12.05.2020

Empathie und ihre Grenzen


Scharnweber Ecke Jessnerstraße
früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Ich kann es nur wiederholen: Empathie ist das A und O. Wenn ich von Empathie rede, meine ich aber keine vorgegebene Empathie ohne Bedeutung für Menschen am anderen Ende der Welt, die ich nicht persönlich kenne. Diese Empathie, ich weiß, viele praktizieren vor allem diese, ist wohlfeil, dient vor allem dem eigenen Wohlbefinden, und ist somit praktisch bedeutungslos. Ich meine mit Empathie etwas anderes, und zwar einen ganz konkreten Menschen, selbst wenn er ganz andere Ansichten hat, ihm trotzdem zuzuhören, ihn ausreden zu lassen, um zu verstehen, warum er so tickt, wie er tickt. Das kann immer nur eine Person im Moment sein. Ich unterhalte mich wirklich mich jedem, was ich auch nur jedem empfehlen kann, und ich würde mich auch mit Feministen und Feministinnen unterhalten. Da ist dann aber, das weiß ich aus Erfahrung, bald eine Grenze bei mir erreicht. Und ich sage ausdrücklich, dass diese Grenze bei mir erreicht ist. Ich suche sie also nicht beim anderen. Die Grenze ist immer genau dann erreicht, wenn ich mich selbst als Mann nicht verstehe. Dann kann ich auch keine Feministin und auch keinen Feministen mehr verstehen.

Foto&Text TaxiBerlin

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