26.08.2018

EINLADUNG ZUM WORKSHOP


Vor wenigen Tagen erreichte mich eine Einladung zu einem Workshop. Hier meine Antwort von heute als "offener Brief":

Liebe Kollegen und Kolleginnen, sehr geehrter Herr Waldner,

vielen Dank für Ihre Einladung zum Workshop am 29. August.

Gerne hätte ich ihrer "Einladung zur Strategieberatung" Folge geleistet, leider weile ich gerade in Bulgarien bei bescheidener Internetverbindung. Trotzdem möchte ich Ihnen meine Gedanken zum Thema mitteilen, auch weil so ein Blick von außen mitunter hilfreich ist.

Sie suchen nach Lösungen, wie sie mit dem Phänomen Uber umgehen sollen, wenn ich es mit meinen eigenen Worten formulieren darf.

Ich denke, und das ist auch meine Empfehlung, dass es diesbezüglich nur eine Forderung an die Politik geben kann: Uber verbieten, und zwar so lange, wie Uber sich nicht an die Spielregeln (Mindestlohn, Fiskaltaxameter, Tarifpflicht etc.) des hiesigen Taxigewerbes hält, da es im Kern eine Taxidienstleistung ist, welche da von der Konkurrenz aus Amerika angeboten wird.

Begründung:

Die aktuellen Einkünfte von Uber-Fahrern in den USA belaufen sich meiner Information zur Folge auf ca. 3,50 Dollar die Stunde.

Deswegen fahren auch viele Fahrer nicht lange für die Plattform, wie sich das "Technologieunternehmen" aus dem Silicon Valley auch nennt.

Taxi, unser aller Markenzeichen, ist in den USA bereits aus dem Sprachgebrauch verschwunden und bald wird möglicherweise auch hierzulande niemand mehr etwas mit TaxiBerlin u.ä. anzufangen wissen.
In den USA ist auch der so genannte "Uber-Stau" infolge der Subventionierung und der damit verbunden die Zerstörung des gesamten öffentlichen Nahverkehrs ein großes Problem.

Tarifflicht ist heute, morgen wird nach "Algorithmus" abgerechnet, wobei keiner wirklich weiß, was "Algorithmus" überhaupt bedeutet in diesem Zusammenhang, außer das eine, dass die, die heute noch Geld verlieren mit Uber, morgen damit Geld, um genau zu sein: viel Geld verdienen wollen

So weit ich mich erinnere, gab es in den letzten sieben Monate sieben Suizide von New Yorker Taxifahrern.

In den letzten Monaten gab es bereits zum Teil landesweite Proteste in Spanien, Griechenland und Frankreich

In Bulgarien, wo ich mich gerade aufhalte, haben die Interessenvertreter, es sind dort ihrer nicht so viele wie in Deutschland, wenn ich es richtig verstanden habe, von der Politik gefordert, Uber zu verbieten - und Uber ist verboten. Zugegeben, es ist in Bulgarien auch nicht so viel Geld mit dem Taxi zu machen, vielleicht ist das morgen aber schon ganz anders.

Die berechtigte Forderung, Uber zu verbieten, richtet sich an die Politiker unseres Landes, an die von den uns gewählten Volksvertreter. Sie wurden schließlich nicht im Silicon Valley gewählt, auch wenn dies manchmal so aussieht

Es ist, wie ich denke, eine einfache Forderung, die auch einfach umzusetzen ist (Beispiel Bulgarien), wenn es politisch gewollt wäre.

Oder sollte doch das bulgarische Sprichwort gelten: Wenn du ein Problem hast, das du nicht mit Geld lösen kannst, dann kannst es nur mit viel Geld lösen.

Auch wenn ich wenig Hoffnung habe, wünsche ich dem Workshop alles erdenklich Gute!

Text TaxiBerlin

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