21.05.2019

VOM VERDICHTEN UND VERDAMPFEN


Die Straßen sind voll (wenn sie nicht gesperrt sind), genauso die Öffentlichen (wenn sie denn fahren), die Bürgersteige auch (voll mit Robotern in Menschengestalt), und ebenso die Wohnungen in Berlin. Der Fachbegriff dafür ist "Verdichten". Wir werden verdichtet, und das ausnahmslos. Nur, was kommt danach, nach dem "Verdichten"? Diese Frage beschäftigt mich schon seit einiger Zeit. Wo mag das "Verdichten" wohl hinführen? Was macht dieses "Verdichten" mit uns? Und was kommt wohl als nächstes? Immer mehr komme ich zu dem Schluss, dass nach dem "Verdichten" das "Verdampfen" kommt. Der Fachbegriff fürs "Verdampfen" ist übrigens "Vaporisieren". Aber wie dem auch sei, die Frage der Zukunft wird lauten: Wirst du noch verdichtet oder wurdest du bereits vaporisiert sprich verdampft?

Text TaxiBerlin

20.05.2019

SCHÖNER WOHNEN IN SPANDAU


Der große Schweiger von Spandau

Neulich war ich in Spandau, allerdings nicht mit dem Taxi, sondern privat. Taxifahrten nach Spandau gibt es nicht mehr, allenfalls innerhalb Spandaus. Und so bin ich mit den Öffentlichen hingefahren. Die Öffentlichen sind in letzter Zeit einer Verslummung anheim gefallen. Wer es noch nicht mitbekommen hat, dem empfehle ich unbedingt eine Fahrt mit den Öffentlichen. So gesehen war die Fahrt mit den Öffentlichen ein guter Einstieg für Spandau. Dort wird seit einiger Zeit mit Eiern und auch mit Kot geworfen. Gut, nicht überall. Die Falkenhagener Straße ist diesbezüglich zweifellos ein Hot-Spot. Aber möglicherweise auch nur der Anfang. Ganz sicher ist es aber nicht, denn Tyson-Ali schweigt sich aus. Für mich der Höhepunkt in dem Film. Einen Tyson-Ali gibt es bei mir im Kiez (noch) nicht. Dafür tragen sie hier schon mal ganz ähnliche Bärte wie Abdulkadir Osman, wie Tyson-Ali mit bürgerlichem Namen heißt. Ich bin gespannt, was als Nächstes passiert in dieser Stadt. Die Sache bleibt spannend.

Text TaxiBerlin

19.05.2019

TAXIBERLIN FÄHRT LUXUS


Heute bin ich mit einem teuren Lexus-Taxi unterwegs. Wie teuer genau der Luxus ist, kann ich nicht sagen. Es interessiert mich einfach nicht. Ein Auto muss vor allem Eines: Fahren! Und das tut der Lexus, den ich gestern schon mal Probe fahren durfte. Ein wenig viel technischen SchnickSchnack hat so ein Lexus. So geht der Fahrersitz bei jedem Ausschalten des Motors in seine Grundposition zurück. Automatisch - versteht sich! Außerdem muss man beim Parken den Steuerknüppel manuell in die Parkposition schieben, wo man beim Prius nur einen Knopf drücken muss. Immerhin geht der CD-Player. Alle anderen Veränderungen sind für mich so schlimm, dass ich, ginge es nach mir, auf den Luxus scheißen würde. Aber ich bin nun einmal so lange dabei, was soll ich machen? Ich bin auf meiner Karriereleiter so weit nach Oben gestiegen bin, dass für mich die Luft langsam eng wird. Was kommt wohl als nächstes? Vielleicht, hm, ein Maybach?

Text TaxiBerlin

18.05.2019

VON DER KIMADEMO ZUM BILLIGFLIEGER


Gestern hatte ich drei von diesen jungen Klimaaktivisten an Bord. Los ging die Fahrt in der Invaliden (Nomen ist Omen) zum Flieger nach Tegel und dann weiter in die Sonne. Mallorca glaube ich, war das Reiseziel. Demonstrieren strengt eben auch an, insbesondere für's Klima. Denn das Klima ist eine ernste Sache. Davon muss man sich auch erholen dürfen. Was das Dürfen angeht, so meinte Kollege Nietzsche seinerzeit, dass es ein Fehler sei, dass ein jeder lesen lernen darf, weil das auf die Dauer nicht nur das Schreiben, sondern auch das Denken verdirbt. Ich erlaube mir hinzuzufügen, dass es auch ein Fehler ist, dass ein jeder reisen darf, weil das Reisen, wie es heutzutage betrieben wird, leider zum selben Ergebnis führt.

Text TaxiBerlin

17.05.2019

NAZI DARF MAN IHN (NOCH) NICHT NENNEN


Er mäandere am rechten Rand, war eine Beschreibung im Radio, die mich neulich im Taxi aufhorchen ließ. Aufhorchen deswegen, weil ich mir sogleich versuchte vorzustellen, wie jemand am rechten Rand mäandert. Dabei fiel mir besonders schwer, mir das mäandern vorzustellen. Was den rechten Rand angeht, da fragte ich mich, warum man ihn, der da mäandern soll, nicht einfach Nazi nennt. Das ist ja seit einiger Zeit so üblich geworden, sozusagen ein Reflex. Ganz ähnlich dem Pawlowschen Reflex, wo dem Hund bereits der Speichel läuft, obwohl nur eine Glocke geläutet wurde, aber ihm noch kein Essen serviert wird. Dass man ihn nicht einfach Nazi nennt, muss daran lieben, dass die Person, die am rechten Rand mäandern soll, Jude ist. Obwohl, theoretisch ist auch das möglich. Ein Jude, der am rechten Rand mäandert. Wahrscheinlich kommt das als Nächstes: Der jüdische Nazi oder der Nazi-Jude, der am rechten Rand mäandert.

Es bleibt spannend.
Text TaxiBerlin

15.05.2019

DAS MYSTERIUM DES BULGARISCHEN DUDELSACKS (GAIDA)


Der Jimi Hendrix des Bulgarischen Dudelsacks

Morgen Donnerstag wird es gelüftet, "Das Mysterium des Bulgarischen Dudelsacks", und du kannst dabei sein. Ab 20:30 Uhr im "Haus der Sinne" in der Ystader Straße 10 im schönen Prenzlauer Berg. Da es mit dem Taxi zu Ende geht, habe auch ich mir eine Nische suchen müssen. Ich bin jetzt der lokale Manager vom "Jimi Hendrix des Bulgarisches Dudelsacks". Als solcher habe ich dem "Derwisch" bzw. "Troubadour", wie sich der beste bulgarische Gaidaspieler (Gaida = Dudelsack) auch nennt, am Sonntag auf dem Flohmarkt ein Paar "neue" Schuhe gekauft. Die wird er aber morgen nicht tragen, denn er spielt barfuß. So viel kann ich schon mal über "Das Mysterium des Bulgarischen Dudelsacks" verraten. Den Rest findest du selber heraus.

Foto&Text TaxiBerlin

13.05.2019

TAXIBERLIN IM BULGARISCHEN FERNSEHEN



Sendung vom 1. Mai 2019

Der Prophet gilt nichts im eigenen Land, das ist bekannt. In Bulgarien hat man meine Fähigkeiten erkannt, was keine Überraschung ist. Wenn jemand den nächsten Crash überlebt, dann wird dies ein Bulgare sein. Ich schreibe das, weil das aus obiger Sendung raus geschnitten wurde. Ansonsten hat man mich aber machen lassen, was ich wollte, was beim Fernsehen so gut wie nie vorkommt. Zuerst geht es um den von mir beim Wieser-Verlag im österreichischen Klagenfurt herausgegebenen bulgarischen Klassiker "Bai Ganju, der Rosenölhändler", von dem sogleich ein kurzer Filmausschnitt (6:45) eingespielt wird. Danach geht es um das Thema Esel (19:05), und dass der Esel, obwohl er beispielsweise auch in Orwells "Farm der Tiere" das klügste Tier ist, selbst in Bulgarien am Aussterben ist. Dann kommt der beste bulgarische Dudelsackspieler Peter Bonev (23:36) zu Wort, auch bekannt als "Jimi Hendrix des bulgarischen Dudelsacks", der am Donnerstag im "Haus der Sinne" im Prenzlauer Berg sein Berlin Konzert geben, und heute Abend bereits bei Charlottes Blue Moonday Jazz Session in Neukölln eine kleine Kostprobe seines Könnens geben wird. Zum Schluss backt die Gastgeberin Gergana, ein echter Profi, für uns noch eine traditionelle bulgarische Banitza (ab 28:50). Mit von der Party ist meine Partnerin und Kollegin Layne Mosler, besser bekannt als TaxiGourmet, die Gergana beim Backen nicht nur zur Hand geht (ich mache den Tee), sondern auch ganz phantastisch dieses verrückte bulgarisch spricht und last but not least ein ganz geheimes Geheimnis (??:??) verrät, das dann wieder auf englisch.

Film BulgarischesTv
Text TaxiBerlin

12.05.2019

"ICH FICK DEINE MUTTER!" ZUM MUTTERTAG


Pünktlich zum Muttertag habe ich mir erlaubt, zwei Söhne, so wie ich mit Migrationshintergrund, einer Mutter, wenngleich einer anderen, anzusprechen. Der erste Sohn fuhr mit seinem blauen BMW auf der Fahrbahnmitte und zwang mich damit rechts ran zu fahren und letztendlich anzuhalten. Warum er dies tat, kann ich nur vermuten. Wahrscheinlich damit endlich mal jemand seinen BMW wahrnimmt. Ich erlaubte mir ihn, der auch abbremsen musste, im vorbei fahren zu fragen, ob er denn nicht wisse, dass sein Wagen so breit nun auch wieder nicht wäre, wenngleich es wie gesagt ein BMW war. Der andere Fall war sogar ein Kollege, wohl eher "Kollege", der an einer roten Ampel zufällig neben mir stand, und der den Moment nutzte, sich eine Zigarette anzuzünden. Ihn, ebenfalls Sohn einer Mutter, aber auch einer anderen, erlaubte ich mir darauf hinzuweisen, dass sein Taxi doch ein Nichtrauchertaxi sei. Beide Söhne einer Mutter verband, dass sie äußerst unfreundlich auf meine freundschaftliche Ansprache reagierten. Selbstkritik war nicht unbedingt ihre Stärke. Auf jeden Fall fanden beide nach nur wenigen Sätzen zu obiger Aussage unbedingt mit Ausrufezeichen am Ende. Das Ausrufezeichen ist möglicherweise sogar das wichtigste an der ganzen Aussage. Denn, warum beide ausgerechnet meine Mutter ficken wollten, die sie doch gar nicht kennen, darauf wusste keiner von ihnen eine Antwort.

Text TaxiBerlin

11.05.2019

"TAXIKILLER" UBER


Zum ersten Mal lese ich den Begriff "Taxikiller", wenngleich mit Anführungsstrichen, so wie man früher die "DDR" geschrieben hat, und zwar hier. Dass Uber plötzlich ein "Taxikiller" sein soll, liegt aber nicht daran, dass Uber Das Ende des Taxis bedeutet. Das ist nicht der Grund. Der Grund für den "Taxikiller" ist, dass Uber bei seinem Börsengang "deutlich abgesackt" ist. Und was sich nicht verkauft, kann bekanntlich nicht gut sein. Deswegen ist Uber plötzlich der "Taxikiller", wenngleich nur in Anführungszeichen. Denn wenn die Aktie morgen steigen wird, ist Uber natürlich wieder das smarte Start-Up und tolle Technologieunternehmen aus dem Silicon Valley.

Text TaxiBerlin

10.05.2019

HIER SPRICHT TAXIBERLIN #34 ZUM NACHHÖREN




Wer die letzte Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin" verpasst hat, kann sie jetzt nachhören. Kollege Axel Rühle hat mich da vertreten, vielen Dank dafür von dieser Stelle, und das Thema war einmal mehr Uber, Der Große Pauperisierer aus Amerika. Der steht bekanntlich kurz davor an die Börse zu gehen, und im selben Moment streiken aktuell Uber-Fahrer in Los Angeles, San Francisco, Boston, Philadelphia und Washington für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. So müssen Uber-Fahrer in San Francisco beispielsweise in ihrem Wagen übernachten. Andere Fahrer wechseln, nachdem sie 12 Stunden für Uber gefahren sind, zu einem anderen Anbieter - vermehrte Unfälle sind die Folge. Deswegen werden jetzt auch Uber-Nutzer dazu aufgerufen, sich am Streik zu beteiligen und keine Fahrdienste per App zu bestellen. Mehr erfährst du hier.

PodCast AxelRühle
Text TaxiBerlin

09.05.2019

VOM GENERALSTREIK IM TAXI


Es wird mal wieder gestreikt, allerdings nicht im Taxi, und auch nicht hierzulande. Ich habe es nur im Taxi erfahren, dass es seit gestern einen landesweiten Streik, man kann also durchaus von einem Generalstreik sprechen, im öffentlichen Dienst gibt, und zwar in Frankreich. Die Franzosen sind bekanntlich sehr streikfreudig. Dass ich davon von Fahrgästen aus Wilmersdorf, die auf ihrem Rückflug von Mallorca dem Generalstreik der Franzosen nur knapp entgangen waren, erfahren musste, und nicht wie überlicherweise aus dem Radio, das bei mir im Taxi die ganze Zeit läuft, fand ich dann doch etwas verwunderlich. Du glaubst mir nicht? Dann versuche doch selbst mal etwas über den bereits gestern Abend begonnenen Generalstreik im öffentlichen Dienst in Frankreich in Erfahrung zu bringen!

Text TaxiBerlin

08.05.2019

DIE WICHTIGSTEN FRAGEN IM TAXI


Die wichtigste Frage im Taxi heutzutage ist nicht Wie geht es Ihnen?, auch nicht Wissen Sie, wie Sie fahren müssen?, und schon gar nicht Wieviel Trinkgeld darf ich Ihnen geben? Die wichtigste Frage heute im Taxi ist Kann ich mit Karte bezahlen? Damit verbunden, das nur nebenbei, ist immer öfter ein Trinkgeld, das gegen Null geht, selbst wenn der Kunde die Fahrt, wie von ihm gewünscht, mit seiner Karte bezahlen konnte, oder vielleicht auch genau deswegen. Sozusagen als neuer Trick oder gar Trend, sich um's Trinkgeld zu drücken, weil man angeblich nicht weiß, ob das mit der Karte bezahlte Extra auch beim Fahrer ankommt. Dabei sollte es sich doch rumgesprochen haben, dass der Taxifahrer in der Regel nicht soo blöd ist, wie er gemacht wird. Eine einfache Frage, ungefähr wie folgt, würde vollkommen ausreichen: Kann ich das Trinkgeld auch mit Karte bezahlen?

Text TaxiBerlin

03.05.2019

TAXIBERLIN ALS DUDELSACK MANAGER



Peter bei seiner gestrigen Probe im Atelier von Hans

Da mit dem Taxi kein Geld mehr zu verdienen ist, muss auch ich mich neu orientieren. Eine meiner Nischen sind Fernfahrten, ich hatte gestern an dieser Stelle darüber berichtet. Die andere Nische, die ich gerade ausprobiere, ist den Dudelsack, nein, nicht zu spielen, aber immerhin zu managen versuchen. Genau genommen den besten Dudelsackspieler Bulgariens: Peter Bonev. Peter, der eigentlich Petir heißt, habe ich vor ziemlich genau 25 Jahren kennengelernt und zwar, wie es sich für einen richtigen Taxifahrer gehört, auf der Straße. Gestern hat Peter eine Probe seines Könnens im Atelier von Hans Scheib gegeben. Hans Scheib habe ich auch auf der Straße kennengelernt, um genau sein in meinem Taxi. Wie es dazu kam, das erfährst du am Sonntag um 15 Uhr in der Schmidt-Knobelsdorf-Straße 22 in 13581 Berlin / Spandau. Dort wird dann auch Peter mit seinem Dudelsack auftreten. Die Akustik in Hans seinem Atelier in Spandau ist phänomenal, wie man, wer Ohren hat, auf obigen Clip hören kann. Der Eintritt ist übrigens frei. Was das Managen des Dudelsacks aus Ziegenfell angeht, so muss man sich das wie das Hüten eines Sacks voll Flöhe vorstellen. Auch darüber erfährst du am Sonntag mehr.

Video&Text TaxiBerlin

02.05.2019

EIN JEDER MUSS SEHEN WO ER BLEIBT


Taxameter mit Ehrenkranz

Wir leben in einer Zeit, in der ein jeder sehen muss, wo er bleibt. Der Große Paupersierer aus Amerika pickt sich die Rosinen raus, die er dann gelegentlich auch mal unter Taxitarif anbietet. Berliner Taxen fokussieren sich immer mehr auf Alte und Behinderte als Fahrgäste, wollen sie ihren Laden nicht dicht machen. TaxiBerlin hat sich aktuell auf Fernfahrten spezialisiert. Die will Uber auch nicht machen, weil man da weniger bescheißen kann, wie es für das Geschäftsmodell vom Großen Pauperisierer nötig ist. Außerdem haben die armen Schweine von Uber auch ihre Grenzen, was das Sozialleben angeht, zumindest noch. Außerdem: Wie soll ein Uber-Fahrer auch den Weg nach Istanbul finden, wenn er sich nicht einmal in Berlin auskennt? Gut, bis nach Istanbul bin ich diesmal nicht gefahren, aber immerhin bis nach Sofia. In beiden Städten ist Uber übrigens verboten, das nur nebenbei. Den Fahrpreis von Berlin nach Sofia entnimmst du obigem Foto. Willst du mehr über die Große Taxi-Demo am 11.April in Berlin erfahren, dann schaltest du heute um 19 Uhr das Radio an. Dort wird Kollege Axel Rühle, der mich bei meiner 34. Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin" vertritt, darüber berichten. Mit etwas Glück befinde ich mich da gerade im Landeanflug auf Berlin und kann mir meine eigene Sendung auch mal im Radio anhören. Falls das nicht klappt, auf dem Balkan ticken die Uhren bekanntlich anders, bleibt mir immer noch die Möglichkeit, hier die Sendung nachzuhören.

Foto&Text TaxiBerlin

23.04.2019

AUTOFIKTION TRIFFT AUTOFASTEN


Im Gegensatz zum Taxifasten schon vorbei

Autofasten ist ein neuer Trend aus Österreich und heißt auch auf deutsch: Das Auto stehen lassen! Obwohl die Zeit des Autofastens eigentlich vorbei ist, sie endete am 20. April, faste ich immer noch, zumindest was das Taxifahren angeht. Wann das Taxifasten, ein neuer Trend von TaxiBerlin, vorbei ist, und TaxiBerlin wieder auf Berlins Straßen unterwegs ist, erfährst du hier auf dieser Seite.

Foto&Text TaxiBerlin

15.04.2019

DIE GUTEN MENSCHEN VOM PRENZLAUER BERG


Kastanienallee Ecke Oderberger Straße
früher Prenzlauer Berg / heute Pankow

Der orangene Mülleimer der Berliner Stadtreinigung (BSR) ist nicht nur ein Sammelpunkt des Flaschensammler-Präkariats, sondern auch die neue Litfaß-Säule. Die Tage der guten alten Litfaß-Säule, ein Berliner Original, sind nämlich gezählt. Warum, das soll uns an dieser Stelle nicht weiter interessieren, sondern nur, was danach kommt. Der Prenzlauer Berg, die Heimat der Bionade-Bourgeoisie, geht mit gutem Beispiel voran und schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Litfaß-Säule von morgen ist dort der orangene Mülleiner der BSR. Der Ort, wo das Präkariat bereits heute sein bescheidenes Einkommen mittels Dosenpfand aufbessert. Die Höhe des Dosenpfands, eingeführt als flankierende Maßnahme zu Hartz-Vier und vielleicht das Einzige, was von Rot/Grün bleiben wird, ist bekannt. Was bisher noch fehlt, ist die Höhe des Kopfgeldes, das pro getöteten AfD-ler gezahlt wird. Möglicherweise wird jeder Skalp eines AfD-lers auch nur mit einer Zigarette entlohnt. Wohl dem, der sich im Vorhinein informiert.

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13.04.2019

NACHTRAG ZUR TAXIDEMO AM MITTWOCH


Straße des 17. Juni am Mittwoch den 11. April

Auch ich war zur großen Taxidemo am Mittwoch vorm Brandenburger Tor. Da die Polizei unfähig war, die Straßen für unsere Fahrt vom Ostbahnhof zum 17. Juni zu sperren, trafen wir erst ein, als die Demo bereits zu Ende war. Ich musste mich anderweitig informieren, wer was gesagt hat, unter anderem im Internet. Da war beispielsweise von einigen hundert Taxifahrern die Rede. In Wirklichkeit waren es 5.000 Taxen, also mehr als die Hälfte der 8.000 Berliner. Einmal mehr durfte Minister Scheuer reden, diesmal geschützt von einer knappen Hundertschaft Polizei. Wieder gab er das übliche blah blah blah von sich, dass er den Markt gar nicht öffnen wolle, und wir Taxifahrer uns keine Sorgen machen brauchen. Ich glaube dem Scheuer kein Wort, ich halte ihn für einen Lügner. Wahrscheinlich ist er nicht mal gekauft, eher glaubt er seinen eigenen Lügen. Er ist, wenn du so willst, ein Überzeugungstäter. Ich bin mir nicht sicher, wer schlimmer ist, der Überzeugungstäter oder der korrupte Politiker. Ich neige immer mehr dazu, den Überzeugungstäter für das größere Übel zu halten, vor allem weil er unberechenbarer ist. Der andere, also der korrupte Politiker, hat zumindest seinen Preis. Den muss man nur kennen, um ihn kaufen zu können. Eine alte Weisheit des Balkans, wohin ich gerade unterwegs bin (aktuell bei der Brotzeit auf einem Bauernhof auf einer Alm im Burgenland), sagt: Hast du Problem, das du nicht lösen kannst mit Geld, kannst du nur lösen mit viel Geld!

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10.04.2019

"DIE TAXIFAHRER HABEN RECHT!"


"Die Taxifahrer haben Recht!" - hier kommt Öffentlich/Rechtlich, um genau zu sein die ARD, ausnahmsweise seinem Bildungsauftrag nicht nur nach, nein, da hat jemand, in dem Fall eine Frau, überhaupt einmal das Problem verstanden. Ein Muss für alle die, die gerne verstehen möchten, worum es beim Thema Taxi vs. Uber geht.

Podcast Öffentlich/Rechtlich
Text TaxiBerlin

09.04.2019

HIER SPRICHT TAXIBERLIN #33 ZUM HACHHÖREN




Die Sendung zur morgigen Taxi-Demo gegen Uber, dem Großen Pauperisierer, der, wenn er seine Milliarden nicht dazu verwenden würde, weltweit das Taxigewerbe kaputt zu machen, locker das Klima retten und damit ganz nebenbei auch eine Fluchtursache bekämpfen könnte. Das wäre nachhaltig! Es ist noch gar nicht so lange her, da musste alles und jedes nachhaltig sein. Das Wort ist leider etwas aus der Mode gekommen, ohne dass klar ist, warum eigentlich? Im Zusammenhang mit Uber wurde es nie verwendet.

Audio HearThis
Text TaxiBerlin

08.04.2019

THEMA TOILETTE NOCHMAL


Allerstraße Ecke Schillerpromenade
früher Neukölln / heute Neukölln

Die wenigsten Taxen habe eine Toilette an Bord, weswegen der Toilettengang ein wichtiges Thema für uns Taxifahrer ist, dem ich schon mal eine ganze Radio-Sendung gewidmet habe. In ihr, also in der Radio-Sendung, habe ich nicht nur über verschiedene Hotels, Flughäfen und Bahnhöfe mit dem Focus auf Toiletten aus meiner langjährigen Erfahrung auf den Berliner Straßen und auch Plätzen berichtet, sondern auch die schönste und zweitschönste Toilette gekürt. Die schlechteste Toilette (oben) ist in der Toiletten-Sendung leider hinten runter gefallen und wird hiermit nachgereicht. Sie befindet sich in Neukölln, und das einzig Positive, was man über sie sagen kann, ist, dass sie frei zugänglich und jederzeit erreichbar ist.

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07.04.2019

WAS UBER UND PUMPGUN-BILAL GEMEIN HABEN


Nur der Anfang

Normalerweise legt man einem Kriminellen das Handwerk, wenn man ihn schon nicht kontrollieren kann oder besser will. Hierzulande verzichtet man lieber auf einen Prozess, wenn dieser dem Gericht wie bei Pumpgun-Bilal zu "teuer" ist, oder man legalisiert ganz und gar den Dieb, wie es die Eckpunkte vom Verkehrsminister vorsehen. Dabei bräuchte man den Großen Pauperisierer Uber nur enteignen, könnte damit ganz bequem das Klima retten und nebenbei noch Fluchtursachen bekämpfen. Wenn eine Regierung nicht in der Lage ist, ihre eigene Bevölkerung zu schützen, muss diese dies wohl oder übel selber tun. Die "Scheuer-Wehr" ist dabei nur der Anfang.

"Aus der Erfahrung. - Mancher weiß nicht, wie reich er ist, bis er erfährt, was für reiche Menschen an ihm noch zu Dieben werden." (Kollege Nietzsche über Uber)

PS: Das Gericht stellt aktuell klar, dass der Aufwand bei einer Verhandlung vor Gericht unverhältnismäßig hoch gewesen wäre, denn unter Umständen hätte man Unterstützung von der Polizei anfordern müssen. Pumgun-Bilal ist für seine Gewaltausbrüche bekannt. Angst hätte man vor Pumpgun-Bilal aber keine - so das Gericht in Essen. Man habe sich aus "verfahrensökonomischen" (auch ein schönes Wort) Gründen gegen einen Prozess gegen Pumpgun-Bilal entschieden.

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06.04.2019

KEULE MIT HUND


Ein ganz normaler Fahrauftrag für TaxiBerlin

Ich bin nicht nur völlig willenlos, was das Fahrziel angeht, sondern auch was die Kundschaft betrifft. Egal ob Alte, Hunde, Kranke oder Kneipe - ich fahre sie alle! Das ist nicht selbstverständlich. Insbesondere Leute mit Hunden haben es in Berlin schwer, ein Taxi zu finden. Obwohl ich glaube, dass die meisten Menschen, die ihrem Hund (wahlweise auch ihrem Kind) es antun, in einer Großstadt aufwachsen zu müssen, ein Fall für den Tierschutz und meist auch für den Therapeuten sind, befördere ich sie - samt Hund - versteht sich.

Deswegen war wohl mein erster Gedanke gestern, dass der Fahrgast mit Hund Keule heißen würde. Keule, wer es nicht weiß, war früher eine herabwürdigende Bezeichnung für eine Person, die man nicht besonders schätzte. Die Steigerung von Keule war Kunde. Beide Begriffe sind etwas aus der Mode gekommen. In dem Fall hieß nicht der Fahrgast Keule (es war übrigens eine Frau, die da mit ihrem Hund befördert werden wollte), sondern das Restaurant, wo ich meine Fahrgästin abzuholen hatte. In dem Zusammenhang fällt mir ein: Hunde werden öfters von der Beförderung ausgeschlossen, weil sie unrein sind. Aber sind das nicht auch Frauen?

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05.04.2019

DER SELBSTVERSUCH


Am Roten Rathaus

Ein Grund, für mich der wichtigste, Taxi zu fahren, sind die schönen Aussichten, die man dabei hat. Jetzt ist wieder die Zeit, wo eine jede zeigt, was sie hat. Das finde ich großartig. Und einmal mehr frage ich mich, was mich an den zappelnden Mamas so fasziniert. Immerhin ist es nur eine Milchdrüse, wenngleich paarig angelegt. Manch einer behauptet, die weibliche Brust würde den Mann an sein archaisches Erbe erinnern. Einst soll der Mann das Weib ausschließlich von hinten genommen und dabei auf ihre dortigen Rundungen geschaut haben. Die Rundungen der weiblichen Brust, auf die der Mann heute vor und meist auch bei der Begattung blickt (manchmal auch noch danach), sollen ihn an früher erinnern, als sein Blick noch auf die Rundungen ihres Hinterns gerichtet war. Ob an dieser Theorie bezüglich der Affinität des Mannes für die weibliche Brust was dran ist, das weiß ich nicht. Ich versuche es aber herauszufinden: - im Selbstversuch.

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04.04.2019

DAGEGEN IST UBER EIN SCHEISSDRECK


Aus Alis "Sprüchekiste"

Auch wenn Uber in meiner heutigen Sendung "Hier spricht TaxiBerlin", es soll bereits die 33. sein, einmal mehr Thema ist, so lasse ich mir von dem Großen Pauperisierer aus Amerika nicht die Gute Laune verderben. Meinen härtesten Kampf, da geht es mir wie Cassius Clay, besser bekannt als Muhammad Ali, hatte auch ich mit meiner ersten Frau. Dagegen ist Uber ein Scheissdreck. Und überhaupt: Uber kann einem nur leid tun. Da haben sie so viel Geld und sind immer noch nicht zufrieden. Vom glücklich sein gar nicht zu reden. Übrigens: Wegen Muhammad Ali bin ich einmal vor gut vierzig Jahren ganz früh aufgestanden, noch vor vier Uhr! (Da kämpfte Muhammad Ali, aber nicht mit seiner ersten Frau!) Da hast du es heute bequemer. Du brauchst dich nur um 19 Uhr vor's Radio zu setzen. Du empfängst unsere 33. Sendung auf Pi-Radio in Berlin auf 88.4 MHz, in Potsdam auf 90.7 MHz und auch weltweit im Internet als Live-Stream.

Foto&Text TaxiBerlin

03.04.2019

DER LETZTE MACHT DAS LICHT AUS




Nicht nur mit dem Taxi (aber auch dort) geht es bergab, und so ist es nicht verwunderlich, dass sich immer mehr Menschen (auch bei mir im Taxi) fragen, wer wohl das Licht ausmacht. Was das Taxi angeht, da kann ich zumindest sagen, dass ich da schon so lange drin sitze, dass es auf die paar Tage auch nicht mehr ankommt. Mit anderen Worten: Im Taxi mache ich das Licht aus! Vorher, genauer gesagt morgen, Donnerstag, den 4. April, mache ich noch meine nächste Radio-Show von "Hier spricht TaxiBerlin", es soll bereits die 33. sein. Es wird einmal mehr um den Großen Pauperisierer Uber aus Amerika gehen, aber auch um die Berliner Zeitung, und ob sie eventuell Chancen auf den Claas Relotius Preis hat. Musikalisch werden wir uns an den Meister halten, der zur gleichen Zeit in der Mercedes Benz Arena seine Aufwartung macht. Außerdem bin ich auch immer noch auf der Suche nach Kollegen, mit denen ich einen Anti-Uber Song aufnehmen kann, Arbeitstitel: "Nie werde ich für Uber fahren!" - "Maggie's Farm" (oben) könnte dabei als Quelle der Inspiration dienen. Der Meister hat seinen Nobelpreis "for having created new poetic expression within the great American song tradition" schließlich nicht umsonst bekommen. Morgen 19 Uhr Pi-Radio: in Berlin auf 88.4, in Potsdam auf 90.7 und im Internet als Live Stream. Don't miss it!

Video BobDylan
Text TaxiBerlin

02.04.2019

UBER-FAHRER ALS VERGEWALTIGER


Motto gemäßigter Vergewaltiger

Aktuell hat ein Uber-Fahrer in Boston einen Fahrgast vergewaltigt. Insgesamt gab es alleine in den USA in vier Jahren über einhundert sexuelle Übergriffe in Uber-Fahrzeugen. Uber-Fahrer brauchen, im Gegensatz zu Taxifahrern, in vielen Ländern kein Führungszeugnis für ihren Job. Der Vorteil gegenüber Taxifahrern soll sein, dass man Uber-Fahrer nach der Tat sofort ausfindig machen kann. Das meint zumindest ein Kommentator der taz. Dazu sei angemerkt, dass das Ausfindig machen bei jedem Taxi aufgrund der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Konzessionsnummer, sowohl aussen als auch innen am Fahrzeug, kaum schwieriger sein dürfte. Eher im Gegenteil! Die Empfehlung, sich immer eine Ellenbogenlänge von Uber-Fahrern und ihren Fahrzeugen fernzuhalten, ist bei dieser Bilanz nicht hilfreich. Vielleicht sollten insbesondere Frauen in Zukunft einfach wieder in ein Taxi steigen, sofern dies in ihrem Land noch verfügbar ist.

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01.04.2019

MEIN LEBEN AUF DER ÜBERHOLSPUR


Noch mal Hauptbahnhof

In meinem Taxi komme ich immer öfter zum Denken und auch zum Nachdenken. Nachdenken, wer es nicht kennt, ist, wenn man über bereits Gedachtes noch mal nachdenkt. Denken wird ja weitgehend unterschätzt, und Nachdenken ist praktisch unbekannt. Bevor man zum Nachdenken kommt, hat man den größten Blödsinn oft schon geliked und/oder den größten Unsinn im Internet bestellt. Mangels virtueller "Freunde" kann ich niemanden liken und mangels Kohle auch nichts bestellen. Dafür denke ich öfters an meine Zukunft, und ob ich überhaupt noch eine habe. Neulich nun am Hauptbahnhof, wo direkt neben der Taxihalte immer die Fahrzeuge des Bundespolizei parken, kam mir eine ganz neue Idee: Ein Leben auf der Überholspur! Wer will das nicht? Aber deswegen gleich Bundespolizist werden? Lieber wäre ich mit meinem Taxi überhaupt mal wieder auf Straße, möglichst mit Fahrgästen. Muss ja nicht gleich die Überholspur sein! Vielleicht bleibe ich auch, wo ich bin, oder mach 'ne Eselfarm auf.

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31.03.2019

I DON'T BELIEVE THE HYPE


Wie das Land, so seine Kalender

Gestern fiel mir in meinem Taxi, in dem ich nicht nur immer mehr Zeit zum Nachdenken, sondern auch zum Erinnern habe, plötzlich ein, dass ich auch schon mal die Welt retten wollte. Ich muss damals 11 oder 12 gewesen sein. Greta ist, so gesehen, mit ihren 16 Jahren spät dran. Du merkst schon: I don't believe the hype, der gerade um Greta gemacht wird. Für mich ist die Hysterie um die Pubertierende aus Schweden vor allem ein Symptom. Ein Symptom für eine immer infantiler werdende Gesellschaft, in der die Lebenserfahrung älterer Menschen immer weniger gebraucht zu werden scheint. Von Bertolt Brecht stammt beispielsweise die Feststellung: Unglücklich das Land, das Helden nötig hat. Aktuell gibt es allerdings noch eine Steigerung: Unglücklicher nur das Land, das Kinder als Helden nötig hat.

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30.03.2019

MODERNE ZEITEN


Am Hauptbahnhof

"Wir halten die Rückkehrpflicht ein." - Gesagt hat dies ein Uber-Fahrer, und der muss es wissen, für alle Uber-Fahrer. Gedruckt hat es die Berliner Zeitung. Überprüft hat es niemand. Heute reicht es aus, von etwas überzeugt zu sein, und überhaupt gilt: "Zu überprüfen sind rechtliche Vergehen ohnehin schwer." Auch dieser Satz, der sich wie eine Feststellung anhört, in Wahrheit aber eine Meinung ist, stand in der Berliner. Wie die Rückkehrpflicht eingehalten wird, kann man aktuell am Hauptbahnhof beobachten. Genauer gesagt am Friedrich-List-Ufer Höhe Washingtonplatz. Dort stehen kehren Uber-Fahrzeuge gemeinsam zum Betriebssitz zurück, obwohl das erste aus Berlin (B), das zweite aus dem Havelland (HVL) und das dritte sogar aus Königs Wusterhausen (KW) kommt. Wir leben wahrlich in modernen Zeiten.

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29.03.2019

DER GROßE PAUPERISIERER




In meiner nächsten Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin" am kommenden Donnerstag wird es einmal mehr um den Großen Pauperisierer Uber aus Amerika gehen. Uber, das muss der Wahrheit wegen angemerkt werden, ist zwar nur ein Pauperisierer unter vielen, die anderen heißen Amazon, Zalando, Lieferando und so weiter, dafür aber ein besonders großer. Was alle Paupersierer gemein haben, ist ihre Lohndrückerei. Wobei man schon nicht mehr von Lohn reden kann. Es ist eher ein Schmerzensgeld. Eine Teilnahme am normalen sozialen Leben ist damit jedenfalls nicht möglich. Es bewahrt einem eigentlich nur vorm Flaschensammeln (das Dosen- und Flaschenpfand wurde ja seinerzeit als flankierende Maßnahme zu Hartz Vier eingeführt - der ein oder andere erinnert sich), was im Gegensatz zum Laufrad von Uber und Co immerhin selbstbestimmt ist. Das weiß man aber erst, wenn man selbst auf der Suche nach leeren Pfandflaschen in eine Mülltonne reingeschaut hat. Doch zurück zu Uber, den Großen Pauperisierer aus Amerika, der auch schon in Österreich einmarschiert ist, das beim Großen Diktator von Charlie Chaplin Osterlitsch heißt. Auch in Sofia und Istanbul war Uber einmarschiert, allerdings nur für kurze Zeit, dann hat man den Großen Pauperisierer aus Amerika rausgekickt. Auch das ist möglich. Uber ist keine Naturkatastrophe, gegen die man nichts tun kann. Und auch ich werde meinen Beitrag gegen den Großen Pauperisierer aus Amerika leisten, damit die Welt nicht dasselbe Ende nimmt wie in Charlie Chaplins Großen Diktator (Video), und du kannst dabei sein: Am 4.4. ab 19Uhr auf Pi-Radio, in Berlin unter 88.4 MHz, in Potsdam sind es bereits 90.7 MHz, oder auch als Live-Stream im Internet.

Video CharlieChaplin
Text TaxiBerlin

27.03.2019

MIT DEM TAXI NACH BALKANIEN


WA wie Waltraud

Bisher habe ich immer nur Positives über meinen Chef geschrieben, und auch jetzt kann ich nichts Negatives über ihn sagen. Ganz im Gegenteil. Allerdings sehe ich ihn auch nur ein- maximal zweimal im Monat. Dann reden wir über alles Mögliche, nur nie über's Taxifahren. Das war neulich anders, da sprachen wir über Balkanien. Zwei ältere Damen, denen ich so viel Verrücktes über den Balkan erzählt hatte bei mir im Taxi, haben nun Interesse an einer Taxi-Fahrt dorthin signalisiert. Dazu passt, dass mein Chef, der sofort begeistert war von der Idee, ein Taxi von ihm könnte mit zwei älteren Damen durch die Schluchten des Balkans gleiten, mir sogar sein eigenes Taxi Namens Waltraud anvertraut hat für die Reise. Und überhaupt: Jeder muss halt sehen, wo er bleibt heutzutage. Manch einer spezialisiert sich auf Behinderte, ich auf Fahrten nach Balkanien. Uber, der Feind aller ehrlichen Taxifahrer, traut sich dort nämlich nicht hin, und das aus gutem Grund. Aus Sofia und aus Istanbul wurde der Lohndrücker aus Amerika bereits rausgekickt. Apropos: Bei mir gilt auch auf dieser Fahrt ausserhalb des Pflichtfahrgebietes, wozu das Stadtgebiet von Berlin und der Flughafen Schönefeld gehören, die Tarifpflicht, obwohl die Tarifpflicht nur schwer zu kontrollieren ist. Normalerweise müsste bei der jeder Fahrt einer von der Behörde mit im Taxi sitzen, um zu Uber-prüfen, ob ich auch das Taxameter einschalte. Wage aber nicht zu behaupten, dass die Tarifpflicht genauso schwer zu kontrollieren sei wie die Rückkehrpflicht der Uber-Fahrzeuge. Du würdest in Teufels Küche kommen. Auch deswegen gilt bei meiner Fernfahrt sicherheitshalber von vornherein die Tarifpflicht, und du kannst dabei sein, kannst Uber-prüfen, ob ich das Taxameter auch wirklich eingeschaltet habe und was am Ende auf der Uhr steht. Du musst nur immer wieder hier vorbeischauen, ich werden über die Taxifahrt nach Balkanien mit zwei älteren Damen berichten. Die Start ist für Anfang April, um genau zu sein ist es der 11. April, geplant.

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25.03.2019

AUSBÜRGERN GESTERN UND HEUTE




Es soll wieder ausgebürgert werden hierzulande. Das letzte Mal, dass ausgebürgert wurde, ist 43 Jahre her, und es war der Anfang vom Ende eines gesamten Staates. Danach dauerte es "nur" noch 13 Jahre, dass alles den Berg runter ging, dass ein ganzes Land ausgebürgert wurde. Die Rede ist von der Biermann Ausbürgerung 1976, und das Land, das es nicht mehr gibt, heißt DDR. Heute sollen Islamisten ausgebürgert werden, die fern der Heimat für einen islamischen Staat kämpfen. Beide Ausbürgerungen, also die damalige von Biermann und die heutige von Islamisten von hier, haben auf den ersten Blick nur wenig miteinander zu tun, und dennoch gibt es einige Parallelen. So wie damals Biermann, so sind auch die Islamisten heute mit den Verhältnissen bei sich zu hause unzufrieden. Allerdings: Sie leben mitten unter uns und haben sich hier radikalisiert. Wie es dazu kommen konnte, diese Frage wird aber nicht gestellt. Auch nicht, wo und wer sie radikalisiert hat. In unserer krankhaft individualistischen Welt wird immer so getan, als wären wir alle völlig isolierte Wesen, ohne Familie, ohne Freunde und auch ohne soziales Umfeld. Daran glaube ich nicht. Ich glaube auch nicht daran, dass der Crash unseres Landes und unserer Lebensweise noch 13 Jahre auf sich warten lässt. Aber nicht nur ich sehe das so, sondern auch viele meiner Fahrgäste. Auch wenn die wegen der feindlichen Uber-nahme aus Amerika immer weniger werden in meinem Taxi, so gibt es sie doch noch. Die Gespräche, die ich mit ihnen führe in den letzten Tagen und Wochen, nachdem ich zuvor viel Zeit alleine mit Nachdenken in meinem Taxi verbracht habe, haben in letzter Zeit immer dieselben Themen. Es beginnt immer mit einer gewissen Entfremdung, dass das, was in den Zeitungen steht oder in Talk-Shows heutzutage diskutiert wird hierzulande, mit dem eigenen Leben so rein gar nichts mehr zu tun hat. Das, einmal wahrgenommen, führt zu ganz unterschiedlichen Vorsorgemaßnahmen. Ein Fahrgast beispielsweise hat sich ein Stück Land gekauft, um sich selber mit seinen eigenen Lebensmitteln zu versorgen. Ein Ehepaar hat einen Brunnen graben lassen, um unabhängig von der Wasserversorgung ihr eigenes Wasser zu haben. Ein anderes Paar hat sein Geld in Edelmetallen angelegt, weil Edelmetalle ihrer Meinung nach immer gehen und in Zukunft noch gefragter sein werden als heute schon. Auch ich habe eine Exit-Strategie, ganz genauso wie meine Fahrgäste. Da ich kein Geld habe, ist diese zwangsläufig eher immatrieller Natur. Ich halte es mit obigem Lied von Wolf Biermann, dass er 1976 im Westen gespielt hat, bevor er ausgebürgert wurde. In Biermanns "Ermutigung" haben es mir vor allem die Zeilen folgende Zeilen angetan: Du, lass dich nicht verhärten in dieser harten Zeit. Die allzu hart sind, brechen, die allzu spitz sind, stechen und brechen ab sogleich. (Aktuelles Beispiel: Sahra Wagenknecht, deren Körper schon vor dem großen Streit die Waffen gestreckt hat.) Was nun die Islamisten angeht, die, indem sie andernorts für einen islamischen Staat gekämpft haben, immer auch gegen uns hier gekämpft haben, da habe auch ich keine Lösung. Für völlig falsch halte ich es allerdings, einfach so zu tun, als hätten sie und ihre Radikalisierung nichts mit uns zu tun. Ich denke, es kann auch hier nur helfen, sich Zeit zu nehmen, genauso wie ich in meinem Taxi, und anzufangen die richtigen Fragen zu stellen.

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23.03.2019

WIE GHANDI UBER LAHMLEGEN WÜRDE


Radikale politische Ideen - so sehen sie aus

Geht man in den USA in eine Bibliothek, so findet man in dem Regal für radikale politische Ideen Bücher über Ghandi und Jesus. Auch hier sind uns die Amerikaner mal wieder weit voraus und wissen einfach mehr als wir Europäer. Neuerdings steht in genanntem Regal auch ein Buch, das sich mit der Frage beschäftigt, wie Ghandi wohl mit bestimmten neuzeitlichen Phänomenen wie Facebook und Google umgehen würde. Ghandi, wer ihn nicht kennt, ist Inder und bis heute für seinen friedlichen Widerstand weltweit bekannt. Uns soll an dieser Stelle nur interessieren, wie dieser friedliche Widerstand gegen Uber aussehen könnte. Ghandi würde heute, so sagt es das Buch in dem Regal für radikale politische Ideen, gegen Uber einen Flash-Mob organisieren, so wie er seinerzeit Demonstrationen gegen verschiedenste Ärgernisse des indischen Alltags organisiert hat. Dieser Flashmob könnte, geht es nach den Autoren des Buches, so aussehen, dass eine sehr große Anzahl von Menschen mit ihren Smartphones permanent ein Uber bestellen und es im letzten Moment dann wieder stornieren, um bald darauf ein neues zu bestellen. Es sei mehr als unwahrscheinlich, dass man von Uber deswegen geblockt wird, weil Uber ja nur das Beste will, und das sei nun mal den Kunden seine Kohle und nicht das Befinden des Fahrers. Dass die Uber-Fahrer recht bald sehr frustriert sein dürften wegen der vielen Stornos, das sei Uber egal, da sind sich die Autoren sicher. Da muss schon einiges passieren, bevor Uber einen potentiellen Kunden rauskickt. Ob das wirklich stimmt, das weiß ich natürlich nicht, die Idee kommt schließlich aus Amerika. Ich selber kann es auch nicht überprüfen, weil ich kein Smartphone habe. Wer es nicht glaubt, dass ich kein Smartphone habe, liest wohl keine Zeitung mehr, denn es stand neulich noch in der Berliner. Ghandi, also der mit den radikalen Ideen, auf den auch die Idee mit dem Flashmob zurück geht, das sei noch erwähnt, saß insgesamt acht Jahre im Gefängnis, bevor er später einem Attentat zum Opfer fiel. Aber das ist lange her ...

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22.03.2019

7 : 1


60 Punkt 90 ist wie 7 bis 8 oder auch 7 zu 1

Sie stiegen am Swissotel ein, wo ich auch schon wieder eine Stunde stand, und es sollte mal wieder nur eine kurze Fahrt werden. Das herauszufinden, brauchte allerdings einige Zeit, denn die drei ausgewachsenen Männer und die dazugehörige Frau sprachen ausschließlich Portugiesisch. Zur Übersetzung diente ein Smartphone, das ihr reingesprochenes Portugiesisch für mich ins geschriebene und auch gesprochene Deutsch übersetzte. Nachdem das Fahrziel geklärt war, ging es noch darum, was die Fahrt kosten würde. Die von mir in ihr Smartphone gesprochenen 7 (Pause) 8 Euro, kamen als 78 Euro an. Nachdem geklärt war, dass es nicht 78 sondern nur 7 bis 8 Euro kosten würde, konnte es dann auch schon los gehen. Immerhin blieb während der Fahrt noch die Zeit, dem Smartphone ein 7 : 1 auf Deutsch für mich zu entlocken, schriftlich und auch akustisch. Die drei ausgewachsenen Männer und die dazugehörige Frau kamen offensichtlich aus Brasilien, und meine vorgegebe 7 (bis 8) hatten sie an das Endspiel der Fussball-WM vor einigen Jahren in ihrem Heimatland erinnert, das bekanntlich 7 : 1 endete, allerdings nicht für Brasilien sondern für Deutschland. Dann waren wir auch schon am Fahrziel, und mir, dem das Fussballspiel von seinem Therapeuten verboten worden ist, blieb nur noch Zeit für ein knappes SO SORRY!

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21.03.2019

MOBILE LEBENSBERATUNG NOCHMAL


Berliner Treppenhaus

Ich stehe nicht nur rum mit meinem Taxi, so ist es auch nicht. Hin und wieder fahre ich auch. Meist sind es Kurzstrecken, um genau zu sein kurze Fahrten, denn vom Halteplatz gibt es keine Kurzstrecke. Kurze Fahrten scheinen bei Uber generell teurer zu sein als im Taxi. Koffer tragen scheint auch nicht zum Uber-Service zu gehören, aber Taxifahren ist eben mehr als nur die Beförderung von A nach B. So kommt man auch mal wieder in fremde Treppenhäuser, in die man früher, also vor 25 Jahren, einfach so rein konnte, weil sie meist nicht verschlossen waren in Berlin. Heute sind viele Treppenhäuser reinste Sicherheitsbereiche, manche haben sogar Kameras an der Klingel. So auch in dem Haus von dem Diplom-Psychologen für "Alle Kassen und Privat" mit dem schönen Zusatzaufkleber "Sei verrückt. Sei mutig" an der Tür. Keine Ahnung, ob das jetzt ernst gemeint ist, denn mein Fahrgast, dem ich die Koffer in den vierten Stock trug, war nicht der Psychologe. Ich denke aber, man sollte erstmal alles ernst und jeden beim Worten nehmen. Diese "als ob" Typen und ihr "wahr nicht so gemeint" sind mir unerträglich, und das schon lange. Auch deswegen der Hinweis, dass man bei mir im Taxi zwar nicht telefonieren, dafür aber alles sagen darf - sogar die Wahrheit. Das kommt extrem gut an bei meinen Fahrgästen, und die ersten haben auch schon von meinem Angebot der Mobilen Lebensberatung Gebrauch gemacht. Das soll auch mit den Psychologen zusammen hängen, die chronisch überbelastet sind und manchmal gar keine mutigen Menschen wollen, sondern nur Leute, die funktionieren.

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20.03.2019

ELITESOLDATEN GEGEN GELBWESTEN


Auch die Frage ist die alte

Einmal mehr stehe ich mit meinem Taxi irgendwo rum, diesmal am Bahnhof Friedrichstraße, dort gibt es immer Programm. Diesmal bietet dies das Radio, aus dem ich erfahre, dass der Präsident von Kasachstan einfach mal so zurücktritt, während der noch amtierende im Nachbarland diesen Samstag einfach mal Elitesoldaten gegen Gelbwesten einsetzen will, obwohl die Mehrheit der Franzosen die Gelbwesten weiterhin unterstützt. Die Welt steht Kopf. Nur - : "Soldaten sind Mörder", daran hat sich bis heute nichts geändert, auch wenn man bereits aus Randalierern Mörder machen wollte.

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KEIN UBER IN ISTANBUL UND IN SOFIA




In Istanbul gibt es kein Uber, wer hätte das gedacht? Dass es kein Uber mehr in Istanbul gibt, liegt daran, dass man Uber über Nacht rausgekickt hat. Das geht! Darüber erfährt man in obiger aktuellen und absolut sehenswerten Doku über Kolleginnen in Istanbul von Öffentlich/Rechtlich, genau - die mit dem Bildungsauftrag, allerdings nichts. In der bulgarischen Hauptstadt Sofia ist die Situation "by the way" ganz genauso. Es gab Uber für kurze Zeit, und dann wurde es verboten. Ganz einfach! Und dass, obwohl beide Länder, also Bulgarien und allen voran die Türkei, korrupt ohne Ende sein sollen.

Doku BayrischerRundfunk
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19.03.2019

VERPASST: "KONTROVERSE DISKUSSIONEN"




Stehe gerade mal wieder rum mit meinem Taxi und erfahre, dass das Thema Migration seit dem Sommer 2015 kontrovers diskutiert wurde hierzulande. Wann genau das gewesen sein soll, wird allerdings nicht verraten. Ich beginne nachzudenken. Dazu komme ich insbesondere in letzter Zeit immer öfter, aber auch schon im Jahre 2015. Seit dem Sommer 2015 sind dreieinhalb Jahre vergangen, aber ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass das Thema Migration ernsthaft diskutiert worden wäre. Meine Erinnerung ist, dass alle die, die das Thema ernsthaft diskutieren wollten, reflexartig beschimpft, geschnitten, gemobbt und in eine bestimmte Ecke gedrängt wurden. Perfektes Empörungsmanagement, dessen hysterisches Credo "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns" lautet. Das hatten wir schon mal, und es hat schon damals kein gutes Ende genommen. Vielleicht irre ich mich auch, das will ich nicht ausschließen, und habe die kontroverse Diskussion einfach nur verpasst. Was ich weiß, ist, dass der Berliner Künstler und Therapeut Raymond Unger ganz aktuell einen Beitrag zur Debatte geleistet hat. Aber dann kennst du den bestimmt schon.

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18.03.2019

BETREUTES WÄHLEN


Denken ist Lenken

Ich fahre kein Ski sondern Taxi, und ich habe auch keinen Urlaub sondern stehe mangels Kundschaft mal wieder irgendwo rum und denke nach. Nachdenken wird weitgehend unterschätzt, dabei macht nachdenken jede Menge Spaß, und den will bekanntlich jeder. Nur etwas tun für den Spaß, das will keiner. Gut, heute übernehme ich das noch mal mit dem Nachdenken, aber morgen musst du auch mal selber denken. Gerade habe ich daran gedacht, dass eine Ampel bei den nächsten Wahlen das Problem, das wir mit Wahlen haben (immer mehr Menschen verwählen sich), ganz einfach lösen könnte. Ich weiß, bei Lebensmitteln lässt die Ampel auf sich warten, aber Wahlen sind auch wichtiger als Lebensmittel, deswegen kommt sie da auch früher. Die Wahl-Ampel wird diskret in der Wahlkabine angebracht; der Russe beeinflusst unsere Wahlen auch ganz diskret, also warum sollten wir nicht mit gleichen Waffen zurückschlagen. Die Ampel in der Wahl-Kabine schaltet ganz normal, wie Ampeln das zu tun pflegen, von grünem Licht, auf dem alle Parteien stehen, die gewählt werden dürfen auf gelb, wo drauf steht, was gerade noch gewählt werden darf. Zum Schluss schaltet die Ampel auf rot. Rot macht aggressiv. Rot ist der Russe und alle die, die nicht gewählt werden dürfen.

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17.03.2019

RANDALIERER SIND MÖRDER


Pause - Zu Risiken und Gefahren fragen Sie ihren Taxifahrer

Stehe mal wieder mit meinem Taxi irgendwo rum und überlege. So viel rumstehen ist gar nicht gut, man kommt da auf ganz komische Gedanken. Im Radio wird verkündet, dass in Paris randaliert wurde, der Präsident deswegen seinen Skiurlaub abbrechen musste und sein Innenminister die Randalierer Mörder nennt. Tote gibt es keine. Dass Soldaten, die Menschen töten, Mörder sind, davon hatte ich schon gehört. Dass Randalierer, die niemanden ermordet haben, Mörder sein sollen, noch nie. Aber man lernt eben nie aus, insbesondere im Taxi nicht. Ich frage mich, ob demnächst bereits Demonstranten Mörder sein werden oder das Wählen ganz und gar verboten wird. Denn Wähler sind auch nicht mehr das, was sie früher einmal waren. Immer öfter verwählen sie sich. Natürlich nur, weil sie von aussen beeinflusst werden. Nein, jetzt nicht von den mordenden Franzosen, aber fast, und zwar vom bösen Russen. Da Wahlen bekanntlich verboten wären, wenn sie was ändern würden, kann jeder sich selbst seinen Reim drauf machen, was es bedeutet, wenn plötzlich Gründe gesucht werden, warum Wahlen doch nicht mehr so gut sein sollen, nur weil die Wähler angeblich von aussen gesteuert sein könnten.

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16.03.2019

READER ANALYTICS


Der Goldesel - so sieht er aus!
(macht aus Stroh Gold und hat Geld wie Heu)

In meinem Taxi habe ich viel Zeit zum Lesen und in letzter Zeit, Dank Uber, immer mehr. Ich bin Uber wirklich dankbar dafür, das ist jetzt kein Quatsch. Am meisten danke ich aber dem Taxi, das mir so viel Zeit zum Lesen lässt, denn das tat es schon vor Uber. Da man bei Uber angeblich mehr verdienen soll, muss man als Uber-Fahrer logischerweise auch mehr fahren - anders geht es nicht. Uber mag vieles sein, aber ein Gold-Esel, der Gold scheißt, das ist selbst Uber nicht. Genau dieser Umstand, also dass ich mehr fahren soll, ist der Hauptgrund, der für mich gegen Uber spricht. Hinzu kommt, dass die angeblichen Profis von Uber, allesamt nur angelernte Hilfskräfte, die zu blöd sind, die Ortskundeprüfung für Berlin zu bestehen, einfach kein Umgang für mich sind. Mein Umgang sind Bücher, und zwar richtige und keine elektronischen. Wusstest du, dass E-Books immer öfter getrackt und Bücher auch schon umgeschrieben werden, also dem Leseverhalten des Lesers angepasst werden? Als nächstes wird das in Echt-Zeit passieren, also während du noch liest, wird dein Buch bereits umgeschrieben werden. Ich weiß nicht, wie es dir damit geht, aber mich erinnert das irgendwie an Orwell. In 1984 wurde, so weit ich mich erinnere, permanent die Geschichte umgeschrieben. Da haben wir heute richtig Glück, da wird das Buch nur umgeschrieben, damit es sich besser verkauft, reines Marketing also - sonst nichts!

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15.03.2019

ÜBERFORDERUNG


Ich bin gerade überfordert. Waren Kinder gestern noch ganz schlecht für die Umwelt, sind sie heute schon wieder total gut. Belasteten Kinder gestern die Umwelt noch durch ihren CO2 Ausstoß, retten sie heute schon das Klima. Beklagte man gestern noch den angeblichen Fachkräftemangel, lässt man heute die Fachkräfte von morgen ganz offiziell die Schule schwänzen. Ist das Kindertheater, böse Zungen reden bereits von Kindesmissbrauch, nur eine Nebelkerze? (Dann wäre ein Fackelumzug die bessere Wahl!) oder bereits eine weitere Etappe der allgemeinen Infantilisierung? Ein Ziel scheint zumindest erreicht: Von den Gelben Westen, die seit wie vielen Samstagen ? - also an einem normalerweise Arbeits- und auch Schulfreien Tag !, zu zehntausenden auf die Straßen Frankreichs gehen, spricht keiner mehr. Fällt mir gerade ein: Der "Sonntag für Spinner" ist noch frei.

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ITB RÜCKBLICK


Am Sonntag endete die diesjährige ITB, aber eigentlich schon am Freitag. Die ITB ist die weltgrößte Tourismusbörse, laut Wikipedia "die Leitmesse der weltweiten Tourismusbranche", und das seit 1966. Die ITB ist traditionell ein Highlight für Berliner Taxifahrer, und so war es auch in diesem Jahr - trotz Uber. Uber-Fahrer sind extrem lichtscheue Wesen, die mehrheitlich erst im Dunkeln aus ihren Löchern gekrochen kommen. Dann sitzen die Tourismus-Lobbyisten bereits an der Hotel-Bar und stoßen auf ihre Geschäftsabschlüsse an. Die ITB im März ist immer auch die Zeit, in der Berliner Hotels doppelte oder gar dreifache Preise für ihre Zimmer nehmen. Hotels folgen, was ihre Preise angeht, genauso wie Uber einem Algorithmus, obwohl sie im Gegensatz zu Uber immobil sind. Und obwohl die ITB-Typen aus der Reisebranche kommen, müssen sie zur ITB in Berlin überteuerte Hotelpreise bezahlen. Im Taxi wirkte sich das dieses Jahr erstmals so aus, dass kaum einer von ihnen Trinkgeld gab. Und das ist für mich, der nie ein Fan von organisierten Reisen oder vorher gebuchten Hotels war, ein Alarmsignal, aber nicht des Geldes wegen. Geld ist nur Geld, und Trinkgeld sowieso nur Trinkgeld, also gar kein richtiges Geld. Aber wenn Leute, die in der Vergangenheit Trinkgeld gegeben haben, plötzlich kein Trinkgeld mehr geben, dann ist was faul in der Branche - und nicht nur dort! Was wie immer war, war die Tatsache, dass die meisten ITB-Typen bereits am Freitag die Stadt verließen, obwohl die ITB erst am Sonntag endete. Samstag und Sonntag geht traditionell der Berliner Pöbel auf die ITB, aber nicht etwa weil er verreisen will, sondern um mit den übrig gebliebenen Hochglanzbroschüren seine Wohnung neu zu tapezieren. Diese Flaschensammler unter den Reisenden waren auch in diesem Jahr nicht interessant für den ITB-Typen. Time ist bekanntlich Money! - Aber stimmt das wirklich?

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14.03.2019

BUS STREIK IN BERLIN


Wo laufen sie denn ... ?

Erfahre gerade aus dem Radio, dass es aktuell in Berlin einen Bus-Streik gibt. Den Hörern wird empfohlen, zum Flughafen Tegel ein Taxi zu nehmen. Dazu muss man wissen, dass man zum Flughafen Tegel nur mit dem Bus oder mit dem Auto, also auch mit einem Uber, kommt. Insoweit ist der Hinweis aufs Taxi schon eine Meldung wert. Aber es wird noch besser: Info-Radio rät allen Flugreisenden mit wenig Gepäck, vom U-Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz aus zu Fuß zum Flughafen Tegel zu laufen, man brauche dafür nur eine halbe Stunde. Übrigens ein Rat, den ich auch immer wieder meinen Fahrgästen gebe: Lauf mal ein Stück, dann siehst du mehr, und danach geht es dir schon viel besser! Hat sich das Radio vielleicht bei mir bedient?

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IM TAXI MIT GRETA (TEIL 3)


Mit der ersten Wahl ist es wie mit der ersten Fahrt
- der Sponsor übernimmt die Kosten (aber nur bis 10€!)

Jetzt hat sich das Justizministerium bei mir gemeldet, ohne dass ich ihm geschrieben habe. Einfach so. Wobei, Einfach so stimmt nicht ganz. Das Justizministerium wusste, dass ich überlege es wegen Greta zu kontaktieren. Es hatte sozusagen einen Wink bekommen, und zwar vom Familienministerium. Das Familien- und das Justizministerium arbeiten eng zusammen. Keine Ahnung, ob das jetzt eine gute oder eine schlechte Nachricht ist, immerhin kam es mir bekannt vor. Jedenfalls ließ mich das Justizministerium wissen, dass man gegen Greta nicht vorgehen werde wegen Schulschwänzen. Einerseits, weil das neulich von ganz oben als gut befunden wurde. Und andererseits, weil man die Schulschwänzer noch braucht, und zwar als Stimmvieh.

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13.03.2019

IM TAXI MIT GRETA (TEIL 2)


Meine neue Idee fürs Taxi anstelle der Personenbeförderung
(PR-Agentur: TaxiBerlin)

Ich habe mich jetzt doch mal ans Familienministerium gewandt wegen Greta. Zeit habe ich genug, also warum nicht mal was Vernünftiges tun, als ständig leere Flaschen durch die Gegend zu kutschieren. Die automatisierte Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Es haben auch noch andere das Familienministerium wegen Greta kontaktiert. Das Familienministerium sei nicht zuständig, schreibt es, weil Gretas Familie nicht von hier ist. Es verweist auf das Justizministerium und/oder an das Kriegsministerium, was offiziell Verteidigungsministerium heißt. Das Familienministerium begründet seinen Verweis ans Kriegsministerium, das offiziell nicht Kriegs- sondern Verteidigungsministerium heißt, damit, dass es schon einmal einen ähnlichen Fall gab. Es ist noch gar nicht so lange her, da hat nämlich eine Sechzehnjährige ganz und gar einen Krieg ausgelöst. Hinter ihr stand damals die amerikanische PR-Agentur Hill & Knowlton. Welche PR-Agentur hinter Greta steht, weiß evtl. das Kriegsministerium, das offiziell Verteidigungsministerium heißt.

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12.03.2019

IM TAXI MIT GRETA


Schule ohne Schüler

Gestern saß mir Greta im Taxi. Ihr wisst schon, die mit den Zöpfen. Sogleich wurde meine staatsbürgerliche Pflicht geweckt. Jetzt nicht die Schulpflicht. Die ist ja aufgehoben für die Greta. Sondern die Meldepflicht. Und zwar die von Zöpfen. Sicherlich hast auch du schon davon gehört, dass Kinder mit Zöpfen aus rechten Elternhäusern kommen, weswegen man Kinder mit Zöpfe melden muss. Aber ich wollte Greta, also mein Fahrgast mit den Zöpfen, eine Chance gaben. Ich bin kein Typ, der andere so ohne weiteres denunziert. Deswegen fragte ich, ob Greta zu Hause Haus- und Handarbeiten machen muss, so wie ich es in der Broschüre von unserer Familienministerin gelesen habe. Erst verstand Greta mich nicht, sie spricht schließlich kein Deutsch, weswegen ich es auf Englisch versuchte. Dazu muss man wissen, dass mein Englisch alles andere als perfekt ist. Ich habe aber verstanden, dass Greta kaum noch zu Hause ist, sondern nur noch auf Reisen zusammen mit ihren PR-Beratern, kurz mal die Welt retten. Da komme sie weder zu Haus- noch zu Handarbeiten, was sie sehr schade findet, weil sie die eigentlich sehr mag. Jetzt bin ich ehrlich gesagt unentschlossen, ob ich die Zöpfe beim Familienministerium anschwärzen soll, zumal sie nicht mal von hier ist, die kleine Greta. Vor allem bin ich mir nicht sicher, ob ich sie wegen ihrem rechten Elternhaus oder wegen ihrer Schulschwänzerei anzeigen soll.

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11.03.2019

DAS TAXITRAUERSPIEL DER HIESIGEN MEDIEN


Es ist schon ein Trauerspiel, das die hiesigen Medien da veranstalten, wenn man sich als Nicht-Insider jetzt schon beim Russen informieren muss, wie es um das Taxigewerbe hierzulande bestellt ist. Weshalb das Interview mit Hermann Waldner nicht im Tagesspiegel oder in der Berliner Zeitung erscheint, bleibt deren Geheimnis. Warum kein Kutscher mehr den Tagesspiegel oder die Berliner Zeitung liest, ist dagegen klar: Kaum einer hat bei den beiden Zeitungen bis heute verstanden, worum es beim Thema Taxi vs. Uber wirklich geht.

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GESTERN WAR ES NUN SO WEIT ...


Friedrichshain ist auch nicht mehr das, was es mal war

Eines meiner Argumente, warum man und auch frau in meinem Taxi nicht telefonieren darf, ist, dass ja auch niemand auf die Idee kommen würde, sich in einem Flugzeug direkt hinter den Piloten zu setzen und dort zu telefonieren, wenn dies denn möglich wäre. Das Argument hebe ich mir immer für die schweren Fälle auf. Meist füge ich dann noch hinzu, dass ich mir nicht sicher bin, ob es heute nicht doch Idioten gibt, die das fertig bringen. Zu dem Idioten respektive der Idiotin kam ich allerdings nicht mehr, da fiel mir mein Fahrgast schon ins Wort, dass sie das selbstverständlich tue und zwar immer. Sie sei Sterwardess, und ihr Pilot trage auch keine Kopfhörer, mit denen er sich vor ihrem Gequatsche schützen könnte. - Der Job des Piloten heutzutage ist eben auch nicht mehr das, was er mal war.

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10.03.2019

WAHRHEITSFINDUNG - BESITZSTANDSWAHRUNG


Wo Wohnungen aber keine Wahrheiten
an den Mann und auch an die Frau gebracht werden

Die Hoffnung stirbt zuletzt, die Wahrheit aber zuerst. Das sage ich meinen Fahrgästen, die sich immer noch wundern, dass sie keine Wahrheiten mehr finden können, weder im Fernsehen, noch in den Zeitungen und auch nicht im Netz. Es geht dort doch gar nicht darum, irgendeine Wahrheit zu zeigen, sondern nur um Besitzstandswahrung.

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09.03.2019

HIER SPRICHT TAXIBERLIN #32 ZUM NACHHÖREN




Ich fange mal so an: Dass unsere Sendung #32 am Vorabend des Frauentags mit dem Thema "Keine Mutter ist perfekt" notwendig war, beweist folgende Mitteilung von heute: Eine Lehrerin hat ein Manifest gegen das Kinderkriegen geschrieben, und zwar mit der Begründung, dass Kinder schlecht für die Umwelt seien. Eine Überraschung ist das nicht, zumindest nicht für mich. Lehrer und insbesondere Lehrerin ist eben kein Beruf wie jeder andere, sondern eine Diagnose. Ich bin mir nicht sicher, ob der Frau geholfen werden kann. Trotzdem soll nicht unerwähnt bleiben, dass ich in meinem Taxi auch eine mobile Lebensberatung anbiete. Für den Anfang empfehle ich "Keine Mutter ist perfekt" vom Therapeuten meines Vertrauens Hans-Joachim Maaz aus Halle an der Saale. Hans-Joachim Maaz saß mir nicht nur im Taxi vor einiger Zeit, sondern ist mir in meiner Sendung telefonisch zugeschaltet und beantwortet Fragen zu seinem neuen Buch "Keine Mutter ist perfekt", das er zusammen mit einer Frau geschrieben hat. Darüber hinaus gibt es zum allerersten Mal Live-Musik bei uns im Studio. "The Joker And The Clown", ein Deutsch/Amerikanischen Duo, hat sich zusammengefunden, weil ich die Idee habe, einen "Anti-Uber-Song" zu schreiben. Das Lied soll eine Mischung aus "Maggie's Farm" von Bob Dylan und "Bayern" von den Toten Hosen sein. Wenn du eine Idee hast für einen "Anti-Uber-Song" oder du ganz und gar mit machen willst, dann schreib eine mail an: taxi.berlin(ät)gmx.de

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08.03.2019

DIE FRAUENQUOTE IM TAXI UND ANDERSWO


Frühstück bei Tiffanny, der Quote wegen

Seitdem bekannt geworden ist, dass der Internationale Frauentag ab sofort neuer offizieller Feiertag in Berlin wird, habe ich mich obsessiv mit der Frauenquote beschäftigt. Das führte auch schon mal dazu, dass ich Fahrgäste ablehnen musste, weil sie die Frauenquote nicht erfüllt haben. Meinem Chef habe ich bisher nichts davon erzählt, und so soll es auch bleiben. Dass der Internationale Frauentag Feiertag ist, ist für mich nicht neu. Ganz genau ist es eine Wiederholung oder auch "Die ewige Wiederkehr des Immergleichen", wie Kollege es nennen würde. Es ist auch noch gar nicht so lange her, dass ich die Frauenquote auch für die Berliner Stadtreinigung (BSR) und im Taxi gefordert habe. Gestern nun habe ich erfahren, dass sich, was die Frauenquote angeht, zumindest bei der BSR einiges getan hat. Waren es im November 2018 immerhin schon 15 Frauen, die Orange trugen, so sind es aktuell bereits 34, die sich gestern im Recyclinghof in der Wilmersdorfer Forckenbeckstraße trafen, um den heutigen neuen Feiertag, an dem sie selbstverständlich frei haben, vorzufeiern. Ich denke, das ist ein schöner Erfolg, diese mehr als hundertprozentige Steigerung der Frauenquote von 15 auf 34 Frauen in nur vier Monaten. Dasselbe wünsche ich mir zum heutigen Frauentag auch im Taxi. Dann würde wahrscheinlich nicht nur ich die ein oder andere Schicht mehr mit meinem Taxi auf den Berliner Straßen und Plätzen unterwegs sein, und möglicherweise würde dann der große Parkplatz am Flughafen Tegel nur für Taxen weniger zum Beten und mehr zur Kontaktaufnahme mit dem anderen Geschlecht, sozusagen als Kontaktbörse, genutzt wird. Abschließend möchte ich feststellen, dass es die Frauenquote nur gibt, weil es auch den Mann gibt. Oder mit anderen Worten: Ohne Mann keine Frauenquote! Der heutige Frauentag ist, so denke ich, auch eine gute Gelegenheit, dem Mann dafür vielleicht nicht gleich zu danken, das wäre wahrscheinlich etwas viel verlangt, aber immerhin wohlwollend zu gedenken.

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07.03.2019

"DIESE TAXIFAHRT WERDE ICH NIE VERGESSEN!"


Gutes kann so nah sein: Mein kleiner Bauchladen

Gestern bekam ich das schönste Kompliment, was man nicht nur als Taxifahrer bekommen kann. Es kam von einem Mann. Obwohl, jetzt wo ich darüber schreibe, bin ich mir gar nicht so sicher. Jedenfalls kam die Person aus der Werbung. Als solche Person aus der Werbung haben ihr die Hinweisschilder bei mir im Taxi ausgesprochen gut gefallen. Genau genommen sind es gar keine Hinweis-, sondern Verbotsschilder. Auf ihnen steht: "In diesem Taxi dürfen Sie zwar nicht telefonieren, dafür aber alles sagen - sogar die Wahrheit." Das sei radikal, aber auch witzig und darüber hinaus noch nett. Wie dem auch sei, sie lenken die Aufmerksamkeit direkt auf mich, und darum geht es beim Taxifahren: Um den Taxifahrer! Der Fahrgast wird nicht abgelenkt durch inhaltslose Telekommunikation, sondern kann sich ganz auf das konzentrieren, was ich sage und umgedreht. Ich habe mich in meinem Taxi zu einem Extrem-Zuhörer entwickelt. Ich höre Sachen, die der Sprecher, im Taxi der Fahrgast, gar nicht gesagt haben will. Aber vor allem weiß ich, welcher Bücher der Fahrgast braucht. Mein gestriger Fahrgast, also die Person aus der Werbung, hat eins über mich bekommen, denn er/sie wollte mehr über mich erfahren. Gestern war ihm/ihr das zwar noch nicht bewusst, aber spätestens wenn er/sie das Buch gelesen hat, wird es ihm/ihr klar sein. Möglicherweise hilft es, wenn er/sie meine heutige Radio-Sendung hört, obwohl ich mir da nicht so sicher bin. Denn Merkur ist rückläufig (oder "fährt zurück", wie der Taxifahrer sagt), was dazu führt, dass die Kommunikation irgendwie gestört ist. Mal hören!

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