02.05.2020

Die Verhaftungsstraße


Zwei Regentropfen, keine "Linke" Gegen-Demo,
dafür eine neue Straße

Es gibt eine neue Straße in Berlin, und zwar die Verhaftungsstraße. Die Verhaftungsstraße steht weder im Alten Testament der Straßen- und Wege-Lehre, dem "Kauperts", noch im Neuen, dem "Lexikon Berliner Straßennamen", und auch nicht in den Apokryphen, "Berlin Autofahrer-Atlas", auch bekannt als Schriftrollen vom Qumran. Wo genau sich die Verhaftungsstraße befindet, ist noch geheim. Bekannt ist, dass es sich bei der Verhaftungsstraße um eine Seitenstraße des Rosa-Luxemburg-Platzes in Mitte handelt, in die man gebracht wird, wenn man verhaftet wird. Das teilte uns ein überaus netter Beamter der Berliner Polizei heute vor dem Karl-Liebknecht-Haus mit, der sich nach eigenen Angaben auch was besseres vorstellen konnte, als an diesem überwiegend sonnigen Samstag Dienst zu schieben, aber was solle er machen? Als die junge Frau aus Potsdam neben mir die Idee mit dem "Kündigen" ins Spiel brachte, war es allerdings vorbei mit der Nettigkeit, da drohte der bis eben noch so nette Beamte uns sogar persönlich in die Verhaftungsstraße zu bringen. Ein Angebot, das ich abschlagen musste, wenngleich es mich persönlich schon interessiert hätte, wo genau sich nun diese neue Straße befindet. Aber da ich mich gerade selbst "aus dem Verkehr gezogen" habe, fehlen mir einfach die Mittel, die mich der Service "von Amts wegen" in die Verhaftungsstraße befördert zu werden, gekostet hätte. Trotzdem Danke für das Angebot, lieber Berliner Beamter. Kleiner Tip: Das nächste Mal einfach bis zum Schluss des Bürger-Gespräches nett bleiben, dann klappt es auch mit dem "Freund und Helfer".

Foto&Text TaxiBerlin

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