17.05.2020

Stalinismus? - Nein Danke!


Gestern Nachmittag auf dem Alexanderplatz

Anders als bei der Frage, was zuerst da war, das Huhn oder das Ei, ist dies bei den Samstags-Demos klar: Zuerst war die Hygiene-Demo da, und erst danach die Gegen-Demos der "Linken" und jetzt auch der "Antifa". Dass letztere die Hygiene-Demo, also die, die zuerst da war, gestern als die "Gegen-Demo" bezeichneten, hätte, wäre die Lage nicht so ernst, leicht als eine Szene aus einem Film von Monty Python (der ein oder andere erinnert sich: Volksfront von Judäa vs. Judäische Volksfront) durchgehen können. Da ich nicht Monty Python sondern Taxifahrer bin, fasse ich "Linke" und "Antifa" in "Linke" zusammen, und da musste ich beobachten, dass die "Linken" selbst in der Regel keine Agenda haben. "Linke" wissen momentan meist nur, wogegen sie sind. Ihre Gegner, die sie bekämpfen müssen (Wohl dem, der keinen Gegner braucht, und der nicht immerzu in den Krieg ziehen muss!), sind "Verschwörungstheoretiker", "Spinner", "Wirrköpfe" und "Aluhüte". Apropos "Aluhüte": Wer noch nie einen "Aluhut" mit eigenen Augen gesehen hat, sollte unbedingt zu einer Hygiene-Demo gehen, alleine deswegen lohnt sich das Kommen, denn dort gibt es den ein oder anderen Teilnehmer, der einen solchen auf hat. Es gibt sie also wirklich, die "Aluhüte"! - Nicht zu vergessen natürlich die "Nazis", der vielleicht wichtigste Gegner der "Linken". Wer ein "Nazi" und darüber hinaus ein "Verschwörungstheoretiker", ein "Spinner", ein "Wirrkopf" oder "Aluhut" ist, das bestimmen "Linke" praktischerweise gleich selbst. Es gibt aber auch Ausnahmen bei den "Linken", wie zum Beispiel obiger Vertreter (Foto), der eine eigene Agende hat. Erst einmal ist aber auch er gegen etwas, und zwar gegen die "Querfront" (War "Quer" zu sein nicht bis eben noch ganz toll und total super?); darüber hinaus gibt er aber auch noch vor zu wissen, wofür er steht: "Rotfront statt Querfront". Über die "Querfront" könnte man sich jetzt wie gesagt streiten, wozu aber keine Zeit ist, und man redet sowieso lieber übereinander statt miteinander. Die "Rotfront" ist immerhin einmal klar, zumindest für den, der sich auch nur ein klein wenig mit unserer Geschichte auskennt. Denn "Rotfront" war der Gruß des Rotfrontkämpferbundes. Der Grüßende musste dabei seinen rechten Unterarm ruckartig, also zackig, bis auf Kopfhöhe anheben und mit seiner Hand eine geballte Faust formen, deren Handrücken vom Betrachter abgewandt, sprich nach hinten gerichtet, war. Der Rotfrontkämpferbund war ein paramilitärischer Kampfverband der Kommunistischen Partei Deutschlands in der Weimarer Republik. In der Tradition der Rotfrontkämpfer standen nach dem Zweiten Weltkrieg die Kampfgruppen der DDR, auch Kampfgruppen der Arbeiterklasse oder Betriebskampfgruppen genannt, die unter anderem beim Mauerbau mithalfen und direkt in den Stalinismus führten. Keine Ahnung, ob der junge Mann mit dem Plakat "Rotfront statt Querfront" das weiß. Und was wäre schlimmer: Dass er es weiß, oder dass er es nicht weiß? Im Zweifel für den "Angeklagten", sprich: er weiß es nicht. Dann gilt: Wer nichts weiß, muss alles glauben.

Foto&Text TaxiBerlin

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