29.07.2019

VOM "FORENSIKER DER GESELLSCHAFT"


Meine Reise in "Meinen kleinen Gulag", den ich neulich in "Gulag-Ressort" umbenannt habe, begann alles andere als vielversprechend. In ganz Bayern war, warum auch immer, keine einzige Weißwurst aufzutreiben, nicht einmal eine vergammelte. Nicht nur mit Berlin, nein, auch mit Bayern geht es bergab! Am Abend dann das Highlight in Österreich, wo sonst?! Der Österreicher hat seinen Staatspreis für Europäische Literatur, an dem immerhin 25.000 Ocken dranhängen, vergeben. Aber nicht an irgendjemand, sondern an den "Forensiker der Gesellschaft". So nannte Kulturminister Alexander Schallenberg am Samstag den französischen Autor Michel Houellebecq. Der frisch gebackene "Forensiker der Gesellschaft" zitierte in seiner Dankesrede den österreichischen Autor Thomas Bernhard, der in einem Text seinen Freund Paul, den Neffen des österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein sagen lässt: "Einen Preis anzunehmen ist schon eine Perversität, einen Staatspreis anzunehmen aber die größte."

Es stimmt wirklich: Von Österreich lernen, heißt siegen lernen!

Text TaxiBerlin

27.07.2019

ALSO SPRACH DER KOLLEGE NIETZSCHE


Kollege Nietzsche auf den Punkt Buchrücken gebracht

Kollege Nietzsche, der heute wahrscheinlich Flaschensammler wäre, ist seinerzeit auch Taxi gefahren, was die wenigsten wissen. Es war die Zeit der Pferdedroschken, Kollege Nietzsche hatte es mit Pferden - das ist bekannt. Völlig unbekannt ist, dass er sogar zwei Bücher übers Taxifahren geschrieben hat. Das eine heißt "Der Mensch mit sich alleine", das Alleinsein gehört neben dem Warten zu unseren Kernkompetenzen, das andere ist "Der Mensch im Verkehr", wo wir Taxifahrer die meiste Zeit verbringen. Zumindest war es bisher so, das ändert sich gerade. Vor allem Nachts greifen immer mehr Party People zum Feind aller ehrlichen Taxifahrer aus Amerika. Mir war das Party Volk schon zuvor ein Dorn im Auge, weil es für unnötige Unruhe sorgt, vor der bereits die Heilige Schrift in ihren Psalmen warnte:

Sie gehen daher wie ein Schatten und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es bekommt. (39/6)

Doch zurück zu Kollege Nietzsche, zu dessen Zeit es noch kein Party Volk gab, weswegen er sich über die (US)-Amerikaner beklagte, deren Unruhe uns in die nächste Barbarei treiben wird. Hier "Die moderne Unruhe" aus "Menschliches, Allzumenschliches", in dem sich Kollege Nietzsche auch zu den nicht mehr vorhandenen Jahreszeiten äußert, was Party People etwas Barock erscheinen mag, aber Party People lesen hier nicht, einfach weil sie gar nicht die Ruhe dafür haben:

Nach dem Westen zu wird die moderne Bewegtheit immer größer, so dass den Amerikanern die Bewohner Europas insgesamt sich als ruheliebende und genießende Wesen darstellen, während diese doch selbst wie Bienen und Wespen durcheinanderfliegen. Diese Bewegtheit wird so groß, dass die höhere Kultur ihre Früchte nicht mehr zeitigen kann; es ist, als ob die Jahreszeiten zu rasch aufeinanderfolgen. Aus Mangel an Ruhe läuft unsere Zivilisation in eine neue Barbarei aus.                            ("Die moderne Unruhe")

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26.07.2019

VON ÖSTERREICH LERNEN HEIßT SIEGEN LERNEN


Berliner Taxi irgendwo in Österreich

Obwohl TaxiBerlin auf seinem Weg in die Schluchten des Balkans noch nicht mal bis Österreich gekommen ist, wurde in unserem schönen Nachbarland Uber, der Feind aller ehrlichen Taxifahrer, verboten, vermutlich aus vorauseilendem Gehorsam. TaxiBerlin ist ein großer Fan von Österreich, wo nicht nur das Essen besser ist als in Berlin, der Hauptstadt des schlechten Essens und der schlechten Straßen. Nein, in Österreich erscheinen auch anspruchsvolle Bücher, für die sich hierzulande kein Verlag findet. Als Herausgeber zweier Bücher weiß ich, wovon ich rede. Dass wir nun in Sachen fairer Wettbewerb (also mit nachvollziehbaren und nicht gewürfelte Abrechnungen, wie bei Uber, deren Fahrzeuge ohne Wegstreckenzähler von Profis ohne Plan gesteuert werden) von Österreich lernen können, mag den ein oder anderen jetzt vielleicht verwundern. Für mich ist es spätestens seit meinen Erfahrungen als Herausgeber keine Überraschung mehr.

Foto&Text TaxiBerlin

19.07.2019

TAXIBERLIN ALS GLOBAL PLAYER


* ab September wieder

Gestern hat mich jemand einen Global Player genannt. Es war aber kein Fahrgast, sondern jemand, mit dem ich ein Hobby teile, genau genommen eine Sucht, und zwar die Büchersucht. (Die Büchersucht ist eine relativ neue Sucht, und ich bin Patient Nummer Eins - ich hatte das hier erwähnt.) Mein Leidensgenosse und ich treffen uns nun schon einige Zeit an den üblichen Tatorten. Offensichtlich haben wir denselben Suchtrhythmus. Gestern kamen wir bei einer vom älteren Genossen spendierten Tasse Kaffee ins Gespräch, an dessen Ende er mich einen Global Player nannte. Global Player ist natürlich total übertrieben, zumindest was das Taxifahren angeht. Taxifahren tue ich nur in Berlin. Aber Taxifahren tue ich nicht nur, damit mir beim Arbeiten möglichst wenige Leute auf die Eier gehen können, sondern vor allem, damit ich auch mal nicht Taxifahren muss. Und diese Zeit beginnt, wie alle Jahre wieder, heute. Global Player stimmt insoweit, als dass ich später am Tag noch ins Land, wo die Zitronen blühn reisen werde, wenn auch nur übers verlängerte Wochenende. Ende nächster Woche geht es dann ins Land der Freaks am Rande unseren schönen Kontinents. Was das Land der Freaks angeht, da erreichte mich gestern zu später Stunde noch eine Nachricht aus dem Norden unseres Landes, und zwar von jemandem, der sich das gerne mal ansehen würde. Da ist der Kollege aus dem Norden nicht der einzige. Es gibt so einige, die gerne mal in Meinen kleinen Gulag, den ich neulich in Gulag-Ressort umbenannt habe, einziehen möchten. Aber auch für mein Gulag-Ressort gelten strenge Auswahlkriterien, da kann nicht jeder einziehen. Unabhängig davon kann ich sagen, dass ich selbst nur dorthin reise, wo ich Leute persönlich kenne. Reisen als Konsum, wie all die, die uns Tag für Tag in Berlin heimsuchen, lehne ich nicht nur ab, nein, ich würde es sogar verbieten, wenn ich was zu sagen hätte, alleine schon des Klimas wegen. Ich schreibe das alles, damit auch der einzige Leser meines Blogs weiß, warum ich mich in nächster Zeit rar mache auf meiner Seite. Da ich bis Mitte oder gar Ende September nicht in Berlin sein werde, gibt es am 25.Juli und am 22.August im Radio auch "nur" Wiederholungen älterer Sendungen von Hier spricht TaxiBerlin, die es allesamt hier zum Nachhören gibt.

PS: Mehr Taxi * - nicht vom Baumarkt sondern von TaxiBerlin - gibt es ab September wieder. Einer muss schließlich das Licht ausmachen.

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18.07.2019

WOLLT IHR DEN TOTALEN KOMMERZ ?


An der Taxihalte am Checkpoint Charly

Politiker sollen heute keine gute Politik mehr machen und zwar für eine Mehrheit, sie sollen liefern - meist für eine Minderheit. Im Stau steht man nicht einfach nur, sondern er kostet auch noch, zum Glück meistens nur ein paar Minuten. Denn Zeit ist einfach nur Zeit. Man kann sie nutzen, beispielsweise um ein Buch zu lesen, oder eben nicht. Zeit ist aber kein Geld und war es noch nie. Zeit ist Geld ist nur ein dummer Spruch. Berlin - alles ist möglich war einmal richtig. Das ist lange her. Mit einem guten Spruch ist es spätestens dann vorbei, wenn man ihn als Magnet für den Kühlschrank kaufen kann.

Foto&Text TaxiBerlin

17.07.2019

GREIFSWALDER ECKE HASTUNICHJESEHN


Gestern Abend

Die folgende Geschichte ist eine wahre Begebenheit. Sie trug sich gestern Abend um 22:30 Uhr im Prenzlauer Berg zu. Meine Fahrgäste wollten in eine schmale Seitenstraße zwischen Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße. Der Wagen der Polizei mit Blaulicht stand in der Mitte der Straße, so dass niemand vorbeikam. Hinter dem Polizeiauto kurz vor der Greifswalder stand ein Wagen ohne Licht. Mein Fahrziel befand sich knapp 100 Meter oberhalb des Polizeieinsatzes. Nachdem meine Fahrgäste ausgestiegen waren, aber bevor ich wenden konnte, kam die Polizistin rasch die 100 Meter zu mir hochgelaufen, und es entspann sich folgender Dialog:

Polizistin: Guten Abend! Sagen Sie, was ist das für einen Wagen, den Sie fahren? Ist das auch ein Toyota Hybrid?

TaxiBerlin: Warum?

Polizistin: Weil ein Kollege von Ihnen nicht weiß, wie er in seinem Wagen das Licht eingeschaltet kriegt.

TaxiBerlin: Ein Kollege?

Polizistin: Ja, nein, ein Uber-Fahrer. Ach, Sie sind gar kein Uber?!?

TaxiBerlin: Nein, aber ich weiß, dass Uber-Fahrer laut Eigenwerbung allesamt Profis sind, und als solcher sollte er wissen, wo der Lichtschalter ist. Ansonsten müssen sie ihm die Lizenz entziehen!

Polizistin: Sie haben Recht, und ich verstehe Sie da sehr gut ...

TaxiBerlin: Na, dann müssen Sie's ja nur noch machen!

Danach wendete ich, und die Polizistin (auch so ein Profi!) ging zurück zu ihrem Einsatzort. Vielleicht steht sie dort jetzt noch.

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16.07.2019

ACHTUNG, SIE WERDEN VERFOLGT !


Großer Pruder & Schwesta (GPS) sieht dich

Gestern war die Stadt wie ausgestorben. Keine Ahnung, wo die wieder alle waren. Vor allem gab es keine Besucher, weder auf der Straße, noch im Taxi. Es war so schlimm, dass ich mich schon fragte, ob die vielleicht alle beherzigt haben, was ich ihnen hier empfohlen hatte. Wahrscheinlich war es auch einfach nur zu kalt, so dass alle lieber zu hause geblieben sind, also in ihren Hotels und/oder dem Berliner Wohnungsmarkt entzogenen airbnb-Unterkünften meine ich. Selbst Mieträder und auch E-Roller, mit denen die Infantilisierung der Gesellschaft nun auch den Straßenverkehr erreicht hat, gab es genug verwaiste am Wegesrand. Ein Grund übrigens, warum die keiner klaut oder zumindest umschubst, ist, dass sie alle "GPS Verfolgt" sind. Der Anbieter dieses Unfugs weiß also immer, wo die sind, außer wenn sie, so wie gestern, im Hotel oder in ihren dem Berliner vorenthaltenen airbnb-Unterkünften sind. Dann weiß es nur der Mobilfunkanbieter.

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15.07.2019

BE WHO YOU ARE AND NOT WHERE IT MATTERS


Flughafen Tegel (TXL) / Ortsteil Tegel
früher Reinickendorf / heute Reinickendorf

Die Menschen sind heute so verdreht, man muss praktisch alles, was sie sagen oder auch schreiben, vom Kopf auf die Füße stellen. Ein Beispiel: Alle regen sich auf, dass wir keinen Flughafen bauen und vor allem keinen Flughafen eröffnen können. Dabei sind Flugreisen neben Kreuzfahrten das reinste Gift für das Klima, und das Klima wollen doch alle retten, oder? Ich freue mich jeden Tag auf's Neue und empfinde es als großes Glück, dass es den Flughafen Tegel noch gibt, denn seine Provinzialität schützt uns vor noch schlimmeren, und zwar der totalen Heimsuchung von noch mehr Menschen, die immer dort sein müssen, wo es matters, es sich also lohnt. Sei, wo es sich lohnt, ist von Leuten wie Trump, die immer dort sind, wo sie ein Geschäft (t)wittern. Die Frage muss dementsprechend sein: Für wen lohnt es sich? Für einen Businessman wie Trump? Oder für den Berliner? Wohl kaum für letzteren, denn der hat die Schnauze voll von Leuten, die immer nur dort sein wollen, wo andere ihnen sagen, dass sie sein müssen, damit diese anderen ihr Business mit ihnen machen können. Richtig muss es lauten: Sei, wer du bist! (Und nicht: Sei, wo es sich lohnt!) Noch richtiger: Werde, wer du bist! Denn wer weiß schon, wer er selber ist? Oder, um es mit Georg Büchner zu sagen: "Jeder Mensch ist ein Abgrund; es schwindelt einem, wenn man hinabsieht."

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14.07.2019

UND WAS IST MIT SEX ?


Wilhelm Reich 

Zu meinen Dienstleistungen gehört neben meinem Bauchladen und der Beförderung von A nach B auch die mobile Lebensberatung. Diese wird seit einiger Zeit immer öfter in Anspruch genommen. Der Bedarf an Lebensberatung ist in den letzten Jahren enorm gestiegen, was vor allem daran liegt, dass die Menschen die einfachsten Dinge in ihrem Leben nicht mehr geregelt bekommen. Das ist zumindest meine Beobachtung. Gestern Abend zum Beispiel erzählte mir eine junge Frau bei mir im Taxi, wie sehr ihr Partner und sie sich ein Kind wünschen würden. Und zwar so sehr, dass sie als nächstes eine Kinderwunschklinik aufsuchen werden. Als ich meine Fahrgästin daraufhin nach ihrem Sexualleben fragte, stellte sich heraus, dass ihr Partner und sie ein solches nicht haben. Dass es so ganz ohne Sex schwer sei mit dem Kinder kriegen, davon hätte auch sie schon gehört. Trotzdem war Sex für sie keine Option. Denn dabei würde ihr Partner in sie eindringen, und das sei schließlich Körperverletzung.

Foto&Text TaxiBerlin

12.07.2019

TOURIST GO HOME AND WE ARE FREE NOW


Take your Smartphone and your Latte und just go

Genauso wie bei der Planung gibt es beim Umgang mit Touristen vier Stufen. Das habe ich gestern im Radio gehört, also wird es wohl stimmen. Immerhin deckt es sich mit meinen Beobachtungen. Ist man als Einwohner am Anfang noch glücklich und stolz auf seine Besucher, beginnt man bei steigenden Zahlen diese irgendwann als Kunden zu behandeln. Danach reagiert man zunehmend verärgert auf die Menschenmassen, die einen ungefragt und auch ohne irgendein Interesse (ausser vielleicht an der nächsten Party, dem nächsten Döner oder dem nächsten Latte) heimsuchen, während sie dabei permanent auf ihrem Smartphone herumspielen müssen. (Warum sie überhaupt kommen und nicht besser zu hause bleiben, wo sie in Ruhe, gewohnter Umgebung und vor allem unter Aufsicht sprich sozialer Kontrolle sind, ist mir bis heute das größte Rätsel.) Zum Schluss schlägt die Verärgerung in offene Feindseligkeit um, also genau das, was gerade in Berlin passiert, auch weil Touristen, im Gegensatz zu Terroristen, keine (Null!) Sympathisanten haben.

Foto&Text TaxiBerlin

11.07.2019

ALSO SPRACH TAXIBERLIN ÜBER A, B UND C


Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B. Das ist bekannt. Was ist nun, wenn A mit B einen Deal hat, und A diesen Deal mit B einseitig aufkündigt? Dann regt sich A auf, dass auch B sich nicht mehr an den Deal hält. Das erleben wir gerade, aber nicht nur das. Hinzu kommt nun C. C fordert B dazu auf, sich doch bitte sehr an den Deal mit A zu halten, aus dem A bereits vor Jahresfrist einseitig ausgestiegen war. Was ist nun von C zu halten? Dazu überträgt man nur As Aussagen über B auf Cs Forderung an B und kommt zu: Was C von B fordert, sagt mehr über C aus als über B. Also sprach TaxiBerlin

09.07.2019

AUFNAHMEPRÜFUNG FÜR BERLIN


Glinkastraße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Schon lange bin ich dafür, dass Berlinbesucher aber auch Zugezogene einen Aufnahmetest bestehen müssen, bevor sie nach Berlin kommen dürfen. So sollten sie beispielsweise obiges Verkehrsschild lesen können, natürlich nur in ihrem eigenen Interesse. Zugegeben, auch für uns Berliner hätte es einen gewissen Vorteil. Der obligatorische Stau vor Verkehrsschildern wie oben würde sich in Wohlgefallen auflösen. Gut, man könnte auch einfach eine Baustelle beenden, bevor man die nächste aufmacht, aber das ist ein anderes Thema.

Foto&Text TaxiBerlin

08.07.2019

"AND NO RELIGION, TOO" - JOHN LENNON


Ackerstraße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Manch einer und auch manch eine hat heute Schwierigkeiten mit dem Zitieren, weswegen immer mehr dazu übergehen, Hausarbeiten gleich komplett abzuschreiben. Familienministerin Giffey, die gerade Vorsitzende einer sich selbst auflösenden Partei (es ist also nicht die evangelische Kirche) werden will, soll wiederum "amerikanisch" zitiert haben, also ganz ohne Quellenangabe. Beides, sowohl das komplette abschreiben, als auch das "amerikanische" zitieren, ist aber problematisch. Besser man (und auch frau) bleibt beim Original. John Lennon stellt sich in seinem Song "Imagine" vor, wie die Menschen ihr Leben in Frieden leben können ("Living life in peace"). Er träumt dort davon, dass es keine Länder mehr gibt ("Imagine there's no countries"). Von Nationen singt er in seinem Lied nicht, auch nicht von Grenzen. Dafür von Religionen, und dass es sie auch nicht mehr gibt ("And no religion, too"). Die evangelische Kirche geht da mit gutem Beispiel voran, und nun folgt ihr die gute alte SPD.

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07.07.2019

BETTER GO TO HELL THEN TO COME TO BERLIN


It stinks everywhere

Don't come to Berlin! Our streets are very bad and also our public transport. Usually people repair their house before they invite other people to come. This is what normally human beings do. But not in Berlin. Our major (his name is Müller) is more stupid then Trump. His Motto is: Berliners are my last priority! At our streets one road work follows the next road work. The true is that there is no working road anymore. The same is with our public transport. The some buses they work are dirty and overcrowded. And many people they came before you to Berlin are now homeless and sleep under bridges. Maybe you don't know: We have a lot bridges in Berlin. But it became really very difficult to find a place under a bridge in Berlin. So you better stay safe at home. One thing is totally sure: Nobody needs you here! Go to another zoo. New York is the city that never sleeps. But Berlin is the city that never works. You better go to hell then to come to Berlin.

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06.07.2019

FOTOGRAFIEREN IST DIEBSTAHL


Brunnen Ecke Bernauer

Man kann es nicht oft genug wiederholen, dass das Fotografieren Diebstahl ist, wie auch obiges Foto beweist, und mich Sicherheit auch ein Grund, warum uns die vielen Menschen, die uns mit jedem Tag mehr und mehr heimsuchen, eher ärmer denn reicher machen. Der einzige Lichtblick: Immerhin, sie macht kein Selfie, denn Selfies machen nicht nur ärmer, sondern sind darüber hinaus auch asozial.

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05.07.2019

TAXI VERLOREN


Schwarzes Brett am Flughafen Tegel (TXL)

In Berlin ist es immer mehr wie auf dem Balkan: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Nicht nur Katzen, Hunde und Vögel entlaufen, entfliegen oder werden gar entführt, sondern bereits ganze Taxi gehen in unserer Stadt verloren. So stand es gestern am Schwarzen Brett am großen Parkplatz nur für Taxen am Flughafen Tegel. Genauso wie auf dem Balkan kannst du dich auch in unserer Stadt an der Taxi-Suche beteiligen, selbst wenn du kein lieber Kollege und auch keine liebe Kollegin bist. Ein Berliner Taxi ist hellelfenbeinfarbig und hat ein Schild auf dem Dach, auf dem Taxi drauf steht. Möglicherweise ist das verloren gegangene Taxi auch schon auf dem Balkan unterwegs oder fährt einfach nur für einen anderen Anbieter hier in Berlin.

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04.07.2019

YOU CAN'T HURRY TAXI


Die größte Sauerei beim Taxifahren ist, dass ich immer da hin fahren muss, wo der Fahrgast hin will und nicht da hin, wo ich als Taxifahrer mit vielen Jahren Erfahrung auf den Strassen und Plätzen in unserer Stadt denke, dass er hin gehört. Ginge es nach mir, würde ich jedenfalls viel öfter nach Steglitz fahren und nicht nach Prenzlauer Berg, so viel ist sicher. Fast genauso schlimm ist, dass Taxifahren kein Job ist, wo man sich beeilen kann, um schneller fertig zu sein. Das funktioniert beim Taxifahren nicht oder so gut wie nie. Beim Taxifahren braucht man vor allem Geduld und Ausdauer. Deswegen ist das Warten neben dem allein sein eine unserer Kernkompetenzen. Das wusste auch schon Kollege Nietzsche. Friedrich Nietzsche, das wissen viele nicht, ist seinerzeit auch Taxi gefahren. (Heute wäre er vermutlich Flaschensammler.) Zu Friedrichs Zeiten gab es noch keine Automobile, da waren Pferdedroschken angesagt. Kollege Nietzsche hatte es mit Pferden, das ist bekannt. Auf so einer Pferdedroschke hatte man schon damals viel Zeit. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Friedrich Nietzsche hat diese Zeit genutzt und zwei Bücher übers Taxifahren geschrieben, die heute Standardwerke sind und in keinem Bücherregal eines Taxifahrers fehlen dürfen. Ich habe sie sogar immer bei mir im Taxi dabei und biete sie auch in meinem kleinen Bauchladen zum Verkauf an. Das eine Buch heißt "Der Mensch im Verkehr" und das andere "Der Mensch mit sich alleine". Was in ihnen fehlt, das hat der Kollege Nietzsche vergessen oder einfach (noch) nicht daran gedacht (Kollege Nietzsche war nicht so lange im Geschäft wie meiner einer), dass man das Taxigeschäft nicht beschleunigen kann, was auf englisch heißt: "You can't hurry Taxi".

Text TaxiBerlin

03.07.2019

DIE SCHICKSALSWAHL


Uns wurde eine Schicksalswahl versprochen, und das ist die EU-Wahl gestern auch geworden. Gewinnen wird aller Wahrscheinlichkeit nach eine Frau, die gar nicht zur Wahl stand, und somit auch nicht gewählt werden konnte. Deswegen kann man korrekterweise auch nicht von einer Wahl reden, sondern von einer Ernennung. (Der richtige Begriff für einen solchen Vorgang ist Farce. So hätte man es genannt, wäre dasselbe in Russland oder China passiert.) Demokratie heißt, so sagt man, dass die Macht vom Souverän, dem Volke ausgeht. Geht sie von dummen Konsumenten aus, sieht die Welt schon wieder anders aus.

Text TaxiBerlin

01.07.2019

MORGEN 15 BIS 17 UHR WASHINGTONPLATZ


Uber: Schlimmer als die
Verarmung ist nur die
Verarschung

Was Greta fürs Klima, das ist Andreas fürs Taxi. Natürlich gibt es auch Unterschiede. Andreas hat keine PR-Agentur im Rücken, er macht alles ganz alleine. Andreas macht seine Mahnwache für sich selbst, aber vor allem möchte Andreas niemanden in Panik versetzen, was Gretas erklärtes Ziel ist, sondern aufklären. Aufklären darüber, dass Uber, der Feind aller ehrlichen Taxifahrer und Große Pauperisierer aus Amerika illegal ist. Illegal deshalb, weil Ubers Geschäftsmodell permanenter Rechtsbruch ist. Würde sich Uber an hiesige Gesetze halten, wie es bis gestern noch normal war hierzulande, hätte es sich mit Uber spätestens morgen erledigt. So viel ist, im Gegensatz zu Greta und dem Klima, sicher. Die nächste von Kollege Andreas organisierte Mahnwache findet morgen von 15 bis 17 Uhr auf dem Washingtonplatz in Moabit, heute Neue Mitte, in 10557 Berlin statt. Kollege Andreas hat seine Mahnwache korrekt deutsch angemeldet, und zwar bis zu fünf Personen. Bei der letzten Mahnwache vor dem Hotel De Rome vergangenen Dienstag waren wir immerhin zu viert: Zwei Demonstranten und zwei Polizisten. Also auch was die Quote angeht, so denke ich, eine runde Sache, auch wenn die Frauenquote noch verbesserungswürdig ist. Der Washingtonplatz ist übrigens ein Vorplatz vom Hauptbahnhof, um genau zu sein der südliche, für alle die, die noch etwas anfangen können mit Himmelsrichtungen.

Foto&Text TaxiBerlin