31.12.2010

GUTEN RUTSCH

Kurfürstenstraße / Tiergarten
wünscht TaxiBerlin

29.12.2010

JAHRESAUSBLICK

Da mein Ausblick für 2011 relativ knapp ausfällt, bleibt vorher noch etwas Zeit, meinem Jahresrückblick eine Geschichte hinzuzufügen, die mir gestern von zwei jungen Männern zugetragen wurde, und welche sich wirklich zugetragen haben soll:

Die beiden wollten neulich S-Bahn fahren. Irgendwann kam auch eine, aber es war nicht ihre Richtung. Da sie aber nicht länger in der Kälte rumstehen wollten, sind sie kurzerhand eingestiegen. Zwei Stationen später hätten sie allerdings umsteigen müssen. Und genau das ging nicht. Der Ausstieg befand sich nun nämlich auf der anderen Seite und sämtliche Türen des Waggons waren dort defekt. Am nächsten Bahnhof genau dasselbe Spiel. Da ging dann aber „ein ausländischer Mitbürger „ auf die Barrikaden. Und das muss ungefähr so ausgesehen haben, wie bei mir, als der „Hintergrund grunzte“.

Das fanden die beiden natürlich gut, und ich musste ihnen recht geben, wenngleich ich nicht selbst dabei war. Wenn es einen guten Grund zum ausflippen gibt, und davon gibt es meiner Meinung nach immer mehr, da können wir vom „Hintergrund“ durchaus etwas lernen. Der „Wutbürger“, zu recht eines der Unwörter des Jahres, ist nämlich kein Stänkerer, sondern einer, der begriffen hat, daß er überall nur verarscht wird, und der nicht bereit ist, sich dies länger gefallen zu lassen. Das Unwort, ein Produkt einiger „kreativer“ Journalisten, beweist nur, wie weit diese schon mit der Politik und der Politischen Korrektheit verheiratet sind, und sämtliche Angriffe darauf erst einmal abzuwehren versuchen, wo eigentlich Aufklärung und „Hintergrund“ gefragt wären.

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch, daß dieses Jahr (oder war es bereits letztes?) ein ICE während der Fahrt eine Tür verloren hat. Darüber wussten die beiden jungen Männer auch etwas zu berichten, offensichtlich hatten sie nach dem Erlebnis mit der S-Bahn in Sachen Türen etwas recherchiert. Ein Job übrigens, der früher einmal von Journalisten geleistet wurde. Nach ihren Angaben war der Bahn seit langem bekannt, daß etwas mit der Tür nicht in Ordnung war, und trotzdem hat niemand etwas gemacht. Da weiß ich Rat: Einfach Tür zuschweißen! Dann kann so etwas nicht passieren. Das machen die sicherlich beim nächsten Mal. Vorher müssen sie aber noch zum Erfahrungsaustausch nach Russland oder auf den Balkan! (Blöd wird’s, wenn irgendwann alle Türen zugeschweißt sind. Dann sind wir wieder bei der Geschichte mit der S-Bahn.)

Nun zum versprochen Jahresausblick. Ich habe keine Vorsätze für 2011. Das kann ich auch jedem nur empfehlen. Dann gibt es auch kein Ärger, daß man sich nicht daran gehalten hat. Ansonsten heute Party bei Robert, und Silvesterabend bei Dietrich. Beide Termine sind genau genommen noch im alten Jahr. Ich erwähne sie auch nur, weil mein Jahresausblick für 2011 so kurz ausfällt: Neujahr arbeiten, im Januar eine Woche nach New York und dann weiter sehen!

Text TaxiBerlin

PS: ohne

28.12.2010

JAHRESRÜCKBLICK

Alle machen Jahresrückblick. Also muss ich auch. Oder? Warum auch nicht. Obwohl ich befürchte, nicht allzu viel Neues berichten zu können. Und wenn doch, wer will es denn wirklich hören?!

Für mich persönlich war 2010 ein ziemlich beklopptes Jahr. Das lag vor allem daran, daß ich gezwungen wurde, mehr als in den Jahren zuvor, mich mit irgendwelchen Idioten zu beschäftigen. Aber ich will niemanden mit meinem „privatem Kram“ belästigen.

Unabhängig davon gibt es zwei/drei Erkenntnisse, die für mich neu waren, und die ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte. Keine Ahnung, ob du etwas damit anfangen kannst. Es ist mir ehrlich gesagt auch egal. Vielleicht sind das alles „Perlen vor die Säue“ – auch das wäre mir gleich.

Lange Zeit galten Alkoholabhängigkeit und Homosexualität als heilbar, was manchen Menschen wirklich Hoffnung machte. Jetzt fand man ein Gen, was schuld an der Abweichung von der Norm sein soll. Daraufhin atmeten andere auf. Warum noch etwas ändern wollen, wo doch ein Schuldiger gefunden war: Die Gene!

Als ein Anderer auf den Plan trat, der nur das wiederholte, was andere schon vor ihm herausgefunden hatten, und zwar daß Intelligenz zum großen Teil vererbbar, also in unseren Genen determiniert ist, gab es einen Aufschrei in unserem Land. Für mich stellt sich die Frage: Warum? Ist der Aufschrei bereits ein Beweis für seine These?

Da ich, wie allgemein bekannt, gemein bin, ziehe ich daraus den Schluss, daß der Mensch an sich schlecht ist. Wem diese Aussage des Alten Testaments zu negativ klingt – man kann es auch anders formulieren: Der Mensch ist nicht von Natur aus gut. Deswegen machen die Gebote, die mehrheitlich mit „Du sollst nicht …“ beginnen, Sinn.

Die von Jesus im Neuen Testament übermittelte Lebensmaxime „Wenn dir jemand auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die linke hin“ (oder umgedreht!), ist nicht nur unpraktikabel, sondern führt regelmäßig zu dem bekannten Resultat. Sei sicher, die entsprechen Nägel (oder Äquivalente!) liegen für denjenigen, der simple Wahrheiten ausspricht, bereits parat.

Unser Land gleicht immer mehr der DDR in ihrer Endphase. Die Regierenden, denen es vor allem um ihr eigenes Wohl geht, werden vom Volk nicht mehr verstanden (und umgedreht!), das aber mangels Alternativen und da man ihm lange genug erfolgreich eingetrichtert hat, daß es wegen seiner Geschichte nichts Wert wäre, gezwungen ist, die Phrasen der Political Correctness gebetsmühlenartig zu wiederholen (Die Betonung liegt auf ARTIG!).

Vielen ist das alles egal. Und das sind oftmals gar nicht mal dumme Leute. Ignoranten sind sie aber allemal, was die Sache aber eher noch schlimmer macht. Daß dadurch der Aufstieg sogenannter rechter Populisten geradezu vorprogrammiert ist, dürfte auch dem Letzten einleuchten. Allerdings sollte sich später keiner darüber wundern, wenn man ihnen vorher vollkommen das Feld überlassen hat …

Text TaxiBerlin

PS: T.S. ist kein Rechtspopulist und wird auch keiner werden! Dafür ist er zu sehr Idealist. Der ist wirklich so IRRE, daß er nur mit allgemein bekannten Wahrheiten an die Öffentlichkeit wollte. Allerdings spricht eindeutig gegen ihn, das muss auch einmal ganz klar gesagt werden, daß der Fisch immer vom Kopf her stinkt!

WEIHNACHTSRÜCKREISEVERKEHR

Ein Glück - Weihnachten ist vorbei! Das dachte ich gestern vor Schichtbeginn. Ich nehme es zurück, denn die gestrige Montagsschicht war grottenschlecht. Und dann noch das Wetter. Ich habe nichts gegen Wetter, und somit auch nichts gegen Schnee. Aber was zu viel ist, ist zu viel!

Dabei ist der Umstand, daß es ständig am Schneien ist, vielleicht gar nicht mal das größte Übel. Übler sind oft die Anderen. Beispielsweise die, die ihre Karre nicht freikratzen und einfach mal blind losfahren, nach dem Motto: Die anderen werden mich schon sehen.

Dann sind wohl einige auch immer noch mit Sommerreifen unterwegs. Oder manche haben schlichtweg Angst. Beides läuft auf’s gleiche hinaus: Schleicher – überall vor deiner Nase! Und da habe ich noch nicht mal die Radfahrer erwähnt, die todesmutig und oft auch ohne Licht unterwegs sind. WEM wollen die eigentlich WAS beweisen? Ich meine, daß sie IRRE sind, ist ja nicht zu übersehen!

Ich weiß gar nicht, ob ich heute noch mal los mache. Eigentlich bin ich satt. Satt vom Schnee und den ganzen Irren auf den Straßen. Andererseits ist heute noch Weihnachtsrückreiseverkehr. Da kommen die ganzen Rentner vorzugsweise mit dem Bus zurück, die Weihnachten nicht in Berlin verbringen wollten. Allerdings gibt es kein Bares (Nur Bares ist Wahres!), sondern Coupons (Bahrgeldlos! –Abgesehen vom Trinkgeld, was es aber reichlich gibt.) von meiner Funkzentrale. Manch ein Kollege kann wohl keinen Coupon ausfüllen?! Auf jeden Fall haben die immer Probleme, genug Taxen für die Rentner zu finden …

Aber los muss ich so oder so. Morgen bin ich nämlich zu einer Jahresendfeier eingeladen, wofür ich noch etwas zum Trinken organisieren muss. Und wenn ich das vom Trinkgeld der ansonsten bahrgeldlos fahrenden Rentner bezahlen kann, dann ist das doch gleich wieder gut angelegt. Dann darf ich nur nicht vergessen, für morgen meine Hausschuhe einzupacken. Darum hatte der Gastgeber, der wunderbare Robert Weber, der uns alle mal wieder bekochen will, per e-mail gebeten.

Bis morjen Robert! Ick freu mir!

Text TaxiBerlin

PS: Der andere Balkanwein ist auch Scheiße. Also Hände weg von PAZVA!

PSPS: Wenn ich das Fenster aufmache, ist die Internetverbindung etwas besser. Dann friere ich aber! Ich glaube, ich schreibe besser weiter im Stehen.

NUR NOCH IM STEHEN

Seit einigen Tagen habe ich nur noch Netz, wenn ich meinen Laptop in Augenhöhe hebe. Gut, ich hänge beim Nachbarn dran. Aber es ist nicht umsonst! Wahrscheinlich saugt der seit Tagen irgendwas aus dem Netz, oder auf Englisch: „He sucks!“

OK, why not! Aber warum muss ich darunter leiden? Wie soll ich da noch längere Beiträge veröffentlichen? Oder ist das ganz und gar Ziel der Aktion? Immerhin sollen sogar Deutsche Behörden immer mehr von Chinesischen Hackern attackiert werden. Der Grund ist mir allerdings nicht klar. Offensichtlich wissen die Chinesen nicht, wie in Deutschen Behörden gearbeitet wird.

Mir ist das ehrlich gesagt egal. Das Beste ist sowieso, wenn man mit Behörden gar nichts zu tun hat. Das empfehle ich auch meinen Fahrgästen immer. Hauptsache du hast einen guten Zahnarzt und einen vertrauenswürdigen Schrauber für deine Karre – alles andere ist sekundär! Glaub‘s mir! OK, heutzutage kann es nicht verkehrt sein, auch einen erfolgreichen Anwalt zu kennen. Aber das wird gemeinhin überschätzt. Ein Rechtsverdreher ist und bleibt ein Rechtsverdreher, daran ändert auch das ganze auswendig lernen nichts!

Wenn das so wäre, daß man durch auswendig lernen zu einem besseren Menschen werden könne, gäbe es dann noch Beschwerden über Taxifahrer? Und auf wen könnten dann noch die sogenannten Interessenvertreter der Taxifahrer eindreschen? Wie viele Taxiverbände gibt es derzeit überhaupt in Berlin? Was waren das noch für übersichtliche Zeiten, als man nur über die „Judäische Volksfront“ und „Die Volksfront von Judäa“ lachen konnten …

Liebe Leute, bitte seht mir nach, daß ich gerade nicht zu Höchstform auffahren kann. Ich schreibe im Stehen! Schuld ist mein Nachbar – oder das Wetter? Das weiß ich nicht genau! Das Wetter ist übrigens gerade mal wieder Themas Nummer Eins im Taxi. Da ich mich prinzipiell vom Wetter überraschen lassen (Selbst wenn ich Wetternachrichten hören würde, ich könnte ja eh nichts am Wetter ändern), muss ich immer öfter auf die beide Redewendungen meines Taxilehrers zurückgreifen, die (so gut wie) immer passen:

1. So sieht’s aus!

2. Das kann ja wohl nicht wahr sein!

Text TaxiBerlin

PS: Es kommt auf die Betonung an bei den Redewendungen!

PSPS: Trinke gerade einen gepanschten Balkanwein, gekauft bei Kaufland! Deswegen Hände weg vom AMARILLIS!!!

27.12.2010

DIE VIER PHASEN DER PLANUNG

Nachdem ich zur Kenntnis nehmen musste, daß auch in der aktuellen Ausgaben des kostenlosen Stadtmagazins 030, was unter anderem bei Mc Donald ausliegt, und bereits im Vorwort gegen die Zugezogen (Stichwort: Schließung des Knaack-Clubs in der Greifswalder Straße zum Jahresende) gewettert wird und das Thema offensichtlich im Mainstream angekommen ist, habe ich nun ein ganz neues und unerwartetes Problem: Mir geht der Feind abhanden …

Kennst du das auch: Irgendetwas läuft schief und du hast keinen Schuldigen? Das ist eine verdammt dämliche Situation. Die wünsche ich wirklich keinem! Einen Schuldigen zu haben, ist in unserer Zeit, wo sich jeder aus der Verantwortung stiehlt, wahnsinnig wichtig. Ich empfehle immer die Anderen! Das Dümmste ist auf jeden Fall, die Schuld bei sich zu suchen. Das bringt normalerweise gar nichts, sondern macht nur depressiv und endet im dümmsten Fall in Alkoholismus oder Tablettensucht.

Ein Beispiel: In Russland wird dieser Oligarch (Namen zum Schreiben zu schwierig), der nächstes Jahr freikommen würde, einfach nochmal für voraussichtlich weitere vierzehn Jahre verknackt. Diesmal soll er 218 Millionen Liter Öl geklaut haben! (Was für ein Blödsinn – es war doch sowieso alles geklaut!) Aber egal! Auf jeden Fall wurde ein Schuldiger gefunden, und genau darum geht es! Und jetzt stell dir mal vor, dasselbe würde hier stattfinden!? Statt denen, die Milliarden verbrannt haben, das Geld des Steuerzahlers noch hinterher zu werfen, würde man die einfach hinter Schloss und Riegel bringen! Na, wie fändest du das?

Was, das interessiert dich nicht? Ist das nicht auch dein Geld? Oder zahlst du keine Steuern? Aber gut, die Bankerschelte ist letztendlich auch Schnee von gestern. Jetzt wird die Kohle bereits nach Griechenland und Irland geschaufelt. Und das Beste ist: In Deutschland gibt es schon wieder einen Aufschwung! Ist der bei irgendjemandem bereits angekommen? Oder kennt jemand einen der einen kennt …?

Der Sozialismus ist zwar tot, aber seine vier Feinde haben überlebt: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Karl Eduard von Schnitzler hat in seiner kapitalismuskritischen Hetzsendung „Der Schwarze Kanal“ gerne die Redewendung „Weil nicht sein kann, weil nicht sein darf“ verwendet. „Sudelede“ (Spitzname von Karl Eduard) ist zwar tot, aber seine Beschreibung des Westens war gar nicht so verkehrt, obwohl der das damals natürlich ganz anders gemeint hatte.

Ähnlich verhält es sich mit den vier Phasen der Planung, von denen man lange Zeit dachte, daß sie der Planwirtschaft immanent sind. Heute muss man sagen, und jetzt wirklich mal aufpassen (Du könntest etwas fürs Leben lernen!), daß es sich dabei um systemübergreifende Phasen handelt, denn auch im Kapitalismus wird geplant (v.a. der Profit!).

1. Euphorie über den Plan

2. Ernüchterung, weil Plan ist nicht zu schaffen

3. Suche nach den Schuldigen

4. Bestrafung der Unschuldigen

Text TaxiBerlin

PS: Guten Rutsch!

WILDER WEIN

Mein zu Hause / Friedrichshain

Vom Hinterhof wachsen Kletterrosen zu mir hoch. Mir wäre Wilder Wein ehrlich gesagt lieber. Und das hat nichts mit der hübschen Winzerin zu tun, die mir heute einstieg ...

Foto&Text TaxiBerlin

25.12.2010

ZERO TOLERANCE IN DISNEYLAND

In Vorbereitung auf meine New York Reise im Januar habe ich Freunde interviewt, die schon mal dort waren, Bücher studiert und mir Reportagen auf DVD angesehen, um zu erfahren, was mich in Big Apple erwartet. Im Gegensatz zu den ganzen Italienern, Franzosen und Spaniern, die in den letzten Jahren auch immer öfter in mein Berliner Taxi stiegen, weiß ich gerne vorher Bescheid, wie viel Trinkgeld der New Yorker Cab-Driver und ein Kellner zu kriegen haben.

Alles andere, was so in den Reisführern drin steht, weiß man entweder schon, oder es interessiert einen gar nicht erst. So auch mit New York. Was interessiert mich, daß man Manhatten in den neunziger Jahren angefangen am Time Square mittels „Facelift“ in ein „Disneyland“ verwandelt und der Bürgermeister durch seine „Zero Tolerance“ die Innenstadt gesäubert hat?

Ehrlich gesagt Null, soweit es nicht auch eine gewisse Bedeutung für mein Berlin hat, wo mein zu Hause und nicht nur mein Zweitwohnsitz ist. Meine Stadt ist irgendwie auch dabei, sich in ein großes Disneyland zu verwandeln, auch wenn es bisher (zum Glück!) noch keinen „Masterplan“ gibt. Das könnte sich mit Renate Künast als Bürgermeisterin ändern. Ich sage nur „Tempo dreißig“! Wer sagt denn, daß es immer ein Bürgermeister sein muss …

Bei „Zero Tolerance“ muss ich sofort an die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig und natürlich an ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin denken. Den sein Buch will ausgerechnet ein Hamburger Kollege in Thailand am Strand "endlich zu Ende lesen", zumindest laut Süddeutscher Zeitung vom 16.Dezember, Thema „Reise“. (S. 32)

Weshalb der Hamburger Kollege an asiatischen Gestaden erfahren will, warum sich Deutschland abschafft, erschließt sich mir nicht wirklich. Trotzdem kann ich die Süddeutsche, und insbesondere das Feuilleton, nur wärmstens empfehlen. Verglichen mit dem Berliner Provinzgeschriebsel und der BILD-Zeitung für Abiturienten aus Hamburg, kommt sie noch recht erfrischend daher.

Doch zurück zu meinem New York Trip. Im Prinzip habe ich nichts gegen „Zero Tolerance“. Das praktiziere ich in meiner Taxe ja auch – zumindest mehr oder weniger. Auf jeden Fall gilt hier die Regel: „Wer mir dumm kommt, der fliegt raus.“ Eigentlich habe ich nur etwas gegen „Disneyland“ in Berlin. Und genau deswegen fliege ich über den großen Teich! Ich möchte herausfinden, wie man das schlimmste verhindern kann, wenn es dafür nicht schon zu spät ist …

Text TaxiBerlin

24.12.2010

WEIHNACHTEN IN BERLIN

Berliner Straße / Wilmersdorf

So sieht's aus! Aber wen interessiert's noch? Sind ja alle "nach Hause" gefahren! Deswegen regen sich auch alle über steckengebliebene Bahnen und nicht geräumte Autobahnen auf, was wiederum mir am A**** vorbeigeht! Mich nerven viel mehr die überquellenden Mülleimer an den Taxihalteplätzen in Berlin.

Anfangs dachte ich noch, das wäre das Weihnachtsgeschenk der Berliner Stadtreinigung an die Flaschensammler in der Stadt, damit diese nicht in den Mülleimern wühlen müssen, weil die Flaschen in Reih & Glied darunter abgestellt sind.

Mittlerweile halte ich das alles für eine Verschwörung, oder mindestens für einen Ausdruck der schleichenden Balkanisierung in Berlin. Solange die ganzen Zugezogenen in der Stadt sind, funktioniert alles, naja sagen wir einmal, mehr oder weniger.

Sobald aber nur noch für die Berliner gearbeitet wird, fällt alles zusammen wie ein Kartenhaus. Genau dieses Phänomen kannte ich bisher nur vom Balkan. Wird dort Ausschuss produziert, dann sagt man: Ist doch egal, dann nehmen wir das eben!

Da lob ich mir die früheren Berliner Zeiten. Da wurde wenigstens ganzjährig rumgeschlampt - übrigens völlig wetterunabhängig!

Foto&Text TaxiBerlin

"WIE VIELE KREATIVE VERTRÄGT BERLIN?"

Bei mir zu Hause im Friedrichshain

Die aktuelle ZITTY widmet den Kreativen, verbunden mit der Frage, wie viele Berlin von ihnen verträgt, Deckblatt und Leitartikel. Selbst nach mehrmaligem Lesen bin ich der Beantwortung der aufgeworfenen Frage keinen Schritt weiter gekommen.

Der Künstler in meiner Straße, der bisher vor allen Dingen durch seine restriktiven Öffnungszeiten aufgefallen ist, hat pünktlich zu Weihnachten seine ganze Kunst abgehängt. Zu bewundern ist nur noch ein leerer Raum in weiß - auch mal ganz schön, aber auch nicht wirklich neu.

War er der Kreative zu viel in unserer Stadt? Oder ist er Weihnachten auch einfach nur "nach Hause" gefahren wie all die anderen, und wollte in seiner Abwesenheit einfach keine Begehrlichkeiten wecken - worauf auch immer. Oder hat er, der noch nie etwas verkauft hat, kurzfristig einen Käufer für seine Kunst gefunden?

Ich weiß es leider nicht. Ich kann den Künstler/Kreativen auch nicht fragen, der ist ja nicht da, weil er doch "nach Hause" gefahren ist. Eins weiß ich aber ganz genau: Manche machen Kunst - andere tuen so als würden sie Kunst machen, produzieren aber nur Sondermüll, und das hat mein Berlin nicht verdient!

Foto&Text TaxiBerlin

23.12.2010

ALLES BLÖDSINN

Samariterstraße / Friedrichshain

Erst wird es richtig Winter, und jetzt taut es schon wieder. Erst kommen alle nach Berlin, um dann aber Weihnachten "nach Hause" zu fahren. Erst wollen alle da wohnen, wo etwas los ist, um dann dort aber ihre Ruhe zu haben. ...

Foto&Text TaxiBerlin

22.12.2010

LUCKY BOY

Zu Hause im Friedrichshain
Die Schicht fängt gut an, wenn man so an seinem Arbeitsplatz begrüßt wird. Kaum hatte ich den Smiley weggewischt, da war es aber auch schon vorbei damit. Ob ich ihm nicht mal schieben helfen könne, er käme nicht aus seiner Parklücke raus. Ich erlaubte mir meinerseits darum zu bitten, vorher noch meinen Wagen vollständig vom Schnee befreien zu dürfen.

Notgedrungen war der Typ damit einverstanden. Offensichtlich traute er sich keinen der Passanten anzuquatschen. Ganz im Gegenteil. Er war wohl der Meinung, ausgerechnet an mir festhalten zu müssen - warum auch immer. Ich hätte ja das selbe Problem, meinte er zu mir. Wie er darauf käme, wollte ich von ihm wissen. Schließlich bin ich bisher nicht nur überall hin, sondern auch überall wieder rausgekommen!

Die Antwort musste er mir schuldig bleiben, weil ich ihn gleich mit der nächsten Frage bombardierte, und zwar der nach seinen Reifen. Ja, ja, die Reifen, feixte er. Ich find das gar nicht witzig, meinte ich daraufhin zu ihm. Jetzt wusste ich auch, wen ich vor mir hatte. Das war genau einer von diesen Blödmännern, die ständig vor mir her schleichen und mich bei meiner Arbeit behindern.

Trotz des Nonsensgespräches mit diesem Schwachkopf kam ich mit der Schneebeseitigung an meinem Dienstwagen gut voran. Zum Schluss noch etwas Scheiben frei kratzen, und schon konnte ich dem Blödmann zeigen, wie man mit den richtigen Reifen aus einer Parklücke rauskommt.

Wann und wie der Schwachkopf aus seiner gekommen ist? Da hat der Lucky Boy leider keine Ahnung ... :-)
Foto&Text TaxiBerlin

21.12.2010

WHEN DREAMS COME TRUE

The City That Never Sleeps (Im Gegensatz zu Berlin: The City That Never Works!)

Daß mich Layne Mosler alias TaxiGourmet für Januar nach New York eingeladen hat, ist an sich schon der blanke Wahnsinn. Immerhin gilt für mich als gelernten Ossi immer noch die alte Ost-Weisheit: "Einmal New York (wahlweise auch Paris!) sehen und sterben!".

Doch damit nicht genug! Layne hat mir heute zusammen mit obigen Foto mitgeteilt, daß sie für die Zeit meines Besuches eine Taxischicht gebucht hat, auf der ich sie begleiten kann. Mir fehlen die Worte! Ich versuche es trotzdem: "This Is Bigger Then Great!". (Um nicht "Amazing" zu bemühen, was bereits durch den Mauerfall "verbrannt" ist.)

Keine Ahnung (es ist mir "by the way" auch egal!), ob das einer von euch da draußen versteht. Layne hat es auf jeden Fall verstanden. Genauso wie sie verstanden hat, daß für mich Berlin nicht einfach nur Berlin ist! Nein, Berlin ist für mich Mutter & Vater, Alpha & Omega, Anfang & Ende!

Foto TaxiGourmet
Text TaxiBerlin

19.12.2010

I HAVE A PROBLEM

Kohlhasenbrücker Straße / Wannsee

Was Probleme angeht, so halte ich es normalerweise mit meinen bulgarischen Lieblingsrappern UPSURT. (Der Bandname ist nichts anderes als das Wort ABSURD, welches nicht nur das Leben in Bulgarien, sondern auch immer mehr mein Leben hier in Berlin beschreibt, absichtlich verkehrt geschrieben.) Die beschäftigen sich nämlich nicht mit Problemen, was ich eigentlich auch nur empfehlen kann! Aber wenn man statt Träume nur noch Alpträume hat, ist es auch mal ganz gut, wenn man sich zur Abwechslung mal mit einem Problemchen beschäftigen kann.

Wie immer dem auch sei. Mein Problem ist, daß ich Weihnachten nicht "nach Hause" fahren kann, weil Berlin doch mein zuhause ist! Ich habe keine Ahnung, wie es dir in dieser Frage geht, aber ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was ich machen soll. Hast du vielleicht eine Idee für mich? Sicherlich, freie Parkplätze wird es genug geben. Aber das kann doch nicht schon alles gewesen sein. Vor allem, wenn man vielleicht selbst On The Road oder gar nicht in Berlin ist ...

Wenn mir nichts Besseres einfällt, werde ich wohl über Weihnachten arbeiten. Ich habe schon versucht, mir die Sache damit schmackhaft zu machen, indem ich aus Driving Home For Christmas einfach Driving Christmas At Home mache. So wirklich hat mich das nur noch nicht überzeugt.

Da ich echt nicht mehr weiter weiß, gehe ich nun mit I Have A Problem an die Öffentlichkeit. Wer kann mir helfen? Ich bin für jeden Hinweis dankbar! Möglicherweise kann mich jemand auch gleich ganz von der Straße runterholen?! In dem Fall würde ich mich vielleicht sogar zu einem I Have A Dream hinreißen lassen ...

Weichselstraße / Friedrichshain
Fotos&Text TaxiBerlin

WIR KOMMEN ÜBERALL HIN

Wo sind nur die Heizpilze hin, wo sind sie geblieben ...

Der Winter kommt nicht etwa alle Jahre wieder, sondern der kommt so unverhofft wie Christkind, Osterhase und Nikolaus zusammen. (Originalton Fahrgast)

Obwohl wir auf der Busspur vom Kuhdamm, zumindest bis dahin wo der Wowereit wohnt, gut vorankamen, ging das meinem Fahrgast auf gut Deutsch am A**** vorbei. Denn ausgerechnet ab dort war nämlich die Busspur mit den Zeckenteilen zugeparkt, die immer in zweiter Reihe stehen müssen.

Hatte er da bereits die Radfahrer erwähnt? Ich weiß es gar nicht mehr, aber ja, es gibt sie wirklich: Suizidale, die auf zwei Rädern in jeder Straße vor Dir herschliddern müssen. Mein Fahrgast hoffte inbrünstig, daß die auch alle brav ihren Organspendepass bei sich führen. Wäre schließlich schade, wenn die jemand umsonst von der Fahrbahn fegt …

Allerdings, und die Frage ist letztendlich durchaus berechtigt: Warum können weder Bahn noch Flieger, was jeder Fahrradarsch kann?! Ganz zu schweigen vom Taxi! Schließlich komme ich trotz Wetter auch überall hin: Falkensee, Ludwigsfelde, Schönefeld, Schönfließ, …

PS: Wieso werden eigentlich seit Tagen keine öffentlichen Mülleimer mehr geleert? Hängt das auch mit dem Winter zusammen? Oder ist es bereits das Weihnachtsgeschenk der Stadtreinigung an die Flaschensammler, die nun nicht im Mülleimer nach dem Objekt ihrer Begierde suchen können/müssen?!

Erschwerte Bedingungen für Taxen am Flughafen Tegel
Fotos&Text TaxiBerlin

16.12.2010

JAHRESENDLYRIK

Irgendwo im Nirgendwo zwischen Schönfließ und Bergfelde

Das Reh springt hoch,
Das Reh springt weit.
Warum denn nicht,
Es hat ja Zeit.

Text MetaBlogger
Foto TaxiBerlin

13.12.2010

WAS DAS SELBSTMORDATTENTAT IN STOCKHOLM MIT DER REICHSTAGSKUPPEL UND DEM BLITZER AM FLUGHAFEN TEGEL ZU TUN HAT

Reichstagskuppel mit Rettungsgerät

Seit 4.Dezember ist die Reichstagskuppel wieder für Besucher zugänglich, allerdings nur für angemeldete und nicht für den gemeinen Pöbel. Nach dem Selbstmordattentat in Stockholm wird das wohl erst einmal so bleiben. Seither sind auch die ganzen Gutmenschen verstummt, die die Sicherheitsvorkehrungen als Hysterie und Panikmache bezeichnet hatten. Endlich etwas Ruhe zur Weihnachtszeit ...

Ein Fahrgast zeigte dafür heute ernsthaft und lebhaft Sympathie für die Bombenleger, weswegen ich dies meinen werten Lesern nicht vorenthalten möchte, auch wenn ich eigentlich keine 1:1 Taxigeschichten mehr schreiben wollte. Aber manchmal muss man einfach auch den Mut haben und gegen seine eigenen Grundsätze verstoßen. Daß man daran echte Größe erkennen würde, sagte noch einmal wer?

Egal! Der Mann in den besten Jahren, soviel kann ich verraten, teilte insbesondere den Hass der islamischen Terroristen auf unsere Gesellschaft. In diesem Zusammenhang fielen folgende Worte: Ehrlosigkeit, grenzenloser Egoismus, Arroganz, Ignoranz, Mangel an Mitgefühl, Geldgeilheit, ...

Eine Antwort musste ich meinem Fahrgast schuldig bleiben, was unter anderem daran lag, daß ich mich auf den Blitzer konzentrieren musste, der heute am Flughafen Tegel natürlich nur zu unserer Sicherheit aufgestellt war.

Flughafen Tegel
Fotos&Text TaxiBerlin

11.12.2010

MINI ODER SMART


Es geht nicht um die Frage, welche Marke von beiden die blödere ist. Das ist zweifellos der SMART, denn da passt nicht einmal ein Kasten Bier in den Kofferraum, soweit dieser Platz hinter den beiden Sitzen überhaupt diesen Namen verdient.

Darüber, daß beides an sich keine Autos sondern Dinge sind, die die Welt nicht braucht, herrscht weitestgehend Konsens. Daran ändert auch die Behauptung nichts, daß niemand einen OPEL brauchen würde, die außerdem noch falsch ist. Denn wenn die Welt eine Automarke nicht braucht, dann ist das VOLKSWAGEN!

Warum VOLKSWAGEN? Ein OPEL hat mich dreimal sicher bis Istanbul gebracht. Ich möchte nicht wissen, wie weit ich mit dem WAGEN fürs VOLK gekommen wäre, wenn ich mir das VOLK so ansehe ...

(Kurze Anekdote am Rande: Bevor ich das erste Mal fuhr, fragte ich einen Freund, der schon einmal in Istanbul gewesen war, was mich dort erwarten würde. Ohne nachzudenken antwortete er: "Das ist wie Kreuzberg, nur nicht so türkisch!" - Er sollte Recht behalten!)

Zurück zum Thema MINI oder SMART? Gemeint sind natürlich die Fahrer, respektive Fahrerinnen, und die Frage: Welche die dümmsten sind? Da bin ich mir nicht mehr sicher, nachdem ich gestern zwei Damen sah, beide knapp 1,80m groß, die sich beide in einen MINI reingequält haben. (Der MINI übrigens mit Stuttgarter Kennzeichen - aber das nur nebenbei!)

Den Akt (des Einsteigens) habe ich den beiden und mir gegönnt. Bei der Entscheidung, welche Fahrer/Innen (MINI oder SMART?) den größeren SOCKENSCHUSS haben, wie der Berliner zu sagen pflegt, hat mich meine Beobachtung allerdings kein Schritt weiter gebracht - ganz im Gegenteil!

Und deshalb frage ich nun meine Leser mittels Umfrage: Welche Fahrer/Innen sind die dümmsten?

Meinung&Frage TaxiBerlin

10.12.2010

SCHLEICHENDE BALKANISIERUNG

Müllerstrasse / Wedding

Aus Mangel an Enteisungsflüssigkeit sind in Tegel gestern die Hälfte der Flüge ausgefallen! Trotz Pflicht fahren immer noch einige ohne Winterreifen - es gibt keine mehr! Sind Enteisungsflüssigkeit und Winterreifen bereits Bückware? Oder bekommt nur derjenige Winterreifen, der Enteisungsflüssigkeit zum Tausch anbieten kann?!

TRANSPARENCY INTERNATIONAL hat, ebenfalls gestern, seinen aktuellen Bericht vorgelegt. Demnach ist Korruption weltweit auf dem Vormarsch - auch in Deutschland! Jeder Vierte weltweit zahlt mittlerweile Schmiergeld - Tendenz zunehmend!

Was hat das jetzt mit dem Verkehrsschild auf dem Foto zu tun? Auf den ersten Blick nichts! Aber komisch sieht diese 3 schon aus, die ursprünglich eine 8 war. Und warum ist sie auch kleiner als die 0? Sind solche Schilder jetzt billiger als die, wo die 3 nicht nur eine 3, sondern auch genauso groß wie die 0 ist? Oder ist Geld geflossen, damit ausgerechnet diese Schilder aufgestellt werden, die ich bisher nur vom Balkan kannte? Wer weiß was?

PS: Ich zahle (noch!?) nichts für Informationen!

Foto&Text TaxiBerlin

08.12.2010

TERROR TAXI

Die neue Heckscheibenwerbung für Berliner Taxen ist da und kann in der Persiusstrasse zu den üblichen Geschäftszeiten abgeholt werden. Der Werbeslogan ist diesmal besonders zum Stehen vor Weihnachtsmärkten, Jüdischen Einrichtungen und allgemein im Absoluten Haltverbot geeignet.

PS: Selbst für mich als alten Taxihasen ist das TERRORTAXI eine absolute Innovation. Bisher kannte ich, allerdings nur von meinen Fahrgästen, das TÜRKENTAXI ("Du sagen - ich fahren!").

Foto&Text TaxiBerlin

Der ehrliche Künstler vom Boxhagener Platz


COPYRIGHT BY JAN M. PETERSEN


Manch einer behauptet, dass DIE WAHRHEIT out oder zumindest überbewertet ist. Man ist geneigt, demjenigen Recht zu geben, passt es doch wunderbar in die heutige Zeit, wo nahezu jeder jeden bescheißt, und derjenige schon deswegen für ehrlich gehalten wird, weil er entweder etwas weniger oder einfach nur weniger erfolgreich dabei ist, andere zu bescheißen. Das gilt übrigens für alle! Am meisten gefährdet ist und bleibt aber der Künstler, der, wie wir wissen, mitunter alles tut, nur um irgendwie berühmt zu werden.

Ich kenne einen Künstler, bei dem ist das anders! Nach dem ist sogar schon eine Straße benannt, obwohl der noch gar nicht mal tot ist. Nein, der Mann ist noch nicht mal berühmt! Wer es nicht glaubt, ich meine das mit der Straße, schaut einfach im Stadtplan nach. Die Jan-Petersen-Straße verläuft zwischen der Lea-Grundig und der Raoul-Wallenberg-Straße in Marzahn.

Bekannt ist er aber schon, der Jan M. Petersen, laut seiner Visitenkarte in Berlin, Bombay, Tokyo, Wien, Istanbul, London und Friedrichshain. Und das, weil er sich in SEINER KUNST eines Stilmittels bedient, welches selbst für die hiesige KUNST-Scheiße, Verzeihung -Szene (ein Freudscher Lapsus!), einmalig ist. Obwohl das, oder besser: gerade weil das, also das Stilmittel, dessen er sich bedient, eigentlich nichts Besonderes ist. Vielleicht macht es ihn, Jan M. Petersen, aber gerade deswegen so einzigartig. Manch einer wird nun ungläubig den Kopf schütteln, aber es gibt ihn wirklich, und sogar in dieser Stadt, unter uns, den Künstler, dessen wichtigstes Stilmittel schlicht und einfach DIE WAHRHEIT ist.

Kann sich das heutzutage überhaupt jemand vorstellen? Ich meine, da wird sich verbogen, lauwarmer Proseco zu vergammelten Häppchen angeboten, angemalte Ostereier von Kritikern mit Mundgeruch zu genialen Kunstwerken erklärt, oder gar eine leere Ausstellungswand als Lebenswerk des Künstlers bestaunt, während zur gleichen Zeit Jan M. Petersen seine einfache aber ehrliche Kunst unter freiem Himmel an den Mann und vor allem an die Frau bringt, und das bei jedem Wetter! Deswegen spricht der Künstler DER WAHRHEIT entsprechend von einer TOTALKUNDENBETREUUNG, selbstverständlich durch ihn selbst.

Unter dem Deckmäntelchen KUNSTKAUFHAUS OST, was natürlich Blödsinn ist, weil der Mann aus’m Westen kommt, verkauft Jan M. Petersen wenn man so will DIE WAHRHEIT. Und wenn ich DIE WAHRHEIT sage, dann meine ich auch DIE WAHRHEIT! Mit der kenne ich mich schließlich aus. Spätestens seit der Entwicklung der Straßen- und Wegelehre, der einzigen, wenngleich nicht anerkannten Wissenschaft, die aber, im Gegensatz zu allen sogenannten Wissenschaften nicht in Glaubensbekenntnissen endet, sondern eineindeutig und jederzeit und von jedem überprüfbar, und somit DIE WAHRHEIT ist. Genauso wie bei Jan M. Petersen, der SEINE KUNST, dessen wichtigstes Stilmittel DIE WAHRHEIT ist, die er deswegen unter das Motto: „KUNST ist Trickbetrug“ gestellt hat, und die, also SEINE KUNST, gleichfalls eineindeutig ist, weil auch gilt: „Trickbetrug ist eine KUNST“!

Wenn man bei Jan M. Petersen mal von der kleinen Imagelüge mit dem Ossi und auch davon absieht, dass er sich in seiner Kunst gelegentlich des kyrillischen bedient, dessen er aufgrund seiner Herkunft aus’m Westen aber gar nicht mächtig ist, also mal abgesehen von all diesen durchaus berechtigten Kritikpunkten, ist er der einzige ehrliche Künstler den ich kenne, und wahrscheinlich sogar der ehrlichste Künstler der Republik.

Und deswegen mache ich hier, ohne dass ich selbst irgendetwas davon hätte, Werbung für ihn und seinen Stand am Boxhagener Platz, oder eben nur BOXI, wie der aus’m Kietz den Platz im Friedrichshain liebevoll nennt. Jeden Sonntag findet ihr dort Jan M. Petersen und sein KUNSTKAUFHAUS OST an der Krossener Straße, und ich fordere euch hiermit auf: Kauft beim ehrlichsten Künstler der Republik! Kauft, wenn ihr unbedingt KUNST kaufen müsst, beim Trickbetrüger! Um aber auch an dieser Stelle bei DER WAHRHEIT zu bleiben, muss gesagt werden, dass Jan M. Petersen lange Zeit bei mir, dem idealen Nachmieter seiner Atelierwohnung, in der Schuld stand. Genau genommen so lange, bis ich begann in seiner Schuld zu stehen, weil er mich neben sich auf dem BOXI wann immer ich will MEINE KUNST verkaufen lässt. Diese Zeilen sind somit nicht nur eine Hommage an den einzig WAHREN Jan M. Petersen, die auch von euch hoffentlich als solche verstanden werden, sondern wir sind uns nun auch endgültig quitt – Jan und ich.

Hans Joachim Motz, der Therapeut meines Vertrauens, nach dem auch schon eine Straße in Schöneberg benannt ist, obwohl der gar nicht aus Berlin sondern aus Halle an der Saale kommt, ist vom WAHRHEITS-Gehalt DER KUNST nicht überzeugt. Von ihm stammt die Erkenntnis: KUNST IST NEUROSE - eine Grundwahrheit der Psychologie zwar, die mittlerweile in jedem Therapiehandbuch für Künstler steht, die aber nicht so im Raum stehen gelassen werden kann. Wofür bezahlen wir schließlich unsere Therapeuten, wenn wir ihnen nicht auch gelegentlich widersprechen?

DIE PSYCHOTHERAPIE IST DAS EIGENTLICHE ÜBEL, WEIL SIE VORGIBT DIE NEUROSE HEILEN ZU KÖNNEN! Dem kann selbst von Herrn Motz nicht widersprochen werden. Er gibt aber zu bedenken, dass jemand, der in DER WAHRHEIT, also außerhalb DER NEUROSE, lebt, DER KUNST nicht bedarf. Genau deswegen bin ich nicht einfach Künstler oder nur Therapeut sondern Taxifahrer geworden, weil Taxifahrer letztendlich die ideale Kombination von Künstler und Therapeut ist, allerdings mit Ortskenntnissen!

DIE KUNST von Jan M. Petersen wird von einigen ihm wohl gesonnenen Kritikern richtigerweise als Gebrauchs-KUNST bezeichnet, die man für DIE WAHRHEIT nehmen, oder eben als KUNST missbrauchen kann. Aber wissen diese Kritiker auch, dass genauso wie Hippokrates es in seinem Eid formulierte, die Genesung nur aus dem Patienten selbst, die Heilung DER NEUROSE in DER KUNST ebenfalls nur aus DER KUNST heraus erfolgen kann? Ich weiß es nicht! Was ich aber weiß, ist, dass Jan M. Petersen mit Lehrsätzen wie: ICH SEHE ETWAS, WAS DU NICHT SIEHST UND DAFÜR BEZAHLST DU MICH! einen nicht hoch genug zu schätzenden Beitrag zur Genesung DER KUNST leistet. Diese, wenngleich in der KUNST-Scheiße (kein Freudscher Lapsus!) noch nicht anerkannte, WAHRHEIT, sollte meiner Meinung nach nicht nur in allen KUNST-Ausstellungen, sondern auch in den Wartezimmern sämtlicher Therapeuten dieser Welt hängen.

Text TaxiBerlin

DAS ABSOLUTE HALTEVERBOT ODER DIE MACHT DER GEWEHRLÄUFE


An der Taxihalte gilt ein absolutes Halteverbot für alle Nichttaxen. Sollte der Taxihalteplatz einmal mit Privatfahrzeugen vollgeparkt sein, ruft der Taxifahrer nach der Polizei, am Besten über seine Zentrale, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen. Er will ja schließlich nur seinen Job machen, woran ihn die abgestellten Fahrzeuge aber hindern.

Genausowenig, wie er es toleriert, wenn seine Taxihalte zugeparkt ist, muss er im Gegenzug akzeptieren, daß er selbst im absoluten Halteverbot nicht anhalten darf. Dafür heißt es nun einmal absolutes Halteverbot: Es darf überhaupt nicht gehalten werden (außer verkehrsbedingt - siehe Warten - oder bei Vorliegen besonderer Umstände wie dem Notstand).

Es soll Kollegen geben, die trotz mehrjähriger Berufserfahrung das Aussteigen des Fahrgastes für einen Notstand halten. Oder warum halten sie sonst im absoluten Haltverbot? Sind das eigentlich die Selben, die bei einer zugeparkten Taxihalte nach der Polizei rufen? Jetzt ist die Polizei gleich vor Ort, um sie aufzuschreiben, und es ist wieder nicht richtig!

Wenn ein Ordnungshüter, der auch nur seinen Job machen will, mit umgehängtem Maschinengewehr an mein Fenster klopft, weil ich gerade vor ihm im absoluten Halteverbot stehe, würde ich den Bullen weder nach seinen Namen noch nach seiner Dienstnummer fragen, sondern einfach zusehen, daß ich Land gewinne. Warum? Ganz einfach: Weil ich irgendwann einmal gelernt habe, daß die Macht aus den Gewehrläufen kommt!

Text TaxiBerlin

07.12.2010

AVUS DREI JAHRE DICHT (FORTSETZUNG)

Also noch kommt man drauf, auf die AVUS, und gleich vorbei an der vor sich hinrottenden Zuschauertribüne. Haben das damals eigentlich auch schon die Grünen durchgedrückt, daß da keine Rennen mehr gefahren werden dürfen? Zumindest setzen sie sich jetzt wohl dafür ein, daß Tempo 30 flächendeckend für die ganze Stadt gelten soll.

Auf der AVUS muss man Höhe Hüttenweg mit dem Tempo zumindest auf 60 runter. Oder sind das noch die alten Schilder aus D-Mark Zeiten? Dann müsste man das natürlich noch umrechnen, genau genommen durch 1,95 teilen, was dann nur 30,76923077 Kilometer pro Stunde macht.

Der Berliner Bär am ehemaligen Übergang Dreilinden, von den Amis Checkpoint Bravo getauft, wird in Zukunft den Ankommenden auch langsamer zuwinken, was dafür aber schärfere Bilder zulassen wird. Eines bleibt aber wie immer: Demjenigen, der die Stadt verlässt, zeigt der Berliner Bär seinen A****.

Fotos&Text TaxiBerlin

AVUS DREI JAHRE DICHT


Anfangs hielt ich das für eine Ente der BZ. Gestern sprach mich ein Fahrgast darauf an. Es scheint also etwas dran zu sein. Was ich dann machen würde, wollte er wissen. Was schon: Woanders langfahren! Kommt aber sowieso nicht so oft vor, daß ich die AVUS runter fahre. Vielleicht mache ich heute einfach mal nach Wannsee - wegen dem AVUS-Gefühl! Melde mich dann später nochmal. Bis denn dann ...

Text TaxiBerlin

06.12.2010

"ALARMZUSTAND" = AUSNAHMEZUSTAND + KRIEGSRECHT

Deutsche Medienfuzzis (Frage: "Was willst du später mal machen?" - Antwort: "Irgendwas mit Medien!") haben mal wieder einen neuen Begriff erfunden, und zwar den des "Arlamzustandes". Gemeint sind diesmal nicht drohende Selbstmordattentäter, die unsere Weihnachtsmärkte bedrohen, sondern die Antwort des spanischen Staates auf die massenweise Krankschreibung seiner Fluglotsen.

Sieht man genauer hin, verbirgt sich hinter dem in Deutschland so genannten "Alarmzustand" in Spanien nichts weiter als der Ausnahmezustand plus Kriegsrecht. Den streikenden Fluglosten hätten nämlich lange Haftstrafen gedroht, wenn sie nicht umgehend wieder die Arbeit aufgenommen hätten. Das ganze trotz ärztlich attestierter Arbeitsunfähigkeit! "Wilde Streiks" sehen glaube ich anders aus.

Wann wäre denn schon passiert, wenn Fluglotsen, in Spanien übrigens Staatsdiener, wirklich in den Ausstand getreten wären? Ein paar Deutsche wären mal wieder auf Malle hängen geblieben, die hier aber gar keiner vermisst hätte, und eine Handvoll Vietnamesen wären nicht abgeschoben worden, die aber auch schon ewig keine unverzollten Zigaretten hinterm Supermarkt angeboten hatten. Die ganzen Klimaflüchtlinge kommen eh mit dem Boot.

Etwas mehr arbeiten für etwas weniger Geld hört sich erstmal nicht so toll an. Aber muss der Staatsdiener bei bis zu 350.000€ im Jahr deswegen gleich zum Arzt gehen? Und was passiert eigentlich mit dem, wenn sein Patient morgen schon wieder auf Arbeit erscheint, obwohl der doch eigentlich die ganz Woche noch arbeitsunfähig sein sollte?

Interessieren würde mich auch noch, wie sich unsere Staatsdiener in einer ähnlichen Situation verhalten hätten!? Und der deutsche Staat erst?! Wahrscheinlich hätte der denen nochmal so 'ne Art "Buschzulage" hinterher geworfen, damit die sich nicht direkt krank schreiben lassen. So ein ärztlicher Attest zählt doch hierzulande noch was, oder?

Text TaxiBerlin

04.12.2010

ALLE JAHRE WIEDER: RUSSLAND STOPPT GASLIEFERUNG


Dieses Jahr lassen die Russen auf sich warten. Obwohl der Winter schon in Westeuropa angekommen ist, haben die den Gashahn immer noch nicht zugedreht! Was ist los mit den Russen? Konnten die sich keinen Kalender für 2010 leisten, weil sie ihr ganzes Geld in die Fußball-WM Bewerbung gesteckt haben? Oder sind die einfach noch besoffen, äh ... am Feiern, weil sie den Zuschlag bekommen habe? Wie dem auch sei, irgendwann kommt die Rechnung. Irgendjemand muss schließlich Blatter & Co bezahlen!

Text TaxiBerlin

03.12.2010

WAS WIR MIT AFGHANISTAN, KATAR UND RUSSLAND GEMEIN HABEN


Russland und Katar haben wohl mächtig geschmiert, um an die Fußball-WM zu kommen. Ich habe keine Ahnung von Fußball und beabsichtige auch nicht daran etwas zu ändern. Ich bin schon froh, wenn ich ob dieser Entscheidung keinen Katarrh, man kann auch Brechdurchfall dazu sagen, bekomme!

Der amtierende Gouverneur der afghanische Provinz Khost hat da etwas weniger Glück - äh Geld. Ihm fehlen genau genommen irgendwas 200.000 bis 300.000 Dollar Bestechungsgeld, um seine Amtszeit verlängern zu können. Zumindest hat er dann aber genug Zeit, sich die Spiele der erfolgreich gekauften Fußball-WM anzusehen.

Text TaxiBerlin

02.12.2010

WINTER IN BERLIN

So sieht er aus! Vom Fahrgefühl ist es eher so, als würde man ein Boot steuern denn ein Fahrzeug lenken. Man kommt auch nur halb so schnell voran - keine Ahnung mit wieviel Knoten. Dafür winken überall Fahrgäste. Unterm Strich kommt aber das Selbe raus. Aber Vorsicht: Das mit den Fahrgästen kann morgen schon wieder ganz anders sein.

Foto & Text TaxiBerlin

DEUTSCHE FRAUEN, DEUTSCHE TREUE, DEUTSCHER WEIN UND DEUTSCHER SANG

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang -
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!

Daß nicht die erste Strophe des Deutschlandliedes, auch Nationalhymne genannt, gesungen wird sondern die dritte, wissen noch die Meisten. Aber wer kennt schon die zweite Strophe? Zur Sicherheit kann sie oben nachgelesen werden.

Wie ich darauf komme? Regelmäßig laufe ich am alten Glaswerk auf Alt Strahlau vorbei. Jetzt habe ich mir mal die Kamera einpackt und ein Foto (ganz oben) gemacht: Ein einzigartiger Mix aus Holz, Stahl, Backstein und Graffiti. (Also raus zum Winterspaziergang und ansehen!)

Foto&Text TaxiBerlin

01.12.2010

BERLIN X U

Was wollen uns diese Aufkleber an der provisorischen Überführung am Rostkreuz sagen? Richtig: Dem Berliner kann man kein X für ein U vormachen! Naja, oder so ähnlich ...

Foto&Text TaxiBerlin