08.03.2020

TAXIBERLINS SELBSTISOLATIONSTAGEBUCH


Einst waren wir Exportweltmeister und mächtig stolz darauf, zum Schaden anderer. Heute sind wir Infektionsweltmeister, oder zumindest fast. Nach China, Südkorea, Italien und dem Iran sind wir auf Platz (5) fünf. Es ist also noch etwas Luft nach oben. Damit wir rasch weiter nach vorne rücken, wird Desinfektionsmittel knapp gehalten. Gab es zu Adolfs Zeiten den Kohlenklau, so gibt es heute unter Angela den Desinfektionsmittelklau. Es wird im Krankenhaus geklaut, aber auch bei der Berliner Polizei. Aus dem Radio erfahre ich gerade, dass nicht die Infizierten leiden, sondern die Wirtschaft, weswegen ihr rasch geholfen werden muss. Nach den "notleidenden" Banken vor knapp zehn Jahren wird wohl demnächst dem ganzen Neoliberale Gesockse Geld hinterher geworfen werden. Beim Umgang mit Infizierten gibt es im Hochtechnologieland Deutschland immer noch kein Konzept. Die einen werden im Krankenhaus versorgt, andere nur zu hause, wo sie sich selbst versorgen sollen, so wie ich. Böse Zungen sprechen bereits von einem Krieg gegen die eigene Bevölkerung mittels Viren, auch um das Wohnungsproblem zu lösen. Die meisten in der Gruppe mit dem höchsten Infektionsrisiko leben bekanntlich in viel zu großen Wohnungen, weil sie sich kleinere gar nicht mehr leisten können. Vielleicht ist es auch nur das Resultat der jahrelangen, planmäßigen Verblödung. Die richtig Reichen sind jedenfalls schon auf ihren keimfreien Jachten und Inseln. Eine gute Nachricht gibt es: ALDI wird ab morgen die Welt retten und uns mit Desinfektionsmittel versorgen. Um 8 Uhr geht es los bei ALDI, am besten man stellt sich jetzt schon an. Damit die Regale nicht gleich wieder leer sind, bekommt jeder nur ein Kreuz Desinfektionsmittel.

Text TaxiBerlin

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