02.12.2018

VORSICHT DIALOG


Nachdem man die Gelben Westen erst ignoriert, dann sich über sie lustig gemacht und sie parallel bis jetzt versucht zu kriminalisieren, sind nun andere Töne aus Frankreich zu hören. Macron verstehe, wie er sagt, die "legitime Wut" der Gelben Westen, denen es eben nicht nur, wie von den meisten Medien berichtet, um die steigenden Spritpreise geht, sondern vor allem um umfassende Steuersenkungen und Anhebung von Renten und Mindestlohn. Wegen letzterem sind übrigens Uber&Co so praktisch, weil bei denen keinen Mindestlohn gezahlt werden muss, denn die Fahrer sind allesamt Freiberufler, die sich zumindest hierzulande über ihr Einkommen ausschweigen. In den USA waren es neulich noch 3,37 Dollar, was ein Uber-Fahrer im Schnitt pro Stunde verdient. In Deutschland dürfte es kaum mehr sein, was dazu führt, dass die Fahrer "aufstocken" (auch ein schönes Wort) müssen. Letztendlich wird das größte und tollste Start-Up der Welt aus dem Silicon Valley von uns allen mitfinanziert, auch damit dies wiederum ihre Preise subventionieren und damit uns Taxifahrer, denen der Mindestlohn gezahlt wird, vom Markt drängen kann. Willkommen in der Schönen Neuen Welt. In Frankreich soll es sie sogar schon geben: "Die Welt von Morgen". Dort hat Macron, das war gerade die letzte Information aus dem Radio, die Gelben Westen eingeladen. Von einem Runden Tisch war zwar nicht explizit die Rede, aber so ist es doch nichts anderes wie '89. Dort gingen die Leute erst auf die Straße und später saßen sie am Runden Tisch. Geschichte wiederholt sich, wenn auch nicht 1:1. Vorsicht ist auf jeden Fall geboten, denn es ist schon wieder von Dialog die Rede.

Text TaxiBerlin

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