07.03.2020

TAXIBERLINS SELBSTISOLATIONSTAGEBUCH


DAS Buch gegen die Neoliberale Verblödung

Ich bin jetzt den zweiten Tag in selbstgewählter Selbstisolation und keine Anrufe so weit. Kein Arzt, kein Gesundheitsamt, nicht mal 'ne Krankenschwester und auch kein Paffe. Es läuft also alles nach Wunsch, denn ich will nicht angerufen werden. Und wenn das zusätzlich der Sicherheit dient, dann ist das doch super. Im Radio höre ich gerade, dass draußen das normale Leben weiter läuft wie gehabt. Die Menschen sollen sich auch weiterhin in enge Flugzeuge quetschen und um die Welt jetten, Massenveranstaltungen mit möglichst vielen Menschen besuchen, auch wenn es immer noch kein Desinfektionsmittel gibt, nirgendwo. Unsere Politiker nennen das Augenmaß. Ich nenne es Verblödung. Zum Glück gibt es den Spiegel, der aktuell über Corona im Silicon Valley schreibt: "Im Silicon Valley zeigt sich besonders deutlich, wer in der Corona-Krise gewinnt - und wer verliert. Zu Hause bleibt, wer es sich leisten kann." So beginnt der Artikel "Homeoffice als Klassenfrage". Die Klassenfrage gibt es natürlich nur im fernen Amerika, das ist wie mit dem Smog, den gab es früher auch immer nur in West- und niemals in Ost-Berlin. Zurück zu mir im hier und heute. Ich leiste es mir zu hause zu bleiben, nicht weil ich das Geld dazu hätte, das nicht, sondern weil ich es als Taxifahrer kann. Letztendlich kannst und solltest es aber auch du, wenn dir dein Leben lieb ist. Denn das Leben, in dem Fall das Überleben, ist nicht etwas, was man sich leisten können muss, das ist nur Neoliberale Scheiße. Nein, das Leben ist etwas, was man sich nehmen und in dem Fall zurückholen muss von unfähigen Politikern und den Hals nicht voll kriegenden "DerMarktRegeltAlles"-Demagogen.

Foto&Text TaxiBerlin

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