01.02.2019

EINE UNTERHALTUNGSSENDUNG NAMENS WELTSPIEGEL


Ein Kollege wies mich gestern auf den Weltspiegel vom 26. Januar bei der ARD hin. In dem Beitrag, man findet ihn in der Mediathek, geht es um das Thema, dass uns auch in Berlin beschäftigt, und zwar um Taxi vs. Uber. Ich habe lange keinen Weltspiegel mehr gesehen, und so war ich etwas überrascht, dass das einst kritische Magazin heute eine Unterhaltungssendung ist. Immerhin die Fakten stimmen: 12.000 Yellow-Cabs stehen in New York mittlerweile 80.000 Uber-Fahrzeuge gegenüber. Auch die Zahl der Taxifahrer, die sich wegen der unfairen Konkurrenz im letzten Jahr das Leben nahm, war richtig. Es sind acht, ich hatte an dieser Stelle über sie geschrieben (hier auch auf englisch). Das Neueste ist nun, dass die Taxifahrer (und nur sie!) vom Fahrgast einen so genannten Stau-Zuschlag in Höhe von 2,50$ pro Fahrt eintreiben sollen. Zuschlag für einen Stau, den v.a. die 80.000 Uber-Fahrzeuge verursachen. Das erfährt man eher zwischen den Zeilen, was aber schon immer so war. Das Wichtigste steht immer zwischen den Zeilen. Immerhin erfährt man, dass eine Uber-Fahrerin Schauspielerin werden will. Das hat mich in dem Zusammenhang auch brennend interessiert. Was der Weltspiegel nicht verrät, ist, dass Uber keine Krankheit und auch keine Naturkatastrophe ist, gegen die man nichts unternehmen kann. Ob und was man gegen den unfairen Konkurrenten Uber tun kann und auch gegen diejenigen, die Uber in New York zulassen und deswegen "Blut an ihren Händen haben", wie ein Kollege es formuliert, erfährt man leider nicht vom Weltspiegel. Das wäre auch etwas viel verlangt von einer Unterhaltungssendung.

Text TaxiBerlin

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