28.12.2019

SCHWARZTAXIS FRÜHER UND HEUTE oder STAATLICH ORGANISIERTE KRIMINALITÄT


Zwischen den Schwarztaxis in der DDR und Uber heute gibt es viele Parallelen, aber auch einige Unterschiede. Schwarztaxis traten in der DDR etwa ab Mitte der Achtziger Jahre auf, allerdings nur in größeren Städten, genauso wie Uber heute nur in einigen Großstädten agiert. Die Schwarztaxis in der DDR waren Privatautos von Privatpersonen gelenkt, die sich nach Feierabend etwas dazu verdienen wollten. Der Fahrpreis war verhandelbar. Im Normalfall fragte man als Fahrgast am Ende der Fahrt, was der Fahrer dafür, dass er ihn mitgenommen hat, nun bekäme. Die Antwort des Fahrers war dann meist, dass der Fahrgast doch geben solle, was er denke. Im dümmsten Fall hat er nichts gegeben. Bei Uber ist der Fahrpreis in gewisser Weise auch Verhandlungssache, allerdings nicht so wie in einem Schwarztaxi in der DDR. Angeblich wird, im Gegensatz zum Schwarztaxi der DDR, alles bargeldlos beglichen. Seit meiner letzten Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin", in der ich einen ehemaligen Uber-Fahrer im Interview hatte, wissen wir aus erster Hand, dass die Fahrer bei Uber versuchen an Bargeld oder genauer Schwarzgeld heranzukommen, weil sie von den vier Euro die Stunde, die sie mit Uber-Fahrten verdienen, nicht überleben können. Von Leben war nicht die Rede. Auf keinen Fall wird ein Fahrgast bei Uber, wie es beim Schwarztaxi in der DDR häufiger vorkam, ohne etwas für den Fahrer im Wagen hinterlassen zu haben, aussteigen. Fahrer von Schwarztaxis in der DDR wussten, dass sie illegal sind. Das wissen Uber-Fahrer heute nicht mehr, oder wollen es nicht wissen, obwohl auch sie, ganz genauso wie die Schwarztaxis in der DDR, sich zum Beispiel an keinen Taxistand stellen dürfen. Dank einer permanenten Gehirnwäsche glauben Uber-Fahrer heute wirklich, dass sie die "lokalen Profis" sind, auch wenn sie keinen Plan haben. Den "Brüdern und Schwestern" von Uber dürfte aber nicht entgehen, dass man sie verarscht (ähnlich den Fahrern von Schwarztaxis in der DDR, wenn die Fahrgäste einfach ohne etwas gegeben zu haben ausgestiegen sind), nur eben ganz anders, und dass das Geschäftsmodell von Uber, so weit man von einem solchen sprechen kann, nur bei permanentem Rechtsbruch funktioniert. Uber ist Staatlich Organisierte Kriminalität. Das waren Schwarztaxis in der DDR nicht. Schwarztaxis in der DDR waren zwar toleriert, aber sie waren nicht staatlich legitimiert. Dafür läuteten sie bzw. ihr Auftreten das Ende der DDR ein. Bis zur Wende waren es dann noch ca. fünf Jahre. Heute mit Uber dürfte es schneller gehen.

Text TaxiBerlin

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