16.06.2020

Niemals werde ich mit oder für Uber fahren!


Heute Fahrrad, morgen Taxi

Mit dem Taxigewerbe, vermutlich nicht nur in Berlin, sieht es aus wie mit obigem Fahrrad, was natürlich nicht mein Fahrrad ist, denn mit dem bin ich nahezu täglich auf den Straßen und Plätzen unserer schönen Stadt unterwegs, wenn ich nicht zu Fuß gehe. Zu Fuß zu gehen ist das Optimale, wo man am meisten sieht, mehr als beim Fahrrad fahren und auch mehr als beim Taxifahren. Das weiß ich, obwohl ich bereits seit mehr als drei Monaten kein Taxi mehr fahre. Und so wie es im Moment aussieht, werde ich wohl auch kein Taxi mehr fahren, zumindest nicht bei meiner bisherigen Firma. Mein früherer Chef, der vor einigen Jahren meinem aktuellen Chef nicht nur alle seine Fahrzeuge, sondern auch alle seine Fahrer vermacht hat, hat damals über ihn (natürlich nur mir gegenüber - das ist klar!) gesagt, dass dieser, also mein aktueller Chef, genauso "bescheuert" sei wie er selbst. Das hört sich erstmal ungewöhnlich an, beweist aber nur, dass das, was in meinem Taxi gilt, auch im gesamte Taxigewerbe seine Gültigkeit hat: Jeder darf alles sagen - sogar die Wahrheit. Was nun meinen aktuellen Chef angeht, so habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu ihm. Ganz ehrlich gesagt, das muss aber unter uns bleiben, glaube ich, dass mein jetziger Chef (genauso wie sein Vorgänger) ein heimlicher Fan von mir ist. Naja, jedenfalls reden wir ganz offen und ehrlich miteinander, und wenn ich ihm erzählen würde, was sein Vorgänger über ihn gesagt hat, würde er sich wahrscheinlich darüber sehr amüsieren und auch freuen. So ist das im Taxigewerbe: Alles nur Verrückte! Gestern habe ich nun mit meinem aktuellen Chef telefoniert. Ich telefoniere sonst nicht gern, aber mit meinem Chef mache ich eine Ausnahme, denn wir haben, wie gesagt, ein sehr gutes Verhältnis. Ausserdem versteht mein Chef Spass, und welcher Chef versteht schon Spass?! In dem Gespräch gestern teilte mir mein Chef mit, dass ich mich mit dem Taxifahren beeilen müsste, damit ich wirklich der sein kann, der zumindest in seiner Taxi-Firma das Licht ausmacht. Darüber hinaus wies mich mein Chef darauf hin, dass gleichzeitig immer mehr Fahrzeuge für Uber angemeldet werden (die offizielle Bezeichnung für diese Schweinerei ist "Mietwagen-Service", richtiger wäre aber "Limousinen-Service"). Nun bin ich an der Reihe, Spass zu verstehen und Humor zu beweisen. Andererseits soll man sich auch nicht zu früh freuen, denn wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am Besten. Was ich mit Sicherheit jetzt schon mit einem lachenden und auch mit einem weinenden Auge sagen kann, ist, dass ich niemals für Uber fahren werde. Für Uber zu fahren ist unter meinem Niveau. Und mit dem halte ich es wie Marcel Reich-Ranicki, der bekannte Literaturkritiker, der Anfang Juni 100 Jahre alt geworden wäre. Marcel Reich-Ranicki meinte, dass er sich niemals unter seinem Niveau amüsieren würde. Und genauso käme ich mir vor, würde ich mich auch nur in ein Uber reinsetzen. Ich meide Uber-Fahrzeuge, wo und wann immer ich kann, auch mit dem Fahrrad und selbst als Fußgänger mache ich einen großen Bogen um diese Amateure der Personenbeförderung. Keine tausend Pferde und auch keine Billionen würden mich je in ein Uber kriegen - so viel Pferde gibt es gar nicht und auch nicht so viele Billionen! Was nun das Licht im Taxi angeht, dass ich ausmachen wollte, da bin ich mir allerdings nicht mehr ganz so sicher. So weit ich das als jemand einschätzen kann, der 1/4 Jahr weg ist von der Straße, gibt es so einige Kollegen, die genauso wie ich sagen: Niemals werde ich für Uber fahren!

Foto&Text TaxiBerlin

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