01.07.2020

Gulag für Gast-Arbeiter aus Deutsches-Land



Da Urlaub im Ausland dieses Jahr ausfällt, und viele sich das Inland nicht leisten können, bleibt den meisten nichts anderes übrig, als zu Hause zu bleiben. Das muss nicht sein! Wozu gibt es Meinen Kleinen Gulag, den ich neulich erst in Gulag-Ressort umbenannt habe?! Da mein Gulag-Ressort Corona-frei ist, gehen die Gutscheine für ihn weg wie geschnitten Brot. Um genau zu sein, ist es so, dass ich mir die Leute aussuchen kann, die bei mir einziehen. Ich will mich nicht beklagen, aber es ist wirklich schwer geworden, die richtigen Leute für einen Gulag zu finden. Angefangen damit, dass viele gar mehr nicht wissen, was ein Gulag ist. Wer nicht weiß, was ein Gulag ist, hat bei mir keine Chance. Ich bin sonst ein sehr liberaler, wenn nicht gar libertärer Gulag-Manager, aber irgendwo ist auch bei mir eine Grenze oder wegen mir auch Ober-Grenze. Das mag sich auf den ersten Blick arrogant anhören, aber das bin ich gar nicht, denn ich meine es nur gut, und irgendwo muss ich auch einen Ausgleich zum Taxifahren haben.

Beim Taxifahren, wer schon mal Taxi gefahren ist, weiß das, ist es so, dass der Taxifahrer immer dahin fahren muss, wo der Fahrgast hin will. Die vielleicht größte Gemeinheit beim Taxifahren, insbesondere wenn man bedenkt, dass der erfahrene Taxifahrer oftmals besser weiß, wo der Fahrgast eigentlich hingehört. Dass ich festlege, wer in Meinen Kleinen Gulag, den ich wie gesagt neulich in Gulag-Ressort umbenannt habe, einziehen darf und wer nicht, ist aber keine Rache für diese große Gemeinheit beim Taxifahren, wie du jetzt eventuell denkst, sondern an erster Stelle Teil des Bildungsauftrages, wie die gesamte Gulag-Idee ein einziger großer Bildungsauftrag ist. Man kann zwar das Gute nicht erzwingen, man muss sich aber auch nicht jede Dummheit gefallen lassen. Deswegen ist die Vorauswahl so wichtig. Bist du erst mal in den Gulag eingezogen, kannst du dort machen, was du willst.

In Meinem Kleinen Gulag, der jetzt Gulag-Ressort heißt, halte ich es genauso wie in meinem Taxi und gehe sogar noch einen Schritt weiter. Durftest du bei mir im Taxi bereits alles sagen, sogar die Wahrheit, darfst du bei mir im Taxi darüber hinaus alles machen. Um genau zu sein, kommst du an einen Ort, wo du allen deine Macken mal so richtig freien Lauf lassen kannst. Das kleine Land auf dem Balkan am Rande unseres schönen Kontinents, wo sich Mein Kleiner Gulag befindet, der jetzt Gulag-Ressort heißt, ist nämlich auch als „Land der Freaks“ bekannt, wo jeder von hause aus macht, was er will, und auch du aus deiner kleinen Lebens-Box mal für einen Moment rauskommen kannst, das auch noch völlig ungestraft. Das ist jetzt keine Übertreibung, das ist die Wahrheit, und das Taxi ist der Ort, wo ich gelernt habe, damit umzugehen.

Es stimmt wirklich: In meinem Gulag macht jeder, was er will, oder was er eben am besten kann. Mein Kleiner Gulag, der jetzt Gulag-Ressort heißt, ist also eher eine kleine Kommune, wo ich als aufgeklärter Diktator niemandem etwas vorschreibe. Allerdings hole ich dich auch nirgendwo ab, und ich bringe dich auch nicht da hin, wo du gerne hingebracht werden möchtest. Das ist der Unterschied zum Taxi, das wie gesagt meine Schule war. Der Gulag ist dagegen das richtige Leben und wahrscheinlich das, was uns allen demnächst bevorsteht. Fast bin ich geneigt zu sagen: Der Gulag ist das Kommende, aber ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Nimm die Idee mit dem Gulag einfach als Alternative zum Urlaub zu Hause, wo du schon viel zu lange rumhängst. Der Gulag ist aber nicht nur eine Alternative zum Urlaub zu hause und eine Möglichkeit, dich auf das Kommende vorzubereiten, sondern der Gulag ist an erster Stelle die Chance auf einen anderes Leben. Wie lange willst du, um nur ein Beispiel zu machen, noch mit diesem Maulkorb, der dich angeblich schützen soll, dir aber nur das Aussprechen von unbequemen Wahrheiten verbietet, herumlaufen? Im Gulag brauchst du jedenfalls keine Maske, und nicht nur, weil die Luft frisch und sauber ist!

Falls du nun neugierig geworden bist auf Meinen Kleinen Gulag, der seit einiger Zeit Gulag-Ressort heißt, hier noch einmal mein aktuelles Angebot: Sechs Stunden selbstbestimmte Arbeit am Tag an frischer und vor allem sauberer Luft bei von „Pflanzenschutzmitteln“ verschonter Kost und einfacher Unterkunft. Hinzu kommt der einmalige Ausblick auf die echten Twin Peaks des Balkans (nicht dieser San Francisco Fake!) ohne unnötige Ablenkung durch Internet und Smartphone. Überleg es dir, aber überleg nicht zu lange! Bei Interesse ruf mich bitte nicht an, sondern schreib mir eine e-mail. Mein Bürgermeister gibt mir Bescheid, wenn Post in meiner Mailbox ist. Mein Bürgermeister weiß alles, auch über Meinen Kleinen Gulag, der jetzt wie gesagt Gulag-Ressort heißt. Es ist also alles in Ordnung mit ihm, falls du Bedenken haben solltest. Immerhin ist es Europa (du bist doch auch Europäer, oder?) wenn auch sehr am Rande. Um genau zu sein, ist es so, dass mein Bürgermeister und mit ihm alle im Dorf verbliebenen Seelen sich über jedes neue Gesicht freuen, denn die Gesichter werden hier immer rarer. Leider, oder vielleicht soll ich besser zum Glück sagen, sind die meisten Seelen hier so alt und vor allem so arm, dass nicht auch sie sich noch auf den Weg ins Gelobte Deutsche Land machen können, da nutzen auch keine offenen Grenzen und schon gar keine Europäische „Gemeinschaft“.

Dass das auch so bleibt, dafür kannst du was Gutes tun auch im Sinne von Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer man Tut es!“, und dich als Gastarbeiter für Meinen Kleinen Gulag bewerben, der jetzt wie gesagt Gulag-Ressort heißt. Das offizielle Label lautet: „Gulag-Ressort für Gast-Arbeiter aus Deutsches-Land!“ - Bevor ich es vergesse: Mein Bürgermeister hat auch ein Kneipchen, das von allen liebevoll nur „Bartsheto“, also „Das Barchen“ genannt wird, wo du alle noch im Örtchen verbliebenen Seelen kennenlernen und dich bei jeder einzelnen persönlich bedanken kannst. Für die meisten meiner Besucher war der Besuch in des Bürgermeisters „Bartsheto“ ein, wenn nicht gar DER Höhepunkt vom Gulag-Ressort, das früher einmal Mein Kleiner Gulag hieß.

Text TaxiBerlin

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