dass Bill Gates, der sich mit Computer-Viren auskennen mag, aber kennt der Mann sich auch mit richtigen Viren aus?, und der laut Deutschlandradio Kultur aber wüsste, was gesund ist, da ein ganz schönes Geschäft mit machen würde. Von mindestens sieben (7!) Milliarden war die Rede, in dem Fall nicht Menschen sondern Dollar.

Als dann noch im Zusammenhang mit dem guten Bill Gates der Begriff "Interessenkonflikt" fiel, ausgesprochen auch wieder von demjenigen, dem man bereits den Stempel "Verschwörer" aufgedrückt hatte, da wurde es mir zu viel. Genauer gesagt, da wurde ich vorsichtig, also der Verschwörer in mir, mein Innerer Verschwörer wurde vorsichtig.

Plötzlich hörte ich mich sagen, dass das wohl nicht sein kann mit dem "Interessenkonflikt", weil Bill Gates doch ein Guter ist, der nur Gutes will, und Angela Merkel sowieso, auf die lasse ich nichts kommen!

Und überhaupt, hat schon mal jemand gefragt, ob der liebe Gott jemals einen Interessenkonflikt gehabt hätte?

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17.04.2020

TAXIBERLIN ERKLÄRT SEINEN BAUCHLADEN




Nachdem ich in der vorherigen Sendungen das Telefonierverbot und den Bildungsauftrag erklärt habe, möchte ich dir heute meinen Bauchladen vorstellen. Telefonierverbot, Bildungsauftrag und Bauchladen sind Teil eines Gesamtkonzeptes von TaxiBerlin, der sich als mobiler Konzeptkünstler versteht. Ob es sich dabei bereits um ein Gesamtkunstwerk handelt, dies zu entscheiden, überlasse ich meinen Kritikern. Was fest steht, ist, dass seitdem ich nicht mehr "on the road" bin, mir meine wichtigsten Einnahmequellen, das Taxifahren und das Trinkgeld, genommen sind. Geblieben ist mir aber mein Bauchladen, den ich in meinen nächsten Sendungen für dich mit Büchern füllen und dir vorstellen werde, und die du bei Interesse natürlich auch käuflich erwerben kannst. Ich würde mich freuen, wenn du demnächst wieder auf meinem Kanal vorbei schaust.


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TAXIBERLIN TALKS ABOUT OUR OBLIGATION AS TAXI DRIVERS TO EDUCATE THE PUBLIC




TaxiBerlin has a lot of friends in America, and I'm very happy to publish with the help of a colleague from New York, my lovely partner and good wife Layne Mosler from California also known as TaxiGourmet, a new video with English subtitles in honor of these friends. Have fun and stay healthy!
Your TaxiBerlin

16.04.2020

DAS WUNDER VON HALLE AN DER SAALE




Der ein oder andere wird es mitbekommen haben: BILD gehört neuerdings zu den Qualitäts-Medien, weil was in BILD steht, das stimmt! Beispielsweise, dass in einem der reichsten Länder der Welt das Taxi nicht mit einem Desinfektionsmittel gereinigt wird, sondern mit Rum. Man gönnt sich ja sonst nichts als Taxifahrer. Unabhängig von unserem fast schon dekadenten Wohlstand, selbst im Osten, gilt für Viren, dass der Alkoholgehalt des Mittels, das sie abtöten soll, mindestens 60 und nicht nur 54 Prozent betragen muss. Warum er trotzdem wirkt, wird wohl als Wunder von Halle an der Saale in die Geschichtsbücher eingehen. Es kann aber auch sein, dass die Viren hierzulande schon selbst alle besoffen sind oder auch einfach nur zu schwach, vom vielen krank Lachen über so viel geballte Dummheit.

Video BILD
Text TaxiBerlin

DER ERREGTE UND EMPÖRTE BÜRGER


Die schönsten Dinge im Leben sind immer umsonst

Ich höre gerade, dass 70 Millionen Amerikaner demnächst 1.000 Euro geschenkt bekommen. Das erregt viele Menschen hierzulande. Aber nicht etwa, weil sie selbst keine 1.000 Euro geschenkt bekommen. - Das nicht! - Angeblich empört man sich darüber, dass auf dem Scheck, der 1.000 Euro wert ist, der Name von Präsident Trump steht. Zweifellos ein Skandal, vor allem wenn man bedenkt, dass auf jedem Euro-Schein die Unterschrift von Herrn Draghi zu finden ist.

Ich weiß nicht, wie es in Amerika ist, aber hierzulande ist es zumindest bisher noch so, dass niemand dazu gezwungen werden kann, einen Scheck anzunehmen. Und möglicherweise würde der erregte und empörte Bürger ihn auch wirklich nicht annehmen. Ganz nach dem Motto von Jesus: Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist!

Aus Erfahrung weiß ich, dass die allermeisten ihren Scheck einlösen würden, selbst wenn Luzifer drauf stehen würde. Es ist aber durchaus möglich, dass der erregte und empörte Bürger seinen Scheck einem wirklich Bedürftigen überlassen würde, von denen es hierzulande jede Menge gibt. Wirklich wissen kann man das allerdings erst, wenn man selbst ein Scheck über 1.000 Euro im Briefkasten hatte.

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15.04.2020

TAXIBERLIN ERKLÄRT DEN BILDUNGSAUFTRAG




Nachdem ich in meiner letzten Sendung über das Telefonierverbot gesprochen habe, erkläre ich heute den Bildungsauftrag, auf den ich auch mittels Schilder in meinem Taxi hinweise. Mein Bildungsangebot stößt auf großes Interesse. Nie hätte ich gedacht, dass der Bedarf an Bildung so enorm ist hierzulande. Was es mit dem Bildungsauftrag auf sich hat, und wie ich ihn erfülle, das erfährst du in dieser Sendung.

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VERSCHWÖRER ÜBERALL




Mittlerweile scheint man sich uneinig darüber zu sein, was denn nun gefährlicher sei: das Virus oder der Verschwörer. Was man auf jeden Fall sagen kann, ist, dass sich die Verschwörer schneller verbreiten als das Virus. Vor wenigen Tagen schaffte es einer von ihnen sogar in die ZDF-Sendung von Markus Lanz, und der, also Lanz, stellte dann sogar noch die richtigen Fragen. Beispielsweise diese, dass es doch wichtig sei zu erfahren, woran die Menschen gestorben sind, und warum man das denn nicht mittels Obduktion herausfinden würde?

Darauf wusste der Verschwörer im Studio die Antwort, es handelt sich bei dem Ober-Pathologen  und Rechtsmedizin-Koryphäe Prof. Dr. Klaus Püschel aus Hamburg dabei eher um einen Verschwörungs-Praktiker als um einen Verschwörungs-Theoretiker, und zwar hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) "empfohlen, die Toten nicht zu untersuchen".(18:00) Das führt dann zwangsläufig dazu, dass jeder, der einmal mit dem Virus in Kontakt war und dann irgendwann stirbt bei dieser Zählweise des Robert-Koch-Instituts ein "Corona-Toter" ist.

Diesen Umstand fasste der Verschwörungs-Praktiker Prof. Dr. Klaus Püschel aus Hamburg mit folgendem schönen Satz zusammen: "Zur Zeit schreiben wir alles dieser Infektion zu, was irgendwie möglich ist." (22:33) Da dies leider nicht nicht mit seinem Credo, sprich Berufs-Ethos als Rechts-Mediziner vereinbar ist, wollte er es nun ganz genau wissen und ist so zum Verschwörungs-Praktiker geworden. Und das, also das Berufs-Ethos des Verschwörungs-Praktikers brachte ihn dann wiederum zu dieser Aussage: "Ich bin davon überzeugt, dass am Ende dieses Jahres diese Krankheit statistisch im Hinblick auf die Gesamtzahl der Toten überhaupt keine Rolle spielt." (23:05)

Markus Lanz, der den Verschwörungs-Praktiker aus Hamburg interviewte, "hatte dann noch eine Frage in dem Zusammenhang" (hier erinnerte Markus Lanz an Inspektor Colombo alias Peter Falk, der auch immer noch eine Frage hatte). Die Frage von Moderator Lanz, der einen guten Job machte, war hier: "Haben Sie einen Menschen obduziert, der keine Vorerkrankung hatte?" (26:26) - Mit obduzierten Menschen waren die Corona-Toten gemeint, und die kurze und klare Antwort vom Ober-Pathologen  und Rechtsmedizin-Koryphäe Prof. Dr. Klaus Püschel aus Hamburg lautete: "Nein!"

Fassen wir zusammen: von den "so genannten Corona-Toten" (26:45) in Hamburg war keiner jünger als 50 Jahre, das Durchschnittslater lag zwischen 75 und 80 Jahren (die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland war 2015 für Männer 78,4 und für Frauen 83,4 Jahre), alle hatten ernsthafte Vorerkrankungen, auch und insbesondere die jüngeren unter ihnen, die es nur nicht wussten. (27:00)

Fazit des Verschwörungs-Praktikers, Ober-Pathologen  und Rechtsmedizin-Koryphäe Prof. Dr. Klaus Püschel aus Hamburg: "Wir müssen keine persönliche Todesangst haben!" (28:40)

PS: Alle Angaben sind in Minuten und natürlich mit Gewähr!

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14.04.2020

TAXIBERLIN ALS "VERSCHWÖRER*INNEN"


Verkehrte Welt oder falsche Demo?

Ich lese gerade diesen Bericht der taz über die Demo am Samstag, ich hatte an dieser Stelle über sie berichtet, und ich frage mich, ob ich wirklich auf derselben Veranstaltung war. Nun sehe ich, dass der Autor des taz-Artikels, dessen Namen man nicht erfährt, der Artikel in der taz ist also anonym, darüber hinaus auch, im Gegensatz zu mir, mit keinem einzigen Teilnehmer der Demo gesprochen hat. Das lässt mich zu dem Schluss kommen, dass ich auf jeden Fall auf der richtigen Veranstaltung war. Ob der Autor überhaupt vor Ort war, da bin ich mir nicht sicher, spätestens auch seit ich den Film "Aggregat" von Marie Wilke gesehen habe, in dem es auch um die Arbeitsweise der taz geht.

In dem Artikel der taz ist sowohl von "Verschwörer*Innen" (4x), "Verschwörungstheoretiker*Innen (1x), einem "Verschwörerverein" (1x) und einer "Verschwörungsszene" (1x) die Rede, als auch von "Demonstrant*Innen" (5x) und "Teilnehmer*Innen" (2x). Und ich frage mich: Was waren es denn nun für Leute? Ich erfahre, dass sich unter ihnen (was auch immer es für Leute waren) auch "Mitglieder der Linken und der Grünen" befanden, weswegen die Demo insgesamt eine "uneindeutige Ausrichtung" hatte. Immerhin, die "Gespräche drehten sich um die Außerkraftsetzung von Grundrechten wegen der Pandemiebekämpfung."

Der Titel des taz-Artikel, in dem auch über ähnliche Veranstaltungen in Hamburg, Frankfurt am Main und Dresden berichtet wird, ist übrigens "Braune Infektionskette". Denn in Berlin waren "auch 'Vertreter*Innen' anderer so genannter alternativer Medien" anwesend. Es werden dann drei Namen genannt (wie gesagt Medienvertreter und keine Teilnehmer!) von denen einem Verbindungen "auch zur extremen Rechten" immerhin "nachgesagt" werden.

(Dass der "Protestinitiator" Anselm Lenz bis vor kurzem selber für die taz geschrieben hat, darüber erfährt der geneigte Leser des taz-Artikels leider nichts, weswegen ich mich frage, ob die taz da eventuell noch eine Rechnung offen hat.)

Es genügt also ein Medienvertreter, der über etwas berichtet, dem irgendetwas nachgesagt wird, dass, in dem Fall eine Demonstration, an der sich laut taz immerhin "bis zu 500 Personen" beteiligten (bisher war immer nur von 300 bis 350 die Rede, für mich waren es eher 1.000 gewesen), von denen kein einziger zu Wort kommt, eine "Braune Infektionskette" darstellt, und das sogar dann, wenn an ihr "auch Mitglieder (Mehrzahl!) der Linken und der Grünen" teilnehmen(!).

(Aus welchen Gründen auch immer muss ich gerade an die "Menthol-Zigaretten-Geschichte" denken. Bereits vor einiger Zeit hatte ich davor gewarnt, dass sich ähnliches wiederholen könnte, und nun ist wohl der Zeitpunkt gekommen.)

Spätestens jetzt werde ich alter Angsthase vorsichtig und bleibe am kommenden Wochenende lieber zu hause, denn da "wollen die 'Verschörer-Innen' wieder auf die Straße gehen."


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TAXIBERLIN SPEAKS ABOUT TOILET PAPER




Since I have so many fans all over the world, and especially in America, I added English subtitles to this video last night, which was hard work but also a lot fun - and improved my English - or at least I hope so!

I wish you, my dear friends - wherever you are - a lot of fun too with me speaking about toilet paper in Berlin and Bulgaria, which is now available with English subtitles, just like "Gran Finale" is available in Bulgaria - but not in Berlin.

Subtitles TaxiBerlin

13.04.2020

IN BERLIN NICHTS NEUES


Ein ganz normaler Samstag in Berlin

TaxiBerlin fährt zwar kein Taxi mehr, dafür aber viel Fahrrad. Am Samstag verschlug es mich damit nach Mitte, was wohl auch am schönen Wetter lag. Am Rosa Luxemburg Platz waren vielen Menschen unterwegs, was mich wunderte, und weswegen ich kurz in dem kleinen Park neben der Volksbühne Platz nahm. Auf der Bank neben mir saß ein Paar um die 60, das extra aus Freiburg angereist war, um sich später nicht sagen lassen zu müssen, dass sie nichts getan hätten. Dass es sich dabei um eine Demonstration handelt, erfuhr ich nun von den Polizisten, die in den Park kamen, um uns freundlich darauf hinzuweisen, dass die Demo nicht stattfindet, und zwar wegen dem Sicherheitsabstand, der dort nicht eingehalten werden könne. Der Beweis, dass das so ist, waren die Polizisten und Polizistinnen selbst, die den Sicherheitsabstand auch nicht einhalten konnten.

Als ich daraufhin zusammen mit dem Paar aus Freiburg, beide übrigens Ärzte, den Park verließ, waren knapp tausend Leute rund um den Rosa Luxemburg Platz unterwegs, auf den man selbst allerdings nicht kam, da er von der Polizei abgesperrt war, natürlich nur zu unserem Schutz, das ist klar. Einige Menschen trugen Schilder. Die Menschen, die da waren, waren allesamt ganz normale Leute, so wie du und ich, also keine Antifa und auch keine Rechten oder so. Alle Altersgruppen waren vertreten. Es wurde viel miteinander gesprochen, auch mit der Polizei. Die fuhr eine Doppelstrategie. Es gab Kommunikations-Teams mit Gelben Westen (sic!), mit denen man reden konnte. Und es gab Verhaftungs-Teams (das waren immer vier) mit Schutzausrüstung und Helm, die immer wieder in die Menge hinein gingen und Leute von dort heraus holten, und die dabei selbst, wie bereits beschrieben, keinen Mindestabstand einhielten.

Die, die sie aus der Menge herausholten, waren alles Leute mit Schildern, was mich sehr an früher erinnerte. Das letzte Mal war es wohl '88 oder '89, dass Menschen mit Schildern aus einer Demo heraus geholt wurden. Jetzt wurde auch das Paar abgeführt, das wenige Minuten vorher noch ganz friedlich neben mir auf der Bank gesessen hatte. Die Frau hatte sich auch ein kleines Schild in DIN a4 um den Hals gehängt, auf dem "Debatte statt Diktatur" stand. Warum die Frau zusammen mit ihrem Mann, beide wie gesagt Ärzte aus Freiburg, nicht einfach mit dem Kommunikations-Team der Polizei sprechen durfte, blieb unklar. Möglicherweise damit die Verhaftungs-Teams auch etwas zu tun hatten. Der Höhepunkt war erreicht, als eine ältere Dame (Mitte 70 würde ich sagen) auch wieder mit einem Schild in der Hand von einem Verhaftungs-Team, also von vier Polizisten in Schutzausrüstung und Helm auf dem Kopf, die alle einen wenn nicht zwei Köpfe größer waren als sie, aus der Menge heraus geholt und abgeführt wurde.

Bevor ich die Demo verließ, ließ ich mir von Anselm Lenz, er schreibt für die taz (wahrscheinlich besser: schrieb) unsere Verfassung aushändigen. In dem sich darin befindenden Beiblatt wird zu einem "Demokratischen Widerstand" aufgerufen, was mich sehr an den Aufruf vom "Neuen Forum" vom Herbst '89 erinnert, den auch ich seinerzeit unterschrieben habe. Der Aufruf von heute beginnt so: "Corona und die Weltwirtschaftskrise: Deren System ist am Ende. Unseres war es nie." Und weiter heißt es dort: "Wir bestehen auf demokratische Regeln für unser künftiges Wirtschaftssystem." Und auch das: "Wir sprechen mit den Mitbürgerinnen und Mitbürgern von der Polizei. Wir bitten diese, sich ein eigenes Bild zu machen." Und ausserdem noch dies: "Gemeinsam lehnen wir die Abschaffung der öffentlichen Diskussion ab."

Alle Zitate sind dem Aufruf der "Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand" entnommen, zu dem sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. Meine ganz persönliche Beobachtung ist, dass es schon lange viele Probleme in unserer Gesellschaft gibt, es seien hier nur drei genannt: Armut, Migration und Rente, die jetzt erneut nicht öffentlich diskutiert werden sollen. Dass die Polizei am Samstag mit einem Kommunikations-Team auf dem Rosa Luxemburg Platz unterwegs war, deutet darauf hin, dass man dies dort ähnlich oder gar genauso sieht. Eine offene Diskussion funktioniert aber nicht, wenn man gleichzeitig von einem parallel agierenden Verhaftungs-Team der Polizei festgenommen werden kann. Der Spruch von Karl Valentin, dass bereits alles gesagt sei, nur noch nicht von allen, trifft nicht zu. Im Gegenteil, wir befinden uns diesbezüglich mal wieder ganz am Anfang.

Zum Schluss noch ein Zitat aus dem gerade erschienen Buch "Das gespaltene Land" vom Bestsellerautor und Therapeuten meines Vertrauens Hans-Joachim Maaz, der mir auch schon mal in Berlin im Taxi saß. Es geht dort um die Spaltung in unserem Land und von wem sie ausgeht und warum, und in dem Zusammenhang auch um die aus dem Osten, wo auch ich her komme, und wo man das bis heute anhaltende und sich insbesondere in den letzten Jahren verschärfende Ossi-Bashing nur noch müde belächeln kann, weil damit, wie mit vielem anderen auch, die Welt auf den Kopf gestellt wird. Wenn wir diese nun wieder zurück auf die Füße stellen, sieht es so aus: "Ostdeutsche sind wie Scouts in der deutschen Krise. Den sich formierenden Protest könnte man als Avantgarde notwendiger Gesellschaftsveränderungen einorden."

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12.04.2020

TAXIBERLIN ALS DENUNZIANT


Sofort auf die Kralle

Zwei Damen in Zivil wiesen mich gerade in meiner Straße mittels Schild auf ein neues Geschäftsmodell hin. Dazu muss man wissen, dass TaxiBerlin im Moment zwar nicht "on the road" ist, sich aber bald auf selbiger wieder finden wird, dann aber permanent, wenn er nicht bald neue Geldquellen auftut. Deswegen habe ich mit den beiden Damen in meiner Straße, die nicht nur der Atemmasken wegen im Flüsterton sprachen, Barzahlung vereinbart, solange dies noch möglich ist. Was man hat, das hat macht. Darüber hinaus musste ich auch auf sofortige Zahlung bestehen, in meinem Taxi habe ich schließlich auch immer einen Sofort-Service angeboten, der in der Regel auch immer sogleich bezahlt wurde. Die beiden Damen in Zivil in meiner Straße signalisierten mir nicht nur für die Bar-, sondern auch für die sofortige Zahlung grünes Licht, auch weil Geld im Moment überhaupt keine Rolle spielen würde, man aber in naher Zukunft von der Menge her immer mehr davon benötigen wird.

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"LAND- UND EISENBAHNBRÜCKE EURASIA"


Warten auf Weihnachten

Nach Aussenminister Maas hat nun Verkehrsminister Scheuer, der für seine genialen Ideen bekannt ist, eine Osterüberraschung für uns aus seinem Handschuhfach gezaubert. Und zwar eine "Eisenbahnbrücke" mit dem schönen Namen "Eurasia". Die "Eisenbahnbrücke Eurasia" ist eine "Landbrücke" (Nicht verwechseln mit der "Luftbrücke"!, die war mit Flugzeugen.), wo Züge von China nach Deutschland fahren. Die Eisenbahn soll ganz genau im Wochentakt von China aus über Kasachstan bis nach Kaliningrad in Russland fahren. Von dort aus geht es dann per Schiff weiter über die Ostsee nach Rostock. Die Fahrt dauert jeweils 12 Tage. Die zwischen 20 und 40 Tonnen an Masken und Material könnten also mit etwas Glück durchaus und zwar komplett unterm Weihnachtsbaum liegen. Damit würde sich einmal mehr das bewahrheiten, was ich bereits in meinem Taxi immer schon zu meinen Fahrgästen gesagt habe, und zwar dass die Vorfreude eine weitgehend unterschätzte Freude ist oder besser: war.

PS: Wäre ich noch mit meinem Taxi "on the road", würde ich jetzt beim Verkehrsminister anfragen, inwieweit sich Taxis an dieser "Landbrücke" beteiligen könne, und in diesem Zusammenhang würde ich selbstverständlich meine speziellen Ortskenntnisse nicht nur in Berlin, sondern darüber hinaus in Kleinasien und auf dem Balkan als Alternativroute zu Russland mit seinem bösen Präsidenten Putin und dem Hochverräter Edward Snowden, ins Spiel bringen.

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