21.06.2018

"WIR KOMMEN"


"Wir kommen" überall - auch auf dem Kuhfell

"Wir kommen" ist nicht der neue Slogan des Berliner Taxigewerbes, sondern der Titel des ersten Romans von Ronja von Räubertochter. Ich habe es neulich auf der Straße gefunden, wo sonst, und werde es am Sonntag auf dem Flohmarkt verkaufen, wo ich vorläufig das letzte Mal einige meiner Bücher anbiete. Um es gleich am Anfang zu sagen: Wegen dem Roman von Ronja von Räubertochter lohnt es nicht zum Boxhagener Platz zu kommen. Ich habe es selbstverständlich gelesen, so wie ich alle Bücher gelesen habe, die ich verkaufe- naja, fast.

In "Wir kommen" schreibt Ronja von Räubertochter jede Menge Sätze wie diese: "Je detaillierter ich all das aufschreibe, desto größer scheint die Möglichkeit, dieses Leben doch noch irgendwie zu einem spannenden zu machen, jeder Satz eröffnet die Möglichkeit, dass ich mit dem Kassenmädchen durchbrenne, zurück zu Jonas fahre, nach Australien verschwinde. All diese Möglichkeiten gäbe es, wäre dieses Leben nicht meines. Denn eigene Leben sind störrisch, sie sind langweilig, die Tage vergehen, und nur ab und zu stößt man sich den Zeh an oder wird zum Studium zugelassen, oder der Hund stirbt ..."

Keine Ahnung, wer das Kassenmädchen ist, und auch den Jonas kenne ich nicht persönlich. Ronjas Psychologe kennt sie mit Sicherheit alle. Einen Therapeuten hat Ronja von Räubertochter aber nicht nur im Roman, sondern auch im richtigen Leben. Den braucht sie auch, denn immerhin ist sie als Tigerin gegen den Kropf Namens Feminismus gestartet, vor einiger Zeit aber als Bettvorleger vor dem Bett von Friede Springer gelandet. Neulich soll Ronja von Räubertochter auch noch in Mitte beim gemeinsamen Kaffeetrinken mit der bekannten Superfeministin Margarete von Stockhausen gesehen worden sein.

Im Roman, das sei bei aller Kritik nicht verschwiegen, wird auch einige Male wild durcheinander gevögelt, denn man ist natürlich ganz im Zeitgeist polyamorös, und frau natürlich auch, sonst geht es nicht. Allerdings haben alle danach immer ein schlechtes Gewissen, was die Sache nicht gerade angenehm macht, zum Lesen meine ich. In dem Zusammenhang fällt mir ein: Ist der nette ältere grauhaarige Herr, der Ronja von Räubertochter damals beim Klagenfurter Wettlauf der Schreiberlinge so "eindringlich" unterstützt hat, auch "gekommen"? - Ich frage mich das, weil er schließlich nicht mehr der jüngste war.

Foto&Text TaxiBerlin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen