31.10.2018

SHOWDOWN AM HANDWASCHBECKEN



An dem kleinen Handwaschbecken auf der Toilette direkt neben der Pilotenbude, die beide zu dem großen Parkplatz nur für Taxifahrer am Flughafen Tegel (TXL) gehören, kommt es immer wieder zum Stau, ich hatte bereits hier darüber geschrieben. Neulich nun kam es infolge des Staus zum Showdown am Handwaschbecken. Ein Kollege wusch mal wieder seine Füße in dem kleinen Handwaschbecken, was regelmäßig den Stau verursacht. Daraufhin meinte ein anderer Kollege, dass das ein Waschbecken sei, wo man sich die Hände und nicht die Füße wäscht, und er hätte keine Lust an einem versifften Waschbecken seine Hände zu waschen, er hätte schließlich für den Toilettengang, also auch fürs Händewaschen bezahlt. Daraufhin meinte der Kollege, der sich immer noch dort seine Füße wusch, der andere hätte keinen Respekt vor seiner Religion, woraufhin der angesprochene meinte, es sei genau umgekehrt. Der im Handwaschbecken seine Füße waschende Kollege habe keinen Respekt vor unserer Kultur, die für manch eine nur in der gemeinsamen Sprache besteht, wo man seine Füße nicht im Handwaschbecken öffentlicher Toiletten wäscht. Stell dir vor, du bist am Flughafen, willst irgendwohin fliegen, musst aber noch mal auf Toilette und dann das. Die beide waren jetzt so im Gespräch vertieft, was ja gut ist, wenn man miteinander spricht, ich musste aber mit meinem Taxi weiter, wollte ich meinerseits keinen Stau verursachen, so dass ich die Fahrt ohne Händewaschen fortsetzen konnte.

Foto&Text TaxiBerlin

30.10.2018

BIG BROTHER IM GENDER MAINSTREAMING


Alexander Ecke Gruner Straße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Big Brother ist jetzt eine Frau: Big Sister. Wann sich Big Brother der Geschlechtsumwandlung unterzogen hat und zu Big Sister wurde, hat er/sie nicht gesagt. Am Neusprech, der Sprache Big Brothers (jetzt Big Sisters), hat sich deswegen aber nichts geändert. Wenn Big Sister (Foto: Big Brother nach seiner Geschlechtsumwandlung) aktuell zum Beispiel durch die Einkaufshölle Alexa am Alexanderplatz ausrichten lässt, sie/er bekäme unsere Daten nicht, dann nur deswegen, weil Big Sister (früher Big Brother) unsere Daten bereits komplett hat, also allesamt und sämtlichst, von uns selbst, nachgeworfen sozusagen.

Foto&Text TaxiBerlin

29.10.2018

"DEN WOLLT' ICH SCHON IMMER MAL LESEN ..."


Noch im Angebot

Gestern war es wieder so weit, da habe ich nicht nur Menschen befördert, sondern ihnen auch Bücher verkauft, und zwar auf dem Boxhagener Platz, dem wohl besten Flohmarkt für Bücher. Aus aktuellem Anlass habe ich immer den Koran dabei, aber auch die Satanischen Verse, und das nebeneinander - versteht sich. Das Interesse an den Satanischen Versen war zwar größer, verkauft habe ich aber letztendlich den Koran, und zwar an eine ältere Dame. Den wollte sie nämlich schon immer mal lesen, wie sie mir verriet, war sich aber unsicher, wer ihn geschrieben hat, deswegen auch ihre Frage: "Von wem ist der gleich noch mal?" Dass er vom lieben Gott persönlich sein soll, erleichterte die Kaufentscheidung erheblich.

Foto&Text TaxiBerlin

28.10.2018

# FREE ADIL YIGIT


Adil Yigit sitzt zwar noch nicht im Knast, aber bald, und zwar weil: "er sei nicht erwerbstätig", wenn ich es richtig verstanden habe. Jedenfalls kann man nicht früh genug anfangen mit Autokorso für ihn wie damals bei Deniz Yücel. Der ein oder andere erinnert sich. Für # Free Deniz sind damals viele Menschen durch die Gegend gefahren. Das kostete nix, außer ein bisschen Sprit, und man hatte ein gutes Gewissen. So dachte ich zumindest. Bis heute, da bin ich losgefahren, wollte Autokorso machen: # Free Adil Yigit. Was soll ich euch sagen, ich war ziemlich allein mit meinem Autokorso. Ein paar böse Blicke habe ich aber schon geerntet. Der ein oder andere, der mir erst zujubelte, weil er mein Ein-Auto-Korso für eine türkische Hochzeit hielt, sich dann aber getäuscht sah, fand meine Aktion alles andere als witzig. Immerhin, ich muss den verfahrenen Sprit nicht bezahlen, das macht meine Firma. Und trotzdem: Mein Gewissen ist vielleicht nicht unbedingt rein, aber zumindest erleichtert. Danke Adil Yigit!

Text TaxiBerlin

"IST DER HABECK JETZT BEI DER AFD?"


Nanu, was ist denn mit dem Herrn Habeck los? Ist der jetzt bei der AfD, fragte sich immerhin ein Fahrgast. Ein anderer sieht ihn ganz und gar schon als künftigen Bundeskanzler. Ich bin mir nicht sicher, ob ihn dazu qualifiziert, dass er 2018 ausspricht, was er schon 2015 dachte, der Grünen-Chef, der sich selbst im falschen Film wähnt.

Text TaxiBerlin

26.10.2018

"WENN DU DENKST DU DENKST, DANN DENKST DU NUR DU DENKST" - ALSO SPRACH TAXIBERLIN


Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Das Taxi ist der ideale Ort zum Denken. So denke ich. Viele denken nur, dass sie denken. Das ist nicht neu, sondern von Juliane Werding. Heute denken die meisten nur daran, wem das, was sie eigentlich denken wollten, wohl nutzen könnte, so dass sie gar nicht mehr zum Denken kommen. Also sprach TaxiBerlin

25.10.2018

DAS IST WOHL SO


Im Taxi ist es seit einiger Zeit so, dass man viel Zeit hat. Sicherlich, das war schon immer so. Und vielleicht kommt es mir auch nur so vor, dass ich mehr Zeit habe, weil ich sie besser nutze als früher, und zwar zum Lesen. Dass ich lesen "muss", hängt auch damit zusammen, dass mein CD-Player nicht geht, und ich auch nicht ewig Radio hören kann. Die meisten Sender sind sowieso unhörbar. Dass der CD-Player schon mehr als ein Jahr kaputt ist und auch nicht repariert wird, weil man dann die gesamte Konsole erneuern müsste, was wiederum zu teuer wird für meine Firma, ist auch eine Metapher für das gesamte Taxigewerbe, so denke. Aber nicht nur für das Gewerbe, sondern für die gesamte Gesellschaft. Es war nicht immer so, dass einzelne Komponenten nicht repariert werden konnten, auch wenn das viele heute nicht mehr wissen. Aber wenn es nun mal jetzt so ist, dann muss eben die gesamte Konsole erneuert werden. Das ist wohl so.

Text TaxiBerlin

24.10.2018

HAUSRECHT


Neulich wurde ich von einer Fahrgästin gefragt, ob ich in meinem Taxi meinen Fahrgästen das Telefonieren verbieten darf. Um ehrlich zu sein, darüber hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht. Ich verbiete es ihnen einfach. Aber ob ich das denn auch dürfen würde, also rein rechtlich, insistierte die Frau fast schon aggressiv. Es sei auch zu ihrem Wohl, dass sie nicht telefonieren darf, denn das lenkt mich vom Fahren ab, und das kann nicht in ihrem Interesse sein, argumentierte ich. Nun sollte der Mann an ihrer Seite, der bis zu dem Zeitpunkt tapfer geschwiegen hat, auch mal etwas sagen, er sei schließlich Anwalt. Der musste nicht lange überlegen: "Klar darf der das, er hat das Hausrecht." Ob das Hausrecht denn auch für ein Automobil gilt, fragst du Erbsenzähler dich gerade? Aber klar doch! Die meiste Zeit stehe ich doch sowieso nur komplett immobil rum.

Text TaxiBerlin

23.10.2018

GEWINNE EINE BÜCHSE DOSENBIER DEINER WAHL


Du kannst eine Büchse Dosenbier deiner Wahl gewinnen, wenn du ein anderes Land auf dieser Erde nennen kannst, in dem es eine gesetzliche Verpflichtung zur Annahme von Kreditkarten im Taxi gibt. Diese Quizfrage ist diesmal nicht von mir sondern von der Rechtsanwältin Alexandra Decker, die  sich nicht nur für das hiesige Taxigewerbe und gegen Uber&Co engagiert, sondern während ihres Studiums ebenfalls Taxi gefahren ist, also eine Kollegin von uns hier in Berlin war und seit einiger in die Fußstapfen des leider viel zu früh verstorbenen und legendären Taxifahrerrechtsanwalts Andreas Just getreten ist. Hintergrund der Frage ist, dass es am Berliner Flughafen Tegel (TXL) eine solche gesetzliche Verpflichtung gibt, aber nicht am Flughafen Berlin Schönefeld (SXF). Der Gesetzgeber war der Meinung, dass der internationale Tourist, der sich so gerne in unserer Stadt tummelt, eben erwartet, mit der Kreditkarte bezahlen zu können, was im Umkehrschluss bedeutet, dass dieser entweder total verblödet oder unsere schöne Stadt ausschließlich über den Berliner Flughafen in Tegel (TXL) erreicht und auf keinen Fall am Flughafen Berlin Schönefeld  (SXF) ankommt. Ich persönlich tippe auf ersteres, aber das nur nebenbei. Die richtigen Antworten können gerne per e-mail an mich geschickt oder direkt Rechtsanwältin Alexandra Decker in der der Schöneberger Straße 15 in Kreuzberg hinterbracht werden. Abschließend erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass die Pflicht zur Kartenannahme nur ein weiterer Schritt in Richtung kompletter Bargeldabschaffung also zur totalen Überwachung ist.

Quiz RADecker
Text TaxiBerlin

22.10.2018

BETROFFENE/R GESUCHT - ABER VORSICHT!


Die für Taxiangelegenheiten zuständige Behörde in Kreuzberg hat, nachdem sie monatelang in Sachen Uber&Co untergetaucht war, in einer aktuellen e-mail darauf hingewiesen, dass ein konkreter Tatvorwurf mit Tatzeit und Tatort und ein namentlich benannter Zeuge nicht ausreiche, um gegen den flächendeckenden Verstoss gegen die Rückkehrpflicht der für Uber&Co fahrenden Mietwagen vorzugehen. Neben dem konkreten Tatvorwurf mit Tatzeit und Tatort und einem namentlich benannten Zeugen ist auch mindestens ein Betroffener zwingend notwendig. (Eine Zeugin und eine Betroffene gehen mit Sicherheit auch, auch wenn die Behörde dies nicht explizit in ihrer e-mail geschrieben hat.) Also: Wenn irgendjemand von der feindlichen Übernahme des Taxigewerbes durch Uber&Co betroffen ist, dann möchte er oder sie dies bitte den Beamten in Kreuzberg mitteilen, damit sie aktiv werden können. Ob nur "sich betroffen fühlen" ebenfalls ausreicht, darüber kann man im Moment nur spekulieren. Da "sich betroffen fühlen" sich aber dem "sich Sorgen machen" sehr verwandt anhört, besteht durchaus die Gefahr, dass sich der oder die "Sich betroffen Fühlende" bald in der Gesellschaft der "Besorgten Bürger" wiederfindet, und wer will das schon!?!

Text TaxiBerlin

21.10.2018

DIE ARROGANZ DER GRÜNEN




Dass ich in letzter Zeit immer mal wieder über Politik schreibe, liegt daran, dass bei mir im Taxi der CD-Player nicht funktioniert, was als Ausdruck des Zustandes des Gewerbes allgemein zu verstehen ist, so denke ich. Ich bin also "gezwungen" zu lesen oder Radio zu hören, und gerade dort kommt mir immer öfters unerhörtes oder zumindest merkwürdiges zu Ohren, was ich mir nach der Schicht noch einmal bei YouTube anschaue. Dafür ist YouTube wirklich mal gut, aber das nur nebenbei. Jeder hat es mitbekommen, dass die Grünen spätestens seit der letzten Wahl beim Wähler angesagt sind, auch wenn den größten Zuwachs an Wählerstimmen eine andere Partei eingefahren hat, aber auch das nur nebenbei. Warum die Grünen allerdings gerade so angesagt sind, das erschließt sich mir nicht. Ich meine: Was haben denn ausgerechnet die Grünen in der jetzigen Situation zu bieten? Gut, sie kennen sich mit Krieg führen ganz gut aus, aber das können andere dann doch besser. Wo sie auf jeden Fall führend sind, das ist bei der Arroganz, mit der sie auftreten, wohl auch bedingt durch den Aufschwung, der ihnen gerade zuteil wird. Alleine WIE Frau Dr. Rottmann mit dem Petenten (so heißt das wirklich!) Henryk M. Broder neulich im Petitions-Ausschuss sprach, entlarvt die ganze Arroganz der Grünen, und dabei geht es noch nicht um Inhalte!

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Text TaxiBerlin

20.10.2018

ARABER IN BERLIN UND IN ISTANBUL


Arabische Großfamilien in Berlin und Diplomaten in Istanbul aus Saudi Arabien scheinen eines gemeinsam zu haben: Sie kommen rasch aber vor allem brutal zur Sache. In Istanbul ging es einem Journalisten an den Kragen, in Berlin "nur" einer einhundert Kilogramm schweren Goldmünze. Ganz aktuell vermutlich auch einem Geldtransporter, was wir aber erst in einem Jahr wissen dürfen. Das ist nichts Neues. Neu ist auch nicht, dass einmal mehr das Opfer Schuld sein soll, in diesem Fall der arabische Journalist, denn "Er wollte es brutal."

Text TaxiBerlin

IM TAXI MIT DEM TALIBAN


 Es geht auch ohne Bart!

Heute beklagten sich Fahrgäste aus Frankreich bei mir darüber, dass sie in Berlin nur Taxifahrern mit komischen Bärten begegnet wären, die kein deutsch sprächen, von französisch gar nicht zu reden. Da ich mir selbst Taxifahren nicht leisten kann, konnte ich dazu nichts sagen. Ich persönlich finde Bärte völlig überbewertet, aber was bedeutet das schon. Uber-Fahrer haben keine Bärte, so viel steht zumindest fest. Ob sie darüber hinaus auch der deutschen Sprache mächtig sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Immerhin stand heute ein Uber-Fahrer an der roten Ampel neben mir, der keinen Bart hatte und sich auch noch ganz nett mit seinen Fahrgästen unterhalten hat. Ich will meine Beobachtung nicht überbewerten, aber manchmal kann man sogar von seinem schlimmsten Feind noch etwas lernen.

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19.10.2018

"UNTEILBAR" NACHTRAG




"... nicht friedlich ... Kampf ansagen ... Schweine wie Merkel und ... aus dem Amt jagen ..." (Antifa "Nordeast") - da ist wohl einiges los gewesen auf der großen Demo mit dem schönen Namen "Unteilbar", wie ich gerade erfahren habe. Ich war zum Glück "nur" mit dem Taxi unterwegs. Irgendwie muss ich geahnt haben, dass etwas dran sein könnte am Nietzsche-Wort: "Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas seltenes, aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel."

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16.10.2018

"AUF BERLIN HABE ICH VERZICHTEN MÜSSEN"




"Auf Berlin habe ich verzichten müssen"  - so Thomas Bernhard in seinen "Städtebeschimpfungen". Diese Lücke füllt TaxiBerlin in seiner nächsten Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin". In nur zwei Wochen nach meiner Auszeit von den Berliner Straßen und Plätzen hat sich schon so einiges angesammelt bei mir. Ganz genau war es so, dass ich bereits in meiner ersten Schicht nach gut zwei Monaten Abstinenz geflucht habe, und das sogar sehr. Ich muss dazu sagen, dass meine erste Schicht am Tag des Erdogans-Besuch war. Das Datum war gut gewählt, um mal richtig die Sau rauszulassen im Taxi. Erdogan ist zwar gleich weiter gereist, aber was seitdem nach Berlin kommt (beispielsweise zum Lichterfest letzte Woche), nervt nicht weniger. (Hoffentlich reisen die auch alle nach Köln weiter!) Aber es sind nicht nur die vielen Leute, die nerven, sondern auch ihre Fahrzeuge und die vielen Baustellen, bei denen man den Eindruck hat, wird eine geschlossen, schießen mindestens drei neue aus dem Boden, an denen dann wieder nicht gearbeitet wird. Am meiste nerven aber zweifellos die Menschen, um genau zu sein die Leute. Wie genau, das erfährst du am Donnerstag, den 18.10.18, ab 19 Uhr auf Pi-Radio. In Berlin im Radio unter 88.4, in Potsdam ist es bereits die 90.7 und weltweit als Live-Stream im Internet unter www.piradio.de

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Text TaxiBerlin

13.10.2018

DAS QUIZ BEI TAXIBERLIN


Da heute mal wieder halb Berlin mittels Demonstration mit dem schönen Namen "Unteilbar" (bisher kannte ich nur "Unteilbares Deutschland", aber man lernt eben nie aus) lahm gelegt wird, bleibt Zeit für das Quiz bei TaxiBerlin, bei dem es wie gehabt eine Berliner "Kurzstrecke" zu gewinnen gibt. Wer als erster (respektive erste) weiß, von wem folgendes Zitat ist, dem (oder auch der) winkt sie:

"Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes, aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel."

Quiz TaxiBerlin

ALLES I.O.


Nachricht für mich

So sieht es aus, wenn alles i.O. ist. Ich kenne Torsten, den Verfasser obiger Zeilen, nicht persönlich, und habe trotzdem den allerhöchsten Respekt vor seinen rhetorischen Fähigkeiten, aber auch ein ganz klein wenig Angst, denn ich frage mich: Ist Torsten möglicherweise Populist - oder wirklich nur ein ahnungsloser Tagfahrer?

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12.10.2018

BUND DER KOPFTUCHMÄDCHEN



Erdogan-Besuch Nachlese

Heute habe ich mich mal wieder gefragt, woran das liegen könnte, dass noch nie ein Kopftuchmädchen bei mir im Taxi saß, was auch nicht gut für meine Frauenquote ist. Bisher dachte ich, das läge am Islam, dass der vielleicht was dagegen habe, dass die mit fremden Männern mitfahren. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher, ob es nicht einfach an der Luft liegt, die wir im Taxi miteinander teilen müssten. Ich habe keine Ahnung, wie alt das Mädel im Video ist. Wie ein Groupie im Teenageralter, die ihrem Idol hinterher reist, sieht sie mir nicht aus, aber was weiß ich denn. Wahrscheinlich dürfte sie das auch gar nicht, wenn das Idol nicht Erdogan heißen würde. Ich hoffe, sie und ihre Kolleginnen vom Bund der Kopftuchmädchen sind nicht kollabiert, nachdem sie dieselbe Luft wie Erdogan eingeatmet haben.

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11.10.2018

NOCH EINMAL ÜBER DIE ACHTSAMKEIT


Mein aktuelles Angebot

Bei der erwähnten Achtsamkeit geht es, das hatte ich vergessen, an erster Stelle um mich. So gesehen ist Achtsamkeit etwas egoistisches, wenn nicht gar egozentrisches. Da Achtsamkeit immer mit Empathie verbunden ist, hat sie aber nichts mit dem alltäglichen Egoismus und mit der damit verbundenen Empathielosigkeit am Hut. So habe ich durchaus Verständnis dafür, wenn Leute telefonieren müssen, selbst wenn es, wie nur allzu oft, "nothing about nothing" ist. Das stimmt wirklich. Nur eben nicht in meinem Taxi. Das ist mein Wohnzimmer und mein Büro in einem, wo ich mich konzentrieren muss, und zwar auf's Fahren, denn Taxifahren ist eine Kunst, wovon mich, also vom Kunst machen, dummes Gequatsche nur ablenkt. Es ist also auch und vor allem im Wohle meiner Fahrgäste, dass sie mal Urlaub vom Handy machen. Immerhin nur ein Kurzurlaub, der 10 maximal 15 oder 20 Minuten andauert. Dafür dürfen sie in dieser Zeit auch alles sagen - sogar die Wahrheit. Ich denke, das ist ein faires Angebot.

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ÜBER DIE ACHTSAMKEIT


Selbst der Sperrmüll sieht Scheiße aus

In meiner alljährlichen Auszeit vom Taxifahren beschäftige ich mich viel mit Achtsamkeit, vor allem für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, aber auch für die kleinen Dinge, und insbesondere natürlich für meine Mitmenschen. Da bei jedem Menschen andere Dinge im Leben wichtig sind, kann ich darüber nichts schreiben, außer dass das jeder für sich selbst herausfinden muss. Unabhängig davon kann ich eine solche Auszeit vom Alltag aber jedem empfehlen. Sie sollte mindestens 40 Tage dauern und auf jeden Fall an einem Ort ohne Internet sein. Dem Großstädter aus Berlin beispielsweise empfehle ich das Dorf. Überhaupt, das wichtigste im Leben ist der Wechsel.

Meine Auszeit dauerte dieses Jahr sieben Wochen, also 49 Tage. Hinzu kam eine Woche für die An- und Abreise. Seit zwei Wochen bin ich nun zurück. Ich kann durchaus sagen, dass ich angekommen bin in Berlin. Ich bin auch schon sieben Schichten gefahren. Auch da war wieder die erwähnte Achtsamkeit gefragt. Allerdings betraf sie, und das ist der Unterschied zur Auszeit, meist Dinge, die nicht wichtig sind. Das hängt viel mit den Leuten hier in Berlin zusammen, aber nicht nur. Auch der Verkehr und die vielen Baustellen spielen eine Rolle. Im Vordergrund stehen zweifellos die Menschen. Lange habe ich nicht so viele hoffnungslose und verzweifelte Menschen gesehen.

Ich muss aufpassen, mich nicht von so viel Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung runterziehen oder gar anstecken zu lassen. Achtsamkeit, die die wirklich wichtigen Dinge im Leben betrifft.

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10.10.2018

INS KONZERT NUR NOCH ZU ELVIS




Da mein CD-Player im Taxi seit einiger Zeit nicht funktioniert, höre ich dort oft Radio. Das ist manchmal nicht so einfach, was daran liegt, weil die meisten Sender praktisch unhörbar sind. Zum Glück gibt es den Berliner Rundfunk 91.4, der so ein richtiger Rentner-Sender ist. Gut, das dumme Gequatsche der Moderatoren und Moderatorinnen nervt natürlich auch hier, keine Frage. Aber mit der Musik von früher ist es auszuhalten. Am Wochenende gab es die aus den Achtzigern zu hören, und zwischendurch gibt es auch immer mal wieder noch ältere Titel wie "I Got You Babe" von Sonny and Cher aus den Sechzigern, zweifellos der besten Zeit für Musik. Das sah auch mein Fahrgast so, der darüber hinaus noch anmerkte, dass Cher eine ziemlich arme Sau war, weil Sonny sie regelmäßig verprügelt hat.

So kamen wir über die Musik zu allen armen Schweinen, sie es da so gibt oder gab. Beispielsweise Amy Winehouse (nicht verwechseln mit Harvey Weinstein, obwohl das auch eine arme Sau ist), und auch "Rocky", der zwar keine Musik gemacht hat, aber irgendwie auch Künstler war. Wie wir dann auf Prince kamen, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Ich glaube, es lag daran, dass es demnächst ein Konzert mit Musik von ihm im Tempodrom gibt, was mir mein Fahrgast empfahl. Den Prince fand mein Fahrgast auf jeden Fall aus welchen Gründen auch immer "rattenscharf", womit ich meinerseits nun gar nichts anfangen konnte, weil "rattenscharf" bin ich ja selber, auch und gerade im Taxi. In einem Punkt waren mein Fahrgast und ich uns aber immerhin einig: Ins Konzert gehen wir nur noch zu Elvis!

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09.10.2018

"VON GAULAND LERNEN?"


Alexander Gauland zählt zumindest für die Medienhure zu den Bösen. Für den unvermeidlichen Jakob Augstein scheint der Fall nicht so klar zu sein. Immerhin hat seine aktuelle Kolumne den Titel "Von Gauland lernen?". Es geht dabei um einen Artikel von Alexander Gauland in der FAZ. Jakob Augstein bescheinigt seinem Autor, also Alexander Gauland, dass er "einen klugen Text über die deutsche - und die westliche - Misere geschrieben" hat. Jakob Augstein geht aber noch einen Schritt weiter, er zitiert in seiner Kolumne darüber hinaus Alexander Gauland, und zwar mit dem Satz: "Der Regen, der in ihren Heimatländern fällt, macht sie nicht nass." Gemünzt ist der Satz auf die so genannten Globalisten, über die Alexander Gauland, so Jakob Augstein: "mit einer eigenartigen Poesie schreibt, aus der gar nicht Verachtung oder Unverständnis spricht, sondern beinahe eine traurige Sehnsucht." Jakob Augstein bescheinigt Alexander Gauland: "man muss ihm zugestehen, dass er die Schwerkräfte richtig beschrieben hat, die an den westlichen Gesellschaften zerren." Das ist interessant und wird den ein oder anderen überraschen, dass ein Vertreter der Partei, die alle hassen sollen, etwas richtig beschreibt. Alexander Gauland zieht selbstverständlich, geht es nach Jakob Augstein, die falschen Schlüsse: "Natürlich irrt er kolossal." Das ist nicht nur klar, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Von Böse sprach Jakob Augstein übrigens in seiner Kolumne nicht, aber immerhin von "fies".

Text TaxiBerlin

08.10.2018

IM TAXI MIT EINER MEDIENHURE


Invalidenstraße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Es konnte nichts werden mit ihm, das war von Anfang an klar, denn er erlaubte sich, über mein japanisches Auto abzulästern, bevor er überhaupt drin saß. Er kam gerade mit dem Flieger aus Malle, wo er ausnahmsweise mal Privatfernsehen gesehen habe, was gar nicht geht. Normalerweise schaut er nur Öffentlich/Rechtlich, für die er als Freiberufler arbeite. Er sei, das gebe er zu, eine richtige Medienhure. Für Geld mache er jeden beschissenen Job, aber eben nur für Öffentlich/Rechtlich, denn die zahlen gut und bei denen ist die Welt noch in Ordnung. Da ist die Welt einfach, denn es gibt die Guten und die Bösen. Was die Bösen zu sagen haben, muss man sich nicht anhören, denn dass die böse sind, ist klar, das haben schließlich die Guten gesagt. Die Guten, das sind in seinem Fall wie gesagt Öffentlich/Rechtlich, und das solle ich, ginge es nach ihm, auch als Fahrziel auf die Quittung schreiben. Da die Fahrt vom Malle-Flieger aber zu ihm nach hause und nicht in den Sender ging, ging das natürlich nicht. Deswegen gehöre ich bei ihm, der bekennenden Medienhure, auch zu den Bösen, aber damit kann ich leben.

Text TaxiBerlin

06.10.2018

IM TAXI MIT EINEM JUDEN


Nun fahre ich schon so lange Taxi, und noch nie saß mir ein jüdischer Mitbürger im Taxi. Es ist mir auch kein Kollege jüdischen Glaubens bekannt. Aber bekanntlich ist irgendwann immer das erste Mal, und neulich war es nun soweit. Eigentlich fahre er nur sehr selten Taxi, und dann gebe er sich auch nicht als Jude zu erkennen. Warum er sich ausgerechnet mir, einem deutschen Muttersprachler mit kurzem Haar, anvertraute, kann ich nicht sagen. Möglicherweise hängt es damit zusammen, dass man in meinem Taxi alles sagen darf, sogar die Wahrheit, ohne dass diese gleich bewertet oder kommentiert wird. Mein Wahlspruch ist der eines früheren Freundes: Wer zu früh urteilt, verliert die Welt. Seine Welt hat mein Fahrgast auf jeden Fall verloren, wie er sagt, zumindest gibt er sie auf. Er geht demnächst, und das war wohl auch ein Grund, warum er sich mir anvertraute, obwohl er hier geboren sei, nach Israel. In Berlin fühle er sich schon lange nicht mehr sicher. Angst habe er aber nicht vor rechten Schlägern, sondern vor arabischen Jugendlichen. Angst habe ich zwar (noch) keine, aber wohl fühle ich mich in meiner Stadt auch nicht mehr. Nur, wo soll ich hingehen, überlege ich immer noch.

Text TaxiBerlin

05.10.2018

MEHR LEUTE ALS MENSCHEN


Auch beim Taxifahren gibt es mehr Leute als Menschen. Will sagen: Auf die meisten könnte man gut und gerne verzichten. Das betrifft übrigens sowohl Fahrgäste als auch Taxifahrer. Gestern war es nun so, dass es kaum Fahrgäste gab, und unter den wenigen, die einem einstiegen, die Menschen überwogen, sieht man mal von dem einem einen ab, der mir mittels seines mobilen Navis meine Stadt erklären wollte: "Jetzt links in die Potsdamer abbiegen ..., nein, erst die nächste die Potsdamer ...". Vielleicht liegt es auch daran, dass ich überall in der Stadt fahre und mich dort auch an die Taxihaltestellen stelle, dass ich es meist mehr mit Menschen als mit Leuten zu tun habe. Gestern nun stand ich am Hagenplatz im tiefsten Grunewald (auch dort wohnen Menschen!), als mich ein netter älterer Herr ansprach und fragte, ob ich die Freundlichkeit besäße, ihn nach Zehlendorf zu fahren (auch dort wohnen offensichtlich Menschen). Dass er so höflich fragte, lag daran, dass ich gerade "Holzfällen" von Thomas Bernhard las. Übrigens, aber das nur nebenbei, verfüge ich über viele Bücher von Thomas Bernhard, die ich irgendwann mal lesen muss - wahrscheinlich im Taxi. Dass dabei Fahrgäste im Sinne von Leuten (nicht Menschen!) manchmal nerven, ist nur folgerichtig, und es wurde mir auch frühzeitig prophezeit. Nicht so dieser ältere Herr am Hagenplatz, der mich nur ungerne beim Lesen störte, aber es letztendlich doch musste, weil ich die einzige Taxe am Hagenplatz war. (Keine Ahnung, wo sich die Kollegen wieder alle rumtrieben!?) Die Fahrt sollte wie gesagt nach Zehlendorf gehen und mein Fahrgast meinte, man könne da durchaus am Hüttenweg auf die AVUS fahren, wenn ich da nichts dagegen hätte. Ich sah mir die Sache kurz auf meinem Stadtplan an und kam zu dem Schluss, nichts dagegen zu haben. Bereits beim Einsteigen überlegte ich, an wen mich der nette ältere Herr, der mir am Ende fünf Euro Trinkgeld für weitere Bücher fürs Taxi überreichte, erinnerte. Auf der AVUS fiel es mir dann ein und am Fahrziel, also da wo der nette ältere Herr wohnt, fragte ich ihn, ob ihm schon mal jemand gesagt hätte, dass er aussehe wie Thomas Bernhard, bekannt durch Georg Schramms Soloprogramm "Thomas Bernhard hätte geschossen". Ja, das hätte er schon mal gehört, und es sei ihm angenehm. Wieso? Weil er, der nette ältere Herr und Literaturprofessor, Thomas Bernhard nicht nur persönlich gekannt hat, sondern darüber hinaus mit ihm befreundet war, worauf wir uns zum Abschied die Hände reichten. Es ist mir eine Ehre.

Text TaxiBerlin

04.10.2018

VOM TAXI ZUM ALGO


Das Taxi ist ein öffentliches Verkehrsmittel, mit dem ein jeder darf mitfahren darf, und als Taxifahrer haben wir die Beförderungspflicht, von der es nur einige wenige Ausnahmen gibt, beispielsweise wenn Fahrgäste unerlaubt Waffen mit sich führen oder offensichtlich an einer ansteckenden Krankheit leiden. Als Lenker eines öffentlichen Verkehrsmittels mit Beförderungspflicht haben wir darüber hinaus noch einen Bildungsauftrag, der zugegeben leider der breiten Öffentlichkeit gänzlich unbekannt ist und auch in der alltäglichen Fahrpraxis so gut wie nie stattfindet oder zumindest viel zu kurz kommt, obwohl er doch seit vielen Jahren per Gesetz festgeschrieben ist; und selbst unter uns Taxifahrern gibt es so manch einen, der noch nie etwas vom Bildungsauftrag gehört haben will. Das ist alles andere als schön und schon gar nicht akzeptabel, aber für mich nur ein Grund mehr diesem vom Gesetzgeber vorgesehenen Bildungsauftrag, sozusagen stellvertretend für alle Kollegen, regelmäßig nachzukommen; an erster Stelle natürlich in meinem Taxi, darüber hinaus in meiner monatlichen Sendung Hier spricht TaxiBerlin und auch auf dieser Seite Autofiktion.

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Der Begriff Taxi ist die Abkürzung des Wortes Taxameter. Taxameter, wie das Taxi ursprünglich hieß, wird heute nur noch der Fahrpreisanzeiger oder Die Uhr genannt, die wie gesagt den Fahrpreis anzeigt, und den jedes Taxi für den Fahrgast sichtbar im Taxi mitführen muss. Taxameter deswegen, weil es für den Meter eine feste Gebühr gab und immer noch gibt: die Taxe. Da diese feste Gebühr nun im Aussterben begriffen ist, ist es nur folgerichtig, dass es auch den Begriff Taxi bald nicht mehr geben wird. In den USA beispielsweise ruft und fährt schon niemand mehr Taxi, sondern ausschließlich Uber. Uber hat in den Vereinigten Staaten das Wort Taxi komplett ersetzt, der Begriff Taxi ist aus der Alltagssprache vollständig verschwunden. Dabei müsste das Taxi genau genommen nicht Uber sondern Algorithmus heißen, weil sich der Preis nicht nach der gefahrenen Strecke sondern nach einem Algorithmus berechnet. Was sich nun hinter dem Algorithmus verbirgt, und wie er berechnet wird, kann niemand genau sagen, denn den berechnet eine Maschine und nicht mehr der Mensch. Genauso wenig wie wir wissen, was sich hinter dem Algorithmus verbirgt und wie er berechnet wird, wissen wir, warum das Taxi in Amerika Uber genannt wird und nicht Algo (Kurzform von Algorithmus), wie es richtigerweise heißen müsste. Was man dagegen mit Sicherheit sagen kann, ist, dass es sich dabei um eine Sprachverwirrung handelt, genau genommen um ihren Missbrauch, der seinerseits wiederum voll im Trend liegt, und zwar in dem der allgemeinen Verblödung.

Text TaxiBerlin
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03.10.2018

IM TAXI MIT "ROCKY" GRACIANO ROCCHIGIANI


Italienische Kunst (irgendwas mit Frauen) auf Sizilien

Es ist einige Jahre her, dass "Rocky", wie der frühere Box-Weltmeister Graciano Rocchigiani auch genannt wird, bei mir im Taxi saß. Es war in der Sonntagstraße im Friedrichshain, also gleich hier um die Ecke. "Rocky" hatte seine Freundin dabei, und sie hatten Streit. Worum es dabei ging, habe ich vergessen. Jedenfalls war es kurz davor, dass ich als Taxifahrer eingreifen musste.

Jetzt ist "Rocky" tot. Totgefahren von einem Smart in der Nähe von Catania auf Sizilien, wo "Rockys" aktuelle Freundin lebt, und wo auch ich mich jetzt öfters rumtreibe, nicht nur des Pferdefleisches wegen, der Spezialität von Catania. Ausgeknockt hat den Weltmeister ausgerechnet ein Kleinwagen. Das muss man sich mal vorstellen! Andererseits, wenn ich's mir recht überlege, keine wirkliche Überraschung, denn die kleinsten Autos sind immer die nervigsten. Das ist wie mit den Hunden.

Damals, als "Rocky" und seine Freundin Streit bei mir im Taxi hatten, war ich echt am Überlegen, ob ich den Box-Weltmeister "anzählen" und (mal wieder) die Frau retten soll. Auch das muss man sich mal vorstellen! Der Taxifahrer sagt zum Box-Weltmeister, er solle seine Freundin in Ruhe lasse. Aber ich hatte Glück, es ist anders gekommen: Sie ist irgendwann einfach ausgestiegen.

Text TaxiBerlin

02.10.2018

BERLIN - THE CITY THAT NEVER WORKS


Neuerdings immer mit Uhrzeit

Ausgerechnet ich, der die Arbeit nicht gerade erfunden hat, muss sich darüber beklagen, dass es mit meiner Stadt Berlin nicht anders ist. Andererseits: Was wahr ist, muss auch wahr bleiben - und vor allem auch ausgesprochen werden dürfen. Aber schauen uns wir uns das mit der Arbeit einmal etwas genauer an, denn die Arbeit an sich ist nicht das Problem, sondern dass sie meist sinnlos weil fremdbestimmt ist. Das ist bewiesenermaßen das schlimmste an jeglicher Arbeit, dass man nicht machen kann, was man eigentlich machen will. Selbst beim Taxifahren ist das so: Ich muss immer dorthin fahren, wo der Fahrgast hin will, obwohl ich doch meist viel besser weiß, wo der Fahrgast hingehört. Ganz genauso ist es mit den Baustellen in Berlin. Warum diese und jene Straße mal wieder aufgerissen werden soll, weiß kein Mensch. Was dagegen bekannt ist, sind Tag und Uhrzeit, bis wann der Job erledigt sein muss. Jetzt mal ehrlich und Hand auf's Herz: Wer hätte unter diesen Umständen Bock auf's Arbeiten?!?

Foto&Text TaxiBerlin