28.06.2020

Oscar Wilde über Bill Gates



So wie Friedrich Nietzsche schon über Facebook bescheid wusste, so kannte Oscar Wilde bereits Bill Gates, und das obwohl es weder zu Nietzsches Zeiten Facebook gegeben hätte, noch dass Bill Gates und Oscar Wilde Zeitgenossen gewesen wären. Und trotzdem hat Oscar Wilde bereits über Philanthropen wie Bill Gates und auch über die Philanthropie geschrieben, so wie sich Friedrich Nietzsche schon zu Facebook geäußert hat. Da die meisten zwar zu wissen glauben, was Facebook ist, die wenigsten aber sagen können, was genau die Philanthropie und ihre Anhänger, die Philanthropen sind, möchte ich mit der Begriffsklärung beginnen. Dabei fange ich damit an, dass Oscar Wilde schwul war, was die meisten noch wissen. (Nietzsche war es möglicherweise auch, aber das ist ein anderes Thema.) Schwul sein, ich weiß, kann heute jeder. Aber zu Oscar Wildes Zeiten (und auch zu Nietzsches) war das noch anders. Da war ein Schwuler ein Päderast. Das ist jetzt von mir nicht bös gemeint (damals war es das schon), das war einfach so. Bei den alten Griechen war die Päderastie, also die Knabenliebe, hoch im Kurs, im Prinzip so wie heute, nur intelligenter. Zu Oscar Wildes Zeiten war, wie gesagt, schwul sein schwierig – außer man hatte Geld. Wenn man schwul war und Geld hatte, war man kein Päderast mehr, sondern Gay. Und so, oder so ähnlich, ist es mit dem Philanthropen. Im Prinzip sind die meisten Menschen heute Philanthropen, ohne es zu wissen natürlich. Da sie aber fast alle kein Geld haben, sind sie keine wirklichen Philanthropen, sondern einfach nur Gutmenschen. Gutmensch kann heute jeder sein. Als Gutmensch kann man sich immer gut fühlen, man ist schließlich auf der richtigen Seite, aber vor allem hat man einen Feind, den Bösmenschen, ohne den es weder den Gutmenschen, noch den Philanthropen geben würde. Einen Feind zu haben, wird von vielen unterschätzt. Der Feind ist aber wichtig, denn er gibt dem Leben des Gutmenschen Struktur. Wehe dem Gutmenschen, der keinen Feind hat! Für den Philanthropen ist der Feind auch wichtig, aber nicht ganz so wichtig wie für den Gutmenschen, denn der Philanthrop hat, im Gegensatz zum Gutmenschen, wie gesagt Geld, und mit dem kauft er sich zur Not einen Feind. Dem Philanthropen dient das Gutmenschentum aber nicht dazu, Geld auszugeben, sondern Geld zu machen. Das ist noch ganz wichtig zu wissen! Ansonsten gilt das, was bereits Oscar Wilde über Philanthropen, also über Gutmenschen mit Geld wie Bill Gates, gesagt hat: „Philanthropen verlieren jedes Gefühl für Menschlichkeit. Das ist ihr hervorstechender Charakterzug.“ Und er fügte hinzu: „Die Philanthropie, scheint mir, ist einfach die Zukunft solcher Leute geworden, die ihre Mitmenschen zu belästigen wünschen.“

Foto&Text TaxiBerlin

-->

Keine Kommentare:

Kommentar posten