07.09.2018

10.000 TONNEN FILZ



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Mein Nachbar Kollege Stalin hat mir empfohlen, in Filz zu investieren, und da ich gelegentlich auf ältere erwachsene Menschen höre, was ich auch nur jedem empfehlen kann, habe ich es getan. Und zwar genau am 4. September um 12:10 Uhr Ortszeit, wie obige Rechnung ausweist. Gut, es sind nicht 10.000 Tonnen Filz, wie man denken könnte, sondern nur 10, aber selbst 10 Tonnen Filz sind ’ne Menge Holz, das in kein Taxi und auch in kein anderen „Leichten Wagen“ (leka kola) passt. Deswegen der „Prevos“, also der Transport mittels LKW, der zweite Posten auf meiner Rechnung mit der Nr. 0000066015, der mit 110 allerdings fast genauso teuer ist wie die 10 Tonnen Filz, die mit 170 zu Buche schlagen. Trotzdem hat Kollege Stalin Recht, es ist der richtige Zeitpunkt sein Geld in Filz anzulegen. Wer weiß, was das Zeug morgen kostet. Mein erster Gedanke war, als ich von der Idee mit dem Filz hörte, gleich noch ein wenig Fett dazu zu nehmen und dann einen auf Joseph Boys zu machen. Der Boys ist zwar völlig unbekannt hier, aber das ist auch besser so, denn dann bin ich der erste, der was mit Filz und Fett macht. Im Moment habe ich aber erst einmal genug damit zu tun, meine 10 Tonnen Filz irgendwie in meinem Gulag-Ressort zu lagern und das möglichst trocken, deswegen die Folie, 6 Stück  a 4x5 Meter zusammen für 29,40, die sich hier Nylon nennt und den Rechnungs-Code 2096 hat. Bevor ich es vergesse: Der Kunde, der hierzulande Klient heißt, ist hier einfach nur Kunde, also Klient, und kein König, weswegen er am Besten, so wie ich, in Bar, also „V broi“ bezahlt, und zwar in Lewa. Der Lewa, das zum Schluss, kommt von Löwe und ist eine eigenartige Währung, und zwar deswegen, weil er ganz genau den Wert der D-Mark hat, wer sich noch an die erinnern kann, weswegen man für einen Euro auch exakt 1,95 Löwen bekommt. Wer’s nicht glaubt, wählt obige Nummer und fragt nach, auch wegen den 10.000 Tonnen Filz. Vorwahl nicht vergessen!
Foto&Text TaxiBerlin

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