30.12.2018

SYMPATHY FOR THE GELBE WESTE


So sieht sie aus

Eigentlich bin ich kein großer Fan von den Wagenmeistern Berliner Hotels. Seit gestern ist das anders. Da versorgte mich einer von dieser speziellen Spezies mit einem Kaffee und Vitaminen, wie er es nannte. Der Name des Hotels wird nicht verraten, der dortige Wagenmeister ist aber auf obigem Foto im Hintergrund zu sehen. Der Grund für die Versorgung mit Milchkaffee und grünem Apfel war meine Gelbe Weste, die ich seit knapp zwei Monaten sowohl privat als auch bei mir im Taxi trage. Es ist wirklich verrückt, wie viel Sympathie alleine das Tragen eines einfachen Kleidungsstücks wie eine Gelbe Weste bei den Leuten weckt. Und das ist erst der Anfang.

Foto&Text TaxiBerlin

28.12.2018

UBER-FAHRER IMMER DREISTER



Französische Strasse / früher Mitte / heute Neue Mitte

Bereithaltung eines Uber-Fahrzeuges mit eingeschalteter Warnblinkanlage am Weihnachtsmarkt auf dem Gendarmenmarkt - das ist schon ziemlich dreist. Die Berliner Behörde kann nichts tun, sagt sie, denn das Uber-Fahrzeug ist nicht in Berlin zugelassen. In der Behörde im Landkreis Dahme Spreewald, wo das Fahrzeug zugelassen ist, weiß man von nichts. Das Problem ist dort nicht bekannt.

VideoPodcast & Text TaxiBerlin

DER ANGRIFF HAT BEGONNEN


Der Angriff auf das Berliner Taxigewerbe hat begonnen. Aktuell kommen auf zwei Taxen, die meisten ohne Fahrgäste, drei Uber-Fahrzeuge - zumindest gefühlt. In den aktuellen Taxi-Times vom Dezember steht, dass Fahrer mit 3.000 Euro bar auf die Hand für vierzehn Tage oder drei Wochen in die Stadt gelockt werden. Während dieser Zeit bekommen sie kostenlose Unterkunft und werden anschließend mit Fahrern aus Berlin ausgetauscht. Da es keine Kollegen sind, kann man nicht von Kollegen-Schweinen reden. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob es auch "Kollegen"-Schweine gibt.

Text TaxiBerlin

25.12.2018

HIER SPRICHT TAXIBERLIN #29 ZUM NACHHÖREN



Sendung vom 13.12.2018

In meinem Taxi habe ich viel Zeit, denn unser Geschäft haben die (laut Eigenwerbung) "professionellen" FahrerInnen (bisher habe ich nur eine Fahrerin in den meist im Berliner Umland zugelassenen Toyotas gesehen) von Uber übernommen. An Weihnachten haben auch alle anderen Zeit, so weit sie sich nicht die Köpfe einschlagen. (DER Grund übrigens, warum ich Familientreffen generell meide, aber das nur nebenbei.) Zeit, in der man meine letzte Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin" (es war bereits die 29.!) nachhören kann, weil die wenigsten Menschen es heute schaffen, sich einfach mal vors Radiogerät zu setzen, wenn eine Sendung live läuft, denn meine Sendung ist immer live. (Ausser dann, wenn sie ausnahmsweise nicht live sondern vorproduziert ist.) Heutzutage muss alles zum Nachhören sein, so wie die meisten Menschen auch leben. Schon bald wollen alle ihr Leben nachleben. Jetzt aber erst mal nur meine letzte Sendung.

In meiner letzten Sendung habe ich wieder etwas für die Frauenquote getan, indem ich die Autorin und auch Lyrikerin Claudia Schattach eingeladen habe. Claudia gehört zu der Kategorie von Menschen, die niemals TaxifahrerInnen werden wollten. (Auch das gibt es!) Dafür saß sie aber hin und wieder mal im Taxi, allerdings immer vorne direkt neben dem Fahrer, wofür sie sich in meiner Sendung bei allen Fahrern entschuldigt, und zwar in Form eines Gedichtes, wie es sich für eine echte Lyrikerin gehört. Claudia hat aber nicht nur ein Entschuldigungsgedicht geschrieben, sondern rappt dies in meiner Sendung auch höchstpersönlich vor, und zwar ab 39:03. Das kann von TaxiBerlin nicht unbeantwort bleiben. Mein Antwortgedicht (für alle, die sich noch nicht die Köpfe eingeschlagen haben) hörst du ab 42:02.

RadioZumNachHören hearthis.at
Text TaxiBerlin

24.12.2018

MERRY CHRISTMAS AND UBER GO HOME




Meine Liebsten bekommen zu Weihnachten Gelbe Westen. Eine Gelbe Weste steht jedem, besonders in der dunklen (Jahres-) Zeit. Ich selbst trage seit Wochen eine Gelbe Weste - privat und im Taxi, wo ich sie darüber hinaus an den Mann und auch die Frau bringe, und wie man sieht: Mit großem Erfolg. Wer immer noch nicht weiß, was er seinen Liebsten schenken soll, dem rate ich zur Gelben Weste. Man bekommt sie für nur einen Euro in jedem EuroShop, und für etwas mehr auch an jeder Tanke. Die Gelbe Weste hilft auch gegen Uber und ihre "professionellen" Fahrer. Überall, wo sie unerlaubterweise in der Stadt mit ihren Fahrzeugen der Marke Toyota herumlungern, fahren sie sogleich weiter, sobald sie jemanden mit einer Gelben Weste sehen. Es sieht fast so aus, als würde diesen "Profis" just in dem Moment einfallen, wo sich ihr Betriebssitz befindet. Ob sie auch wirklich dorthin zurückkehren, so wie es das Gesetz vorsieht, ist zwar nicht bekannt. Es tut aber auf jeden Fall sehr gut, sie wie aufgeregte Hühner davonfahren zu sehen, sobald eine Gelbe Weste auftaucht.

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Text TaxiBerlin

23.12.2018

TAXIBERLIN ALS NOTARZT


Nur noch heute

Das Fest der Liebe steht vor der Tür. Das Fest der Liebe ist aber nicht nicht für die Überhäufung mit Liebe bekannt, sondern auch für eine höhere Anzahl von Herzinfarkten, handfesten Schlägereien und/oder auch Messerattacken. Das ist ganz normal, wenn Menschen, die sich nicht leiden können, zusammenkommen. So weit - so bekannt. Was noch niemand weiß, ausser mir natürlich, ist, dass ich dieses Jahr nicht als Norarztwagen zur Verfügung stehe. Das liegt daran, dass die Feiertage fallen, wie sie fallen, ich aber meine Routine habe. Mit meiner Routine ist meine Arbeitswoche gemeint, und die beginnt seit Jahren am Donnerstag und endet am Sonntag. Falls also heute noch was sein sollte, stehe ich zur Verfügung. Das ist jetzt kein Quatsch, ich habe wirklich Erfahrung mit Blaulicht und Tatütata. Weihnachten fahre ich aber nicht nur wegen meiner Routine nicht, sondern auch weil an Weihnachten nichts mehr zu holen ist. Aber gut, ein leeres Taxi kann nicht noch leerer werden, das ist auch wieder wahr. Nichts desto trotz wünsche ich allen Frohe Weihnachten und wie gesagt: heute bin ich noch mal im Einsatz, danach erst am 27. wieder!

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22.12.2018

REFORMSTAU


Nach dem Reformstau

Ich habe noch mal nachgesehen, also wegen dem Radio, bei mir im Taxi. Auch weil ich dort immer mehr Zeit habe. Es gibt Radio Kultur und Kulturradio. Ich weiß, es hört sich ein klein wenig an wie Judäische Volksfront und Volksfront von Judäa, aber so schlimm sind die gar nicht. Nein, man kann im Prinzip beide hören. Nur auseinanderhalten, das kann ich sie nicht. Deswegen kann ich auch nicht sagen, auf welchem Sender heute ein weiteres Wort des Orwellschen Neusprech erklärt wurde. Es ging jedenfalls um das Wort Reformstau, so viel ist sicher. So ein Wort, wo ein Stau drin vorkommt, ist eigentlich immer negativ. Ich meine: Wer steht schon gerne im Stau? (Ich muss es auch nicht, weil es kaum noch Fahrgäste für mich und mein Taxi gibt, aber das ist ein anderes Thema.) Mit einer Ausnahme, und das ist der Reformstau! Der Reformstau ist, im Gegensatz zum gewöhnlichen Stau, etwas Positives, weil die Umverteilung von Unten nach Oben ins Stocken geraten ist. Deswegen spricht man überhaupt von einem Stau, und zwar von einem Reformstau, der die weitere Verarmung der breiten Massen für einen Moment blockiert. Das sagten sie heute zumindest im Radio.

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21.12.2018

GLOBALISIERUNGSVERLIERER


Uber

Gestern habe ich wieder Radio gehört bei mir im Taxi. Dazu komme ich immer öfter. Neuerdings habe ich viel Zeit bei mir im Taxi. Ich habe herausgefunden, dass es durchaus Sender gibt, die man hören kann. Beispielsweise Kulturradio, aber auch Deutschlandfunk Kultur. Das sind zwei verschiedene "Kulturen", deswegen komme ich da manchmal durcheinander, so dass ich jetzt gar nicht mehr sagen kann, auf welchem Sender ich es gehört habe. In dem Beitrag ging es um unsere Sprache, genauer um das Orwellsche Neusprech in ihr. Ausgangspunkt war der Begriff Flüchtlinge. Viele Menschen fragen sich, ob dieser Begriff richtig ist oder ob man besser Geflüchtete sagen soll. Ein totaler "Nebenkriegsschauplatz", so nannten sie zumindest im Radio diese Diskussion. Denn an erster Stelle sind die meisten von ihnen Globalisierungsverlierer. Und davon gibt es jede Menge, auch hierzulande. Beispielsweise sind wir Taxifahrer "Dank" Uber praktisch auch Globalisierungsverlierer. Der Unterschied ist nur, dass wir nirgendwo mehr hin fliehen können. Oder wie ein Fahrgast (einer meiner letzten und es ist auch schon einige Zeit her) neulich meinte: "Früher, da konntest du wenigstens noch umschalten!"

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18.12.2018

KRIEGSERKLÄRUNG


So sieht sie aus

Uber plant die feindliche Übernahme des Taxigewerbes an den Feiertagen. Seit Neuestem ist dafür die Stadt vollgepflastert mit Kriegerklärungen, auf denen Uber seine "professionellen FahrerInnen" anpreist. Feindliche Übernahmen finden immer an Tagen statt, an denen niemand mit einem Krieg rechnet. Die Berliner Mauer wurde beispielsweise an einem schönen Sommertag im August '61 gebaut. Was an Uber-Fahrern, für die man doch im letzten Jahr extra die Ortskundeprüfung wegfallen lassen hat, um jetzt ganz sicher zu sein, dass auch wirklich jeder Idiot für Uber fahren kann, "professionell" sein soll, ist eines von Ubers vielen Betriebsgeheimnissen. Die Hauptsache ist, dass die Leute an irgendwas glauben, egal ob an Gott oder an Werbung, denn der Glaube kann bekanntlich Berge versetzen und selig macht er sowieso, sonst würde er nicht geglaubt werden. Und so ist es auch mit den Uber-FahrerInnen. Man muss nur ordentlich dran glauben, dass sie "professionell" sind, dann klappt es auch mit der Personenbeförderung ganz ohne Ortskenntnisse.

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16.12.2018

ZEIT FÜR ETWAS STATISTIK


Potsdamer Platz
früher Tiergarten / heute Neue Mitte

Eine knappe Stunde stand ich heute Nachmittag vorm Ritz Carlton am Potsdamer Platz, bevor ich eine Fuhre bekam. In dieser Zeit luden 6 Uber-Fahrzeuge am Ritz Carlton aus und genauso viele luden ein, also insgesamt 12 Fahrer waren in derselben Zeit mit der Beförderung von Fahrgästen im Auftrag von Uber beschäftigt. Ich schreibe das auch, weil Uber nicht sagen kann, wie viele Fahrzeuge für sie in Berlin Taxidienstleistungen ausführen. Was ihre Fahrer verdienen, ist Uber auch nicht bekannt. (Dann kann es wohl nicht soo doll sein, oder?) Immerhin weiß man bei Uber, dass ihre Fahrer "Profis" sind. Die sind sogar so gut, dass sie keine Ortskunde nachweisen müssen, obwohl deren Fahrzeuge zum großen Teil gar nicht aus Berlin stammen. Das ist wiederum der Grund, warum die zuständige Berliner Behörde, das Landeseinwohneramt in der Putkamer Straße in Kreuzberg, nichts gegen die große Uber-Verarsche tun kann, besser will. Wir in Berlin sind so reich, bei uns muss keiner, der von außerhalb kommt, Steuern zahlen. Doch zurück zur Statistik. In der knappen Stunden kamen genau 8 Flaschensammler vorbei, um in die an der Taxihalte sich befindende Mülltonne nach leeren Flaschen zu suchen. Als ich an der Halte ankam, standen bereits 3 Kollegen da, und ich war Taxi Nummer 4. Fassen wir nun die Statistik zusammen: 12 Uber-Fahrer, 8 Flaschensammler, 4 Taxifahrer, 1 Stunde. Zum Glück gibt es Uber, das muss man mal ganz klar sagen. Denn gäbe es Uber nicht, würde sich die Anzahl der Flaschensammler automatisch auf 20 erhören.

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ÜBER MATERIELLE UND GEISTIGE VERARMUNG


Wenn die Realität nichts mehr mit ihrer Abbildung zu tun hat

Eine materielle Verarmung muss nicht automatisch eine geistige nach sich ziehen, aber in der Regel tut sie dies. Warum dies so ist, ist eine wichtige Frage in meinem Leben, und ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass der Prozess der Verarmung oder auch Pauperisierung (dem Fachbegriff für Verarmung), in dem wir uns seit geraumer Zeit befinden, immer mit einer allgemeinen Verdummung verbunden ist, die vermutlich eine wichtige Ursache ist, wenn nicht sogar DIE, für die mit der materiellen einhergehenden geistigen Verarmung oder auch, wie ein älterer Kollege es neulich nannte, Seelenlosigkeit.

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15.12.2018

VERARSCHUNG SCHLIMMER ALS VERARMUNG


Mehringdamm Ecke Blücherstraße
früher Kreuzberg / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Erst lässt man die Ortskundeprüfung wegfallen, damit auch wirklich jeder Idiot für Uber fahren kann, und nun verkauft man uns diese Idioten als "professionelle Fahrer". Als wenn die damit verbundene Verarmung weiterer Teile der Gesellschaft nicht schlimm genug wäre, nein, man versucht darüber hinaus auch noch aktiv die Leute dumm zu machen. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich empfinde diese Verarschung nicht nur schlimmer als die Verarmung, sondern darüber hinaus auch als persönliche Beleidigung meines Denkapparates. Und glaubt man wirklich allen Ernstes, dass die Leute das nicht merken, nur weil die feinen Herren diesmal aus dem Silicon Valley kommen?

PS: Der Wegfall der Ortskundeprüfung für Uber-Fahrer wird u.a. damit begründet, dass bei ihnen der Fahrpreis fix ist und nicht von der gefahrenen Strecke abhängt, was im Umkehrschluss bedeutet, dass der Taxifahrer die Ortskundeprüfung nur abgelegt hat, um später dem Fahrgast eine Fahrpreisauskunft geben zu können. Die Ortskunde wird also gar nicht der Ortskunde wegen gelernt, sondern wegen dem Fahrpreis. Ein weiteres Beispiel für die Verdummung der Leute, aber auch für die komplette Durchkommerzialisierung unseres Lebens.

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14.12.2018

BÜCHER STATT SMARTPHONE


Mein erstes kostenloses Angebot

Ein junger Kollege namens Muayad Quassim aus dem Irak hat meine Idee mit dem Bauchladen geklaut. Der Unterschied ist, dass er seine Bücher verschenkt und ich meine verkaufe. Jetzt bediene ich mich einfach bei dem Kollegen und halte ab sofort in meinem Taxi auch Bücher zum Verschenken bereit, damit auch meine Fahrgäste weniger auf ihr Smartphone glotzen und wieder mehr in Bücher schauen.

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13.12.2018

HEUTE 19 UHR: HIER SPRICHT TAXIBERLIN # 29




Heute um 19 Uhr sind wir wieder auf Sendung und zwar auf Pi-Radio. Pi-Radio ist in Berlin unter 88.4 zu empfangen, in Potsdam ist es bereits die 90.7, aber auch weltweit sind wir zu hören und zwar als Live-Stream im Internet. In meiner letzten Sendung in diesem Jahr sorge ich mich nicht nur um die Frauenquote, sondern schaue auch zurück, allerdings nicht auf das zu Ende gehende Jahr, sondern auf bereits verflossene. In einem davon habe ich nämlich meine heutige Studiogästin, die Autorin Claudia Schattach (oben), kennengelernt, und das genau in dem Studio, aus dem wir senden. Claudia gehört zu dem Personenkreis, der nie Taxifahrer werden wollte - auch so etwas gibt es. So bleibt genug Zeit, etwas über die Arbeitsweise einer Autorin zu erfahren. Geplant ist auch eine Gedicht-Battle, denn Claudia ist bekannt für ihre gerappten Gedichte, und ich habe für heute Abend ein Taxi-Gedicht vorbereitet. Auch du kannst dich an unserem Wettstreit beteiligen, du musst nur ein kleines Gedicht schreiben und es uns vortragen, entweder am Telefon oder du kommst einfach zu uns ins Keller-Studio in die Lottumstraße im Prenzlauer Berg. Zu gewinnen gibt es, das ist noch wichtig zu erwähnen, die gefragten Gutscheine für meinen kleinen Gulag in den Schluchten des Balkans. Aufgrund der extrem hohen Nachfrage sind nur noch wenige Rest-Gutscheine vorhanden. Sie passen nicht nur unter jeden Weihnachtsbaum, sondern auch in jedes Buch, zum Beispiel als Lesezeichen. Es lohnt sich also wirklich! Den Verkehr im Studio wird wie gehabt wieder meine geschätzte Partnerin und Kollegin Layne Mosler aus Kalifornien, aber eigentlich von Sizilien, regeln, die heute hoffentlich in die richtige Bahn steigt, um pünktlich die Technik von unseren Vorgängern übernehmen zu können. Da auch diese live senden, geht es am Anfang manchmal etwas drunter und drüber im Studio, aber am besten du hörst es dir selber an.

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12.12.2018

IM TAXI MIT HAMED ABDEL-SAMAD




Alle sieben Jahre, so sagt man, soll man sein Leben ändern. Krankenwagen bin ich schon einmal gefahren und Blut kann ich mittlerweile auch sehen. Jetzt überlege ich, der Fahrer von Hamed Abdel-Samad zu werden. Obiger Film dient mir als Vorbereitung auf mein neues Arbeitsfeld. Hamed Abdel-Samad ist ständig "on the road", hat also kein zu hause mehr. Das wäre natürlich eine ganz große Herausforderung. Aber eigentlich ist es genau das, was ich will. Ich meine, die richtig Reichen, haben schließlich auch kein zu hause mehr. Die sind heute hier und morgen da, aber die meiste Zeit auf ihrer Jacht, so sagt man zumindest. Hamed hat keine Jacht. Dafür eine kugelsichere Weste. Ich stehe also vor der Entscheidung: Kugelsichere Weste oder Jacht. Ich halte euch auf dem Laufenden.

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Text TaxiBerlin

11.12.2018

DAS RECHT AUF WIDERSTAND




Aus aktuellen Anlass veröffentliche an dieser Stelle noch einmal das Interview, das ich Anfang April mit Steven Hill in meiner Sendung "Hier spricht TaxiBerlin" auf Pi-Radio geführt habe. Steven Hill ist Autor des Buches "Die Start-up Illusion - wie die Internet-Ökonomie unseren Sozialstaat ruiniert" und darüber hinaus ein weltweit renommierter Wirtschaftsjournalist, dessen Artikel in der "New York Times", im "Guardian", in "Le Monde" und auch im "Handelsblatt" erscheinen. Der geneigte Hörer erfährt, was das Ziel von Uber&Co ist und warum uns unsere Verfassung Widerstand dagegen anempfiehlt.

Interview Pi-Radio
Text TaxiBerlin

GRATULATION DEN GELBEN WESTE


Frankfurter Allee
früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Seit vier Wochen trage auch ich eine Gelbe Weste. Ich verlasse das Haus nur noch mit Gelber Weste und auch im Taxi trage ich sie. Das Tragen der Gelben Weste kommt extrem gut an. Es fängt damit an, dass du praktisch nicht zu übersehen bist. Darüber hinaus ist das Tragen einer Gelben Westen sehr kommunikativ. Ich habe schon lange nicht mehr mit so vielen mir bisher völlig unbekannten Menschen gesprochen. Meistens waren es Bekundungen der Sypmathie, die mir entgegengebracht wurden, aber eigentlich nicht mir, sondern den Gelben Westen in Frankreich. Heute nun wurde mir stellvertretend für sie sogar gratuliert. Diese Gratulation reiche ich hiermit an die Gelben Westen in Frankreich weiter. Das war erst der Anfang!

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IN DER REALITÄT ANGEKOMMEN


Ich sitze mal wieder in meinem Taxi und höre Radio. Dass ich Radio höre, liegt daran, dass der CD-Player kaputt ist, und das schon seit Jahren. Genug Zeit also um herauszufinden, dass auch Radio-Sender existieren, die man hören kann. Da gibt es zum Beispiel Radio Kultur und Kulturradio. Man muss also nicht ins Kultur-Kaufhaus, um sich Kultur zu kaufen. Man muss nur die richtigen Sender im Radio hören. Es war aber nicht dort, sondern woanders, wo ich las, dass die CDU nach der Wahl von AKK (hört sich fast an wie AKW, oder?) in der Realität angekommen sei. Das mag wohl sein, aber es scheint mir eher die Realität von 1995 oder wegen mir 1997 zu sein. Denn mit den Realitäten ist das so eine Sache, wie ich immer mehr feststellen muss. Aber vielleicht ist das bereits eine Verschwörungstheorie ...

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10.12.2018

"HANDANLEGEN"


Seit einiger Zeit bin ich wieder dazu übergegangen, im Stehen zu pinkeln. Nun wollte ich wissen, was die Statistik dazu sagt, also wie viele Männer überhaupt noch im Sitzen pinkeln. Vielleicht bin ich ja gerade dabei, einen neuen Trend zu setzen, genauer gesagt einen Retro-Trend, und das beim Pinkeln. Eine Statistik über das im Sitzen pinkeln von Männern habe ich zwar nicht gefunden, dafür aber das:

... Tatsache ist, dass der Urin nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern in der Regel die Beine und Füße trifft, wenn sie die Blase in senkrechter Haltung ohne Zuhilfenahme der Hände entleeren. Beide können jedoch den Strahl mit dem richtigen Handgriff vom Körper weglenken. Entscheidend ist also nicht die Anatomie, sondern die Kultur, die bei uns nur dem Mann das "Handanlegen" erlaubt.

Wenn ich es richtig verstehe, könnte auch die Frau im Stehen pinkeln, wenn sie nur richtig "Handanlegen" würde. Ich finde das eine sehr gute Nachricht, und gerne leiste ich Hilfestellung beim korrekten "Handanlegen". Dazu bräuchte ich aber selbst zuvor eine Anleitung, deswegen dieser Beitrag. Ich suche Frauen, auch bei mir im Taxi, die mir das richtige "Handanlegen" zeigen, damit ich es anderen Frauen zeigen kann, und wir bald gemeinsam im Stehen pinkeln können.

Text TaxiBerlin

IM KINO MIT TAXIBERLIN



"Aggregat" - leider nur in einem Berliner Kino

Seit einiger Zeit habe ich viel Zeit. Es ist eigentlich egal, ob ich mich ins Taxi setze oder nicht, denn Geld ist mit dem Taxi nicht mehr zu verdienen. Der einzige Grund, warum ich mich immer noch ins Taxi setze, ist neben der Gewohnheit, dass ich im Taxi kein Geld ausgebe. Obwohl, neulich, da bin ich auch mal ausgestiegen und habe mir einen schlechten Döner geholt, der zusammen mit dem Ayran fünf Euro gekostet hat. Da habe ich mir gesagt, dass ich dafür eigentlich auch ins Kino gehen kann. Und das habe ich heute gemacht.

Der Film "Aggregat" von Marie Wilke läuft, obwohl er erst vor zehn Tagen in die Kinos gekommen ist, in nur einem Berliner Kino, und zwar in den Tilsiter Lichtspielen. Die Tilsiter Lichtspiele befinden sich in der Richard Sorge Straße bei mir im Friedrichshainer Kiez, so dass ich eigentlich hätte hinlaufen können. Da das Taxi aber immer noch bei mir vor der Tür stand, bin ich dann doch hingefahren, auch weil man Sonntags kein Geld fürs Parken bezahlen muss. Normalerweise muss ich wegen den Gebühren das Taxi immer im Nachbarbezirk Lichtenberg parken, aber das nur nebenbei.

Das Besondere an dem Film "Aggregat" ist, dass er völlig ohne Wertung und Kommentare auskommt. Hört sich einfach an - ist aber nicht leicht zu machen. Es ist das sprichwörtliche Einfache, was sooo schwer zu machen ist. Ich kannte die Herangehensweise bisher nur von dem Film "Stadt als Beute" von Andreas Wilcke und aus dem Buch "Im Taxi" von Jochen Rausch, mit dem ich darüber in meiner Radio-Sendung "Hier spricht TaxiBerlin" im Interview sprach.

Der Film "Aggregat" von Marie Wilke lässt ganz unterschiedliche Menschen, Parteien und Medien aus dem hier und heute unseres Landes zu Wort kommen. Von einem Politiker, Partei habe ich jetzt vergessen, spielt aber auch keine Rolle, erfahren wir beispielsweise, dass es uns nie besser ging als heute. Mit meiner Lebensrealität deckt sich das zwar nicht, aber ich bin da auch nicht alleine. Zwei Bürgern, um genau zu sein ein Bürger und eine Bürgerin aus dem Erzgebirge, geht es ganz genauso. Was sie dazu zu sagen haben, ist zweifellos der Höhepunkt der Dokumentation. Absolut sehenswert.

Ansonsten ist der Film "Aggregat" voll von Negativ-Beispielen. Die Spitze des Eisberges bilden zwei Journalistinnen von der taz - Der Tageszeitung. Die beiden planen eine Reportage, wobei planen nicht das richtige Wort ist. Es ist ein komplettes Drehbuch, was sie entwerfen. Eigentlich bräuchten sie nirgendswo mehr hinfahren wegen der Reportage, sondern nur ein paar Laiendarsteller engagieren, die ihre Texte sprechen. Mit einem Wort: Gruselig.

Vieles wusste und manches ahnte man schon. Dass es allerdings sooo schlimm ist, hat mich dann doch überrascht. Wenn ich was zu sagen hätte, würde ich den Film um 20:15 Uhr auf Öffentlich/Rechtlich ausstrahlen und zur Pflicht für alle machen. Leider geht es nicht nach mir, und so wird "Aggregat" von Marie Wilke, wenn überhaupt, irgendwann einmal nach Mitternacht im Dritten laufen.

Deswegen mein Tip: Komm in die Richard Sorge Straße in die Tilsiter Lichtspiele, dort läuft "Aggregat" diese Woche täglich um 16 Uhr.

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Text TaxiBerlin

09.12.2018

MACRON DEMISSION


Gerade lese ich im Internet, dass die Gelben Westen "unkalkulierbar" seien. Wahrscheinlich ist der Bericht von einem BWL-er geschrieben, der zwar keinen Plan, aber immerhin ein bestimmtes Ziel hat. Im Gegensatz dazu ist Monsieur Macron, der vor einiger Zeit streikende Schlachthofarbeiter in der Bretagne "Analphabeten" unserer Zeit genannt und Obdachlose in Bahnhöfen im vergangenen Jahr als "Nichts" bezeichnet hat, berechenbarer, was viel praktischer ist.

Text TaxiBerlin

VOM TAXI ZUM ALGO



TaxiBerlin erklärt das TaxaMeter

Das Taxi ist ein öffentliches Verkehrsmittel mit Beförderungspflicht und als solches hat es auch den Bildungsauftrag. Öffentlich/Rechtlich hat da ja eine große Lücke hinterlassen, die es zu füllen gilt. TaxiBerlin erklärt anhand des Taxameters die Herkunft des Begriffes Taxi und auch warum das Taxi der Zukunft Algo heißen wird.

VideoPodcast&Text TaxiBerlin

08.12.2018

PHASE VIER


Ich hab' ja auch ein paar Unis von innen gesehen - und nicht nur die Mensa. Es gab nur sehr wenige Dinge, die ich dort, also an der Uni, fürs Leben gelernt habe. Die beste Universität ist und bleibt die Straße. Eine Sache, die ich an der Uni fürs Leben gelernt habe, sind die vier Phasen der Planung. Übrigens  Systemübergreifend - aber das versteht sich von selbst. Ganz kluge Köpfe werden jetzt sagen, dass es nur in der Planwirtschaft einen Plan gibt. Denen erwidere ich: Ersetzt einfach "Plan" durch "Ziel" und ihr seid ganz nah dran es zu verstehen. Doch nun wie versprochen die vier Phasen der Planung:

Phase Eins: Euphorie (über den Plan oder das Ziel)
Phase Zwei: Ernüchterung (weil Plan ist nicht zu erfüllen bzw. Ziel nicht zu erreichen)
Phase Drei: Suche nach den Schuldigen
Phase Vier: Bestrafung der Unschuldigen

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber wenn ich mich so umschaue, und das tue ich (und nicht nur im Taxi!), so ist meine Beobachtung, dass wir uns seit geraumer Zeit permanent in Phase Vier befinden.

PS: Was offiziell "Reform"-Politik genannt wird, heißt für viele einfach nur VERARMUNG oder auch PAUPERISIERUNG wie bei Marx.

Text TaxiBerlin

06.12.2018

GELBE WESTEN DEMNÄCHST VERBOTEN oder DANN FRESST DOCH KUCHEN




Was genau die 42 Forderungen der Gelben Westen in Frankreich sind, das habe ich nicht herausfinden können, dafür aber, dass bald das Tragen von Gelbe Westen bald verboten wird. Meine Hamsterkäufe neulich waren also völlig umsonst. Obwohl, warte mal, wenn ich den Kapitalismus richtig verstanden habe, steigt von einem raren Gut doch der Preis, oder? Aber steigt er auch von einem verbotenen Gut? Wahrscheinlich wird der Verkauf meiner gehamsterten Gelben Westen gar nicht am Verbot sondern am Geld scheitern. Das letzte Gerücht besagt, dass es auch bald kein Brot mehr geben wird. Wir werden komplett auf Kuchen umstellen, das ist ökologischer.

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Text TaxiBerlin

05.12.2018

DIE GELBEN WESTEN SIND EINE FRAU




Manchmal ist ein Blick von außen hilfreich, in dem Fall der von der Deutschen Welle auf die Gelben Westen im Nachbarland Frankreich. Die Gelben Westen wurden, das wissen viele nicht, von einer Frau ins Leben gerufen. Weshalb, das erklärt sie in obigem Video selbst, und auch, warum die Gelben Westen weder Links noch Rechts sind.

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Text TaxiBerlin

42 FORDERUNGEN


Nachdem ich gestern (endlich) von Öffentlich/Rechtlich erfahren habe, dass die Gelben Westen in Frankreich 42 Forderungen haben, versuche ich nun herauszufinden, was genau diese 42 Forderungen sind, und das gestaltet sich schwierig. Ich erfahre, dass die Gelben Westen die neuen "Wutbürger" sind oder es zumindest sein sollen. Es wurde auch Zeit, dass diese Schublade mal wieder aufgemacht wird, denn die drohte schon zu verstauben. Darüber hinaus erfahre ich, dass sich die Linke gerade wegen den Gelben Westen selbst zerlegt. Das ist keine Überraschung, denn die Linke ist zum größten Teil PDS, was wiederum, um ganz genau zu sein handelt es um PDS II, ein "sich selbst auflösendes Nahtmaterial" in der Chirurgie ist. Was nun genau die 42 Forderungen sind? Hm, da muss ich wohl weiter suchen ...

Text TaxiBerlin

DER QUITTUNGSMENSCH


Früher gab es ganze Wochenenden, ohne dass ich eine Quittung geschrieben habe. Heute geht kaum eine Fahrt ohne dem ab. Sie lassen sich von der Weihnachtsfeier nach hause fahren und im Anschluss lassen sie sich eine Quittung darüber ausstellen. Leute von heute machen so was. Es sind wirklich andere Fahrgäste als früher. Der neue Mensch! Der Quittungsmensch. Er macht nichts mehr im Leben, ohne es sich quittieren zu lassen. Normalerweise übernehmen andere diese Buchführung/Kontrolle über ihn. In dem Fall spiele ich Big Brother. Hiermit bestätige ich, dass du dann und dann mit einem Taxi gefahren bist. Dein Leben war nicht ganz und gar umsonst.

Text TaxiBerlin

04.12.2018

... UND DANN GEWINNST DU !


"Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du." - So lautet  das komplette Zitat. Ob es wirklich von Mahatma Ghandi ist, oder ob dieser sich von Nicholas Klein hat inspirieren lassen, der das bereits am 15. Mai 1918, also vor ziemlich genau einhundert Jahren, auf dem Gewerkschaftstag der vereinigten Textilarbeiter in Baltimore gesagt hat, soll uns an dieser Stelle nicht interessieren. Fakt ist, dass während hierzulande die Presse noch damit beschäftigt ist, sich über die Gelben Westen im Nachbarland Frankreich entweder lustig zu machen oder sie gar zu kriminalisieren, diese einen ersten Sieg davon getragen haben. Denn Macron wird die für den 1. Januar geplante Erhöhung der Ökosteuer verschieben. Das soll allerdings erst morgen bekannt gegeben werden, und zwar durch den Premierminister Philippe. Der will außerdem "weitere Maßnahmen" zur Entspannung mit den Gelben Westen verkünden. Vorsicht ist also auch weiterhin geboten.

Text TaxiBerlin

03.12.2018

HIER SPRICHT TAXIBERLIN ÜBER TOILETTEN




Es beginnt für uns in Berlin nicht nur die Zeit, in der uns noch mehr Besucher als sonst schon heimsuchen, sondern es hat auch die Jahreszeit begonnen, in der wir in Berlin traditionell keine Sonne sehen, was nicht unwesentlich zu unserer chronisch schlechten Laune beiträgt. Damit wir, aber auch unsere vielen Besucher, da nicht den Überblick verlieren, wiederhole ich sozusagen aus aktuellem Anlass meine Radiosendung über Toiletten vom 8. März dieses Jahres. Fahrgäste wiesen mich seinerzeit darauf hin, dass aufgrund des demographischen Wandels hierzulande die beide großen K immer wichtiger werden, und zwar die Kirche und das Klo. Die Kirche ist, zumindest bisher noch, in der Regel von weitem sichtbar, mit dem Klo verhält es sich meist etwas anders. Hinzu kommt, dass auch die meisten Taxis kein Klo an Bord haben. Als Lenker eines öffentlichen Verkehrsmittels haben wir nicht nur die Beförderungspflicht sondern auch einen Bildungsauftrag - deswegen die Sendung über Toiletten. Dem Bildungsauftrag komme ich auch in meiner nächsten von Hier spricht TaxiBerlin am 13. Dezember um 19 Uhr auf Pi-Radio (in Berlin ist das die 88.4, in Potsdam bereits die 90.7 und auch weltweit im Internet als Live-Stream) nach. Darüber hinaus habe ich mir die Autorin aber v.a. Lyrikerin Claudia Schattach eigeladen, die nie Taxifahrerin werden wollte - auch so etwas soll es geben. Mit ihr werde ich mir eine Gedicht-Rap-Battle liefern, an der auch du dich beteiligen und einen von meinen begehrten Gulag-Gutscheinen fürs neue Jahr gewinnen kannst. Schreib einfach ein Gedicht, ruf uns an und rappe es unseren zahlreichen Zuhörern in der Sendung vor.

Podcast&Text TaxiBerlin

02.12.2018

VORSICHT DIALOG


Nachdem man die Gelben Westen erst ignoriert, dann sich über sie lustig gemacht und sie parallel bis jetzt versucht zu kriminalisieren, sind nun andere Töne aus Frankreich zu hören. Macron verstehe, wie er sagt, die "legitime Wut" der Gelben Westen, denen es eben nicht nur, wie von den meisten Medien berichtet, um die steigenden Spritpreise geht, sondern vor allem um umfassende Steuersenkungen und Anhebung von Renten und Mindestlohn. Wegen letzterem sind übrigens Uber&Co so praktisch, weil bei denen keinen Mindestlohn gezahlt werden muss, denn die Fahrer sind allesamt Freiberufler, die sich zumindest hierzulande über ihr Einkommen ausschweigen. In den USA waren es neulich noch 3,37 Dollar, was ein Uber-Fahrer im Schnitt pro Stunde verdient. In Deutschland dürfte es kaum mehr sein, was dazu führt, dass die Fahrer "aufstocken" (auch ein schönes Wort) müssen. Letztendlich wird das größte und tollste Start-Up der Welt aus dem Silicon Valley von uns allen mitfinanziert, auch damit dies wiederum ihre Preise subventionieren und damit uns Taxifahrer, denen der Mindestlohn gezahlt wird, vom Markt drängen kann. Willkommen in der Schönen Neuen Welt. In Frankreich soll es sie sogar schon geben: "Die Welt von Morgen". Dort hat Macron, das war gerade die letzte Information aus dem Radio, die Gelben Westen eingeladen. Von einem Runden Tisch war zwar nicht explizit die Rede, aber so ist es doch nichts anderes wie '89. Dort gingen die Leute erst auf die Straße und später saßen sie am Runden Tisch. Geschichte wiederholt sich, wenn auch nicht 1:1. Vorsicht ist auf jeden Fall geboten, denn es ist schon wieder von Dialog die Rede.

Text TaxiBerlin

01.12.2018

GELBE WESTEN BESSER ALS PARSHIP


Man mag von den Gelben Westen halten, was man will, aber eines muss man ihnen lassen: Mit einer Gelben Weste lernt man jede Menge neue Leute kennen. Ich bin gestern nur ein paar mal aus meinem Taxi ausgestiegen und wurde jedesmal direkt angesprochen. Gut, die meisten Menschen haben mich nur nach dem Weg gefragt. Aber selbst da ist man bei mir an der richtigen Adresse. Es gab darüber hinaus aber auch schon erste Sympathiebekundungen. Da fällt mir ein: Was ist der Unterschied zwischen Touristen und Terroristen? Richtig - Touristen haben keine Sympathiesanten! Aber jetzt fange ich selbst schon an, die Gelben Westen in die Nähe von Terroristen zu rücken. So schnell kann es gehen. Deswegen zurück zur Kontaktfreudigkeit von Gelben Westen. In einer Zeit, in der ein jeder völlig atomisiert sich nur noch um sich und seine Probleme kümmert, ist das für viele eine ganz neue Erfahrung. Gut, für den aus dem Osten ist das nicht neu. Das kennt der von früher. Für den ist das, was da gerade geschieht, nur ein Déjà-vu. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass viele heute gar nicht mehr wissen, dass sie nicht alleine auf der Welt sind, sondern dass der Mensch ein soziales Wesen ist. Jetzt haben sie - den Gelben Westen sei Dank - die Möglichkeit es zu erfahren. Spar die Kohle für die teure Kontaktbörse. Zieh dir eine Gelbe Weste an, und du wirst sehen, wie viele dich in nur 11 Minuten ansprechen.

PS: Eine Gelbe Weste bekommst du für nur einen Euro noch in jedem "Ein-Euro-Shop" - aber nur solange der Vorrat reicht!

Text TaxiBerlin


"GELB IST DAS NEUE BRAUN"


Kleine Farbenlehre (Teil I)

Populisten sind immer die anderen, aber vor allem sind Populisten die großen Vereinfacher, wie zum Beispiel Antje Hildebrandt vom CICERO, einem Magazin für politische Kultur, mit ihrem Artikel "Gelb ist das neue Braun". Wenn denn wie Welt so einfach wäre ... Ich halte es da mehr mit Sahra Wagenknecht: Ich finde es jedenfalls richtig, wenn Menschen sich wehren und protestieren, wenn die Politik ihr Leben verschlechtert. (Stichwort Uber&Co und "Jedem sein kleines Bangladesch") Und weiter: Wir lassen uns viel zu viel von schlechten Regierungen gefallen. Die Menschen sind nicht so dumm, wie man sie gerne hätte oder gar versucht aktiv zu machen. Es geht nicht um die Benzinpreise. Die sind nur der Anlass. Das sollte ein guter Journalist respektive eine gute Journalistin schon wissen. (So viel Gender muss sein!) Und der Protest der Gelben Westen ist auch weder Links noch Rechts, sondern ein Aufbegehren gegen eine Regierung der Reichen.

Kleine Farbenlehre (Teil II)
Fotos&Text TaxiBerlin

JE SUIS GILETS JAUNES


Gelbe Weste mit Charlie Hebdo Shirt Preis

Knapp vier Jahre ist es jetzt her, da wollte alle Welt Charlie Hebdo sein. Das war korrekt, aber vor allem hatte es keine Konsequenz und ist heute schon vergessen. Mit den Gilets Jaunes, wie die Gelben Westen auf französisch heißen, ist das anders. Auf jeden Fall sind sie schwerer an den Mann und auch an die Frau zu bringen als seinerzeit ein Charlie Hebdo Shirt. So viel lässt sich nach nur einer Schicht mit drei Verkaufsexemplaren an Bord mit Sicherheit sagen. Damals haben bestimmt so einige 66,60 Euro oder mehr für ein Charlie Hebdo Shirt bezahlt, beispielsweise in Hollywood. In Hollywood trug damals fast jeder ein Charlie Hebdo Shirt. Zugegeben, das waren dann aber auch Designer Teile für den Preis. Das ist auch wieder wahr. Eine Gelbe Weste passt dafür viel besser zur hiesigen Jahreszeit und gibt darüber hinaus ein Gefühl der Sicherheit ganz ohne Betonpfeiler. Gut, du gibst dich dafür mit so einer Weste als Sympathisant von etwas zu erkennen, was bis vor kurzem ignoriert, danach belächelt und gerade kriminalisiert wird. Da muss man auch vorsichtig sein heutzutage. Dafür könntest du morgen, wenn wieder alle Gelben Westen sein wollen, aber auch sagen, dass du es schon immer gewusst hättest.

Foto&Text TaxiBerlin

30.11.2018

ERSTE HAMSTERKÄUFE BEI GELBEN WESTEN


Preis nach Nase

Saß ich neulich noch mit einer Orangenen Warnweste bei mir im Taxi, habe ich mich gestern auf den Weg gemacht, um mir das Original, also die Gelbe Warnweste, zu besorgen. Das war gar nicht so einfach, denn bei den meisten Anbietern waren sie bereits ausverkauft. Das liegt daran, weil es gerade einen richtigen "Run" auf die Dinger gibt. Im Prinzip so wie früher nach Bananen, die waren ja auch gelb, und sind es immer noch. Vielleicht hängt alles mit der Farbe zusammen, aber wer weiß das schon. Irgendwann bin ich bei "Mäc-Geiz" gelandet, so ein ganz übler Laden für ganz schlimme Geizhälse. Dort gab es nur noch Orangene Westen, und die sollten Zwei Euro Fünfzig (2,50) das Stück, also Fünf (5) Mark kosten. Zum Glück gibt es noch den "Ein-Euro-Shop", wo alles einen (1) Euro kostet. Und so auch die Gelben Westen. Und da habe ich zugeschlagen, so wie früher, als wir nichts zu Essen hatten. Deswegen auch der Begriff "Hamsterkäufe", damit der Mensch was in die Backen bekommt. Ein Teil der Gelben Westen sind in meinem Bauchladen im Taxi gelandet, wo Fahrgäste sie ab sofort käuflich erwerben können. Auch wenn kein Hunger herrscht, das vielleicht zum Schluss noch, gibt es "Hamsterkäufe". Da versucht man sich aber nicht die Backen vollzustopfen, sondern deckt sich mit einem Gut ein, was morgen, in dem Fall schon heute, knapp wird, um es dann teuer an den Mann aber vor allem an die Frau zu bringen. So viel Gender muss sein! Der Preis, für den ich die Gelben Westen verkaufe, ist für Mann und Frau gleich, da geht es mehr nach Nase.

PS: Die Gelben Westen sind in Argentinien angekommen sind, wo sie von Herrn Macron mit Handschlag begrüßt werden - man kennt sich.

Foto&Text TaxiBerlin

29.11.2018

SELBST SAHRA WAGENKNECHT UNTERSTÜTZT DIE GELBEN WESTEN


Das wichtigste gleich vorneweg: Ich bin kein großer Fan von Sahra Wagenknecht, aber es gibt einige Parallelen in unserer Biografie. Sahra und ich sind ungefähr ein Alter, auch sie kommt aus dem Osten und auch sie durfte dort nicht studieren. Nach '89 gingen unsere Wege allerdings auseinander. Sahra ging in die Politik und ich in mein Taxi. Das hört sich erstmal ganz verschieden an, ist es aber gar nicht. Denn wie auch ich, so hat auch Sahra das selbständige Denken nicht verlernt. Oder wie ich immer sage: Nicht alles, was die Kommunisten über den Kapitalismus gesagt haben, war automatisch verkehrt, nur weil die Kommunisten es gesagt haben. Das ist wie mit den Eltern: Nicht alles, was uns die Eltern sagten ... Aber ich komme vom Thema ab. Der Kapitalismus braucht dumme Konsumenten, und da stören Leute nur, die noch selber denken. Deswegen unterstützt Sahra Wagenknecht auch die Gelben Westen: "Ich würde mir natürlich wünschen, dass wir auch in Deutschland stärkere Proteste hätten gegen eine Regierung, der die Interessen der Wirtschaftslobbyisten wichtiger sind als die Interessen der normalen Leute." Und weiter: "Doch Frankreich ist anders. Frankreich ist immer viel spontaner." Liebe Sahra, das muss nicht sein! Ich mach' auf jeden Fall gleich mal los, um mich mit Gelben Westen einzudecken. Du kannst sie später bei mir im Taxi bekommen. Bis dann, man sieht sich auf der Straße!

Text TaxiBerlin

28.11.2018

ERSTE DEMONSTRATIONEN DER GELBEN WESTEN AUCH IN DEUTSCHLAND


Dass man darüber schreibt, dass es hierzulande zu Demonstrationen von Gelben Westen gekommen ist, bedeutet, dass die erste Phase, in der sie dich gewöhnlich ignorieren, Geschichte ist. Dass in dem Zusammenhang von MISSBRAUCH der Gelben Westen die Rede ist, ist nichts Neues, auch in Frankreich versucht man die Gelben Westen zu kriminalisieren. Ich für meinen Teil missbrauche NICHTS und NIEMANDEN, wenn ich mir eine Gelbe Weste anziehe und dazu einen Gelben Helm aufsetze. Es passt mir einfach nicht, dass das Taxigewebe gerade feindlich übernommen wird, und die neuen "Kollegen" für Almosen fahren. Dass sie darüber hinaus keine Ortskundeprüfung bestehen mussten, kein Führungszeugnis vorlegen müssen, keine Punkte in Flensburg abgefragt, und sie noch nicht mal ärztlich untersucht worden sind, ob sie gesundheitlich überhaupt in der Lage sind, Fahrgäste zu befördern, vom permanenten Verstoss gegen die gesetzliche Rückkehrpflicht von "Mietwagen" gar nicht erst zu reden. Dass darüber hinaus in Berlin überhaupt keine Steuern gezahlt werden, weil die Fahrzeuge, die zwar in Berlin Fahrgäste befördern, im Brandenburgischen zugelassen sind. Dass man im chronisch klammen Berlin dieses Treiben gewähren lässt, das stinkt mir gewaltig. Das Schlimmste für mich persönlich ist aber, dass man meine Fähigkeit zum Selbständigen Denken völlig unterschätzt, indem man mit mir redet, als wäre ich ein kleines Kind oder als wäre ich ganz und gar bescheuert (Stichwort: "Uber&Co für Alte Menschen auf dem Land"). Nein, nicht ich bin bescheuert, sondern die Damen und Herren Politiker, die einen solchen Mist zulassen, ihn sogar befördern oder die ganz und gar gekauft sind, und deren politisches Ziel es offensichtlich ist, JEDEM SEIN KLEINES BANGLADESCH zu verpassen. Dagegen habe ich etwas, und deswegen ziehe ich mir eine Gelbe Weste an und setze einen Gelben Bauhelm auf, und ich kann nur jedem empfehlen, dem es ähnlich geht und der noch nicht vollständig dem Betreuten Denken anheim gefallen ist, es mir gleich zu tun.

Text TaxiBerlin

VON GELBEN BAUHELMEN UND GELBEN WESTEN - TAXIBERLINS VIDEOPODCAST # 1



Neu: TaxiBerlins VideoPodcast

Es ist noch nicht so lange her, da habe ich zum Tragen von Gelben Bauhelmen aufgerufen, um damit gegen die unzähligen Baustellen auf den Berliner Straßen und Plätzen zu demonstrieren. Diese Idee wurde jetzt von den Franzosen aufgegriffen, die aktuell mit Gelben Westen gegen die hohen Spritpreise demonstrieren. Die unzähligen Baustellen in Berlin und die hohen Spritpreise in Frankreich sind aber nur der Anlass und nicht die Ursache für die Proteste. Der Grund für den Protest ist, dass immer mehr Menschen etwas gegen das "Jedem sein kleines Bangladesch" der aktuellen Politik haben.

VideoPodcast&Text TaxiBerlin

27.11.2018

TAXIBERLIN UND DIE FRAUENQUOTE



"Blue Moonday Jazzsession" in der ehemalige Kegelbahn vom "Engels" / Herrfurthstraße Ecke Schillerpromenade / Neukölln


Auch TaxiBerlin kämpft für eine ausgeglichene Frauenquote, insbesondere im Taxi, aber auch bei der BSR. Orange, die Farbe der Berliner Stadtreinigung (BSR) ist gerade wieder voll im Kommen. Heute gibt es etwas in Rot, und zwar aus gegebenem Anlass. Mein ehemaliger Chef und Erfinder des "Betreuten Fahrens" und ich waren gestern zum Jazz, genauer gesagt zur "Blue Moonday Jazz Session" in Neukölln eingeladen. "Die Blue Moonday Jazz Session" findet immer regelmäßig Montags ab 20 Uhr im Keller, eine ehemalige Kegelbahn, vom "Engels", das ist Herrfurth Ecke Schillerpromenade, statt und wird "gehostet" von Charlotte.

Charlotte ist wirklich eine ganz tolle Gastgeberin, die sich sehr rührend um ihre Musiker (es kann jeder mitmachen), aber auch um ihre Gäste kümmert (fast so wie Christoph sich um seine Fahrer gekümmert hat, als er noch seine Taxi-Firma "Betreutes Fahren" hatte). Das Mädel oben an der Trompete ist allerdings nicht Charlotte, sondern jemand anders, deren Namen ich nicht weiß. Vielleicht weißt du es, dann kannst du ihn gerne weiter unten hinterlassen. Achte nicht auf die Bildqualität (sie ist nicht die beste), höre nur auf den Klang der Trompete. Folge ihrem Klang, und du wirst sehen, dass ein Leben ohne Musik ein Irrtum wäre.

PS: Das Mädel mit der Trompete ist Kelly, wie mir Charlotte gerade mitgeteilt wird
Video&Text TaxiBerlin

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26.11.2018

BUCHTIPS - TAXIBERLINS VIDEOPODCAST # 2




Pünktlich zum Fest der Liebe zwei Buchtips von TaxiBerlin direkt aus seinem Taxi am Flughafen Tegel - was will man/frau mehr?!?

Podcast&Text TaxiBerlin

25.11.2018

ZEIT FÜR GELBE WESTEN



auch hierzulande

Dass nun die Franzosen meine Idee mit den Gelben Bauhelmen aufgreifen und mit Gelben Westen auf die Straße gehen, ist keine Überraschung. Die steigenden Spritpreise sind dabei nur der Anlass, aber nicht die Ursache. Genauso wie die allzu vielen Berliner Baustellen, an denen nie gearbeitet wird, nicht der Grund, sondern nur der Anlass für meinen Protest waren. Dieser berechtigte Protest wird gerade versucht zu kriminalisieren, das ist normal. Aber die Menschen gehen nicht auf die Straße, schon gar nicht im November, weil ihnen langweilig ist oder sie sonst nichts zu tun hätten. Dass es vor 29 Jahren, von einigen Ausnahmen abgesehen, friedlich blieb, heißt nicht, dass es immer so sein muss. Meine Empfehlung: Folge keinem Führer und lass dich nicht von Provokateuren anstacheln!

Video YouTube
Text TaxiBerlin

DIE GESCHICHTE MIT DER MENTHOLZIGARETTE


Obwohl man in Taxen schon lange nicht mehr rauchen darf, kommt mir in letzter Zeit immer öfter die schöne Geschichte mit der Mentholzigarette in den Sinn. Es muss wohl an der Zeit liegen. Die Geschichte mit der Mentholzogarette ist jetzt auch schon wieder 29 Jahre alt, weswegen sie viele gar nicht kennen, und warum an sie erinnert werden muss. Es geht dabei aber nicht um die Geschichte mit der Mentholzigarette an sich, die kann ein jeder hier nachlesen. Der Punkt ist vielmehr, dass die Geschichte mit der Mentholzigarette, obwohl sie in sämtlichen Medien verbreitet worden war, von kaum jemandem geglaubt wurde. Die Geschichte mit der Mentholzigarette war, so sagt es zumindest der Tagesspiegel, "Der Sargnagel". Heute werden kleinere Sargnägel fabriziert, genauso wie kleinere Brötchen gebacken werden, dafür aber mehr heiße Luft abgesondert wird. Die Geschichten sind heute andere. Geblieben ist, dass die Geschichten, so wie damals die Geschichte mit der Mentholzigarette, von den meisten Menschen durchschaut werden. Es gab aber auch einige, das soll bei aller Eile nicht vergessen werden, die an die Geschichte mit der Mentholzigarette geglaubt haben. So wie heute auch.

Text TaxiBerlin

24.11.2018

DAS WIEDERSEHEN MIT DEM PERFEKTEN FAHRGAST UND MEIN DATE IM RITZ


Der Perfekte Fahrgast, einer meiner ganz wenigen Stammfahrgäste, und ich haben uns etwas aus den Augen verloren, und das schon seit einigen Jahren. Das liegt daran, dass ich irgendwann wieder zu meinem ursprünglichen Rhythmus zurückgekehrt bin und nur noch am Wochenende Taxifahre, er aber in der Woche in Berlin unterwegs ist. Gestern Abend nun stand ich am Ritz (ausgerechnet am Ritz!), als ein Kleinwagen neben mir hielt. Erst dachte ich, dass darin sitzende Paar wollte mich irgendetwas fragen. Dann realisierte ich, dass der Fahrer seiner Beifahrerin bereits alles erklärte. Mir blieb nichts weiter übrig, als der jungen Frau nett zuzulächeln und sie fragend anzusehen, ob denn der junge Mann neben ihr auch alles richtig macht. Daraufhin wurde nun ebendieser junge Mann auf mich aufmerksam, stieg aus und baute sich neben mir und dem herunter gelassenen Fenster meiner Fahrertür auf. Allerdings nicht, um mir, wie zu erwarten gewesen wäre, eins in die Fresse zu hauen, weil ich seine Beifahrerin angemacht hatte, sondern um mich auf das herzlichste zu begrüßen. Da hatte ich noch mal Schwein gehabt, das hätte auch ganz leicht ins Auge gehen können. Seiner Beifahrerin wurde ich übrigens als der Beste Berliner Taxifahrer vorgestellt, wovon sich die junge Dame noch heute persönlich überzeugen will. Ich habe also später ein Date im Ritz so gegen ... oh Gott, Sch ... jetzt habe ich die Zeit vergessen.

Text TaxiBerlin

23.11.2018

ERST KOMMST DU NIRGENDS DURCH UND DANN GEHT GAR NICHTS MEHR


Donnerstag ist der neue Freitag, ich habe zugegeben etwas länger dazu gebraucht, dahinter zu kommen. Dass der Donnerstag der neue Freitag ist, soll daran liegen, dass viele nur noch bis Donnerstag arbeiten und Freitag Home-Office machen. Dementsprechend voll sind die Straßen am Donnerstag Nachmittag, ganz genauso wie früher am Freitag Nachmittag. Kundschaft gibt es also schon, aber die wäre in den Öffentlichen besser aufgehoben, obwohl das Taxi auch ein öffentliches Verkehrsmittel ist, und zwar mit Beförderungspflicht und Bildungsauftrag. Wegen letzterem empfahl ich der jungen Dänin beim nächsten Mal am Donnerstag doch die S-Bahn oder noch besser die Regional-Bahn zu nehmen, um vom Alex nach Schönefeld zu kommen, vorausgesetzt natürlich sie fährt auch, also die Bahn. Knapp zwei Stunden haben wir gebraucht, zurück zu noch mal das selbe, auch Dank der Baustelle auf der Elsenbrücke, aber nicht nur. Wer übrigens über Schlesische Straße ausweichen wollte, war nicht besser dran, denn die war genauso zu wie die Elsenbrücke. Die halbe Schicht war somit mit einer Fahrt nach Schönefeld und zurück gelaufen, und es kam, wie es am Donnerstag Abend immer kommt: Es ging nichts mehr. Immerhin, die Fahrt nach Schönefeld hatte ich im Sack.

Text TaxiBerlin

22.11.2018

WOLLT IHR DIE TOTALE ÜBERWACHUNG ?


Wer sich beim Autokauf hat betrügen lassen, der ist halt selbst dran Schuld. Um die Dreckschleudern der Betrogenen aus den Verkehr zu ziehen, müssen alle Autofahrer überwacht werden, das ist klar, und zwar flächendeckend. Auf die Frage im Titel: "Wollt ihr die totale Überwachung?", kann es nur eine Antwort geben: JA, denn du hast nichts zu verbergen! (Oder hast du einfach nur nichts zu melden?)

Text TaxiBerlin

21.11.2018

NIE IM LEBEN WERDE ICH FÜR UBER FAHREN



Lieber Flaschen-Sammler als Uber-Fahrer

Man soll bekanntlich niemals nie sagen, aber manchmal sollte man auch mal etwas riskieren. So ging es mir, nachdem ich mir obiges Video anschaute, dass angeblich von der "Deutschen Welle" stammt, und von der "Frankfurter Allgemeinen" ins Internet gestellt wurde. Ein Brasilianischer Banker, der wegen der Wirtschaftskrise seinen Job verlor, fährt plötzlich für Uber. Deswegen der Titel: "Wie Uber Existenzen rettet". Es gibt allerdings auch Ärzte in Brasilien, die vor den Unis Bonbons verkaufen. Auch hierzulande werden bald viele Taxifahrer wegen Uber ihren Job verlieren. Wenn es bei mir so weit ist, dass sich auch für mich das Taxifahren nicht mehr lohnt, werde ich nicht auch noch für Uber fahren, sondern Flaschen sammeln.

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Text TaxiBerlin

20.11.2018

"WELTPUFF BERLIN"



"Von nun an ging's bergab"

"Weltpuff Berlin" ist nicht von mir. "Weltpuff Berlin" ist ein aktueller, allerdings posthum veröffentlichter Roman von Rudolf Borchardt. "Weltpuff Berlin" spielt, wie sollte es anders sein, in Berlin vor mehr als hundert Jahren. Geschrieben wurde "Weltpuff Berlin" aber in den dreißiger Jahren in Italien. Der Autor von "Weltpuff Berlin", Rudolf Borchardt, kam selbst als Fünfjähriger mit seiner Familie nach Berlin. Dass "Weltpuff Berlin" erst jetzt veröffentlicht wird, liegt an den Erben von Rudolf Borchardt, die das bisher verhindert haben. Der Roman "Weltpuff Berlin" hat über tausend Seiten und normalerweise kaufe ich mir solche dicken Bücher nicht. Bei "Weltpuff Berlin" mache ich eine Ausnahme, denn Zeit habe ich ja jetzt genug in meinem Taxi. Wenn ich es richtig verstehe, erzählt "Weltpuff Berlin" unser aller Geschichte: Man ist jung, kommt nach Berlin und dann geht's bergab. Neugierig gemacht auf "Weltpuff Berlin" hat mich auch eine Rezension bei Amazon, wo unter dem Titel "Lieber Puff, als Gender-Muff" steht: "Nach dem ganzen verklemmten Gender- und me too Gequatsche kommt dieses versaute Buch genau zur richtigen Zeit!"

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Text TaxiBerlin

19.11.2018

SCHEUER BESCHEUERT ODER GEKAUFT



Also ich glaube ja, dass Verkehrsminister Scheuer gekauft ist, und es ist mir egal, ob ich damit schon ein Verschwörungstheoretiker bin oder nicht. Ich meine, sich solch tolle Lobbyarbeit nicht bezahlen zu lassen, da muss man schon ziemlich bescheuert sein. Und genau das kann und will ich mir nicht vorstellen, dass ein Deutscher Politiker ...

Foto&Text TaxiBerlin

18.11.2018

"EIN VOLK SIEHT GELB"


"Ein Volk sieht Gelb" ist nicht von mir. Meine Ampel steht auf Rot, und das schon seit einiger Zeit. In Frankreich brodelt's, aber Monsieur Macron hat nichts besseres zu tun als nach Berlin zu kommen und Straßen im Tiergarten sperren zu lassen. Herr Präsident, fahren sie nach hause und nehmen sie unseren Verkehrsminister gleich mit. Ich empfehle den Rückflug von Schönefeld aus. Dort kann ihnen der Herr Scheuer bereits jetzt zeigen, was er eigentlich erst für 2012 geplant hat. Verwaiste Parkplätze von Uber-Fahrzeugen, die allerdings keine alten Menschen auf dem Land befördern, sondern Party-Volk in Berlin. Ich vergaß: in Paris ist man in Sachen Uber bereits weiter.

Text TaxiBerlin

SCHEUER, BESCHEUERT, AM BESCHEUERTSTEN


Verkehrsminister Scheuer hat jetzt die Katze aus dem Sack gelassen, zumindest glaubt er das. Er will, so sagt er, bis spätestens 2021 Uber in Deutschland erlauben. Scheuer scheint nicht zu wissen, dass Uber bereits seit über einem Jahr mit 1.000 Fahrzeugen auf den Berliner Straßen und Plätzen unterwegs ist. Aber gut, er will Uber für ältere Menschen auf dem Land zulassen. Das rechnet sich bestimmt prima für Uber, und wenn nicht, dann wird der Fahrer eben von uns allen aufgestockt, Uber vom Sozialstaat mitfinanziert - warum auch nicht.

Für wie bescheuert hält uns eigentlich der Scheuer?
Text TaxiBerlin

17.11.2018

WER HAT ANGST VOR GELBEN WESTEN ?


Es ist schon einige Zeit her, da habe ich dazu aufgerufen, mit Gelben Bauhelmen gegen die allzu vielen Baustellen in unserer Stadt zu demonstrieren. Der Tagesspiegel und auch die Berliner Zeitung haben seinerzeit darüber berichtet. Getan hat sich allerdings nichts, ganz im Gegenteil, die Baustellen sind seither nur noch zahlreicher wie Pilze nach einem warmen Regen aus dem Boden geschossen, insbesondere Baustellen, an denen nie gebaut wird.

In Frankreich sind es keine Gelben Bauhelme sondern Gelbe Westen, mit denen Franzosen aktuell auf die Straßen gehen. Die Aktion nennt sich "Operation Schnecke", richtet sich gegen die hohen Spritpreise, und wenn es stimmt, was ich gerade lese, muss sogar Präsident Macron Angst vor den Gelben Westen in seinem Land haben.

Keine Ahnung, ob das wirklich wahr ist. Vielleicht ist es auch nur eine Fake-News. Irgendjemanden gibt es ja immer, der einem Präsidenten sein Amt neidet. Was ich mit Sicherheit weiß, ist, dass der Deutsche da anders gestrickt ist. Das wusste auch schon der Kollege Nietzsche, der diesen Umstand so formulierte:

"Ein Deutscher ist großer Dinge fähig, aber es ist unwahrscheinlich, dass er sie tut: denn er gehorcht, wo er kann, wie dies einem an sich trägen Geiste wohltut."

Text TaxiBerlin

VON BETREUTEM FAHREN UND DENKEN


Vor nicht allzu langer Zeit arbeitete ich für die Taxifirma "Betreutes Fahren". "Betreutes Fahren" deswegen, weil der Chef sich wirklich rührend um seine Fahrer gekümmert hat, allerdings auf Kosten der Fahrzeuge, das muss der Ehrlichkeit halber angemerkt werden. Obwohl es die Taxifirma "Betreutes Fahren" nun schon seit einiger Zeit nicht mehr gibt, musste ich neulich noch einmal an sie denken. Da hörte ich bei mir im Taxi im Radio, dass eine Berliner Autorin eine Lesung abgesagt hat, weil sich in den Regalen der gutsortierten Buchhandlung, in der die Lesung stattfinden sollte, auch Bücher befanden, die der Autorin entweder nicht gefielen oder die sie nicht gelesen hatte, man weiß es nicht genau, auf dass sich der mündige Leser selbst ein Bild machen möge. So zumindest der Anspruch der Buchhandlung Lehmkuhl in München. Nun ist es aber so, dass der Leser von heute, sofern es ihn noch gibt, leider überhaupt nicht mündig ist, weswegen andere, in dem Fall die Berliner Autorin, für ihn mitdenken müssen. Man nennt das auch "Betreutes Denken", und es ist mit Sicherheit gut gemeint, genauso wie das "Betreute Fahren". Trotzdem wird sich, so denke ich, das "Betreute Denken" nicht auf Dauer durchsetzen, ebenfalls genauso wie das "Betreute Fahren".

Text TaxiBerlin

16.11.2018

BAUSTELLENSTÜRMER


Taxifahren, ich kann es nicht oft genug wiederholen, macht radikal. Beispielsweise ist bei mir im Taxi seit einiger Zeit das Telefonieren verboten. Neulich hatte ich die Idee des Baustellenstürmers. In einer meiner letzten Sendungen von "Hier spricht TaxiBerlin" nannte ich mich selbst den ersten Baustellenstürmer und rief meine zahlreichen Zuhörer dazu auf, meinem guten Beispiel zu folgen. Inspiriert zum Baustellenstürmer haben mich die Maschinenstürmer. Die gab es wirklich. Wir Baustellenstürmer stürmen aber keine Maschinen, die uns die Arbeit wegnehmen, sondern Baustellen, wo nicht gebaut wird, und davon gibt es so einige in unserer Stadt. Rein praktisch ist es so, dass man die Baustellen wirklich suchen muss, an denen noch gearbeitet wird. An den anderen sind meist Gräben oder Löcher ausgehoben, in denen wir die Absperrungen von den Baustellen verschwinden lassen, dann ein wenig Sand drüber und die Straße ist wieder befahrbar. Dass da mal eine Baustelle war, weiß bald schon keiner mehr, auch die nicht, deren Baustelle das einst war. Der Vorteil dieser Aktion gegenüber der "Operation Schnecke" oder "Gelbe Westen" in Frankreich und Belgien ist der, dass nach dem Versenken der Baustellen-Absperrungen der Verkehr sofort viel besser rollt.

Text TaxiBerlin

15.11.2018

HEUTE WIEDER AB 19 UHR AUF PI-RADIO 88.4: "HIER SPRICHT TAXIBERLIN"


Autorenbuchhandlung, Else-Ury-Bogen 599-601, Savignyplatz
früher Charlottenburg, heute Charlottenburg-Wilmersdorf

Dass ich Büchersüchtig bin, hatte ich schon erwähnt. Ganz genau ist es so, dass ich der erste anerkannte Büchersüchtige bin, mit anderen Worten: Der Patient Nummer Eins! Meine Büchersucht wird auch Thema meiner heutigen Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin" sein. Möglicherweise gibt es ein Gegengift. Das Thema Büchersucht, das muss ich zugeben, ist aus der Not geboren, weil ich keinen Studiogast habe. Aber wie sagt der Taxifahrer so schön: "Alles Schlechte zum Guten!" Und genauso mache ich es. Ich werde aber nicht nur über Bücher sprechen, sondern auch über Gedanken, die ich mir im Taxi mache. Darüber hinaus werde ich aus einer e-mail einer Fahrgästin vorlesen, die mich heute erreichte. Ihr hatte ich ein Buch geschenkt, dass sie nun gelesen hat. Natürlich werden wir auch wieder dem Bildungsauftrag nachkommen, irgendjemand muss schließlich die Lücke füllen, die Öffentlich/Rechtlich hinterlassen hat. Darüber hinaus gibt es auch Musik, wir werden uns heute nichts geringerem als dem deutschen Liedgut widmen. Wage es nicht zu verpassen!

Foto&Text TaxiBerlin

14.11.2018

FUMMELKISTE


Quelle der Inspiration

Bevor ich meine Sonntagsschicht antrete, die meine Arbeitswoche beendet, schaue ich immer noch auf dem Flohmarkt vorbei. Meistens auf dem auf'm Boxhagener Platz, manchmal schaffe ich es bis zum Mauerpark, in letzter Zeit immer öfter auf dem RAW-Gelände an der Revaler Straße. Dort ist mir letzten Sonntag obige Fummelkiste ins Auge gefallen. Sie erregte sozusagen meine Aufmerksamkeit. Jetzt aber nicht, weil ich erhoffte, irgendetwas in ihr zu finden, was mir stehen könnte. Nein, das nicht. Es ist vielmehr so, dass ich seitdem ernsthaft überlege, meinem Taxi einen neuen Namen zu geben, und zwar Fummelkiste statt Taxi. Das wäre doch mal was! Fummelkiste deswegen, weil ich, seitdem der CD-Player in meinem Taxi nicht mehr geht, immer viel am Radio rumfummeln muss, um mal einen vernünftigen Sender zu finden, den man sich auch anhören kann. Für morgen hätte ich da schon einen, da mache ich wieder selber Radio.

Foto&Text TaxiBerlin

13.11.2018

HEUTE SCHON GEGENDERT?


Heute schon gegendert? Diese Frage wurde mir bisher noch nicht gestellt. Aber ich habe aus dem Radio erfahren, dass heutzutage alles gegendert werden soll. Das schlimme war, dass es nicht irgendein Radiosender war, sondern das "freie" Pi-Radio, wo ich diesen Donnerstag meine nächste Show von "Hier spricht TaxiBerlin" habe.

Gegendert, für alle die, die damit nichts anzufangen wissen, meint die Verhunzung unserer Sprache durch einen * (Stern), ein I (großes Binnen-I) oder durch das _ (Gender_Gap). Gender_Gap heißt auf Deutsch "Geschlechterlücke" und gefällt mir persönlich am besten, weil man (frau natürlich auch) in dieser Lücke all die Geschlechter verschwinden lassen kann, die es sonst noch so geben soll.

Ich gendere nicht, habe nie gegendert und werde auch nie gendern, weswegen ich die Frage, ob ich heute schon gegendert habe, nur mit "Nein" beantworten kann. Ich kenne nur Mann und Frau, und die kann ich auseinanderhalten. Das schaffe ich - auch sprachlich!

Text TaxiBerlin

12.11.2018

IMMER NOCH UBER-FAHRER GESUCHT


Schwarzes Brett neben der Pilotenbude

Donnerstag ist meine nächste Sendung, und ich habe immer noch keinen Uber-Fahrer gefunden, der ins Studio kommen möchte, um mal offen und ehrlich über seinen Berufsalltag zu sprechen. Dass ich noch keinen Uber-Fahrer gefunden habe, liegt möglicherweise auch daran, dass mein Gesuch nicht mehr am Schwarzen Brett vom großen Taxiparkplatz direkt neben der Pilotenbude am Flughafen Tegel hängt. Warum meine Anzeige dort nicht mehr hängt, kann ich nur vermuten, denn ich weiß nicht, wer sie abgerissen hat und warum. Es kann an dem roten Karton gelegen haben, auf dem sie gedruckt war. Wahrscheinlicher ist aber, dass der Kollege sich den Text nicht richtig oder gar nicht durchgelesen hat, sondern nur gesehen hat, dass da ein Uber-Fahrer gesucht wird. Noch nicht alle Taxifahrer haben begriffen, dass sie als Lenker eines öffentliches Verkehrsmittels mit Beförderungspflicht einen Bildungsauftrag haben. Auch deswegen werde ich diesem Auftrag einmal mehr in meiner nächsten Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin - Die freie Stimme der mobilen Welt" am Donnerstag, den 15. November, ab 19 Uhr auf Pi-Radio, in Berlin unter 88.4 MHz, in Potsdam unter 90.7 MHz und weltweit hier als Live-Stream, nachkommen, indem ich aus einem Straßenverzeichnis vorlese. Das Telefonbuch wurde schon mehrfach vorgelesen, ich erinnere nur an die Telekom-Reklame vom Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki, ein Straßenverzeichnis aber noch nie. Und dabei ist es nicht irgendein Straßenverzeichnis, sondern der Kauperts, das Alte Testament der Straßen- und Wegelehre, aus dem ich vorlesen und, wenn es passt, auch vorsingen werde. Wage es nicht zu verpassen!

Bevor ich es vergesse: Uber-Fahrer können sich immer noch melden!

Foto&Text TaxiBerlin