30.08.2020

TaxiBerlin und die BalkanPolizei



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Gestern war es nun so weit, da wurde ich mit meinem Berliner Automobil in den Schluchten des Balkans von der hiesigen Polizei angehalten. Endlich, muss ich sagen, denn darauf habe ich schon ewig gewartet. Früher, da wurde ich viel öfter angehalten, praktisch täglich. Gut, nicht jeder BalkanPolizist kann das B für Berlin vom B für Varna (das kyrillische V ist im lateinischen ein B) am Schwarzen Meer oder dem B für Bukarest oder Belgrad im Nummernschild unterscheiden. Wer es konnte, war auf jeden Fall im Vorteil, denn er wusste, dass er eine potentielle deutsche Kuh zum Melken vor sich hatte. In meinem Fall wurde nie etwas daraus, denn ich zahle aus Prinzip nicht. Nur einmal habe ich ein Mark bezahlt, da hatte ich doch glatt vergessen mich anzuschnallen. Das muss man sich mal vorstellen: Ich als Profi hinterm Lenkrad schnalle mich nicht an. Ein unglaublicher Vorgang! Die eine Mark war ein Schnäppchen, für das ich sogar eine Quittung ausgestellt bekam, wofür der Polizist über die Straße zu seinem Polizeiauto und zurück zu meinem Auto, ein alter dunkelolivfarbener großer fünfhunderter BMW – aber das nur nebenbei, gehen musste. Auch das ein unglaublicher Vorgang! Seither hat sich viel geändert auf dem Balkan. Auch hier sind, genauso wie in Berlin, die wilden Jahre lange vorbei. Gestern nun, da wurde ich nach Monaten das erste Mal angehalten, und das auch noch von einer Polizistin. Meine Papiere sind natürlich in Ordnung. Und wenn sie nicht in Ordnung sind, so sehen sie zumindest gut und halbwegs echt aus, also irgendwie deutsch. Das muss sein. Obwohl, so wichtig ist das nun auch nicht mehr, weil sich wie gesagt viel geändert hat auf dem Balkan. Deswegen musste die Polizistin auch nichts suchen, um mir einen Euro aus dem Kreuz zu leiern, denn sie wird ja jetzt, im Gegensatz zu früher, bezahlt für ihren Job. Die junge Frau konnte sich also voll und ganz auf mein Lenkradüberzug aus echtem Lammfell (Foto) konzentrieren. Den hatte ich bereits in dem alten dunkelolivfarbenen großen fünfhunderter BMW, fällt mir gerade ein. Der Überzug ist deswegen schon etwas ausgeleiert, so dass ich neulich einen neuen Gummi einziehen musste. Mein Überzug aus echtem Lammfell, für den ich auch schon mal als Zigeuner bezeichnet wurde, ist also nicht mehr das Schmuckstück, das er einst war. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, erregte er die Aufmerksamkeit der jungen Polizistin. Während ich nach meinen Papieren suchte, zeigte sie mit dem Finger auf mein ehemaliges Schmuckstück, um damit und mit einem Lächeln auf ihren schönen Lippen ihren Kollegen darauf aufmerksam zu machen. Dem Kollegen war ihr Lächeln und mein Lammfellüberzug egal. Den Kollegen Polizisten interessierten nur meine Papiere, die wie gesagt in Ordnung sind. Zumindest sehen sie gut und halbwegs echt aus, also irgendwie deutsch, weswegen die Polizistin sie mir wieder mit einem Lächeln auf den Lippen zurückgeben konnte. Es hat sich viel getan, sowohl auf dem Balkan als auch in Berlin. Und auch wenn ein Lammfelllenkradüberzug vielleicht nicht die Welt verändert, so kann er doch ein Lächeln auf Polizistinnenlippen zaubern. Was will man mehr?!? Wie wär’s mit einem „Määäähhhhäääää“ dazu!?!

Foto&Text TaxiBerlin

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