12.07.2018

"5 TOTE IN 5 MONATEN"


Der Wetterbericht kann stimmen, auch wenn er in der Bild-Zeitung steht. So verhält es sich wohl auch mit "5 Toten in 5 Monaten", im Untertitel "Die Verzweiflung der Taxifahrer in New York City", über die die Bild-Zeitung weiter schreibt: "Fahren Sie manchmal Taxi? Dann wird Ihnen diese Geschichte ans Herz gehen. Fünf Taxifahrer in New York City haben sich dieses Jahr das Leben genommen, weil ihr Job sie fertiggemacht hat." Hier muss ich korrigieren: Es war nicht der Job, der sie fertiggemacht hat, sondern die Konkurrenz aus dem Silicon Valley. Die Bild-Zeitung fährt richtig über die Kollegen aus New York fort: "Ihr Einkommen reichte kaum zum Leben. Sie haben keine Perspektive auf bessere Zeiten. Ein Taxifahrer hinterließ vor seinem Selbstmord eine Facebook-Eintrag über den Druck in seinem Beruf - dabei ging es auch um den Wettbewerb mit Uber. Ein anderer erwähnte in seinem Abschiedsbrief den 'desaströsen' Zustand des Gewerbes." Gemeint ist wie gesagt das Taxigewerbe in New York. Man kann das aber durchaus auf die gesamten Vereinigten Staaten übertragen, wo niemand mehr ein Taxi nimmt oder ruft, sondern ausschließlich ein Uber. Und was heute in Amerika ist, wird bereits morgen in Berlin sein. Da helfen auch keine neuen Schranken am Flughafen Tegel, die angeblich Uber fernhalten sollen, sondern ganz im Gegenteil. Diese Schranken werden das bestehende permanente Verkehrs-Chaos dort nur verstärken, und Schuld daran werden wieder einmal wir Taxifahrer sein. Wir sind schließlich verantwortlich für die Schranken, und deswegen können sie auch weg, also wir Taxifahrer. So, oder so ähnlich, wird es in der Bild-Zeitung stehen, wenn nicht auch in Berlin ein paar tote Taxifahrer (5 sollten es schon sein, unter dem tut es Bild nicht) dazwischen kommen, die man dem hiesigen Leser gut verpackt in etwas Betroffenheits-Prosa verkaufen kann.

Text TaxiBerlin

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