09.05.2020

Warum ich keine taz mehr lese


Rosa-Luxemburg Ecke Münzstraße
früher Mitte / heute Neue Mitte

Um ehrlich zu sein, habe ich die taz noch nie wirklich gelesen, höchstens gelegentlich mal reingeschaut. Von daher ist der Titel ein klein wenig übertrieben, aber weit entfernt von Panikmache, und Angst soll er schon gar nicht machen. Spätestens seit dem Film "Aggregat" von Marie Wilke, den mir ein befreundeter Filmemacher empfohlen hatte, war die taz für mich zum NO GO geworden. Dort werden zwei Redakteurinnen der taz hier in Berlin gezeigt, wie sie einen Dreh vorbereiten, wenn ich mich recht erinnere in Sachsen. Dafür wird zuvor von den beiden Frauen, und genau das ist dem Film von Marie Wilke zu sehen, ein minutiöses Drehbuch erarbeitet, wer was sagen wird, dass ich mich sogleich gefragt habe, warum die beiden überhaupt noch irgendwohin fahren wollen, wo es viel einfacher gewesen wäre, sich ein paar Laiendarsteller zu besorgen, die ihre Texte sprechen. Im Vergleich zur taz war das, was der Film über die Redaktionssitzung bei BILD zeigte, regelrecht erfrischend. Auf die taz komme ich auch nur, weil sie neulich noch in einem vermutlich im Homeoffice geschriebenen Bericht über die Hygiene-Demo auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte von einer "Brauen Infektionskette" sprach. Heute, nur knapp vier Wochen später, gingen im ganzen Land zehntausende Menschen friedlich auf die Straße, und selbst beim Spiegel, den ich übrigens auch nicht mehr lese oder höchstens mal beim Arzt, musste man gerade zur Kenntnis nehmen: "Tausende demonstrieren gegen Corona-Regeln". Von einer "Braunen Infektionskette" kann keine Rede sein, obwohl man nicht nur bei der taz diese seit Wochen und bis heute versucht herbeizuschreiben.

Foto&Text TaxiBerlin

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