28.03.2020

SUCHE SEX - BIETE TOILETTENPAPIER


Auch beim Tauschen gilt:
Auf die Verpackung kommt es an!

Auch TaxiBerlin geht mit der Zeit, und in der heute wird nicht mehr gefahren, schon gar nicht mit dem Taxi. Es ist kein Geld mehr von der Straße zu holen. Gut, die ein oder andere leere Flasche steht dort noch herum. Aber die überlasse ich den wirklich Bedürftigen. Mann hat ja auch noch Ehre. Ich bin bereits einen Schritt weiter, und zwar bei der guten alten Tauschwirtschaft. Und ich beginne mit dem, was mir bisher im Taxi immer schon am wichtigsten war, und das ist der Körperkontakt. Denn Taxi war lange Zeit das, was heute Tinder ist - kein Scheiß! Deswegen eröffne ich den Tauschmarkt, nachdem ich endlich, wenngleich nicht ganz freiwillig, weg von der Straße bin, auch mit diesen Angebot: Tausche Klopapier gegen Sex. Bewerbungen bitte von klugen & natürlichen Frauen mit den üblichen femininen Attributen schriftlich, ganz nach meinem Motto: "Ruf mich nicht an - Schreib mir 'ne e-mail!", an die bekannte Adresse rechts oben -->

Angebot TaxiBerlin

"STAY OBSERVANT AND MAY GOD BE WTH YOU"



"Greetings to my fans and followers with gratitude for all your support and loyalty the years. This is an unreleased song we recorded a while back that you might find interesting. Stay safe, stay observant and may God be with you." - Mit diesen Worten hat Bob Dylan gestern seinen neuen Song "Murder Most Foul" (sein erster seit acht Jahren) über die Ermordung Präsident Kennedys veröffentlich. Die Schlüsselworte in dem Text sind, so denke ich, "stay observant" - also "bleibt wachsam". Eigentlich wollte ich das Video in diesen Beitrag einbetten. Diese Funktion funktioniert aber gerade nicht bei YouTube. Deswegen "nur" dieser Link zum Song mit den Lyrics. Diese sind auch das, worauf es meiner Meinung nach ankommt bei dem Song - also nicht seine enorme Länge (knapp 17 Minuten), nicht die spärliche Instrumentierung (Klavier, Violine, Schlagzeug) und auch nicht die vielen Namen (John Lee Hooker, Marilyn Monroe, Thelonius Monk und viele andere). Auch der angebliche Mörder von Präsident Kennedy kommt vor, allerdings nur als Oswald und nicht als Lee Harvey Oswald wie sonst üblich. "Angeblich" deswegen, weil nach offiziellen Angaben eine Mehrheit der Amerikaner "immer noch" glaubt, dass Oswald nicht der Mörder von Kennedy ist (mit der Betonung auf "immer noch"). Mit dem Song-Text ist es nun so, dass niemals von "er" (also Oswald) die Rede ist, sondern immer nur von "wir" oder "sie". Was das nun im Kontext mit "bleibt wachsam" im Ankündigungstext bedeutet, das muss jeder selbst herausfinden.

Foto&Text TaxiBerlin

CORONA GHOST TOWN BERLIN


Im Taxi-Praxis-Test

TaxiBerlin ist zwar schon zurück in Corona Ghost Town, aber noch nicht zurück auf der Straße. Deswegen der aktuelle Erfahrungsbericht einer Kollegin übers Taxifahren in Berlin:

Dann wollte ich mich ans Vivantes Klinikum Landsberger Allee stellen, aber das ist inzwischen gesichert wie Fort Knox. Die Sicherheitsleute wollten mich nicht an die Taxihalte lassen. Das ist vollkommen absurd, seit wann kann das Coronavirus 20 oder 30 Meter weit fliegen? Weil man sich da in der Nähe nirgends hinstellen kann und auch sonst nirgends etwas los war, bin ich nach hause gefahren.


Das Abgefahrene daran ist, ein Kollege hat heute in der Whatsapp-Gruppe einen Auftrag von gerade dieser Klinik gepostet, da sollte ein Fahrgast abgeholt werden, der Corona-positiv getestet wurde, aber keine Sorge, stand da, der trägt "Mundschutz und Handschuhe“! Gibt es für so etwas nicht Krankenwagen, die besser ausgerüstet sind als ein Taxi? Im Fernsehen tragen Leute, die mit Corona-Patienten zu tun haben, immer so eine Art Astronautenanzug.

Ich darf mich also wegen Corona-Gefahr nicht mehr an die Halte vor dem Haus stellen, darf aber Corona-positive Fahrgäste abholen? Berlkönig fährt das Krankenhauspersonal kostenfrei spazieren auf Staatskosten, und ich darf die Drecksarbeit machen und gehe vielleicht trotzdem pleite, weil die lukrativen Aufträge ein anderer bekommt?  Es ist einfach unfaßbar, was im Moment vor sich geht.

Foto TaxiBerlin
Text TaxiKollegin

27.03.2020

"IST HINREICHEND DAMIT ZU ERKLÄREN ..."


"Der Grund, warum wir in Deutschland im Moment so wenige Todesfälle haben gegenüber der Zahl der Infizierten, ist hinreichend damit zu erklären, dass wir extrem viel Labordiagnostik machen." - So lautet der Satz vollständig. Gesagt hat ihn Professor Drosten von der Charité, unser aller Ober-Viruloge derzeit. Mit "Labordiagnostik" sind dabei die Tests gemeint, von denen bislang in Deutschland 410.000 durchgeführt wurden, die bisher 41.300 Infizierte ergaben, von denen wiederum 260 zu Tode gekommen sind. Die Anzahl der Opfer, die in Deutschland extrem niedrig ist, ließ mich bereits vor einer Woche feststellen, dass uns bisher einfach die Toten fehlen. Gestern hat Professor Drosten endlich versucht, dies zu erklären. Folgt man der Logik von Professor Drosten, dann würden Tests Menschenleben retten. Ein Test stellt aber lediglich fest, ob jemand infiziert ist oder eben nicht. Warum von den Infizierten nur so wenige sterben, damit hat der Test nichts zu tun, erklärt dies nicht, und schon gar nicht "hinreichend". Es ist im Gegenteil eher davon auszugehen, dass viele Menschen, die an dem Virus erkrankt und genesen sind, sich nie haben testen lassen. Die Zahl der Infizierten dürfte also weitaus höher liegen, als die angegebenen 41.300. Somit dürfte sich die Sterblichkeit hierzulande im Promillebereich befinden. Dass ein so niedriger Wert solch drastische Maßnahmen nach sich zieht wie im Moment, müsste irgendwann einmal "hinreichend" geklärt werden.

Text TaxiBerlin

DEUTSCHE UNIKLINIKEN VERNETZEN SICH


Jetzt ist es endlich so weit. Knapp 150 Jahre nach dem ersten Telefon, 30 Jahre nach Erfindung des Internets und 20 Jahre nach Netzwerken wie Facebook&Co sollen sich nun auch Krankenhäuser hierzulande vernetzen. Aber nicht irgendwelche Krankenhäuser, sondern Universitätsklinken. Also ungefähr so, als könnte das Hotel Adlon am Pariser Platz endlich beim Ritz Carlton am Potsdamer Platz anrufen, um in Erfahrung zu bringen, ob dort noch ein Zimmer frei ist. So ein Vernetzung gibt es natürlich nicht zum Nulltarif, das ist klar. Dein Facebook-Account ist schließlich auch nicht umsonst. Den bezahlst du mit deinen Daten. So gesehen sind 150.000 Millionen € dafür, dass Deutsche Uniklinken sich vernetzen, ein Schnäppchen.

Text TaxiBerlin

MESSERSTECHER ZU SPARGELSTECHER


Die Lage ist Ernst, denn so wie es im Moment aussieht, wird es dieses Jahr nicht genug Spargelstecher geben. Offiziell heißen sie Saisonarbeiter, die da Jahr für Jahr aus immer ferneren Ländern zum Spargelstechen anreisen müssen. Kamen sie früher noch aus dem benachbarten Polen, so müssen sie jetzt bereits aus Bulgarien und Rumänien heran gekarrt werden. Saisonarbeiter ist dabei nur ein anderes Wort für Gastarbeiter. Da Gastarbeiter etwas in Verruf geraten ist, wird das Wort möglichst vermieden. Neulich, es ist jetzt auch schon wieder fast zwei Jahre her, wurde es noch mal verwendet. Da suchte der Frankfurter Flughafen Gastarbeiter ebenfalls aus Rumänien und Bulgarien. Gekommen ist damals keiner, was daran lag, dass die auf dem Balkan auch rechnen können. Von dem, was der Frankfurter Flughafen zahlt, kann nämlich nicht mal einer vom Balkan leben. Und würde man die Spargelstecher richtig bezahlen, bräuchte auch niemand vom Balkan ran gekarrt werden. Dann würden sich möglicherweise sogar Messerstecher, die alleine in Berlin im letzten Jahr 2795 Straftaten begingen, was laut Polizei der höchste Wert seit Beginn der Auswertung im Jahre 2009 ist, zum Spargelstecher umschulen lassen. Ein Versuch wäre es Wert.

Text TaxiBerlin

26.03.2020

BACK TO BERLIN


Vorfreude auf den Sieg an der Klopapierfront

Zwei Meter (oder waren es doch nur ein Meter fünfzig?) Abstand im Flugzeug zu halten, ist nicht gerade einfach, wenn nicht gar ein Ding der Unmöglichkeit. Aber das war den mitreisenden Patienten egal, und so auch mir. Die meisten Menschen, die heutzutage reisen, sind sowieso total taub. Daran ändert auch ein kleines Virus nichts. Mit meiner Schutzmaske hatte ich dann aber doch immerhin für einen kurzen Moment die Aufmerksamkeit meiner Mit-Patienten. Respekt für meine Schutzmaske, die aussieht, als wäre sie aus dem Zweiten Weltkrieg, dabei ist sie nur aus dem Baumarkt, kam dagegen von den Sicherheitsleuten, sowohl in SanFran als auch in Berlin. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass bereits Neid im Spiel war. Im ersten Moment dachte ich, sie würden meine Maske konfiszieren, so wie damals nach World War Two die Russen gelegentlich Fahrräder konfisziert haben. (Von den konfiszierten Armbanduhren nicht zu reden.) Vorm Flughafen in Tegel erwarte mich (immer noch mit Schutzmaske, da nicht konfisziert) Kollegin Sonja, die im Januar Gast in unserer Sendung war. Ihr Umsatz hat sich in den letzten Tagen und Wochen auf ein Drittel reduziert. Die Stadt selbst, durch die wir gut durchkamen, kam mir leicht dystopisch vor. Kurz vor Acht ließ man mich dann noch in den Supermarkt bei mir an der Ecke, wo auf zwei Meter Abstand (oder waren es doch nur ein Meter fünfzig?) größten Wert gelegt wurde, und wo es darüber hinaus sogar Klopapier gab. Meine Rückkehr nach Berlin ist, wenn du so willst, ein voller Erfolg.

Foto&Text TaxiBerlin

25.03.2020

WELCOME TO EUROPE


Mindestens fünfzig Zentimeter,
vermutlich bereits ein Meter fünfzig

Ich kann es nur wiederholen: Fliegen ist völlig überbewertet, und das schon lange vor Corona. Dieses Eingesperrtsein mit wildfremden Menschen auf engstem Raum über Stunden kann nicht gesund sein. Versuchst du darüber hinaus, so wie ich, nach den fünfzig Zentimeter Ellenbogenlänge damals nach der Kölner Silvesternacht, dir jetzt die anderen potentiellen Patienten auf einen Meter fünfzig Abstand vom Leibe zu halten, dann kommst du nicht weit. Trotzdem habe ich es irgendwie, frag nicht wie, bis nach Europa geschafft. Hier musste ich sogleich beim Einlass (Foto) erfahren, dass unser schöner Kontinent bereits untergegangen ist. Es hat nur noch niemand bemerkt.

Foto&Text TaxiBerlin

24.03.2020

MACH'S GUT SAN FRANCISCO


"Park des Schmerzes"

Ich weiß nicht, ob du früher auch "Die Straßen von San Francisco" gesehen hast. Ich eher weniger, was daran lag, dass wir die für den Empfang nötige Antenne nicht hatten. Mein Interesse heute gilt den Parks und weniger den Straßen. Hier drehe ich gerade eine Abschiedsrunde im "Park des Schmerzes", wie der "Dolores Park" auf Deutsch heißt. Im Hintergrund sieht man unter dem Himmel Kaliforniens die Skyline von San Francisco. Früher konnte man bis zur Bay Bridge blicken. Das geht heute leider nicht mehr. Also im Prinzip das, was uns in Berlin demnächst erwartet, und zwar dass man irgendwann den Fernsehturm nicht mehr sieht. Bis dahin fließt noch einiges Wasser die Spree herunter und vielleicht tritt dieser "worst case" auch gar nicht ein. Denn wir befinden uns gerade wieder in Wende-Zeiten. Ein guter Zeitpunkt, dass wir uns unsere Stadt zurück erobern und die "Viel zu Vielen" auf Dauer von Berlin fern halten.

Foto&Text TaxiBerlin

WARUM TOILETTENPAPIER ?



Ab 28:48 verrät der "Therapeut meines Vertrauen" Warum ?

Bevor ich gleich im Sonnenstaat, wo das Leben easy ist, in den Flieger zurück ins graue und deprimierende Berlin steige, noch folgendes: Eigentlich wollte ich immer mal im Bademantel nach Kalifornien fliegen. Eine von vielen verrückten Idee, die ich bisher leider nicht realisiert habe, auch diesmal nicht. Dafür werde ich gleich immerhin mit Atemschutzmaske zurück in die Bundeshauptstadt kommen. Ich hatte heute morgen darüber geschrieben. Noch etwas anderes: Viele fragen sich, was es mit dem Toilettenpapier auf sich hat, weshalb es keines zu kaufen gibt, und warum sich viele Menschen ausgerechnet mit Toilettenpapier eingedeckt haben. Hans-Joachim Maaz, der "Therapeut meines Vertrauens", der mir auch schon mal im Taxi saß, beantwortet diese Frage in obigem Interview mit Eva Herman. Es soll Menschen geben, die nicht nur Toilettenpapier horten, sondern die darüber hinaus beim Anblick von Eva Herman die Krätze kriegen. Ich halte es hier auf meiner Seite wie in meinem Taxi: Jeder darf alles sagen, sogar die Wahrheit, solange er nur nicht telefoniert dabei.

Video YouTube
Text TaxiBerlin

TAXIBERLIN IS COMING HOME


Ein Geschenk von Onkel Don aus Amerika

Ich habe bisher nicht darüber geschrieben, warum ich nach Amerika gekommen bin, weil die Sache geheim ist oder besser war. Mein alter Freund Donald, den ich Onkel Don nenne, hatte mich eingeladen, um zusammen Party zu machen. Die Party war aber nur ein Vorwand, wie das ganz oft bei Partys ist. Eigentlich sollte ich beim Bau einer Mauer helfen (Onkel Don hatte von meinen Erfahrungen in Sachen Mauern gehört), und erst danach wollten wir Party machen. Aus der Party ist nichts geworden, genauso wie aus dem Mauerbau. Onkel Don hatte plötzlich wichtigeres zu tun. So ist das bei den Amerikanern: Business first! Immerhin hatte Onkel Don noch zwei alte Schutzmasken bei sich in der Garage herumzuliegen, die er mir schenkte. Ich hatte ihm von der Misere in Sachen Schutzmasken zu hause erzählt, und da muss er irgendwie Mitleid mit mir bekommen haben. Ich weiß, Schutzmasken sollen gar nicht helfen, so sagt es der Virusexperte von der Charité. Deswegen tragen dort in der Charité auch alle welche. Immerhin ist nicht nur meine Post-Mauerbau-Party mit Onkel Don hier in Amerika abgesagt, sondern auch alle Partys in Berlin. Wenn ich ehrlich sein soll, freue ich mich darauf am meisten: Berlin - Partyfreie Zone!

Foto&Text TaxiBerlin

23.03.2020

"EINE MIR UNERTRÄGLICHE HEKTIK UND IM GRUNDE GIGANTISCHE DILETTANTISCHE GESCHÄFTIGKEIT, WIE SIE DAS HEUTIGE DEUTSCHLAND FÜR MICH DARSTELLT."


"Kein Dokument, ein Monument!" (FAZ)

Fern der Heimat in Amerika schreibe ich nicht nur, sondern lese auch immer noch auf Deutsch. Gerade ist es "Der Briefwechsel" zwischen dem Österreichischen Autor Thomas Bernhard und seinem Verleger Siegfried Unseld vom Suhrkamp Verlag in Frankfurt am Main. In seinem Brief vom 10.9.1971 (S. 240), also bereits vor knapp 50 Jahren, beklagt sich der Autor aus Österreich bei seinem Verleger über "eine mir unerträgliche Hektik und gigantische dilettantische Geschäftigkeit, wie sie das heutige Deutschland für mich darstellt."

Die meisten Menschen in Deutschland wähnen sich bis heute in einem Land, in dem alles geregelt wäre und alles mehr oder weniger seine Ordnung hätte. Dementsprechend schaut man gerne auf andere Länder und Präsidenten herab. Im Moment ist das meist Donald Trump, und wenn nicht Donald Trump dann Boris Johnson, und wenn nicht Donald Trump oder Boris Johnson, dann natürlich Wladimir Putin, der Daueraufreger, der gar nichts richtig machen kann.

Erst einmal vor der eigenen Haustür zu kehren, ist in Deutschland seit einiger Zeit so ziemlich aus der Mode gekommen. Ich möchte an diese gute alte Sitte erinnern, indem ich mir die aktuell beschlossenen drei Punkte für "unser" Gesundheitswesen etwas genauer ansehe. Vorweg: "unser" Gesundheitswesen ist es schon lange nicht mehr, denn es ist seit langem mehrheitlich in privater Hand. Krankenhäuser heute sind Unternehmen, die an erster Stelle Profit abwerfen sollen.

Dementsprechend sehen auch die Maßnahmen aus, mit denen "unser" Gesundheitsminister Jens Spahn "den Kollaps im Gesundheitsweisen verhindern" will, und eben nicht Kranken und Infizierten zu helfen, wie es eigentlich lauten müsste. Die drei von Spahn beschlossenen Punkt kann man kurz so zusammenfassen: Punkt 1: 560 € für die Kliniken für jedes frei gehaltene Bett pro Tag. Punkt 2: 50.000 € für die Kliniken für jede neue Intensiveinheit. Punkt 3: 50 € für die Kliniken für Mehrkosten bei Schutzausrüstung pro Monat

Einen Bonus gibt es, allerdings nur für Studenten. Diese dürfen im Krankenhaus arbeiten, ohne dass ihr Lohn auf das Bafög angerechnet wird, vorausgesetzt sie bekommen überhaupt welches. Von der Einstellung von mehr Personal ist nicht die Rede. Bekanntlich fehlen in "unseren" Krankenhäusern ca. 300.000 Pflegekräfte. Es ist aber kein echter Fachkräftemangel, weil genau diese Anzahl von Menschen in unserem Land ausgebildete Krankenschwestern- und pfleger sind, die allerdings nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten. Dass sie nicht mehr dort arbeiten, hat meist mit genannter Privatisierung zu tun. Ich weiß, wovon ich rede, weil auch ich gelernter Krankenpfleger bin.

"Noch in hundert Jahren, wenn die österreichischen Gletscher längst in der Nordsee verschwommen sind, werden unsere Kindeskinder noch immer staunend vor diesem Monument deutscher Kulturgeschichte stehen." So die "Frankfurter Rundschau" über "Der Briefwechsel" zwischen dem österreichischen Autor Thomas Bernhard und seinen Verleger Siegfried Unseld. Keine fünfzig Jahre später ist nun in "unserem" Gesundheitswesen das Realität, was Thomas Bernhard in einem Brief an seinen Verleger so beschreibt: "eine mir unerträgliche Hektik und gigantische dilettantische Geschäftigkeit, wie sie das heutige Deutschland für mich darstellt."

Foto&Text TaxiBerlin

SOCIAL DISTANCING WITH LULU AND WHISKEY




A friend and filmmaker from Berlin told me that Arnold from Austria needs somebody to make a movie but can't find anybody because of Social Distancing. So I get my first job here. As you will see Arnold was very lucky that me that crazy Bulgarian Donkey-Man came over to film him with Lulu and Whiskey in his little home in Hollywood.

Film&Text TaxiBerlin

22.03.2020

DIE WEISSAGUNGEN DER GRETA THUNBERG


Es ist etwas ruhig geworden um Greta Thunberg, dabei wäre gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, an die Klimaheilige aus Schweden zu erinnern. Es ist ziemlich genau ein Jahr her, als sie sagte: "Ich will, dass ihr in Panik geratet!" - und genau das ist passiert. Gut, Holy Greta sagte es eher als Drohung denn als Prophezeiung. Sie sagte auch nicht, wann genau wir in Panik geraten sollen. So gesehen taugt Greta als Prophetin nicht wirklich, weswegen man aus ihr auch eine Marke machen musste, und sie darüber hinaus auch Bücher schreiben muss, um irgendwie auf dem Markt zu bleiben. Genau das aber unterscheidet richtige von falschen Propheten. Hat man je von einem Heiligen gehört, der sich selbst als Marke hat registrieren lassen? Auch Bücher von Propheten mit eigener Hand geschrieben sind nicht bekannt! Viele richtige Propheten sind darüber hinaus so gut wie unbekannt. OK, die bulgarische Seherin Baba Wanga kennt in ihrer Heimat jeder, und auch in Great Britain ist Oma Wanga wegen der extrem hohen Trefferquote ihrer Vorhersagen von über 80% bekannt. Was die bulgarische Seherin für 2020 voraussah, willst du besser nicht wissen, denn dagegen ist die Klimahysterikerin aus Schweden wirklich nur besagter Vogelschiss. Folgender Link zu den Vorhersagen von Baba Wanga für 2020 ist deswegen auch nur für ganz Mutige!

Text TaxiBerlin

TAXIBERLIN UND DAS AUSGEHVERBOT NOCHMAL


Dank der Straße 150 m Sicherheitsabstand statt 1,50 m
(sicher ist sicher!)

Nach den Rehen gestern kamen heute nun die Golfer raus. Golf, eigentlich der Sport, so weit man beim Golfen von Sport reden kann, alter weißer Männer, wird hier von jungen weißen Frauen (Foto) gespielt. Der alte weiße Mann bleibt in diesen Tagen lieber zu hause. Trotzdem haben sich mehr als zwei Personen (nochmal Foto) auf dem Golfplatz versammelt. Einer muss schließlich den Buggy mit den ganzen Golfschlägern schieben. Das kann der Spieler, in dem Fall eine Spielerin, nicht auch noch tun. Golf ist nicht nur ein Hobby der Reichen, sondern auch wahnsinnig anstrengend, wobei nicht klar ist, was anstrengender ist: den kleinen weißen Ball immer wieder zu finden oder den Buggy zu schieben. Die dritte Person, das vergaß ich zu sagen, muss den Golf-Ball nach jedem Schlag ausfindig machen. Ob dies in Zukunft durch die Person, die bisher "nur" den Buggy schiebt, übernommen wird, oder ob es eine Ausnahmeregelung für's Golfen geben wird, so dass sich auch weiterhin drei statt zwei Personen auf dem Golfplatz versammeln dürfen, ist unklar. Genauso wie die Frage, ob der Umstand, dass aus dem Sport alter weißer Männer einer der jungen weißen Frauen geworden ist, bei der Entscheidungsfindung möglicherweise eine Rolle spielen wird.

Foto&Text TaxiBerlin

21.03.2020

TAXIBERLIN UND DAS AUSGEHVERBOT


Rehe kommen aus den Wäldern Kaliforniens 

In Kalifornien gibt es bereits eine Ausgangssperre, allerdings nur als Empfehlung des Gouverneurs und nicht als Gesetz, zumindest habe ich es so verstanden. Jedenfalls bin ich gestern rausgegangen, aber nicht Downtown, sondern in the Wood, wie der Amerikaner sagt, wo gerade die Rehe rauskommen. Da ich mir um den Sicherheitsabstand zwischen mir und den Rehen, es war nicht nur das Eine unterwegs, keine Sorgen machen musste, konnte ich mir ungestört Gedanken machen. In "Subterranean Homesick Blues" singt Bob Dylan: "I'm on the pavement thinking about the gouvernment". Mir ging es gestern ganz genauso: "I'm in the wood thinking about the gouvernment", und da kam ich auf folgende Idee. Das mit der "Corona-Krise" ist ja "gut und schön", aber wenn wir ehrlich sind, fehlt im Moment noch etwas wichtiges. Ich meine: Von den "gut" 70 Toten (Stand 20.3.) war die jüngste eine Frau im Alter von 49 Jahren. Bisher sind weder junge Menschen noch Kinder dem Killer-Virus zum Opfer gefallen. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen liegt bei 82,1 Jahren. Der älteste Verstorbene war ganz und gar 99 Jahre alt und lebte in einem Pflegeheim. Mindestens zwölf weitere Verstorbene lebten in Pflegeheimen. Mindestens 28 Patienten waren vorerkrankt, mindestens einer ernsthaft. Für mindestens 26 Menschen soll es keine Angaben über eventuelle Vorerkrankungen geben. Dieser Punkt macht mich besonders stutzig, ist sozusagen der Ausgangspunkt meiner Überlegungen im Wald. In Deutschland, wo alles und jeder erfasst ist, soll es über etwas wichtiges und vor allem aktuelles keine Angaben geben? Immerhin gibt es ganz genaue Zahlen über Verkehrstote in Deutschland. Und obwohl es da im letzten Jahr 216 weniger gab, waren es immer noch 3059 Tote auf unseren Straßen, also 255 Verkehrstote im Monat in 2019. Zu den 70 Toten durch den Corona-Virus bisher werden weitere hinzukommen, und jeder einzelne ist einer zu viel. Bisher ist es aber so, dass durch das Runterfahren eines ganzen Landes mehr Verkehrstote verhindert wurden, als dass es Opfer der Erkrankung gab, die zum Lockdown geführt hat. Mit anderen Worten: Uns fehlen, zumindest im Moment, einfach die Toten. So meine Überlegungen in den Wäldern Kaliforniens.

PS: Friedrich Merz, immerhin auch schon 64 Jahre alt, berichtet am sechs seiner Corona-Erkrankung: "Grippe-Symptome gehen in einen normalen Schnupfen über."

Foto&Text TaxiBerlin

20.03.2020

WO IST CAROLA RACKETE?


Ausfahrsperre - so sieht sie aus

Wo ist Carola Rackete? Das frage ich mich allen Ernstes, aber nicht meinetwegen. Ich komme besser ohne Carola Rackete klar. Aber die zahlreichen Obdachlosen in Berlin könnten bei einer Ausgangssperre, die demnächst auch für Berlin gelten wird, eine Carola Rackete gut gebrauchen. Denn wo soll jemand hin bei einer Ausgangssperre, wenn er bereits draußen ist? Richtig, auf ein Boot! Und Carola Rackete hat doch ein Boot, oder? Immerhin ist sie Kapitänin und könnte sicherlich ein Boot auf der Spree für Obdachlose klar machen. OK, die Sorge um Arme und Obdachlose ist nicht cool. Viel Aufmerksamkeit verspricht sie auch nicht. Das ist leider auch wahr. Und so werden die Berliner Obdachlosen wohl weiterhin ohne Carola Rackete, genauso wie ich, klar kommen müssen, was möglicherweise auch für sie das beste ist.

Foto&Text TaxiBerlin

PROUD TO BE A GERMAN or LET THEM EAT CAKE


"Smart&Final-extra!" - the place for cake?

Habe gerade versucht bei meiner Vertretung in San Francisco in Kalifornien anzurufen um nachzufragen, was ich als Deutscher ohne Kreditkarte und ohne Ersparnisse, der auch seine Fluggesellschaft zwecks Umbuchung seines Fluges, um zurück in die Heimat zu kommen, nicht erreichen kann, nun tun soll und prompt online folgende Antwort erhalten, die man kurz so zusammenfassen kann: Wenn du kein Brot hast, dann friss doch Kuchen. Vielen Dank, liebe Landsleute, für eure Fürsorge. Ich werde mein Bestes tun, an Kuchen ranzukommen. Vielleicht fahre ich doch noch nach Reno ...

Currently, Germany does not provide organized repatriation flights from the USA to Germany since flights can still be booked by everybody. Try other airports, don’t neglect business or first class seats. If you are in a hotel ask the hotel management to prolong your stay – at a  lower rate. A raise of your credit card limit with your bank also could help in this Situation.

Foto&Text TaxiBerlin

AUSGEHVERBOT FÜR TAXIBERLIN


Unterwegs nach Reno

Ich war gerade auf dem Weg Richtung Osten nach Reno, um einen Mann zu erschießen, nur um ihn sterben zu sehen, ihr kennt das, als mich die Nachricht erreichte, dass ich ab sofort Ausgehverbot habe. Auch hier bin ich mal wieder ein Vorreiter, und nicht nur bei meiner selbstgewählten Selbstisolation in Berlin. Ein Vorreiter oder wegen mir auch Trendsetter zu sein, kann auch nerven, wie zum Beispiel jetzt gerade. Ich wurde, wenn du so willst, von meinem eigenen Trend eingeholt. Ja, so etwas gibt es! Jedenfalls stehe ich jetzt irgendwo im Nirgendwo herum und weiß nicht, was ich machen soll. Zurück in die Heimat oder weiter nach Reno - ein Teufelskreis.

PS: Der Mann in Reno lebt wohl noch ...
Foto&Text TaxiBerlin

17.03.2020

SANI-"FAIR" ENDLICH FAIR



Der Toilettengang ist nicht nur ein menschliches Bedürfnis,
sondern an erster Stelle ein Menschenrecht!

Jede Krise ist immer auch eine Chance. So interpretiere ich die Neuigkeit, dass der Toilettenbetreiber Halsabschneider SANI-"FAIR" seine Toiletten ab sofort kostenlos also umsonst anbietet. Der Toilettenbetreiber Halsabschneider SANI-"FAIR" bietet seine Dienste nicht nur an den Autobahnen an, sondern beispielsweise auch am Berliner Bahnhof Friedrichstraße, wo der Toilettengang bisher einen ganzen Euro gekostet hat. Der Toilettengang, das als Information an alle degenerierten Deutschen, ist nicht nur ein menschliches Bedürfnis, sondern an erster Stelle ein Menschenrecht. Dass bis heute mit einem menschlichen Bedürfnis Geld verdient wurde, ist ein Skandal, der schon längst vor den Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte in Den Haag gehört hätte. Die ist nun nicht mehr nötig, und wenn wir die aktuelle Krise als Chance begreifen, sollte sich der Gang vor Gericht auch für die Zukunft erledigt haben.

Wo du in Berlin darüber hinaus kostenlos auf Toilette gehen kannst, erfährst du in meiner obigen Toilettensendung vom 8.März 2018. Was den Toilettenbetreiber Halsabschneider SANI-"FAIR" angeht, so ist es wohl so, dass man dort auf den Autobahnen im Moment noch den Eingang für Kinder benutzen muss, um das kostenlose Angebot wahrnehmen zu können. Der Virus Ich arbeite daran, dass sich das möglichst zeitnah ändert, damit der Zugang nicht nur Kindern, sondern allen Frauen und auch Männern kostenlos möglich ist.

PS: Ausreichend vorhandenes und kostenloses Toilettenpapier ist nicht nur fair, sondern sollte auch selbstverständlich sein.

Radio HearThis
Text TaxiBerlin

16.03.2020

"DER TOD IST EIN MEISTER AUS DEUTSCHLAND"


DO NOT DIE

"Death is a master from Germany" is a famous phrase after World War Two almost every German knows. Now it seems death is making a detour around Germany. Officially (what we call in Germany Öffentlich/Rechtlich) yesterday they reported about 5.000 infected and only 12 deaths. The National Public Radio (NPR) in the United States is writing today about 4.000 cases and more then 700 deaths.

"Truth is the first victim of war" is another phrase almost every German knows. It seems to me there is not only a crisis but a war of information. Because a virus does not know any border and also no detour. "People are capable of accepting the truth" - a last phrase by Ingeborg Bachmann almost every German knows could help us now.

Foto&Text TaxiBerlin

15.03.2020

ÜBERLEGUNGEN AM ANDEREN ENDE DER WELT


Die Lage ist nicht ernst - "nur" hoffnungslos

Fern der Heimat am anderen Ende der Welt, wo dieselbe noch in Ordnung ist, wird "zu hause" gerade wieder einmal das Gegenteil behauptet: "Donald Trumps Krisenmanagement ist ein Desaster." Angesichts von derzeit etwa 5.000 Infizierten in Deutschland gegenüber "nur" knapp 3.000 in den USA, würde mir in dem Zusammenhang ehrlich gesagt eher der Name Angela Merkel einfallen und nicht der von Donald Trump, dem Präsidenten der USA.

Möglicherweise ist es aber der persönliche Verdienst von Angela Merkel, dass der Tot ausgerechnet um Erkrankte in Deutschland einen Bogen macht. Immerhin hat unsere Kanzlerin einen Eid geschworen, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Bisher soll es zumindest "nur" zehn (10) Todesfälle in unserem schönen Land gegeben haben. In den USA sollen es immerhin bereits über fünfzig (50) sein.

So weit alles in Ordnung und wie gehabt. Smog gab es schließlich auch immer nur in West- und niemals in Ost-Berlin. Und so wie der Smog damals, macht heute der Tot einen großen Bogen um unser schönes Heimatland. Ich bereue bereits, nach Amerika gekommen zu sein, auch wenn ich mich hier sicherer fühle als zu hause in Berlin.

Foto&Text TaxiBerlin

14.03.2020

SOMETIMES IT RAINS IN CALIFORNIA TOO


And sometimes for a whole week too

To talk about the weather is in my taxi in Berlin tabu. But I'm not in Berlin and I'm also not in my taxi. So I can talk about the weather. It started to rain in California this morning after warm and sunny days before. And I already made a wood fire in my Woodhouse in the mountains. I don't know how long I can stay here this way. But what I can say: It is much better than to stay at home in Berlin. Friends in Berlin are just telling me that the supermarkets are already empty. In California it's not like this maybe they have more and bigger supermarkets here but I'm sure about this. Yesterday I was in an Roadhouse to have a steak and it felt like "The Last Supper". I can't tell you why but my feeling is that things will change here too very soon. How long I can stay in the Woodhouse I don't know. To took "Walden - Life in the woods" by Henry David Thoreau with me and he did it for two years and something. So let me see if I can beat him.

Foto&Text TaxiBerlin

13.03.2020

HOW AMERICA KEEPS TAXIBERLIN GREAT


Everywhere and Anytime!

At the very last moment TaxiBerlin escaped from Berlin in Germany to California in the US. Because there was no time to come with my Taxi the long way to the West I had to fly in a half empty airplane which reminded me at a time when flying was an exclusive thing. As someone from the East of course I know the West is always the best not only because of the weather. But corona crisis with sunshine makes a big difference to Berlin where the sun never comes out even when there is no virus. One thing I have to tell is the same here: Disinfectant is not available in California too! The old Balkan wisdom that if you ever have a problem you can't solve with money you can only solve with A LOT OF MONEY doesn't work in this case. What I learned in all these years as a cabdriver from the streets of Berlin in Germany: It's always better to be prepared to stop everywhere and at anytime. To be welcomed with a sign like this above helps a lot.

Foto&Text TaxiBerlin

10.03.2020

TAXIBERLINS SELBSTISOLATIONSTAGEBUCH


Wer den neuen Bond-Film sehen will,
muss mit dem Sterben bis Anfang April warten

Am dritten Tag meiner selbstgewählten Selbstisolation gestern Abend nun der SuperGau, und zwar der erste Anruf, also genau das, was ich vermeiden wollte. E-mails ja! Aber keine Anrufe! Angerufen hat aber wieder kein Arzt, keine Krankenschwester, kein Pfarrer und auch nicht der Bestatter meines Vertrauens, sondern mein Chef, der mich fragte, ob ich noch alle Latten am Zaun habe, seinen Wagen den dritten Tag in Folge einfach so rumstehen zu lassen, ohne ihm Bescheid zu sagen. Meinem Chef, zu dem ich ein gutes Verhältnis hatte, ging es ums Prinzip und nicht ums Geschäft. Im Gegensatz zu den uns Regierenden. Den uns Regierenden geht es an erster Stelle um die Wirtschaft und erst danach irgendwann, wenn es die Zeit erlaubt, um uns. Wenn die uns Regierenden über Wirtschaft reden, ist auch nicht das Taxigeschäft gemeint, das gerade gegen Null geht, was natürlich auch mein Chef weiß. So gesehen ist es egal, wo sein Taxi rumsteht, ob nun bei ihm vor der Tür oder bei mir. Für den Einzelnen ist es auch kein Problem, mal zu hause zu bleiben, was ich auch nur jedem empfehlen kann. Menschen können sehr lange zu hause bleiben (ich könnte Jahre zu hause bleiben), ohne dass ihnen das irgendwie Schaden würde, ganz im Gegenteil. Dass ich das Taxi trotzdem zur Firma fahren sollte, liegt daran, dass mein Chef den Wagen abmelden will. Warum Fixkosten bezahlen, wenn es keinen Umsatz gibt und mit Kurzarbeitergeld für Taxifahrer nicht zu rechnen ist. Auf jeden Fall führte der Anruf von meinem Chef dazu, dass ich nach drei Tagen das erste Mal raus musste. Dort fiel mir sogleich die Werbung für den neuen Bond-Film auf, von dem ich schon wusste, dass sein Kinostart verschoben werden mussten, weil mit ihm sonst auch kein Geld zu verdienen wäre. Was ich nicht wusste, war, wie der neue Bond heißt. Also, wer den neuen Bond-Film noch sehen will, muss mit dem Sterben bis Anfang April warten - kein Aprilscherz!

PS: Ich muss mich korrigieren, der Kinostart am 2.April ist doch ein Aprilscherz. Jetzt musst du mit dem Sterben bis November warten. Ein wirklich schöner und auch lohnender Grund zum Durchhalten.

Foto&Text TaxiBerlin

09.03.2020

TAXIBERLINS SELBSTISOLATIONSTAGEBUCH


Aktuelles Angebot meines Bestatters

Bis heute bekam ich wie gewünscht keine Anrufe in meiner freiwilligen Selbstisolation bei mir zu hause, weder von einem Arzt, noch von 'ner Schwester und auch nicht von einem Pfarrer. Dafür finde ich gerade eine e-mail in meinem Spam-Ordner vom Bestatter meines Vertrauens, der mich mit einem Bild (Foto oben) auf sein aktuelles Angebot hinweist. Es ist eine "Tote Bag", die früher einfach nur "Leichensack" hieß. (Die jahrelange, planmäßige Verblödung der Bevölkerung hat auch vor unserer Sprache kein Halt gemacht.) Dass es den "Leichensack" nun geschenkt gibt, ist nur folgerichtig. Wenn schon kein Desinfektionsmittel, dann wenigstens den "Leichensack" oder auch "Tote Bag", und zwar für alle und umsonst, also for free.

Foto BestatterMeinesVertrauens
Text TaxiBerlin

08.03.2020

TAXIBERLINS SELBSTISOLATIONSTAGEBUCH


Einst waren wir Exportweltmeister und mächtig stolz darauf, zum Schaden anderer. Heute sind wir Infektionsweltmeister, oder zumindest fast. Nach China, Südkorea, Italien und dem Iran sind wir auf Platz (5) fünf. Es ist also noch etwas Luft nach oben. Damit wir rasch weiter nach vorne rücken, wird Desinfektionsmittel knapp gehalten. Gab es zu Adolfs Zeiten den Kohlenklau, so gibt es heute unter Angela den Desinfektionsmittelklau. Es wird im Krankenhaus geklaut, aber auch bei der Berliner Polizei. Aus dem Radio erfahre ich gerade, dass nicht die Infizierten leiden, sondern die Wirtschaft, weswegen ihr rasch geholfen werden muss. Nach den "notleidenden" Banken vor knapp zehn Jahren wird wohl demnächst dem ganzen Neoliberale Gesockse Geld hinterher geworfen werden. Beim Umgang mit Infizierten gibt es im Hochtechnologieland Deutschland immer noch kein Konzept. Die einen werden im Krankenhaus versorgt, andere nur zu hause, wo sie sich selbst versorgen sollen, so wie ich. Böse Zungen sprechen bereits von einem Krieg gegen die eigene Bevölkerung mittels Viren, auch um das Wohnungsproblem zu lösen. Die meisten in der Gruppe mit dem höchsten Infektionsrisiko leben bekanntlich in viel zu großen Wohnungen, weil sie sich kleinere gar nicht mehr leisten können. Vielleicht ist es auch nur das Resultat der jahrelangen, planmäßigen Verblödung. Die richtig Reichen sind jedenfalls schon auf ihren keimfreien Jachten und Inseln. Eine gute Nachricht gibt es: ALDI wird ab morgen die Welt retten und uns mit Desinfektionsmittel versorgen. Um 8 Uhr geht es los bei ALDI, am besten man stellt sich jetzt schon an. Damit die Regale nicht gleich wieder leer sind, bekommt jeder nur ein Kreuz Desinfektionsmittel.

Text TaxiBerlin

07.03.2020

TAXIBERLINS SELBSTISOLATIONSTAGEBUCH


DAS Buch gegen die Neoliberale Verblödung

Ich bin jetzt den zweiten Tag in selbstgewählter Selbstisolation und keine Anrufe so weit. Kein Arzt, kein Gesundheitsamt, nicht mal 'ne Krankenschwester und auch kein Paffe. Es läuft also alles nach Wunsch, denn ich will nicht angerufen werden. Und wenn das zusätzlich der Sicherheit dient, dann ist das doch super. Im Radio höre ich gerade, dass draußen das normale Leben weiter läuft wie gehabt. Die Menschen sollen sich auch weiterhin in enge Flugzeuge quetschen und um die Welt jetten, Massenveranstaltungen mit möglichst vielen Menschen besuchen, auch wenn es immer noch kein Desinfektionsmittel gibt, nirgendwo. Unsere Politiker nennen das Augenmaß. Ich nenne es Verblödung. Zum Glück gibt es den Spiegel, der aktuell über Corona im Silicon Valley schreibt: "Im Silicon Valley zeigt sich besonders deutlich, wer in der Corona-Krise gewinnt - und wer verliert. Zu Hause bleibt, wer es sich leisten kann." So beginnt der Artikel "Homeoffice als Klassenfrage". Die Klassenfrage gibt es natürlich nur im fernen Amerika, das ist wie mit dem Smog, den gab es früher auch immer nur in West- und niemals in Ost-Berlin. Zurück zu mir im hier und heute. Ich leiste es mir zu hause zu bleiben, nicht weil ich das Geld dazu hätte, das nicht, sondern weil ich es als Taxifahrer kann. Letztendlich kannst und solltest es aber auch du, wenn dir dein Leben lieb ist. Denn das Leben, in dem Fall das Überleben, ist nicht etwas, was man sich leisten können muss, das ist nur Neoliberale Scheiße. Nein, das Leben ist etwas, was man sich nehmen und in dem Fall zurückholen muss von unfähigen Politikern und den Hals nicht voll kriegenden "DerMarktRegeltAlles"-Demagogen.

Foto&Text TaxiBerlin

06.03.2020

TAXIBERLINS SELBSTISOLATIONSTAGEBUCH


Folge nicht dem Fisch - folge TaxiBerlins Selbstisolationstagebuch!

Heute ist der erste Tag meiner Selbstisolation. Zum Frühstück gab es eine Dose Thunfisch - handgeangelt! Ich ließ es mir also gut gehen, bis ich im Merkur las, dass sich ein Großteil der Menschen noch anstecken wird. Dann ging es mir schon nicht mehr so gut, weil ich als gelernter Krankenpfleger weiß, dass das stimmt. Die Frage ist nun, wie lange die Durchseuchung der Bevölkerung mit dem Virus dauert. Im besten Fall vier bis fünf Jahre. Geht es schneller, wovon auszugehen ist, wird unser Gesundheitssystem, das auf Kante genäht ist, rasch an seine Grenzen stoßen. Deswegen frage ich mich nun, wann ich Kontakt zum Virus aufnehme. Denn wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben. Aber stimmt das auch beim Virus? Und was ist mit dem, der zu früh kommt, also beim Corona Präcox?

Foto&Text TaxiBerlin

HIER SPRICHT TAXIBERLIN #43 ZUM NACHHÖREN



Leider ohne Insider, dafür mit viel Kunst

Für meine 43. Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin" hatte ich einen Insider angekündigt, der etwas dazu sagt, wie bei Mietwagenfirmen, die für Uber fahren, Geld gewaschen wird. Dazu muss man wissen, dass das erstmal nichts damit zu tun hat, dass Mietwagenfirmen aufgrund nicht vorhandener Wegstreckenzähler bei der Abrechnung schummeln. Das ist ja klar, hat aber nichts mit der Geldwäsche zu tun, über die der Insider in unserer gestrigen Sendung am Telefon berichten wollte. Dazu ist es leider nicht gekommen, denn der Insider hat kurzfristig abgesagt. Knapp eine Stunde vor der Sendung erreichte mich folgende SMS von ihm: "Meine Frau hat mir verboten mich mit der Mafia anzulegen, darf kein Interview geben." Umso mehr Zeit blieb für meinen Studiogast, den malenden Taxifahrer bzw. den Taxifahrende Maler, naja auf jeden Fall ein Kollege, und zwar Jürgen Tobegen. Das Thema der Sendung war "Taxifahren als Kunst". Auch Kollege Jürgen ist der Meinung, so wie auch ich, dass man Taxifahren als Kunst betreiben kann, genauso wie man aus Putzen Kunst machen kann. Wie genau das geht, wenn man aus dem Taxifahren eine Kunst machen möchte, das erfährst du in der Sendung, die es jetzt zum Nachhören gibt. Viel Spass dabei!

PodCast HearThis
Text TaxiBerlin

TAXIBERLIN ZU HAUSE IN DER SELBSTISOLATION


Ruf mich nicht an - Schreib mir 'ne e-mail!

Selbstisolation heißt es neuerdings, wenn sie dir nirgends weiterhelfen können. Dann musst du zu hause bleiben und wirst, wenn alles glatt läuft, irgendwann mal angerufen, manchmal aber auch nicht. Wie du dich dort bei dir zu hause versorgst, bleibt dir freigestellt. Ein wenig muss sich jeder auch um sich selber kümmern, das ist nicht zu viel verlangt. Der Vorteil von zu hause bleiben ist, dass du dann keinen Mundschutz und auch keine Desinfektionsmittel mehr brauchst, weil da ja ausser dir keiner weiter ist und auch keiner kommt, weil die Gefahr einfach zu groß ist, dass sich der bei dir ansteckt, denn der hat ja auch keinen Mundschutz und auch kein Desinfektionsmittel, und man kann auch ihm nicht sagen, wann es die wieder gibt - ein Teufelskreis. Wenn du Glück hast, wirst du aber wie gesagt irgendwann mal angerufen. Ich persönlich kann aufs Anrufen gerne verzichten, ich finde das Telefonieren total überbewertet. Damit mich keiner anruft, habe ich mich heute in die Selbstisolation bei mir zu hause zurückgezogen, und ich muss sagen, die Isolierung bekommt mir gut. Falls es irgendwann mal wieder Mundschutz und Desinfektionsmittel gibt, wäre es schön, wenn du mir bescheid gibst. Aber ruf mich bitte nicht an, sondern schreib mir 'ne e-mail. Danke!

Foto&Text TaxiBerlin

04.03.2020

TAXIFAHREN ALS KUNST



Mein morgiger Studiogast

TAXIFAHREN ALS KUNST ist das morgige Thema meiner 43. Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin". Meine ursprüngliche Idee war, die Sendung zusammen mit dem "Tiffany Taxi" alias Kollegin Sonja zu gestalten, die im Januar schon mal Gast im Kellerstudio war. Leider hat Sonja morgen keine Zeit, weswegen ich die Sendung schon alleine machen wollte. Am Montag bin ich nun auf obiges Video mit dem Kollegen Jürgen gestoßen. Da es dort genau um mein Thema geht, habe ich den Kollegen kurzerhand angerufen, und er hat sogleich kurzentschlossen zugesagt, morgen zu uns ins Studio zu kommen.

Layne, meine liebe Partnerin aus Kalifornien und Kollegin aus New York, die morgen wieder den Verkehr im Studio regeln wird, und ich freuen uns schon sehr auf den Taxifahrenden Künstler und Kollegen Jürgen Tobegen. Los geht es wie gehabt um 19 Uhr, das ganze auf Pi-Radio, was in Berliner unter 88.4 MHz zu empfangen ist, in Potsdam unter 90.7 MHz und weltweit im Internet auch als Live-Stream.

Das Thema morgen ist wie gesagt TAXIFAHREN ALS KUNST. Es geht um die Frage, ob Taxifahren eine Kunst ist, und wenn ja, wie genau es aussieht, wenn man Taxifahren als Kunst betreibt, was es da alles zu beachten gilt. Wie gehabt werden wir auch in der morgigen Sendung dem Bildungsauftrag nachkommen, der uns kürzlich als Lenker eines öffentlichen Verkehrsmittels mit Beförderungs- und auch Tarifpflicht von Öffentlich/Rechtlich übergeben worden ist. Wenn alles klappt, wird auch noch ein Insider am Telefon zu Wort kommen, der etwas über die Geldwäsche bei für Uber fahrende Mietwagenfirmen weiß.

Wage es nicht, die Sendung zu verpassen!

PS: Das "Tiffany Taxi" alias Kollegin Sonja wird, wenn nichts dazwischen kommt, die nächste Sendung am 2.April um 19 Uhr moderieren. Es ist dann bereits die Vierundvierzigste!

Video YouTube
Text TaxiBerlin

02.03.2020

CORONAVIRUS IM BERLINER TAXI ANGEKOMMEN


Friedrichstraße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Gestern auf dem Flohmarkt meinte die Buchverkäuferin meines Vertrauens, die auch online dealt, dass das Corona-Virus bereits im Internethandel angekommen sei, weil die Bestellungen dort sehr abgenommen haben. Ich war also in gewisser Weise vorbereitet, was das Taxifahren angeht. Dort ist das Virus jetzt auch angekommen, weswegen ich noch mehr Zeit als sonst schon zum Radiohören, Nachdenken (das Nachdenken wird weitgehend unterschätzt heutzutage) und auch zum Lesen und Schreiben habe und aller Voraussicht nach auch in der nächsten Zeit haben werde.

Aus dem Radio erfahre ich, dass die Griechen einmal mehr die Blöden sind. Die Griechen sind, wenn du so willst, die AfD von Europa. Von daher wäre es eigentlich verständlich und auch zu begrüßen, wenn die Griechen keinen mehr reinlassen. Ich meine, wer will schon da hin, wo alle blöd und bei der AfD sind. Gut, kein Mensch möchte in Griechenland bleiben, das ist leider auch wahr. Was mir in dem Zusammenhang ein wenig zu denken gibt, ist der Umstand, dass man mir im Radio immerzu das Gefühl gibt, dass das, was da gerade in Griechenland geschieht, mit uns rein gar nichts zu tun habe.

Was auf jeden Fall etwas mit mir zu tun hat, ist unsere nächste Sendung "Hier spricht TaxiBerlin" diesen Donnerstag um 19 Uhr auf Pi-Radio, in Berlin unter 88.4 MHz, in Potsdam sind es 90.7 MHz und auch weltweit als Live-Stream. Das Thema der Show wird weder das Corona-Virus noch die blöden Griechen sein, sondern "Taxifahren als Kunst", und die damit verbundene Frage, ob Taxifahren überhaupt eine Kunst ist, und falls ja, was genau am Taxifahren die Kunst ist.

Du solltest die Sendung auf keinen Fall verpassen, denn wir werden auch wieder den Bildungsauftrag erfüllen. Über den Bildungsauftrag habe ich gerade eine ganze Kolumne verfasst, die bald / demnächst erscheint. Wo, das erfährst du in der Sendung. Darüber hinaus kannst du anrufen und mit etwas Glück eine Kurzstrecke gewinnen, denn "Hier spricht TaxiBerlin" ist diesmal wieder eine Quiz-Sendung. Hab keine Sorge, beim Telefonieren werden keine Viren übertragen, und das Studio wurde auch schon desinfiziert, wie ich gerade erfahre.

Foto&Text TaxiBerlin