01.06.2020

Die Menthol-Zigaretten-Story - Das Remake


Vielleicht auch bald im Fernsehen

Die Menthol-Zigaretten-Geschichte, auch bekannt als Der berühmte letzte Tropfen, für den, der sie nicht kennt, stand am 21. September 1989 im Neuen Deutschland, also dem ND, das es bis heute gibt, und ging so: Ein Koch der Mitropa der Deutschen Reichsbahn der DDR wird bei seinem Aufenthalt in Budapest mit einer Menthol-Zigarette betäubt, gekidnappt und von "kaltblütigen Menschenhändlern" in die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland nach Wien verschleppt. Der offizielle Titel der Story : "Ich habe erlebt, wie BRD-Bürger gemacht werden." - Eine echte Räuberpistole vom betroffenen Koch, Hartmut Ferworn, selbst erzählt. Ein Artikel, der zur Lachnummer wurde. Das Remake der Menthol-Zigaretten-Story hatte ich mehrfach auf meiner Seite vorhergesagt, der ein oder andere erinnert sich.

Das Remake, nachzulesen im Spiegel vom 18. Mai 2020, ist jetzt leider nicht vom Meister Steven Spielberg Claas Relotius himself, sondern nur von drei Schreiberlingen aus der zweiten Reihe: Thomas Heise, Roman Lehberger und Andreas Lünser und hat den Titel "Ken Jebsen nutzt Studio von attackierter TV-Produktionsfirma" und geht so: Die Bösewichte sind diesmal "mutmaßlich linksradikale Angreifer", die "auf brutale Art und Weise einen Tonassistenten ins Gesicht traten" und "auch eine Metallstange kam offenbar zum Einsatz."

Das Kamerateam, das während der Dreharbeiten für die "heute-show" des ZDF vor genau einem Monat, und zwar am 1. Mai hier in Berlin attackiert wurde, gehört der Produktionsfirma TV United. TV United hat, das haben die drei "investigativen Journalisten" des Spiegels nun herausgefunden, eine bislang unbekannte Verbindung zu Ken Jebsen. Diese bislang unbekannte Verbindung zwischen TV United und Ken Jebsen besteht darin, dass "eine von Ken Jebsen moderierte Talkshow seit Jahren in einem Studio von TV United produziert wird."

Du verstehst, oder? Was, du verstehst den Zusammenhang nicht? Also dass die bisher unbekannte Verbindung der definitive Beweis dafür ist, dass Ken Jebsen der Drahtzieher des Angriffs ist? Ich ehrlich gesagt auch nicht. Möglicherweise liegt es daran, dass das Remake nicht vom Meister  Steven Spielberg Claas Relotius himself ist, sondern nur aus der Feder von den drei Schreiberlingen Thomas Heise, Roman Lehberger und Andreas Lünser aus der zweiten Reihe stammt. Vielleicht fehlt auch einfach die Menthol-Zigarette in der Story oder ganz und gar beim Lesen der Geschichte. Unter Umständen wird sie noch nachgereicht. Spiegel-Leser wissen bekanntlich "mehr".

Foto&Text TaxiBerlin

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