31.07.2011

TITANIC UNTERGEGANGEN oder ENDE EINER DIENSTFAHRT


Grunerstraße / Mitte

In Mecklenburg-Vorpommern saufen die Bauern ab, die Titanic ist auch schon gesunken und irgendjemand hat diesen Kollege letzte Nacht in Mitte übersehen. Für ihn war jedenfalls die Schicht vorbei. Gefreut hat sich der ADAC, der hatte endlich mal was zu tun, und natürlich auch alle Berliner Taxifahrer. Einmal mehr bestätigt sich die alte Taxi-Weisheit: Erst wenn es richtig Scheiße regnet, kommt auch wirklich was im Taxi an ...

In diesem Sinne: Einen schön verregneten Sonntag und eine sonnige Woche!
Foto &Text TaxiBerlin

TODAY'S SPECIAL: KALTE MUSCHI oder DAS IST NICHT MEHR BERLIN (FORTSETZUNG)


Rosenthaler Platz / Mitte

Also wenn du mich fragst, sollte eine Muschi schon eher warm oder am besten heiß sein, und vor allen Dingen EINES: feucht!

PS: Ich will gar nicht wissen, was das für Leute heute sind, die auf kalte Muschi stehen. Aber vor allem möchte ich sie nicht in meiner Taxe haben!
Foto&Text TaxiBerlin

30.07.2011

"COSMOS - A JOURNEY TO SHIVA" oder DIE MUSIK ZUM TAXI


"Cosmos - A Journey To Shiva"

Mister Gong, alias Ingo Frischeisen, beschreibt seine Musik als Reise durchs Weltall. Ich habe es mehrere Nächte in meiner Taxe ausprobiert und hatte Glück, daß ich als altgedienter Fahrer am Ende der Schicht immer wieder in meinen Kietz zurückgefunden habe. Einige meiner Gäste waren nämlich bereits nach nur einer Fahrt Lost in Space.

Auch du kannst es ausprobieren. Sogar in deinem eigenen Auto. Du musst einfach nur zur Vernissage mit Konzert am kommenden Sonntag, den 7. August 2011, um 17 Uhr in die Scherer Straße 9 im Wedding kommen, dort den Klängen von Mister Wong, alias Ingo Frischeisen, kostenlos lauschen und danach seine CD "Cosmos - A Journey To Shiva" kaufen.
Foto&Text TaxiBerlin

29.07.2011

MEHR ALS DREIHUNDERT BAUSTELLEN oder DAS IST NICHT MEHR BERLIN (FORTSETZUNG)


Alexanderplatz / Mitte

Sommerzeit ist immer auch Bauzeit, aber dieses Jahr wird (wie alle Jahre wieder) eindeutig übertrieben. Gefühlt sind es 3.000, in Wahrheit aber "nur" 315 in der gesamten Stadt. Das Dumme ist, daß oft einfach nur abgesperrt wird und wochenlang erstmal gar nichts passiert. Später siehst du dann mit etwas Glück zwei Hänsels auf einer Riesenbaustelle, die Arbeit genug für zweihundert bieten würde, rumlaufen. Noch in den Neunzigern wurde selbst an ganz normalen Straßenbaustellen, beispielsweise in der Prenzlauer Allee, sogar Nachts gearbeitet, und das von mehr als von zweien. Heutzutage wird dagegen langsamer gebaut als zu "Erichs Zeiten" ...
Foto&Text TaxiBerlin

28.07.2011

EIN LINKS-ALTERNATIV-ANATOLISCHES DORF oder DAS IST NICHT MEHR BERLIN (FORTSETZUNG)


Adalbertstraße / Kreuzberg

Wer, so wie ich, letzten Freitag die ASPEKTE im Öffentlich Rechtlichen Fernsehen verpasst hat, dem hilft vielleicht folgende Kurzzusammenfassung weiter:

"Was ist genau passiert? Ein erfolgreicher türkischstämmiger Gastwirt wollte in seinem Lokal mit Thilo Sarrazin über dessen Thesen sprechen. Ein türkisches Paar bemerkt das und empört sich über das Treffen. Nach ihrer Vorstellung darf so etwas in ihrem links-alternativ-anatolischem Dorf Kreuzberg nicht stattfinden. Die selbst ernannten Dorfwächter mobilisierten ihr Kollektiv und machten dem Wirt Angst. Der reagierte wie in einem anatolischen Dorf. Er ruft nicht die Polizei, sondern beugt sich dem Druck. Dass selbst ein solch arrivierter Mann es nicht wagt, zu entscheiden, mit wem er in seinem Haus redet, das ist schon überraschend und zeigt, wie weit gewisse Bevölkerungskreise von einer Bürgergesellschaft entfernt sind."
Foto TaxiBerlin
Text Necla Kelek

NAHE BERLIN oder DAS IST NICHT MEHR BERLIN (FORTSETZUNG)


Flughafen Tegel (TXL) / Reinickendorf

Ich habe nicht nur ein neues Taxi sondern auch ein neues Navi. Das benutze ich aber nur als Monitor, weil mein Chef mal wieder beim integrierten Fernseher gespart hat, was alleine deswegen schade ist, weil ich ja schon zu hause keinen Fernseher habe. Zur Orientierung brauche das Navi nicht. Da bin ich ganz Old School und arbeite mit dem Autofahrer-Atlas vom StadtINFO Verlag, der aber leider nicht mehr hergestellt wird - wegen den Navis! (Der Nachbau vom ADAC ist gut gemeint, aber nicht gut gemacht.)

Neulich schaltete sich mein Navi nicht wie sonst automatisch ab, als ich auf dem Flughafenparkplatz meine endgültige Parkposition erreicht hatte. Und was ich da zu Kenntnis nehmen musste, war nicht das kleine Fernsehspiel sondern richtig großes Kino. Das Navi sagte mir nämlich, daß ich mich gar nicht mehr in Berlin befinden würde sondern nur "nahe Berlin".

Meine erste Idee war, daß mein Navi vielleicht so ein neumodisches Modell sei, das seiner Zeit immer voraus ist. Hätte doch sein können, daß das Teil bereits auf den neuen Hauptstadtflughafen (BER), der außerhalb von Berlin sein wird, programmiert ist und Tegel (TXL) gar nicht mehr auf dem Schirm hat. Dann würde zumindest die Ansage "nahe Berlin" Sinn machen.

Ich meine, so etwas passiert doch ständig: Die verwenden beispielsweise in deiner Funkzentrale eine neue Software und plötzlich gibt es bestimmte lieb gewonnene Funktionen der alten nicht mehr. Auf Nachfrage sagt dir die Zentrale, daß das an der neuen Software liegt, was ja schon schlimm genug ist, aber nein, du sollst dich auch noch freuen darüber!

Die Anzeige "nahe Berlin" am Flughafen Tegel (TXL) dürfte aber einen anderen Grund haben: Es handelt sich dort nämlich um Privatgelände! Sobald du dieses verlässt, bist du plötzlich wieder in Berlin. Also wenn du mich fragst: Das ist nicht mehr Berlin!
Foto&Text TaxiBerlin

SPEAK GERMAN oder DAS IST NICHT MEHR BERLIN (FORTSETZUNG)


Meine Straße / Friedrichshain

Ich ziehe mir jetzt immer meine ältesten und stinkendsten Klamotten an, wenn ich an diesem Schicky Micky Café in meiner Straße vorbei muss. Außerdem überlege ich, mir auch so einen Doppelkinderwagen zuzulegen, um im naheliegenden Supermarkt regelmäßig die Gänge zu blockieren. Muss ja kein neuer sein. Aber wahrscheinlich kann ich mir nicht mal 'nen gebrauchten leisten ...

Da ich noch nicht mal den richtigen Rechner besitze, habe ich mir nun zumindest ein Fake Cover für meinen No Name Computer geholt. Das hatte ich gerade noch so übrig. Allerdings ist da eine leuchtende Birne und kein Apfel drauf wie sonst üblich. Der Verkäufer meinte aber, das wäre der neueste Trend, daß jeder den Fake auch sehen könne, am besten schon von weitem ...

Früher habe ich gerne Milchkaffee in einem Straßencafé getrunken. Milchkaffee gibt es dort nicht mehr und die Cafés sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Die Dinge, die sie da heute anbieten, kann ich nicht mal aussprechen, geschweige denn, daß ich wüsste, was sich dahinter verbirgt. Aber was mache ich nun mit meinem Computer und dem Fake Cover? Ich werde einfach mal fragen, ob ich meinen Milchkaffee mitbringen kann ...

PS: Ich könnte ja einfach mal drohen, das Schicky Micky Café mit meinem Doppelkinderwagen zu blockieren ...

PSPS: Im Notfall müsste ich wohl Max & Moritz ordern vom online Kinderverleih RENTAGOERE.COM ...

Foto&Text TaxiBerlin

"ES KOMMT MEIN WEIB, SCHÖN WIE DER MORGEN"


Ede-und-Unku-Weg / Friedrichshain

Und, hatte ich zuviel versprochen? (Ich meine jetzt mit dem Morgen!)
Foto&Text TaxiBerlin

27.07.2011

DENK ICH AN BERLIN oder NACHTGEDANKEN


Gärtnerstraße / Friedrichshain

Denk ich an Berlin in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen.

Hat Berlin ewigen Bestand?
Ist es ein kerngesundes Land?
Hat es auch Eichen, oder nur Linden?
Werd' ich es immer wiederfinden?

Gottlob! Durch mein Fenster bricht
Amerikanisch heitres Tageslicht;
Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen
Und lächelt für die Berliner Sorgen.

Foto&Text TaxiBerlin
frei nach Heinrich Heine

PS: Gute Nacht ...

26.07.2011

STAATSSICHERHEIT vs. BUNDESNACHRICHTENDIENST


Frankfurter Allee Ecke Ruschestraße / Lichtenberg

Diese zwei Fragen, die hoffentlich nicht sicherheitsrelevant sind, interessieren mich in dem Zusammenhang:

1. Hätte sich die STASI auch die Baupläne klauen lassen wie der BND? Hat ja mit dem Internet nichts zu tun, oder?!

2. Welches Hauptquartier ist größer, BND oder STASI? Ich meine jetzt was die Quadratmeter angeht!

Chausseestraße Ecke Habersaathstraße / Mitte
Fotos&Fragen TaxiBerlin

ENDLICH MAL GUTE MUSIK



War bisher das schönste Kompliment, was Fahrgäste mir als Hobby-DJ gemacht hatten. Bis mir heute einer am Flughafen Tegel (TXL) einstieg, der meinte, er höre gerade denselben Interpreten wie ich. Der Fünfer im Lotto ist und bleibt aber, wenn es auch noch derselbe Song ist: "I ain't gonna work on Maggie's Taxi no more ..."
Text TaxiBerlin

25.07.2011

GENTRIFIKATION GENTRIFIZIERUNG GENTRIFIZIERER GENTRIFICATION


Gabriel-Max-Straße / Friedrichshain

Der Medienskandal, mit dem sich die Inselaffen gerade rumschlagen müssen, wäre ja ganz nett, aber nichts im Vergleich zu dem, was hier abgeht. In unserem schönen Land soll es eine Liste von Wörtern geben, die politisch nicht korrekt sind und deswegen von den Medien nicht benutzt werden dürfen. Das wäre der eigentliche Skandal. Davon war mein Fahrgast überzeugt, der gar nicht aussah wie ein Verschwörungstheoretiker.

Später hörte ich im INFO-RADIO eine Gesprächssendung. Das Thema war die Gentrifikation und ihre Folgen. Eine Teilnehmerin bestritt, daß es so etwas überhaupt geben würde. Da kann man nichts machen. Die Leugnung der Verdrängung der Alteingesessenen Bevölkerung durch Besserverdienende Zugezogene ist kein Straftatbestand. Unser Finanzsenator spricht vorgestern in der TAZ dagegen Klartext: "Die Preise in Berlin werden steigen".

Apropos TAZ: Sucht man dort nach dem Wort Gentrifikation, kommt man immerhin auf drei Beiträge, einem vom April 2009 und zweien vom Dezember 2010. 2011? Fehlanzeige! Mein Liebling ist zweifellos der Artikel vom 28.12.2010, der mit einem Brief eines angegriffenen Yuppies in New York Ende der 80er endet:

"Was denkt ihr denn, wie wir uns fühlen, wenn wir behandelt werden wie Millionäre und überhöhte Mieten zahlen für schlechte Wohnungen?" Jetzt wissen wir mehr darüber.

In der Tat! Ab sofort gibt es bei mir im Taxi nicht nur Kotztüten sondern auch Taschentücher ...

Wildenbruchstraße / Treptow
Fotos&Text TaxiBerlin

FAHRSCHEINE UND MEHR oder TICKETS AND MORE


Flughafen Tegel (TXL) / Reinickendorf

FAHRSCHEINE (oder wegen mir auch TICKETS) ist klar. Aber was bitte sehr ist mit MEHR (wegen mir auch MORE) gemeint? Doch nicht etwa der kostenlose PARKPLATZ (oder auch PARKING) für den Rollkoffer rechts vor dem Schalter ... ?

Foto&Text TaxiBerlin

24.07.2011

ÜBERALL ZUHAUS ...


Irgendwo im Friedrichshain / Jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Es ist Sonntag, die Sonne scheint und irgendwas sagt mir, ich sollte mal wieder was Nettes schreiben. Unsere Stadt ist derzeit voll von Besuchern, Touristen, Urlaubern und wie die alle heißen, die hier nicht zu hause sind, und das ist auch gut so. Die Hauptsache ist, daß sie ihre Kohle hier lassen, sich nach spätestens zwei Wochen wieder verpissen und uns zwischenzeitlich nicht mehr als nötig auf die Eier gehen.

Das größere Übel sind sowieso Leute, die so tun als würden sie hier wohnen, dann aber regelmäßig "nach hause" fahren. Neuerdings sogar um dort zu heiraten. Wahrscheinlich weil es da billiger ist. Das scheint ähnlich zu sein, wie mit der Autoversicherung. Das Auto wird lieber auf Mami und Papi in Natt-, Neres- oder Steinheim zugelassen. Daß dem Land Berlin dabei Geld verloren geht, interessiert die Herrschaften nicht. Hauptsache wieder ein paar Cent gespart.

Lieber sind mir da doch Leute, die "überall zuhaus" sind, weil es sie wirklich überall auf der ganzen Welt gibt: Der Normalo, der Spießer mit Blümchen im Fenster, der gemeine Mitbürger, manchmal auch der Proll, aber niemals der Pöbel und auch nicht der Gemeine Grabbler. Man erkennt ihn daran, daß er einem nie im Weg steht, denn das macht nur der Zugezogene, dem man deswegen nie oft genug zurufen kann: "Du bist hier nicht auf deinem Dorf!"

PS: Solltest du irgendwann "zu hause" zu einer Hochzeit eingeladen werden, informiere dich vorher, ob das Brautpaar auch wirklich ausreichend für Speiß und Trank gesorgt hat. Es soll schon vorgekommen sein, daß Gäste ab 22Uhr ihre Getränke selbst bezahlen durften ...
Foto&Text TaxiBerlin

23.07.2011

HENRYK M. BRODER GIBT JOURNALISTENPREIS DES DEUTSCHEN KULTURRATES ZURÜCK


Irgendwo in Kreuzberg / Jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Dazu heißt es in seiner Begründung:

Peinlich in diesem Zusammenhang ist nicht der Besuch Sarrazins in Kreuzberg und der Versuch des ZDF, das Ereignis zu dokumentieren, peinlich ist nur Ihre unsägliche Stellungnahme, mit der sie sich auf die Seite des Pöbels stellen, der in Kreuzberg mittlerweile das Sagen hat.

Selbst wenn Sarrazin und das ZDF vorgehabt hätten, einen Eklat zu inszenieren, so ist das in einer funktionierenden Demokratie, die nicht von Kulturräten verwaltet wird, ein legitimes Mittel, auf Umstände, Missstände und Zustände aufmerksam zu machen, deren Existenz gene geleugnet werden.

Im Lichte dieser Äußerungen zu Sarrazin finde ich nun, dass wir den Preis nicht verdient haben beziehungsweise dass Sie der falsche Preisgeber sind. Ihre Haltung ist antiaufklärerisch, paternalistisch und reaktionär, sie fördert die Einrichtung von No-go-Areas, die es in einer offenen Gesellschaft nicht geben darf.
Foto TaxiBerlin

KOLLEGE ANDREAS oder BORN IN THE GDR


Knaackstraße / Prenzlauer Berg

Ich wollte mich gerade anfangen zu wundern, was Kollege Andreas, geboren in der DDR, im Prenzlauer Berg verloren hat, als ich sein Warndreieck hinter der Windschutzscheibe liegen sah. Aus irgendwelchen Gründen (Sabotage?) war er gestern Abend ausgerechnet an der Taxihalte in der Knaackstraße liegengeblieben.

PS: Born gab es in der DDR übrigens wirklich! Born ist ein Ort auf dem Darß.

Fotos&Text TaxiBerlin

22.07.2011

WELCOME TO THE SUPERCITY mit SUPERRIDE im SUPERCAB


Flughafen Tegel (TXL) / Reinickendorf

Eine Fahrt nach Tegel lohnt sich nicht nur der Kohle wegen, sondern auch wegen der Reklame dort. Hinzu kommt der Umstand, daß TXL in ziemlich genau einem Jahr dicht gemacht werden soll und man schon mal langsam Abschied nehmen kann. Ob es wirklich so kommen wird, das weiß in Berlin niemand und das macht gerade den Reiz der Stadt aus. Ich würde deswegen jetzt nicht gleich soweit gehen und Berlin eine Supercity nennen. Aber was macht man nicht alles für seine Besucher. Das Schönste ist aber, daß diese Schilder ausgerechnet am Flughafen Tegel hängen. Es ist ja noch nicht so lange her, daß genau dort eine Kampagne gegen Berliner Taxifahrer ihren Ausgang nahm.


Davon soll der werte Gast natürlich nichts mitbekommen. Würde er auch nicht, wenn da nicht die leidigen fünfzig Cent beim Einstieg am Flughafen wären für einen Service, der einerseits selbstverständlich sein sollte, andererseits sich aber zu dem vor der Einführung der Gebühr kaum verändert hat. Trotzdem ist die Lösung clever, denn fünfzig Cent tun niemanden wirklich weh. Doch zurück zum Berlin Besucher: Das Beste an ihm ist, daß er irgendwann wieder zum Flughafen muss und bis dahin soviel Geld wie möglich ausgegeben hat. Ein klein wenig unfair ist dabei, daß die Taxen zweimal an ihm verdienen (Hin- und Rückfahrt), der Flughafen aber nur einmal, da der Zuschlag nur bei einer Fahrt ab Tegel erhoben wird.

Fotos&Text TaxiBerlin

CHECKPOINT MINI BERLIN.


Friedrichstraße / Mitte

Nachdem ich Anfang des Jahres in der Friedrichstraße den CHECKPOINT DONALD ausfindig gemacht hatte, war der CHECKPOINT MINI heute keine wirkliche Überraschung mehr. Wehtun tut es aber trotzdem! Was hat denn bitte sehr ein Auto, soweit man überhaupt von einem Auto reden kann, das kein Schwein braucht, mit Berlin zu tun? Ich meine, schlimmer wie der Mini ist doch nur noch der Smart, was nun wirklich kein Auto mehr ist; und unnötig sind beide zusammen ungefähr so wie Frauenfußball ...

Foto&Text TaxiBerlin

21.07.2011

NICHT WER LESEN KANN, SONDERN NUR WER AUCH WIRKLICH LIEST, IST KLAR IM VORTEIL


Irgendwo in Kreuzberg / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Es ist schon verwunderlich, wie viele Leute der Meinung sind, unbedingt eine Meinung über ein Buch haben zu müssen, das sie nicht gelesen haben. Immerhin hatten sie doch ein Jahr Zeit zum Lesen, diese Heuchler.

Vielleicht ist ein ganzes Jahr aber einfach zu knapp bemessen, für ein Buch mit gut vierhundert Seiten. Dabei hätte es bereits ein Buch aus dem Jahre 2002 mit nur knapp dreihundert Seiten getan:

Insbesondere hat die Zuwanderung seit den achtziger Jahren jedoch mehr den Zuwanderern als den Deutschen genutzt. (Seite 42)

Kein Wunder also, wenn Menschen nach Deutschland und in die EU drängen, um hier "arm" sein zu können. (Seite 105)

Warum hat sich niemand über das Buch "Die deformierte Gesellschaft" von Meinhard Miegel aufgeregt, aus dem diese Zitate stammen? Ach stimmt, dazu hätte man es ja lesen müssen ...

PS: If you can not bring good news, then don't bring any! ("The Wicked Messenger", Bob Dylan)

PSPS: Die Australische Perspektive.
Text&Foto TaxiBerlin

DER DESILLUSIONIST


Karl-Liebknecht-Straße / Mitte

So nannte mich neulich ein Fahrgast, was ich als Kompliment aufnahm. Allerdings weiß ich heute schon nicht mehr, wie er darauf kam. Es muss wohl, soweit ich mich erinnere, irgendwie mit seinem Gemütszustand und meiner Meinung darüber zu tun gehabt haben. Auf jeden Fall nicht mit dem obigen Foto, soviel ist sicher ...
Foto&Text TaxiBerlin

20.07.2011

TAXI ENTLADEN VERBOTEN


Bahnhof Friedrichstraße / Mitte

Immer schön aufpassen, besonders in Mitte. Nicht überall ist Fahrgästen dort der Ausstieg erlaubt.
Foto&Text TaxiBerlin

19.07.2011

FÜR DIE EINBAHN- UND WIDER DER FAHRRADSTASSE


Invalidenstraße / Mitte

Der ein oder andere wird sich fragen, was die eine mit der anderen zu tun hat. Mir war der Zusammenhang ehrlich gesagt auch lange Zeit nicht klar. Alles fing damit an, daß in Mitte plötzlich ein mir bis dato unbekanntes Verkehrszeichen auftauchte. Ich meine die sogenannte Fahrradstraße, die in Berlin nun wirklich kein Mensch braucht, und in denen ausgerechnet hier nur zehn und nicht dreißig (wie sonst üblich!) gefahren werden darf.

Der nächste Punkt, der dem erstgenannten chronologisch sogar vorgelagert ist, sind Einbahnstraßen, in denen Fahrräder in beiden Richtungen unterwegs sein dürfen, vorzugsweise auch in Mitte. Abschreckendes Beispiel dort ist die Oranienburger Straße, wo dir auf dem sowieso schon viel zu schmalen Abschnitt zwischen Hackescher Markt und Monbijouplatz plötzlich auch noch irgendwelche Idioten auf ihren Fahrrädern entgegenkommen.

Nun scheint eine Lösung der Einbahnstraßenregelung in Sicht zu sein. Die gute Idee kommt ausnahmsweise auch aus Mitte. Dort läuft gerade eine Testphase: Was geschieht, wenn in Einbahnstraßen überhaupt keine Straßenbahnen mehr fahren? Sollte das Ergebnis zufriedenstellen, wovon auszugehen ist, soll das ganze auf Radfahrer ausgeweitet werden, bis es vielleicht irgendwann überhaupt keine Fahrräder mehr auf Berliner Straßen gibt ...

Fotos&Text TaxiBerlin

18.07.2011

MEIN SCHMUTZIGES HOBBY oder DAS IST NICHT MEHR BERLIN


Revaler Straße / Friedrichshain

Ein Hobby von mir war und ist im Normalfall "das Trinken", Bestenfalls "das Saufen" (aber nie "der Verzehr"!) von "mitgebrachten Getränken". Mir war nicht bewusst, daß das schon ein "schmutziges Hobby" sein könnte - im Gegensatz zum Flaschen sammeln! Das ist auf jeden Fall ein schmutziges Hobby, insbesondere dann, wenn der Flaschensammler nicht bedürftig ist. Das ist dann bereits Mundraub!

Neulich musste ich zur Kenntnis nehmen, daß mein Hobby nicht nur schmutzig sein soll, sondern sogar zu schmutzig für den gleichnahmigen Club im Friedrichshain, wo ich schon gar mehr reinkomme deswegen. Früher, bei den alten Surfpoeten, da war das anders. Ein fester Bestandteil ihrer Auftritte war nicht nur das Gebet gegen die Arbeit von Michael Stein, sondern auch der Aufruf von Ahne, sein Bier bitte sehr selbst mitzubringen (von "Verzehr" war nie die Rede!).

Die Surfpoeten mussten seither nicht nur oft umziehen, sondern auch den Abgang ihrer besten Leute erleiden. Nun ist es mal wieder soweit, die neuen Surfpoeten beziehen ein neues Domizil und laden zu einer Umzugsparty ein. Und weil mein Freund und ehemaliger Surfpoet Robert Weber dazu auffordert, seine eigenen Flaschen mitzubringen, werde ich natürlich mit von der Party sein.

Wo gibt's denn das heute noch? Das ist nicht mehr Berlin!

Fotos&Text TaxiBerlin

17.07.2011

MUSCHIFINALE JETZT IM LIVETICKER


Englischer Garten / Tiergarten

  • Sechsundsechzigste Minute: Null zu Null unentschieden für Deutschland ...
  • Neunzigste Minute: Eins zu Eins, immer noch unentschieden, immer noch für Deutschland ...
  • Einhundertsechzehnte Minute: Zwei zu Zwei, immer noch unentschieden, und immer noch für Deutschland ...
  • Nach Elfmeterschießen (Ausgang uninteressant) bekommt die erste Medaillie ...
Foto&Text TaxiBerlin

16.07.2011

MORGEN MAUERPARK MIT WASKO DA GAMA


Wasko da Gama / Wendenschloßstraße / Köpenick

Morgen werden kurzfristig die ersten Exemplare des Hodenhalters für den modernen Mann auf dem Mauerparkflohmarkt verkauft. Jeder, der auch nur etwas von Mode versteht und es außerdem gerne billig hat, sollte sich den morgigen Sommerverkauf nicht entgehen lassen. Allerdings muss auch dazu gesagt werden, daß nichts verschenkt wird. Dies nur als Hinweis an alle Gemeinen Grabbler in dieser Stadt. Wer mit Mode reinweg gar nichts anfangen kann, für den bringen wir auch ein paar Bücher, DVDs und CDs mit. Die müssen auf jeden Fall weg! TaxiBerlin wird nämlich bald auf große Fahrt gehen und hat dafür bereits obiges Fahrzeug erworben, allerdings noch nicht bezahlt. Kommt also zahlreich und hört endlich auf rumzugeizen! Wer weiß, wie lange ihr für eure €uronen überhaupt noch was kriegt ...
Foto&Text TaxiBerlin

"WER LANG HAT, KANN LANG HÄNGEN LASSEN"



Der Hodenhalter für den modernen Mann

Pflegte mein Anatomielehrer für Haustiere, Dr. sc. med. vet. Rolf K., immer zu sagen, als er damals auf mich als einen Teil seines Wiederkäuermagens wartete. Lange Zeit wusste ich nicht genau, wie er das gemeint haben könnte. Bis gestern, da stieg er mir ein. Jetzt nicht Dr. K., sondern jemand, der auf den ersten Blick irgendwie noch vom Christopher Street Day übrig geblieben zu sein schien.

Es war nicht unbedingt das, was man gemeinhin eine laue Sommernacht nennt. Alleine deswegen war obiger Anblick schon eine kleine Ueberraschung. Aber spätestens als sich herausstellte, daß mein Fahrgast seinerzeit nicht nur den selben Anatomie Dozenten hatte, sondern auch er dessen weise Worte bis heute nicht vergessen hat, war die Überraschung perfekt.

Ihm, meinem Fahrgast, geht es aber nicht darum, altbekannte Weisheiten wiederzukäuen. Dafür gibt es bekanntlich genug Wiederkäuer unter den Zweibeinern. Er möchte vielmehr nicht etwa eine, sondern seine Innovation unters Volk, genauer gesagt unter die Männer, bringen.

Viele Jahre hatte er sich gefragt, warum es kein männliches Pendant zum weiblichen Büstenhalter (BH) gibt und wie ein solcher aussehen könnte. Kürzlich hat er ihn entwickelt und sogleich patentieren lassen: Den Hodenhalter (HH) für den Mann (umgangssprachlich auch Eierhalter). Der wird natürlich, wie der Büstenhalter der Frau, normalerweise unter der Kleidung getragen. Nur zu Werbezwecken und des Gags wegen lässt er ihn auch schon mal draußen hängen.

Wie bei allen wirklich großen Erfindungen, war auch ich am Anfang sehr skeptisch. Nachdem ich selbst aber mehrere Modelle des von meinem Fahrgast entwickelten Hodenhalters ausprobiert habe, muss ich sagen: Endlich hat mal jemand was wirklich sinnvolles erfunden! Und was das beste ist: Es wird mir auch im Taxi angeboten. Sonst versuchen einem die Kunden ja nur geklaute Digitalkameras oder Parfums anzudrehen ...
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BERLIN - STADT DER KREATIVEN (FORTSETZUNG)


Lückstraße / Lichtenberg

Keine Ahnung, ob diese dämliche Werbung bundesweit hängt. In einem Punkt bin ich mir aber nahezu sicher: Dieses Teil kann nur einer der vielen Kreativen Berliner Werbeagenturen entsprungen sein. Früher, als es noch nicht so viele Kreative in der Stadt gab, galt die Devise: Aus Scheiße Gold machen - was ja schon schwierig genug ist. Die Aufgabe heute ist viel schwieriger: Von Nichts Geld machen - und wenn es nur ein nicht vorhandener Stau ist. Also wenn ich nichts im Kopf hätte, würde ich jetzt sagen: Ich find's dufte!
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15.07.2011

DER BERLINER DINOBÄR


Dresdener Straße / Kreuzberg

Was auf den ersten Blick aussieht wie die Sendung mit der Maus, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als Treffpunkt Flaschensammlergeneigter Kieztrinker. Nur der Dinobär, der gibt mir doch etwas zu denken ...

Fotos&Text TaxiBerlin

14.07.2011

MANCHMAL HILFT NUR MEDITIEREN


Flughafen Sofia / Bulgarien

Die Älteren unter uns kennen den Spruch noch etwas anders: Manchmal hilft nur Beten. Aber spätestens seit Gott tot ist, hat sich das mit dem Beten erledigt. Ich meditiere sehr viel in meiner Taxe. Was bleibt mir weiter übrig. Manchmal lese ich auch oder schreibe sogar. Meistens lese ich Zeitungen oder irgendeinen anderen seichten Quatsch. Neulich hat sich doch mal was tiefsinnigeres in meinen Wagen verirrt. Und da habe ich etwas gelesen, das muss ich gleichmal aufschreiben:

Flughafen Prag / Tschechische Republik

"Jener Reisende, der viele Länder und Völker und mehrere Erdteile gesehen hatte und gefragt wurde, welche Eigenschaft der Menschen er überall wiedergefunden habe, sagte: sie haben einen Hang zur Faulheit. Manchen wird es dünken, er hätte richtiger und gültiger gesagt: sie sind alle furchtsam. Sie verstecken sich unter Sitten und Meinungen. Im Grunde weiß jeder Mensch recht wohl, daß er nur einmal, als ein Unikum, auf der Welt ist und daß kein noch so seltsamer Zufall zum zweitenmal ein so wunderlich buntes Mancherlei zum Einerlei, wie er es ist, zusammenschütteln wird: er weiß es, aber verbirgt es wie ein böses Gewissen - warum? Aus Furcht vor dem Nachbarn, welcher die Konvention fordert und sich selbst mit ihr verhüllt. Aber was ist es, was den einzelnen zwingt, den Nachbarn zu fürchten, herdenmäßig zu denken und zu handeln und seiner selbst nicht froh zu sein?" (Friedrich Nietzsche, "Schopenhauer als Erzieher")

Flughafen New York / USA
Foto&Text TaxiBerlin

13.07.2011

BIST DU BERLINER?


Ein richtiger Berliner

Wurde ich heute in meinem Hauspark gefragt. Vermutlich von einem Zugezogenen. Ich habe ihn ignoriert. Aber nicht, weil er ein Zugezogener war. Nein, ich musste erstmal drüber nachdenken. Jetzt nicht, ob ich ein Berliner bin. Vielmehr, woran man einen Berliner erkennt. Ich probierte es sogleich aus und bin mir seither sicher: Einen richtigen Berliner erkennt man daran, daß er im Bademantel sein Bier in Späti kauft. Hast du es auch schon mal probiert?

Übrigens: Augustiner Edelstoff aus Bayern ist derzeit eines der besten Biere, die man in Berlin kaufen kann.

GEHEIME ZEICHEN oder HINTER WEM DER PAPST HER IST


Flughafen Tegel (TXL) / Reinickendorf

Sieht irgendwie aus wie der Teufel. Könnte aber auch ein Schwein sein. Oder ist er vielleicht doch nur ein gemeiner Trittbrettfahrer?
Foto&Text TaxiBerlin

SOHO HOUSE BERLIN oder SIEGER SCHREIBEN GESCHICHTE


Torstraße Ecke Prenzlauer Allee / Prenzlauer Berg / jetzt Pankow

Kollege Z, der derzeit in seiner Wahlheimat Lappland weilt, erzählte mir vor seiner Abreise folgende wahre Begebenheit. Eines Freitagnachmittags im Wonnemonat Mai stieg ihm eine Frau am Soho House ein, die auf den ersten Blick einen normalen Eindruck machte, was immer das heißen mag. Warum sollte Kollege Z auch davon ausgehen, daß sie bereits am Nachmittag einen über den Durst getrunken haben könnte?! Es dauerte nicht lange, da machte sich ein unangenehmer Geruch in seinem Taxi breit. Kollege Z wollte sich gerade über das Malheur aufregen, da war vernahm er ihre kleinlaute Stimme aus der zweiten Reihe: "Bitte schimpfen sie nicht mit mir, ich hab doch nur in meine zweitausend Euro teure Designerhandtasche gekotzt!"


Der ein oder andere erinnert sich vielleicht noch an den Knaack-Club in der Greifswalder Straße, der Anfang des Jahres schließen musste, weil es Ärger mit den zugezogenen Anwohnern eines neu errichteten Wohnhauses in der Umgebung gab. Der Kommentar einer meiner weiblichen(!) Fahrgäste dazu war: "Manche Menschen passen beim Handtaschenkauf mehr auf als beim Kauf einer Immobilie!" Damals hatte ich allerdings noch keine Vorstellung davon, was der Grund dafür sein könnte.


"Das Gebäude des ehemaligen Kaufhauses Jonaß (auch Kaufhaus Jonas geschrieben) in Berlin wurde als erstes Kreditkaufhaus eingeweiht. Nach der Enteignung durch die Nationalsozialisten diente es der Hitlerjugend (HJ) und später der Sozialistischen Partei Deutschlands (SED) als Zentrale. In dem denkmalgeschützen Haus befindet sich seit 2010 das Soho House Berlin, ein exklusives Club-Hotel. ... Entgegen einer ursprünglichen Ankündigung kann das Arbeitszimmer von Wilhelm Pieck nicht besichtigt werden, und auch die Räume für Konferenzen, Wellness, Speiseneinnahmen in den ersten drei Etagen sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die Gedenktafeln wurden entfernt. Eine gläserne Stele vor dem Gebäude ist seit dem Jahr 2010 ebenfalls nicht mehr vorhanden. Diese war Teil eines Gesamtprojektes des Senats zur Sichtbarmachung Berliner Geschichtsorte. Sie enthielt Fotos und viersprachige Kurztexte zur Geschichte des früheren Kaufhauses Jonaß." (Quelle: Wikipedia)


Es ist nichts Neues, daß Geschichte von Siegern geschrieben wird. Prinzipiell ist vielleicht auch nichts dagegen einzuwenden. Aber müssen es wirklich Leute sein, die in zweitausend Euro Designerhandtaschen kotzen, bei deren Kauf sie besser aufpassen als beim Kauf einer Immobilie?
Fotos&Text TaxiBerlin

SPIONE WIE WIR


Straßenspion / Flughafen Tegel (TXL)

Das Ende von NEWS OF THE WORLD ist sicherlich nicht THE END OF THE WORLD AS WE KNOW IT. Eines zeigt es aber auf jeden Fall: Ausspionieren war kein Phänomen des real existierenden Sozialismus, sondern ist vielmehr ein allgemein menschliches Bedürfnis. Bevor sich gleich wieder jeder aufregt ob dieser politisch unkorrekten Behauptung, sollte er sich vergewissern, daß seine Wohnungstür nicht doch über einen Spion verfügt. Falls ja, kann er zumindest sein Mitgefühl für die zweihundert Journalisten heucheln, die gerade in England ihren Job verloren haben.
Foto&Text TaxiBerlin

12.07.2011

POST POSTFEMINISMUS oder DAS ENDE DES MUSCHIKULTS


Hops&Barley / Friedrichshain

Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen und sogar die Mehrheit der Frauen andere Probleme haben als die Frauenbewegung, mit der es sich irgendwie ähnlich verhält wie mit der Anti-Atomkraft - es ist Schnee von gestern. Dabei ist den meisten bereits der Postfeminismus der Neunziger entgangen, der noch behauptete, daß es so viele geschlechtliche Identitäten geben würde wie es Menschen gibt (was für ein Quatsch!).

Der Streit unserer Familienministerin Kristina Schröder, die übrigens die erste Bundesministerin überhaupt ist, die während ihrer Amtszeit ein Kind bekam, mit Alice Schwarzer; der Freispruch von Jörg Kachelmann und die spektakuläre Wende im Strauss-Kahn Prozess halten viele Zeitgenossen für Nebenkriegsschauplätze der Krise, was auf den ersten Blick stimmen mag. Ich jedoch denke nicht so.

Ich denke vielmehr, daß es in Krisenzeiten wie diesen, die (noch!) keine Kriegszeiten sind, wo die Männer also nicht massenweise im Feld krepieren und die Frauen nicht zwangsläufig das Zepter übernehmen (ob sie wollen oder nicht!), Männer wieder Männer und Frauen wieder Frauen sein dürfen, wenn nicht gar müssen.

PS: Ich liebe Krisenzeiten!
Foto&Text TaxiBerlin

MANOLITO EROTICA - ANYTHING GOES


Beusselstraße / Moabit / jetzt Mitte

Gefühlt Millionenmal bin ich auf meinem Weg vom und zum Flughafen Tegel (TXL) bei Manolito an der Beusselbrücke vorbeigefahren. Gestern habe ich es endlich geschafft, trotz Fahrgästen, mal anzuhalten und Bilder zu machen. Auch Manolito gehört offensichtlich zu den Kreativen in unserer Stadt, zumindest wenn es um Symbole geht. Was das Geld verdienen betrifft, da bin ich mir nicht so sicher. Ich habe ehrlich gesagt noch nie jemanden in seinen Laden reingehen oder rauskommen sehen. Vielleicht hält es Manolito aber mit seinen Geschäften wie mit seiner Symbolik: Anything goes ... - Wer weiß?!


Nachtrag: Solche oder ähnliche Läden wurden zu meiner Zeit, soweit ich mich erinnere, einfach Sexläden genannt. Das war natürlich politisch höchst unkorrekt, aber vor allem inhaltlich verkehrt. Denn spätestens seit Arthur Janovs Primärtherapie wissen wir: "Der homosexuelle Akt ist kein sexueller Akt." und "Eine echt sexuelle Person ist heterosexuell." (Arthur Janov, "Der Urschrei", Bücher des Wissens, Fischer Verlag, 1975, Seite 260)
Fotos&Text TaxiBerlin