15.05.2020

Warum ich auch den Spiegel nicht mehr lese


Seit Claas Relotius lese ich den Spiegel nicht mehr, höchstens mal im Wartezimmer beim Arzt. Später habe ich dann selbst den "Claas Relotius Preis" ausgelobt. Dieser aktuelle Artikel bei Spiegel Online hat das Potential auf den Preis. Es geht noch einmal um den Angriff auf das Fernsehteam vom ZDF am 1. Mai in Mitte, ich hatte an dieser Stelle darüber geschrieben. In dem Beitrag wird der Überfall völlig zu Recht von einem Mitarbeiter des Senders als "heimtückischer Überfall von kriminellem Pack" bezeichnet, Berlin sei an diesem Tag "das Epizentrum des selbstgefälligen Irrsinns", es handele sich um "debiles Rowdytum" und einen "Anschlag um die Pressefreiheit." Nachdem noch festgestellt wurde, dass diese brutale Tat für bundesweites Aufsehen sorgte und dementsprechend scharf verurteilt wurde, geht es sogleich zum nächsten Angriff auf einen Medienvertreter am 6. Mai vor dem Reichstag über. Dort hat ein 46-jähriger Mann einem Mitarbeiter, der ein Mikrofon hielt, warum auch immer, spontan in den Arsch getreten. Am 1. Mai hatten sich bis zu 25 Personen vorher verabredet, sie kamen in Autos und auch auf Fahrrädern zum Tatort und schlugen u.a. mit Metallstangen brutal auf fünf bzw. sechs Personen ein, die danach allesamt ins Krankenhaus mussten. Da vor dem Reichstag nun auch "Wir sind das Volk" gerufen wurde, weiß der Leser mittlerweile, dass es sich wohl um "Rechte" gehandelt haben muss. Es muss also nicht extra erwähnt werden. Dass die Täter des brutalen Angriffs am 1. Mai nach jetzigem Erkenntnistand dem "Linken" Spektrum zuzuordnen sind, das erfährt der Leser einmal mehr nicht aus dem Artikel. Ganz im Gegenteil, weswegen der Beitrag sicherlich einiges Potential auf den von mir ausgelobten "Claas Relotius Preis" hat, aber auch hier scheint es besser zu sein, die Füße still zu halten, da kommt bestimmt bald noch besseres.

Text TaxiBerlin

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