31.08.2011

BALKAN ROAD TAXI



Balkan Road Taxi

So sieht es aus, das Balkan Road Taxi. Damit kommst du überall hin. Du brauchst keine Winterreifen, kein Gaspedal, keine Motorhaube und noch nicht mal 'nen Motor! Der Eingeborene würde sagen: "Und das ist auch besser so!", womit er natürlich vollkommen recht hat! (Sichwort: Nachhaltigkeit!) Ich erlaube mir das Motto meiner früheren Reisen hinzuzufügen: "Es hätte schlimmer kommen können!"

Foto&Text TaxiBerlin

BALKAN ROAD MOVIE


Balkan Road Taxi

Morgen geht er los, der Balkan Road Movie! Oder doch erst übermorgen? Beim Balkanesen weiß man nie. Das hat er vom Orientalen. Apropos: Gestern ging Ramadan zu Ende und soweit ich mich erinnere, konnte man da in der Vergangenheit als nicht Moslem, zumindest was das Taxigeschäft angeht, irgendwie von profitieren. Gestern auf jeden Fall nicht. War aber sowieso ein blöder Monat, der August. Irgendwie fehlt mir ein Arbeitstag. Dabei hat der August schon 31 Tage! Doch zurück zum Film. Vielleicht sollte ich mir, bevor es mit dem Balkan Road Movie losgeht, noch den neuen Woody Allen Film "Midnight in Paris" ansehen. Gut, bei uns geht es nach Istanbul und nicht nach Paris, aber man kann ja nie wissen! Und warum ist der Eiserne Gustav eigentlich an die Seine gefahren und nicht an den Bosporus?
Foto&Text TaxiBerlin

30.08.2011

"ISTANBUL IST WIE KREUZBERG - NUR NICHT SO TÜRKISCH"


Nummernschild-Code Istanbul

So erklärte mir ein Freund vor vielen Jahren die Metropole am Bosporus. Er sollte recht behalten. Deswegen ist Istanbul auch MEINE Stadt - nach BERLIN! Und ich weiß wovon ich rede, schließlich war ich schon zigmal dort.

Alle paar Jahre packt es mich. Dann mache ich mich auf den Weg. Entweder mit 'nem Wagen, mit der Bahn oder dem Flieger, und manchmal auch per Anhalter. Nun ist es wieder soweit. Ein altes Automobil steht vor der Tür, Sachen werden gepackt und (das ist neu!) sogar eine Internetseite für den BALKANROADMOVIE eingerichtet.

Anders als sonst ist auch folgendes: Mit von der Party ist TaxiGourmet, die Kollegin aus New York, die über das Essen "On The Road" berichten wird. TaxiBerlin ist zuständig fürs "Überleben" auf der Straße. Zusammen verkaufen wir Postkarten aus eigener Produktion.

Mit dem Postkartenverkauf stehen wir in der Tradition vom Eisernen Gustav, DEM Berliner Droschkenkutscher vom Wannsee. Der finanzierte seine Reise von Berlin nach Paris im Frühjahr 1928 ebenfalls durch den Verkauf selbstgemachter Postkarten.

Was Istanbul angeht, so bin ich mehr als nur ein bisschen skeptisch, nachdem es jahrelang so gehypt wurde. Ehrlich gesagt erwarte ich das schlimmste, sozusagen den Prenzlauer Berg in der Türkei. Vielleicht kommt alles aber ganz anders und ich sage: Istanbul ist wie der Prenzlauer Berg früher, weil Schwabenfrei!

Behüte uns Gott vor Schnee und Wind
Und Deutschen, die im Ausland sind

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29.08.2011

ALEXIS ZORBAS - DER BERLINER


Zorbas der Berliner

Lange, viel zu lange, dachten wir, unser Urlaubsautomobil hieße Wasko da Gama. Dabei hätten wir nur einmal richtig aufs Nummernschild schauen brauchen, um seinen wahren Namen zu kennen: Alexis Zorbas!

Unser Zorbas ist auch kein verarmter Grieche, wie vielleicht einige von euch jetzt denken. Wobei das Original zuallererst Mazedonier war und dann erst Grieche, aber das nur nebenbei. Nein, unser Alexis Zorbas ist Berliner.

Ob es sich bei Alexis um einen verarmten Berliner handelt, sei dahingestellt. Aus Kostengründen ist Zorbas der Berliner zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber man ist bekanntlich so jung wie man sich fährt oder eben tanzt:



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SONNTAGSFAHRER


Frankfurter Allee / Lichtenberg

Es soll ja immer noch Leute geben, die glauben nicht an den Sonntagsfahrer, bloß weil es ein Klischee ist. Dabei gibt es Klischees doch nur, weil sie eine ganze Theorie in Kurzform enthalten. Und würde die Theorie nicht stimmen, gäbe es das Klischee gar nicht!

Also ich glaube nicht nur an den Sonntagsfahrer, nein, ich weiß sogar, daß es ihn wirklich gibt! (Allerdings in der Mehrzahl - soviel Zeit muss sein!) Nach meiner Theorie gibt es aber nicht nur den Sonntagsfahrer, sondern auch den Montagsfahrer, den Dienstagsfahrer und den Mittwochsfahrer.

PS: Donnerstag interessiert mich nicht mehr, da hab ich Urlaub.
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27.08.2011

WORTE ZUM SONNTAG - VON FAHRER RAINER


Knaackstraße / früher Prenzlauer Berg / jetzt Pankow

Daß wir Taxifahrer die preiswertesten Therapeuten bzw. Seelsorger sind, ist ein alter Hut. Genauso der Umstand, daß Taxen im Winter die teuersten Wärmestuben sind. Neu ist, daß wir auch die teuersten Kühlboxen im Sommer sein könnten; wenn, ja wenn nur jemand das Angebot angenommen hätte, letzte Nacht.

Ein alter Hut ist ebenfalls, daß man in unserem Land eine Sache nicht leugnen darf, will man nicht in ernsthafte Schwierigkeiten kommen. Neu ist allerdings, daß man ungestraft seine Familie und sogar sich selbst verleugnen kann. Früher waren die Leute in einem solchen Fall reif für die Couch oder gründeten zumindest eine Selbsthilfegruppe ("Die anonymen Leugner"). Später gingen sie dann ins Fernsehen ("Hilfe, ich bin ein Leugner").

"Aber hat Jesus nicht auch seine Mutter verleugnet?", hören ich die Ungläubigen von heute schon fragen. Und sie haben sogar Recht. Von Matthäus (12, 46-48) wissen wir, daß er dies wirklich getan hat:

Als er noch zu dem Volke redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen, die wollten mit ihm reden. Da sagte einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen, die wollen mit dir reden. Er antwortete aber dem, der es ihm ansagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind sind meine Brüder?

Nun, der Unterschied ist der: Jesus war der Sohn Gottes und hat als solcher eine ganze Religion gestiftet. Was ich damit sagen will: Jesus hatte keinen Blog im Internet mit Lesern, die sowieso alles fressen, was man ihnen vorsetzt. Aber vor allen Dingen hat Jesus, soweit die Überlieferung, eines nie getan: Sich selbst verleugnet ...
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Worte FahrerRainer

26.08.2011

H2 HOT


Karl-Liebknecht-Straße / Mitte

Erst dachte ich, es würde an der Hitze liegen, daß der Prenzlauer Berg wie ausgestorben ist. Aber die sind wohl alle im Olympiastadion: Hertha vs. Stuttgart.
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WARUM ICH GESICHTBUCH HASSE


Frankfurter Allee / Friedrichshain

Seit Wochen stagniert die Anzahl der Personen, denen den Kopierladen an der Ecke gefällt, bei 68. Aber selbst wenn er mehr "Freunde" bei Facebook hätte, würde der Laden ja nicht besser werden, oder?
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"ENDLAGER PRENZLAUER BERG!"


Irgendwo im Prenzlauer Berg

Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, dieses Jahr keine Wahlplakate zu zeigen. Aber wenn sie so gut sind, daß sie hätten von mir sein können ...
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"DEMOKRATIE IST SCHEISSE - UND DAS MEIN' ICH ERNST"


"Charly M" / Karl-Marx-Allee / Friedrichshain

Ich hab's ja schon immer gewusst! Und nun gibt es das, was TaxiBerlin schon immer gewusst hat, auch als Kabarett! Das musst du dir mal reinziehen!

Aber jetzt mal im Ernst: Wem nützt es, wenn jeder sagen kann, was er denkt, selbst wenn er gar nicht denkt, weil er gar nicht denken kann!? Weil er das nämlich nie gelernt hat ...

Wer gerade nicht auf die Antwort kommt, weil er's vielleicht mit dem Denken nicht so hat: Dem System! Nur dem System ...

PS: In diesem Punkt haben die Marxisten leider Recht. Das System funktioniert am Besten, wenn die Massen dumm gehalten werden.
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25.08.2011

KLEINER KLÄFFER


Invalidenstraße / früher als Moabit zu Tiergarten gehörig / jetzt Mitte

Einmal war so 'n kleiner Kläffer (Oder war's doch 'n Äffchen?) auch mal zu was nütze (Meistens hängen sie dir ja nur am Hosenbein und quieken rum ohne Ende!). Da hat der sich doch echt den linken Rückspiegel gespart ...
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ALLES REDEN VOM WETTER ...


Frankfurter Allee / Lichtenberg

... aber ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
Foto TaxiBerlin

24.08.2011

EIGENTLICH LÄUFT NUR NOCH SAMSTAG


Wühlischstraße / Friedrichshain

Die Statistik sagt, daß es, als ich mit dem Taxifahren anfing, zwei Fahrten pro Stunde gab. Gefühlt waren das natürlich viel mehr. Heute kommt man im Durchschnitt gerade mal auf eine Fahrt - pro Stunde wie gesagt.

Früher ging das Wochenende bereits am Donnerstag los. Der Freitag war in der Regel kaum schlechter als der Samstag, manchmal sogar besser. Auf beide, sowohl auf den Freitag als auch auf den Samstag, war verlass. Man musste sich schon besonders blöde anstellen, damit es nicht lief.

Damals gingen die Uncoolen um neun weg, die Normalos um zehn und die richtig Coolen um elf. Die ersten kehrten gegen eins nach Hause zurück, die letzten kurz nach drei. Spätestens um vier war der Kuchen gegessen. Da konnte man sich in Ruhe auf die ersten Fahrten zum Flughafen vorbereiten.

Heute machen viele Clubs erst nach Mitternacht auf. Hin fahren die meisten dann noch mit den Öffentlichen. Der Eintritt, früher nicht der Rede wert, will auch bezahlt sein, insbesondere wenn es einem im ersten und zweiten Club nicht gefällt. Frühestens um vier, wenn früher, wir erinnern uns, der Kuchen bereits gegessen war, kommen heute die ersten aus ihren Löchern, auch Clubs genannt, gekrochen.

Und das sind dann oft keine einfachen Fahrgäste, um nicht zu sagen, es sind in der Regel Patienten. Als erstes muss immer telefoniert werden. Im Club ging das nicht, weil zu laut. Komischerweise ist derjenige, der angerufen wird, auch immer noch erreichbar. Meistens ist der aber gerade noch in einem anderen Club, so daß gleichmal rumgebrüllt wird, damit man überhaupt ein Wort versteht.

Ich bin, da noch Old School, da bereits ziemlich abgegessen von meiner Schicht und hab nun überhaupt keinen Nerv darauf, daß in meiner Taxe rumgebrüllt wird oder auch nur eine der folgendenden Fragen zu beantworten: Wo ist noch was los? Wo gibt's welche Drogen? Wo kann man noch Frauen klarmachen? Welcher "Club" hat noch geöffnet? Was für Mädels sind dort? etc ...

Zum Glück kommen dann meist doch noch die Fahrten zum Flughafen. Das sind dann wieder richtige Fahrgäste und keine Patienten. Die stellen keine dummen Fragen, sind ausgeschlafen und brüllen vor allen Dingen nicht rum. Man kann aber auch Pech haben:

Es soll schon vorgekommen sein, daß sich Leute den Wecker auf um fünf gestellt haben, damit sie um sechs Uhr die ersten nicht Verstrahlten im besten Club der Welt (Berghain) sind ...
Foto&Text TaxiBerlin

23.08.2011

KEINE KAPITALISTISCHEN EXPERIMENTE


Bei mir um die Ecke hängen noch die Plakate der Wahl vor gut zwanzig Jahren mit den Slogans: WOHLSTAND STATT SOZIALISMUS, NIE WIEDER SOZIALISMUS und KEINE SOZIALISTISCHEN EXPERIMENTE. Wenn man sich heute umguckt, wofür man damals auf die Straße gegangen ist, vielleicht noch den Wehrdienst verweigert und auf das Studium verzichtet hat, kann einem das kalte Kotzen kommen.

OK, man hatte uns gewarnt: Im Westen wäre alles besser - aber eben auch die Dummen dümmer! Das es aber so schlimm kommen würde, das hatte keiner gedacht! Vom Regen in die Traufe, oder so ähnlich, heißt das wohl. Man raubt dich aus, und du unternimmst nichts?! Oder merkst du es gar nicht!? Man verspielt deine Zukunft und die deiner Kinder, und du sagst immer noch: Mir persönlich geht es doch gut?!

Aber gut, ich will mich nicht beklagen. Man hatte uns wie gesagt vorgewarnt. Aber wenn du mich fragst, welchen Slogan ich aktuell gut finde, ist die Antwort: KEINE KAPITALISTISCHEN EXPERIMENTE!

Irgendwo im Friedrichshain
Fotos&Text TaxiBerlin

ZAHLEN SIE, WAS SIE WOLLEN oder DAS IST NOCH BERLIN


Ich habe es ehrlich gesagt satt, eine Stunde am Ostbahnhof rumzustehen, um dann für 4,20€ in die Koppenstraße zu fahren. Lange habe ich überlegt, was ich machen kann, um mehr Fahrgäste pro Stunde zu akquirieren. Heute war es nun soweit. Nicht die unsichtbare Hand von Adam Smith sondern einfach ein Blick zurück brachte die Lösung. Schließlich gab es doch früher schon mal Taxen, denen man soviel bezahlte gab, wieviel man so dachte, auch wenn sich viele heute daran gar nicht mehr erinnern können. Aber das ist eben mein Standortvorteil, und den gilt es zu generieren. Sogleich habe ich mir das entsprechende Schild gemalt (Bild oben), Reklame ist ja bekanntlich alles. Ich kann doch nichts dafür, daß viele von denen, die neben mir auch am Ostbahnhof rumstehen, zu spät gekommen sind. Soviel sei aber verraten: Das Zauberwort heißt SCHWARZTAXI! Tanken musst du allerdings da, wo der Diesel nur fünfundneunzig Cent kostet (Bild unten), aber das muss ich dem Einzelnen, der aus Eigennutz seine Produktivität und Erträge steigern will (frei nach Adam Smith), bestimmt nicht extra sagen, oder?

B1 / B5
Fotos&Text TaxiBerlin

22.08.2011

NEUER MIETSPIEGEL oder DAS IST NICHT MEHR BERLIN (FORTSETZUNG)


Mieterhöhung (so sieht sie aus!)

Als ich in den Friedrichshain gezogen bin, vor vielen vielen Jahren (manch einer wusste noch gar nicht, wo Berlin liegt, geschweige denn, daß er hier eines Tages mal herziehen würde), war der noch weit davon entfernt IN zu sein. Der Friedrichshain war ein ganz normaler Arbeiterbezirk und das war auch gut so. Wenn ich hätte dort wohnen wollen, wo es IN ist, wäre ich damals doch gleich nach Kreuzberg oder in den Prenzlauer Berg gezogen.

Es soll ja neuerdings immer mehr Leute geben, die gar keine richtigen Berliner mehr kennen. Ich wohne sogar bei einem! Mein Vermieter wohnt nicht nur in seinem Eigentum, nein er ist sogar hier im Haus geboren. Seit mehr als zehn Jahren war die Miete konstant. Jetzt muss auch er erhöhen, sagt er. Schuld ist der Mietspiegel, und der steigt bekanntlich seit Jahren.

Die vor mehr als zweihundert Jahren von Adam Smith erfundene unsichtbare Hand soll auf dem Markt zum allgemeinem Wohl aller agieren. Ich bin nun wirklich keiner von diesen neuzeitlichen Egoisten oder gar Gemeinen Grabblern, da gibt es ganz andere ... Aber wie bitte sehr steigert die Entwicklung auf dem Berliner Mietmarkt und der immer neue Mietspiegel mein ganz persönliches Wohl? Sag es mir!

Ganz aktuell frage ich mich, ob von "unsichtbarer Hand" angezündete Autos vielleicht eher in meinem Interesse sind. Ich meine, wenn sich immer mehr Leute unsicher fühlen und lieber dahin ziehen, wo es sicherer ist, wäre mir doch letztendlich viel mehr gedient, oder? Ich weiß, daß ich das alles gar nicht denken, geschweige denn schreiben darf. Der Feind ließt ja bekanntlich mit.

Und deswegen muss ich zum Schluss, dafür hast du sicherlich Verständnis, noch etwas gegen die Feuerteufel sagen. Die Sache trifft mal wieder die Verkehrten! Warum? Wer richtig reich ist, der stellt sein Auto doch nicht auf die Straße. Der hat 'ne Tiefgarage! Und dort, also in irgendeiner Tiefgarage, hat doch noch nie ein teures Auto gebrannt, oder ...?

PS: Etwas Positives kann/muss man über die Formulare für die Mieterhöhung sagen: Sie sind sehr farbenfroh (Feuerfarben?), machen aber trotzdem keine gute Laune!
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21.08.2011

VOM CHIP ZUM ASPHALT CLUB



Mohrenstraße / Mitte

CHIP als Name für einen Club, ist ja schon beknackt. Das konnte nichts werden. Aber das es noch beknackter werden würde - wer hätte das gedacht!? Und dann erstmal die Leute, die da reingehen - ins ASPHALT ...
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20.08.2011

STILLLEBEN IN TEGEL (FORTSETZUNG)


Dachte ich neulich noch, es würde sich bei dem liebevoll arrangierten Stillleben am Anfang der sogenannten Ladeleiste um eine Eintagsfliege handeln, wurde ich nun eines besseren belehrt. Das Kunstobjekt, so konnte ich in Erfahrung bringen, ist fester Bestandteil der Qualitätsoffensive am Flughafen Tegel und wird wöchentlich von den Mitarbeitern mit den gelben Servicewesten in speziellen kreativen Freiräumen erarbeitet. Desweiteren wurde mir versichert, daß für den Fluggast dadurch keine Mehrkosten entstehen, da die ganze Kunst bereits mit den fünfzig Cent pro Fahrt ab Tegel abgegolten ist.

Flughafen Tegel (TXL) / Reinickendorf
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DAS BUCH ZUR KLAGEMAUER (ENDE)


Fundstück Flughafen Tegel (TXL) / Reinickendorf

Keine Ahnung, wer von euch da draußen noch die Nachrichten verfolgt. Muss er auch gar nicht! Wenn, ja wenn er nur in diesem Buch ließt:

Die rasende Talfahrt moralischer Wertmaßstäbe stürzt die Menschheit in eine materialistische Flut sozialer Unruhe und Aufruhrs. Den größten Denkern ist klar, daß man einen Ausweg finden muss, die Lawine aufzuhalten, wenn die Welt nicht an ihrer eigentlichen Verderbtheit zugrundegehen soll. Diese Denker erklären einmütig, daß nur in einer Wiederbelebung von Glauben und Moral ein sicheres Fundament zu finden ist, worauf man eine neue Gesellschaft bauen kann. Eine Änderung der Herzen in zahllosen Einzelnen muß dem vorangehen und den Grund für eine Erneuerung der Familie, der Gemeinschaft, der Völker und der internationalen Beziehungen legen. Es ist ein hoffnungsvolles Zeichen, daß die Massen des einfachen Volkes, die eingetaucht sind in ein Meer von Schwierigkeiten, an denen eine materialistische, herzlose, maschinengestanzte Lebensweise schuld ist; allmählich die Unmenschlichkeit und Hoffnungslosigkeit eines solchen Lebens und einer solchen Gesellschaft begreifen.

Zu viele lassen sich von ihren flüchtigen Leidenschaften lenken, weil sie von der materialistischen Bequemlichkeit, welche die Technologie bereithält, berauscht sind und keine Lust haben, auch nur auf einen kleinen Teil dieser Bequemlichkeit zu verzichten. Sie haschen nach Vergnügen und tanzen wie Korken auf der Flut ihrer Lust nach Gewinn und Spaßvergnügen, welche uns alle über ihre Katarakte hinabreißen wird.

Indem der moderne Mensch das Materielle zuoberst setzt, opfert er das Geistige dem wirtschaftlichen Überfluß und gibt seinen inneren Frieden für Lustgefühle hin. Wir meinen, "Freiheit" schließe auch Unabhängigkeit von Naturgesetzen ein. Liberalismus und Marxismus predigen Doktrinen, welche die Tatsache außer Acht lassen, daß der Mensch nicht hur für "Produktion und Verbrauch" geschaffen wurde. Er wurde auf echte Liebe hin entworfen, auf religiöses Fühlen, geistige Schätze, schöpferische Fantasie, Selbstaufopferung und heroische Lebensführung. Nur auf Wirtschaftlichkeit hin zu leben, bedeutet, einen lebenswichtigen Teil seiner Persönlichkeit zu amputieren; und das ist der Grund, warum Liberalismus und Marxismus die tragenden Elemente, welche die Natur in die Anlage des Menschen hineingelegt hat, nicht nur vernachlässigen, sondern richtiggehend zerstören und fortwerfen.
aus Kapitel 21, "Ergebnis aus Teil I", Seite 75/76

Klingt alles irgendwie nach Links - ist es aber nicht. Denn der Marxismus wird genauso aufs Korn genommen wie der Liberalismus, den man heute als Kapitalismus bezeichnen würde. Am deutlichsten wird dies durch die Erwähnung von Produktion, Verbrauch und Wirtschaftlichkeit. Vordergründig mag damit das Große und Ganze gemeint sein - aber eben nicht nur! Steckt nicht in jedem von uns ein kleiner Gemeiner Grabbler?
Foto&Text TaxiBerlin

DAS BUCH ZUR KLAGEMAUER (FORTSETZUNG)


Fundstück Flughafen Tegel (TXL) / Reinickendorf

Mittlerweile bin ich mir gar nicht mehr sicher, ob ich das Buch wirklich zum Fundbüro bringe, denn es ist, das kann man ohne Übertreibung sagen, wahrlich eine Offenbarung, was man dort zu lesen bekommt:

Die abendländischen Frauen, die mit Arbeit außerhalb des Hauses beschäftigt sind, haben ihre natürliche Bestimmung aufgegeben und die herrlichen Gaben, die ihrer Weiblichkeit angeboren sind, auf naturwidrige, verhängnisvolle Seitenpfade umgelenkt. Der Materialismus von Ost und West ist gleichermaßen geeignet, die Elemente der menschlichen Natur zu ändern. Beide haben die Frau aus der Rolle entfernt, für die sie bestimmt war. Zahllose Fehlbildungen sind die Folge - bei den Einzelnen, den Gemeinschaften, im moralischen Verhalten. Jugendliche, die ohne richtiges Zuhause aufgewachsen sind, leiden an unheilbaren Traumas. Kinderhorte, die von Leuten geleitet werden, deren einziges Ziel ist Geld zu verdienen und die Leidenschaft, Kinder zu erziehen, nicht kennen, behandeln die ihnen Anvertrauten von Anfang an als potentielle Rebellen und lassen daher keine Geduld, keine Selbstachtung in ihnen entstehen.
aus Kapitel 20, "Gefühlsschocks aus der Kindheit", Seite 72

Was den letzten Punkt angeht, den mit der Geduld, so wünscht man sich, daß es wirklich so wäre ...
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DAS BUCH ZUR KLAGEMAUER


Fundstück Flughafen Tegel (TXL) / Reinickendorf

Dieses Buch habe ich am selben Tag am Flughafen Tegel (TXL) gefunden, an dem ich dort die BERLINER KLAGEMAUER fotografiert habe. Bekanntlich gibt es keine Zufälle im Leben, und so habe ich ein wenig drin geblättert, bevor ich es nächste Woche zum Fundbüro bringen werde. (Hoffentlich steht das Ding nicht auf dem Index! Nicht, daß ich noch Ärger bekomme ...) Aber eigentlich, wenn so viele Wahrheiten drinstehen, kann das Buch nicht verboten sein. Überzeuge dich am besten selbst:

Der Westen hatte das einfache Leben in der Landwirtschaft vor der industriellen Revolution. Damals war die Familie ein Mittelpunkt der Rücksichtnahme, Sorge und Beständigkeit. Die Männer gingen aufs Feld, um sich ihren Unterhalt zu verdienen. Die Frauen stellten die Sorge und die Erziehung für die Kleinen obenan. Der Familienkreis umgrenzte das Leben aller.

Aber die Industrie brauchte Arbeitskräfte. Eine der ersten Folgen war die weitere Verteilung von Männern und Frauen auf industrielle Zentren, Regierungsstellen, Handelshäuser und andere große Institutionen. Siedlungszusammenballungen entstanden, deren einziges Existenzbedürfnis die Steigerung des Komforts und Wohllebens war.

Dieser Zerfall des Familienlebens schwächte das Band der Ehe. Mit Güte und Zuneigung ging es schmerzlich bergab. Die Frauen wurden orientierungslos ohne die aufrichtige Hingabe an Familie und Kindererziehung, was vordem ihre einzige Sorge gewesen war ...

Weiter: die neue "Freiheit" war so unbegrenzt, daß sie die Familie entwurzelte, Reinheit und Schicklichkeit in den Wind schlug, totales Versagen und Spaltung hinterließ, die nunmehr an die Stelle des moralischen Gefüges und der Einheit der Familie traten, welche einmal auf der Religion und dem Wissen um ihre Gültigkeit geruht hatte.
aus Kapitel 18, "Erdrutsch im Familienleben", Seite 67

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PER ANHALTER DURCH BERLIN


Karl-Marx-Allee / Mitte

Per Anhalter fahren ist irgendwie aus der Mode gekommen. Schade eigentlich! Ich bin früher viel getrampt. Einmal sogar bis nach Bulgarien. Und aus alter Gewohnheit gucke ich immer, wenn ich die Stadt mal verlasse, ob da nicht jemand steht, den ich mitnehmen könnte. Aber da steht immer keine/r. Die drei Mädels gestern konnte ich leider nicht mitnehmen. Ich war besetzt. Obwohl die Richtung gestimmt hätte, da ich gerade Richtung Osten unterwegs war. Die eine wollte nach Kaulsdorf und auf dem Schild der anderen stand Ostbahnhof. Das fand ich besonders witzig. Wie gesagt, man sieht sowas heutzutage höchst selten, insbesondere nicht in der Stadt. Keine Ahnung, was die jungen Leute von heute so treiben. Wahrscheinlich würden die, wenn sie per Anhalter fahren wollen, zum Anhalter Bahnhof fahren ...
Foto&Text TaxiBerlin

19.08.2011

BERLINER KLAGEMAUER


Flughafen Tegel (TXL) / Reinickendorf
Foto TaxiBerlin

EINMAL IN DIE SODOMITENSTRASSE ...


Dolomitenstraße / Pankow

Man mag sie ja eigentlich, unsere zugezogenen Berliner Mitbürger, Touristen, Urlauber ...
Wenn, ja wenn man nicht ständig für sie mitdenken müsste ...

PS: Die sahen aber auch noch nicht mal annähernd so aus ...
Foto&Text TaxiBerlin

16.08.2011

ZU VERKAUFEN


Frankfurter Allee / Lichtenberg

Zum Glück bin ich schon fündig geworden, so daß ich nicht auf die Angebote der Straße angewiesen bin. Heute gibt's für Wasko da Gama schon mal 'ne Umlandfahrt, bevor es Anfang September auf Große Fahrt geht. Wohin? Nach 34!
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NEUES VON DER EAST SIDE


East Side Gallery, Mühlenstraße, Friedrichshain

Na gut, so NEU ist es nun auch wieder nicht. Genau genommen ist es ein alter Hut, der nochmal gewendet wurde. Letztes Jahr. Oder ist es doch schon zwei Jahre her? Ist auch egal, ob nun zwanzig Jahre Mauerfall oder Wiedervereinigung! Wichtiger ist, wie ich drauf komme. Und zwar wegen Wolf Biermann. Der hat doch DA die erwähnt, die immer alles beim ALTEN belassen wollen. Hat der vielleicht bei Erich Fried geklaut?
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15.08.2011

WOLF BIERMANN ÜBER THILO SARRAZIN




Der hat ein paar im Grunde bescheidene Wahrheiten gesagt, hat im Grunde nix neues rausgekriegt, aber wie in dem Märchen vom Kaiser mit den neuen Kleidern, das kennt doch jeder, sagt er: "Der Kaiser hat nichts an!", und schon schreien sie alle ... und darüber freuen sich am meisten die Leute, die nichts verändern wollen ...

Ich komme drauf, weil das Interview, das bereits letztes Jahr aufgenommen worden ist, vergangene Nacht nochmal ausgestrahlt wurde. Interessant für alle Linken und auch Linken Linken ...

Interview ZDF Nachtstudio
Worte Wolf Biermann
Text TaxiBerlin

14.08.2011

13.AUGUST 2011 - FÜNFZIG JAHRE MAUERBAU


Flughafen Tegel (TXL) / Reinickendorf

Das hätte ich denen gleich sagen können, daß das nichts wird mit dieser Mauer. Aber mich hat mal wieder keiner gefragt. Da nützt es auch nichts, daß der dreizehnte damals gar kein Freitag war. Dabei weiß doch jeder, daß man die dreizehn immer irgendwie auslassen muss. Beispielsweile im Hotel. Da gibt es auch kein Zimmer mit dieser Nummer. Oder in Hochäusern. Dreizehnter Stock? Fehlanzeige! Also wenn du mich fragst: Die waren einfach nicht abergläubig genug - die Kommunisten!

PS: Damit meine ich jetzt nicht irrgläubig und auch nicht politisch korrekt genug oder so ...
Foto&Text TaxiBerlin

DER CHEF IST DER CHEF und DER KUNDE IST DER KÖNIG und DER FAHRER IST DER ...


Der Chef ist der Chef

Zweimal im Monat treffe ich meinen Chef, Mitte und Ende eines jeden Monats. Dann will er seine Kohle sehen. Darüber hinaus geht er mir weder auf den Sack, noch gibt er mir irgendwelche Anweisungen. Sicherlich könnte er das, wie jeder andere Chef auch. Aber ich bin es, der das nicht ab kann. Das fehlte mir noch! Dann könnte ich ja gleich in 'ner Fabrik arbeiten. Mein absoluter Alptraum: Irgend so ein vorgesetzter Trottel, der dümmer ist als ich, aber mir Anweisungen geben will. Als ob es nicht reichen würde, daß mir bereits der Fahrgast vorschreibt, wo ich hinzufahren habe. Klar, auch bei mir im Taxi ist der Kunde König, aber ich bin nun mal der Kai... äh, Fahrer.
Foto&Text TaxiBerlin

13.08.2011

THE SYSTEM WORKS BECAUSE YOU WORK


Jungstraße / Friedrichshain
Foto TaxiBerlin

Mann der Arbeit, aufgewacht!
Und erkenne deine Macht!
Alle Räder stehen still,
Wenn dein starker Arm es will.

aus dem "Bundeslied" von Georg Herwegh

F***** HAPPY


Somewhere in Berlin

It's not a BLUFF! F***** HAPPY is how I really feel ...
Foto&Text TaxiBerlin

12.08.2011

WARUM KOLLWITZ KEIN WITZ IST


Der städtische Zentralfriedhof in Friedrichsfelde ist vielen gar nicht und einigen auch nur als Mekka der Linken bekannt. Neben Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht liegt dort aber auch Käthe Kollwitz. Viele, selbst von denen, die neuerdings am Kollwitzplatz im Prenzlauer Berg wohnen, wissen gar nicht, wer Käthe Kollwitz war. Manche denken sogar bis heute, ihre Straße würde in Wirklichkeit Kollbergstraße heißen, weil sie Kollwitz für einen (schlechten!) Witz halten. Da wird es natürlich schwer, denen erklären zu wollen, daß die Gedenkstätte der Sozialisten mehr zu bieten hat als Pieck & Co. Aber trotz alledem ist es wohl wirklich so: Auch Kollwitzplatzbewohner haben eine Mutter. Und die hatte sogar ein Herz ...

Zentralfriedhof / Friedrichsfelde
Fotos&Text TaxiBerlin

UMLANDFAHRT ZU TAMARA DANZ oder DAS IST NICHT MEHR BERLIN (KEINE FORTSETZUNG)


Münchehofe / bei Berlin
Foto&Text TaxiBerlin

Immer wenn es mich die B1/B5 weiter nach Osten raus verschlägt als Hoppegarten, so wie heute, mache ich den kleinen Abstecher nach Münchehofe zum Grab vom Tamara Danz. Ich gehe nicht oft, aber dafür gerne auf Friedhöfe. Ich bin der Meinung, daß Friedhöfe generell unterschätzt sind. Wahrscheinlich ist den meisten nicht klar, daß sie dort mal 'ne Menge Zeit verbringen werden. Da sollte man doch vorher schon mal gucken, was einen da so erwartet. Ich persönlich bevorzuge deutsche Friedhöfe, alleine der Ordnung wegen. Ich kenne auch Friedhöfe, die sind mehr ein Dschungel als die letzte Ruhestätte. Und ich glaube, du machst keinem eine Freude, der sich erst mit 'ner Machete zu dir durchkämpfen muss. Vorausgesetzt, er findet dich überhaupt! Das Grab von Tamara Danz ist übrigens ganz leicht zu finden, wobei der Friedhof von Münchehofe sowieso sehr übersichtlich ist. Tamara liegt neben ihrer Mutter wenn du reinkommst gleich linker Hand. Du musst dann eigentlich nur noch das richtige Lied auf den Lippen haben:

11.08.2011

SCHÖNE NEUE WELT und PRO GETTOISIERUNG oder DAS IST NICHT MEHR BERLIN (FORTSETZUNG)


Versuchte man uns bisher einzureden, daß die Gentrifizierung gut gegen die Verslummung der Kieze wäre, gibt es nun eine einfache Lösung: Die Gettoisierung! Ist doch auch viel besser, wenn die sich in ihrer Schönen Neuen Welt gegenseitig auf die Eier gehen und nicht uns im Kiez, oder?!

Neue Welt / früher Prenzlauer Berg / jetzt Pankow
Fotos&Text TaxiBerlin

10.08.2011

EIN BISSCHEN SMALL TALK MUSS SEIN oder DAS IST NICHT MEHR BERLIN (FORTSETZUNG)


Alexanderplatz / Mitte

Ein bisschen Small Talk muss sein, auch wenn es nur die paar Meter vom Soho House am Prenzlauer Tor zum neuen Ramada Hotel in der Karl-Liebknecht-Straße sind.

Sie: Und, wie hat dir die Woche in Berlin gefallen?

Er: Supertoll, ich überlege jetzt auch herzuziehen.

Ich: Bloß nicht!

PS: Das würde ich natürlich nie sagen.

PSPS: Aber laut denken!
Foto&SmallTalk TaxiBerlin

ENGLAND IST ABGEBRANNT


Kiehlufer / Neukölln

Die USA pleite, England abgebrannt, Griechenland am Bettelstab. Plötzlich finde ich die Alltagsfloskel "Das find' ich jetzt aber SPANNEND" gar nicht mehr zum Kotzen! Was passiert als nächstes? Werden selbst die blutärmsten Schwätzer und Schreiberlinge noch etwas Input bekommen? Oder halten sie endlich mal den Sabbel, weil es nicht in ihre kleine politisch korrekte Welt passt und sie ja immer nur ein bisschen Revolution wollen. Es könnte wirklich noch mal SPANNEND werden ...
Foto&Text TaxiBerlin

SO ARM KANN BILLIG SEIN oder DAS IST NICHT MEHR BERLIN (FORTSETZUNG)


Linienstraße / Mitte

Von hinten laut pfeifend (hab ich Augen hinten?), mit 'ner Flasche Schampus im Arm einsteigen (man gönnt sich ja sonst nichts!), grußlos eine Kurzstrecke (in dem Fall wirklich 'ne Kotzstrecke!) einfordernd, sich in süddeutscher (schwäbischer?) Mundart darüber beschweren, daß ich in seiner beknackten Fahrradstraße (wo er selbst wohnt!) nur zehn fahre, Centgenau bezahlen (mit Quittung, versteht sich!) und (jetzt kommt das Beste!) dann mich noch Duzen ...

Fazit: Es gibt eine geistige Armut, die kannst du nicht mit Geld bezahlen (die muss angeboren sein!) ...
Foto&Text TaxiBerlin

09.08.2011

WARUM PIERCING UND TATOO BESSER ALS FERNREISEN SIND


Oderstraße / Friedrichshain

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber das meiste was so geschrieben wird, egal ob gedruckt oder nur gebloggt, kommt mir reichlich anämisch daher. Gleichzeitig muss ich zur Kenntnis nehmen, daß es wohl das ist, was die Leute wollen, da es sich offensichtlich verkauft. Trotzdem frage ich mich: Warum ist das so? Meiner Meinung nach liegt es daran, daß die jungen Leute von heute nichts mehr erleben.

In den Achtzigern fuhren die Leute nach Indien, um Erleuchtung zu finden. Alle kamen sie wieder zurück! Oder kennst du auch nur einen, der dort geblieben wäre? Ich nicht! Die Neunziger waren die Zeit von Tatoo und Piercing. Für viele der einzige Weg überhaupt noch etwas zu fühlen, auch wenn es nur Schmerz war.

Ehrlich gesagt finde ich Schmerzen besser als Reisen, um sich in der Ferne seines Geldes wegen als kleiner Gott bewundern zu lassen. Dann doch lieber die heimische Tatoo- und Piercing-Industrie ankurbeln.

Warum? Die fahren wenigstens Taxe und schreiben nicht auch noch!
Foto&Text TaxiBerlin

HEUTE SIND WIR ALLE AVUS


Avus (A115/E51) / Charlottenburg / Zehlendorf

PS: Ist (leider) ausgefallen. Der Streik der Fluglotsen wurde kurzfristig abgesagt!
Foto TaxiBerlin

08.08.2011

NEUES SCHWEINEMUSEUM IN STUTTGART


Pappelallee / früher Prenzlauer Berg / jetzt Pankow

Eigentlich schreibe ich nur über Berlin. Aber diesen Link, den mir eine Leserin zukommen ließ, fand ich einfach zu cool. Da gibt es doch echt ein Schweinemuseum in Stuttgart! Und ich dachte immer, die wären alle schon hier ...
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TUCHOLSKY HATTE VIELE PSEUDONYME


Daß unser Innenminister nach dem Massaker in Norwegen die Anonymität im Internet beschränken will, ist keine Überraschung. Daß ihn dabei ausgerechnet selbsternannte Linke unterstützen, auch nicht. Wie nennt man so etwas gleich nochmal? Ich glaube vorauseilender Gehorsam ...

Was wäre das Internet ohne N.N.? Wahrscheinlich genauso langweilig wie Facebook. Wissen sie denn nicht, daß selbst Tucholsky viele Pseudonyme hatte? Und, hat es ihm geschadet? Aber weiß heute überhaupt noch jemand, wer Tucholsky war?

Daß selbsternannte Linke plötzlich auf Law & Order machen, war zu erwarten. Das ist typisch für HYPOCRISY - THE POST POLITICAL CORRECTNESS. Aber auch hier gilt die alte Bauernweisheit: Getroffene Hunde bellen zwar, aber beißen nicht.

Pappelallee / früher Prenzlauer Berg / jetzt Pankow
Fotos&Text TaxiBerlin

VERGESSENE ORTE oder DAS IST NICHT MEHR BERLIN (FORTSETZUNG)


Das hätte ich ihm vorher sagen können, daß der Wasserturm im Prenzlauer Berg nicht der richtige Ort für ein amerikanisches Fast-Food-Restaurant ist. Vielleicht hätte er es mit Bio und Vegan probieren sollen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Was ich aber weiß ist, daß sich an selber Stelle eine meiner Lieblingskneipen befand: Die Kommandantur. Der halbe Liter Wernesgrüner kostete drei Mark. Und Bionade gab es noch nicht ...

Rykestraße / früher Prenzlauer Berg / jetzt Pankow
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RADFAHRER SUICIDE IN DER PAPPELALLEE


Pappelallee / früher Prenzlauer Berg / jetzt Pankow

Auch genervt von blöden Radfahrern? Denen ohne Licht? Die auf dem Bürgersteig? Von denen, die bei Rot fahren? Neuerdings auch in der Straßenmitte! Oder sind es die aus der Fahrradstraße? Dir kann geholfen werden! In der Pappelallee. Im Prenzlauer Berg ...
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07.08.2011

LIEBE IN ZEITEN DER KRISE oder LOVE IST POSSIBLE


Oderberger Straße / früher Prenzlauer Berg / jetzt Pankow

Eines lässt sich auf jeden Fall sagen, wenn man nur mit offenen Augen durch Berlin geht: Sie wird wieder beschworen: Die Liebe! Und das nicht nur auf Deutsch - Nein, auch auf Englisch!

Lange Zeit sah es so aus, als hätte sich die Liebe aus unserer Stadt verabschiedet. Mit Zahlen bedrucktes Papier, auch Geld genannt, und der Glaube daran, wurde immer wichtiger. Selbst vermeintlich kluge Zeitgenossen konnten immer weniger mit dem alten Indianerspruch anfangen, daß man Geld nicht essen kann ...

Krisenzeiten sind einerseits Zeiten der Besinnung. (Es muss ja nicht immer Weihnachten sein!) Andererseits, und das ist meiner Meinung nach das Beste, wird in Krisenzeiten wieder näher zusammengerückt, gibt es wieder mehr soziale und weniger asoziale Individuen.

Und selbst ich, der lange Zeit zu sagen pflegte: "I don't believe in Love!", bin mir mittlerweile wieder sicher: Liebe ist möglich - Zwischen den Menschen und auch zwischen Unmenschen ...

Greifswalder Straße / früher Prenzlauer Berg / jetzt Pankow
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