06.07.2020

Der Coronismus


Corona wirkt

Der Coronismus, also die Zeit, in der wir leben, löst den Krieg gegen Terror ab. Beide zeichnet aus, dass es kein eigentliches Ziel gibt, sondern nur einen Gegner, den es zu bekämpfen gilt. Wohl dem, der einen Feind hat, denn sein Leben hat Struktur, selbst wenn der Feind nur eingebildet ist oder eingeredet wird. Der Glauben macht nicht nur selig, sonst würde er nicht geglaubt werden, sondern verspricht darüber hinaus meist irgendein Paradies, zumindest war das bisher so. Selbst der Real Existierende Sozialismus hatte das Kommunistische Paradies als Ziel. Dieses Ziel fehlt dem Coronismus. Darüber hinaus war der Sozialismus ganz offiziell eine Diktatur, und zwar die Diktatur des Proletariats. Der Coronismus ist auch eine Diktatur, und zwar eine Corona-Diktatur, allerdings nur inoffiziell. Die Corona-Diktatur lässt sich am ehesten mit einem permanenten Ausnahmezustand vergleichen. Das ist jetzt auch nicht wirklich neu. Der Chinese (immer wieder der Chinese!) nannte seinen Ausnahmezustand damals beispielsweise und wiederum ganz offiziell Permanente Revolution. Die Coronisten sagen, es gäbe kein zurück zur Normalität. Auch das gab es schon mal und zwar in der DDR, dort hieß es: Vorwärts immer – Rückwärts nimmer! Die Coronisten sprechen von einer neuen Normalität, die es geben wird, wobei bis heute niemand genau sagen kann, wie diese aussehen soll. Irgendetwas soll sich verändern, vor allem in Sachen Konsum. Und in der Tat lassen sich bei einigen bereits Veränderungen im Konsumverhalten feststellen, und zwar in der Form, dass sie den Euro zweimal umdrehen, bevor sie ihn ausgeben, woran auch die aktuelle Senkung der Mehrwertsteuer nichts ändern wird. Denn der Konsumverzicht ist schlichtweg der fortschreitenden Verarmung breiter Massen der Bevölkerung geschuldet, die schon vor langer Zeit begann und welche aktuell durch Corona nur noch einmal beschleunigt wird – nichts anderes. Corona ist nur ein willkommener Grund, die wahren Ursachen der massenhaften Verarmung zu verschleiern. Würde es Corona nicht geben, man hätte es erfinden müssen. Die meisten machen beim Konsumieren weiter wie gehabt, nur dass sie jetzt dabei eine Maske tragen, in der Hoffnung, dass man sie bei ihrem neuen/alten Treiben nicht erkennt. Es ist ein bisschen wie Karneval in Venedig, nur dass da der Spuk nach ein paar Tagen vorbei ist. Die Corona-Maskerade ist zum Dauerzustand geworden, obwohl eine Maske gegen Corona nicht hilft, da man gegen einen Virus bekanntermaßen nichts machen kann. (Was man tun kann und auch sollte, kommt bei der ganzen Panikmache, das ist keine Überraschung, leider immer viel zu kurz. Man kann seine Abwehrkräfte stärken, sich ab und zu mal die Hände waschen, seinen gesunden Menschenverstand benutzen und sich bestmöglich und umfassend informieren, also nicht nur wie üblich bei Öffentlich/Rechtlich, Spiegel, Süddeutsche, Zeit & Co, denn nur der nichts weiß, muss alles glauben.) Mit Corona ist es ein klein wenig wie mit den Terroristen. Gegen die kann man angeblich auch nichts tun. Gut, dem ein oder anderen schickt man eine Drohne. Das ist praktisch: kein Prozess, kein Urteil – der Mann, der am Joystick das tödliche Fluggerät steuerte, bekommt eine Prämie, einen höheren Dienstgrad und/oder einen Tag Sonderurlaub. Er hat nur seine Pflicht getan. Einem wirklichen Terroristen, wie beispielsweise Bin Laden, wurde nie ein Prozess gemacht. Das wird sich mit Corona nicht ändern. Der Unterschied zwischen Bin Laden und Corona ist, dass Corona noch niemand gesehen hat, und schon gar kein totes Corona. Dagegen waren Terroristen noch richtig Old School, denn die konnte man sehen, lebendig oder tot. Setzt man den Terrorismus und den Coronismus in den Kontext der jüngere Menschheitsgeschichte, dann kann man sagen, dass der Kampf gegen den Terror der Aufbau des Sozialismus war, und der Coronismus mit seiner Neuen Normalität der Kommunismus mit seinem Neuen Menschen ist, nur ohne irgendein Paradiesversprechen.


Foto&Text TaxiBerlin

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