29.02.2020

BHs "LETZTE HOFFNUNG" besser als jede ITB


Die "Letzte Hoffnung" ist der "Neueste Scheiß" im Bauchladen

Als hätte ich es geahnt, dass die weltgrößte Tourismusmesse, kurz ITB, abgesagt wird, habe ich mir vorgestern bereits den gelben Wäschekorb voll mit BHs vorm Verschenkladen in meiner Straße unter den Nagel gerissen, bevor diese wie angedroht entsorgt werden konnten. Der Büstenhalter ist wieder im Kommen, auch wenn der gelbe Wäschekorb ihn als "Letzte Hoffnung" ausweist. Die im Verschenkladen wissen das natürlich nicht. Würden sie sonst mit Entsorgung drohen? Dass der Vintage-Büstenhalter von vorgestern nicht die "Letzte Hoffnung" ist, sondern der "Neueste Scheiß" von übermorgen, das weiß nur der Trendschnüffler, der noch auf der Straße schnüffelt. Dort werde ich die BHs "Letzte Hoffnung" ab sofort zusammen mit dem von mir entwickelten Hodenhalter an den Mann, aber vor allem an die Frau bringen. Besser kann keine ITB sein.

Foto&Text TaxiBerlin

28.02.2020

"KLEINER MANN, MACH DEIN TESTAMENT!"


oder gar gefährlich

Musste ich gestern an Coppola denken, geht mir heute Brecht durch den Kopf. In letzter Zeit komme ich viel zum Nachdenken, was einerseits gut ist, weil man dann Dinge durchschaut, andererseits aber auch nicht, und zwar wenn man sich Sorgen macht. Wer sich heutzutage Sorgen macht, liegt nicht im Trend. Sich Sorgen zu machen, kann sogar richtig gefährlich sein. Beispielsweise, wenn man sich die richtigen Sorgen macht, was man aber erst später weiß. Deshalb ist es so wichtig sich an Menschen wie Brecht und Coppola zu erinnern, die das alles schon mal erlebt und somit hinter sich haben. Ich weiß, heute wird uns jeden Tag eine neue Wahrheit verkauft, weswegen die Wahrheiten von früher nicht mehr wahr sein sollen. Ob das aber wirklich wahr ist, das weiß man auch heute erst später, also frühestens morgen, wahrscheinlich eher übermorgen, möglicherweise auch erst überübermorgen. Es bleibt also viel Zeit zum Nachdenken, und da muss ich, wie erwähnt, gerade viel an Brecht denken. Von dem ist sinngemäß: Die oberen reden von Frieden; kleiner Mann, mach dein Testament!, was mich zu: Die Oberen sagen, mach dir keine Sorgen; bereite dich auf den Ernstfall vor! inspirierte.

Foto&Text TaxiBerlin

27.02.2020

"NEVER LEAVE THE TAXI!"



"Verlasse niemals das Taxi!" ist von mir, wenngleich inspiriert von "Apocalypse Now" von Coppola, also Francis Ford. Dort sagt Captain Willard alias Martin Sheen: "Never Get Out of the Boat!", nachdem er zusammen mit dem Koch das Boot verlassen hatte, um im Urwald nach etwas Essbarem zu suchen, wo sie von einem Tiger angefallen werden, weswegen der Koch sich in die Hosen macht und der Captain diesen genialen Satz sagt, aus dem ich dann "Never leave the Taxi!" gemacht habe, was auf Deutsch "Verlasse niemals das Taxi!" heißt.

Ich komme auf diesen Satz, weil im Taxi seit einiger Zeit immer weniger los ist, weswegen man immer mehr dazu neigt, das Taxi zu verlassen oder es ganz und gar abzustellen. Dass das ein ganz großer Fehler sein kann, habe ich heute am eigenen Leib erfahren müssen, als ich auf der Suche nach einer Tasse Kaffee das Taxi verließ. Ich bin ganz bewusst nicht in eines von diesen teuren schickimicki Cafés gegangen, die ich mir gar nicht leisten kann, sondern nur in die Backabteilung von einem vermeintlich ganz normalen Bio-Laden.

Selbst dort treibt sich mittlerweile ganz merkwürdiges Volk herum. Die Frau vor mir beispielsweise wollte nur einen kleinen Kaffee, allerdings auch nicht zu klein, also keinen ganz kleinen, sondern eher so einen mittelgroßen, obwohl der oft schon wieder zu groß ist, weil ihre Blase ja auch nicht so groß sei, da würde eben nur so ein kleiner Kaffee reingehen, sonst müsste sie gleich wieder auf die Toilette, was sie nicht kann, weil sie ja in einem von diesen Großraum-Büros arbeitet, wo man nicht einfach mal so raus auf Toilette darf, weil das ja Arbeitszeit sei, das würde ihr dann vom Lohn abgezogen werden, und dann könne sie sich bald gar keinen Kaffee mehr leisten ...

Der Rest der spannenden Geschichte über den mittelkleinen aber nicht zu kleinen Kaffee ist mir leider entgangen, denn da befand ich mich schon wieder auf dem Rückweg zu meinem Taxi, den Film von Fancis in meinem Kopf, diesmal aber eine andere Szene, nicht die mit Captain Willard alias Martin Sheen, sondern die mit Lt. Colonel Bill Kilgore alias Robert Duvall, und zwar als er Helikopter mit Napalm an Bord ordert, um dem Vietkong, der nicht surft, zu zeigen, wie man auf den Wellen reitet: "Napalm am Morgen - es roch nach Sieg!"

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Text TaxiBerlin

26.02.2020

DIE NÜTZLICHEN IDIOTEN DES NEOLIBERALISMUS


Ich glaube, es stand hier

Ich weiß gar nicht mehr genau, in welchem Buch es stand, dass irgendjemand der nützliche Idiot des Neoliberalismus wäre, so viel komme ich in letzter Zeit zum Lesen. Waren die nützlichen Idioten des Neoliberalismus nun die Postdemokraten, die Dekonstruktivisten oder einfach nur linke Gutmenschen? Weißt du es vielleicht?

Auf der Straße sieht es nicht besser aus, auch dort ist die Verwirrung groß. Waren Uber&Co gestern noch das Wahre, Neue und auch Gute, so ist man sich da bei der Berliner Zeitung jetzt nicht mehr so sicher. Aber nicht nur das! Man hätte sich bei der Berliner Zeitung sogar "schon früher Engagement fürs Taxigewerbe gewünscht."

Du willst wissen, was ich davon halte? Also ich sag's mal so: Die nützlichen Idioten des Neoliberalismus scheinen mir nicht nur Postdemokraten, Dekonstruktivisten und linke Gutmenschen zu sein, sondern auch die, die immer alles verschlafen und später die Augen reibend feststellen: Ach, hätte ich doch früher mal was getan.

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25.02.2020

THERAPEUTISCHES SCHOPPEN


Warte besser auf den "Body Bag"!

Beim Therapeutischen Shoppen, nicht alle kennen es, geht es darum, sich die Dinge, die man shoppen kann, nur anzuschauen aber nicht zu kaufen, sondern sich lediglich darüber zu freuen, dass sie avaible sind. Das Therapeutische Shoppen wird immer wichtiger in einer Zeit, in der sich immer weniger Menschen Dinge kaufen können. Es gibt aber auch gute Nachrichten, denn es gibt gleichzeitig immer mehr Dinge, die man gar nicht kaufen möchte, und die darüber hinaus auch keiner braucht. Beispielsweise obige "Tote Cool Bag", "PVC free" - versteht sich. Jeder will heute "cool" sein, das ist klar. Aber keiner fragt sich mal, warum das so ist! Doch nur, weil niemand mehr weiß, dass der, der immer nur "cool" sein möchte, eigentlich schon tot ist. Ein Toter braucht allerdings nur noch einen "Body Bag", also einen "Leichensack", den es demnächst überall zu kaufen geben wird.

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24.02.2020

VON MINDERWERTIGEM WALD UND MINDERWERTIGEN MENSCHEN


für "minderwertige" Fünf Euro Dreißig

Der Wald in Grünheide, der gerade für Tesla gerodet wurde, soll "minderwertig" gewesen sein, deswegen konnte er weg. Manchmal komme auch ich mir "minderwertig" vor, gestern zum Beispiel. Da stiegen mir drei wichtige Frauen vom Film ein, die waren so wichtig, dass sie während sie einstiegen und auch noch danach einfach weiter sprachen. Früher gab es da ein "Hallo!" oder gar ein "How are you?", was natürlich nicht ernst gemeint war, aber immerhin. Heute: Null! Irgendwann realisierten die drei Damen, dass sie in einem Taxi saßen, welches erst losfahren kann, wenn der Fahrer weiß, wohin die Reise gehen soll. Vorher die obligatorische Frage, ob man denn auch mit Karte bezahlen kann. Bevor es irgendwann endlich los ging, war eine halbe Stunde vergangen. Zum Glück war die Fahrt nicht weit, nach drei Minuten waren wir am Fahrziel. Dann sogleich die nächste Frage, ob sie eine Quittung bekommen können. Ja klar, wenn sie bezahlt haben, meine Antwort. Nun wurde das Smartphone hervorgeholt. Mir war nicht gleich klar, wofür. Aha, zum Bezahlen. Aber wollte man das nicht mit Karte? Die Fünf dreißig konnte man am Ende dann doch bar begleichen. Und sogar ganz ohne Quittung - geht doch! Jetzt kam ich mir schon gar nicht mehr so "minderwertig" vor. Im Gegenteil, ich hatte das Gefühl, dass sich bei den drei wichtigen Frauen vom Film ob ihrer Wichtigkeit Blödheit dieses Gefühl einstellte. Mit Sicherheit sagen kann ich das natürlich nicht. Was sicher zu sein scheint, ist, dass der "minderwertige" Wald bei Grünheide nicht umsonst gerodet wurde. Denn irgendwann will Tesla dort auch SUVs bauen, und die sind natürlich viel mehr Wert als irgendein "minderwertiger" Wald.

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22.02.2020

VOM EINORDNEN UND SICH NEU EINORDNEN


Wer's einordnen verpasst, wird neu eingeordnet

Heute musste ich aussteigen aus dem Taxi, weil ich verpasst hatte mich rechtzeitig einzuordnen. Genauer gesagt hatte ich das Schild verpasst, auf dem stand, wie ich mich wann & wo einzuordnen habe. Rückwärtsfahren ging nicht ("Vorwärts immer - Rückwärts nimmer!"), weil hinter mir bereits andere Verkehrsteilnehmer am sich Einordnen waren. Also habe ich kurzerhand angehalten und bin die drei Meter zurückgelaufen. Insgesamt 'ne tolle Aktion, auch wegen dem Foto, aber nicht nur. An erster Stelle wegen dem Erkenntnisgewinn. Und auch weil ich mal wieder aus dem Taxi rausgekommen bin. Denn: Ich wohne mittlerweile praktisch im Taxi. Früher waren das noch die Uber-Fahrer, die in ihrem Wagen wohnen mussten. Jetzt sind wir Taxifahrer dran. Auch da findet gerade eine Neu-Einordnung statt.

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19.02.2020

HEUTE TAXI DEMO VORM ROTEN RATHAUS


Aushang am Flughafen Tegel (TXL)

Heute um 11:30 Uhr, also gleich, gibt es eine Taxi-Demo vor dem Roten Rathaus. Ich habe lange überlegt, ob ich hingehe, weil in der Ankündigung nichts darüber steht, wer zu dieser Demo aufruft. Für dich als Leser ist das egal, denn dich betrifft es nicht. Wenn du ehrlich bist, bist du eigentlich schon genervt. Und dein genervt sein ist kurz davor, in Hass gegen Taxifahrer umzuschlagen. Keine Sorge, das ist normal. Das ist wie mit dem Totgeweihten. Da hoffen die Verwandten auch, dass der möglichst bald stirbt. Tut er das nicht, oder nicht schnell genug, schlägt das gutmeinende Mitgefühl irgendwann in unbändigen Hass um. Das liegt wohl daran, dass jeder weiß, dass das, was da gerade mit dem Totgeweihten geschieht, auch mit einem selbst geschehen könnte, oder ganz und gar wird. Und so ist es auch mit Uber und Co, auch wenn sie in deinem Fall anders heißen werden. Es scheint mir ziemlich sicher zu sein, dass irgendein Uber oder Co demnächst auch an deine Tür klopfen wird, und dann auch du "frei" sein wirst. Frei hört sich gut an, nicht wahr?! Übrigens: Dass es die Outlaws Uber und Co überhaupt gibt, liegt daran, dass das Personenbeförderungsgesetz von unseren Politikern auf Geheiß aus dem Silikon Valley "modernisiert" wurde. Modernisierung ist auch toll, nicht wahr?! Was ich sagen wollte, ist eigentlich nur, dass wenn die nächste "Modernisierung" auch dich endlich "frei" sein lässt, du jetzt schon weißt, dass du nicht alleine "frei" bist. Vor dir wurden schon, und nach dir werden noch viele "frei" gesetzt werden. Also mache dir keine unnötigen Sorgen, und überhaupt: Schlimmer als die mit dem "frei" sein verbundene Verarmung ist nur noch die Verarschung.

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18.02.2020

ES IST WIEDER DA


Nach dem Warum kommt das Wohin

Neulich fasste ein Fahrgast die verfahrene Lage in unserem Land so zusammen: "Früher, da konntest du wenigstens noch umschalten!" Wovon mein Fahrgast sprach, ist heute nicht mehr jedem klar, deswegen erkläre ich es. Gemeint ist ein Schalter am Fernseher, mit dem man von Ostfernsehen auf Westfernsehen umschalten konnte. Da früher im Osten aber sowieso jeder Westfernsehen sah, brauchte eigentlich niemand mehr umzuschalten. Dafür wollen heute immer mehr Menschen umschalten, können es aber nicht. Zumindest denken das viele. Dabei stimmt das gar nicht, denn es gibt es wieder, das Westfernsehen. Diesmal ist es allerdings Fernsehen zum Lesen, und einen Fernseher braucht man auch nicht mehr. Was, du glaubst mir nicht, dass das Westfernsehen wieder da ist? Dann schau mal hier! Zugegeben, das dort ist jetzt ein Kommentar und keine Information. Dafür ist es als solcher gekennzeichnet, was nicht selbstverständlich ist. Vieles, was uns heute als Information verkauft wird, ist in Wahrheit nur eine Meinung. - Dafür aber immer die richtige.

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17.02.2020

ALL I WANT IS WILDERNESS - ADVENTURE BEGINS HERE - (AND APOCALYPSE TOO)


Beginn des Abenteuers oder der Apokalypse
(abhängig von der eigenen Lebens-Etappe)

Seit einiger Zeit ist die Karl-Marx-Straße in Neukölln wieder Richtung Hermannplatz befahrbar. (In der Gegenrichtung wird sie es wohl nie wieder werden.) Man muss also, will man die Karl-Marx-Straße lang fahren, erstmal runter bis zur Saalestraße. Von dort aus kommt man durch, wenn oft auch nur im Schneckentempo, der vielen Ampeln und Baustellen wegen. Trotzdem lohnt sich dieses Abenteuer, und eine Einkaufs-Hölle wirbt auch schon mit dem schönen Slogan ALL I WANT IS WILDERNESS - ADVENTURE BEGINS HERE an ihren Pforten. Die wahre Wildnis und das richtige Abenteuer wartet aber nicht in der Einkaufs-Hölle (und in dem Fall auch nicht auf der K-M-Straße), sondern auf dem Bürgersteig direkt vor dem Eingang zur Einkaufs-Hölle. Dort haben zwei Obdachlose, von denen es in Berlin seit einiger Zeit immer mehr gibt, ihr Nacht-Quartier aufgeschlagen. Sie weisen uns den Weg, so denke ich, der uns allen bevorsteht, und den ich so zusammenfasse: LEBST DU NOCH ODER ÜBERLEBST DU SCHON?

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16.02.2020

VOM KLIMA- ZUM GESCHLECHTERLEUGNER




Nach dem Klimaleugner gibt es jetzt ganz aktuell auch den Geschlechterleugner. Der Geschlechterleugner ist, wenn du so willst, ein neuer Trend. Ach, was sage ich, Geschlechterleugner ist der neueste Scheiß. Genau muss der Geschlechterleugner eigentlich anders heißen, genauso wie der Klimaleugner anders genannt werden müsste, wenn man ganz genau sein will, so wie ich. Der Klimaleugner heißt ganz genau Menschengemachterklimawandelleugner. Bleibt die Frage, wie der Geschlechterleugner richtig heißt. Ich kann es dir nicht sagen. Was ich weiß, ist, wer diesen neuen Trend gesetzt hat. Es war kein geringerer als TaxiBerlin himself, der immer mehr freie Zeit in seinem Taxi hat, die er zur Radikalisierung im Denken nutzt. Deswegen weiß ich auch schon, was als nächstes kommt. Es wird "Wer nicht hüpft, der ist divers" sein, inspiriert von obigem "Wer nicht hüpft, der ist für Kohle" von und mit "Für Freitags Schulfrei!".

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15.02.2020

KEINE PANIK - DON'T PANIC


Steig besser ein bei TaxiBerlin

Auch die gestrige kulturelle Bereicherung in Kreuzberg habe ich verpasst, was daran liegt, dass die Action erst kurz vor 23 Uhr und während einer türkischen Comedyshow vor dem Tempodrom in der Kreuzberger Möckernstraße stattfand, als ich meine Schicht schon beendet hatte. Aus dem Tagesspiegel erfahre ich gerade, dass es eine Schießerei mit einem Toten und drei Verletzten, einer davon schwer, aber keine Panik gegeben habe. Dass es keine Panik gegeben hat, beruhigt mich ungemein. Ich meine, es war doch nur eine Schießerei, und wahrscheinlich wollten die Täter eigentlich nur mit ihren Wasserpistolen ein paar Passanten bespritzen, hatten diese dann aber in der Eile mit ihren echten Maschinengewehren verwechselt. Kein Grund zur Sorge, so etwas kommt vor. Genauso wie es vorkommt, das erfahre ich aus dem Tagesspiegel von gestern, dass Berliner Polizisten einfach nur mit den Schultern zucken, wenn der Verdacht auf einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und auch der auf ein verbotenes Autorennen bestehen, und darüber hinaus der Tatbestand der Nötigung erfüllt ist, ich hatte an dieser Stelle darüber berichtet. Ich muss sagen: Recht hat sie, die Polizei, ist schließlich nur Berlin.

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14.02.2020

KULTURELLE BEREICHERUNG AM KU'DAMM



So sieht sie aus!

Der Wetterbericht kann stimmen, auch wenn er in der Bild-Zeitung steht und nicht im Spiegel, der Bild-Zeitung für Abiturienten. Obiger Film, ein Fahrgast hatte mir bereits davon berichtet, ist authentisch, auch wenn du es genauso wie ich verpasst hast. Die Action hat sich allerdings nicht auf dem Kurfürstendamm zugetragen, wie im Titel angegeben, sondern nebenan auf der Kreuzung Hardenberg- Ecke Joachimsthaler Straße direkt am Bahnhof Zoo. Nicht nur in Neukölln herrscht eine andere Verkehrsordnung, wie Heinz Buschkowski noch meinte, sondern auch in Charlottenburg-Wilmersdorf, um ganz genau zu sein in Charlottenburg. Alleine deswegen ist es, keine Frage, eine kulturelle Bereicherung, die unbedingt gefeiert werden muss. Wie wär's mal mit 'nem Autokorso? Nein? Ah, zu langweilig - verstehe!

PS: Fällt mir gerade noch ein: Die Stelle, wo Anis Amri mit seinem geklauten LKW in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gerast ist, ist nur ein paar Meter davon entfernt, aber das nur nebenbei.

Film BildZeitung
Text TaxiBerlin

11.02.2020

GANZ BERLIN HASST - ICH NICHT !


Wenn aus Hass Ernst wird

"Ganz Berlin hasst MAL WIEDER" müsste der Titel ganz genau lauten, und erneut ist es eine Partei, die da von allen Berlinern gehasst werden soll. Das ganze wäre an mir vorbeigegangen, hätte mich nicht tangiert, wenn nicht die Reinhardstraße der Ort gewesen wäre, wo mal wieder gehasst wurde, weswegen ich dort nicht durchkam, und ich mir eine andere Strecke ausdenken musste. Das ist gar nicht so einfach in Berlin, denn die Parallelstraße, der Fischbauerdamm, ist Baustellenbedingt ebenfalls komplett gesperrt, und das schon seit Ewigkeiten. Aber bleiben wir beim Hass, den es ja nur gibt, weil es auch die Liebe gibt, genauso wie es den Gutmenschen nur gibt, weil es auch den Bösmenschen gibt, besser bekannt als Besorgter oder auch Wut-Bürger. Zurück zur Liebe. Mit der halte ich es wie Gustav Heinemann, der auf die Frage, ob er diesen Staat denn nicht lieben würde, geantwortet hat: "Ach was, ich liebe keine Staaten, ich liebe meine Frau!" Und genauso geht es mir mit dem Hass. Mir ist ehrlich gesagt nicht klar, wie man eine Partei hassen kann. Ich jedenfalls hasse keine Partei, weswegen "Ganz Berlin hasst die ..." grundsätzlich verkehrt ist. Das muss ich mal ganz klar sagen. Und wer der Meinung ist, er müsse "zu seinem Glück" unbedingt irgendetwas hassen, selbst wenn es "nur" eine Partei ist, den möchte ich fragen, was bei ihm schief gelaufen ist, dass er sich an Hass-Veranstaltungen beteiligt.

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08.02.2020

HIER SPRICHT TAXIBERLIN #42 ZUM NACHHÖREN




Es gibt offensichtlich jemanden (ich kenne ihn nicht persönlich) in Österreich (zumindest lässt das die Internetadresse "hearthis", die auf "at" endet, vermuten), der meine Sendungen (aber auch andere) so gut findet, dass er sie regelmäßig ins Netz stellt. Ich habe mich in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen (einmal wegen Thomas Bernhard, dann wegen dem Wieser-Verlag aus Klagenfurt, der meine beiden Bücher herausgibt, und nicht zuletzt wegen dem guten Essen in dem im Süden unseres schönen Landes und Richtung Balkan gelegenen Reichs) zu einem bekennenden Österreich-Fan entwickelt (und nicht wegen der "Ibiza-Affäre", wie neulich ein Fahrgast vermutete, sondern trotz dieser). Jedenfalls sorgt mein Fan in Österreich jetzt wieder dafür, dass man auch unsere letzte Sendung nachhören kann. (Die Leute von heute hören nichts mehr live, sondern nur noch nach.) Das solltest auch du tun, denn mein Gast Hans-Michael, fand, nachdem er von einem Taxi schwer an der Hand verletzt wurde, in einem ebensolchen (anderen) seine große Liebe, und zwar die bezaubernde und viele Sprachen (u.a. chinesisch!) sprechende Lydie aus Frankreich, die ebenfalls zu Gast im Studio war. Mehr möchte ich nicht verraten. Hören musst du schon selber!

PodCast HearThis
Text TaxiBerlin

05.02.2020

MORGEN DONNERSTAG 6.2.20 UM 19 UHR SPRICHT TAXIBERLIN AUF PI-RADIO 88.8


Ist es wirklich wahr oder nur ein Märchen?

"Hier spricht TaxiBerlin" sendet morgen um 19 Uhr wieder live aus der Lottumstraße im Prenzlauer Berg. Obwohl es bereits die 42. Sendung ist, werden wir zum ersten Mal einen Gast im Studio haben, der einmal übers Taxifahren aus der Fahrgastperspektive berichten wird. Hans-Michael, so heißt unser Gast, hatte einen Unfall mit einem Taxi, worüber er erzählen wird. Seither ist er fast täglich mit dem Taxi unterwegs, meist geht es zur Physiotherapie und manchmal auch zum Arzt. Hans-Michael hat aber auch positive Erfahrungen mit dem Taxi gemacht. In einem solchen soll er seine aktuelle Freundin aus Frankreich, die ebenfalls mit im Studio sein wird, kennengelernt haben. Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Das Taxi ist eine nicht zu unterschätzende Kontaktbörse! Vielleicht war es aber auch eine andere, die ebenfalls mit einem T beginnt, wo Hans-Michael fündig geworden ist. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt und freue mich auf Lydie aus Frankreich und auf Hans-Michael, den ich übrigens erst neulich kennengelernt habe, allerdings nicht im Taxi, sondern bei einem Vortrag über die Märchen der Gebrüder Grimm.

Foto&Text TaxiBerlin

04.02.2020

WAS PASSIERT, WENN MAN ERLAUBT, WAS MAN NICHT KONTROLLIEREN KANN ODER BESSER: NICHT KONTROLLIEREN WILL (EIN GASTBEITRAG)


Regeln, Regeln über Alles - so kennt man den Deutschen

Heute wieder ein Gastbeitrag von Kollegin Sonja, die letztens Studio-Gast in unser Sendung "Hier spricht TaxiBerlin" war, welche man hier nachhören kann. In dem Text von Sonja geht es um die Kontrolle von Uber. Uber ist eigentlich verboten, vermittelt aber trotzdem munter weiter Aufträge an Mietwagen, die ihre Rückkehrpflicht, zu der sie gesetzlich verpflichtet sind, nicht einhalten. Würden diese sich an Recht und Gesetz halten, hätte sich Ubers "Geschäftsmodell" von jetzt auf sofort erledigt. Normalerweise könnte man hierzulande davon ausgehen, dass Dinge auch kontrolliert werden. Dass ist dabei sich zu ändern. Ich bin mir nicht sicher, ob das jetzt gut oder doch eher schlecht ist, und zwar deswegen, weil ich den Deutschen bisher als zwanghaften Charakter eingeschätzt hatte, der alles und jeden zu kontrollieren sucht. Da aber niemand, noch nicht mal der Deutsche, niemals alles und jeden kontrollieren kann, neigt er zu Depressionen, weswegen ich auch immer sage: "Depression Is The German Way". Dass Depressionen ein speziell deutsches Phänomen ist, darüber sind sich die Experten einig. Nur, wie sie entstehen, darüber gehen die Meinungen auseinander. Meine Erklärung ist wie gesagt, dass der Deutsche von Natur aus zwanghaft ist, weswegen er alles und jeden zu kontrollieren sucht, was nicht möglich ist, und er deswegen depressiv wird. Ob der Deutsche, wenn er das Kontrollieren sein lässt, und genau darum geht es in dem heutigen Gastbeitrag von Kollegin Sonja, weniger depressiv ist oder vor lauter Lebensfreude gar permanent Luftsprünge vollführt, daran habe ich meine Zweifel. Ich befürchte ehrlich gesagt eher das Gegenteil, und zwar die weitere Zunahme von Depressionen, wenn man dem Deutschen jetzt auch noch seinen Zwang zur Kontrolle nehmen will. Trotzdem, oder besser vielleicht: gerade deswegen!, hier nun der Text von Kollegin Sonja, von der auch das obiges Foto ist. Vielen Dank, Sonja!

Als ich das Schild vor ein paar Tagen im U-Bahnhof Schloßstraße entdeckte, kam ich aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus. In Deutschland ist offenbar alles geregelt, aber nichts wird kontrolliert. An der behördlich verordneten Stelle stand kein einziger Straßenmusiker, dafür stehen öfter mal welche in den Fußgängerzonen mit so lauten Verstärkern, dass man noch im Abstand von hundert Metern Kopfschmerzen bekommt. Noch mehr Kopfschmerzen bereitet mir allerdings Uber. Die sind ja bekanntlich seit dem 19. Dezember deutschlandweit verboten, trotzdem habe ich den Eindruck dass es täglich mehr werden. Neulich stand ich in meinem Taxi um kurz vor 22 Uhr gemeinsam mit ca. 10 Kollegen um die Ecke vom Friedrichstadtpalast in der Ziegelstaße, weil dort pünktlich um 22 Uhr ca. 1700 Besucher herauskommen, von denen viele ein Taxi brauchen. Die Polizei hatte, wie so oft, nichts anderes zu tun als die Taxis zu verscheuchen. Als ich um die Ecke fuhr, stand in der kleinen Einsteigezone vor dem Theater kackfrech ein Uber-Fahrzeug. Dieser hatte ganz offenbar nichts zu tun und hatte auch keinen Auftrag, denn nach ein paar Minuten, als er merkte dass ich ihn beobachtete, fuhr er ohne Fahrgast weg. Er hätte also gar nicht dort stehen dürfen. Das hat aber die Polizei nicht interessiert, denn Polizei und Ordnungsamt fühlen sich nach eigener Aussage nicht in der Lage, Uber zu kontrollieren. Die sind nur in der Lage, Taxis zu verscheuchen, die eigentlich ab 20 Uhr überall stehen dürfen, wo sie niemanden behindern.

Foto&Text KolleginSonja

03.02.2020

CO2-BILANZ, DEADLINE, FFF, SUV, OMA & OPA



Something is going on and I know what it is

Über das Wetter zu reden, ist in meinem Taxi tabu. Die FFF-Kids (FFF = Fridays For Future), die nur ein Thema (Klima) kennen, rennen da bei mir offenen Türen ein. Was mir ein wenig Angst macht, ist das apokalyptische von FFF. Aber gut, auch das gab es früher schon mal, da hieß es "No Future". Durch die drohende Apokalypse haben FFF immerhin das Potenzial zu einer neuen Religion, wenn sie es nicht schon sind. Eigentlich sollte ich das wissen, ich bin schließlich selbst Religionsstifter ("Es gibt nur einen Gott, der heißt Taxi und TaxiBerlin ist sein Prophet"). Was ich bei den FFF noch nicht verstanden habe, ist, ob sie nun eine Deadline haben oder nicht. Die letzten, die ganz genau wussten, wann die Welt untergeht, waren meines Wissens die Zeugen Jehovas. Die gibt es übrigens immer noch. Was denen, also den Zeugen Jehovas, allerdings fehlte, war der wissenschaftliche Beweis für den Weltuntergang, beispielsweise in Form einer CO2-Bilanz. Mit der lässt sich nun ermitteln, wie viel CO2 man bereits produziert hat und ob man weg kann oder nicht. Die Menschen mit der schlechtesten CO2-Bilanz sind logischerweise die Alten. Damit können die Alten nicht nur weg, sondern müssen es auch. Denn die Alten sind Umweltsäue (und nicht nur die Oma!), die nicht nur zu viel CO2 produziert haben, sondern auch noch jeden Tag ein Kotelett aus dem Discounter kaufen. Auch wie die Alten entsorgt werden sollen, ist schon klar: Sie werden einfach mit einem SUV (SUV = Sport Utility Vehicle) überfahren. Und genau das macht mir große Sorge (auch ich, ein besorgter Bürger!). Denn bisher fahre ich nur Luxus, also Lexus, aber mein Chef hat mir schon abgekündigt (besser angedroht), dass ich demnächst einen SUV (also einer Killer-Mobil) übernehmen soll.

Musik CCR
Text TB

02.02.2020

WARUM IN DIE WEITE SCHWEIFEN ?



Sad Sad Sad

Gestern war ich in Bitterfeld. Mit dem Taxi. Ich bin einfach vom Flughafen Tegel nach Bitterfeld gefahren. Auf der Autobahn A 9 ist das kein Problem. Nach Michendorf gibt es bis Dessau praktisch keine Baustellen mehr. Trotz Regen bin ich da mit knapp 200 km/h runter geheizt. Solange man das noch kann, dachte ich mir, mache ich auch das einfach. Ausserdem fahre ich doch jetzt Luxus, also Lexus. Mein Fahrgast hat das gar nicht mitbekommen, der war während der gesamten Fahrt im Internet. Knapp 300 Euro kostet Berlin Bitterfeld, falls das jemanden interessiert. Über Bitterfeld lässt sich so viel sagen: Sad Sad Sad. (Traurig klingt auf englisch irgendwie trauriger.)

Traurig auch die Nachrichten im Radio. Trump muss jetzt doch nicht zurück treten, wie viele insbesondere hierzulande dachten, sondern darf weiter Präsident sein, und zwar in Amerika, einem großen Land auf der anderen Seite vom Atlantik. Trump soll dafür, damit er weiter Präsident sein kann, sogar e-mails und andere Unterlagen unterdrückt haben. Das muss man sich mal vorstellen! Mein Fahrgast konnte das, obwohl er wie gesagt die ganze Fahrt über im Internet war. "Haben Scheuer und die von der Leyen nicht dasselbe gemacht?", wandte er diesbezüglich ein. Auch das muss man sich mal vorstellen!

Während der Fahrt bei Regen nach Bitterfeld und zurück mit knapp 200 km/h hatte ich keine Zeit, mir das vorzustellen. Und heute hätte ich die Sache sicherlich schon vergessen, wie die meisten von euch auch, wenn ich nicht die ganze Nacht wach gelegen hätte. Ich musste an unsere Ursula, also an die von den Laien, denken. Hat die danach nicht sogar noch Karriere gemacht? Wurde die nicht sogar noch in ein Amt gehieft, von oben - versteht sich, für das sie gar nicht auf dem Wahlzettel für den doofen Pleps, also für den Wähler, stand?

So gesehen dürfte uns, was Andy Scheuer angeht, von dem unsere geliebte Führerin Kanzlerin meint, dass er einen guten Job macht, noch einiges bevorstehen. Trump dürfte dagegen "nur" wieder gewählt werden. Und ich werde wohl in zwei Wochen wieder nach Bitterfeld fahren. Bin schon gespannt, was dann im Radio läuft.

Music MuddyWaters
Text TaxiBerlin

01.02.2020

"ICH FAHRE ÜBERALL HIN ! - ICH BIN TOTAL WILLENLOS !"


Jetzt bin ich schon so lange im Geschäft und ich werde immer noch gefragt, ob ich denn auch da und da hin fahren würde. Lange Zeit habe ich dann einfach nur geantwortet, dass ich überall hin fahren würde, was schon eine Lüge war. Aber es geht noch dreister!

Das hängt einerseits damit zusammen, dass auch ich immer besser werden will, andererseits aber auch damit, dass ich an mir eine Radikalisierung beobachte. Irgendetwas passiert da mit mir, wogegen ich nichts machen kann. (Auf englisch heißt das: "Something is going on and you don't know what it ist", aber das nur nebenbei.)

Aber keine Gefahr, die Radikalisierung findet bei mir nur im Kopf statt. Verbal führt die Radikalisierung dazu, dass ich dem bisher üblichen "Ich fahre überall hin!" noch "Ich bin total willenlos!" hinzufüge. Auch das eine Lüge. Eine Wahrheit über's Lügen.

Text TaxiBerlin