30.06.2010

FlaschensammlerInnung

Flaschensammler ist nicht gleich Flaschensammler. Flaschensammler sind alle Individualisten. Das ist keine Überraschung. Das ist schließlich bei den Taxifahrern nicht anders.

Da gibt es die Orientierungslosen, die sich treiben lassen. Es gibt die Aufsteiger, die mit einer teuren McLight jeden Winkel ausleuchten. Und es gibt die schweigende Mehrheit, die von der Hand in den Mund lebt und jede leere Flasche sogleich gegen eine volle eintauscht.

Es fehlen auch nicht die politisch korrekten Flaschensammler, die sich sogleich in Vereinen zusammenschließen. Neulich wurde sogar aus einem normalen Flaschensammlerverein die Innung der Flaschensammler, die für alle Flaschensammler spricht.

Stutzig wurde ich, als ich erfuhr, daß der Sitz der Flaschensammlerinnung am Ostbahnhof sein soll. Ausgerechnet am Ostbahnhof. Genau genommen auf Höhe der zweiten Taxinachrücke. Dort hat der Chef der FlaschensammlerInnung seinen Sitz.

Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, forderte heute genau diese FlaschensammlerInnung vom Ostbahnhof, daß alle Flaschensammler Steuern zahlen sollen. Das muss man sich mal vorstellen! Wo noch nicht mal alle Taxifahrer Steuern zahlen.

Genau genommen sollen nicht alle Flaschensammler Steuern bezahlen. Befreit sind natürlich die Flaschensammler der FlaschensammlerInnung. Neulich hat genau diese FlaschensammlerInnung auch noch vorgeschlagen, daß sämtliche Flaschensammler der FlaschensammlerBerufsgenossenschaft beitreten sollen.

Die neueste Idee ist, den Beruf des Flaschensammlers anerkennen zu lassen und eine Prüfung vor der Industrie und Handelskammer obligatorisch zu beantragen. In diesem Zusammenhang wird überlegt, ob der Flaschensammler in einer internationalen Metropole wie Berlin nicht mindestens eine Fremdsprache beherrschen sollte.

Die Stimmungslage unter den Flaschensammlern ob dieser neuerlichen Entwicklung ist sehr unterschiedlich. Ein einheitliches Stimmungsbild lässt sich derzeit nicht erkennen. Flaschensammler sind eben alles Individualisten.

Ich bin angesichts der Veränderungen in meinem neuen Beruf mehr als ernüchtert. Das hatte ich mir alles ganz anders vorgestellt. Noch überlege ich, ob ich ein rosarotes Bändchen als „Stillen Protest“ an jede gefundene Flasche bastele oder einfach alles hinschmeiße.

Ich wäre ja nicht der Erste, der von heute auf morgen alles hinschmeißt. Allerdings wissen wir seit heute auch, was aus einer frei gewordenen Stelle wird, wenn die Falschen das sagen haben.

Text TaxiBerlin

28.06.2010

No Go

Lüneburger Straße / Moabit

Foto TaxiBerlin

27.06.2010

Public Viewing

Am Ostbahnhof / Friedrichshain

Greifswalder Straße / Prenzlauer Berg

Fotos TaxiBerlin

26.06.2010

Links oder Rechts

Alfredstraße / Lichtenberg

Schon als ich selbst noch Taxi fuhr, habe ich gerne über alles und jeden abgelästert. Nun, als Flaschensammler, kann ich dies noch viel ungenierter tun, insbesondere auch über ehemalige Kollegen. Sicherlich, es steht geschrieben: Lästere nicht, auf daß über dich nicht gelästert wird – oder so ähnlich. Aber es gilt auch: Rede nicht falsch Zeugnis wider deinen Nächsten – wogegen ich nicht verstoße. Und daß nicht etwa, weil die betreffenden Personen gar nicht meine Nächsten sind.

Oftmals kenne ich sie gar nicht, zumindest nicht persönlich. Viele kenne ich, soweit man das kennen nennen darf, nur virtuell – also ihren Blog, wo sie mir bei jeder Gelegenheit ihre Sicht der Dinge aufdrücken. Soweit ist das nicht weiter schlimm – schließlich tue ich in meinem Blog nichts anderes. Im Unterschied zu mir müssen aber manche immer und überall betonen, daß sie Links sind, wo doch allgemein bekannt ist, daß die Grenze nicht zwischen Links und Rechts sondern zwischen Oben und Unten verläuft.

Zugegeben, ich hatte schon ein paar Jahre mehr auf den Berliner Straßen zugebracht bevor ich ausstieg, und mehr als diese jungen zugezogenen Kollegen jetzt zusammen haben. „Links oder Rechts?“ fragte ich nur noch, wenn ich mir mit der Fahrstrecke nicht sicher war. Ansonsten halte ich es mit Albert Camus, der auf dieselbe Frage geantwortet hat, daß er weder Links noch Rechts ist, sondern da, wo das Recht ist.

Der Weise vom Berge rät: „Bekämpfe keinen Irrglauben“. Ich will niemanden von irgendetwas überzeugen. Es ist ein alter Hut, daß die Leute, die die Welt verbessern wollen, sich selbst nicht helfen können. Nie habe ich von den Weltverbessernden Kollegen ein Wort gehört über die Abzocke am Flughafen Tegel oder den Machenschaften unserer sogenannten Interessenvertreter.

Auch das ist symptomatisch. Gutmenschen kümmern sich immer und vorzugsweise um Probleme, die möglichst weit weg sind, manchmal auch nur am anderen Ende der Stadt. Warum? Ganz einfach: Weil sie dann die gute Tat delegieren können. Das unterscheidet den Gutmenschen vom Guten Menschen. Der Gute Mensch tut Gutes, der Gutmensch delegiert die Tat. Der Gutmensch ist leicht überführbar. Man erkennt ihn daran, daß er sich selbst und die Seinen vernachlässigt. Im Extremfall kann es dazu führen, daß er die Beisetzung eines Familienmitgliedes nicht in Eigenregie hinbekommt und dies lieber der Allgemeinheit überlässt.

In diesem Punkt ist er komischerweise ganz neoliberal. Gewinne werden privatisiert, Verluste allerdings verallgemeinert. Auch was seine Möglichkeiten und Rechte angeht, irgendwo irgendetwas abzugrabbeln, ist der Gutmensch bestens informiert. Schließlich ist das Geld nicht nur da, sondern steht ihm sogar zu. In diesen beiden Punkten muss ich ihm Recht geben. Die Frage bleibt allerdings, wie komme ich ran an die Kohle. Durch Bitten und Betteln?! Mache ich richtig Revolution oder nur ein bisschen?!

Gutmenschen sind immer hundertfünfzig Prozent PC & machen nur ein bisschen Revolution - aber ich komme ab vom Thema. Möglicherweise glaubt mir der ein oder andere nicht, daß es solche bemitleidenswerten Zeitgenossen gibt, oder er kann es sich einfach nicht vorstellen. Dem kann abgeholfen werden. Du findest die Typen am Ostbahnhof, oder irgendwo zwischen Bar25, Berghain, Matrix und dem Ostbahnhof.

Spätestens jetzt werden wahrscheinlich dem letzten Zweifler Zweifel kommen, ob er an meinen Aussagen zweifeln sollte. Wer nur den Ostbahnhof kennt, der muss zwangsläufig etwas beschränkt sein.

Mein Tipp an alle, die jetzt auch dem Regenwald mit ihrem Geschriebsel auf den Leib rücken wollen: PC-Bücher braucht keine Sau!

Foto & Text TaxiBerlin

24.06.2010

"Erst setzen, dann Fahrziel nennen"

Im ersten Moment dachte ich, daß der Tagesspiegel nun die Rolle der TaxiNews übernommen hat und das Sprachrohr von TaxiInnung und TaxiVerband geworden ist. Immerhin hatten die sich vor ihrer Loslösung sowohl von TaxiInnung und Taxiverband vor gut einem Vierteljahr dadurch hervorgetan, daß sie als deren verlängerter Arm Stimmung gegen ihr eigenes Klientel, die Taxifahrer, machten.

Beim Lesen des Artikels wurde mir aber schnell klar, daß es hier um etwas anderes, um nicht zu sagen „Höheres“, geht. Völlig überraschend weiß der Chef der TaxiInnung Herr Döhrendahl mit einem wahrlich wegweisenden Tipp für alle potentiellen Fahrgäste aufzuwarten. „Der Innungschef empfiehlt generell, sich erst zu setzen und dann das Ziel zu nennen.“ Nach den ganzen Streitigkeiten in der Vergangenheit nun endlich mal ein Vorschlag, der nicht nur konstruktiv sondern sogar praktikabel ist.

(Zum Glück werden sich die wenigsten Tagesspiegel-Leser an den Spiegel-Artikel über Berliner Taxen mit dem denkwürdigen Titel "Du sagen - Ich fahren" vor einigen Jahren erinnern!)

Das entschuldigt fast, daß sich der Tagesspiegel hat hinreißen lassen, einen Artikel über das Taxigewerbe in Berlin zu schreiben, ohne nach den Hintergründen zu fragen, was ich an dieser Stelle nachholen möchte. Wer hat von Berliner Seite der Regelung für den Flughafen Schönefeld zugestimmt, die die Berliner Taxifahrer benachteiligt? Wer ist in Berlin für Ausbildung und Prüfung der Taxifahrer mitverantwortlich?

Übrigens hat genau der, der Tipps ala „Erst setzen, dann Fahrziel nennen“ gibt, ab sofort ein eigenes Blatt mit dem Namen „TaxiVorfahrt“ am Start. Es bleibt die Frage: Ist das jetzt wirklich ernst gemeint oder einfach nur schlechter Humor?

Die TaxiNews, die ab sofort weder bei der WBT noch an der Pilotenbude in TXL ausliegt, bekommst du hier:

1. Express TAXI GmbH / Taxi Partner, Oranienburger Str. 56 /Reinickendorf

2. Volkswagen Automobile Berlin-Tegel, Berliner Str. 68 / Reinickendorf

3. FOX Tankstelle, Flughafen Tegel / Reinickendorf

4. king cars GmbH Nord, Friedrich-Olbricht-Damm 66 / Charlottenburg

5. Reifen Köhrich, Beusselstr. 44 n-q / Wedding

6. Taxiunternehmen Michael Pralat, Wilhemshavener Str. 29 / Moabit

7. City-Taxi GmbH, Alt-Moabit 83 / Moabit

8. Taxiflott GmbH, Mierendorfstr. 11 / Charlottenburg

9. Imbiss 104, Wilmersdorfer Str. 104 / Charlottenburg

10 Shell Station, Kaiser-Friedrich-Str. 95 / Charlottenburg

11 Volkswagen Automobile, Franklinstr. 5-7 / Charlottenburg

12 TE Taxiteile Berlin GmbH, Forkenbeckstr. 9-13 / Wilmersdorf

13 RA Just, Nachodstr. 19 / Wilmersdorf

14 TSF Taxi Service, Grunewaldstr. 21 / Schöneberg

15 Auto-Reifen Leidig, Körnerstr. 48b / Steglitz

16 Diesel Taxi Betriebs GmbH, Ebersstr. 60 / Schöneberg

17 Deutsches Technikmuseum, Trebbiner Str. 9 / Kreuzberg

18 Sigma Taxi GmbH, Kreuzbergstr. 44 / Kreuzberg

19 METROPOLIS-Taxi, Großbeerenstr. 21 / Kreuzberg

20 Mercedes Benz, Prinzessinnenstr. 2 / Kreuzberg

21 Senator für Verkehr und Technik, Am Köllnischen Park 3 / Mitte

22 Matatu Taxi, Wrangelstr. 17 / Kreuzberg

23 Volkswagen Automobile, Hasenheide 74 / Neukölln

24 Dino Taxi- & Kfz- Service GmbH, Stralauer Alle 17 d / Friedrichshain

25 Taxi Berlin, Persiusstr. 7 / Friedrichshain

26 TaxiDeutschland, Persiusstr. 7 / Friedrichshain

27 Domek & Habel GmbH, Schnellerstr. 29 / Niederschöneweide

28 Autohaus am Nordring GmbH, Nordring 6 / Marzahn

Text TaxiBerlin

23.06.2010

Am Fensterkreuz

Kastanienallee / Prenzlauer Berg

Gottes Sohn hing bis gestern gemütlich am Kreuz in Gottes Küche. Gott selbst hatte bereits vor dem Hartz-IV-ozid (Superlativ von Genozid, Suizid und Gentrifizierung) an den Ureinwohnern des Prenzlauer Berges den Kiez & Berlin verlassen und die Altbauwohnung in der Kastanienalle Jesus vermacht. Einige behaupteten daraufhin, daß Gott tot wäre, aber in Wahrheit wurde er nur vergessen. Für die meisten von Euch ist das lange her.

Noch vor kurzem behaupteten einige, ER (GOTT) wäre ihnen im Prenzlauer Berg erschienen: Religiöse Irre, die mit ihren Visionen besser zum Arzt müssen. Auch Dichtern, denen jeder Stoff recht ist. Oder einfach nur Prenzl-Berg Wixern, die immer Vater und Sohn verwechseln. Zwar schuf ER (Gott) ihn (Jesus) nach seinem Bilde, ist aber einfach vom Vater durch drei zwanziger Nägel zu unterscheiden. Das ist sogar jedem Fucking Tourist bekannt.

(Der langhaarige Penner mit dem stacheligen Ökokopfschmuck hätte gegen die Räumungsklage Rechtsmittel einlegen können – aber gegen Dummheit kämpften bereits Gottväter vergebens.)

Judas war es nicht, der lebt ja in Hell(ers)Dorf. Ich verrate Euch wies war: Die Zeiten sind gottlos, kein Mieter kann sich mehr ein eigenes Kreuz leisten, brave Schwaben klauen heilige zwanziger Nägel, und so bleibt dem Letzten der Gerechten im Prenzlauer Berg nur noch ein Strick vom Bauhaus (Wenn´s gut werden soll!) - und das Fensterkreuz.

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Vorsicht Verschwörung

Diese Fußballweltmeisterschaft, das ist spätestens jetzt auch dem Letzten klar geworden, wird nur veranstaltet, um Kims Kommunistisches Reich des Bösen zu destabilisieren. Ein ähnlicher Coup ist dem Weltimperialismus bereits vor Jahren mit der Installierung eines polnischen Papstes gelungen. Damals brach kurz darauf ein ganzes Weltreich zusammen. Seither ist das Amt des Papstes allerdings, und wie auch jeder sehen kann, verbraucht.

Die ersten Vermutungen bezüglich eines Schlages gegen den Schurkenstaat wurden bereits vor Tagen geäußert. Sämtliche Darsteller, oder besser Rasenkomiker, spielen nämlich weder erstklassig, was eigentlich zu erwarten gewesen wäre, sondern noch nicht mal zweitklassig. Und das, wo die dritte Klasse, zumindest bei der Deutschen Bahn, schon vor vielen Jahren abgeschafft wurde.

Ein weiteres Indiz dafür, daß bei dieser WM irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht, ist die Tatsache, daß die mit den teuersten Fernsehgeräten als Letzte die Tore zu sehen bekommen. Da haben die in den Hartz Vier Kneipen ihre Raketen lange gezündet und die Runde, die auf den Wirt geht, auch schon ausgesoffen, da bekommt die arme Sau mit dem hochauflösenden Monitor erstmal mit was Sache ist.

Eigentlich ist das aber auch nichts Besonderes. Die, die mit dem richtigen Leben nichts am Hut haben, bekommen vom richtigen Leben schließlich sonst auch nichts mit. Und wie sollten sie nun ausgerechnet von dieser Verschwörung gegen Kim eine Ahnung haben. Spätestens nach der nächsten Niederlage von Nordkorea wird der aber seine Atomraketen oder zumindest ein paar Torpedos zünden!

Gegen wen spielen die Schlitzaugen gleich nochmal als nächstes? Und vor allem: Wann?!

Text TaxiBerlin

21.06.2010

Der Förster, sein Weg und der Tod

Försterweg im Tegeler Forst / Reinickendorf

Heute: Die Katze (Felis silvestris)

Foto & Text TaxiBerlin

19.06.2010

Muschi - Taxi

aus "BERLIN intim" / Kostenloses Leseexemplar

In schwierigen Zeiten kann der Schlüssel in der Spezialisierung liegen. Der Eine macht in Flaschen, ein Anderer in Dosen und der Dritte versucht eben mit Muschis sein Glück - warum denn nicht!

Dabei kann man nicht sagen, das eine sei gut und das andere schlecht. Und auch nicht, daß dieses richtig oder jenes falsch wäre.

Unterm Strich zählt nur der Erfolg. Ich weiß wovon ich rede: für Glasflaschen gibt es acht und für Plastik fünfundzwanzig Cent. Für Gasflaschen kriegt man wohl mehr ...

Aber was kann man mit einem Muschi-Taxi verdienen? Wieviel nehmen für eine Kurierfahrt und was für den Kondomexpress?

Vielleicht rufe ich einfach mal bei Carsten an - die Nummer hab ich ja!

Foto & Text TaxiBerlin

18.06.2010

Vorsicht! Freilaufender Bulle

Musterwarnschild / Irgendwo im Nirgendwo

Bei der letzten Großdemonstration in Berlin noch schmerzlich vermisst: Warnschilder der Berufsgenossenschaft für Demonstrationsteilnehmer.

Foto & Text TaxiBerlin

15.06.2010

"Stiller Protest"

Flughafen Tegel (TXL) / Reinickendorf

Mit einem roten Band an der Antenne protestieren seit Kurzem Berliner Taxifahrer gegen die schlechte Situation des Taxigewerbes allgemein. Im Besonderen richtet sich der Protest auch gegen die bunte Flughafentruppe mit den gelben Westen und deren unklaren Kompetenzen.

Jetzt beteiligen sich auch Taxifahrer an diesem "Stillen Protest", die selbst regelmäßig bei der bunten Flughafentruppe mitarbeiten und mittels gelber Weste ihr sonst karges Taxisalär aufbessern.

Das ist an sich nichts besonderes und auch nicht weiter verwerflich. Zu allen Zeiten gab es Idioten, die jeden Scheiß mitgemacht und gleichzeitig gegen den selben Scheiß protestiert haben.

Heute ist das normal. Mein Problem ist, daß ich ein Mensch von früher bin. Damals nannte man das noch schizophren.

Text TaxiBerlin

14.06.2010

"Scheiß Charlottenburg"

Sagte ich früher immer, wenn mir nach knapp zwei Stunden warten am Flughafen Tegel einer einstieg, der nur mal eben für elfsechzig in die Kaiser Friedrich oder in die Wilmersdorfer Straße wollte. Das war sozusagen der GAU – der Größte Anzunehmende Unfall. (Apropos Unfall: Unbedingt das verunfallte Taxi in der Potsdamer Straße zwischen Lützowstraße und Wintergarten ansehen!) Der SUPERGAU war eine Fahrt, die auf dem Flughafengelände blieb, beispielsweise zum Aiport Hotel oder auch nur zum Saatwinkler Damm, weil der Fahrgast dort sein Auto für lau geparkt hatte. Einige Fahrer sollen bei diesen Fahrten gar nicht die Uhr angemacht haben, sondern einfach pauschal acht oder zehn Euro kassiert haben, um sich dann gleich wieder auf der Taxinachrücke hinten anzustellen. Das blieb denen erspart, die solche Fahrten von vornherein ablehnten, was durch die sogenannte Qualitätsoffensive verhindert werden sollte. In der Praxis sieht es aber so aus, daß die bunte Servicetruppe mit den gelben Westen, die personifizierte Legitimation zur umfassenden Fahrgastabzocke, bei kurzen Fahrten die Fahrgäste selbst in ankommende Taxen verfrachtet. Das nenne dich doch mal offensiven Service – nicht verwechseln mit „Serviceoffensive“, was ja bekanntermaßen Abzocke ist. So eine kurze Strecke, was nicht das Selbe ist wie Kurzstrecke, war zwar ärgerlich, aber wenn man’s genau nimmt immer noch effektiver als für elfsechzig, die man sich auch noch mit seinem Chef teilen musste, nach Charlottenburg zu fahren. In dem Fall sieht der Chef zwar in die Röhre, aber das ist eben sein Berufsrisiko. Genauso wie es mein Berufsrisiko war, daß es nach zwei Stunden warten nur nach Charlottenburg ging. So gesehen ist der Ausspruch „Scheiß Charlottenburg“ nicht nur berechtigt, sondern sogar der eigentliche SUPERGAU. (Ein bisschen Abstand vom Job kann einem die Augen öffnen!)

PS: Was passiert eigentlich in Hamburg, Frankfurt oder München, wenn der Fahrgast am Flughafen nur mal kurz um die Ecke will, weil dort vielleicht sein Auto steht?

Text TaxiBerlin

12.06.2010

Taxi Wannsee

Am Großen Wannsee / Zehlendorf

Da die Qualitätsoffensive am Flughafen Tegel gescheitert ist, hat nun eine andere Idee zur verbesserten Kundenbetreuung vom Wannsee aus seinen Siegeszug begonnen. Die Rede ist von Schirmmützen mit der Aufschrift des Teils von Berlin, wo der Taxifahrer sich auch wirklich auskennt. So weiß der Kunde von vornherein woran er ist. Es sollen auch schon Mützen mit der Aufschrift Ostbahnhof gesichtet worden sein. Nun wird vielleicht auch dem Letzten klar, warum TaxiBerlin immer noch TaxiBerlin heißt - auch wenn er jetzt Flaschen sammelt.

Foto & Text TaxiBerlin

11.06.2010

Berlin - Alles war möglich oder Grillen verboten (Nachtrag)

Flatowallee / Charlottenburg

Der Betonklotz mit der roten Aufschrift „Berlin – Alles ist möglich“, den es auf dem Bürgersteig der Frankfurter Allee kurz vor der Proskauer Straße zu bestaunen gab, ist weg. Dabei hatte der Spruch aus der Nachwendezeit gerade wieder an Aktualität gewonnen. Bestätigt das Grillverbot im Tiergarten, daß am Montag beginnt und für die gesamte Dauer der Fußballweltmeisterschaft gilt, nicht, daß in Berlin eben doch alles möglich ist?! Für mich stellt sich allerdings noch eine Frage: Was passiert nun eigentlich mit den ganzen Grillanzündern?

Foto & Text TaxiBerlin

10.06.2010

"Schwach wie Flasche leer!"

Irgendwo in Berlin

… war gestern! Heute wirbt man mit: „Pizza groß wie Matratze!“ Die Frage ist nur: Wo?

Foto & Text TaxiBerlin

07.06.2010

Sex Dating Berlin

Offensichtlich haben einige in unserer Stadt Probleme an Sex zu kommen. Neuerdings wird sogar versucht mittels Plakaten etwas klarzumachen.

Mein Tipp: Das Geld direkt ins Bordell tragen und den Umweg mit dem Plakat sparen.

(Gehe nicht über Los! Mache keine Plakate! Gehe direkt in einen Puff!)

Knaackstraße / Prenzlauer Berg

Fotos & Text TaxiBerlin

Grillen verboten

Rudower Chausee / Adlershof

Ausgerechnet die BZ, die es nirgendwo gratis gibt, berichtet in ihrer Onlineausgabe darüber. Das Grillen im Tiergarten bleibt einen Monat lang verboten. Als Grund wird die Fanmeile auf der Straße des 17.Juni und damit verbundene "Sicherheitsbedenken" genannt.

Als Taxifahrer wäre mir das egal gewesen. Da hatte ich keine Zeit zum Grillen, weil gar nicht aus der Taxe rausgekommen bin. Aber für mich als Flaschensammler ist das ganz schlimm.

Die "Sicherheitsbedenken" der Veranstalter bestehen meiner Meinung nach nur darin, daß sie auf iher beknackten Fanmeile nicht genug von ihrem eigenen Mist verkaufen könnten, wenn es nur ein paar Meter weiter alles umsonst gibt.

Wieso gibt es eigentlich ständig irgendeine Fanmeile im Tiergarten? Am Wochenende gab es erst eine Umweltfanmeile! Reicht das nicht?! Warum jetzt gleich wieder eine wegen der Fußballweltmeisterschaft? Die ist doch diesmal gar nicht in Deutschland!

Das haben wir diesen BerlinMittePissern und PrenzlBergWichsern zu verdanken, die den Leuten vorschreiben wollen, wann und wo sie zu grillen haben! Die haben doch einen Sockenschuss!

Ich hasse dieses neue Berlin, wo der Tiergarten nicht mehr zum Stadtbezirk Tiergarten gehört, sondern zu einer neu geschaffenen Mitte. Jetzt können alle sehen, was diese Bezirksreform uns bringt.

Ich meine, wenn sie die Gewinne aus ihrer Fanmeile in akzeptabler Form und ausreichender Höhe unters Volk bringen würden, ich würde ohne zu murren im Treptower Park grillen. Ist für mich sowieso näher. Aber so?!

Also Leute, ich sage euch, sollte ich es während der Grillverbotsphase bis in den Tiergarten schaffen, und sollte ich mir Grillzeug leisten können, dann grille ich dort auch. Trotz Grillverbot - ist doch klar!

Denn für mich gilt: Ich habe nichts zu verlieren außer mein Grillzeug! (Eventuell noch etwas Leergut - aber das zählt nicht!)

Foto & Text TaxiBerlin

06.06.2010

Am Grunertunnel wird gelasert

Vor einigen Tagen hatte ich noch darüber berichtet, daß mich an einem sonnigen Sonntagnachmittag, ähnlich dem heutigen, die Polizei am Gruntertunnel am Alex herausgewunken hat, und Kollege S, obwohl sogar noch schneller als ich, durch einen "dummen Zufall" seinen Taxischein behalten durfte.

Heute ist es mal wieder soweit. Es ist Sonntag. Die Sonne scheint. Und am Grunertunnel wird mal wieder gelasert. Sogar in beiden Richtungen. Zumindest sagt das Radio das.

Mir ist das egal. Ich bin ja weg von der Droge Taxifahren. Bin somit weg von der Straße, und auch von irgendwelchen Tunneln.

Mich würde allerdings doch interessieren, ob wirklich in beide Richtungen gelasert wird. Kann bitte mal einer vorbeifahren und nachschauen?!

Text TaxiBerlin

Taxifahrer läuft Amok

Das war die eigentliche Nachricht der vergangenen Woche. Genau genommen ist es am Mittwoch geschehen, und zwar im landschaftlich sehr schönen Nordengland. Ausnahmsweise weiß ich mal wovon ich rede, denn ich bin selbst schon einmal dort gewesen. Den genauen Hergang ließt du am besten hier in der Süddeutschen.

Die Geschichte ist offensichtlich wegen Köhlers Rücktritt und dem israelischen Überfall auf ein Hilfskonvoi untergegangen. Und das, obwohl es bei dem Amoklauf mehr Tote gab als beim Überfall, nämlich 12.

Bin ich froh, daß ich mich gerade noch rechtzeitig gegen das Taxifahren und fürs Flaschen sammeln entschieden habe. Ich meine, so ein Amoklauf eines Taxifahrers kann doch überall passieren. Auch in landschaftlich weniger ansprechenden Orten - beispielsweise in Berlin.

Bevor ich es vergesse: Die Süddeutsche Zeitung gibt es in Berlin gratis. Und zwar beim Russen! Wo genau und bei welchen Russen, verrate ich allerdings nicht.

Text TaxiBerlin

05.06.2010

Berlin - alles ist möglich (Stand: 05.06.2010)

Frankfurter Allee / Friedrichshain

Dieses Motiv, von mir bereits im März auf dem Bürgersteig der Frankfurter Allee kurz vor der Proskauer Straße fotografiert und an dieser Stelle veröffentlicht, hat es mittlerweile nicht nur in die aktuelle Ausgabe (12/2010) des kostenlosen Stadtmagazin [030] (Seite 6) geschafft, sondern kann nun auch auf dem Mauerparkflohmarkt käuflich erworben werden.

Manch einer wird jetzt sagen: "Siehste, in Berlin ist eben immer noch alles möglich!"

Ich aber sage euch: "Glaubt, was ihr wollt!"

Denn der Weise vom Berg sagt:

"Greif keinen Irrglauben an!"

Foto & Text TaxiBerlin

Meine ersten Flaschen

Traveplatz / Friedrichshain

Zugegeben, das sind jetzt keine Pfandflaschen. Aber dafür sehen sie gut aus und, was das wichtigste ist, schmecken sogar noch besser wie sie aussehen. Einen großen Vorteil gegenüber dem Taxifahren hatte ich noch gar nicht erwähnt: Man kann schon bei der Arbeit etwas trinken.

Prost!

Flaschen, Foto & Text TaxiBerlin

04.06.2010

Ich bin dann mal Flaschen sammeln

Greifswalder Straße / Prenzlauer Berg, Fahrradkurier Micha

Das ist jetzt kein Arbeitstitel für ein Buch von mir. Das Bücher schreiben überlasse ich bekanntlich anderen. Nein, „Ich bin dann mal Flaschen sammeln“ ist der Name meines neuesten Berufsprojektes. Doch eins nach dem anderen.

Erst einmal habe ich das Buch von Hape Kerkeling mit dem ähnlich klingenden Titel gelesen. Einerseits, um zu wissen, worum es bei ihm geht, andererseits, um sicher zu sein, daß wir uns weder inhaltlich noch formell in die Quere kommen.

Beides kann ich nach der Lektüre ausschließen. Kollege Kerkeling, immerhin hat er sich schon einmal als rülpsender Taxifahrer in Köln versucht, hat offensichtlich zuviel Zeit, die er durch Nordspanien pilgernd totzuschlagen versucht, um sich dies im Anschluss durch ein Selbsterfahrungsbericht in Form eines Buches zu versilbern.

(Wer plant ein Buch über Wege und Straßen zu schreiben, ist bei Kollege Kerkeling allerdings goldrichtig. In diesem Fall ist sein Buch sogar ein Muss!)

Bei mir ist das anders. Ich habe nicht zuviel Zeit, sondern zu wenig Geld. Das Buch von Kollege Kerkeling konnte ich mir aus genau diesem Grund erst jetzt, viele Jahre nach seinem Erscheinen, leisten, und daß auch nur vom Flohmarkt.

Die größte Überraschung des Buches für mich war, daß Hape Kerkeling nach eigenen Angaben homosexuell ist. Das wusste ich noch gar nicht. Ihr, die ihr das Buch bereits vor Jahren gelesen habt, wisst das natürlich. So etwas nennt man wohl materiell bedingter Wissensvorteil.

Wie dem auch sei, mich beschäftigt nach der Lektüre des Buches vor allem eine Frage: Seit wann ist Kollege Kerkeling eigentlich schwul? Seitdem er nicht mehr komisch ist? Vermutlich. Also schon ziemlich lange!

Wer meinen Blog regelmäßig liest, der weiß, daß ich mich immer wieder ernsthaft mit der Schwulenproblematik auseinandersetze, weil ich auch im Taxi des Öfteren damit konfrontiert werde, oder genauer gesagt: konfrontiert wurde. Doch dazu gleich. Erst einmal möchte ich ein paar Zeilen aus Kollegen Kerkelings Buch zitieren, die sich auch mit meinen Beobachtungen decken:

„Danach war Anne mit zwei Gays aus London gemeinsam unterwegs. Das sei zwar sehr witzig gewesen, aber die beiden seien ständig auf der Suche nach Sex gewesen und das sei ihr gehörig auf den Keks gegangen und sie sei mehr als froh gewesen, als die beiden sich endlich dazu entschlossen hätten, den Camino aus Sexmangel abzubrechen und nach Madrid ‚for some sex‘ zu fliegen.“ (S.248)

Soviel zu Kollegen Kerkelings Pilgerbekanntschaft Anne aus Liverpool, die offensichtlich, obwohl eine Frau, ziemlich genervt war von zwei mitpilgernden Gays. Ausgerechnet die hätte ich beim Pilgern nun gar vermutet. Aber offensichtlich gehen sie anderen Leuten gerne überall und immer auf den Sack, und eben nicht nur im Taxi. Hape Kerkelings Buch ist letztendlich auch nur ein weiterer Beweis meiner These.

Ansonsten kann man das Buch vom Kollegen Kerkeling am besten folgendermaßen zusammenfassen: Hape, übrigens die Abkürzung für Hans Peter, verschmäht regelmäßig die kostenlosen Pilgerherbergen und steigt dafür lieber in noblen Pensionen oder Hotels ab. Anfangs noch alleine, später komischerweise nur noch in Damenbegleitung. Morgens, also vorm pilgern, und wenn er denn mal nicht mit Bus, Bahn oder per Anhalter fährt, trinkt er mindestens fünf Milchkaffee. Abends geht er nur selten vor der zweiten Flasche Wein ins Bett. Die ganze Pilgerei ist bei ihm reine Nebensache.

Der ein oder andere hört jetzt vielleicht Unverständnis oder gar Neid aus meinen Zeilen heraus. Ich kann euch beruhigen, weder das eine noch das andere ist der Fall. Ich würde es im Prinzip genauso machen wie Hape, wenn ich denn die Kohle dazu hätte. Allerdings würde ich mich die komplette Pilgerstrecke mit dem Taxi fahren lassen und abends, genauso wie Hape übrigens, auch schon mal ein Dreibettzimmer mit zwei Weibern klarmachen. Ich würde auch nie mit Typen, sondern immer nur mit Frauen, aufs Zimmer gehen. Allerdings dürften die auch gerne etwas jünger sein als bei Kollege Kerkeling – aber das nur nebenbei.

Nun zu meinem Berufsprojekt. Wie ich bereits erwähnte, wird das Taxigeschäft von Tag zu Tag schlechter. Genau genommen ist jetzt der Punkt erreicht, wo ich kein Taxifahrer sondern nur noch ein EinEuroJobber bin. Da ich aber kein Bock habe, was eine Alternative wäre, auf irgendwelchen Ämtern rumzuhocken, um alle möglichen und unmöglichen Unterstützungen abzugrabbeln, habe ich mich für eine berufliche Neuorientierung entschieden. Mein erster Gedanke war Fahrradkurier, aber da würde ich nur Kollege Micha in die Quere kommen, der schon vor Jahren beim Taxifahren ausgestiegen ist.

So bleibt mir nur noch das Flaschen sammeln. Und das meine ich jetzt zu einhundert Prozent ernst! Der Vorteil beim Flaschen sammeln ist, daß man zwar immer an der frischen Luft ist, aber nicht zwangsläufig wie der Fahrradkurier seinen Kiez verlassen muss. Der Weg von und zur Arbeit wäre im Allgemeinen sehr kurz. Außerdem kann ich jederzeit arbeiten, ähnlich wie beim Taxifahren. Das wichtigste ist aber, daß es für den Rücken viel besser ist als Taxi fahren, das Flaschen sammeln. Diesbezüglich habe ich bereits vor geraumer Zeit meinen Orthopäden konsultiert, der mir auch schon grünes Licht gegeben hat.

Ich warte jetzt eigentlich nur noch auf die Zusage von zwei drei Sponsoren, für ich bei meiner neuen Tätigkeit Werbung machen möchte, und dann kann es sofort losgehen. Das habe ich noch beim Taxifahren gelernt: Wenn schon in der Öffentlichkeit, dann aber richtig.

Auf die Idee mit dem Flaschen sammeln bin ich natürlich, wie sollte es anders sein, durchs Taxifahren gekommen. Dort sehe ich nämlich immer eine ganze Menge Flaschen, und das nicht nur in meiner Taxe. Leider lässt sich das Flaschen sammeln nicht sinnvoll mit dem Taxifahren verbinden. Wenn ich Fahrgäste, egal ob Flasche oder nicht, an Bord habe, geht gar nix. Habe ich eine Vorbestellung, stehe ich unter Zeitdruck. Mancherorts kann ich gar nicht anhalten. Andernorts behindere ich nachfolgende Fahrzeuge. Und außerdem ist das Aufnahmevermögen von leeren Flaschen in einem Taxi doch sehr begrenzt. An die zwangsläufig eintretende Verunreinigung des Wagens will ich gar nicht denken.

Das Dosen-, und natürlich auch das Flaschenpfand, ist, und das dar trotz aller Eile nicht vergessen werden, die einzige soziale Errungenschaft von Rot-Grün, die bis heute Bestand hat. Eingeführt übrigens vom damaligen grünen Umweltminister Trittin, um den von seiner Regierung organisierten Kahlschlag, auch Hartz Vier genannt, zumindest etwas abzufedern. Von Anfang an ein voller Erfolg!

Bleibt nur noch die Frage, was passiert, wenn es zufällig zu einem Zusammentreffen von meinem komischen Hobbyflaschensammler und mir vor einer liegengeblieben Flasche kommt, womöglich sogar im Dunkeln. Das ist durchaus vorstellbar. Von diesen Hobbysammlern, die entweder zuviel Zeit oder zuwenig Sozialkontakte, oder aber beides haben, gibt es jede Menge. Neuerdings sollen sogar schon Beamte sammeln gehen, habe ich mir sagen lassen.

Ich meine, gut, auch angesichts der anstehenden Fußballweltmeisterschaft würde ich davon ausgehen, daß das alles Sportsmänner sind, und da gilt bekanntlich die Devise: Möge der bessere gewinnen. Aber wie ich bereits andeutete: Für mich ist das kein Sport, für mich bedeuten Flaschen überleben!

Am besten lasse ich mich überraschen. Vielleicht sind ja auch Frauen dabei!? Und zur Not habe ich meine stabile Taschenlampe mit dem langen Metallgriff …

(Wer das Buch von Hape gerne mal lesen möchte, einfach bei mir melden. Ich kann’s eh nicht mehr gebrauchen.)

Macht’s gut - War schön mit Euch!

Euer TaxiBerlin

03.06.2010

Was von der Qualitätsoffensive bleibt

Gestern wurde es entschieden, von einem Gericht natürlich. Von wem sonst. Will ein Berliner Taxifahrer am Flughafen Tegel Fahrgäste aufnehmen, muss er nicht zwingend Kredit- oder EC-Karten akzeptieren. Das war allerdings wichtiger Bestandteil der Qualitätsoffensive, für die der Fahrgast ab ersten Januar mit fünfzig Cent für jede Fahrt ab Tegel zur Kasse gebeten wird.

Mir stellt sich die Frage, was denn nun überhaupt noch übrig bleibt von der Qualitätsoffensive?! Bargeldlose, sogenannte Couponfahrten? Nein! Englischkenntnisse? Nein! Ich meine, bei manch einem Kollegen wäre man schon froh, wenn er wenigstens Deutsch halbwegs beherrschen würde. Und jetzt auch noch das AUS für das Kartenlesegerät. Obwohl das eigentlich der Punkt ist, der auch von den meisten Fluggästen kritisiert wird. Und zwar, daß man nur in wenigen Berliner Taxen mit Karte bezahlen kann.

Geblieben von der sogenannten Qualitätsoffensive ist offensichtlich nur die bunte Flughafentruppe der EinEuroJobber mit den gelben Westen, deren Kompetenzen weder mir noch ihnen selbst wirklich klar sind. Angesichts dieser nicht gerade erfreulichen Bestandsaufnahme, frage ich mich, ob es sich bei der Flughafengebühr nicht um Wegelagerei handelt, die ich in dieser Form bisher nur vom Balkan kannte.

Dort bekamen viele Leute auch schicke Kostüme, und ihnen wurde gesagt, daß sie ab sofort Chef sind, in Regel von einem Parking oder manchmal auch nur von einem Pisshaus. Im Gegensatz zu ihren deutschen Kollegen, bekommen sie zwar nur ein Euro pro Tag, wenn überhaupt, dafür sind ihre Kompetenzen aber klar geregelt. Der potentielle Autodieb bekommt ein paar aufs Maul, und der Pisser, der nicht zahlen will, etwas auf die Eier. Außerdem sind die Kostüme auf dem Balkan viel schicker – sind eben richtige Kostüme und nicht nur solche blöden gelben Westen.

Von der Qualitätsoffensive am Flughafen Tegel bleibt, soweit ich das beurteilen kann, neben den EinEuroJobbern, nur die Gebühr, die der Bürger, Flug- oder Fahrgast zahlen muss. Diese bleibt auch weiterhin bestehen, darauf hat das Gericht gestern auch noch einmal ausdrücklich hingewiesen. Mir erschließt sich nicht: Warum? Wofür bezahlen, wenn die Leistung gar nicht erbracht wird.

Das immer wieder vorgebrachte Argument, daß ich mit meinem Taxi dort ja parken würde, ist doch vollkommen lächerlich. Ich will dort nämlich gar nicht parken. Ich will einfach nur meinen Job machen: Fahrgäste aufnehmen und damit den Flughafen letztendlich entlasten. Denn die wollen nämlich auch nicht zum Flughafen, sondern entweder nach Hause, ins Hotel oder einfach nur weiter – Hauptsache weg!

Wenn die Taxiverbände clever gewesen wären, sie hätten schon längst Land von der Stadt außerhalb des privaten Flughafengeländes beantragen können, um dort Taxen halten zu lassen. Zur Not hätte man Tegel einfach mal eine Woche blockieren können. Spätestens am zweiten Tag hätte irgendjemand bei den Taxiverbänden angerufen und auf Knien darum gebeten, daß Tegel zwecks Fahrgastaufnahme wieder angefahren wird. Die Mär von einem flughafeneigenen Shuttleservice als Taxiersatz hätte niemals funktioniert – schon gar nicht zu Taxipreisen!

Doch was nun tun mit dem ganzen Geld, was die Flughafengesellschaft, eingetrieben durch uns Taxifahrer, anhäuft? Ich habe da ein paar Ideen. Erst einmal sollte man Deutschkurse anbieten. Außerdem sollten Wissenslücken bezüglich Recht und Gesetz im Taxigewerbe geschlossen werden. Kurz und knapp ließe sich alles zusammenfassen mit: Bildet Lerngruppen!

Übrigens: Warum kauft die Flughafengesellschaft nicht selbst Kartenlesegeräte und leiht diese den Taxifahrern?

Text TaxiBerlin