16.05.2020

Mein Leben ohne Schutzmaske


So sehen sie aus: "Meine Instrumente"

Wie ich bereits hier und auch hier schrieb, habe ich immer noch keine Schutzmaske. Nach nun knapp drei Wochen der Pflicht eine solche zu tragen, kann ich sagen, ein Leben ohne Schutzmaske ist möglich. Als erstes braucht man einen Zollstock. Auf dem muss nicht unbedingt "Berlin" draufstehen, wie auf meinem, den ich vor vier Wochen auf dem Alexanderplatz geschenkt bekam. Der Zollstock muss an erster Stelle voll funktionsfähig sein, damit du immer und überall den vorgeschriebenen Mindestabstand überprüfen kannst. Das ist wichtig, denn die Leute heute müssen alles und jedem glauben, weil sie praktisch selbst gar nichts mehr wissen und demzufolge das, was sie nicht wissen, auch nicht überprüfen können. Neben dem Zollstock führe ich auch immer eine kleine Spraydose mit mir, wie beispielsweise Asthmatiker sie benutzen. Meine Spraydose habe ich irgendwann einmal auf der Straße gefunden. Wofür bzw. wogegen sie genau hilft, das weiß ich nicht. Das ist auch unerheblich, solange du sie nicht nutzt. Zur Spraydose empfiehlt es sich, ein ärztliches Attest immer bei sich zu führen. Das fehlt mir, weil ich die Spraydose wie gesagt gefunden habe und ich auch kein Asthmatiker bin. Ich gehe aber davon aus, dass ein selbstgeschriebener Attest ausreicht, weil er von den Leuten, die beispielsweise bei Aldi die Tür machen, sowieso nicht gelesen werden kann. Du musst unten nur einen großen Stempel drauf machen, beispielsweise aus dem Stempel-Set deiner Kinder. Der Stempel ist unbedingt wichtiger als der Text. Spontan würde ich ein Smiley oder irgendein anderes möglichst positives Emoji als Motiv empfehlen, das kommt immer gut an. Dann, und das ist vielleicht das allerwichtigste, brauchst du einen Tuch. Im Taxi habe ich immer ein Tuch um den Hals getragen, um dem Taxifahren einen intellektuellen Touch zu geben. Für mich ist ein Tuch um den Hals also nichts Neues, für viele Menschen ist es das aber. Denke einfach daran, dass ein Tuch um den Hals nicht nur gut aussieht, sondern auch von jedem Heilpraktiker empfohlen wird. Warum? Weshalb? Wieso? - Das soll jetzt nicht interessieren! Es stimmt auf jeden Fall, und ein paar Sachen musst du mir auch einfach mal glauben. Mein Tuch ist von "Armani", die genaue Bezeichnung ist "AX - Armani Exchange" und in Indien hergestellt. Ich habe es irgendwann einmal auf der Straße, genauer auf dem Flohmarkt gefunden, wie ich alle wichtigen Dinge in meinem Leben auf der Straße gefunden habe und immer noch finde, auch weil ich mir als Taxifahrer ein neues Tuch von "Armani" natürlich überhaupt nicht leisten kann. Das Tuch um den Hals, das bei mir von "Armani" in Indien produziert und aus Leinen ist, brauchst du, damit du dir ein Zipfel von ihm zur Not vor die Nase und auch vor den Mund halten kannst. Das reicht auch ganz offiziell aus als Schutzmasken-Ersatz, ist also ganz legal, und ist darüber hinaus eine gute Vorbereitung auf die vielen Ersatz-Produkte, die uns in ganz naher Zukunft ins Haus stehen, weil wir uns die Originale einfach nicht mehr leisten können, höchsten noch vom Flohmarkt. Was bei meinem Original "AX - Armani Exchange" Tuch nicht optimal ist, das ist die Farbe. Wenn du es einrichten kannst, dann besorge dir ein farblich auffälligeres Tuch. Ich wurde neulich nämlich schon am Eingang zur Post angeschnauzt, ich solle mein Tuch richtig umbinden. Man kann das machen, muss es aber nicht. Ich habe es in dem Fall nicht gemacht, sondern den Post-Blockwart, mein Tuch noch fester auf Nase und Mund pressend, einfach ignoriert. Das geht auch.

Foto&Text TaxiBerlin

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